Montag, 28. März 2016

Kräutler-Interview: "Brasilien steckt in schrecklicher Krise"

Wiener Zeitung, 28.3.2016
"Brasilien steckt in schrecklicher Krise"
Von Mathias Ziegler
Bischof Dom Erwin Kräutler übergibt an seinen Nachfolger und zieht im Interview Bilanz nach 50 Jahren am Amazonas.

Wien/Brasilia. Rund 35 Jahre lang war Dom Erwin Kräutler Bischof der brasilianischen Amazonas-Diözese Xingu. Anfang April gibt er nun den Bischofsstab weiter und geht in Pension. Die "Wiener Zeitung" hat mit dem 76-jährigen Vorarlberger, der 1965 vom Orden der Missionare vom Kostbaren Blut nach Brasilien geschickt und 2010 für seinen Einsatz für die Rechte der Indios und die Rettung des Regenwaldes mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, über seinen (Un-)Ruhestand, seine Bilanz und die politische und gesellschaftliche Lage in Brasilien gesprochen.

"Wiener Zeitung": Sie sind jetzt offiziell Pensionist. Bleiben Sie in Brasilien oder kommen Sie nach Österreich zurück?

Dom Erwin Kräutler: Ich werde sicher ein Pilger zwischen zwei Welten bleiben. Einfach am Xingu die Zelte abzubrechen, bringe ich nicht übers Herz. Nach mehr als 50 Jahren die Koffer zu packen, meine sieben Sachen zu verstauen, ein paar Bücher und Schriften per Post über den Atlantik zu schicken und dann klammheimlich zu verschwinden, das tue ich sicher nicht. Ich werde wohl länger in Europa sein können, an Einladungen fehlt es nicht. Trotz meiner Emeritierung bei der Brasilianischen Bischofskonferenz bin ich aber noch bis 2019 Sekretär der Bischöflichen Kommission für Amazonien. Den Vorsitz dieser Kommission führt Kardinal Claudio Hummes, der dem frisch gewählten Papst Franziskus zugeflüstert hat: "Vergiss die Armen nicht." An eine definitive Transplantation denke ich also wirklich nicht. Hier in Brasilien sagt man: Einen alten Baum darf man nicht verpflanzen. Wenn man das tut, fallen gleich einmal die Blätter ab, die Zweige verdorren, und er stirbt. Und das habe ich noch nicht im Sinn.

Sie haben am 5. März Ihren Nachfolger, den Franziskanerpater João Muniz Alves zum Bischof geweiht. Was sollte man über ihn wissen?

Nach seiner Ernennung zum Bischof hat er mich sofort angerufen und gebeten, Hauptkonsekrator bei seiner Bischofsweihe zu sein. Damit wollte er wohl zum Ausdruck bringen, dass er den Weg, den die Kirche am Xingu seit Jahrzehnten geht, weitergehen möchte. Ganz sicher wird er neue und wichtige Akzente setzen. Er ist 55 Jahre alt, Magister der Philosophie und machte sein Doktorat in Moraltheologie. Aber vor allem war er Seelsorger in seinem Heimatstaat Maranhão und beim einfachen Volk sehr beliebt, und das scheint mir viel wichtiger zu sein als akademische Titel.
Zuletzt war er auch Guardian im Franziskanerkloster in São Luís do Maranhão, zu dem ich sogar eine ganz persönliche Beziehung habe: Am 4. November 1965 reiste ich von Hamburg nach Brasilien an Bord der "Emsstein" der Norddeutschen Lloyd. Am 18. November legte das Schiff in São Luís do Maranhão an. Um 16 Uhr - also zur zehnten Stunde im Johannesevangelium, die die Jünger nie mehr vergaßen (Joh 1, 39, Anm.) - setzte ich das erste Mal meinen Fuß auf brasilianischen Boden. Ich sprach noch kein Wort Portugiesisch, so war es naheliegend, bei den deutschen Franziskanern unterzukommen, bis die "Emsstein" nach ein paar Tagen wieder in See stach und Kurs auf Belém nahm. Zur Bischofsweihe meines Nachfolgers kam ich nun wieder in dieses Kloster und erkannte sofort die Zelle wieder, in der ich damals, also vor mehr als 50 Jahren, untergebracht war.

Was geben Sie Bischof Alves mit auf den Weg?

Ich wünsche ihm viel Mut und Kraft und hoffe, dass er nicht allzu sehr erschrickt, wenn er das gigantische Ausmaß des Bistums entdeckt und mit den nicht minder gigantischen Problemen dieser Gegend konfrontiert wird. Er soll sich zunächst "heiser hören" und mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen auf die Menschen am Xingu zugehen. Vor allem möge er ein guter Hirte sein. Als ich 1980 zum Bischof ernannt wurde, baten mich die Leute, kein Schreibtisch-Bischof zu sein, sondern sie immer wieder in ihren Gemeinden besuchen, damit ich am eigenen Leib erfahre, was sie erleben. Das erhoffe ich nun auch vom neuen Bischof.

Apropos "am eigenen Leib erfahren": Sie wurden 1987 bei einem Autounfall, der wohl ein gezieltes Attentat war, schwer verletzt, später gab es immer wieder Todesdrohungen. Haben Sie jemals ans Aufgeben gedacht?

In keinem Augenblick. Das wäre so etwas wie Fahnenflucht gewesen. Neben dem Gottvertrauen und der Hoffnung "Es wird eh nichts passieren!" war ich immer überzeugt, dass ich nach meinem Gewissen und aus Liebe zu den mir anvertrauten Menschen gehandelt habe. Dazu kommt, dass ich in den Tagen, als es für mich wirklich bedrohlich war, ganz besonders die Liebe und Zuneigung des Volkes am Xingu erleben durfte. Wie oft kam jemand auf mich zu und bat mich, nicht aufzugeben. Es gab Transparente in den Kirchen: "Wir kennen deine Sorgen, aber gib nicht auf! Wir lieben dich!" Trotz der Drohungen hätte ich es nie übers Herz gebracht, den Menschen am Xingu den Rücken zu kehren. Meine Liebe zu diesem Volk war nie eine Einbahnstraße. Ich durfte selbst immer wieder Liebe und Vertrauen erfahren.

Welche Bilanz ziehen Sie generell nach 50 Jahren in Brasilien und 35 Jahren als Bischof von Xingu? Wie hat sich die Situation der indigenen Bevölkerung verändert?

Die größte Wende brachte die Verfassungsgebende Versammlung 1987/88. Das ist wohl eines der größten Erfolgserlebnisse meines Lebens. Ich war Vorsitzender des Rates der Bischofskonferenz für Indigene Völker. Damals setzten wir uns gemeinsam mit den Indigenen massiv für eine Verfassungsänderung ein. Bis dahin sprachen die Verfassungen diskriminierend von der "Eingliederung der Waldbewohner in die nationale Gesellschaft" - das roch immer nach einem Gewaltakt: Jemand oder ein Gesetz entscheidet über die Zukunft von Menschen, ohne sie nach ihrer Meinung zu fragen. Die weiße Überheblichkeit diktierte die Regeln.
Damit begann die brasilianische Apartheid-Geschichte: Die Indios sind die Wilden, die Weißen sind die Zivilisierten, die Gebildeten, die Vornehmen, die von anderen Kontinenten kamen, sich hier etablierten, die brasilianische Nation bildeten und die seit Jahrtausenden in diesem Land lebenden Ureinwohner rücksichtslos ausschlossen. Die Indigenen haben zu dieser nationalen Gesellschaft nur Zugang, wenn sie auf ihre Identität verzichten, wenn sie bereit sind, sich "zivilisieren" zu lassen, um "normale" Brasilianer zu werden.
Dieser infamen Apartheid-Geschichte setzte die Verfassung von 1988 ein Ende. Die Indios bekamen ein Recht auf ihr angestammtes Gebiet, ihre Kultur und Sprache, ihre sozialen Organisationsformen. Sie wurden damit sozusagen Vollbürger, und diese Tatsache schenkte den fast 200 Völkern geradezu neues Leben und gab ihnen den Stolz und die Freude zurück, diesem oder jenem Volk anzugehören.
Leider Gottes gibt es heute im Nationalkongress wieder beängstigende Bestrebungen, die Verfassung zu ändern und bereits durchgeführte Demarkierungen von Indio-Gebieten zu revidieren. Die Katholische Kirche in Brasilien und verschiedene Pro-Indio-Organisationen stemmen sich vehement dagegen. Unser Kampf für die Rechte der Indigenen Völker geht also weiter, und es bleibt zu hoffen, dass ihre in der Verfassung festgeschriebenen Rechte auch in Zukunft Geltung haben und respektiert werden.

Welche Rolle spielen dabei Großereignisse wie die Fußball-WM und Olympia? Sind das echte Chancen für die Bevölkerung oder bloß große Shows fürs Ausland, mit denen Missstände übertüncht werden?

Mit "Panem et Circenses" wollte man schon im alten Rom die Bevölkerung politisch mundtot machen. Scheinbar hat das damals auch funktioniert. Bei Olympia und der Fußball-WM geht es erneut um "Circenses", die von der Krise ablenken sollen, in der Brasilien steckt. Eines empört mich immer wieder: Die Sicherheitsvorkehrungen gelten praktisch nur den Olympia-Touristen aus aller Welt. Sie brauchen keine Angst vor Raubüberfällen oder Attentaten zu haben, denn ein Riesenaufgebot an Sicherheitskräften wird sie bewachen und behüten. Aber wenn die Olympischen Spiele vorbei sind, umfängt plötzlich wieder der Alltag die Leute in den Favelas und anderswo. Die Sicherheitsvorkehrungen werden aufgehoben, die Soldaten ziehen in ihre Kasernen zurück. Sie werden erst wieder auf der Bildfläche erscheinen, wenn irgendwo Opfer der Drogenmafia oder anderer Überfälle zu beklagen sind. Bei einer Beerdigung von frühzeitig aus dem Leben gerissenen Menschen braucht es allerdings kein massives Polizeiaufgebot mehr.

Was halten Sie von Präsidentin Dilma Rousseff und ihrem Vorgänger Lula da Silva, den sie nun zurück in die Regierung - und damit wieder in die Immunität - geholt hat?

Brasilien steckt in einer schrecklichen Krise, wirtschaftlich und vor allem moralisch. Schändliche Polarisierungen und gegenseitige Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung. Eigentlich ist es fast ein Wunder, dass die Proteste bisher nicht in blutige Straßenfehden ausgeartet sind. Die Medien scheinen ihre politische Unabhängigkeit aufgegeben zu haben. Die Nachrichten arten oft in Stellungnahmen pro oder contra aus. Bitterer noch ist, dass die Justiz oft ihre Autonomie über Bord zu werfen scheint und politische Entscheidungen fällt. Der innerbrasilianische Frieden ist gefährdet. Diese Geschichte hat irgendwie schon mit Lula begonnen und hängt auch mit einem falschen Fortschritts- oder Entwicklungsbegriff zusammen. Lula meint bis heute, Entwicklung bedeute, die Konsumfähigkeit der ärmeren Bevölkerung zu erhöhen.

Aber das ist doch ein guter Ansatz.

Theoretisch vielleicht schon, nur wurde im Gesundheits- und Erziehungswesen, in der öffentlichen Sicherheit und im Transportwesen sehr wenig bis überhaupt nichts getan. Und plötzlich kamen die ersten Korruptionsfälle ans Tageslicht. Kaum jemand glaubte Lula, als er schwor, nichts gewusst zu haben. Damit war die in allen Wahlkampagnen als Markenzeichen seiner PT propagierte Ethik in der Politik im Eimer. Die Folge ist eine in diesem Ausmaß bisher nicht gekannte Politikerverdrossenheit samt Korruptionsvorwürfen gegen so gut wie alle Politiker aller Couleurs. Kein Wunder, sind doch die Präsidenten sowohl des Senats als auch der Abgeordnetenkammer im Nationalkongress mit Korruptionsprozessen eingedeckt, erfreuen sich aber einer Gerichtsimmunität und denken nicht im Entferntesten daran, ihre Funktionen und Privilegien aufzugeben.
Lula selbst zelebrierte sich immer mehr selbst, wurde arrogant, frönte einer abstoßenden Egolatrie und hat messianische Allüren. Er redet zwar immer noch von den Armen, schloss aber Allianzen gerade mit den Reichen, die für die Misere der Armen Verantwortung tragen. Er umarmte Politiker der extremen Rechten und nannte das Verhandlungstaktik, verlor aber dabei immer mehr sein Gesicht. Seine Ziehtochter Dilma ist total überfordert und dazu noch präpotent und eigensinnig. In einer Umfrage haben 68 Prozent ein Amtsenthebungsverfahren gefordert. Es ist allerdings schwer, sie tatsächlich in Korruptionsaffären verwickelt zu sehen und dies auch zu beweisen. Außerdem ist die Opposition keineswegs vertrauenswürdiger und steckt genauso im Morast. Ich kann im Moment absolut niemanden im politischen Szenario Brasiliens ausmachen, der oder die für mich wählbar wäre. Wir gehen einer besorgniserregenden Zukunft entgegen. Aber Brasilianer geben die Hoffnung nie auf: Vielleicht erhebt sich ja doch noch ein Phönix aus der Asche.


Der Standard, 29.3.2016
Brasiliens Regierungskoalition ist geplatzt
Amtsenthebung der Staatspräsidentin Rousseff wird immer wahrscheinlicher

Kooperation Brasilien, 24.03.2016
Brasilien kurz vor dem Putsch?
In den vergangenen Wochen überschlagen sich die Ereignisse in Brasilien. Wir versuchen gemeinsam mit Thomas Fatheuer, Mitarbeiter des Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika und Vorstand der Kooperation Brasilien, die Ereignisse einzuordnen. (Audio-Interview)

Kath.ch, 29.3.2016
Bischof Kräutler: Errungenschaften für Indigene sind wieder in Gefahr
Xingu/Wien, 29.3.16 (kath.ch) Vor Entwicklungen in Brasilien, durch die die Errungenschaften für die indigene Bevölkerung Amazoniens wieder in Gefahr geraten, hat der östereichisch-brasilianische Bischof Erwin Kräutler gewarnt. Im brasilianischen Nationalkongress gebe es Bestrebungen, verfassungsgemässe Landzuteilung an Indios wieder zu revidieren, wird Kräutler in der «Wiener Zeitung» zitiert.

Freitag, 25. März 2016

Bischof Erwin Kräutler feiert die Karwoche in Altamira



Die Osternacht-Liturgie feierte der Pfarrer der Kathedrale von Altamira, Vandeir Lima.




Die Karfreitags-Liturgie mit Kreuzverehrung fand in der Kathedrale von Altamira statt.
TV Cidade SBT berichtete über die Kreuzverehrung (portugiesisch)



Der Karfreitags-Kreuzweg begann bereits um 9:00 Uhr in den Straßen von Altamira und führte zum neu errichteten Siedlungsprojekt Jatobá. Sehr viele Gläubige setzten ein Zeichen ihres Glaubens und begleiteten Jesus auf seinem letzten Weg. Das Kreuz wurde in diesem Stadtviertel dort aufgestellt, wo die neue Kirche Santa Isabel errichtet werden soll.
TV Cidade SBT berichtete über den Kreuzweg (portugiesisch)





Am Gründonnerstag feierte Bischof Erwin Kräutler das Letzte Abendmahl mit Fußwaschung in der Pfarre Imaculada Conceição im Stadtteil Brasília in Altamira, gemeinsam mit dem zuständigen Pfarrer Waldemar Pimentel.
TV Cidade SBT berichtete über den Gottesdienst (portugiesisch)

Interview mit Bischof Kräutler über sein 50-jähriges Wirken in der Prälatur am Xingu, über seinen Bischofs-Nachfolger und über die Feiern in der Karwoche (portugiesisch)
Entrevista com Dom Erwin Kräutler sobre seus 50 anos na Prelazia do Xingu, o seu sucessor, a juventude e a Semana Santa em Notícias da Hora - 24.03.2016

Montag, 21. März 2016

Bischof Erwin Kräutler: "Abschotten ist unmenschlich"


TV-Orientierung, 20.3.2016
Bischof Erwin Kräutler: "Abschotten ist unmenschlich"
Bei einem Besuch in seiner Heimatgemeinde Koblach in Vorarlberg sprach Bischof Erwin Kräutler in sehr persönlichen Worten auch über die aktuelle Flüchtlingssituation. Angesichts neuer „nationaler Barrieren“ für Flüchtlinge sagt Kräutler: „In erster Linie ist es unmenschlich, wenn wir uns da einfach abschotten“.

Freitag, 18. März 2016

Indios halten Ingenieure von Belo Monte fest

Seit 10. März wurden 4 Personen von Indios im Reservat Kuruáya, zwischen den Flüssen Curuá und Irirí, festgehalten, 3 Angestellte des Konsortiums Norte Energie und der Pilot eines privaten Kleinflugzeuges. Sie waren zu den Indigenen geflogen, um Umweltauflagen und Infrastrukturen zu begutachten, die im Zug des Kraftwerksbaues von Belo Monte hätten errichtet werden sollen.
Der artesische Brunnen funktionierte nicht und in der Siedlung fehlte das Trinkwasser. Deshalb hinderten die Indios die Ingenieure am Rückflug und verlangten Verhandlungen mit Funai und Vertretern der Regierung. Ein neues Trinkwassersystem soll installiert werden.

Laut Informationen von Norte Energie kehrten die Ingenieure nach 6 Tagen am 17.3. unversehrt nach Altamira zurück.

O Globo, 14/03/2016
Índios mantêm funcionários da usina de Belo Monte em aldeia no Pará
Três funcionários e um prestador de serviço estão impedidos de sair.
Eles foram ao local para monitorar ações na última quinta-feira, 10.

O Globo, 15/03/2016
Funai negocia com índios a liberação de funcionários de Belo Monte, no PA
Quatro pessoas são mantidas na aldeia desde quinta-feira, 10.
Indígenas estão insatisfeitos com a falta d'água e reivindicam moradias.

O Globo, 16.3.2016
Funcionários de Belo Monte são liberados de aldeia indígena no Pará
Quatro pessoas estavam retidas na aldeia Kuruatxe desde o dia 10 de março.
Aldeia receberá melhorias discutidas durante negociações para liberação.

O Globo-TV, 17.3.2016
Índios liberaram funcionários de Belo Monte que estavam en aldeia, em Altamira

Mittwoch, 16. März 2016

Ex-Präsident Lula wird Kabinettschef und bekommt Immunität

Ort.at, 16.3.2016
Weitreichende Immunität für Ex-Staatschef
Der unter Korruptionsverdacht stehende ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva wird Chef der Casa Civil unter seiner politisch angeschlagenen Nachfolgerin Dilma Rousseff. Das hat Rousseff am Mittwoch nach Mitteilung des Präsidentenbüros bestätigt. Der neue Posten sichert Lula weitgehende Immunität. Er soll in den Petrobras-Skandal verwickelt sein.

Zeit-Online, 16.3.2016
Lula wird Kabinettschef in Brasiliens Regierung
Brasiliens Ex-Präsident soll die angeschlagene Regierung seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff stabilisieren. Zugleich entgeht er dadurch Ermittlungen wegen Korruption.

FAZ, 16.3.2016
Lula wird „Chef-Minister“ in Regierung Rousseff
Der frühere brasilianische Präsident Lula soll seiner Nachfolgerin dabei helfen, im Amt zu bleiben – und wird mit einflussreichen Kompetenzen ausgestattet. Dazu schützt ihn der neue Posten vor einem Korruptionsprozess.

Handelsblatt, 16.3.2016
Ex-Präsident Lula kehrt zurück
Im März wurde das Haus des Ex-Präsidenten Brasiliens durchsucht. Die Staatsanwälte ermitteln gegen ihn wegen Korruption. Dennoch soll er jetzt eine Schlüsselrolle in der Regierung übernehmen. Was das Kalkül sein könnte.

Dienstag, 15. März 2016

Kräutler-Nachfolger: Brasiliens Regierung kehrt Indios den Rücken

Kathpress, 15.03.2016
Kräutler-Nachfolger: Brasiliens Regierung kehrt Indios den Rücken
Erzbischof Paloschi: Minenkonzerne, Holzfäller und Betreiber von Monokulturen dringen illegal in indigene Schutzgebiete ein

Brasilia, 15.03.2016 (KAP/KNA) Der neue Indigenen-Beauftragte der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB), Erzbischof Roque Paloschi, sieht derzeit wenig Rückhalt für die indigenen Völker in Brasiliens Gesellschaft. In einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA machte Paloschi in Porto Velho den von der Agrarlobby beherrschten Kongress, die Regierung sowie die für diese Frage indifferente Bevölkerung für den derzeitigen Stillstand bei der Landzuteilung an die Indigenen verantwortlich.

Eigentlich ist die Markierung indigener Territorien in der Verfassung von 1988 zwingend vorgeschrieben; bis 1993 sollte sie abgeschlossen sein. "Da dies nicht geschah, zog dort Gewalt ein", so Erzbischof Roque. Besonders die sich in der Amazonas-Region ausbreitende Landwirtschaft erhöhe den Druck auf die Schutzgebiete. Dabei garantiere die Einrichtung der Schutzzonen auch ein Überleben des Urwaldes. "Die indigenen Schutzgebiete sind jene, die noch am besten erhalten sind. Leider dringen Minenkonzerne, Holzfäller und Monokulturen auch hier illegal ein", so Paloschi.

Angesichts des fehlenden Rückhalts in der brasilianischen Gesellschaft sei es umso wichtiger, dass sich katholische Netzwerke wie das von Adveniat für die Belange der indigenen Völker einsetzen, so der Erzbischof: "Christen aus Deutschland und anderen Ländern solidarisieren sich mit uns." Es sei "wichtig zu wissen, dass es eine Gemeinschaft gibt, die am Aufbau einer anderen Welt mithilft."

Roque Paloschi (59) hatte im September 2015 das Amt des Präsidenten des Indigenenrates der katholischen Kirche Brasiliens, CIMI, von Erwin Kräutler (76) übernommen. "Da wollen wir anschließen, und zwar besonders beim Kampf gegen Mega-Projekte, die uns von oben einfach vorgesetzt werden", so Paloschi. Nicht einmal die von der Verfassung bei solchen Bauprojekten vorgeschriebenen öffentlichen Anhörungen der Betroffenen würden von der Regierung respektiert, so der neue CIMI-Präsident.

Bereits als Bischof von Roraima hatte sich Roque erfolgreich für die Belange indigener Völker eingesetzt. Die Einrichtung des Indigenengebietes "Raposa Serra do Sol", aus der 2008 alle weißen Siedler zwangsweise ausgewiesen wurden, hat er aktiv begleitet. Das Interview mit Paloschi wurde bei einem durch Adveniat, dem Lateinamerika-Hilfswerk der Katholiken in Deutschland, organisierten Besuch in Porto Velho geführt.


Radio Vatikan, 15.3.2016
Brasilien: Belange indigener Völker schützen


AKTUALISIERUNG:

Blickpunkt Lateinamerika, 24.3.2016
Roque Paloschi: "Stets an der Seite der indigenen Völker"
Seit über einem Jahr ist Roque Paloschi Präsident des Indigenenrates CIMI. Im Interview spricht er über seine Position, Gewalt gegen Indigene und das Mega-Projekt "Belo Monte".

Montag, 14. März 2016

Brasilien: Großdemonstrationen gegen Präsidentin Dilma Rousseff

Zeit-Online, 13.3.2016
Dilma Rousseff:
Drei Million Brasilianer demonstrieren
In Dutzenden Städten haben Brasilianer den Rücktritt von Staatschefin Rousseff gefordert. Nach einer Korruptionsaffäre stehen nur zehn Prozent der Bewohner hinter ihr.

Der Standard, 14.3.2016
Massenproteste gegen Brasiliens Präsidentin in 400 Städten
Allein 1,4 Millionen demonstrierten in São Paulo. Für Dilma Rousseff wird es immer schwerer, sich im Amt zu halten

Tagesanzeiger.ch, 14.3.2016
Drei Millionen Brasilianer rufen «Dilma raus»
Brasilien erlebte Demonstrationen von historischem Ausmass: In rund 400 Städten forderten die Menschen die Absetzung von Staatschefin Dilma Rousseff.

Ort.at, 15.3.2016
Dritter Justizminister in Brasilien in zwei Wochen
Inmitten des milliardenschweren Korruptionsskandals bekommt Brasilien den dritten Justizminister in zwei Wochen. Zunächst war Jose Eduardo Cardozo zurückgetreten. Er stand unter Druck seiner eigenen Partei, der seit 2003 regierenden Arbeiterpartei, weil er nicht die ihm unterstellte Bundespolizei bei den Ermittlungen bremste, die sich auch gegen Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva richten.
Nachfolger Wellington Cesar, Staatsanwalt im Bundesstaat Bahia, wurde aber vom Bundesgerichtshof abgelehnt, da bisherige Mitglieder einer Judikative gemäß Verfassung nicht in dieses Amt wechseln dürfen. Nun wurde von Staatspräsidentin Dilma Rousseff der Jurist Eugenio Jose Guilherme de Aragao zum neuen Justizminister ernannt.

Samstag, 12. März 2016

Mit Schmiergeldern von Belo Monte den Wahlkampf finanziert

Laut der Zeitschrift IstoÉ belasten Aussagen von Senator Delcídio do Amaral in den "Lava Jato Ermittlungen" die Ex-Minister Renice Guerra, Silas Rondeau und Antonio Palloci schwer. Von den R$ 25 Milliarden, die sie für das Kraftwerk Belo Monte verwalteten, seien mindestens R$ 45 Millionen für Wahlkämpfe der Parteien PT und PMDP bei den Wahlen 2010 und 2014 abgezweigt worden.

G1 - O Globo, 12.3.2016
Revista diz que Erenice desviou R$ 45 mi de Belo Monte para campanhas
Informação consta da delação premiada de senador Delcídio, afirma IstoÉ.
Segundo ele, diz revista, ex-ministra operou esquema; defesa dela nega.

Jornal Hoje, 12.3.2016
Erenice Guerra teria sido principal operadora de corrupção em Belo Monte
Revelação contra a ex-ministra foi feita pela revista IstoÉ. Desvio teria sido de R$ 45 milhões de obras da usina.

IstoÉ, 3.3.2016
A delação de Delcídio
Revelações do senador à força-tarefa da Lava Jato, obtidas por ISTOÉ, complicam de vez a situação da presidente Dilma e comprometem Lula

BBC Brasil, 3.3.2016
Quatro perguntas sobre a suposta delação de Delcídio Amaral e seu impacto na crise
A revista IstoÉ publicou reportagem nesta quinta-feira afirmando que o senador Delcídio Amaral (PT-MS) fechou acordo de de
lação premiada e se comprometeu a revelar supostos envolvimentos de Dilma e do ex-presidente Luiz Inácio Lula da Silva no esquema de corrupção da Petrobras, investigado na operação Lava Jato.
Além disso, ele teria dito que ambos agiram no sentido de conter os efeitos da operação, via intervenção do poder Judiciário (Dilma) ou tentando calar testemunhas (Lula).

Globo-TV, 16/03/2016
DELAÇÃO PREMIADA: Delcídio fala sobre Belo Monte

Mittwoch, 9. März 2016

Staatsanwaltschaft fordert Stopp von Belo Monte wegen Abwasserproblem

Aufgrund der äußerst prekären Situation im Abwassersystem von Altamira fordert die Staatsanwaltschaft eine Schließung der Arbeiten am Kraftwerk Belo Monte. Bereits in der Vorlizenz für das Projekt 2010 war die Errichtung der Kanalisation und Kläranlagen eine wichtige Bedingung, deren Fertigstellung jedoch immer wieder verschoben wurde. Auch heute fließen die Abwässer von Straßen, Haushalten und Spitälern noch immer unbehandelt in den Xingu-Fluß. Außerdem wurden entlang der Flussufer in Altamira Badestrände errichtet. Die Staatsanwaltschaft befürchtet eine Gefährdung der Badenden in den verschmutzten Gewässern.

ATM-TV berichtet darüber auf Youtube (portugiesisch)

Eine weitere Bedingung für den Kraftwerksbau war die Errichtung von Spitälern durch das Baukonsortium Norte Energia. Das "Hospital Geral de Altamira" soll bereits seit einem Jahr fertig eingerichtet sein, aber es ist noch immer nicht in Betrieb. Zugleich herrschen im öffentlichen Spital São Rafael unmenschliche Zustände. Patienten warten auf dem Gang auf Operationen.

Jornal Liberal, 12.3.2016
MPF entrou com ação que pede a suspensão das atividades em Belo Monte

Brasileiros.com, 14.3.2016
Ministério Público pede paralisação de Belo Monte por riscos à saúde pública
MPF denuncia que barramento do rio Xingu pode levar à contaminação da água de Altamira. Ação também coloca o Ibama como réu em ação por ter liberado atividades nessas circunstâncias

G1-O Globo, 8.3.2016
MPF quer paralisação de Belo Monte por risco de colapso sanitário
Altamira está sem saneamento básico e lençol freático poluído, segundo o MPF. Essa é a 25ª ação apontando irregularidades em Belo Monte.

ORM-News, 8.3.2016
MPF quer paralisação de Belo Monte por risco sanitário
Órgão diz que Altamira permanece sem saneamento básico e corre risco de crise de saúde pública

MPF-PA, 8.3.2016
MPF pede paralisação de Belo Monte por risco de colapso sanitário
6 anos depois do início das obras, Altamira permanece sem saneamento básico e o enchimento do reservatório pode causar contaminação das águas e uma crise na saúde pública
O Ministério Público Federal (MPF) ajuizou ação civil pública pedindo paralisação emergencial do barramento do rio Xingu por agravar a poluição do rio e lençol freático da cidade de Altamira com esgoto doméstico, hospitalar e comercial, já que a condicionante de implantação de saneamento básico, que evitaria esse impacto, até hoje não foi cumprida. Nas licenças ambientais, assim como nas propagandas da Norte Energia S.A e do governo federal, a promesa era de que a cidade teria 100% de saneamento antes da usina ficar pronta. Até hoje, Altamira continua sem sistemas de esgoto e água potável.
A condicionante do saneamento básico, considerada uma das mais importantes de Belo Monte, estava prevista desde a Licença Prévia do empreendimento, concedida em 2010. Pelos prazos do licenciamento, a usina deveria ter entregado sistemas de fornecimento de água potável e esgotamento sanitário no dia 25 de julho de 2014. Ainda não entregou. Mesmo sabendo disso, o Instituto Brasileiro do Meio Ambiente (Ibama) liberou a operação da usina e o barramento do rio Xingu no final do ano passado. Na Licença de Operação, emitida em novembro de 2015, o Ibama deu prazo até setembro de 2016 para que o saneamento de Altamira esteja concluído.
Processo nº 269-43.2016.4.01.3903
Íntegra da ação

Überschwemmungen in Altamira aufgrund heftiger Regenfälle


CHUVA ALAGA RUAS E RESIDÊNCIAS E DEIXA FAMILIAS EM SITUAÇÃO DE...
CHUVA ALAGA RUAS E RESIDÊNCIAS E DEIXA FAMILIAS EM SITUAÇÃO DE RISCO
Posted by Record Altamira on Dienstag, 8. März 2016
Ein heftiger Regen in den Morgenstunden des 7.3. führte in Altamira zu Überschwemmungen im Stadtteil Independente II entlang des Panels-Flusses (auf der Karte "grün" markiert und Teile von "lila"), der hier in den Xingu mündet, sowie im Stadtteil Centro (am oberen Teil des Altamira-Flusses, "rot" markiert).
Die Bewohner beklagten, von Norte Energia im Stich gelassen worden zu sein. Denn das installierte Kanal-Pumpsystem würde nicht funktionieren und für die Umsiedlung der betroffenen Bevölkerung war das Konsortium bisher nicht bereit. Das Gebiet ist für regelmäßige Überschwemmungen bekannt.
Die Stadtteile Boa Esperança ("gelb") und Açaizal (Mündungsgebiet des Altamira-Flusses, "rot") wurden geschliffen und die Bewohner zum Teil entschädigt bzw. umgesiedelt.
Die meteorologische Messstation von Altamira verzeichnete an diesem Tag Höchstwerte von 30 mm Niederschlag pro Stunde. Während der 7-stündigen Regenperiode wurden insgesamt 120 mm gemessen.


G1-O Globo, 07/03/2016
Após cinco horas de chuva, Altamira enfrenta problemas de alagamentos
Vários pontos da cidade estão inundados.
Os bairros mais baixos foram os mais prejudicados.

Diario online, 07/03/2016
Chuva e alagamentos castigam Altamira
A forte chuva durante esta segunda-feira (7) deixou o município de Altamira, oeste paraense, embaixo d´água, causando problemas e transtornos para moradores. Uma das ruas se transformou em uma lagoa e muitas casas foram invadidas pela água e lama.

TV Cidade SBT, 7.3.2016
FORTE CHUVA DEIXA ALTAMIRA EMBAIXO D'ÁGUA
No oeste do Pará, a cidade de Altamira no alto Xingu, foi castigada por forte chuva durante está segunda 07, segundo o INMET (Instituto Nacional de Meteorologia) a precipitação pluviométrica chegou a mais de 30mm/h de água acumulada para a região Norte do País. Em Altamira foram mais de 7 horas de chuva forte e uma precipitação acumulada de 120mm de água para cada metro quadrado de território na sede do município.

Montag, 7. März 2016

NGOs kritisieren Einigung mit Samarco wegen Giftschlammkatastrophe

Blickpunkt Lateinamerika, 7.3.2016
Empörung über Einigung des Staates mit Samarco
Heftige Kritik kommt aus der brasilianischen Zivilgesellschaft an der Einigung des Staates mit dem Bergbauunternehmen Samarco, das für die Giftschlammkatastrophe im November 2015 verantwortlich ist. Der zu leistende Schadensersatz wird auf umgerechnet mindestens 4,6 Milliarden Euro beziffert. Bei dem Unglück waren 17 Menschen ums Leben gekommen.

Das an erster Stelle von der Regierung Rousseff und den Regierungen der betroffenen Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo mit Samarco unterzeichnete Abkommen für einen Hilfsfonds wird von zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für die von Berbauprojekten betroffenen Menschen einsetzen, in einer Erklärung abgelehnt. Sollte die Justiz von Minais Gerais der außergerichtlich zustande gekommenen Einigung ihren Segen erteilen, so könnte die Zivilgesellschaft keine Ansprüche für die erlittenen Schäden mehr stellen, befürchten die Kritiker. Samarco könne frei darüber entscheiden, wie die Gelder des Fonds konkret verwendet würden.

Betroffene können Anwälte nicht frei wählen

Bei Samarco handelt es sich um ein Joint Venture des brasilianischen Unternehmens Vale und des britisch-australischen Bergbaukonzerns BHP Billiton. Alle drei werden in den Fonds einzahlen. Schon jetzt ist abzusehen, dass viele Geschädigte sich Anwälte werden nehmen müssen, um angemessene Zahlungen durchzusetzen, und nicht dem Wohlwollen der Verursacher der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens ausgesetzt zu sein. Das Problem: Diese Anwälte würden der Einigung zufolge aus dem Fonds bezahlt und dürften im Zweifelsfall kaum vehement Position für die Opfer beziehen. Die Kritiker sprechen von einem massiven Verstoß gegen das übliche Rechtsverfahren.

Indigene vor vollendete Tatsachen gestellt

Grundsätzlich seien die Betroffenen und die sozialen Bewegungen, die ihre Interessen vertreten, an der Ausarbeitung der Einigung überhaupt nicht beteiligt gewesen. Es handele sich um einen klaren Affront. Die betroffenen indigenen Gemeinden entlang des Beckens des vergifteten Rio Doce seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Dies stelle einen Verstoß gegen Abkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO dar. Die Erklärung der zivilgesellschaftlichen Organisationen endet mit den Worten, die Menschenrechte seien nicht verhandelbar. Leben und Umwelt der Betroffenen stünden nicht zum Verkauf. (bs)


FAZ, 3.3.2016
Brasilien
Milliardenentschädigung für Giftschlamm-Katastrophe
Nach der schlimmsten Umweltkatastrophe in Brasiliens Geschichte zahlt das für den Dammbruch in einem Eisenerzbergwerk verantwortliche Unternehmen rund 4,6 Milliarden Euro Schadenersatz. Präsidentin Dilma Rousseff spricht von einem „historischen Abkommen“.

Tagesanzeiger, 3.3.2016
Milliardenzahlung nach Giftschlammkatastrophe
Minenbetreiber Samarco stimmte einem Entschädigungsplan von 6,2 Milliarden Dollar zu. Damit kann laut Brasiliens Präsidentin eine «Tragödie ohnegleichen» aufgearbeitet werden.


Blog-Archiv vom 28.11.2015
Schlammkatastrophe in Brasilien nach Dammbruch


G1-O Globo, 26/02/2016
Acordo do Rio Doce promete recuperação de nascentes
Procurador Geral do ES diz que serão liberados R$ 4,4 bi, em três anos.
Se a Samarco não puder arcar com as despesas, Vale e BHP respondem.


G1-O Globo,02/03/2016
Acordo que prevê fundo de R$ 20 bi para recuperar Rio Doce é assinado
Barragem de mineradora se rompeu e deixou mortos e desabrigados.
Acordo envolve criação de fundo com recursos para reabilitar bacia.

Sonntag, 6. März 2016

Bischof Kräutler weiht seinen Nachfolger

Frei João Muniz Alves OFM wurde von Bischof Erwin Kräutler am 5. März 2016 um 17 Uhr im Ginásio Castelinho in São Luís zum Bischof vom Xingu geweiht. Die Bischöfe der 12 Diözesen des Bundesstaates Maranhão sowie Abordnungen vieler Pfarren, in denen Frei João als Priester tätig war, nahmen daran teil. An die 60 Personen waren von Altamira nach São Luís gekommen, um bei diesem Ereignis der Weihe ihres zukünftigen Bischofs dabei sein zu können. Sie benötigten für die Busfahrt 28 Stunden.










Fotos auf Facebook:
Comunidade São Miguel Arcanjo 
Prelazia do Xingu


O Estado, 06/03/2016
Dom João Muniz Alves é ordenado novo bispo da Prelazia do Xingu (PA)
A cerimônia contou com a presença de diversas autoridades de São Luís e representantes e membros das 12 dioceses do Maranhão

Província Franciscana, 7/3/2016
Ordenação de Dom João Muniz

Blog do Jonatas, 7.3.2016
Dom João Muniz é ordenado bispo da Prelazia de Xingu - PA, ordenação aconteceu em São Luis
Para o grupo de Altamira, as expectativas com o novo bispo são grandes, mas eles também estão certos da capacidade de Dom João Muniz Alves. “Aquela é uma região onde existem muitos conflitos de terra, problemas sociais como pedofilia e problemas raciais. Agora, temos um bispo negro que vem substituir Dom Erwin Kräutler, que fez um trabalho belíssimo. É muito gratificante. Estamos com uma expectativa grande e ele já nos mostrou que tem capacidade intelectual e espiritual”, declarou Heitor Zanelato.

Freitag, 4. März 2016

Korruptionsverdacht bei Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva

Deutsche Welle, 4.3.2016
Brasiliens Ex-Präsident Lula nach Razzia verhört
Im größten Korruptionsskandal in der Geschichte Brasiliens gerät nun der linksgerichtete Ex-Präsident Lula ins Visier der Ermittler. Nach einer Hausdurchsuchung wurde der 70-Jährige zur Vernehmung abgeführt.


FAZ, 4.3.2016
Brasiliens Ex-Präsident Lula
Im Strudel des Skandals
In Brasilien hat die Korruptionsaffäre um den Petrobras-Konzern nun auch Lula da Silva erreicht: Der populäre Ex-Präsident wurde vier Stunden lang verhört, sein Haus durchsucht. Ermittler sprechen von „belastbaren Beweisen“.


Stern-Video, 4.3.2016
Brasiliens Ex-Präsident Lula von Polizei verhört
Im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen um den brasilianischen Erdölkonzern Petrobras hat die Polizei am Freitag Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva zu einer Befragung mitgenommen.


Der Standard, 3.3.2016
Brasiliens Parlamentspräsident wegen Korruption angeklagt
Cunha soll 4,5 Mio. Euro Schmiergeld angenommen haben

Donnerstag, 3. März 2016

Bischofsweihe von Frei João Muniz am 5.3.


Die Erzdiözese São Luís ladet ein zur Bischofsweihe von Frei João Muniz Alves OFM, die am 5. März 2016 um 17 Uhr im Ginásio Castelinho stattfinden wird.
Hauptzelebrant ist Bischof Erwin Kräutler, der von Dom José Belisário, Erzbischof von São Luís, und Dom Leonardo Ulrich Steiner, Weihbischof in Brasília  und Generalsekretär der Bischofskonferenz, assistiert wird.
Vor seiner Ernennung als Bischof am Xingu durch Papst Franziskus am 23.12.2015 war Frei João als Priester in den Pfarren Nossa Senhora da Gloria und São Judas Tadeu im Stadtviertel Alemanha in  São Luís sowie als Theologieprofessor am Institut für Höhere Studien IESMA tätig.
Der Amtsantritt von Dom João als Bischof am Xingu ist am So, 3. April 2016 um 9 Uhr im Ginásio São Sebastião in Altamira.

Einladung von Frei Joao Muniz:


Ordenação Episcopal de Monsenhor João Muniz OFM. Paz e Bem.
Posted by Frei Antonio Clecio Ofm on Montag, 29. Februar 2016


O Estado, 29/02/2016
Frei maranhense será ordenado bispo no Estado do Pará
Papa Francisco nomeou frei João Muniz Alves, OFM, como novo bispo da Prelazia do Xingu; ele substituirá Dom Erwin Kräutle, que vai se aposentar

Radio FM-Nativa, 1.3.2016
Nomeado pelo papa, frei maranhense será bispo em cidade do Pará
Pertencente à Ordem do Frades Menores (OFM), frei João Muniz Alves, vai substituir dom Erwin Kräutler, bispo da Prelazia do Xingu (PA)

Blog Bacabal, 2.3.2016
ARQUIDIOCESE DE SÃO LUÍS CONVIDA PARA ORDENAÇÃO EPISCOPAL DO FREI JOÃO MUNIZ ALVES.
A Arquidiocese de São Luís do Maranhão, convida para a ordenação episcopal do Frei João Muniz Alves, OFM, no dia 5 de março, às 17h no Ginásio Castelinho. O frei prestava serviços pastorais na paróquia Nossa Senhora da Glória e São Judas Tadeu, no bairro da Alemanha, quando foi nomeado pelo papa Francisco bispo para a prelazia do Xingu. Frei Muniz será ordenado epíscopo pelas mãos do atual bispo da prelazia dom Erwin Krautler, tendo por co-ordenantes dom José Belisário (arcebispo de São Luís) e dom Leonardo Ulrich Steiner (bispo auxiliar de Brasília). Depois de ordenado o frei será acolhido como bispo na prelazia, no dia 3 de abril, no Ginásio São Sebastião, em Altamira–PA.

Dia 23 de dezembro 2015 Frei João Muniz Alves foi nomeado bispo da Prelazia do Xingu com a sede episcopal em Altamira-PA 103