Donnerstag, 18. Oktober 2018

600 Familien erhalten in Altamira neues Zuhause

Nach dreijährigen Verhandlungen bekommen ca. 600 Familien im Viertel Independente I in Altamira endlich ihr Recht auf Umsiedlung zugesprochen. Erst im Jänner waren 968 Familien von Ibama als vom Staudamm Belo Monte Betroffene eingestuft worden. Nun wird das Betreiberkonsortium Norte Energia noch rechtzeitig vor der nächsten Regenzeit 600 Familien umsiedeln. Die restlichen sollen bessere Straßen, Trinkwasser und Kanalisation erhalten.

Bom Dia Pará, em 18 out 2018
Cerca de 600 família de área de risco de Altamira serão remanejadas
Comunidade é atingida pelas obras das Usina de Belo Monte.

Montag, 8. Oktober 2018

Rechtspopulist Bolsonaro gewinnt erste Wahlrunde

Bolsonaro und Haddad kommen in die Stichwahl am 28. Oktober
ORF, 8.10.2018
Bolsonaro gewinnt erste Wahlrunde in Brasilien
In Brasilien zieht der rechtsgerichtete Jair Bolsonaro mit einem klaren Vorsprung in die Stichwahl um das Präsidentenamt. Auf Bolsonaro entfielen gestern im ersten Wahlgang 46,7 Prozent der Stimmen, teilte der Wahlausschuss des Landes mit. Sein linker Kontrahent Fernando Haddad erreichte 28,4 Prozent. Die Stichwahl ist für den 28. Oktober angesetzt.


FAZ, 8.10.2018
Rechtspopulist Bolsonaro ist der große Gewinner
Die erste Runde hat Jair Bolsonaro mit so großem Abstand gewonnen, dass beinahe keine Stichwahl mehr nötig geworden wäre. Fast 50 Prozent der Brasilianer stimmten für den extrem rechten Kandidaten. Sein Kontrahent steht auf der anderen Seite des politischen Spektrums.


tagesschau.de, 8.10.2018
Rechtspopulist gewinnt erste Runde
Rechtspopulist Jair Bolsonaro liegt bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien nur knapp unter der absoluten Mehrheit. Der Kandidat der Arbeiterpartei landete abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Wahlergebnis nach Bundesstaaten
O Globo, 08/10/2018
Eleições 2018

Freitag, 5. Oktober 2018

Gericht stoppt Rodung im Hambacher Forst


ORF.at, 5.10.2018
Gericht stoppt Rodung im Hambacher Forst
Knalleffekt im deutschen Streit über den Hambacher Forst, der nach Willen des Energiekonzerns RWE für den Braunkohletagebau gerodet werden soll. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp. Die Richter entsprachen damit in einem Eilverfahren dem Antrag des Umweltverbandes BUND.


tagesschau, 05.10.2018
Gericht entscheidet: Rodung im Hambacher Forst gestoppt
Die Bäume im Hambacher Forst bleiben stehen – vorerst. Seit Jahren gibt es Streit, ob RWE den Wald roden und dort nach Braunkohle baggern darf. Zuletzt sah alles danach aus, das Gebiet war geräumt worden, die Vorbereitungen waren bereits in Gang. Nun stoppte ein Gericht vorerst die Rodung.
Zuerst müsse über eine Klage des Umweltverbandes BUND entschieden werden. Erst danach ist also klar, ob die Bäume fallen und nach Braunkohle gebaggert wird.


Deutsche Welle, 29.11.2017
Kampf um den Hambacher Forst
Ein Wald soll dem Braunkohletagebau weichen. Aktivisten kämpfen dagegen, sie bauen Baumhäuser, blockieren Straßen, errichten Barrikaden. Und wirklich: Am Ende feiern sie einen Erfolg. Drei Tage im Hambacher Forst.

Samstag, 29. September 2018

Vom Kraftwerk Betroffene in Altamira fordern Schließung von Belo Monte


Die Bewegung der von Staudämmen Betroffen stellte bei IBAMA den Antrag zur Suspension der Betriebsgenehmigung für das Belo Monte Kraftwerk, solange das Betreiberkonsortium Norte Energia die vom Staudamm betroffenen Familien im Stadtteil "Independente I" in Altamira nicht umsiedelt.

Mehr als 600 Familien, die in der Region "Lagoa" leben, wurden 2017 von IBAMA als vom Kraftwerk Betroffene anerkannt. Bis zum 15. September 2018 hätte Norte Energia eine Verpflichtungserklärung mit der Stadtgemeinde von Altamira für die Umsiedlung dieser Familien unterzeichnen müssen, doch die Frist ist ergebnislos verstrichen.

„Wir bekommen immer wieder neue Termine, aber man entscheidet nichts, und wir bleiben hier im Überschwemmungsgebiet. Sobald es regnet, steigt das Wasser bis zum Fußboden, der Gestank wird unerträglich, die Mücken fressen uns und die Termiten die Hütte“, sagte Marivalda Ferreira Sousa, eine Bewohnerin der betroffenen Region.

Die Familien leben dort in Häusern aus Holz, die auf Stelzen gebaut sind. Es gibt keine sanitäre Grundversorgung und kein Trinkwasser. Frau Socorro Farias war einer der ersten Bewohnerinnen der Gegend, als sie vor 12 Jahren herkam. Und die acht Menschen, die bei ihr wohnen, können nirgendwo hingehen - weil das Geld dafür fehlt.


G1 - O Globo, 28.9.2018
Movimento dos Atingidos por Barragens pede suspensão das atividades de Belo Monte ao Ibama
Cerca de 600 famílias de comunidade impactada pela obra da usina vivem em casas de madeiras sobre palafitas, sem água potável e saneamento básico.

Mittwoch, 12. September 2018

Umweltinstitut Ibama für Genehmigung von Belo Sun-Minenprojekt zuständig

Camp von Belo Sun Mining am Xingu

Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Lizenz für das Goldminenprojekt der kanadischen Firma Belo Sun am Xingu-Fluss vom brasilianischen Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (Ibama) anstelle der Landesregierung von Pará ausgestellt werden muss. Die Entscheidung wurde am Dienstag (11.9.) vom Bundesministerium der Justiz veröffentlicht.

In einer Stellungnahme verlautbarte die Regierung von Pará, dass ihr diese Gerichtsentscheidung noch nicht mitgeteilt worden sei. Sie sei aber entschlossen, dagegen zu berufen, da sie für die Genehmigung zuständig sei.

Die Installations-Lizenz wurde im Februar 2017 vom Sekretariat für Umwelt und Nachhaltigkeit in Belém (Semas) erteilt und autorisiert Belo Sun zum Abbau von Gold in der Gemeinde Senador José Porfírio während der nächsten 12 Jahre. Bereits 2014 hatte das Unternehmen die Vor-Lizenz (Licença Prévia), die vom Umweltsrat (Coema) genehmigt worden war, von Semas erhalten.

Laut Staatsanwaltschaft (MPF) "betreffen die sozio-ökologischen Auswirkungen des Goldminenprojekts nicht einfach nur indigenes Land, sondern sie werden durch die Auswirkungen des Belo Monte Staudamms noch verstärkt und vergrößert". Außerdem argumentierte die Staatsanwaltschaft, dass auch Belo Monte vom Nationalen Umweltinstitut Ibama und nicht von der Regierung in Pará genehmigt worden war.

Das Urteil wurde am 3. September von Richter Paulo Neto unterzeichnet, der festlegte, dass IBAMA die bereits gewährten Lizenzen erneut prüfen sollte, um die Regelmäßigkeit des Verfahrens zu gewährleisten. Zu diesem Zweck kann IBAMA neue Dokumente, Studien oder Befunde anfordern.

Belo Sun ließ verlautbaren, dass „das Unternehmen sowohl mit IBAMA als auch mit SEMAS im Hinblick auf das Genehmigungsverfahren zusammenarbeitet. Die Verhandlungen und Gespräche mit lokalen Institutionen, Gemeinden und indigene Gruppen sollen fortgesetzt werden, um als Ziel das Volta Grande Projekt zu ermöglichen, zum Nutzen aller Beteiligten".


G1 - O Globo, 11/09/2018
Justiça Federal decide que Ibama deve licenciar mineradora da Belo Sun no rio Xingu, no Pará
Decisão determina que o órgão reavalie impactos do empreendimento na região.
Licença havia sido concedida pelo governo estadual em fevereiro de 2017.

MPF-PA, 11/09/2018
Justiça determina federalização do licenciamento de projeto da mineradora Belo Sun no rio Xingu (PA)
Sentença destaca que o Ibama deve reavaliar licenças já concedidas e incluir estudo dos impactos aos indígenas
Processo 0001813-37.2014.4.01.3903
Íntegra da ação 

MPF-PA, 08/11/2018
MPF/PA pede que licenciamento da Belo Sun seja transferido para Ibama
O projeto se sobrepõe a terras federais e às obras de Belo Monte e afeta terras indígenas e o rio Xingu, o que torna Secretaria de Meio Ambiente do Pará incompetente para licenciar

Mining.com, 12/09/2018
Belo Sun license should be reviewed by Brazil federal Gov’t, court rules
A Brazilian court has placed a new obstacle in the way of Canada’s Belo Sun Mining’s (TSX:BSX) plans to develop a vast gold mine in the Amazonic state of Pará, by ruling that the company’s permits should be issued and reviewed by federal authorities.

Projeto Volta Grande
Nota de esclarecimento
A Belo Sun Mineração declara que “a empresa tem prazer em trabalhar tanto com o IBAMA quanto com a SEMAS em seu processo de licenciamento, e continuará a trabalhar com instituições municipais, comunidades e grupos indígenas com o objetivo de avançar com o projeto Volta Grande em benefício para todas as partes interessadas”.

Belo Sun Mining

Volta Grande Gold Project (engl., PDF)

Donnerstag, 23. August 2018

Bischof Kräutler beim Vorbereitungstreffen für Amazonas-Synode in Manaus

Kathpress, 22.08.2018
Brasilien: Kräutler bei Vorbereitungstreffen für Amazonas-Synode

Brasilia, 22.08.2018 (KAP) Im brasilianischen Manaus findet diese Woche das bisher dritte Vorbereitungstreffen der brasilianischen Bischöfe für die Amazonassynode im Oktober 2019 statt. Erwin Kräutler, der aus Vorarlberg stammende emeritierte Bischof der Prälatur Xingu, ist unter den Teilnehmern, berichtete die römische Nachrichtenagentur "Fides" am Mittwoch. Das Treffen solle einem "Prozess des Zuhörens" weiter den Weg bahnen und die Suche nach neuen Wegen kirchlicher Missionsarbeit angesichts der heutigen sozialen, religiösen und kulturellen Situation des Amazonas unterstützen.

An dem noch bis Donnerstag dauernden Treffen, das vom panamazonischen Kirchennetzwerk REPAM und der Kommission für das Amazonasgebiet der Brasilianischen Bischofskonferenz veranstaltet wird, nehmen an die 50 Bischöfe und Vertreter aus 54 Kirchsprengeln der brasilianischen Amazonasregion teil. Die meisten von ihnen bringen langjährige Erfahrung aus der pastoralen Arbeit mit Indigenen mit, welche die "wichtigsten Protagonisten der Synode" sein würden, erklärte der Bischof Edson Damian von Sao Gabriel da Cachoeira. Ziel sei es, den Ureinwohnern bei dem Bischofstreffen im Vatikan "mit viel Respekt und viel pastoraler Sensibilität" zuzuhören.

Zentral geht es bei der aktuellen Versammlung um die vertiefende Arbeit mit dem Anfang Juni vom Vatikan veröffentlichten Synoden-Vorbereitungsdokument, an dessen Erstellung alle zur Synode eingeladenen Amazonas-Bischöfe mitgewirkt haben. Mehrere leitende Redakteure sind auch bei dem Treffen in Manaus anwesend, darunter die Bischöfe Marcia de Oliveira, Paulo Suess, Peter Hughes und Justino Sarmento Rezende.

Zugegen sind auch Vertreter des vom Papst ernannten "Vorsynodalen Rates", dem neben Bischof Kräutler u.a. auch REPAM-Präsident Kardinal Claudio Hummes, Bischof Neri Jose Tondello und Erzbischof Roque Paloschi, Präsident des Indigenen Missionsrates CIMI, sowie die Ordens-Delegierte für Lateinamerika und die Karibik, Schwester Irene Lopes, angehören.

Die für Oktober 2019 geplante Bischofssynode trägt den Titel offiziellen "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie". An dem Treffen werden laut dem vorbereitenden Synodensekretariat 102 Diözesanleiter teilnehmen, von denen allein 57 aus Brasilien kommen. Eingeladen sind weiter die Vorsitzenden von sieben nationalen Bischofskonferenzen aus der Region, Vertreter des REPAM-Netzwerks und anderer kontinentaler Kirchengremien wie des lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM sowie Leiter von römischen Kurienbehörden.

Im Juni wurde mit dem veröffentlichten Vorbereitungsdokument an die örtlichen Kirchen auch ein Fragebogen verschickt. Die Antworten, die bis Februar 2019 zurückerwartet werden, fließen in das eigentliche Arbeitspapier der Synode ein. Dieses soll den Synodenteilnehmern laut Vatikan voraussichtlich im Juni 2019 zugeschickt werden.

VaticanNews, 22.8.2018
Brasilien: Vorbereitungstreffen zur Amazonasynode mit Protagonisten
Im brasilianischen Manaus findet zur Zeit das dritte Vorbereitungstreffen für die Amazonassynode statt. Diese Synode wird dann im Oktober 2019 im Vatikan durchgeführt. Bei dem Treffen soll das Anfang Juli vom Vatikan veröffentlichte Synodenvorbereitungs-Dokument vertieft werden.





REPAM, 23 de agosto de 2018
Igreja na Amazônia finaliza encontro em Manaus
“Com as bênçãos de Nossa Senhora de Nazaré, voltemos para as nossas dioceses e sigamos nossos trabalhos”. Com essas palavras, o Cardeal Cláudio Hummes finalizou o III Encontro da Igreja Católica na Amazônia Legal. Estiveram reunidos no Centro de Treinamento da Maromba, em Manaus, entre os dias 20 e 23 de agosto, os 58 bispos das dioceses e prelazias da região.

Confira a carta na íntegra: Carta do III Encontro da Igreja na Amazônia Legal

Samstag, 18. August 2018

UN-Komitee für Menschenrechte setzt sich für Lula ein

Deutsche Welle, 17.8.2018
UN machen sich für Brasiliens Lula stark
Der inhaftierte Ex-Präsident möchte gerne wieder Präsident werden. Das wollen seine politischen Gegner verhindern. Der UN-Menschenrechtsausschuss mahnt, Lula da Silva dürfe nicht seiner politischen Rechte beraubt werden.


O Globo, 17/08/2018
Comitê de Direitos Humanos da ONU recomenda que o Estado brasileiro assegure direitos políticos de Lula
Em decisão liminar, órgão pede que candidatura do ex-presidente seja mantida

Reuters, 17 de Agosto de 2018
Comitê de Direitos Humanos da ONU diz que Lula deve ter todos os direitos políticos

Donnerstag, 2. August 2018

Von Belo Monte Betroffene blockieren die Transamazônica-Straße



Kooperation Brasilien, 1.8.2018
Staudamm Belo Monte: Betroffene blockieren aus Protest die Transamazônica
Im März dieses Jahres wurden die 968 Familien (rund 3.800 Menschen) des durch den Staudammbau von Belo Monte mittlerweile nahezu durchgängig unter Wasser stehenden Stadtteils von Altamira, Independente 1, als direkt von Belo Monte Betroffene anerkannt, aber sie warten bis heute auf Maßnahmen zur Entschädigung.

Familien aus dem Stadtteil Independente 1 in Altamira haben am Montag die BR 230, die Transamazônica, blockiert. Es sind insgesamt 968 Familien (rund 3.800 Menschen), die im Stadtteil Independente 1 in Altamira leben, ihre Holzhäuser sind meist auf Stelzen und Pfählen gebaut, da ihr Stadtteil bei Hochwasser oft geflutet wurde. Diese Flutungen haben aber seit dem Bau des 11 GW-Staudamms Belo Monte am Fluss Xingu im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará dermaßen zugenommen, dass mittlerweile der Stadtteil nahezu konstant unter Wasser steht. Da es dort noch immer kein funktionierendes Abwassersystem gibt, leben die Menschen in Independente 1 faktisch auf einer Kloake. Dies ist dem Staudammbau von Belo Monte zuzuschreiben: Denn der Fluss Xingu wird rund 40 Kilometer flussabwärts von Altamira gestaut, durch die erste - Pimental - der zwei großen Staustufen des Staudamms Belo Monte, und der Rückstau macht sich bei Hochwasser bis in die tiefer gelegenen Stadtteile von Altamira bemerkbar, während die rund 100 Kilometer lange Große Flusschleife am Xingu, hinter der Staustufe Pimental gelegen, lange Zeit des Jahres nur noch bis zu 20 Prozent des vorherigen Wassers führt, da dieses nun in das Belo-Monte-Staureservoir zur Stromproduktion abgeleitet wird.

Am 13. März dieses Jahres wurden die Bewohner Stadtteil Independente 1 von der Umweltbehörde IBAMA als vom Staudamm Belo Monte Betroffene anerkannt. Es wurde dann von einem Gericht festgestellt, dass Norte Energia, die Betreiberfirma des Wasserkraftwerkes, die Familien umsiedeln muss und je nach Lage entweder ein Ersatzhaus oder aber Entschädigungszahlungen oder ein Haus mit Sozialmieten anbieten muss. Geschehen ist bis heute aber nichts dergleichen.

Jackson Dias, Koordinator vor Ort der Bewegung der Staudammbetroffenen MAB sagte gegenüber der Zeitung Brasil de fato, dass die Familien es müde geworden sind, immer nur auf neue Fristen zu warten. Um ihren Protest kundzutun, häten sie nun die Transamazônica besetzt. Die Straßenbesetzung soll die seit dem 9. Juli von den Betroffenen vorgenommene Besetzung des lokalen Gebäudes der Umweltbehörde IBAMA unterstützen und den Druck erhöhen, damit die Verantwortlichen endlich handeln, und den Betroffenen von Belo Monte zu ihren Rechten verhelfen.


Bom dia Pará 01/08/2018
G1 - O Globo, 31/07/2018
Atingidos pelas obras de Belo Monte encerram protesto em Altamira, no Pará
Os manifestantes protestaram na BR-230, a rodovia Transamazônica.

Jornal Liberal 1ª Edição, em 30 jul 2018
Atingidos pela obra de Belo Monte bloqueiam a BR-230, de acesso à usina
Manifestantes foram reconhecidos pelo Ibama como atingidos pela barragem e exigem que a Norte Energia faça o remanejamento das famílias do local.

G1 - O Globo, 13/07/2018
Moradores de uma área atingida pela instalação da usina de Belo Monte ocupam sede do Ibama em Altamira
Eles cobram o remanejamento das famílias para áreas seguras. Ao todo 968 famílias foram cadastradas pela empresa Norte Energia na área mas nem todas terão direito a uma nova moradia.

Sonntag, 29. Juli 2018

Zehntausende fordern Freilassung von Ex-Präsident Lula

NZZ, 29.7.2018
Tausende fordern in Brasilien die Freilassung von Ex-Präsident Lula
(dpa) Tausende haben in Brasilien bei einem Festival für die Freilassung von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva aus der Haft demonstriert. Bis zu 80 000 Teilnehmer kamen zu «Lula libre» im Stadtteil Lapa in Río de Janeiro, wie der Veranstalter mitteilte. Bei der Feier traten brasilianische Künstler auf, darunter auch der Musiker und Ex-Kulturminister des südamerikanischen Landes, Gilberto Gil. Das Festival begann am Samstagnachmittag und dauerte bis in die Morgenstunden am Sonntag.
Lula verbüsst seit Anfang April eine zwölfjährige Freiheitsstrafe wegen Korruption. Er soll von einem Bauunternehmen die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben. Lula weist die Vorwürfe zurück. Er sieht sich als Opfer einer Verschwörung rechter Politiker, der Justiz und der Medien und bezeichnet sich selbst als politischen Gefangenen.

ORF, 29.7.2018
Rio: Zehntausende fordern Freilassung Lulas


Telesur, 28 July 2018
Brazil: Thousands Turn Out For 'Lula Livre' Festival In Rio
Exhibitions, live performances and cultural workshops dominated the day's agenda as people of all ages joined together to call for Lula to be released from prison.

Veja, 28/07/2018
Chico Buarque, Gil e outros artistas defendem ‘Lula Livre’ no Rio
Festival em apoio ao ex-presidente reúne milhares de pessoas nos Arcos da Lapa


Festival Lula Livre no Youtube

Donnerstag, 26. Juli 2018

Bischof Werlang befürchtet „antidemokratischen Prozess“ bei Wahl in Brasilien


VaticanNews, 26.7.2018
Brasilien: Bischof spricht von „antidemokratischem Prozess“
Der brasilianische Bischof Guilherme Antônio Werlang hat die vielen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl kritisiert. Am 7. Oktober wird in Brasilien ein neuer Präsident gewählt. Der Bischof fürchtet einen „antidemokratischen Prozess“ durch die unübersichtliche politische Lage.

Freitag, 20. Juli 2018

Der Staudamm Belo Monte und die Amazonas-Synode

VaticanNews, 19. Juli 2018
Brasilien: Der Staudamm und die Synode
Eine scheinbar unendliche Geschichte: Immer noch wird am Staudammprojekt Belo Monte in Brasilien gebaut, obwohl es längst Tausende Familien mit Strom versorgen sollte. Die Kirche hatte sich von Anfang an kritisch zu dem Projekt geäußert. Seit Jahren kämpft auch der aus Österreich stammende (mittlerweile emeritierte) Amazonas-Bischof Erwin Kräutler gegen den Megabau, der zum Symbol des „unwürdigen Umgangs“ mit Mensch und Natur in Amazonien geworden ist.

Freitag, 13. Juli 2018

Prälatur gratuliert Dom Erwin zum Geburtstag


Mit einer Festmesse in der Kathedrale von Altamira feierte Dom Erwin Kräutler, emeritierter Bischof am Xingu, seinen 79. Geburtstag. 53 Jahre verbringt er bereits am Xingu und hat diese Zeit nie bereut. Bischof João Muniz und viele Vertreter und Vertreterinnen von Pfarrgemeinden und Umweltorganisationen gratulierten. Festrednerin Eliane Brum sagte: "Dom Erwin ist zwar in Österreich geboren, aber am Xingu ist er wieder geboren..."

Dom Erwin bedankte sich bei allen, die ihn bei seiner Umsetzung des Evangeliums und bei seinem Einsatz für Mitwelt und Menschenrechte unterstützen.



Montag, 9. Juli 2018

Pilz will Grazer Bürgermeister wegen Murkraftwerk klagen

Krone, 9.7.2018
Untreue, Betrug:
Pilz will Bürgermeister wegen Murkraftwerk klagen
Das umstrittene Kraftwerk an der Mur in Graz sowie der Zentrale Speicherkanal (ZSK) könnten noch ein gerichtliches Nachspiel für Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und andere haben: Peter Pilz sowie Gegner der derzeit in Bau befindlichen Staustufe reichen bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eine Sachverhaltsdarstellung ein. Der Vorwurf lautet auf Untreue und Betrug.


msn video, 9.7.2018
Wegen Murkraftwerk: Pilz zeigt Grazer Bürgermeister an!
Der Listengründer ortet Betrug und Untreue


Liste Pilz, 9. Juli 2018
Murkraftwerk und Zentraler Speicherkanal in Graz werden Fall für Staatsanwalt:
Vorwurf der Untreue und des Betrugs
Peter Pilz und Gegner der Staustufe reichen Sachverhaltsdarstellung ein – Bürgermeister Nagl (ÖVP) und andere sollen „Geschenk in Millionen-Höhe“ aus Steuermitteln vergeben haben


ORF, 9.7.2018
Betrugsvorwürfe um Grazer Murkraftwerk
Peter Pilz hat am Montag bekannt gegeben, dass er sowie andere Gegner des umstrittenen Grazer Kraftwerks eine Sachverhaltsdarstellung mit dem Vorwurf auf Untreue und Betrug einreichen werde.


Blog-Archiv zum Murkraftwerk >>

Sonntag, 8. Juli 2018

Lulas Freilassung von Richter Moro gestoppt

Blickpunkt Lateinamerika, 9.7.2018
Justiz-Posse um Lulas Freilassung:
Immerhin ein medialer Erfolg
Am Sonntag spielte sich am Berufungsgericht in Porto Alegre eine unwürdige Justiz-Posse um die Freilassung von Ex-Präsident Lula da Silva ab. Letztlich ging es wohl darum, den seit drei Monaten eingesperrten Lula vor dem Vergessen zu bewahren. Und die Justiz gehörig zu ärgern.


Süddeutsche Zeitung, 8. Juli 2018
Brasiliens Ex-Präsident
Richter stoppt Freilassung von Lula
Nachdem ein Bundesgericht am Sonntag die sofortige Freilassung von Brasiliens Ex-Präsident Lula angeordnet hatte, stoppte der für den Prozess zuständige Richter die Entlassung wenig später.

n-tv, 8.7.2018
Ex-Präsident von Brasilien
Lula kommt vorerst doch nicht frei
Ein Gericht hat ihn wegen Korruption zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Nun entscheidet ein Richter, dass Brasiliens Ex-Staatschef Lula vorerst auf freien Fuß kommen soll. Doch der Entscheid wird von einem anderen Richter auf Eis gelegt.

ORF, 8.7.2018
Zu zwölf Jahren Haft verurteilt
In Brasilien hat am Sonntag der anlaufende Wahlkampf einen starken Motor erhalten: Ein Berufungsgericht ordnete die Freilassung von Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva an - eine Entscheidung, die keinen Tag hielt. Richter Joao Gebran Neto stoppte die Freilassung vorerst. Die Polizei solle den 72-Jährigen nicht auf freien Fuß setzen, bis er den Fall geprüft habe, so der Jurist.

Der Standard, 9.7.2018
Brasiliens Ex-Präsident Lula bleibt vorerst in Haft
Ein Bundesrichter ordnet sofortige Freilassung des verurteilten Expräsidenten an, ein anderer stoppt Freilassung


O Globo, 08/07/2018
Moro interrompe férias para despachar sobre liberdade de Lula
Entenda o passo a passo do pedido de soltura de Lula

Agência Brasil, 08/07/2018
Relator da Lava Jato suspende decisão que concede liberdade a Lula
O desembargador João Pedro Gebran Neto, do Tribunal Regional Federal da 4ª Região (TRF4), relator da Lava Jato em segunda instância, suspendeu a decisão que determinou a liberdade provisória do ex-presidente Luiz Inácio Lula da Silva. Com isso, Lula permanecerá preso na Superintendência da Polícia Federal em Curitiba.

Paraná Portal, 8 de julho de 2018
Desembargador do TRF4 concede habeas corpus para Lula e determina liberdade imediata
O desembargador federal Rogerio Favreto, do Tribunal Federal da 4ª Região, concedeu habeas corpus ao ex-presidente Luiz Inácio Lula da Silva no processo em que foi condenado na Operação Lava Jato a 12 anos e um mês de prisão na manhã deste domingo (8). No despacho, o magistrado determinou que Lula ganhe liberdade imediatamente.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Fehlende Stromtrassen beeinträchtigen Belo Monte


Das Wasserkraftwerk Belo Monte könnte aufgrund von zu geringer Kapazität der Überlandleitungen einen finanziellen Schaden erleiden, der in die Milliarden geht. Das gab das Betreiberkonsortium Norte Energie seinen Partnern bekannt.

Das Wasserkraftwerk, dessen Kosten mit mehr als R$ 35 Milliarden veranschlagt sind, kann wahrscheinlich während der Regenzeit nicht die volle Produktionsmenge an Strom weiterleiten, weil sich der Bau der Stromtrassen verzögert. Schuld daran seien die spanischen Unternehmen Abengoa und Isolux, die aufgrund finanzieller Probleme die Arbeiten nicht weiterbringen, wie aus einem Brief von Norte Energia an Aneel hervorgeht.

Das Konsortium, zu dem die staatliche Eletrobras, die Stromversorgungsunternehmen Neoenergia, Light&Cemig, das Bergbauunternehmen Vale sowie Pensionsfonds gehören, teile der Nationalen Energieagentur Aneel mit, dass die Situation "einen Verlust von Hunderten von Millionen Reais pro Jahr verursachen" und "ernsthafte Ineffizienz und Wertvernichtung" für das Unternehmen bedeuten werden.

Norte Energia hatte die Konzessionsauktion für den Bau von Belo Monte im Jahr 2010 gewonnen, mit einem Preis von R$ 78 pro Megawattstunde, dem niedrigsten Angebote für Energieprojekte in Brasilien. Das Unternehmen behauptet nun, dass diese extrem niedrige Zusage bei der Versteigerung nur möglich war, weil man nicht mit Produktionseinschränkungen und Behinderungen gerechnet hätte bzw. man der Meinung war, dass diese Nachteile abgegolten werden.

Aneel wir nun aufgefordert, Regulierungsmaßnahmen zu verabschieden, "um nicht nur eine wirtschaftliche und finanzielle Entschädigung für die Einschränkungen zu gewährleisten", sondern auch um zu verhindern, dass sie sich fortsetzen oder wiederholen." Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die Überlandleitungen erst nach 2023 in der Lage sein werden, die gesamte Stromproduktion von Belo Monte ohne Probleme zu transportieren.

Der Strom von Belo Monte sollte in drei Stromtrassen in den Süden Brasiliens transportiert werden: in zwei neue Ultrahochspannung und durch eine Erneuerung des bestehenden Systems, das von Abengoa und Isolux durchgeführt werden sollte. Da die spanischen Unternehmen ihre Arbeiten jedoch nicht abgeschlossen haben, entstehen für Norte Energia Probleme beim Stromtransport, vor allem in der Regenzeit, wenn das Kraftwerk voll in Betrieb ist.

Schätzungsweise können in der kommenden Regenzeit nur 5.000 Megawatt geliefert werden, gegenüber der produzierten 7.650 Megawatt. Selbst nach der Inbetriebnahme der Überlandleitung, die für Dezember 2019 geplant ist, könnten nur maximal 9 Gigawatt an Strom geliefert werden, obwohl bei maximaler Kapazität 11,2 Gigawatt produziert. Somit kann Norte Energia seinen Verpflichtungen nicht nachkommen.

Das Problem des Stromtransportes ist zwar auf die Regenzeit beschränkt, aber die Auswirkungen für Norte Energia sind enorm. Denn Belo Monte war so geplant, dass es während der Regenzeit volle Kraft produziert. Im Rest des Jahres ist wegen des fehlenden Wassers nicht viel möglich.

"In der zweiten Hälfte des Jahres hat Belo Monte eine totale 'Trockenheit', es besteht die Gefahr, dass nichts erzeugt wird, die Produktion ist saisonal sehr abhängig. Belo Monte kann im ersten Semester die gesamte geplante Energie erzeugen, und im zweiten fast nichts", sagte ein Experte, der mit Belo Monte vertraut ist, zu Reuters.


G1 - O Globo, 04/07/2018
Usina de Belo Monte alega perda milionária por restrição em sistema de transmissão
Usina no Pará não pode gerar toda carga no período de chuvas do rio Xingu devido a atrasos na construção de projetos de transmissão.

Estadão, 20 Agosto 2017
Falta de linhas vai limitar geração de Belo Monte
O atraso crônico das obras de linhas de transmissão de energia vai começar a afetar a operação da maior hidrelétrica brasileira. A partir de setembro, a usina de Belo Monte, em construção no Pará, ficará tecnicamente impedida de entregar todo o volume de energia que suas turbinas já são capazes de produzir, por causa de linhas de transmissão de energia que deveriam estar prontas, mas que até hoje só existem no papel.
O plano de distribuição de energia de Belo Monte se apoia na construção de três novas linhas. A primeira, conhecida como “linhão pré-Belo Monte”, teve seu contrato assinado com a espanhola Abengoa em fevereiro de 2013. Previa-se que essa rede de 1.854 km de extensão ficasse pronta em fevereiro de 2016. Seria a malha de estreia da hidrelétrica, afinada com o cronograma das 18 máquinas de 611 MW da usina. Essa rede levaria a carga inicial de Belo Monte para o Nordeste; outras duas linhas de 2,1 mil km cada, que seguem para o Sudeste, entrariam em operação em março de 2018 e dezembro de 2019. O projeto da Abengoa, no entanto, naufragou com a crise financeira da empresa. Nada foi feito.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Große Erwartungen an die Amazonas-Synode

VaticanNews, 3.7.2018
Brasilien: Große Erwartungen an die Amazonas-Synode
Voller Hoffnung erwartet der emeritierte Erzbischof von Sao Paolo, Kardinal Claudio Hummes, der dem kirchlichen Amazonasnetzwerk REPAM vorsteht, die Synode zum Amazonas im kommenden Jahr. Im Gespräch mit Vatican News betont der Geistliche die globalen Aspekte.

Bischof Kräutler feiert 53. Priesterjubiläum

Die Prälatur am Xingu gratuliert Dom Erwin Kräutler zu seinem 53-jährigen Priesterjubiläum.
Er ist ein Priester der Liebe und der Hingabe,
der Demut und Gelassenheit,
der Einfachheit, indem er einer von uns ist,
seinem geliebten Volk am Xingu.
Möge Gott ihn weiterhin segnen, behüten und beschützen
und ihm immer Weisheit, Glauben und Einsicht schenken.
Danke, dass du ein Teil unseres Lebens bist!



Samstag, 30. Juni 2018

Pater Amaro Lopes wieder auf freiem Fuß

Pater Amaro beim Verlassen der Haftanstalt
VaticanNews, 29.6.2018
Brasilien: Priester wieder auf freiem Fuß
Pater José Amaro Lopes da Silva ist wieder auf freiem Fuß. Auf Anordnung des Obersten Gerichts konnte der bekannte Vertreter der katholischen Landpastoral CPT im Amazonas-Bundesstaat Pará das Gefängnis unter Auflagen verlassen.

Der Priester Amaro war Ende März von der Polizei in Vorbeuge-Haft genommen worden. Landpastoral-Aktivisten vermuteten dahinter Machenschaften von Großgrundbesitzern, die ihm sein Eintreten für die Rechte armer Bauernfamilien auf Land übelnehmen. Amaro war Mitarbeiter der US-Ordensfrau Dorothy Stang; die Menschenrechtlerin ist 2005 ermordet worden, Amaro setzt ihr Engagement fort.

Mitarbeiter der ermordeten Schwester Dorothy Stang
Der Bundesstaat Pará ist historisch für die Landkonflikte bekannt. Jedes Jahr werden Dutzende von Männern und Frauen bedroht, versklavt und ermordet. Papst Franziskus plant eine Sonder-Bischofssynode zum Amazonasgebiet, dabei sollen auch die Landkonflikte besprochen werden.


Padre Amaro-Blog, 30/06/2018
Padre Amaro Lopes em liberdade
Depois de 90 dias preso, a justiça, enfim, concede o habeas corpus ao religioso. Prelazia do Xingu emite nota oficial.

Depois de se completarem 90 dias de prisão do Padre Amaro Lopes, da Prelazia do Xingu, o ministro do STJ, Rogério Schietti Cruz, na manhã de ontem, 28 de junho, concedeu-lhe habeas corpus para que possa responder em liberdade ao processo no qual é vítima. O religioso só foi liberado na tarde desta sexta-feira.

Mittwoch, 27. Juni 2018

Österreich: Umweltschützer in besorgt wegen Umweltpaket


Der Standard, 27.6.2018
Automatismus soll Umweltverfahren in Österreich verkürzen
Die Regierung will großen Infrastrukturprojekten Vorrang einräumen. Jedes Vorhaben soll genehmigt sein, auch wenn es nach neun Monaten keine Entscheidung der Behörde gibt

ORF, 27.6.2018
Kritik an Plänen ist laut
Die ÖVP-FPÖ-Regierung hat ein „Umweltpaket“ am Mittwoch im Ministerrat abgesegnet. Neben der Umsetzung von EU-Vorgaben geht es auch um die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Diese soll künftig beschleunigt werden - ohne ökologische Standards zu senken, sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Kritik an den Plänen kam von Umweltschutzorganisationen: nicht nur wegen der UVP-Beschleunigung, sondern auch, weil laut einem Bericht Großprojekte künftig automatisch genehmigt werden sollen.

Der Standard, 27.6.2018
Umweltschützer in "großer Sorge" wegen Regierungsplänen
Dass manche Projekte bei der UVP künftig durchgewunken werden können, sei "ein Anschlag auf unser rechtsstaatliches Grundprinzip", heißt es im Umweltdachverband

Donnerstag, 21. Juni 2018

P. Michael Rohde cpps heimgegangen


P. Michael hat während seiner Zeit in Brasilien immer wieder Beiträge für diesen Blog gestaltet und hat bei Übersetzungen geholfen. Wir danken für seine missionarische Tätigkeit auf dieser Erde und hoffen auf die Erfüllung seines Lebens in Gott.

C.PP.S.-Missionaries >>

Nachruf der Kirchengemeinde St. Alexander in Iggenhausen >>

Michaels Gedanken auf Freundeskreis Victoria >>

Prelazia do Xingu >>




Donnerstag, 14. Juni 2018

Belo Monte: 9. Francis-Turbine geht in Betrieb


Die Nationale Elektrizitätsagentur ANEEL genehmigte am 13.6.2018 die Inbetriebnahme der 9. Francis-Turbine mit einer Leistung von 611,1 MW. 9 weitere Francis-Turbinen sind in Belo Monte bis Ende 2019 geplant.

Mit den 6 kleineren Turbinen des Nebenkraftwerks Pimental funktionieren nun insgesamt 15 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 5.732,7 MWh. Nach der Fertigstellung 2019 soll Belo Monte mit 11,23 GWh das drittgrößte Kraftwerk weltweit sein.


Época Negócios, 13/06/2018
Hidrelétrica de Belo Monte é autorizada a iniciar operação de nova turbina
Com isso, o empreendimento no rio Xingu passará a operar com cerca de 5,7 gigawatts em capacidade, o que já a coloca entre as maiores do Brasil

A hidrelétrica de Belo Monte, no Pará, recebeu autorização para iniciar a operação em regime comercial de uma nova unidade geradora, o que levará a usina a um total de 15 máquinas em operação, de um total de 24.

Segundo despacho da Agência Nacional de Energia Elétrica (Aneel) no Diário Oficial da União desta quarta-feira, a unidade geradora com aval para operação soma 611,1 megawatts em capacidade.

Com isso, o empreendimento no rio Xingu passará a operar com cerca de 5,7 gigawatts em capacidade, o que já a coloca entre as maiores do Brasil.

Quando concluída, o que é previsto para 2019, a usina de Belo Monte será uma das maiores do mundo, com 11,2 gigawatts. No Brasil, ela ficará atrás apenas da binacional Itaipu, em parceria com o Paraguai, que soma 14 gigawatts.


Norte energia, 14/06/2018
Belo Monte: Energia limpa e sustentável
Em operação desde abril de 2016, Belo Monte já conta com 15 das suas 24 unidades geradoras em atividade. São nove na Casa de Força Principal, com capacidade instalada de 5.500 megawatts (MW), e seis na Casa de Força Complementar, em Pimental, com 233,1 MW – o que totaliza 5.733 MW. A conclusão da UHE Belo Monte, com a instalação da última das 24 turbinas do Empreendimento, está prevista para dezembro de 2019.
A energia gerada pela Usina é destinada ao Sistema Interligado Nacional (SIN), através de cinco linhas de transmissão, e comercializada da seguinte forma: 70% no mercado regulado para 26 Estados, mediante Contrato de Comercialização de Energia Elétrica no Ambiente Regulado (CCEAR), por meio de 45 distribuidoras; 10% para autoprodutores, sócios da Norte Energia, através de contratos bilaterais de compra e venda de energia; e 20% para o mercado livre.

Freitag, 8. Juni 2018

Vorbereitungspapier für Amazonassynode präsentiert


Religion.orf.at, 8.6.2018
Amazonas-Synode:
Umweltfragen und Indigenen-Rechte
Die durch Raubbau verursachten Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im kommenden Jahr im Mittelpunkt einer Bischofssynode. Eine Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt wird wohl kein Thema sein.


Katholisch.de, 8.6.2018
Amazonas-Synode: Umwelt statt "Viri probati"?
Viel wurde spekuliert: Ist die Weihe von "Viri probati" Thema der Amazonas-Synode? Ausdrücklich erwähnt werden sie im jetzt veröffentlichten Arbeitspapier nicht. Und im Mittelpunkt steht sowieso ein anderes Thema.
Die Umweltschäden durch Raubbau im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im Mittelpunkt einer von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynode. Das geht aus dem am Freitag im Vatikan veröffentlichten Vorbereitungsdokument hervor. Weiter erörtern die Synodenteilnehmer eine Stärkung der indigenen Bevölkerung, Ämter für Frauen in der Kirche und neue Wege, um einen Zugang der Gläubigen zur Messfeier sicherzustellen.


VaticanNews, 8.6.2018
Vorbereitungspapier für Amazonassynode:
Natur, Glaube und Kirche
Die Kirche hat auch eine Seite, die eng mit Amazonas verbunden ist und deshalb sollen sich die Gläubigen auch mit Themen wie Nachhaltigkeit, Solidarität und Verantwortung gegenüber Mitmenschen und der Natur auseinandersetzen. Das sind die Anliegen, die im Vorbereitungspapier auf die Amazonassynode an diesem Freitag im Vatikan vorgestellt wurden.


VaticanNews, 8.6.2018
Amazonassynode: 
Auswirkungen auf die gesamte Weltkirche
Ein eng umrissenes geographisches Gebiet, dessen Entwicklungen jedoch Auswirkungen auf den ganzen Planten haben – so könnte man die Sorge erklären, mit der die Kirche auf die Amazonasregion blickt. An diesem Freitag hat das Sekretariat der Bischofssynode nun die Lineamenta herausgegeben, mit denen die außerordentliche Bischofssynode zum Amazonasgebiet vorbereitet werden soll.
„Auch wenn das Thema sich auf ein spezifisches Territorium wie die Amazonasregion bezieht – weshalb man auch von Panamazonischer Synode spricht – so gehen die damit zusammenhängenden Überlegungen doch über den regionalen Bereich hinaus, denn sie betreffen die gesamte Kirche und auch die Zukunft des Planeten“, betonte der Sekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, bei der Vorstellung des knapp 20 Seiten starken Dokumentes, dem auch ein Fragebogen angegliedert ist.


Die Tagespost, 13. Juni 2019
Ausbeutung und Priestermangel
Das Vorbereitungspapier für die Amazonas-Synode spricht von einer Region in "schwerer Krise".


VaticanNews, 08/06/2018
Sínodo 2019: 
A Amazônia no coração da Igreja
“Amazônia: novos caminhos para a Igreja e para uma ecologia integral” é o título do Documento Preparatório do Sínodo dos Bispos para a Amazônia, composto por um texto-base que oferece uma análise da conjuntura atual da Amazônia.

Dienstag, 5. Juni 2018

Vatikan stellt demnächst Dokument zur Amazonas-Synode vor


Domradio.de, 5.6.2018
Seelsorge und Umweltfragen

Das Vorbereitungsdokument der für 2019 geplanten Amazonas-Synode im Vatikan wird an diesem Freitag vorgestellt. Soweit bekannt, soll es bei dem Bischofstreffen um neue Wege in der Seelsorge sowie um Umweltfragen gehen.

Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag mit. Erwartet wird auch, dass mögliche Ausnahmen für die Zulassung zum Priesteramt zur Sprache kommen, um dem Mangel an Seelsorgern in der riesigen und schwer zugänglichen Region zu begegnen.

Synode im Oktober 2019 geplant

Das Vorbereitungspapier war bereits Mitte April auf einem Treffen in Rom verabschiedet worden. Es sollte anschließend zusammen mit einem Fragebogen an Bischofskonferenzen und Organisationen verschickt werden. Die für Oktober 2019 geplante Bischofssynode trägt den Titel "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie".

Im Zusammenhang mit der Amazonas-Synode wird spekuliert, ob die katholische Kirche den Pflichtzölibat für Priester teilweise lockert.

Suche nach Alternativen für Priestermangel

In dem dünn besiedelten Gebiet mit weit verstreuten Gemeinden und wenigen Priestern könnten lebenserfahrene verheiratete Männer (viri probati) zu Priestern geweiht werden. Einen entsprechenden Vorschlag machte etwa der langjährige Amazonasbischof Erwin Kräutler. Zuletzt rief der nordbrasilianische Bischof Jose Ionilton Lisboa de Oliveira, Leiter der Territorialprälatur Itacoatiara, zur Suche nach "Alternativen" angesichts des Priestermangels auf.

Das Gebiet Amazonien entspricht etwa dem Einzugsgebiet des Amazonas-Flusses in den Staaten Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es bedeckt fast die gesamte nördliche Hälfte des Kontinents Südamerika und gilt als eines der wichtigsten Ökosysteme der Welt.


VaticanNews, 5.6.2018
Vatikan: Vorab-Papier zur Amazonas-Synode kommt Freitag
Das Vorbereitungsdokument der für 2019 geplanten Amazonas-Synode im Vatikan wird am kommenden Freitag vorgestellt. Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag mit.

Montag, 4. Juni 2018

Kein Haftentlassung für P. Amaro Lopes


Die Richter des Bundesgerichts von Pará lehnten den Antrag auf Habeas Corpus für Pater Amaro Lopes einstimmig ab. P. Amaro wurde am 27. März von der Zivilpolizei in Anapu festgenommen. Ihm werden Straftaten wie Drohungen, Besitzstörung, Erpressung, illegale Nötigung und Geldwäsche vorgeworfen. Die Richter verweigerten die Freilassung des Priesters aus der Untersuchungshaft, ordneten aber die Haft in einer speziellen Zelle an, wie es das Gesetz vorsieht. Die neun Richter folgten der Stellungnahme der Sachbearbeiterin Vânia Silveira.

Der Präsident der Nationalen OAB-Menschenrechtskommission, Everaldo Patriota, verteidigte Pater Amaro und hatte seine Freilassung aufgrund fehlender Beweise gefordert.

Die Sachbearbeiterin blieb bei der Meinung, dass P. Amaro zu Landinvasionen und Demonstrationen aufgerufen und Grundstücke illegal verkauft hätte. Die Anklage brachte weiters vor, P. Amaro hätte bei religiösen Veranstaltungen zu kriminellen Handlungen ermutigt.

P. Amaro Lopes ist seit mehr als 20 Jahre in der Region von Anapu als ein Verteidiger der Menschenrechte und Sprachrohr für die Agrarreform aktiv. Er setzt das Werk von Dorothy Stang fort, die 2005 in Anapu für ihren Einsatz um die Rechte der Kleinbauern im Auftrag von Großgrundbesitzern erschossen wurde.

Vertreter der Landpastoral (CPT), der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CPJ) und anderer Organisationen hielten während des Prozesses vor dem Gericht eine Mahnwache. Sie forderten die Freilassung des Priesters und protestierten gegen die Kriminalisierung sozialer Bewegungen.

Der Anwalt der Landpastoral (CPT) José Batista sagte, dass die Verhaftung von Pater Amaro politisch und ein Beweis für die Kriminalisierung der sozialen Bewegungen und ihrer Anführer sei. "Es gibt keine Beweise für die Anschuldigungen, die gegen Amaro vorgebracht werden. Insofern hat die Inhaftierung kein Fundament. Selbst die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass die meisten Anklagepunkte unbegründet seien", berichtet Batista.

Laut Batista soll Amaro durch das Vorgehen der Zivilpolizei und der Justiz von Anapu demoralisiert und veranlasst werden, sich aus dem Kampf für die Agrarreform in der Xingu-Region zu ziehen. "Die polizeilichen Untersuchungen sind in diesem Fall sehr dürftig, was vermuten lässt, dass hinter dieser Haftstrafe politische Entscheidungen stehen", bekräftigte Batista.

Die U-Haft sei auch deshalb unnötig, weil P. Amaro mehr als 20 Jahre in der Region einen fixen Wohnsitz hat und alle Kriterien erfüllt, um den Prozess in Freiheit abzuwarten.

"Wir geben uns mit diesem Urteil nicht zufrieden. Das Gericht von Pará ist konservativ und für seine Entscheidungen bei sozialen Problemen bekannt. Wir werden beim Obersten Gerichtshof (STJ) Berufung einlegen und dort einen Antrag auf Habeas Corpus für P. Amaro einbringen", sagte Batista


ROMA News, 04/06/2018
Tribunal de Justiça nega HC ao Padre Amaro
Padre continuará no presídio de Altamira. Defesa vai recorrer

G1 - O Globo, 04/06/2018
Justiça do Pará nega pedido de habeas corpus a Padre Amaro
Decisão foi unânime. O religioso era braço direito da missionária Dorothy Stang e é investigado por associação criminosa, ameaça, extorsão, constrangimento e lavagem de dinheiro.

Freitag, 1. Juni 2018

P. Amaro Lopes wird Beteiligung an Mord unterstellt

Der Geschäftsmann Luciano Albano Fernandes wurde am Abend des 19. Mai im Wohnsitz der Großfamilie in Anapu erschossen. Laut Polizeiangaben ging er gegen 22:00 Uhr auf die Veranda, um ein Telefongespräch zu führen. Dort sollen ihn die tödlichen Schüsse getroffen haben. Luciano hätte sich noch blutüberströmt in die Wohnung geschleppt, wo ihm die beiden Brüder Cláudio und Silvério zu Hilfe kamen und ihn ins Spital von Anapu brachten. Dort erlag er seinen Verletzungen. Luciano war 52 Jahre alt und gilt als Pionier der Region.

Sein Bruder Silvério Fernandes, Ex-Vizebürgermeister von Altamira, veröffentlichte auf Facebook ein Video: "Landbesetzer drangen in unser Haus ein... und schossen ihm in die Brust...". Er zeigte sein T-Shirt mit dem Gesicht von Jair Bolsonaro, einem Kandidaten für den bevorstehenden Wahlkampf,  und sagt: "Mein Bruder, du musst uns helfen! Wir müssen diese Land-Invasoren bekämpfen! Sie sind Kriminelle und Banditen. In Anapu gibt es nur mehr Kriminelle. Mein Bruder, du musst kommen und uns helfen! Du bist unsere einzige Hoffnung!"

Laut Polizei laufen die Ermittlungen und das Motiv der Tat ist noch nicht geklärt. Dennoch versuchen Fazendeiros, Polizei und die Medien, die Kleinbauern der Siedlungsprojekte für den Mord verantwortlich zu machen. Natürlich wird P. Amaro mit hinein gezogen - auch wenn er seit 27. März im Gefängnis sitzt -, indem ihm immer wieder vorgeworfen wird, die Leute zum illegalen Handeln anzustiften.

Aufgrund der Schwere der Behauptungen und Anschuldigungen machten verschiedene Organisationen, die die Situation in Anapu gut kennen, folgende Klarstellungen:

Quelle: CPT-Nacional, 1 de junho de 2018 - Übersetzung von PlattformBeloMonte

Erklärungen zu den Konflikten in Anapu und zur Inhaftierung von P. Amaro

1 - Wir verteidigen das Leben und nicht den Tod! Wir sind ganz klar gegen die Ermordung sowohl von Arbeitern als auch Fazendeiros. Denn der Einsatz von Gewehren zum Niedermähen von Menschen ist nicht der Weg, um die Landkonflikte zu lösen. Wir unterstützen den Kampf ländlicher Arbeiter für ein Stück Land und wehren uns gegen jeden Versuch, soziale Bewegungen zu kriminalisieren. Wir möchten erwähnen, dass es in allen Gebieten, in denen die CPT-Anapu Landlose unterstützt, Prozesse beim Bundesgericht über die Legalisierung öffentlicher Grundstücke, die von Fazendeiros und Grileiros illegal besetzt sind, gibt. Nur im Gleba Bacajá in der Gemeinde Anapu haben das Nationale Institut für Agrarreform (INCRA) und die Bundesanwaltschaft (MPF) beim Bundesgericht 26 Klagen gegen Fazendeiros und Grileiros eingebracht, weil sie 27 Parzellen mit einer Gesamtfläche von 80.000 Hektar illegal beanspruchen. Bei diesen Prozesse ist die Landpastoral (CPT) keine anklagende Partei.

2 - Die Parzelle mit der Nr. 44 ist die Fazenda Santa Maria, die von Luciano Fernandes und anderen Mitgliedern der Familie gerichtlich verhandelt wird. INCRA und MPF haben eine Klage auf Annullierung des Immobilienregisters und den Antrag auf Rückführung in öffentliches Gut beantragt, mit dem Ziel, diese Flächen im Zug der Agrarreform für nachhaltige Landwirtschaft an die Kleinbauern zu vergeben. Das Bundesgericht von Altamira bestätigte den Antrag von INCRA und der MPF und entschied für die Aufhebung des bestehenden Eigentumseintrags in Bezug auf Parzelle 44, wodurch es wieder öffentliches Gut wird. Die Familie Fernandes hat Einspruch vor TRF1 (0038381-03.2010.4.01.3900 / PA) eingebracht, das Urteil ist noch ausständig.

3 - Seit der Ermordung der Missionarin Dorothy Stang am 12.02.2005 wurden 14 Kleinbauern in der Gemeinde Anapu bei Landkonflikten ermordet. Die Zivilpolizei von Anapu war bisher nicht in der Lage, die für die Verbrechen Verantwortlichen zu ermitteln, anzuklagen und zu verhaften. Die Polizei vermittelt so den Eindruck, einseitig zu agieren, ohne ihre Nähe zu den Fazendeiros und Grileiros zu verbergen, die illegal die öffentlichen Ländereien besetzen. Die Straffreiheit für diese Verbrechen ist eine der Ursachen für die Kontinuität der Gewalt.

4 - Die Festnahme von P. AMARO LOPES bestätigt diese Handlungsweise der Zivilpolizei von Anapu: gegen Leute, die sich für die Agrarreform einsetzen, wird vorgegangen; wer sie zu verhindern sucht, bleibt straffrei. Erstens überging der Postenkommandant Rubens Mattoso die Zuständigkeit des Agrarkonfliktbüros (DECA), da es sich um agrarpolitisch motivierte Straftaten handelt. Er beauftragte nicht DECA mit den Ermittlungen, sondern die Polizeistelle von Anapu. Zweitens, weil die Vorwürfe, die zur Festnahme von P. Amaro führten, vom Präsidenten der Landwirtschaftskammer von Anapu und von mehr als 20 Fazendeiros der Region ausgingen, die vor der Polizeistation Schlange standen, um alle möglichen Vorwürfe gegen P. AMARO vorzubringen.

5 - P. AMARO ist das Opfer falscher Anschuldigungen von Fazendeiros und der Zivilpolizei von Anapu, um ihn hinter Gitter zu bringen und ihn dadurch an seinen Aktivitäten zu hindern. Die Staatsanwaltschaft fand keine Belege, die die von der Polizei vorgebrachten Anschuldigungen wie angebliche sexuelle Nötigung (Art. 216A), Anstiftung zu illegalem Handeln (Art. 146) und Bedrohung (Art. 147 des Strafgesetzbuches) bestätigt hätten. Auch ohne Beweise gaben der Polizeikommandant und andere Vertreter der Zivilpolizei Interviews für TV-Sender und Zeitungen und behaupteten, Amaro hätte diese und andere Verbrechen geübt. Eine wahre Kampagne der Demoralisierung von P. Amaro setzte ein. Und auch jetzt sagen Zivilpolizei und Fazendeiros, die Interesse an öffentlichen Ländereien in der Region haben, dass der Tod von Luciano Fernandes mit der Verhaftung von P. AMARO zusammenhängt. Diese neue Anklage versucht die Freilassung von P. Amaro zu verhindern und sie stellt einen weiteren Angriff auf die Arbeit der Prälatur am Xingu und der Landpastoral in Anapu dar.

6 - Diese Verleumdungen haben zum Ziel ab: a) die Prozesse der Landenteignungen in Anapu zu stoppen, um so die Schaffung der von Dorothy initiierten Projekte für nachhaltige Entwicklung (PDS) zu verhindern; b) die Kleinbauern zu kriminalisieren, indem sie mit Straftaten in Verbindung gebracht werden, wo sie eigentlich Opfer sind; c) Druck gegen die Justiz im Fall von Regialdo Pereira Galvão aufzubauen, der zu 25 Jahren verurteilt wurde, weil er einer der Hauptschuldigen an dem Mord an Dorothy war; seine Freilassung soll erreicht werden d) die Rückkehr von Pater Amaro nach Anapu und die Kontinuität seiner Arbeit zu verhindern.

7 - Die Hasspropaganda gegen den Kampf für die Landreform, die vom Agrarsektoren in Anapu über WhatsApp geführt und in regionalen Medien wiedergegeben wird, bedroht die Anführer der Landbewegung und der Landpastoral. Trotz der vielen Angriffe und Bedrohungen werden sich die sozialen Bewegungen jedoch weiterhin gegen Gewalt, für P. Amaros Freiheit, gegen Kriminalisierung sozialer Bewegungen und für die Umsetzung der Agrarreform einsetzen.

Belém/Altamira, 1. Juni 2018

Comissão Pastoral da Terra de Anapu
Comissão Pastoral da Terra Regional Pará
Sociedade Paraense de Defesa dos Direitos Humanos – SDDH
Terra de Direitos
União Brasileira de Mulheres – UBM
Instituto Paulo Fonteles de Direitos Humanos – IPF
Fase Amazônia – FASE
Cáritas - Regional Norte 2
Comissão de Justiça e Paz - CJP - CNBB Norte 2
Centro de Estudos e Defesa do Negro do Pará
CAIC - Conselho Amazônico de Igrejas Cristãs
CEBI - Centro de Estudos Bíblicos
Comitê Dorothy

Rücktritt von Petrobras-Chef Pedro Parente

ORF.at, 1.6.2018
Petrobras-Chef tritt im Streit zurück
Der Chef des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras ist nach einem Streit über die Einflussnahme der Regierung zurückgetreten. Ein kommissarischer Nachfolger für Pedro Parente solle noch heute benannt werden, teilte das Unternehmen mit. Andere Topmanager bleiben den Angaben zufolge auf ihren Posten.

Parente kam 2016 ins Amt, um das skandalgeplagte Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Eine Bedingung dafür war, dass Petrobras die Kraftstoffpreise selbst bestimmen darf. Am Sonntag jedoch beugte sich Staatspräsident Michel Temer streikenden Lastwagenfahrern und verkündete, dass der Dieselpreis künftig monatsweise festgelegt wird. Zudem soll es weitere Maßnahmen geben, um den Preis zu senken.

Obwohl Temer ankündigte, dass Petrobras für Verluste entschädigt wird, könnte er mit seiner Entscheidung bei Parente eine rote Linie überschritten haben. Der Manager wollte die Preise enger an den Weltmarkt koppeln und sie täglich festsetzen. Aktionäre reagierten auf den Rücktritt schockiert. Die Aktie verbilligte sich um über 17 Prozent.


FOCUS.de, 01.06.2018
Petrobras-Chef stellt nach Protest in Brasilien Posten zur Verfügung
Nach tagelangen Protesten gegen die hohen Treibstoffpreise in Brasilien hat der Chef des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras seinen Rücktritt angeboten.


Reuters, 1.6.2018
Petrobras CEO quits after Brazil fuel intervention, shares plunge
RIO DE JANEIRO/BRASILIA (Reuters) - Petroleo Brasileiro SA’s chief executive quit on Friday in a surprise move that wiped some $12 billion off the state-controlled oil producer’s market valuation, after Brazil’s government responded to a trucking strike by intervening in the company’s fuel pricing policy.


G1 - O Globo, 1/6/2018
Pedro Parente pede demissão da Petrobras
O presidente da Petrobras, Pedro Parente, pediu demissão na manhã desta sexta-feira (1º) em caráter "irrevogável e irretratável".

Donnerstag, 31. Mai 2018

Frankreich: Polizei räumt autonomes Gebiet nach Aus für Flughafen

ORF.at, 31.5.2018
Regierung zur Räumung entschlossen
Das Jahr hat für die Bewohner des autonomem Gebiets „ZAD“ vielversprechend begonnen. Der Bau eines Flughafens, der auf dem Gelände im Westen Frankreichs nahe Nantes entstehen sollte, wurde im Jänner abgeblasen – nach fünf Jahrzehnten Planung und ebenso langem Widerstand dagegen. Die einstigen Besetzer wurden in den Jahren zu Bewohnern des Areals und wollen nun trotz Absage des Projekts nicht weichen. Die französische Regierung aber hält dagegen und wendet teils martialische Mittel auf, um eine Räumung zu erwirken.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Lkw-Streik legt Brasilien lahm


Deutsche Welle, 30.05.2018
Brasilien: Mächtige Trucker, ohnmächtiger Präsident
Nach neun Tagen Truckerstreik flaut die Protestwelle in Brasilien ab und die Versorgungslage im Land verbessert sich langsam. Trotzdem steht Präsident Temer vor einem politischen Scherbenhaufen. Aus Rio Thomas Milz.

n-tv, 30.05.18 – 01:45 min
Wirtschaft vor dem Stillstand
Lkw-Streik legt Brasilien lahm
Tagelange Streiks der Lkw-Fahrer werfen Brasilien ins Chaos. Streitpunkt sind die steigenden Dieselpreise. Obwohl die Regierung diese inzwischen gesenkt hat, scheint ein Ende der Krise nicht in Sicht.

VaticanNews, 31.5.2018
Brasilien: Bischöfe halten zu streikenden LKW-Fahrern
Seit zehn Tagen streiken in Brasilien die Fernfahrer aus Protest gegen hohe Dieselpreise. In den Supermärkten werden Lebensmittel knapp. Die Bischöfe solidarisieren sich mit den LKW-Fahrern, sind aber auch in Sorge um das Wohlergehen der Armen.

Frankfurter Allgemeine, 29.05.2018
Kein Benzin mehr:
Brasilien bangt dem Stillstand entgegen
Brasiliens Regierung hat die Dieselpreise gesenkt und trotzdem protestieren die Lastwagenfahrer weiter. Die Blockade trocknet das Land aus – und die Nervosität steigt.

amerika21, 29.5.2018
Streik der Lkw-Fahrer in Brasilien geht trotz Ankündigung von Preissenkung weiter
Fernfahrer streiken seit über einer Woche wegen Treibstoffpreisen. Große Auswirkungen auf alltägliches Leben. Temer kündigt Senkung an

Der Standard, 26.5.2018
Brasilianische Regierung setzt Armee gegen streikende Lkw-Fahrer ein
traßenblockaden legen Land lahm – Lebensmittel und Treibstoff werden knapp


Jornal Nacional, 29/05/2018
Após nove dias de greve, caminhões começam a circular em todo o país
Alguns circulam com escolta, outros livremente. Mas ainda há manifestantes nas rodovias que ameaçam caminhoneiros que querem trabalhar.

BBC, 30 maio 2018
Greve dos caminhoneiros: a cronologia dos 10 dias que pararam o Brasil
Pouco a pouco, o Brasil começou nesta quarta-feira a se recuperar dos efeitos causados pela greve dos caminhoneiros, que durou dez dias e paralisou serviços como fornecimento de combustíveis e distribuição de alimentos e insumos médicos, levando o país à beira do colapso.

G1 - O Globo, 31/05/2918
No 11º dia da greve, caminhoneiros mantêm protesto apenas no Porto de Santos; distribuição de alimentos melhora
Centros de abastecimento de alimentos estão recebendo mais produtos e preços estão voltando à normalidade. Distribuição de combustível também melhorou em muitos estados.

UOL, 31/05/2018
companhe a greve de caminhoneiros e seus reflexos
Protestos de caminhoneiros entram no décimo dia

Estadão, 31/05/2018
Greve de caminhoneiros deixa rastro de prejuízos bilionários em todo o País
Com protestos no fim, crise de desabastecimento começa a ser revertida, mas efeitos na economia ainda vão perdurar por muito tempo; perdas com a greve superam R$ 75 bi

Folha de S.Paulo, 31/05/2018
Greve dos caminhoneiros traduz descrédito das instituições do país
Apoio registrado pelo Datafolha evoca alta impopularidade do governo, mas não apenas isso

Samstag, 26. Mai 2018

Auftraggeber des Mordes von Dorothy Stang wieder frei


Kathpress, 26.05.2018
Mord an Kräutler-Mitarbeiterin:
Auftraggeber erneut freigelassen
Neues Urteil schreibt brasilianische Justizposse um den im Jahr 2005 verübten Mord an der Ordensfrau Dorothy Stang fort

Brasilia, 26.05.2018 (KAP/KNA) Brasiliens Oberstes Gericht hat den Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Der zu 25 Jahren Haft verurteilte Landbesitzer Reginaldo Pereira Galvao solle in Freiheit auf seine Revision vor der vierten Instanz warten, entschied Richter Marco Aurelio Mello nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA am Freitag (Ortszeit) in Brasilia. Das Urteil schreibt die Justizposse um den im Jahr 2005 verübten Mord fort.

Pereira war 2010 in erster Instanz zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht hatte ihn für schuldig befunden, für den Mord an Stang, die eng mit dem brasilianisch-österreichischen Amazonas-Bischof Erwin Kräutler zusammenarbeitete, mehrere tausend Euro gezahlt zu haben. Im August 2012 entschied Richter Mello, Galvao solle in Freiheit auf seine Berufung vor der zweiten Instanz warten. Ein Berufungsgericht bestätigte später zwar die Strafe, Pereira blieb jedoch weiter auf freiem Fuß. Im Jahr 2017 verkürzte die dritte Instanz die Haftstrafe auf 25 Jahre und ordnete Untersuchungshaft für Pereira an. Nun setzte Mello ihn erneut auf freien Fuß.

Hintergrund ist ein Streit zwischen den Obersten Richtern um die Frage, ob verurteilte Straftäter bis zur Ausschöpfung aller Rechtsmittel in Freiheit bleiben dürfen. Laut Verfassung ist jemand erst schuldig, wenn die oberste, vierte Instanz das Urteil bestätigt. Im Oktober 2016 hatte jedoch eine Mehrheit des Obersten Gerichts für einen Haftantritt nach der zweiten Instanz gestimmt. Richter Mello gehört der Minderheit an, die für den Haftantritt nach der vierten Instanz plädiert. Das Oberste Gericht bezeichnete er am Freitag als "letzten Schützengraben der Bürgerrechte". Sein Urteil sei ein "nötiger demokratischer Widerstand".

Die katholische Landpastoral Brasiliens bedauerte die Entscheidung. Die Freilassung Galvaos verdeutliche die absurden Zustände rund um die Landfrage in Brasilien. Stang hatte sich über Jahrzehnte für die Rechte von Kleinbauern im Amazonasgebiet eingesetzt. Im Februar 2005 war die damals 73-jährige Missionarin in der Stadt Anapu erschossen worden. Der Mord und die Gerichtsverfahren erregten internationales Aufsehen.

Reginaldo Pereira Galvao ist der einzige der fünf Verurteilten, der seine Haftstrafe noch immer nicht angetreten hat. Die vier Mittäter waren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, sind inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß, nachdem ihre Haftzeiten reduziert wurden.


Neue Vorarlberger Tageszeitung, 27.5.2018
Justizposse um Mord an Nonne

Vorarlberger Nachrichten, 28.5.2018
Brasilianische Justizgroteske um Mord an Kräutler-Mitarbeiterin
Brasiliens Oberstes Gericht hat den Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang vorläufig auf freien Fuß gesetzt.


Agência Brasil, 25/05/2018
Mandante do assassinato de Dorothy Stang deixa prisão no Pará
O fazendeiro Regivaldo Pereira Galvão, condenado a 25 anos de prisão como um dos mandantes do assassinato da missionária Dorothy Stang, foi solto no final da tarde desta sexta-feira (25) do Centro de Recuperação Regional de Altamira, no Pará. Ele teve o pedido de habeas corpus aceito pelo ministro do Supremo Tribunal Federal, Marco Aurélio Mello. O crime foi cometido em 2005, em Anapu, no Pará.

G1 - O Globo, 25/05/2018
STF concede habeas corpus ao fazendeiro responsável pela morte da missionária Dorothy Stang
Em nota, a Superintendência do Sistema Penitenciário do Estado disse que não recebeu, até o momento, notificação oficial sobre a decisão.

Folha de S. Paulo, 25/05/2018
Ministro do Supremo manda soltar mandante do assassinato de Dorothy Stang
Em 2010, Regivaldo Pereira Galvão foi condenado a 30 anos de reclusão por homicídio qualificado

Notícias R7, 25/05/2018
STF manda soltar condenado por morte de Dorothy Stang
Marco Aurélio Mello mandou soltar o fazendeiro Regivaldo Pereira Galvão condenado como um dos mandantes do assassinato da missionária

Freitag, 25. Mai 2018

Jair Bolsonaro: Skandalpolitiker liegt in Wahlumfragen vorne


Blickpunkt Lateinamerika, 23.5.2018
Brasiliens Trump - Jair Bolsonaro liegt in Wahlumfragen vorne
Den ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro nahm bisher kaum jemand ernst. Doch die ausufernde Gewalt im Land könnte den Waffennarr überraschend zu Brasiliens neuem Regierungschef machen.


Deutsche Welle, 13.4.2018
Brasilien: Wahlkampf mit "Batman" aber wohl ohne Lula
Sechs Monate vor der Wahl in Brasilien legt die "Operation Waschstraße" den Schleudergang ein. Mit Nachdruck geht die Justiz gegen korrupte Politiker vor - das eröffnet Außenseitern neue Chancen.


Süddeutsche Zeitung, 12.2.2018
Jair Bolsonaro
Der wüste Demagoge ist plötzlich ein neuer Politstar in Brasilien.


ORF, 28.8.2017
„Hasserfülltester Funktionär der Welt“
Wenn Brasilien im kommenden Jahr einen neuen Präsidenten wählt, tritt mit dem 62-jährigen ultrakonservativen Kongressabgeordneten Jair Bolsonaro der Sozialen Christlichen Partei wohl auch eine der umstrittensten Figuren der brasilianischen Politik an. Trotz unverblümten Hassreden und Sympathie für ein Militärregime attestieren ihm erste Umfragen durchaus Chancen.


Zeit Online, 14. Juli 2017
Die große Korruptionsshow
Brasiliens Politik als Daily Soap: Ein beliebter Präsidentschaftskandidat soll in Haft, der Amtsinhaber ist wegen Korruption angeklagt und ein Faschist ist Nutznießer.


Die Wochenzeitung, 1.6.2017
Der rechte Rüpel will Präsident werden
Jair Bolsonaro ist der Donald Trump Brasiliens. Er hetzt gegen Schwule und Indigene und verharmlost Vergewaltigung und Folter. Und er könnte ins höchste Amt im Staat gewählt werden.


Homepage von Bolsonaro >>

Mittwoch, 23. Mai 2018

Amazonasbischof Barreto wird Kardinal


Kathpress, 22.05.2018
Amazonasbischöfe mit Kräutler freuen sich über neuen Kardinal
Der für Lateinamerika bedeutendste Mann unter den neuen Kardinälen, Pedro Ricardo Barreto Jimeno, repräsentiert auch die Kirche von Amazonien

Rom-Lima, 22.05.2018 (KAP) Der für Lateinamerika bedeutendste Mann unter den neuen Kardinälen, Pedro Ricardo Barreto Jimeno, repräsentiert auch die Kirche von Amazonien: Das hat das Onlineportal "Vatican Insider" am Dienstag im Blick auf den Jesuiten und Erzbischof von Huancayo in Peru betont. Bei Barreto handle es sich um eine jener Stimmen, die "heute in der Kirche mit großem Einsatz das Thema der Verteidigung der Umwelt als Weg zu einer respektvollen Entwicklung der indigenen Völker" betonten.

Barreto ist Vizepräsident des für die Amazonas-Synode im Oktober 2019 verantwortlichen Netzwerks REPAM (Rede Eclesial Pan-Amazonica). Das Synodenteam wird von den Kardinälen Claudio Hummes (REPAM-Präsident), Peter Turkson (Vatikan) und Carlos Aguiar Retes (Mexico City) geleitet; dem Team aus insgesamt 16 Bischöfen gehört auch der aus Österreich stammende Altbischof Erwin Kräutler an.

Der REPAM-Vizepräsident war Apostolischer Vikar in Jaen im Nordosten Perus. 2004 wurde er Erzbischof in Huancayo. In seiner Zeit in Jaen begründete er ein "Magisterium zum Schutz der Völker des Regenwalds" und eine "Lehre zum Thema Schutz der Schöpfung". Ziel war eine umfassende und nachhaltige Lösung des Umweltproblems. Mit seinem Einsatz begab sich Barreto ebenso wie Kräutler in Lebensgefahr. "Es ist eine Ecke der Welt, in der Umweltschützer ohne allzu große Bedenken getötet werden", kommentierte dies "Vatican Insider".

Pedro Barreto hatte selbst mehrfach Drohungen erhalten: Am gravierendsten war jene des Jahres 2012, als er - nach einer Beschwerde über die Gesundheitsrisiken durch eine Mine - Anrufe und SMS-Nachrichten erhielt, die ihn warnten, dass "seine Tage gezählt" seien und es Zeit wäre, um "die Vorbereitungen für den Sarg und das Begräbnis" zu treffen.

Der Erzbischof von Huancayo ist der fünfte Kardinal in Perus Geschichte, aber er ist der erste eines Bischofssitzes außerhalb der Hauptstadt Lima. Seine Ernennung hat auch Bedeutung für ganz Lateinamerika: Barreto war lange Jahre Präsident der Kommission "Gerechtigkeit und Frieden" des CELAM (Rat der lateinamerikanischen Bischofskonferenzen), und er vertritt als Vizepräsident der REPAM eine größere Ländergruppe. Die REPAM-Mitglieder hatten auf die Ernennung mit großer Freude reagiert, berichteten "Vatican Insider" und kirchliche Medien in Lateinamerika.


Agenzia Fides, 21 Mai 2018
AMERIKA/ECUADOR - REPAM:
“Als Kardinal wird Erzbischof Barreto der Amazonasregion neue Hoffnung schenken”
„Die Ernennung von Erzbischof Barreto zum Kardinal hat eine sehr tiefgründige Bedeutung und erfüllt uns mit große Hoffnung und Verantwortlichkeit: Alle, die wir ihm nahe stehen, verpflichten uns, ihn zu unterstützen auf diesem vom Papst vorgezeigten Weg, der uns zu einer Kirche im Aufbruch machen will und insbesondere als REPAM, wo wir diese göttliche Gelegenheit nutzen um eine ganzheitliche Ökologie zu fördern", so der Katholik und Sekretär des Panamazonischen Kirchennetzwerks REPAM, Mauricio Lopez aus Ecuador in einem Kommentar zur Ernennung von Erzbischof Pedro Ricardo Barreto Jimeno von Huancayo in Peru zum Kardinal bei einem Konsistorium am kommenden 29. Juni.
"Erzbischof Barreto ist ein Prophet der ganzheitlichen Ökologie“, so Lopez weiter, „er war dies bereits vor der Enzyklika Laudato si und ist es noch viel mehr seit der Veröffentlichung. Deshalb müssen wir ihn für sein Engagement anerkennen. Vor kurzem, als wir in Rom waren, um am Treffen des vorsynodalen Rates für die Amazonas-Synode teilzunehmen, haben wir an das ersten Treffen in Puyo bei seinem Besuch in Ecuador erinnert, als wir von der Idee des Amazonas-Netzwerks sprachen. Erzbischof Barreto sagte, das Repam-Netwerk sei eine Initiative des Heiligen Geistes. Vor vielen indigenen und internationalen Organisationen hat er sich selbst in Frage gestellt und diesem Netzwerk Priorität gegeben, als es noch gar nicht existierte, und er war es, der es vorangetrieben hat".
„Dieser Geist“, fährt er fort, „begleitet uns auch im Kontext des REPAM: ein Geist der Brüderlichkeit, der uns lehrt, die Fähigkeit des anderen zu sehen, wenn es um den Schutz das Leben geht und darum den Aufschrei der Menschen zu hören und einen missionarischen Geist der Kirche zu leben".
"Bei vielen Gelegenheiten sprach Erzbischof Barreto über den Amazonas-Regenwald als eine Quelle des Lebens für die Welt. Einigen schien dies übertrieben, aber er machte weiter und sagte, dies sei Teil der Aufgaben der Kirche. Den Amazonas zu einer Priorität zu machen, ihm den Vorrang zu geben, ihn als das Herz der Welt zu betrachten: nur ein Menschen mit einem ganzheitlichen Ökologieverständnis können dies verstehen“, so der Repam-Sekretär abschließend.


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Mallorca-Zeitung, 21.5.2017
Papst-Vertrauter Pedro Barreto: Aus Respekt vor der Schöpfung
Der peruanische Erzbischof erklärt auf Mallorca die Öko-Enzyklika Laudato si´