Freitag, 8. Juni 2018

Vorbereitungspapier für Amazonassynode präsentiert


Religion.orf.at, 8.6.2018
Amazonas-Synode:
Umweltfragen und Indigenen-Rechte
Die durch Raubbau verursachten Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im kommenden Jahr im Mittelpunkt einer Bischofssynode. Eine Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt wird wohl kein Thema sein.


Katholisch.de, 8.6.2018
Amazonas-Synode: Umwelt statt "Viri probati"?
Viel wurde spekuliert: Ist die Weihe von "Viri probati" Thema der Amazonas-Synode? Ausdrücklich erwähnt werden sie im jetzt veröffentlichten Arbeitspapier nicht. Und im Mittelpunkt steht sowieso ein anderes Thema.
Die Umweltschäden durch Raubbau im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im Mittelpunkt einer von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynode. Das geht aus dem am Freitag im Vatikan veröffentlichten Vorbereitungsdokument hervor. Weiter erörtern die Synodenteilnehmer eine Stärkung der indigenen Bevölkerung, Ämter für Frauen in der Kirche und neue Wege, um einen Zugang der Gläubigen zur Messfeier sicherzustellen.


VaticanNews, 8.6.2018
Vorbereitungspapier für Amazonassynode:
Natur, Glaube und Kirche
Die Kirche hat auch eine Seite, die eng mit Amazonas verbunden ist und deshalb sollen sich die Gläubigen auch mit Themen wie Nachhaltigkeit, Solidarität und Verantwortung gegenüber Mitmenschen und der Natur auseinandersetzen. Das sind die Anliegen, die im Vorbereitungspapier auf die Amazonassynode an diesem Freitag im Vatikan vorgestellt wurden.


VaticanNews, 8.6.2018
Amazonassynode: 
Auswirkungen auf die gesamte Weltkirche
Ein eng umrissenes geographisches Gebiet, dessen Entwicklungen jedoch Auswirkungen auf den ganzen Planten haben – so könnte man die Sorge erklären, mit der die Kirche auf die Amazonasregion blickt. An diesem Freitag hat das Sekretariat der Bischofssynode nun die Lineamenta herausgegeben, mit denen die außerordentliche Bischofssynode zum Amazonasgebiet vorbereitet werden soll.
„Auch wenn das Thema sich auf ein spezifisches Territorium wie die Amazonasregion bezieht – weshalb man auch von Panamazonischer Synode spricht – so gehen die damit zusammenhängenden Überlegungen doch über den regionalen Bereich hinaus, denn sie betreffen die gesamte Kirche und auch die Zukunft des Planeten“, betonte der Sekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, bei der Vorstellung des knapp 20 Seiten starken Dokumentes, dem auch ein Fragebogen angegliedert ist.


Die Tagespost, 13. Juni 2019
Ausbeutung und Priestermangel
Das Vorbereitungspapier für die Amazonas-Synode spricht von einer Region in "schwerer Krise".


VaticanNews, 08/06/2018
Sínodo 2019: 
A Amazônia no coração da Igreja
“Amazônia: novos caminhos para a Igreja e para uma ecologia integral” é o título do Documento Preparatório do Sínodo dos Bispos para a Amazônia, composto por um texto-base que oferece uma análise da conjuntura atual da Amazônia.

Dienstag, 5. Juni 2018

Vatikan stellt demnächst Dokument zur Amazonas-Synode vor


Domradio.de, 5.6.2018
Seelsorge und Umweltfragen

Das Vorbereitungsdokument der für 2019 geplanten Amazonas-Synode im Vatikan wird an diesem Freitag vorgestellt. Soweit bekannt, soll es bei dem Bischofstreffen um neue Wege in der Seelsorge sowie um Umweltfragen gehen.

Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag mit. Erwartet wird auch, dass mögliche Ausnahmen für die Zulassung zum Priesteramt zur Sprache kommen, um dem Mangel an Seelsorgern in der riesigen und schwer zugänglichen Region zu begegnen.

Synode im Oktober 2019 geplant

Das Vorbereitungspapier war bereits Mitte April auf einem Treffen in Rom verabschiedet worden. Es sollte anschließend zusammen mit einem Fragebogen an Bischofskonferenzen und Organisationen verschickt werden. Die für Oktober 2019 geplante Bischofssynode trägt den Titel "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie".

Im Zusammenhang mit der Amazonas-Synode wird spekuliert, ob die katholische Kirche den Pflichtzölibat für Priester teilweise lockert.

Suche nach Alternativen für Priestermangel

In dem dünn besiedelten Gebiet mit weit verstreuten Gemeinden und wenigen Priestern könnten lebenserfahrene verheiratete Männer (viri probati) zu Priestern geweiht werden. Einen entsprechenden Vorschlag machte etwa der langjährige Amazonasbischof Erwin Kräutler. Zuletzt rief der nordbrasilianische Bischof Jose Ionilton Lisboa de Oliveira, Leiter der Territorialprälatur Itacoatiara, zur Suche nach "Alternativen" angesichts des Priestermangels auf.

Das Gebiet Amazonien entspricht etwa dem Einzugsgebiet des Amazonas-Flusses in den Staaten Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es bedeckt fast die gesamte nördliche Hälfte des Kontinents Südamerika und gilt als eines der wichtigsten Ökosysteme der Welt.


VaticanNews, 5.6.2018
Vatikan: Vorab-Papier zur Amazonas-Synode kommt Freitag
Das Vorbereitungsdokument der für 2019 geplanten Amazonas-Synode im Vatikan wird am kommenden Freitag vorgestellt. Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag mit.

Montag, 4. Juni 2018

Kein Haftentlassung für P. Amaro Lopes


Die Richter des Bundesgerichts von Pará lehnten den Antrag auf Habeas Corpus für Pater Amaro Lopes einstimmig ab. P. Amaro wurde am 27. März von der Zivilpolizei in Anapu festgenommen. Ihm werden Straftaten wie Drohungen, Besitzstörung, Erpressung, illegale Nötigung und Geldwäsche vorgeworfen. Die Richter verweigerten die Freilassung des Priesters aus der Untersuchungshaft, ordneten aber die Haft in einer speziellen Zelle an, wie es das Gesetz vorsieht. Die neun Richter folgten der Stellungnahme der Sachbearbeiterin Vânia Silveira.

Der Präsident der Nationalen OAB-Menschenrechtskommission, Everaldo Patriota, verteidigte Pater Amaro und hatte seine Freilassung aufgrund fehlender Beweise gefordert.

Die Sachbearbeiterin blieb bei der Meinung, dass P. Amaro zu Landinvasionen und Demonstrationen aufgerufen und Grundstücke illegal verkauft hätte. Die Anklage brachte weiters vor, P. Amaro hätte bei religiösen Veranstaltungen zu kriminellen Handlungen ermutigt.

P. Amaro Lopes ist seit mehr als 20 Jahre in der Region von Anapu als ein Verteidiger der Menschenrechte und Sprachrohr für die Agrarreform aktiv. Er setzt das Werk von Dorothy Stang fort, die 2005 in Anapu für ihren Einsatz um die Rechte der Kleinbauern im Auftrag von Großgrundbesitzern erschossen wurde.

Vertreter der Landpastoral (CPT), der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CPJ) und anderer Organisationen hielten während des Prozesses vor dem Gericht eine Mahnwache. Sie forderten die Freilassung des Priesters und protestierten gegen die Kriminalisierung sozialer Bewegungen.

Der Anwalt der Landpastoral (CPT) José Batista sagte, dass die Verhaftung von Pater Amaro politisch und ein Beweis für die Kriminalisierung der sozialen Bewegungen und ihrer Anführer sei. "Es gibt keine Beweise für die Anschuldigungen, die gegen Amaro vorgebracht werden. Insofern hat die Inhaftierung kein Fundament. Selbst die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass die meisten Anklagepunkte unbegründet seien", berichtet Batista.

Laut Batista soll Amaro durch das Vorgehen der Zivilpolizei und der Justiz von Anapu demoralisiert und veranlasst werden, sich aus dem Kampf für die Agrarreform in der Xingu-Region zu ziehen. "Die polizeilichen Untersuchungen sind in diesem Fall sehr dürftig, was vermuten lässt, dass hinter dieser Haftstrafe politische Entscheidungen stehen", bekräftigte Batista.

Die U-Haft sei auch deshalb unnötig, weil P. Amaro mehr als 20 Jahre in der Region einen fixen Wohnsitz hat und alle Kriterien erfüllt, um den Prozess in Freiheit abzuwarten.

"Wir geben uns mit diesem Urteil nicht zufrieden. Das Gericht von Pará ist konservativ und für seine Entscheidungen bei sozialen Problemen bekannt. Wir werden beim Obersten Gerichtshof (STJ) Berufung einlegen und dort einen Antrag auf Habeas Corpus für P. Amaro einbringen", sagte Batista


ROMA News, 04/06/2018
Tribunal de Justiça nega HC ao Padre Amaro
Padre continuará no presídio de Altamira. Defesa vai recorrer

G1 - O Globo, 04/06/2018
Justiça do Pará nega pedido de habeas corpus a Padre Amaro
Decisão foi unânime. O religioso era braço direito da missionária Dorothy Stang e é investigado por associação criminosa, ameaça, extorsão, constrangimento e lavagem de dinheiro.

Freitag, 1. Juni 2018

P. Amaro Lopes wird Beteiligung an Mord unterstellt

Der Geschäftsmann Luciano Albano Fernandes wurde am Abend des 19. Mai im Wohnsitz der Großfamilie in Anapu erschossen. Laut Polizeiangaben ging er gegen 22:00 Uhr auf die Veranda, um ein Telefongespräch zu führen. Dort sollen ihn die tödlichen Schüsse getroffen haben. Luciano hätte sich noch blutüberströmt in die Wohnung geschleppt, wo ihm die beiden Brüder Cláudio und Silvério zu Hilfe kamen und ihn ins Spital von Anapu brachten. Dort erlag er seinen Verletzungen. Luciano war 52 Jahre alt und gilt als Pionier der Region.

Sein Bruder Silvério Fernandes, Ex-Vizebürgermeister von Altamira, veröffentlichte auf Facebook ein Video: "Landbesetzer drangen in unser Haus ein... und schossen ihm in die Brust...". Er zeigte sein T-Shirt mit dem Gesicht von Jair Bolsonaro, einem Kandidaten für den bevorstehenden Wahlkampf,  und sagt: "Mein Bruder, du musst uns helfen! Wir müssen diese Land-Invasoren bekämpfen! Sie sind Kriminelle und Banditen. In Anapu gibt es nur mehr Kriminelle. Mein Bruder, du musst kommen und uns helfen! Du bist unsere einzige Hoffnung!"

Laut Polizei laufen die Ermittlungen und das Motiv der Tat ist noch nicht geklärt. Dennoch versuchen Fazendeiros, Polizei und die Medien, die Kleinbauern der Siedlungsprojekte für den Mord verantwortlich zu machen. Natürlich wird P. Amaro mit hinein gezogen - auch wenn er seit 27. März im Gefängnis sitzt -, indem ihm immer wieder vorgeworfen wird, die Leute zum illegalen Handeln anzustiften.

Aufgrund der Schwere der Behauptungen und Anschuldigungen machten verschiedene Organisationen, die die Situation in Anapu gut kennen, folgende Klarstellungen:

Quelle: CPT-Nacional, 1 de junho de 2018 - Übersetzung von PlattformBeloMonte

Erklärungen zu den Konflikten in Anapu und zur Inhaftierung von P. Amaro

1 - Wir verteidigen das Leben und nicht den Tod! Wir sind ganz klar gegen die Ermordung sowohl von Arbeitern als auch Fazendeiros. Denn der Einsatz von Gewehren zum Niedermähen von Menschen ist nicht der Weg, um die Landkonflikte zu lösen. Wir unterstützen den Kampf ländlicher Arbeiter für ein Stück Land und wehren uns gegen jeden Versuch, soziale Bewegungen zu kriminalisieren. Wir möchten erwähnen, dass es in allen Gebieten, in denen die CPT-Anapu Landlose unterstützt, Prozesse beim Bundesgericht über die Legalisierung öffentlicher Grundstücke, die von Fazendeiros und Grileiros illegal besetzt sind, gibt. Nur im Gleba Bacajá in der Gemeinde Anapu haben das Nationale Institut für Agrarreform (INCRA) und die Bundesanwaltschaft (MPF) beim Bundesgericht 26 Klagen gegen Fazendeiros und Grileiros eingebracht, weil sie 27 Parzellen mit einer Gesamtfläche von 80.000 Hektar illegal beanspruchen. Bei diesen Prozesse ist die Landpastoral (CPT) keine anklagende Partei.

2 - Die Parzelle mit der Nr. 44 ist die Fazenda Santa Maria, die von Luciano Fernandes und anderen Mitgliedern der Familie gerichtlich verhandelt wird. INCRA und MPF haben eine Klage auf Annullierung des Immobilienregisters und den Antrag auf Rückführung in öffentliches Gut beantragt, mit dem Ziel, diese Flächen im Zug der Agrarreform für nachhaltige Landwirtschaft an die Kleinbauern zu vergeben. Das Bundesgericht von Altamira bestätigte den Antrag von INCRA und der MPF und entschied für die Aufhebung des bestehenden Eigentumseintrags in Bezug auf Parzelle 44, wodurch es wieder öffentliches Gut wird. Die Familie Fernandes hat Einspruch vor TRF1 (0038381-03.2010.4.01.3900 / PA) eingebracht, das Urteil ist noch ausständig.

3 - Seit der Ermordung der Missionarin Dorothy Stang am 12.02.2005 wurden 14 Kleinbauern in der Gemeinde Anapu bei Landkonflikten ermordet. Die Zivilpolizei von Anapu war bisher nicht in der Lage, die für die Verbrechen Verantwortlichen zu ermitteln, anzuklagen und zu verhaften. Die Polizei vermittelt so den Eindruck, einseitig zu agieren, ohne ihre Nähe zu den Fazendeiros und Grileiros zu verbergen, die illegal die öffentlichen Ländereien besetzen. Die Straffreiheit für diese Verbrechen ist eine der Ursachen für die Kontinuität der Gewalt.

4 - Die Festnahme von P. AMARO LOPES bestätigt diese Handlungsweise der Zivilpolizei von Anapu: gegen Leute, die sich für die Agrarreform einsetzen, wird vorgegangen; wer sie zu verhindern sucht, bleibt straffrei. Erstens überging der Postenkommandant Rubens Mattoso die Zuständigkeit des Agrarkonfliktbüros (DECA), da es sich um agrarpolitisch motivierte Straftaten handelt. Er beauftragte nicht DECA mit den Ermittlungen, sondern die Polizeistelle von Anapu. Zweitens, weil die Vorwürfe, die zur Festnahme von P. Amaro führten, vom Präsidenten der Landwirtschaftskammer von Anapu und von mehr als 20 Fazendeiros der Region ausgingen, die vor der Polizeistation Schlange standen, um alle möglichen Vorwürfe gegen P. AMARO vorzubringen.

5 - P. AMARO ist das Opfer falscher Anschuldigungen von Fazendeiros und der Zivilpolizei von Anapu, um ihn hinter Gitter zu bringen und ihn dadurch an seinen Aktivitäten zu hindern. Die Staatsanwaltschaft fand keine Belege, die die von der Polizei vorgebrachten Anschuldigungen wie angebliche sexuelle Nötigung (Art. 216A), Anstiftung zu illegalem Handeln (Art. 146) und Bedrohung (Art. 147 des Strafgesetzbuches) bestätigt hätten. Auch ohne Beweise gaben der Polizeikommandant und andere Vertreter der Zivilpolizei Interviews für TV-Sender und Zeitungen und behaupteten, Amaro hätte diese und andere Verbrechen geübt. Eine wahre Kampagne der Demoralisierung von P. Amaro setzte ein. Und auch jetzt sagen Zivilpolizei und Fazendeiros, die Interesse an öffentlichen Ländereien in der Region haben, dass der Tod von Luciano Fernandes mit der Verhaftung von P. AMARO zusammenhängt. Diese neue Anklage versucht die Freilassung von P. Amaro zu verhindern und sie stellt einen weiteren Angriff auf die Arbeit der Prälatur am Xingu und der Landpastoral in Anapu dar.

6 - Diese Verleumdungen haben zum Ziel ab: a) die Prozesse der Landenteignungen in Anapu zu stoppen, um so die Schaffung der von Dorothy initiierten Projekte für nachhaltige Entwicklung (PDS) zu verhindern; b) die Kleinbauern zu kriminalisieren, indem sie mit Straftaten in Verbindung gebracht werden, wo sie eigentlich Opfer sind; c) Druck gegen die Justiz im Fall von Regialdo Pereira Galvão aufzubauen, der zu 25 Jahren verurteilt wurde, weil er einer der Hauptschuldigen an dem Mord an Dorothy war; seine Freilassung soll erreicht werden d) die Rückkehr von Pater Amaro nach Anapu und die Kontinuität seiner Arbeit zu verhindern.

7 - Die Hasspropaganda gegen den Kampf für die Landreform, die vom Agrarsektoren in Anapu über WhatsApp geführt und in regionalen Medien wiedergegeben wird, bedroht die Anführer der Landbewegung und der Landpastoral. Trotz der vielen Angriffe und Bedrohungen werden sich die sozialen Bewegungen jedoch weiterhin gegen Gewalt, für P. Amaros Freiheit, gegen Kriminalisierung sozialer Bewegungen und für die Umsetzung der Agrarreform einsetzen.

Belém/Altamira, 1. Juni 2018

Comissão Pastoral da Terra de Anapu
Comissão Pastoral da Terra Regional Pará
Sociedade Paraense de Defesa dos Direitos Humanos – SDDH
Terra de Direitos
União Brasileira de Mulheres – UBM
Instituto Paulo Fonteles de Direitos Humanos – IPF
Fase Amazônia – FASE
Cáritas - Regional Norte 2
Comissão de Justiça e Paz - CJP - CNBB Norte 2
Centro de Estudos e Defesa do Negro do Pará
CAIC - Conselho Amazônico de Igrejas Cristãs
CEBI - Centro de Estudos Bíblicos
Comitê Dorothy

Rücktritt von Petrobras-Chef Pedro Parente

ORF.at, 1.6.2018
Petrobras-Chef tritt im Streit zurück
Der Chef des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras ist nach einem Streit über die Einflussnahme der Regierung zurückgetreten. Ein kommissarischer Nachfolger für Pedro Parente solle noch heute benannt werden, teilte das Unternehmen mit. Andere Topmanager bleiben den Angaben zufolge auf ihren Posten.

Parente kam 2016 ins Amt, um das skandalgeplagte Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Eine Bedingung dafür war, dass Petrobras die Kraftstoffpreise selbst bestimmen darf. Am Sonntag jedoch beugte sich Staatspräsident Michel Temer streikenden Lastwagenfahrern und verkündete, dass der Dieselpreis künftig monatsweise festgelegt wird. Zudem soll es weitere Maßnahmen geben, um den Preis zu senken.

Obwohl Temer ankündigte, dass Petrobras für Verluste entschädigt wird, könnte er mit seiner Entscheidung bei Parente eine rote Linie überschritten haben. Der Manager wollte die Preise enger an den Weltmarkt koppeln und sie täglich festsetzen. Aktionäre reagierten auf den Rücktritt schockiert. Die Aktie verbilligte sich um über 17 Prozent.


FOCUS.de, 01.06.2018
Petrobras-Chef stellt nach Protest in Brasilien Posten zur Verfügung
Nach tagelangen Protesten gegen die hohen Treibstoffpreise in Brasilien hat der Chef des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras seinen Rücktritt angeboten.


Reuters, 1.6.2018
Petrobras CEO quits after Brazil fuel intervention, shares plunge
RIO DE JANEIRO/BRASILIA (Reuters) - Petroleo Brasileiro SA’s chief executive quit on Friday in a surprise move that wiped some $12 billion off the state-controlled oil producer’s market valuation, after Brazil’s government responded to a trucking strike by intervening in the company’s fuel pricing policy.


G1 - O Globo, 1/6/2018
Pedro Parente pede demissão da Petrobras
O presidente da Petrobras, Pedro Parente, pediu demissão na manhã desta sexta-feira (1º) em caráter "irrevogável e irretratável".

Donnerstag, 31. Mai 2018

Frankreich: Polizei räumt autonomes Gebiet nach Aus für Flughafen

ORF.at, 31.5.2018
Regierung zur Räumung entschlossen
Das Jahr hat für die Bewohner des autonomem Gebiets „ZAD“ vielversprechend begonnen. Der Bau eines Flughafens, der auf dem Gelände im Westen Frankreichs nahe Nantes entstehen sollte, wurde im Jänner abgeblasen – nach fünf Jahrzehnten Planung und ebenso langem Widerstand dagegen. Die einstigen Besetzer wurden in den Jahren zu Bewohnern des Areals und wollen nun trotz Absage des Projekts nicht weichen. Die französische Regierung aber hält dagegen und wendet teils martialische Mittel auf, um eine Räumung zu erwirken.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Lkw-Streik legt Brasilien lahm


Deutsche Welle, 30.05.2018
Brasilien: Mächtige Trucker, ohnmächtiger Präsident
Nach neun Tagen Truckerstreik flaut die Protestwelle in Brasilien ab und die Versorgungslage im Land verbessert sich langsam. Trotzdem steht Präsident Temer vor einem politischen Scherbenhaufen. Aus Rio Thomas Milz.

n-tv, 30.05.18 – 01:45 min
Wirtschaft vor dem Stillstand
Lkw-Streik legt Brasilien lahm
Tagelange Streiks der Lkw-Fahrer werfen Brasilien ins Chaos. Streitpunkt sind die steigenden Dieselpreise. Obwohl die Regierung diese inzwischen gesenkt hat, scheint ein Ende der Krise nicht in Sicht.

VaticanNews, 31.5.2018
Brasilien: Bischöfe halten zu streikenden LKW-Fahrern
Seit zehn Tagen streiken in Brasilien die Fernfahrer aus Protest gegen hohe Dieselpreise. In den Supermärkten werden Lebensmittel knapp. Die Bischöfe solidarisieren sich mit den LKW-Fahrern, sind aber auch in Sorge um das Wohlergehen der Armen.

Frankfurter Allgemeine, 29.05.2018
Kein Benzin mehr:
Brasilien bangt dem Stillstand entgegen
Brasiliens Regierung hat die Dieselpreise gesenkt und trotzdem protestieren die Lastwagenfahrer weiter. Die Blockade trocknet das Land aus – und die Nervosität steigt.

amerika21, 29.5.2018
Streik der Lkw-Fahrer in Brasilien geht trotz Ankündigung von Preissenkung weiter
Fernfahrer streiken seit über einer Woche wegen Treibstoffpreisen. Große Auswirkungen auf alltägliches Leben. Temer kündigt Senkung an

Der Standard, 26.5.2018
Brasilianische Regierung setzt Armee gegen streikende Lkw-Fahrer ein
traßenblockaden legen Land lahm – Lebensmittel und Treibstoff werden knapp


Jornal Nacional, 29/05/2018
Após nove dias de greve, caminhões começam a circular em todo o país
Alguns circulam com escolta, outros livremente. Mas ainda há manifestantes nas rodovias que ameaçam caminhoneiros que querem trabalhar.

BBC, 30 maio 2018
Greve dos caminhoneiros: a cronologia dos 10 dias que pararam o Brasil
Pouco a pouco, o Brasil começou nesta quarta-feira a se recuperar dos efeitos causados pela greve dos caminhoneiros, que durou dez dias e paralisou serviços como fornecimento de combustíveis e distribuição de alimentos e insumos médicos, levando o país à beira do colapso.

G1 - O Globo, 31/05/2918
No 11º dia da greve, caminhoneiros mantêm protesto apenas no Porto de Santos; distribuição de alimentos melhora
Centros de abastecimento de alimentos estão recebendo mais produtos e preços estão voltando à normalidade. Distribuição de combustível também melhorou em muitos estados.

UOL, 31/05/2018
companhe a greve de caminhoneiros e seus reflexos
Protestos de caminhoneiros entram no décimo dia

Estadão, 31/05/2018
Greve de caminhoneiros deixa rastro de prejuízos bilionários em todo o País
Com protestos no fim, crise de desabastecimento começa a ser revertida, mas efeitos na economia ainda vão perdurar por muito tempo; perdas com a greve superam R$ 75 bi

Folha de S.Paulo, 31/05/2018
Greve dos caminhoneiros traduz descrédito das instituições do país
Apoio registrado pelo Datafolha evoca alta impopularidade do governo, mas não apenas isso

Samstag, 26. Mai 2018

Auftraggeber des Mordes von Dorothy Stang wieder frei


Kathpress, 26.05.2018
Mord an Kräutler-Mitarbeiterin:
Auftraggeber erneut freigelassen
Neues Urteil schreibt brasilianische Justizposse um den im Jahr 2005 verübten Mord an der Ordensfrau Dorothy Stang fort

Brasilia, 26.05.2018 (KAP/KNA) Brasiliens Oberstes Gericht hat den Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Der zu 25 Jahren Haft verurteilte Landbesitzer Reginaldo Pereira Galvao solle in Freiheit auf seine Revision vor der vierten Instanz warten, entschied Richter Marco Aurelio Mello nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA am Freitag (Ortszeit) in Brasilia. Das Urteil schreibt die Justizposse um den im Jahr 2005 verübten Mord fort.

Pereira war 2010 in erster Instanz zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht hatte ihn für schuldig befunden, für den Mord an Stang, die eng mit dem brasilianisch-österreichischen Amazonas-Bischof Erwin Kräutler zusammenarbeitete, mehrere tausend Euro gezahlt zu haben. Im August 2012 entschied Richter Mello, Galvao solle in Freiheit auf seine Berufung vor der zweiten Instanz warten. Ein Berufungsgericht bestätigte später zwar die Strafe, Pereira blieb jedoch weiter auf freiem Fuß. Im Jahr 2017 verkürzte die dritte Instanz die Haftstrafe auf 25 Jahre und ordnete Untersuchungshaft für Pereira an. Nun setzte Mello ihn erneut auf freien Fuß.

Hintergrund ist ein Streit zwischen den Obersten Richtern um die Frage, ob verurteilte Straftäter bis zur Ausschöpfung aller Rechtsmittel in Freiheit bleiben dürfen. Laut Verfassung ist jemand erst schuldig, wenn die oberste, vierte Instanz das Urteil bestätigt. Im Oktober 2016 hatte jedoch eine Mehrheit des Obersten Gerichts für einen Haftantritt nach der zweiten Instanz gestimmt. Richter Mello gehört der Minderheit an, die für den Haftantritt nach der vierten Instanz plädiert. Das Oberste Gericht bezeichnete er am Freitag als "letzten Schützengraben der Bürgerrechte". Sein Urteil sei ein "nötiger demokratischer Widerstand".

Die katholische Landpastoral Brasiliens bedauerte die Entscheidung. Die Freilassung Galvaos verdeutliche die absurden Zustände rund um die Landfrage in Brasilien. Stang hatte sich über Jahrzehnte für die Rechte von Kleinbauern im Amazonasgebiet eingesetzt. Im Februar 2005 war die damals 73-jährige Missionarin in der Stadt Anapu erschossen worden. Der Mord und die Gerichtsverfahren erregten internationales Aufsehen.

Reginaldo Pereira Galvao ist der einzige der fünf Verurteilten, der seine Haftstrafe noch immer nicht angetreten hat. Die vier Mittäter waren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, sind inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß, nachdem ihre Haftzeiten reduziert wurden.


Neue Vorarlberger Tageszeitung, 27.5.2018
Justizposse um Mord an Nonne

Vorarlberger Nachrichten, 28.5.2018
Brasilianische Justizgroteske um Mord an Kräutler-Mitarbeiterin
Brasiliens Oberstes Gericht hat den Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang vorläufig auf freien Fuß gesetzt.


Agência Brasil, 25/05/2018
Mandante do assassinato de Dorothy Stang deixa prisão no Pará
O fazendeiro Regivaldo Pereira Galvão, condenado a 25 anos de prisão como um dos mandantes do assassinato da missionária Dorothy Stang, foi solto no final da tarde desta sexta-feira (25) do Centro de Recuperação Regional de Altamira, no Pará. Ele teve o pedido de habeas corpus aceito pelo ministro do Supremo Tribunal Federal, Marco Aurélio Mello. O crime foi cometido em 2005, em Anapu, no Pará.

G1 - O Globo, 25/05/2018
STF concede habeas corpus ao fazendeiro responsável pela morte da missionária Dorothy Stang
Em nota, a Superintendência do Sistema Penitenciário do Estado disse que não recebeu, até o momento, notificação oficial sobre a decisão.

Folha de S. Paulo, 25/05/2018
Ministro do Supremo manda soltar mandante do assassinato de Dorothy Stang
Em 2010, Regivaldo Pereira Galvão foi condenado a 30 anos de reclusão por homicídio qualificado

Notícias R7, 25/05/2018
STF manda soltar condenado por morte de Dorothy Stang
Marco Aurélio Mello mandou soltar o fazendeiro Regivaldo Pereira Galvão condenado como um dos mandantes do assassinato da missionária

Freitag, 25. Mai 2018

Jair Bolsonaro: Skandalpolitiker liegt in Wahlumfragen vorne


Blickpunkt Lateinamerika, 23.5.2018
Brasiliens Trump - Jair Bolsonaro liegt in Wahlumfragen vorne
Den ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro nahm bisher kaum jemand ernst. Doch die ausufernde Gewalt im Land könnte den Waffennarr überraschend zu Brasiliens neuem Regierungschef machen.


Deutsche Welle, 13.4.2018
Brasilien: Wahlkampf mit "Batman" aber wohl ohne Lula
Sechs Monate vor der Wahl in Brasilien legt die "Operation Waschstraße" den Schleudergang ein. Mit Nachdruck geht die Justiz gegen korrupte Politiker vor - das eröffnet Außenseitern neue Chancen.


Süddeutsche Zeitung, 12.2.2018
Jair Bolsonaro
Der wüste Demagoge ist plötzlich ein neuer Politstar in Brasilien.


ORF, 28.8.2017
„Hasserfülltester Funktionär der Welt“
Wenn Brasilien im kommenden Jahr einen neuen Präsidenten wählt, tritt mit dem 62-jährigen ultrakonservativen Kongressabgeordneten Jair Bolsonaro der Sozialen Christlichen Partei wohl auch eine der umstrittensten Figuren der brasilianischen Politik an. Trotz unverblümten Hassreden und Sympathie für ein Militärregime attestieren ihm erste Umfragen durchaus Chancen.


Zeit Online, 14. Juli 2017
Die große Korruptionsshow
Brasiliens Politik als Daily Soap: Ein beliebter Präsidentschaftskandidat soll in Haft, der Amtsinhaber ist wegen Korruption angeklagt und ein Faschist ist Nutznießer.


Die Wochenzeitung, 1.6.2017
Der rechte Rüpel will Präsident werden
Jair Bolsonaro ist der Donald Trump Brasiliens. Er hetzt gegen Schwule und Indigene und verharmlost Vergewaltigung und Folter. Und er könnte ins höchste Amt im Staat gewählt werden.


Homepage von Bolsonaro >>

Mittwoch, 23. Mai 2018

Amazonasbischof Barreto wird Kardinal


Kathpress, 22.05.2018
Amazonasbischöfe mit Kräutler freuen sich über neuen Kardinal
Der für Lateinamerika bedeutendste Mann unter den neuen Kardinälen, Pedro Ricardo Barreto Jimeno, repräsentiert auch die Kirche von Amazonien

Rom-Lima, 22.05.2018 (KAP) Der für Lateinamerika bedeutendste Mann unter den neuen Kardinälen, Pedro Ricardo Barreto Jimeno, repräsentiert auch die Kirche von Amazonien: Das hat das Onlineportal "Vatican Insider" am Dienstag im Blick auf den Jesuiten und Erzbischof von Huancayo in Peru betont. Bei Barreto handle es sich um eine jener Stimmen, die "heute in der Kirche mit großem Einsatz das Thema der Verteidigung der Umwelt als Weg zu einer respektvollen Entwicklung der indigenen Völker" betonten.

Barreto ist Vizepräsident des für die Amazonas-Synode im Oktober 2019 verantwortlichen Netzwerks REPAM (Rede Eclesial Pan-Amazonica). Das Synodenteam wird von den Kardinälen Claudio Hummes (REPAM-Präsident), Peter Turkson (Vatikan) und Carlos Aguiar Retes (Mexico City) geleitet; dem Team aus insgesamt 16 Bischöfen gehört auch der aus Österreich stammende Altbischof Erwin Kräutler an.

Der REPAM-Vizepräsident war Apostolischer Vikar in Jaen im Nordosten Perus. 2004 wurde er Erzbischof in Huancayo. In seiner Zeit in Jaen begründete er ein "Magisterium zum Schutz der Völker des Regenwalds" und eine "Lehre zum Thema Schutz der Schöpfung". Ziel war eine umfassende und nachhaltige Lösung des Umweltproblems. Mit seinem Einsatz begab sich Barreto ebenso wie Kräutler in Lebensgefahr. "Es ist eine Ecke der Welt, in der Umweltschützer ohne allzu große Bedenken getötet werden", kommentierte dies "Vatican Insider".

Pedro Barreto hatte selbst mehrfach Drohungen erhalten: Am gravierendsten war jene des Jahres 2012, als er - nach einer Beschwerde über die Gesundheitsrisiken durch eine Mine - Anrufe und SMS-Nachrichten erhielt, die ihn warnten, dass "seine Tage gezählt" seien und es Zeit wäre, um "die Vorbereitungen für den Sarg und das Begräbnis" zu treffen.

Der Erzbischof von Huancayo ist der fünfte Kardinal in Perus Geschichte, aber er ist der erste eines Bischofssitzes außerhalb der Hauptstadt Lima. Seine Ernennung hat auch Bedeutung für ganz Lateinamerika: Barreto war lange Jahre Präsident der Kommission "Gerechtigkeit und Frieden" des CELAM (Rat der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen), und er vertritt als Vizepräsident der REPAM eine größere Ländergruppe. Die REPAM-Mitglieder hatten auf die Ernennung mit großer Freude reagiert, berichteten "Vatican Insider" und kirchliche Medien in Lateinamerika.


Agenzia Fides, 21 Mai 2018
AMERIKA/ECUADOR - REPAM:
“Als Kardinal wird Erzbischof Barreto der Amazonasregion neue Hoffnung schenken”
„Die Ernennung von Erzbischof Barreto zum Kardinal hat eine sehr tiefgründige Bedeutung und erfüllt uns mit große Hoffnung und Verantwortlichkeit: Alle, die wir ihm nahe stehen, verpflichten uns, ihn zu unterstützen auf diesem vom Papst vorgezeigten Weg, der uns zu einer Kirche im Aufbruch machen will und insbesondere als REPAM, wo wir diese göttliche Gelegenheit nutzen um eine ganzheitliche Ökologie zu fördern", so der Katholik und Sekretär des Panamazonischen Kirchennetzwerks REPAM, Mauricio Lopez aus Ecuador in einem Kommentar zur Ernennung von Erzbischof Pedro Ricardo Barreto Jimeno von Huancayo in Peru zum Kardinal bei einem Konsistorium am kommenden 29. Juni.
"Erzbischof Barreto ist ein Prophet der ganzheitlichen Ökologie“, so Lopez weiter, „er war dies bereits vor der Enzyklika Laudato si und ist es noch viel mehr seit der Veröffentlichung. Deshalb müssen wir ihn für sein Engagement anerkennen. Vor kurzem, als wir in Rom waren, um am Treffen des vorsynodalen Rates für die Amazonas-Synode teilzunehmen, haben wir an das ersten Treffen in Puyo bei seinem Besuch in Ecuador erinnert, als wir von der Idee des Amazonas-Netzwerks sprachen. Erzbischof Barreto sagte, das Repam-Netwerk sei eine Initiative des Heiligen Geistes. Vor vielen indigenen und internationalen Organisationen hat er sich selbst in Frage gestellt und diesem Netzwerk Priorität gegeben, als es noch gar nicht existierte, und er war es, der es vorangetrieben hat".
„Dieser Geist“, fährt er fort, „begleitet uns auch im Kontext des REPAM: ein Geist der Brüderlichkeit, der uns lehrt, die Fähigkeit des anderen zu sehen, wenn es um den Schutz das Leben geht und darum den Aufschrei der Menschen zu hören und einen missionarischen Geist der Kirche zu leben".
"Bei vielen Gelegenheiten sprach Erzbischof Barreto über den Amazonas-Regenwald als eine Quelle des Lebens für die Welt. Einigen schien dies übertrieben, aber er machte weiter und sagte, dies sei Teil der Aufgaben der Kirche. Den Amazonas zu einer Priorität zu machen, ihm den Vorrang zu geben, ihn als das Herz der Welt zu betrachten: nur ein Menschen mit einem ganzheitlichen Ökologieverständnis können dies verstehen“, so der Repam-Sekretär abschließend.


Zum Thema:

Kathpress, 29.5.2018
Vier Kardinäle mit Nähe zu Indios
Boliviens neuer Kardinal Toribio Ticona Porco stammt aus einer indigenen Familie im Hochland von Bolivien, arbeitet in den Minen und wuchs zweisprachig auf

Mallorca-Zeitung, 21.5.2017
Papst-Vertrauter Pedro Barreto: Aus Respekt vor der Schöpfung
Der peruanische Erzbischof erklärt auf Mallorca die Öko-Enzyklika Laudato si´

Montag, 14. Mai 2018

State Grid am Bau der Xingu-Stromtrasse gehindert

Der Bau der neuen Hochspannungsleitung von Belo Monte in den Süden Brasiliens kam bei den Fazendas von Daniel Dantas ins Stocken. Die Projektbetreiber der 2.526 Kilometer langen Trasse müssen sich mit dem Eigentümer der Bank Opportunity und der Fazendas der Agropecuária Santa Bárbara Xinguara einigen. Dantas erlaubt die Trassenführung durch seine Fazendas nicht.

Im Jahr 2008 verbüßte er kurze Haftstrafen, weil er in Korruptionsfälle involviert war. Heute verdient Dantas Milliarden Reais mit Viehzucht, Bergbau und dem Verkauf von Ländereien sowie mit Immobilien in Rio de Janeiro.

Der Rechtsstreit wird zwischen dem chinesischen Konzern State Grid, der Eigentümer der Xingu-Energie-Transportgesellschaft (XRTE) ist, und den landwirtschaftlichen Betrieben der Agropecuária Santa Bárbara Xinguara, die Dantas gehören, geführt. Der Widerstand und die Argemtation von Dantas führten dazu, dass der Oberste Gerichtshof (STJ) das auf 9,3 Milliarden Reais geschätzte Projekt stoppte. Die Überlandleitung ist von der Gemeinde Anapu (PA) nach Nova Iguaçu (RJ) geplant.

Die Ländereien von Dantas in der Region haben eine Größe von etwa 500.000 Hektar (= 5.000 qkm). Sie gaben immer wieder Anlass zu Landkonflikten und Invasionen von Landlosen. Teile davon wurden bereits durch Gerichtsbeschlüsse beschlagnahmt. Die Landpastoral (CPT) verteidigt die Kleinbauern und hat die Unrechtmäßigkeiten der Ländereien von Santa Barbara vor Gericht einige Male erfolgreich angefochten.

Diesmal geht es nicht um den Streit mit Kleinbauern, sondern mit dem Konzern State Grid. Dieser war der Meinung, dass die Erklärung der Nationalen Energieagentur (Aneel), die Trasse sei im öffentlichen Interesse, für den Bau genügen müsse. Doch Dantas verwehrte den Zutritt zu seinem Land. Durch eine Entscheidung des Regionalgerichts von Xinguara (PA) erhielt State Grid zunächst die Erlaubnis zum Bau. Santa Bárbara legte beim Gerichtshof von Pará Berufung ein und konnte die Entscheidung rückgängig machen. Schließlich ging XRTE zum Obersten Gerichtshof, bekam aber kein günstiges Urteil.

Die Trasse, die eine Breite von 120 Metern hat, führt durch "Holz- und Kakaoplantagen, die einen bedeutenden wirtschaftlichen Wert haben". Der Oberste Gerichtshof akzeptierte diese Argumentation. Das Gericht stimmte auch zu, dass die Genehmigung zur "Zerstörung dieser Plantagen, die für die Installation der Überlandleitungen notwendig sind, spätere gerichtliche Bewertungen ihres Wertes unmöglich machen."

Die Parteien sind um einen Vergleich bemüht. Dantas ersuchte um Änderung der Trasse, was nicht akzeptiert wurde. State Grid stellte fest, dass "vom Unternehmen benötigtes Land, wie immer es auch sein mag, zur Errichtung einer Verwaltungsdienstbarkeit im öffentlichen Interesse Vorrang hat gegenüber privaten Interessen". Das Unternehmen argumentiert auch, dass die Trassenführung "nach ökonomischen und sozio-ökologische Kriterien geplant wurde und auf Privilegien oder Interessen Privater nicht Rücksicht nehmen kann".

Der Bau der Überlandleitung begann im September letzten Jahres und wird voraussichtlich im Dezember 2019 abgeschlossen sein, wenn das Wasserkraftwerk Belo Monte zu 100 % Strom produziert. Der Rechtsstreit mit Dantas kam für die Chinesen jedoch überraschend.



Jornal do Brasil, 13.5.2018
Alta voltagem:
State Grid briga com Daniel Dantas por faixa de terra para linhão de Belo Monte
A construção do novo linhão de transmissão que pretende levar a energia de Belo Monte para o Rio de Janeiro está travada nas fazendas do banqueiro Daniel Dantas, no Pará. Com tensão recorde de 800 kVolt, a maior estrutura desse tipo já levantada no país, tem 2.526 quilômetros de extensão, e contaria quatro fazendas do dono do Banco Opportunity, que resiste na Justiça. Envolvido em casos de corrupção e preso brevemente em 2008, Dantas hoje ganha bilhões com pecuária, mineração e revenda de propriedades no Norte do país, além de investimentos imobiliários no Rio de Janeiro.


Estadão, 13.5.2018
Novo linhão de Belo Monte trava nas fazendas de Daniel Dantas, no Pará
Segunda linha de transmissão da hidrelétrica, a cargo da chinesa State Grid, tem prazo de conclusão previsto para dezembro de 2019, mas é alvo de disputa judicial porque seu traçado corta quatro propriedades do dono do banco Opportunity

Montag, 30. April 2018

Kommentar: Die Zeit der Wasserkraftwerke ist abgelaufen


Sérgio Guimarães und Joílson Costa schreiben in der Zeitung O Globo einen interessanten Kommentar über die Unrentabilität der großen Wasserkraftwerke in Amazonien und den Vormarsch der erneuerbaren Energie.

"Es ist Zeit, die großen Wasserkraftwerke aufzugeben"

In den vergangenen Wochen haben Beamte des Ministeriums für Bergbau und Energie erklärt, dass die brasilianische Regierung keinen Bau weiterer großer Staudämme vorsieht. Anscheinend erkennt man die veränderte Situation auf dem Energiesektor an. Sollte nämlich der noch staatliche Konzern Eletrobras privatisiert werden, hätte er große Probleme, Ressourcen für wirtschaftlich unrentable Projekte zu finden.

Noch am Vorabend des Karnevals wurde jedoch eine anderslautende Erklärung veröffentlicht. Obwohl einige Punkte darin richtig sind, wird letztlich behauptet, dass die Wasserenergie als die einzige vernünftige Alternative für Brasiliens Energiesektor in Frage kommt. Dabei könnte man über die Veränderungen auf dem Energiesektor froh sein, bestünde doch für Brasilien die Möglichkeit, die durch große Staudämme bedingten negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen nicht nochmals wiederholen zu müssen. Die größte Herausforderung besteht nämlich in der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien.

Die Preise für Solar- und Windenergie sind seit 2011 stark gefallen. Und sie werden weiter fallen, da die Technologie immer besser wird. Dem gegenüber sind die Charakteristika bei Wasserkraftwerke noch immer wie zu Zeiten der Militärs: Beton, Stahl, Bauverzögerungen und Kostenexplosion. Derzeit wird die Wettbewerbsfähigkeit von Wasserkraftwerken durch günstige Finanzierungsbedingungen und wegen der Unterschätzung ihrer sozioökologischen Auswirkungen künstlich ermöglicht.

Außerdem tragen die großen Wasserkraftwerke, die eigentlich nur in Amazonien, weit weg von den industriellen Zentren im Süden des Landes, möglich sind, nicht zur Sicherheit der Stromversorgung bei. Denn die Entfernungen von der Stromproduktion im Norden zu den Verbrauchszentren im Süden des Landes sind zu groß. Und durch die Veränderung des Klimas wird die Befüllung der Stauseen für die Kraftwerke immer unsicherer.

Ohne neue große Wasserkraftwerke, aber mit adäquaten Lösungen - wie Energieeffizienz, Ausbau von Solar- und Windenergie, regionaler (dezentraler) Stromerzeugung und Smart Grids sowie thermischer Biomasse und Erdgas in der Übergangsphase - sind die Sicherheit der Stromversorgung und ein günstiger Tarif möglich. Durch die neuen Wege der Stromproduktion würden die technologische Entwicklung gefördert und hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden, was Brasilien so sehr braucht. In Amazonien sind die Zeiten für neue Abenteuer vorbei.


O Globo, 28/04/2018
Hora de abandonar as grandes hidrelétricas
Há forte queda de preços de energia eólica e solar frente à hidrelétrica desde 2011. Preços que continuarão caindo à medida que elas incorporarem mais tecnologia

Freitag, 27. April 2018

Pater Amaro bereits 30 Tage unschuldig im Gefängnis


Das panamazonische kirchliche Netzwerk (REPAM-Brasil) organisierte am Freitag (27.4.) einen Gebetstag in Solidarität mit Pater Amaro Lopes. Damit soll die Öffentlichkeit erfahren, dass Pater Amaro Lopes bereits 30 Tage lang unrechtmäßig inhaftiert ist. Am 27. März ist er in Anapu aufgrund haarstäubender Anschuldigungen festgenommen worden. Weiters beklagt REPAM, dass Pastoral- und Menschenrechtsaktivisten in der Region zunehmend wegen ihres Engagements kriminalisiert und eingeschüchtert werden.

Ein Ansuchen um Freilassung des Priesters wurde letzte Woche von Richterin Vânia Lúcia Carvalho da Silveira vom Gerichtshof des Bundesstaates Pará abgelehnt. Aber es besteht die Möglichkeit, die Entscheidung anzufechten. Außerdem wurde Habeas Corpus beantragt, was noch nicht verhandelt wurde. Weiters prüfen die Rechtsanwälte der Prälatur und der Landpastoral (CPT) die Möglichkeit, den Fall vor den Obersten Gerichtshof (STJ) zu bringen.


Dom Joao Muniz mit den Mitarbeitern der Prälatur beim Gebet für P. Amaro

Das von REPAM vorgeschlagene Gebet:

Herr, Gott des Lebens, Vater der Armen!
Wir hören den Hilferuf vieler Gemeinden und Menschen ohne Dach, ohne Land und ohne Arbeit.
Oft fühlen wir uns machtlos, wir können Dein Reich nicht sehen, das unter uns sein soll.
Menschen, die versuchen, mit Deiner Hilfe das Leben zu verteidigen, werden kritisiert, verleumdet oder verfolgt.
Heute ist ein Monat vergangen, seit unser Bruder Amaro festgenommen wurde wegen Verbrechen, die er nicht begangen hat, und wegen seines Einsatzes für den Regenwald und für die kleinen Basisgemeinden in Anapu.
In Erinnerung an ihn erhebt sich unser Gebet aus allen Ecken Brasiliens. Schenke den Kleinen das verheißene Leben, den indigenen Völker das Recht auf ihr Land und mache Amazonien zu einem Garten, den wir schützen und pflegen wollen.
Dein Heiliger Geist erleuchte die Justiz, damit sie mit Weisheit ein Urteil fällt und unserem Bruder die Freiheit zurück gibt.
Schütze deine Diener, o Herr, und leite uns auf den Wegen des Friedens und der Gerechtigkeit.
Amen.



REPAM, 26.4.2018
REPAM articula dia de oração em solidariedade a Padre Amaro
A proposta é mobilizar a sociedade e dar visibilidade ao caso do sacerdote que há 30 dias foi injustamente encarcerado


Kooperation Brasilien, 3.5.2018
CPT-Kampagne "Queremos Padre Amaro Livre!”
Die Kommission Landpastoral (CPT) hat eine Kampagne zur Freilassung von Pater José Amaro Lopes vom CPT gestartet. Er sitzt seit dem 27. März unrechtmäßig in Haft.

Dienstag, 24. April 2018

Kirche ohne Priester



BR24, 23.4.2018
Verzichtet die Kirche auf den Zölibat?
Ausgerechnet am Ende der Erde könnte eine Revolution beginnen: Denn es gibt Anzeichen, dass die katholische Kirche bei Priestern im Amazonasgebiet das Gebot der Ehelosigkeit fallen lässt.

Das Amazonasgebiet in Brasilien ist riesig. Es gibt weite Wasserflächen, dazwischen einzelne Dörfer – fast abgeschnitten von der Außenwelt.
Ein Priester ist Tage unterwegs, bis er auf dem Fluss oder über schlammige Straßen zu einer seiner Gemeinden gelangt. Dazu kommt: 30 meist ältere Priester müssen 800 Gemeinden betreuen. Nachwuchs ist schwer zu finden. Deshalb werden viele Gemeinden im Amazonasgebiet von verheirateten Männern geleitet. Einer von ihnen ist Luis da Conceição aus der Gemeinde von San Pedro in der Diözese Xingú.

Verheiratete Männer leiten Gemeinden
"Wir dürfen die Gemeinde leiten, weil das Vatikanische Konzil uns die Möglichkeit dazu gegeben hat, aber wir dürfen keine Eucharistie feiern. Die Voraussetzung, um die Gemeinde zu leiten ist, dass man von der Gemeinschaft akzeptiert ist, die muss das wollen." Luis feiert Gottesdienste, segnet beispielsweise am Palmsonntag die Zweige, die die Gläubigen mitbringen. Nur die Eucharistie mit der Wandlung von Brot und Wein darf er nicht feiern. Bisher.

Denn es könnte eine Revolution geben. Für den Oktober 2019 hat Papst Franziskus in Rom eine Synode mit den Bischöfen der Diözesen am Amazonas einberufen. Erwin Kräutler, früher Bischof von Xingú, bereitet im Auftrag des Papstes die Synode vor. Und hat dabei ein klares Ziel: Den verpflichtenden Zölibat für Priester abzuschaffen – erst einmal im Amazonasgebiet:

"Wenn wirklich jemand da ist, der seit vielen Jahren der Gemeinde vorsteht und das mit viel Engagement und viel Mut und viel Hingabe getan hat, frage ich mich, warum können wir diese Leute nicht ordinieren, also ihnen die Weihe geben, damit sie am Sonntag der Eucharistiefeier vorstehen können. Von der Theologie her, glaube ich, ist absolut nichts dagegen einzuwenden."

Erwin Kräutler, ehemals Bischof im Amazonasgebiet
Doch welche Chancen hat der Vorstoß? Der aus Südamerika stammende Papst hat die Region jedenfalls weit mehr im Blick als seine Vorgänger. Und: Franziskus hat die Bischöfe des Amazonasgebietes ausdrücklich dazu aufgefordert, mutige Vorschläge zu machen. Das könnte die Weihe von Gemeindeleitern, im Kirchenlatein "Viri probati“, bewährte Männer, einschließen.

Widerstand aus konservativen Kreisen
In der Kirche in Deutschland kann sich die Mehrheit der Bischöfe längst vorstellen, auch verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Doch es gibt Widerstand aus konservativen Kreisen – zum Beispiel von Kardinal Gerhard Ludwig Müller: "Jetzt zu meinen, durch die viri probati könnte man den Priestermangel im Amazonasgebiet oder bei uns in Europa lösen, das ist, glaube ich, doch eine sehr vordergründige Einstellung, ich würde sagen, ein Kurieren an Symptomen."
Müller hegt grundsätzliches Misstrauen gegen die Einberufung der Amazonien-Synode durch den Papst, kann sich vorstellen, dass das Ergebnis schon feststeht und die Lockerung des verpflichtenden Zölibats kommt. Und befürchtet einen Dominoeffekt: Wenn der Zölibat erst einmal gelockert ist, dann könnte er bald ganz fallen – und die Kirche spalten.

Doch was passiert, wenn sich die katholische Kirche nicht dafür öffnet? Wie kann eine Kirche ohne Priester dann aussehen? Diese Fragen dürfte sich auch Papst Franziskus stellen. Wie seine Antwort ausfällt, könnte sich bei der Synode im Oktober 2019 zeigen.

Über dieses Thema berichtete die ARD am 23.04.2018 in der Sendung: Kirche ohne Priester.

Samstag, 21. April 2018

Komitee zur Unterstützung von Pater Amaro beklagt Kriminalisierung

Das Komitee zur Unterstützung von Pater Amaro veröffentlichte eine Stellungnahme über die Kriminalisierung des Einsatzes für Landreform im Norden Brasiliens. Zentrales Anliegen ist die über Pater Amaro Lopes am 27. März verhängte Untersuchungshaft.

Zu den Mitgliedern des Komitees gehören Organisationen wie die Landlosenbewegung MST, die Landpastoral CPT, Caritas, Bewegung der von Staudämmen Betroffenen MAB, MAM, Bündnis der Landarbeiter Fetagri-Pa, Komitee Dorothy Stang, Jugend für Christus MPC, CAIC und Menschenrechts- und Umweltgruppen sowie Lutherische und Methodistische Kirchen.

Die Aussendung:

Pater Amaro ist ein weiteres Opfer der Kriminalisierung des Einsatzes für die Landreform!

Die Verhaftung von P. Amaro ist eine Maßnahme, die den Plänen der Landwirtschaftsföderation von Pará (FAEPA) und der Grundbesitzer der Region Anapu entspricht. Auf jede nur denkbare Weise versuchen sie, die Arbeit von Schwester Dorothy, der Schwestern von Notre Dame de Namur, der Landpastoral CPT und der Prälatur der Xingu zu zerstören. Sie demoralisieren jene, die an der Seite der Kleinen kämpfen, um ihre Rechtsansprüche mit allen Mitteln durchzusetzen. Es fehlt auch nicht an Versuchen, Menschenrechtsverteidiger und Volksbewegungen zu kriminalisieren.

Der Bundesstaat Pará ist historisch für Landkonflikte und Streitigkeiten um Territorien mit Großgrundbesitzern bekannt. Sie konnten immer mit der Unterstützung konservativer Regierungen rechnen und haben Landarbeiter und Frauen versklavt. Sie stehen auch hinter den Ermordungen von Schwester Dorothy Stang, dem Umweltschützerpaar José Claudio und Maria do Espirito Santo, den Bauernführern Doktor, Fusquinha und Dezinho sowie hinter dem Gemetzel von Pau d'Arco und vielen anderen. Auch Anapu-PA entgeht diesem Szenario nicht!

Den wahren Kampf in Anapu führt jedoch P. Amaro, indem er die Arbeit von Sr. Dorothy fortsetzt und Frauen und Männer unterstützt, die für ihr Land kämpfen. Familien und Kleinbauern können sich in landwirtschaftlichen Projekten (PDS) niedergelassen und nachhaltig produzieren. Neben der Sicherung des Lebensunterhalts der Familien wird noch die Stadtbevölkerung versorgt und die Wälder und Gewässer der Amazoniens werden geschützt.


Wir wollen Pater Amaro in Freiheit!
Dorothy lebt!

Freitag, 20. April 2018

Brasilien: Bischofskonferenz unterstützt Pater Amaro


REPAM, 20/04/2018

Aussendung

Wir, die katholischen Bischöfe Brasiliens, die an der 56. Versammlung der CNBB in Aparecida (SP) teilnehmen, bringen unsere brüderliche Solidarität mit der Prälatur am Xingu (PA), der Pfarre Santa Luzia in Anapu (PA), der Kommission der Landpastoral (CPT) und mit Pater José Amaro Lopes zum Ausdruck.

Er arbeitet seit 1998 in der Pfarre Santa Luzia. Er ist ein Gemeindeleiter und Koordinator der regionalen Landpastoral (CPT). Die Ermordung von Schwester Dorothy am 12. Februar 2005 im landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekt (PDS) "Esperança" ließ ihn nicht resignieren, sondern er erkannte seine Mission darin, das von Dorothy begonnene Werk fortzusetzen.

Pater Amaro wird seit Jahren bedroht. Jetzt ist er ein Opfer von Verleumdungen, um sein ganzes Engagement für die Bedürftigen zunichte zu machen. Er ist ein unermüdlicher Verteidiger der Menschenrechte und der Landreform, er möchte Latifundienprobleme lösen und Siedlungen für Landlose schaffen.

Wir lehnen die Anschuldigungen ab, er hätte Invasionen in öffentlichen Ländereien angezettelt Er war immer für die Landreform, während jene, die ihn verleumden, diese öffentlichen Ländeeien auf illegale Weise erwerben wollen.

Wir verfolgen die Ermittlungen mit großem Interesse und verlangen, dass die Wahrheit mit gerechten und gesetzmäßigen Mitteln und völlig transparenz überprüft wird. Wir hoffen, dass P. Amaro so schnell wie möglich aus dem Gefängnis entlassen werden kann, damit er auf die Anklage in Freiheit erfolgen kann.

Wir sind besorgt über die Ermordung von landlosen Landarbeitern, Indigenen, Quilombolas, Hausbesetzern, Fischern und Siedlern, die von 2015 (50 Morde) auf 2017 (70 Morde) angestiegen sind.

Wir sind auch über die Kriminalisierung von Führungspersonen und pastoralen Leadern, wie im Fall von Mitarbeitern des Missionsrates (CIMI).

Wir leben der Osterzeit, wo wir den Sieg des Lebens über den Tod feiern. Wir hoffen auch, dass auch im Fall von Pater Amaro die Wahrheit über alle Lügen siegen wird.

Aparecida (SP), am 19. April 2018

Samstag, 14. April 2018

Bischof Erwin Kräutler über das Vorbereitungstreffen zur Amazonas-Synode




VaticanNews, 14.4.2018
Mit Audio-Link: Bischof Kräutler über die Versammlung mit dem Papst
Amazonas-Bischof: Überrascht vom Papst
Wie der Vatikan an diesem Samstag mitgeteilt hat, wurde das Vorbereitungsdokument zur Amazonien-Synode beschlossen, das in Kürze an die betroffenen Bischofskonferenzen und Organisationen verschickt werden soll – einschließlich eines Fragebogens. Die Teilnehmer der Vorbereitungsarbeiten sind zufrieden.

Neue Wege in der Seelsorge sowie im Umweltschutz – das sind die Themen der für Herbst 2019 geplanten Amazonas-Synode. Festgelegt wurden sie beim ersten Vorbereitungstreffen, das am Donnerstag und Freitag in Rom stattfand. Für den emeritierten Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, der aus Österreich stammt, war das Treffen in Rom ein voller Erfolg, wie er gegenüber Vatican News sagt:

„Ich bin sehr überrascht, dass Papst Franziskus die ganze Zeit mit uns in der Versammlung gewesen ist. Ich finde, das ist etwas ganz außergewöhnliches. Er hat zwar nicht gesprochen, denn von Anfang an sagte er, dass er nur zuhören wolle.“

In dem dünn besiedelten Gebiet in Lateinamerika mit weit verstreuten Gemeinden gibt es meist zu wenige Priester, um die Seelsorge für alle Gläubigen sicherzustellen. Deshalb vermuten viele, dass bei der Amazonas-Synode vielleicht über das Thema Zölibat gesprochen werde. Dazu äußerte sich Bischof Kräutler nicht, aber ganz allgemein sei das Gesprächsklima sehr positiv gewesen, befand er.

„Wir alle konnten uns einbringen und zwar zu jeden Punkt. Das ist sehr wichtig. Wir versuchten, dass Beste aus diesem Dokument zu machen, damit es ein guter Vorbereitungstext wird. Ich hoffe, dass das weiter gut geht.“

Dem Vorbereitungsgremium für die Synode gehören unter Leitung des Generalsekretärs der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, 18 Mitglieder des Synodenrates an sowie 13 externe Experten verschiedener Disziplinen. An dem Treffen nahm auch ein Vertreter indigener Völker aus Amazonien teil.

„Pater Justino aus Amazonien war als Indigenen-Vertreter bei uns und hat sich sehr gut eingebracht. Er hat von Herzen gesprochen und der Papst war ganz begeistert. Dieser Pater war der einzige Indigene, der bei dieser Versammlung mitgemacht hat.“


VaticanNews, 14.4.2018
Sitzung zur Amazonassynode verabschiedet Dokument
In den letzten beiden Tagen hat das erste Treffen des präsynodalen Rates der Sonderversammlung der Bischofssynode für das Panamazonasgebiet unter dem Vorsitz von Papst Franziskus stattgefunden.


Katholisches.info, 13. April 2018
Papst besucht überraschend Amazonas-Vorsynode
Gestern fand die Eröffnung der Vorsynode zur Bischofssynode über die Amazonas-Region statt, die Papst Franziskus für Oktober 2019 nach Rom einberufen hat. Rund 30 Delegierten haben sich in Rom versammelt, um die Synode vorzubereiten. Es handelt sich um die 18 Mitglieder des Synodenrates und 13 Amazonas-Experten.
Papst Franziskus nahm überraschend an der Eröffnung teil und signalisierte durch seine Anwesenheit, daß der Synode höchste Aufmerksamkeit zukommt. Der Papst übernahm formell den Vorsitz und erinnerte die Delegierten daran, daß sie zwar nun in Rom tagen, die Synodenvorbereitungen aber bereits im Januar während seines Peru-Besuches in Puerto Maldonado begonnen haben. Dort traf sich Franziskus mit Vertretern der Amazonas-Indios. In einem Kurzinterview für Vatican News betonte das Kirchenoberhaupt, daß die Vorsynode in der „Peripherie“ vorgedacht wurde und diese daher entsprechend eingebunden sei.

VaticanNews, 14/04/2018
REPAM, 13/04/2018
Aprovado documento de trabalho para o Sínodo da Amazônia
Membros do conselho pré-sinodal se reuniram com o Papa Francisco na sede da Secretaria do Sínodo dos Bispos.
Dom Erwin Krautler, prelado emérito do Xingu, destaca a sintonia entre os participantes (Audio).
O presidente do Conselho Indigenista Missionário (CIMI) e arcebispo de Porto Velho, Dom Roque Paloschi, agradeceu pela abertura e acolhida generosa por parte do Vaticano(Audio).
O bispo da diocese de Juína (MT), Dom Neri Tondello, afirmou que o Sínodo para a Amazônia já está acontecendo (Audio).

VaticanNews, 14/04/2018
Concluye la primera reunión preparatoria de cara al Sínodo para la Amazonía
Los trabajos comenzaron con la intervención del Secretario General, el cardenal Lorenzo Baldisseri y contó con la presencia del Papa, los miembros del Consejo Presinodal y varios expertos convocados para la reunión

Freitag, 13. April 2018

Movimento mundial de los Derechos Humanos solicita acción para padre Amaro

FIDH, 12 de abril de 2018
Detención arbitraria y criminalización del Padre José Amaro Lopes Sousa, miembro de la Comisión Pastoral de la Tierra (CPT)
El Observatorio para la Protección de los Defensores de Derechos Humanos, programa conjunto de la FIDH y de la Organización Mundial Contra la Tortura (OMCT), solicita su intervención urgente ante la siguiente situación en Brasil.

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Sonntag, 8. April 2018

Bischof Erwin Kräutler mit Paulo-Frota-Medaille geehrt

Cristiane Araújo als Vertretung von Dom Erwin Kräutler und Landtagsabgeordneter Carlos Bordalo
Die Legislativversammlung von Pará (Alepa) hielt am Donnerstag (5.4.2018) die feierliche Sitzung zur Verleihung der Medaille für Menschenrechte Paulo Frota ab. Die Auszeichnung wurde 75 Einrichtungen, Vereinen und Persönlichkeiten verliehen, die sich besonders für den Schutz der Menschenrechte in Pará eingesetzt haben. Die öffentliche Zeremonie fand im Newton Miranda Plenarium statt.

Zwei Bischöfe der Region Nord 2 (Pará und Amapá) der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB N2) wurden geehrt: Bischof Erwin Kräutler und Bischof José Luís Azcona Hermoso.

Dom Erwin Kräutler konnte an der Zeremonie nicht teilnehmen. Er wurde aber von Cristiane Araújo, der Sekretärin des CNBB N2, vertreten, die einen Text von ihm vorlas:

Sehr geehrte Damen und Herrn!

Herzlichen Dank für die Nominierung zur Paulo-Frota-Medaille.

Ich danke für diese Ehrung im Namen vieler Menschen, die sich seit Jahrzehnten und zusammen mit mir für eine gerechte und brüderliche Welt einsetzen, in der die Solidarität stärker ist als ein geizhalsiger Egoismus, der den persönlichen Gewinn sucht oder exklusive Interessen von Gruppen und Oligarchien verfolgt.

Ich kam 1965 als Priester im Alter von 26 Jahren am Xingu an. Es war meine Entscheidung. Und heute bekräftige ich, dass ich diese Option in meinem Leben nie bereut habe.

1980 ernannte mich der Papst zum Bischof der Prälatur am Xingu.
Ich habe mein ganzes Leben Gott und den Völkern dieser Region von Pará geweiht. Ich spreche von "Völkern", denn es gibt mehrere indigene Gemeinschaften mit verschiedenen linguistischen Stämmen und Kulturen neben Flussbewohnern sowie ländlicher und städtischer Bevölkerung.

Seit den 1970er Jahren erhielt der Xingu Tausende von Migranten aus fast allen Bundesstaaten Brasiliens. Familien kamen auf der Suche nach neuen Horizonten und besseren Lebensbedingungen.

Die Koexistenz verschiedener Kulturen im Schoß der Xinguara-Bevölkerung ist die große Herausforderung bis heute. Wir verteidigen immer die Rechte und die Würde der Unterprivilegierten und schließen unsere Augen niemals vor dem Schmerz derer, die unsere Unterstützung suchen. Wir hören nie auf, auf die Schreie derer zu hören, denen Unrecht getan wurde oder die von den großen Projekten betroffen waren, die die soziale und ökologische Realität der Region nicht berücksichtigten.

Ich habe über ein halbes Jahrhundert am Xingu gelebt. Ich weiß heute, dass das Xinguara-Volk mein Volk ist, der Xingu mein Fluss, die Xinguara-Region mein Land, der Pará mein Bundesstaat.

Nochmals herzlichen Dank,

Dom Erwin vom Xingu



Quelle: Prelazia do Xingu


CNBB-N2, 6.4.2018
ALEPA condecora Bispos e organismos da Igreja Católica

Samstag, 7. April 2018

Klerus und Pastoralrat der Prälatur am Xingu solidarisch mit P. Amaro

Die Kleruskommission und der Pastoralrat der Prälatur am Xingu veröffentlichen Unterstützungserklärungen für Pe. Amaro Lopes, der am 27. März aufgrund von Verleumdungen in Untersuchungshaft genommen wurde.

Der Klerus hatte seine jährliche nachösterliche Versammlung mit Bischof João Muniz von 3. bis 4. April im Ausbildungszentrum Bethânia. PlattformBeloMonte bringt eine Übersetzung der Stellungnahme der Kleruskommission:

"Wir sind überzeugt, dass P. Amaro nur deshalb festgenommen wurde, um seine Person und insofern seine ganze Arbeit zu kriminalisieren, lächerlich zu machen und zu demoralisieren. Denn immer war er bestrebt, die Würde und das Leben der Kleinbauern und Landlosen in dieser Gemeinde zu fördern. Daher setzte er sich für die Legalisierung der Besitztitel sowie für die Agrarreform öffentlicher Ländereien ein, aber auf dem Rechtsweg und unter Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere jenen Menschen gegenüber, die von der öffentlichen Hand nicht berücksichtigt werden. Ein paar Mächtige wollen sich immer mehr Gebiete aneignen, wobei sie vor Gewalt und Zerstörung des Ökosystems nicht zurückschrecken. Die Angriffe auf die Person von Pater Amaro, die mit seiner willkürlichen Verhaftung einen Höhepunkt erreicht haben, wollen die Stimme der Kirche zum Schweigen zu bringen. Aber ihr Schrei nach Gerechtigkeit und Gleichheit für alle wird nicht aufhören.

Durch diese Stellungnahme bringen wir unsere volle Solidarität und brüderliche Verbundenheit mit Pater Amaro zum Ausdruck und zugleich weisen wir die Anschuldigungen, die ihm die staatlichen Strafverfolgungsbehörden machen, entschieden zurück.

Wir kennen Pater Amaro und seine Arbeit in Anapu, und deshalb schenken wir ihm volles Vertrauen, denn er hat seine Arbeit stets im Sinne der Kirche gemacht und ist immer auf der Seite der Benachteiligten gestanden.

Wir fordern eine Klärung der Vorwürfe und volle Transparenz bei den Ermittlungen. Wir unterstützen alle Stellungnahmen, die bereits seitens der Kirche zur Verteidigung von Pater Amaro und seiner Arbeit veröffentlicht wurden, und bekräftigen unsere Unterstützung und Solidarität unserem Mitbruder gegenüber.

Die Mission der Kirche wird nicht aufhören, denn wie Jesus Christus alle Schlechtigkeit und Ungerechtigkeit überwunden hat, vertrauen auch wir auf den Sieg der Wahrheit über Diffamierung und Lügen.

Wir werden weiterhin das Evangelium zur Verteidigung von Gerechtigkeit und Leben verkünden so wie Jesus selbst, der sagte: "Ich bin gekommen, damit alle Leben haben und es in Fülle haben" (Joh 10,10).



Freitag, 6. April 2018

Fataler Haftbefehl gegen Brasiliens Ex-Präsident Lula


Spiegel-Online, 5.4.2018
Lula-Urteil in Brasilien
Ein fatales Signal
Brasiliens Ex-Präsident Lula muss wohl ins Gefängnis. Mit seiner Entscheidung gegen den Politiker kneifen die Richter vor der Macht der rechten Ex-Militärs - und vor einer aufgeheizten Öffentlichkeit.

Domradio.de, 6.4.2018
Adveniat-Experte besorgt über Entwicklung in Brasilien
"Haftstrafe soll Lula politisch kaltstellen"
Muss Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva tatsächlich wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche für zwölf Jahre ins Gefängnis? Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wertet das Vorgehen der brasilianischen Justiz als "politisch motiviert".

Tagesschau.de, 6.4.2018
Haftbefehl gegen Lula da Silva
Brasiliens Justiz hat Haftbefehl gegen den zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilten Ex-Präsidenten Lula erlassen. Seine Anwälte wollen erreichen, dass er die Haft doch nicht antreten muss.

Deutsche Welle, 5.4.2018
Lula - Mythos oder Märtyrer?
Vom Held Brasiliens zur nationalen Hassfigur. Das Leben des Arbeiterführers Luiz Inácio Lula da Silva begann als politischer Höhenflug und endet in einer Tragödie. Ein Rückblick auf die wichtigsten Stationen.

Zeit-Online, 7.4.2018
Lula trotzt dem Haftbefehl
Brasiliens früherer Präsident hat die Frist zum Antritt seiner Haftstrafe verstreichen lassen. Er harrt in einem Gewerkschaftshaus aus – und verhandelt mit der Polizei.

Spiegel-Online, 6.4.2018
Nach Haftbefehl
Lula schaltet UN-Menschenrechtsausschuss ein
Neue Volte im Fall des wegen Korruption verurteilten Politikers Luiz Inacio Lula da Silva: Der ehemalige Staatschef Brasiliens beteuert seine Unschuld und hofft nun auf die Hilfe der Vereinten Nationen.

Samstag, 31. März 2018

Ruralisten attackieren die katholische Kirche

Der Bund der Landwirtschafts- und Viehzuchtbetriebe von Pará (Faepa) denunzierte die katholische Kirche in Brasiliens in beispielloser Weise. In einer Aussendung vom 29. März, die vom Präsidenten Carlos Fernandes Xavier unterzeichnet ist, werden folgende Personen und Organisationen in einer gewalttätigen und diffamierenden Art angegriffen:
1) Schwester Dorothy Stang, die am 12. Februar 2005 auf Anordnung der Landbesitzer in Anapu ermordet wurde, wird als "Anstifterin zur Gewalt" und als "persona non grata in Altamira" beschrieben
2) der emeritierte Bischof des Xingu, Dom Erwin Kräutler, einer der weltweit angesehensten Bischöfe, wird des "Waffenhandels" beschuldigt
3) Pater José Amaro Lopes da Silva, Pfarrer von Santa Luzia in Anapu und Koordenator der regionalen Landpastoral, wird als "Subversiver in der Kutte" bezeichnet
4) die Landpastoral (CPT) - eine "kriminelle Vereinigung"
5) der Richter Gercino José da Silva Filho, ex-Ombudsmann des nationalen Agrarsektors und ex-Präsident der Nationalen Kommission zur Bekämpfung von Gewalt auf dem Land, wird "Gauner und Schwindler" genannt
6) die Nationale Bischofskonferenz von Brasilien (CNBB) - eine "linke Gewerkschaft von Bischöfen"

Nicht einmal während der Militärdiktatur erlitt die katholische Kirche derart heftige Angriffe.


Blog do Mauro Lopes, 31.3.2018
Ruralistas do Pará lançam ataque sem precedentes contra Igreja Católica

Dom Erwin Kräutler während der Karwoche in Altamira

Katholiken gedenken am Karfreitag der Leiden Jesu und seines Wegs zum Kalvarienberg in einer Kreuzweg-Prozession. In Altamira hat sie große Tradition, ein großes, 200 kg schweres Kreuz wird von Menschen durch die Stadt getragen. Start ist bei der Kathedrale und an mehreren Stationen werden die Leiden Jesu reflektiert, verbunden mit leidvollen Erfahrungen der Gegenwart. Die Inhaftierung von Pater Amaro ist für viele Menschen der Region und besonders für die Prälatur am Xingu sehr schmerzvoll. Die beiden Bischöfe Dom João Muniz und Dom Erwin Kräutler leiteten den Kreuzweg am 30.3.
Dom João rief angesichts der Gewalt in Altamira zu Umkehr und Versöhnung auf.

Dom Erwin gab zu bedenken, dass der Kreuzweg Jesu nicht vor 2000 Jahren abgeschlossen wurde, sondern dass er sich bis heute fortsetzt. "Jesus wird nach wie vor verhöhnt und verspottet, mit Dornen gekrönt, mit dem Kreuz beladen und gekreuzigt. Aber unser Glaube ist, dass am Ende nicht Kreuz und Tod herrschen, sondern die Auferstehung. Wo die menschliche Rechtsprechung ihre Schwächen zeigt, dort hoffen wir auf die Gerechtigkeit Gottes. Seine Wahrheit ist viel stärker als alle menschlichen Lügen.", so Dom Erwin im Interview.





Die sieben Worte Jesu am Kreuz. Meditation von Bischof em. Dom Erwin Kräutler, 30.3.2018
As Sete Palavras de Jesus na Cruz. Meditação com o Bispo Emérito do Xingu, Dom Erwin.

Freitag, 30. März 2018

Anwaltskammer von Pará solidarisch mit P. Amaro Lopes

Solidaritätserklärung für Pater Amaro Lopes

Die Mitglieder der Kommission für Agrarrecht der Anwaltskammer von Pará (OAB-PA) zeigen sich solidarisch mit Pater Amaro. Er ist für seinen langjährigen Kampf gegen Latifundien in ANAPU-PA bekannt.

Wir stellen fest, dass die im Haftbefehl gegen Pater Amaro angeführten kriminellen Vergehen Intrigen schaffen. Alle Aktivitäten zur Landreform werden in eine Kriegssituation versetzt, als ob nur auf einer Seite der Krieg erklärt werden würde.

Während die Polizei solche Intrigen verbreitet, sieht man nicht die Verpflichtung der Polizei, wichtige Menschen auf der anderen Seite dieses Schlachtfeldes festzunehmen oder deren Verhaltensweisen effizient zu untersuchen.

Die Landreform in Pará befindet sich in einem Kriegszustand. Die polizeiliche Aktion - die eigentlich unparteiisch und objektiv sein sollte - deutet darauf hin, dass es nicht nur um die Verhaftung von Pater Amaro ging. Vielmehr sollten Führungskräfte kriminalisiert und der Kampf gegen Latifundien delegitimiert werden.

Unabhängig von den Unterstellungen, die Pater Amaro gemacht wurden, fordern wir die Einhaltung des Grundsatzes der Unschuldsvermutung. Das tatsächliche Ziel der Polizeiaktion war die Kriminalisierung des Einsatzes für Landreform.


CUT, 29.3.2018
Ação policial contra Padre Amaro criminaliza luta pela terra, diz OAB-PA
“A ação constante da grilagem e os crimes do latifúndio são as verdadeiras origens do caos no Pará”, diz nota da entidade, que pede paz no campo e denuncia imparcialidade do Estado e impunidade do latifúndio

Mahnwache für P. Amaro Lopes vor dem Gefängnis


Die Bischöfe Dom João Muniz und Dom Erwin Kräutler nehmen mit Vertretern verschiedener NGOs wie Xingu Vivo, Bewegung der von Staudämmen betroffenen Menschen (MAB) oder der Landpastoral (CPT) an der Mahnwache vor dem Gefängnis von Altamira teil. Sie zünden Kerzen an, beten und singen und verlangen die Freilassung von Pater Amaro Lopes.




Donnerstag, 29. März 2018

Pan-Amazonien-Netzwerk solidarisch mit Pater Amaro


Wenn sie die Stimme der Propheten zum Schweigen bringen,
werden die Steine schreien. (Lk 19,40)
Wenn sie ein paar Straßen schließen, öffnen sich tausend Wege.


Ja! Tausende von Wegen, die von Schwester Dorothy Stang begonnen wurden, sind nach ihrem Martyrium am 12. Februar 2005 in der Gemeinde Anapu im Bundesstaat Pará noch immer offen. Und sie werden von Pater Amaro Lopes, der für seinen unermüdlichen Kampf für Menschenrechte bekannt, geliebt und insbesondere von Kleinbauern in der Region von Anapu respektiert wird, fortgesetzt. Es sind einfache Menschen, aber von großem Wert bei der Verteidigung des Amazonas und der integralen Ökologie.

Pater Amaro führt die Arbeit von Schwester Dorothy in der Pfarrei Santa Luzia in Anapu (PA) als Gemeindevorsteher und Koordinator der Landpastoral (CPT) fort. Seit vielen Jahren verteidigt er die Landregularisierung und die gerechte Ansiedlung von Hunderten armer Bauernfamilien und setzt sich für Projekte nachhaltiger Entwicklung (PDS) ein. Seine Mission ist der Einsatz für Bauern und Arbeiter, indem er ihre Organisationen und ihren unermüdlichen Kampf für die Verteidigung Amazoniens unterstützt.

In dieser Woche, in der wir die Leiden Christi auf dem Weg nach Golgatha feiern, wird Pater Amaro Lopes zu Unrecht beschuldigt und auf die gleiche Weise wie Jesu Christus auf den Kalvarienberg geführt. Die Hohenpriester, die einst Jesus verurteilten, sind die mächtigen Ausbeuter des Amazonas und des Volkes, die jetzt Pater Amaro Lopes verurteilen.

So wie Jesus damals zu Unrecht verurteilt wurde, so geschieht es jetzt mit Pater Amaro. Indem wir Jesu Schmerzen teilen, schreien wir nach Gerechtigkeit und fordern die sofortige Freilassung unseres Bruders. Die gegen ihn vorgebrachten Verleumdungen lehnen wir vehement ab.

Wir bekunden unsere Solidarität und stehen an seiner Seite. Wir fordern Gerechtigkeit mit Transparenz und Objektivität. Die Wahrheit der Tatsachen soll mit der Strenge der Gerechtigkeit festgestellt werden. Pater Amaro muss das Recht auf habeas corpus haben und sich in Freiheit verantworten können, wie es einem jeden Bürger in ähnlicher Situation erlaubt ist.

Wir sind besorgt, verfolgen die Untersuchungen und erwarten eine rasche Aufklärung der Fakten.

Möge Gerechtigkeit geschehen, damit das Paschafest der Befreiung gefeiert werden kann!

Kirchliches Netzwerk für Pan-Amazonien (REPAM-Brasil)

Quelle:
Nota de solidariedade e apoio ao padre José Amaro Lopes de Souza