Montag, 31. Dezember 2018

Brasiliens Waffenlobby erhält Rückenwind

NZZ, 31.12.2018
Brasilien hat eine der höchsten Mordraten der Welt.
Die Lösung des neuen Präsidenten: mehr Waffen für rechtschaffene Bürger
Jair Bolsonaro hat angekündigt, das Waffengesetz per Dekret zu lockern. Kritiker warnen davor, dass damit Kriminelle begünstigt würden.

amerika21, 30.12.2018
Bolsonaro: Brasilianer sollen sich bewaffnen dürfen, Armee zieht aus Rio ab
Drei Tage vor seinem Amtsantritt in Brasilien hat der designierte Präsident Jair Bolsonaro (PSL) am Samstag ein Dekret zur Liberalisierung des Schusswaffenbesitzes angekündigt. "Wir werden allen Bürgern mit reinem Führungszeugnis per Dekret den Besitz von Schusswaffen garantieren", schrieb der Ultrarechte in sozialen Medien.

Deutsche Welle, 29.12.2018
Bolsonaro will Waffenrecht sofort lockern
Direkt nach seinem Amtsantritt an Neujahr, so verkündet es Brasiliens künftiger Präsident, werde er das Waffenrecht per Dekret liberalisieren. Kritiker fürchten, dass die schon jetzt hohe Gewalt im Land weiter steigt.

Berner Zeitung, 21.12.2019
Feuer frei in Brasilien
Der ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro will das Land umkrempeln. Er plant auch einen Krieg – gegen die Natur.

NZZ, 10.8.2018
Brasilien ist ein Waffen-Eldorado
Brasilien ist einer der grössten Märkte und Exporteure für Pistolen, Gewehre und Munition weltweit. Ein brasilianischer Hersteller besitzt das Monopol. Europäische Hersteller wollen es knacken. Am weitesten vorangekommen ist bisher die Ruag aus der Schweiz.
Internationale Waffenhersteller wittern Morgenluft in Brasilien. Der tschechische Hersteller CZ und Glock aus Österreich haben Anträge beim Militär und bei der Regierung gestellt, um in Brasilien eigene Werke zu errichten. Auch der Konkurrent Caracal aus den Vereinigten Arabischen Emiraten beabsichtige, eine Fabrik zu errichten, schreibt die Wirtschaftszeitung «Valor Econômico». Vorreiter unter den ausländischen Herstellern ist aber die Schweizer Ruag, deren Antrag auf Errichtung einer Munitionsfabrik in Brasilien im September angenommen wurde.


Hintergrund:

Blickpunkt Lateinamerika, 14.1.2019
Vor 50 Jahren wurde das Dekret AI-5 zum Freibrief für die Diktatur
Vor 50 Jahren veröffentlichte die brasilianische Militärregierung das berüchtigte Dekret "AI-5". Es war der Auftakt zu Verfolgung und Folter. Seit dem Wahlsieg des Ex-Militärs Bolsonaro geht nun wieder die Angst um.

"Die Wetteraussichten: komplett schwarz. Temperatur: erstickend. Keine Luft mehr zum Atmen. Schwere Winde fegen über das Land." Diese ungewöhnliche "Vorhersage" erschien in den frühen Morgenstunden des 14. Dezember 1968 auf der Titelseite der Zeitung "Jornal do Brasil". Chefredakteur Alberto Dines spielte damit den Zensoren der Militärjunta einen Streich, die keine Kritik duldeten. Doch angesichts der Ereignisse der Nacht konnte Dines nicht schweigen. Gegen 23 Uhr des Vortages, dem 13. Dezember 1968, hatte Regierungssprecher Alberto Curi dem brasilianischen Volk übers Radio das Dekret "Ato Institucional 5", kurz AI-5, verkündet. Curi sprach von "subversiven Akten und revolutionären Kriegen gegen die siegreiche Revolution". Die siegreiche Revolution - das war der Militärputsch des 1. April 1964. Und sie galt es gegen die "subversive" Opposition zu verteidigen, um die "soziale und politische Harmonie des Landes" zu garantieren. Es war der Anfang einer Verfolgungswelle, die 400 Tote und Tausende gefolterter Oppositioneller zurückließ.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Bolsonaro vor Amtsantritt


ORF, 31.12.2018
„Brasiliens Trump“ wird vereidigt
Am Neujahrstag tritt der ultrarechte Jair Bolsonaro das Amt des Staatschefs in Lateinamerikas größtem Land Brasilien an. Damit ist der langjährige Abgeordnete auf dem Gipfel der Macht angekommen.
Wenige Tage vor seiner Amtseinführung besiegelte der 63-Jährige mit dem aus Israel angereisten Regierungschef Benjamin Netanjahu eine ungewöhnliche Partnerschaft, die sich unter anderem aus der gemeinsamen Wertschätzung für US-Präsident Donald Trump speist. Netanjahu wird, so wie der Rechtspopulist und ungarische Regierungschef Viktor Orban, an der Amtseinführung teilnehmen.

Deutschlandfunk, 30.12.2018
Zeitenwende in Brasilien?
In Brasilien tritt der neue Präsident Jair Bolsonaro am 1. Januar sein Amt an. Wie US-Präsident Donald Trump hält er wenig von Multilateralismus und Klimaschutz, predigt stattdessen „Brasilien first“. Viele Konflikte zeichnen sich jetzt schon ab – die Chancen auf eine kohärente Politik sind gering.

Tagesspiegel, 29.12.2018
Jair Bolsonaro übernimmt die Macht
Brasilien wird ein Land der Vergangenheit
Am 1. Januar tritt der Ultrarechte Jair Bolsonaro in Brasilien das Amt des Präsidenten an. Verlieren werden die Umwelt - und die Wahrheit. Ein Kommentar.

Der Standard, 29.12.2018
Amtsantritt Bolsonaros: Brasiliens evangelikaler Kulturschock
Am 1. Jänner tritt Jair Bolsonaro das Präsidentenamt in Brasilien an – Schon jetzt fühlen sich politisch Andersdenkende verfolgt

Deutschlandfunk, 28.12.2018
Amtsantritt von Jair Bolsonaro
Gefahr für die brasilianische Demokratie?
Am 1. Januar tritt Jair Bolsonaro in Brasilien das Amt des Präsidenten an. Gewählt wurde der ultrarechte Ex-Militär von vielen, weil er versprach, Recht und Ordnung zu schaffen. Doch viele Menschen sorgen sich nun wegen der militärischen Ausrichtung des Kabinetts um Menschenrechte und Demokratie.

Sonntag, 23. Dezember 2018

Brasilien – politischer Umbruch und die Pfingstkirchen

Brasilien – die letzten Wahlen, das Versagen der politischen Klasse, der Einfluss der Pfingstkirchen. Brasilien, einstmals ein katholisches Land, wird auch in seinen politischen Entwicklungen von den Pfingstkirchen mehr und mehr geprägt. Leandro L.B. Fontana gibt in einem Interview mit Stefan Reck Einblicke in Entwicklungen seines Landes.
explizit.net, 23.12.2018


Blog-Archiv vom 25.10.2018:
Evangelikale in Brasilien unterstützen Bolsonaro

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Vatikan über Ergebnis des Klimagipfels von Kattowitz enttäuscht

VaticanNews, 19.12.2018
Vatikan ist von Ergebnissen des Klimagipfels enttäuscht
Die Regeln, die der Weltklimagipfel von Kattowitz in den letzten Tagen im Kampf gegen den Klimawandel aufgestellt hat, „sind nicht auf der Höhe der Herausforderungen“. Das schreibt die Delegation des Vatikans, die die Verhandlungen in Kattowitz mitverfolgt hat, in einer Stellungnahme von diesem Mittwoch.

Domradio.de, 19.12.2018
Vatikan kritisiert Ergebnis des Klimagipfels von Kattowitz
Unzureichend
Der Vatikan sieht die Ergebnisse des Klimagipfels als unzureichend an. Positiv sei, dass überhaupt ein Kompromiss zustande gekommen sei. Aber das vereinbarte Regelwerk spiegele die Dringlichkeit des Problems nur unzureichend wider.

Dienstag, 18. Dezember 2018

Kaffeeproduktion in Brasilien steigt heuer um 37 Prozent

ORF, 18.12.2018
Kaffeeproduktion in Brasilien erreicht neues Rekordhoch
Die Kaffeeproduktion in Brasilien wird Behördenangaben zufolge in diesem Jahr ein neues Rekordhoch erreichen. Der Ertrag werde 37 Prozent über dem des Vorjahres liegen, teilte die brasilianische Landwirtschaftsbehörde Conab gestern mit. Grund sei die gute Blüte der Sorte Arabica gewesen, hieß es. Doch auch bei der Sorte Robusta habe es wegen zunehmender Niederschläge Ende 2017 und besseren Temperaturen „exzellente Resultate“ gegeben.
Brasilien werde in diesem Jahr rund 62 Millionen 60-Kilogramm-Säcke Kaffee produzieren, erklärte Conab. Das seien etwa zehn Millionen mehr Säcke als beim bisherigen Rekord im Jahr 2016. Im vergangenen Jahr lag die Ernte bei 45 Millionen Säcken Kaffee.
Die Sorte Arabica macht mit etwa 77 Prozent den größten Teil der brasilianischen Kaffeeproduktion aus. Neben den guten klimatischen Bedingungen haben sich laut Conab auch die Bewässerung sowie die Nutzung produktiverer Sorten positiv auf die Ernte ausgewirkt, etwa der Anbau von gentechnisch modifiziertem Kaffee.


coffee-perfect.at
An der Spitze der Kaffee-Exporteure: Brasilien
Obwohl Afrika die eigentliche Heimat unseres Kaffees ist, nimmt der Export von dort nur ein Sechstel der Kaffeeproduktion ein. Der größte Kaffee-Exporteur hingegen ist Brasilien mit einem Anteil von 34% am weltweiten Exportvolumen. Im ganzen Land existieren ungefähr 300.000 Kaffeefarmen, die bis zu 25.000 Hektar groß sind. Die Bohnen werden in Brasilien von Mai bis November zumeist in Handarbeit geerntet und in der Regel direkt in der Sonne getrocknet. Kaffee gehört zu den wichtigsten Export-Gütern und wird vor allem in die USA und nach Europa verschifft. Fast die Hälfte ihrer Kaffee-Produktion trinken die Brasilianer allerdings selbst.


kaffeezentrale.de
Kaffeeanbau: viel Abwechslung, hoher Inlandsverbrauch
Coffea-Pflanzen werden in 17 der 26 brasilianischen Staaten angebaut. Im größten Land Südamerikas gedeihen sowohl Arabicas als auch Robustas vieler unterschiedlicher Varietäten. Je nach Bundesstaat, in dem die Anbaugebiete liegen, können sich selbst Bohnen gleicher Sorte geschmacklich sehr voneinander. Unterscheiden. Die vier Staaten Sao Paulo, Espirito San, Paraná und Minas Gerais stellen 98 % des kompletten Ertrags, wobei 50 % allein auf Paraná entfallen.
Neben großen Mengen an Bohnen in Durchschnittsqualität, wie sie in jedem Supermarkt zu finden sind, produziert Brasilien auch einige Raritäten. Diese schaffen es aber oft gar nicht bis nach Europa: Brasilien hat einen so hohen Inlandsverbrauch, dass die hochwertigen Sorten meist selbst konsumiert werden.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Kirchenvertreter fordern Ende der fossilen Energie

Religion.orf.at, 12.12.2018
Kirchenvertreter: Fossile Energie rasch beenden
Kirchenvertreter sowie hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zu Wochenbeginn bei der UNO-Klimakonferenz in Katowice (COP 24) ein gemeinsames Memorandum veröffentlicht.

Darin fordern sie konkrete Maßnahmen zu einem raschen weltweiten Ausstieg aus der fossilen Energie. Bei der COP-Tagespressekonferenz am Mittwoch sagte der Vatikan-Vertreter, Prälat Bruno Marie Duffe, man sei „gewohnt, auf Klimakonferenzen von Entscheidungen für morgen zu sprechen, aber ‚morgen‘ ist bereits heute, und wir müssen heute Entscheidungen für generationenübergreifende Solidarität treffen“.

Bei der tags zuvor erfolgten Präsentation des vom Vatikan mitunterzeichneten „Katowice Memorandum“ sagte der emeritierte Direktor des Potsdamer Instituts für Klimaforschung und Klima-Sprecher der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, Hans Joachim Schellnhuber, der Umstieg zu erneuerbaren Energien müsse höchste Priorität haben.


VaticanNews, 12.12.2018
Klimakonferenz: „Morgen ist bereits heute“
Kirchen-Vertreter und bedeutende Wissenschaftler haben bei der UN-Klimakonferenz in Katowice (COP 24) ein gemeinsames Memorandum veröffentlicht, das konkrete Maßnahmen zu einem raschen weltweiten Ausstieg aus der fossilen Energie fordert.


VaticanNews, 13.12.2018
„Klimakonferenz bleibt weit hinter Erwartungen zurück“
Der deutsche Klimaforscher Ottmar Edenhofer hält das bisher auf der Klimakonferenz in Kattowitz Ausgehandelte für dürftig.


PIK, 10/12/2018
Joint call for swift and just climate action: the Katowice Memorandum
Researchers, intellectuals and spiritual leaders jointly call for swift and just climate action. Together, they formulate the Katowice Memorandum at a symposium co-organized by the Polish Academy of Sciences, the Pontifical Academy of Sciences and the French National Centre for Scientific Research (CNRS) during the 24th UN Conference of the Parties to the UN Framework Convention on Climate Change (COP 24) in Katowice, Poland.

The Katowice Memorandum
A Declaration of the Joint Symposium on Climate Change
“Safeguarding Our Climate, Advancing Our Society”
10 December 2018
PDF >>

Bolsonaro wegen dubioser Geldflüsse in Bedrängnis

Flávio Bolsonaro, Jair Bolsonaro und Carlos Bolsonaro
ORF, 13.12.2018
Bolsonaro wegen dubioser Geldflüsse in Bedrängnis

Wegen dubioser Geldflüsse an seinen Sohn und seine Frau ist der designierte Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, in Bedrängnis geraten. In einem Video gab der ultrarechte Politiker auf Facebook zu, dass die staatliche Behörde zur Bekämpfung von Finanzkriminalität (COAF) diese Zahlungen prüfe.

Der ehemalige Chauffeur und Bodyguard seines Sohnes Flavio, Fabricio Jose de Queiroz, soll umgerechnet rund 270.000 Euro an Sohn und Ehefrau des künftigen Präsidenten gezahlt haben.
„Untypische Transaktionen“

„Falls ein Fehler gemacht wurde, von mir, meinem Sohn oder Queiroz, werden wir dafür zahlen, da wir nicht das geringste Einverständnis mit welchem Fehler auch immer zeigen können“, hob Bolsonaro in der gestern Abend (Ortszeit) verbreiteten Facebook-Botschaft hervor.

Die Finanzermittler hatten „untypische Transaktionen“ auf dem Konto des ehemaligen Mitarbeiters von Flavio Bolsonaro festgestellt, der im Parlament des Bundesstaates von Rio de Janeiro sitzt und zum Senator gewählt wurde. Zwischen 2016 und 2017 soll Queiroz Zahlungen von umgerechnet rund 270.000 Euro geleistet haben, die sein Einkommen deutlich überstiegen. So soll der Ex-Polizist auch rund 5.500 Euro an die Frau des künftigen Präsidenten, Michelle Bolsonaro, gezahlt haben. Die Bolsonaros erklärten, es habe sich um die Rückzahlung eines Kredits gehandelt.

Der ultrarechte Jair Bolsonaro hatte im Oktober die Präsidentschaftswahlen gewonnen und einen harten Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt. Seine Amtszeit wird er am 1. Jänner 2019 antreten. „Was auch immer passiert, wenn ich Präsident bin, werden wir mit allen Mitteln der Regierung gegen Korruption vorgehen, auch mit der COAF“, erklärte Jair Bolsonaro auf Facebook.


G1 - O Globo, 12.12.2018
Ex-assessor de Flávio Bolsonaro passou 248 dias em Portugal enquanto trabalhava para o deputado
Parlamentar nega que Wellington Romano da Silva morasse na Europa enquanto trabalhava na Alerj. Segundo deputado, oficial da PM visita a família naquele país esporadicamente.

Folha de S.Paulo, 12.12.2018
Ex-assessor de Flávio Bolsonaro recebia da Alerj mesmo fora do Brasil, diz TV
Segundo reportagem, Wellington Sérvulo Romano passou 248 dias fora do Brasil entre 2015 e 2016

BBC-Brasil, 12.12.2018
Ex-assessor de Flávio Bolsonaro sob suspeita do Coaf: o que se sabe até agora
A movimentação atípica de R$ 1,2 milhão na conta de um ex-motorista e ex-segurança do deputado estadual Flávio Bolsonaro (PSL-RJ) e também amigo de longa data do presidente eleito Jair Bolsonaro (PSL) resultou em abertura de investigação do Ministério Público do Rio de Janeiro e reações irritadas de membros do futuro governo.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Greenpeace kritisiert fehlende Klimapolitik in Österreich


Greenpeace, 4.12.2018
Greenpeace stellt Schwarz-Blau katastrophale Umwelt-Bilanz aus
Wien - Anlässlich der ersten 50 Wochen der schwarz-blauen Bundesregierung, zieht Greenpeace heute eine negative Bilanz: Die Regierung hat im Umweltschutz total versagt. Anstatt die Umwelt und das Klima zu schützen, werden mit der UVP-Novelle Umweltrechte demontiert und mit dem Standortentwicklungsgesetz die Wünsche der Industrie umgesetzt. Mit Maßnahmen wie Tempo 140 fährt zudem die Regierung das Klima an die Wand.

„Im Auftrag der Industrie betreibt Schwarz-Blau eine Umweltdumping-Politik, um Großprojekte wie Schnellstraßen oder Mülldeponien gegen den Willen der lokalen Bevölkerung durchzuboxen“, sagt Greenpeace-Sprecher Lukas Hammer. Im Klimaschutz hat die Bundesregierung komplett versagt. Während die Emissionen in den letzten Jahren weiter angestiegen sind, hat die Bundesregierung eine Klimastrategie verabschiedet, die nicht einmal im Ansatz ausreichen wird, um die Klimaziele zu erreichen. Es scheint, als würde Klimaschutz auch in der Zukunft komplett ignoriert werden. Bei ihrer heutigen Pressekonferenz zu der Regierungsbilanz hat Schwarz-Blau mit keinem Wort das Thema angeschnitten.

„Der Klimaschutz muss jetzt endlich zur Chefsache werden. Die Regierung muss damit aufhören, Klimaschutz zu sabotieren und die Ärmel hochkrempeln. Nur wenn hier mit vereinten Kräften angepackt wird, kann der Klima-Kollaps noch gestoppt werden“, sagt Hammer. Dafür braucht es eine ökosoziale Steuerreform, ein Ende für alle umweltschädlichen Subventionen und einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs.


ORF, 4.12.2018
Erste Jahresbilanz
Regierung beschwört „Reformzug“
Die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung hat am Dienstag ihre erste Jahresbilanz gezogen. Wenig überraschend verlief das Jahr laut Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) positiv. Man habe eine Trendwende eingeleitet, so Kurz. Aber auch im kommenden Jahr werde der „rot-weiß-rote Reformzug“ nicht an Tempo verlieren.

Die Opposition zeigte sich von der zufriedenen Regierungsbilanz nicht beeindruckt. „Viel Lärm um nichts“, sagte NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger. Die Regierung setze statt auf Reformen auf Spaltung. „Statt echter Reformen gab es vor allem Showpolitik“, so die NEOS-Klubobfrau. Für Bruno Rossmann von Jetzt zeigte das erste Jahr der neuen Regierung, dass es ÖVP und FPÖ vor allem um das Umfärben der Republik, Postenschacher und Klientelpolitik geht. „Dazu kommen ein Totalversagen im Klimaschutz und eine systematische Benachteiligung des unteren Einkommensdrittels.“

Auch die SPÖ kritisierte die Regierung. Zum ersten Mal werde das Leben vieler in der Phase einer Hochkonjunktur schwerer statt leichter, so SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. „Für mich gibt es eine klare Messlatte für die Politik: Wurde den Menschen das Leben leichter gemacht oder nicht?“, sagte Drozda.

Kritik kam auch von der Österreichischen Krebshilfe. Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda forderte einmal mehr ein Rauchverbot in der Gastronomie. Ein bereits beschlossenes Gesetz dazu wurde ja auf Wunsch der FPÖ wieder aufgehoben.

Die Umweltorganisationen Global 2000, Greenpeace und WWF Österreich monierten, dass das erste Amtsjahr der Bundesregierung von Frontalangriffen auf den Umweltschutz und Versäumnissen im Klimaschutz geprägt gewesen sei. Unter dem Vorwand der Verfahrensbeschleunigung werde Umweltrecht scheibchenweise demontiert. „Das ist ein geradezu fahrlässiger Kurs. Die Bundesregierung riskiert mehr Umweltverschmutzung und Klimaschäden in Österreich“, so Hanna Simons vom WWF Österreich.


Umweltdachverband, 4.12.2018
Umweltdachverband zum Standortentwicklungsgesetz NEU:
Geplanter Übertragungsmechanismus ist verfassungswidrig!

  • Gesetzesbegutachtungsfrist endet am 6.12.: UWD übt in Stellungnahme scharfe Kritik
  • Appell an BM Schramböck: Gesetzesentwurf verwerfen, Dialog zu Verfahrensbeschleunigung und Bürokratieabbau starten

ORF, 18.12.2018
Ein Jahr ÖVP-FPÖ
„Klassische Koalition“ der Tauschgeschäfte
Zum dritten Mal nach 1945 ist am 18. Dezember 2017 eine Mitte-rechts-Koalition angelobt worden. Sie hat erste große Vorhaben umgesetzt oder auf den Weg gebracht. Vor allem in der Kommunikation setzte die ÖVP-FPÖ-Regierung neue Maßstäbe, sind sich die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle und der Politologe Peter Filzmaier einig. In einem Punkt ist sie aber wie alle anderen Koalitionen.

Donnerstag, 29. November 2018

Bolsonaro will UN-Klimakonferenz 2019 nicht in Brasilien


Wiener Zeitung, 28.11.2018
Brasilien verzichtet auf Gastgeberrolle für UN-Klimakonferenz 2019
Neu gewählter Präsident Bolsonaro an Umweltschutz wenig interessiert.

Der Tagesspiegel, 28.11.2018
Brasilien will UN-Klimakonferenz nicht ausrichten
Dem neuen Präsidenten wird vorgeworfen, keinen Wert auf Klimaschutz zu legen. Naturschutzverbände befürchten eine weitere Abholzung des Regenwaldes.

Tagesschau, 29.11.2018
Rückzieher aus Rio
Brasilien will den Klimagipfel doch nicht
Kommende Woche findet in Kattowitz die Klimakonferenz statt. 2019 wollte Brasilien das Treffen ausrichten. Doch daraus wird nun nichts. Der neue Präsident Bolsonaro ließ offenbar seinen Einfluss spielen.

Blickpunkt Lateinamerika, 26.11.2018
Abholzung im Amazonasgebiet auf Zehn-Jahres-Hoch
Seit 2008, als 12.900 Quadratkilometer gerodet wurden, lagen die Zahlen stets deutlich niedriger. Experten erwarten für 2019 einen weiteren Anstieg.

Donnerstag, 22. November 2018

Bolsonaro riskiert Ärztemangel in Brasilien


ORF, 22.11.2018
Lange Schlangen vor Praxen
Kuba löst Ärztemangel in Brasilien aus
Nach dem infolge eines politischen Streits durch Kuba verkündeten Ende des brasilianischen Programms „Mehr Ärzte“ fehlt es dort in vielen Ortschaften an medizinischem Personal. In mindestens zwölf brasilianischen Bundesstaaten gebe es Gesundheitszentren, in denen keine Mediziner und Medizinerinnen mehr arbeiten, berichtete das Nachrichtenportal G1 am Mittwoch.

Deutsche Welle, 15.11.2018
Streit zwischen Havanna und Brasilia
Brasiliens Gesundheitssystem vor dem Kollaps?
Brasiliens neuer Präsident will die Sonderregelung für Ärzte des kubanischen Regimes aufheben. Havanna droht damit, die mehr als 8000 Mediziner abzuziehen. Fast 30 Millionen Brasilianer könnten ihre Versorgung verlieren.

VaticanNews, 23.11.2018
Brasilien: 430 kubanische Ärzte verlassen das Land
Hunderte kubanische Ärzte haben sich nach dem Streit um das Programm „Mehr Ärzte“ in Brasilien auf den Rückweg in ihre Heimat gemacht. Am Flughafen der brasilianischen Hauptstadt Brasília versammelten sich am Donnerstagabend 430 Ärzte, um nach Kuba zurückzukehren.


G1, 22.11.2018
Quem fica e quem vai: o que dizem os cubanos sobre o fim da atuação no Mais Médicos
Parte deles se despede e lamenta saída do país e outra parte vai tentar continuar trabalhando aqui.

G1, 15.11.2018
Saída de Cuba do Mais Médicos afeta 28 milhões de pessoas, diz Confederação dos Municípios
Governo cubano atribuiu decisão a 'declarações ameaçadoras e depreciativas' de Bolsonaro. Em nota, CMN disse acreditar que governo de transição encontrará solução para manter programa.

G1, 22.8.2018
Bolsonaro diz que vai usar Revalida para 'expulsar' médicos cubanos do Brasil
Presidenciável do PSL fez o comentário em agenda eleitoral em Presidente Prudente (SP). Cubanos atuam no Brasil sem validação do diploma desde que foi criado o programa Mais Médicos, em 2013.

Mittwoch, 14. November 2018

Die Völker am Xingu bereiten sich auf die Amazonas-Synode vor


Die Prälatur am Xingu organisiert vom 15. bis 17. November 2018 das "Treffen der Völker am Xingu", das auf die Amazonas-Synode vorbereiten soll. Dabei geht es um neue Wege für die Kirche und für eine ganzheitliche Ökologie. Das Vorbereitungsdokument für die Synode behandelt Themen wie Nachhaltigkeit, Solidarität und Verantwortung gegenüber Mitmenschen und der Natur.









Donnerstag, 8. November 2018

Menschenrechtskommission (CIDH) besucht Altamira


23 Jahre seit dem letzten Besuch kam nun wieder eine Delegation der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) nach Brasilien, um die Menschenrechtssituation zu überprüfen. Der letzte Besuch der CIDH war 1995.

Das OAS-Gremium wird vorrangig folgenden Aspekten nachgehen: Diskriminierung, Ungleichheit, Armut, demokratische Institutionen und öffentliche Menschenrechtspolitik.

Am 7.11. stand eine öffentliche Anhörung in Altamira auf dem Programm. Vertreter indigener Völker der Region Altamira (PA) prangerten Verletzungen ihrer Territorialrechte an. Sprecher der Völker Parakanã und Arara beklagten die Probleme, mit denen sie auf ihrem Territorium konfrontiert sind: mit der Invasion von Holzfällern, Garimpeiros und im Falle des Parakanã mit zunehmenden Invasionen und Landbesetzungen im indigenen Land Apyterewa (TI), die die Bundesregierung seit Jahren zu unterbinden verspricht.

Auch der emeritierte Bischof Erwin Kräutler nahm an der Veranstaltung teil.


CIMI, 8.11.2018
Povos Parakanã e Arara denunciam violações à Comissão Interamericana de Direitos Humanos, em Altamira (PA)
Povos indígenas denunciaram a invasão de suas terras e consequências de Belo Monte em audiência com a CIDH, durante passagem da Comissão pela cidade

Caritas Brasileira, 6.11.2018
Comissão Interamericana de Direitos Humanos inicia visitas a estados brasileiros

O Globo, 5.11.2018
Após 23 anos, Comissão de Direitos Humanos da OEA volta a visitar o Brasil
Viagem ocorre a convite do governo federal e resultará em um relatório sobre violações

Montag, 5. November 2018

Cum-Ex: grenzenlose Gier bleibt ungestraft


FAZ, 4.11.2018
Steuerzahler ohne Moral
Über die sogenannten Cum-Cum-Geschäfte geht es hoch her. Doch was ist der eigentliche Skandal?

taz, 4.11.2018
Forderung nach Verfolgung der Cum-Ex Steuerbetrüger
Über den Verlust einer Milliarde haben wir schon öfter berichtet, sei es der Milliardenraub bei Bangladesh’s Zentralbank, der nur durch einen Schreibfehler auffiel, der „verteilte Raub“ bei vielen Banken, damit es nicht auffällt oder einfach ein Börsenverlust, wie ihn Yahoo nach einem Hackerangriff traf. Doch bei dem aktuellen Raub handelt es sich nicht um „Peanuts“, die Reichen dieser Welt haben zusammen mit Heuschrecken und den ganz normalen Banken in Europa die Steuerzahler um rund 55 Milliarden Euro erleichtert.

Tagesschau, 1.11.2018
Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte
"Größter Steuerskandal der Geschichte"
Dubiose Deals, mehr als 100 verdächtige Banken und eine kleine Gruppe Investment-Banker: Durch sogenannte Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte mit Steuern sind dem Staat enorme Summen entgangen. Laut Panorama und "Zeit" soll es um mindestens 31,8 Milliarden Euro gehen.

Zeit Online, 18.10.2018
Der Coup des Jahrhunderts
Ganz Europa wurde von Steuerräubern geplündert. Auch weil Deutschland die Partnerländer erst viel zu spät warnte, entstand ein Schaden von mindestens 55 Milliarden Euro.

Samstag, 3. November 2018

Bolsonaro-Familie regiert Brasilien

Süddeutsche Zeitung, 1.11.2018
Die Bolsonaro-Familie regiert Brasilien
Die Bolsonaros sind jetzt die mächtigste Sippe im Land. Drei Söhne des Präsidenten sind in der Politik aktiv. Manch einer hält sie für gefährlicher als den Vater.
Jair Bolsonaro bietet einem berühmten Richter an, sein Justizminister zu werden. Dieser wird vor allem vom konservativen und ultrarechten Teil der Gesellschaft verehrt.


Kontrast.at, 2.12.2018
Brasiliens Bolsonaro: Der Faschist von der Copacabana
Der neue Präsident von Brasilien ist offen rassistisch, frauenfeindlich und homophob. Er verharmlost die brasilianische Militärdiktatur, spricht sich für Folter und die Verfolgung von politischen Gegner aus. Warum haben Millionen von Brasilianern dennoch Jair Bolsonaro zum Präsidenten gewählt?

Freitag, 2. November 2018

Brasiliens Bischöfe nach der Wahl besorgt


VaticanNews, 2.11.2018
Brasilien: „Bolsonaro macht die Armen ärmer und die Reichen reicher“
Nach der Wahl in Brasilien werden sich die gesellschaftlichen und politischen Strukturen im Land grundlegend verändern. Der Adveniat-Länderreferent für Brasilien, Norbert Bolte, beobachtet das mit Sorge. Im Interview mit Vatikan News erzählt er, worauf man sich im Land jetzt einstellen muss.

VaticanNews, 2.11.2018
Brasilianische Bischöfe nach der Wahl: Sorge um die Indigenen
Die brasilianische Bischofskonferenz ist nach der Wahl Bolsonaros zum Präsidenten in großer Sorge um die Zukunft der indigenen Bevölkerung des Landes. Das betonte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Leonardo Steiner, im Interview mit Vatican News.

Vorarlberg.orf.at, 1.11.2018
Brasilien-Wahl: Altbischof Kräutler entsetzt
Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen - der Vorarlberger Altbischof Erwin Kräutler zeigt sich darüber entsetzt. Er sorge sich um die Indios, da Bolsonaro angekündigt habe, die Rechte der Indios einschränken zu wollen.


Bolsonaros erste Aktivitäten:

Deutsche Welle, 30.10.2018
Jair Bolsonaro will Korruptionsermittler als Justizminister
Der Mann, der seinen schärfsten Konkurrenten hinter Gitter brachte, soll bald im ganzen Land für Recht und Ordnung sorgen - das kündigt der ultrarechte brasilianische Präsident kurz nach seinem Wahlsieg an.

Der Standard, 30.10.2018
Brasilien: Bolsonaro will Korruptionsermittler Moro als Justizminister
Im ersten Interview nach seinem Wahlsieg verteidigte der künftige Präsident auch die geplante Liberalisierung des Waffenrechts

ORF, 4.11.2018
Kritische Medien sind für Bolsonaro „erledigt“
Kurz nach seiner Wahl hat der künftige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro eine harte Linie gegen die kritische Presse angekündigt. Als er gestern in einem Fernsehinterview gefragt wurde, ob er die Pressefreiheit respektieren wird, auch die Freiheit der zu seinen Hauptkritikern gehörenden Zeitung „Folha de S.Paulo“, sagte Bolsonaro: „Diese Zeitung ist erledigt.“

n-tv, 4.11.2018
Brasilien nach Trumps Vorbild
Bolsonaro greift kritische Medien an
Brasiliens künftiger Präsident hat keine Lust auf kritische Stimmen. Er weiß bereits, wie er es Medien schwermachen wird, die hart mit seiner Politik ins Gericht gehen. Er will ihnen den Geldhahn zudrehen. Dafür findet er harte Worte.

Deutsche Welle, 30.10.2018
Kommentar: Pressefreiheit à la Bolsonaro
Die Pressefreiheit sei ihm "heilig", sagt der künftige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro. Doch seine Ankündigungen überzeugen nicht, meint Astrid Prange de Oliveira.

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Präsident Bolsonaro besucht Freikirche von Pastor Malafaia


Youtube, veröffentlicht am 30.10.2018

Deutschlandfunk, 16.11.2018
Bolsonaro und die evangelikalen Pfingstkirchen
Gott über alles?
Anfang Januar übernimmt Jair Bolsonaro das Amt des brasilianischen Präsidenten. Er fiel im Wahlkampf mit rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen auf. Zu seinen Unterstützern gehören evangelikale Christen in Brasilien. Sie gewinnen zunehmend an Einfluss.

Gleich der erste Auftritt von Jair Bolsonaro nach der Wahl hatte es in sich. Brasiliens zukünftiger Präsident ließ sich ganz im Sinne seines zweiten Vornamens – Mesias feiern – und wählte für die Show die evangelikale Pfingstkirche „Vitoria em Cristo“ – schließlich präsentiert niemand ein Wahlprogramm so überzeugend wie der dortige Prediger Silas Malafaia.

„Gott wird das Schicksal dieses Volkes verändern: Die Misere, die Gewalt, die Arbeitslosigkeit, die Korruption, das Elend – im Namen von Jesus Christus, treibe diese Gesandten der Hölle aus Brasilien hinaus!“

Montag, 29. Oktober 2018

Bolsonaro wird 38. Präsident Brasiliens



ORF.at, 29.10.2018
Bolsonaro will „Schicksal Brasiliens ändern“
Nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in Brasilien hat der ultrarechte Ex-Militär Jair Bolsonaro einen radikalen Politikwechsel angekündigt. „Ich werde das Schicksal des Landes verändern“, sagte er am Sonntag. „Jetzt wird nicht weiter mit dem Sozialismus, dem Kommunismus, dem Populismus und dem Linksextremismus geflirtet.“

BR24, 29.10.2018
Brasilien: Rechtsextremer wird neuer Präsident
Der rechtsextreme Jair Bolsonaro wird neuer Präsident Brasiliens. In der Stichwahl setzte er sich gegen Fernando Haddad von der Arbeiterpartei durch.

VaticanNews, 29.10.2018
Brasilien: Sorge nach Bolsonaro-Sieg
Das kirchliche deutsche Hilfswerk Misereor und viele seiner Partner-Organisationen reagieren besorgt auf die Wahl des rechtsgerichteten Jair Bolsonaro zum brasilianischen Präsidenten.

Kathpress, 29.10.2018
Wahl in Brasilien (2) - Hilfsorganisationen "tief besorgt"
Brasilia-Berlin, 29.10.2018 (KAP) Das deutsche katholische Entwicklungs-Hilfswerk Misereor zeigte sich am Montag besorgt, dass Bolsonaro die Rechte "gerade der Armgemachten" und der Minderheiten wie der indigenen Bevölkerung drastisch einschränken könnte.

NZZ, 29.10.2018
Ein «Heilsbringer» für Brasiliens Malaise
Der ultrarechte Politiker Jair Messias Bolsonaro hat die Präsidentschaftswahl in Brasilien klar gewonnen. Falls er seine Rhetorik in die Tat umsetzt, steht dem Land eine schwierige Zeit bevor.

Süddeutsche Zeitung, 29.10.2018
Nun hilft nur Beten
Die fünftgrößte Nation der Welt hat jetzt einen Präsidenten, der Folterer verherrlicht, Frauen und Homosexuelle demütigt und dessen Agenda den Amazonas bedroht.

Tagesschau, 27.10.2018
Warum wir Bolsonaro als rechtsextrem bezeichnen
Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Bolsonaro wird oft als Rechtsaußen, Rechtspopulist oder ultra-rechts beschrieben. Warum hat sich die ARD entschieden, ihn sogar rechtsextrem zu nennen?

america21.de, 27.10.2018
Rechtsextremer Bolsonaro – Zögling des Militärs in Brasilien
Seit 2014 bauen brasilianische Militärs den rechten Präsidentschaftskandidaten auf. Datensätze des jüngsten WhatsApp-Skandal stammen aus Quellen der Armee.

Kontrast.at, 29.10.2018
Brasilien: Der rechtsextreme Neoliberale Bolsonaro ist neuer Präsident – und für Folter, Gewalt gegen Homosexuelle und politische „Säuberungen“
Jair Bolsonaro ist am 28. Oktober 2018 zum brasilianischen Präsidenten gewählt worden. Bolsonaro befürwortet die Militärdiktatur und Folter, Gewalt gegen Homosexuelle, will das Land von Kritikern „säubern“ und verharmlost sexuelle Gewalt gegen Frauen. Er gilt als „Wunschkandidat der Märkte“ und wird von Europas rechten Parteien unterstützt.

pro-medienmagazin, 30.10.2018
Von Freikirchen unterstützter Bolsonaro wird Präsident
Jair Bolsonaro wird neuer Präsident in Brasilien. Die Positionen des rechtsgerichteten Politikers haben den Nerv über die Wut vieler Brasilianer zu Gewalt und Korruption getroffen und decken sich mit denen evangelikal gesinnter Freikirchen in dem Land.

Deutsche Welle, 31.10.2018
Gastkommentar: Gute Gründe für Jair Bolsonaro
Die Wirtschaftskrise, ein Korruptionsskandal sowie die hohe Kriminalitätsrate - das sind die Themen, welche die Brasilianer umtreiben. Und den Erfolg von Jair Bolsonaro möglich gemacht haben, meint Hildegard Stausberg.

Der Standard,1.11.2018
"Homophob und stolz darauf": Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro in Zitaten
Eine Auswahl der rassistischen, sexistischen und homophoben Aussagen von Jair Bolsonaro

NachDenkSeite, 3.11.2018
Mit Wahlsieger Jair Bolsonaro ergreift US-freundliches Militär die Macht und befeuert die rechtsradikale Weltszene
Teil 2: die Protagonisten

Das Umweltministerium soll dem von Großgrundbesitzern, Soja- und Fleisch-Exporteuren politisch kontrollierten Landwirtschaftsministerium einverleibt werden. Großgrundbesitzer üben massiven Druck für die Novellierung der in Kraft befindlichen Umweltgesetze aus. Der „ganze Schrott” soll „flexibilisiert“ und mit ihm Indianerreservate und unter Schutz stehende Biotope in Amazonien für den Ausbau der Soja-Monokultur und der Viehherden überrannt werden. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

NachDenkSeite, 30.10.2018
Mit Wahlsieger Jair Bolsonaro ergreift US-freundliches Militär die Macht und befeuert die rechtsradikale Weltszene
Teil 1: die Wahlnacht

Grob zusammengefasst: Gegen den Willen von 46,13 Millionen Wählern für Demokratie, Grundfreiheiten und Sozialstaat besiegelten 57 Millionen Brasilianer umgekehrt eine Entscheidung für die Einschränkung der Demokratie, die grenzenlose Volksbewaffnung, die Rückkehr der Militärs an die Staatsmacht und die Unterwerfung des Staates unter einen makabren und verlogenen religiösen Fundamentalismus. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.



G1 - O Globo, 28/10/2018
Jair Bolsonaro é eleito presidente e interrompe série de vitórias do PT
Candidato do PSL derrotou o petista Fernando Haddad no segundo turno, com 55% dos votos, e foi eleito o 38º presidente do Brasil. Capitão reformado do Exército e deputado federal desde 1991, Bolsonaro se elegeu com promessas de reformas liberais na economia e um discurso conservador, contrário à corrupção, ao PT e ao próprio sistema político.

G1 - O Globo, 28/10/2018
Saiba quem é quem no núcleo político de Jair Bolsonaro
Filhos, guru na área econômica, advogado, parlamentares e generais da reserva integram grupo mais próximo do presidente eleito, que toma posse em 1º de janeiro de 2019.

G1 - O Globo, 29/10/2018
Bolsonaro vai depender do Congresso para aprovar promessas de campanha
Mesmo que seu partido, o PSL, tenha atualmente a segunda maior bancada da Câmara, presidente eleito vai precisar negociar com todos os partidos.

BBC-News Brasil, 29/10/2018
Bolsonaro presidente: os obstáculos para concretizar 10 de suas propostas mais polêmicas
Após tomar posse no dia 1º de janeiro de 2019, Bolsonaro será o chefe do governo e o representante máximo do Estado brasileiro. Mas quão grande é o poder de um Presidente da República? Quais decisões podem ser tomadas por decreto, e quais dependem do Congresso? Há algo nas propostas de Bolsonaro, ditas durante a campanha, que seja impossível de ser posta em prática?
A reportagem da BBC News Brasil conversou com profissionais e pesquisadores de diversas áreas para entender como podem ser concretizadas algumas das propostas mais polêmicas de Bolsonaro. Na maioria dos casos, a aprovação dependerá da interlocução entre o Palácio do Planalto e o Congresso.

Mapa da apuração no Brasil
Por estados
Por capitais

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Evangelikale in Brasilien unterstützen Bolsonaro

Domradio, 23.10.2018
Evangelikale in Brasilien unterstützen Bolsonaro
Mit Knarre und Bibel - Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt
Brasilien wird wohl einen Rechtspopulisten zum Präsidenten wählen. Die Evangelikalen feiern Jair Bolsonaro, während der frühere Katholik die Kirche zum Feindbild macht.


Süddeutsche Zeitung, 25.10.2018
Brasilien erhält die Quittung für jahrelanges Schweigen
Es rächt sich, dass Brasilien die Verbrechen seiner Militärdiktatur nie aufgearbeitet hat. Ein Mann, der Mörder verehrt, wird wohl Präsident. Aber der Schrecken ist längst Gegenwart.


Die Wochenzeitung, 25.10.2018
Die Rechte und die «Überflüssigen»
Bei der Stichwahl am Sonntag hat der chauvinistische Hardliner Jair Bolsonaro beste Chancen, neuer Präsident zu werden. Die reaktionäre Identitätspolitik beherrschte den Wahlkampf, die soziale Misere spielte keine Rolle.


Süddeutsche Zeitung, 28.10.2018
Edir Macedo
Evangelikaler Fernsehprediger in Brasilien. Sehr reich, sehr reaktionär, sehr einflussreich.
In seiner Autobiografie hat der evangelikale Bischof Edir Macedo vor zehn Jahren seine Ambitionen klar beschrieben: die Verwandlung Brasiliens in einen Gottesstaat. "Die Anzahl der Evangelikalen kann jede Wahl entscheiden, egal ob für die Legislative oder die Exekutive", steht da. Die Statistiker scheinen Macedo recht zu geben. Noch ist Brasilien das Land mit den meisten Katholiken weltweit, aber das Wörtchen "noch" ist entscheidend.


Deutschlandfunk, 29.10.2018
Brasilien unter Bolsonaro
Wirtschaftlich droht ein böses Erwachen
Er habe keine Ahnung von Wirtschaft, sagt Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro. Die brasilianische Börse feiert die Wahl des ultrarechten Politikers trotzdem. Doch könnte der Jubel nur von kurzer Dauer sein. Klar ist schon jetzt: Mit ihm rückt das Land nach rechts.


Der Standard, 28. Oktober 2018
Die Macht der evangelikalen Wähler in Brasilien
Bei der Präsidentenwahl am Sonntag wollen die Evangelikalen mehrheitlich für Jair Bolsonaro stimmen. Ein Grund dafür sind Fake-News

Brasilandia ganz im Norden von São Paulo gehört zu den grauen Vororten der Industriemetropole. Schmale schmucklose Häuser reihen sich entlang der engen Hauptstraße. Anderson Esteves steht vor einer ehemaligen Lagerhalle und verteilt Flyer. Er unterstützt die hier neu eingezogene Igreja Renascer em Cristo (Kirche der Wiedergeburt von Christus). Sie buhlt mit fünf anderen evangelikalen Kirchen in unmittelbarer Nachbarschaft um die Gunst der Bewohner.
Brasilien gilt zwar als das größte katholische Land weltweit, doch knapp ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich zum evangelikalen Glauben. Vor allem in den ärmeren Vierteln haben die Pfingstkirchen großen Zulauf. Ihr Votum ist wahlentscheidend. Laut Umfragen wollen 70 Prozent der Evangelikalen für den Rechtsextremisten Jair Bolsonaro stimmen. Sein Slogan: "Brasilien über alles und Gott über allem."
"Gott hat mich zu einem besseren Menschen gemacht. Familie, Moral und Anstand sind für mich jetzt die wichtigsten Werte", sagt Esteves. Bei der Stichwahl am Sonntag will auch der 35-Jährige seine Stimme Bolsonaro geben. Der Grund ist auf seinem Handy zu finden. "Wenn Ihr eure Kinder beschützen wollt, wählt nicht Haddad", steht in einer Nachricht.

Fake-News-Kampagnen
Denn der Präsidentschaftskandidat der linken Arbeiterpartei PT, Fernando Haddad, wolle Pädophilie und Sex mit Kindern ab zwölf Jahren erlauben. Dazu gibt es ein Foto mit der angeblichen Gesetzesinitiative des Kandidaten. Dass es sich dabei um eine Diffamierungskampagne handelt, weist Esteves empört zurück.
In weiteren Fake-News wird Haddad vorgeworfen, unter Schulkindern Homosexualität fördern zu wollen, in Schulen Trinkflaschen in Form eines Penis zu verteilen und die elektronischen Wahlurnen zu seinen Gunsten manipuliert zu haben. In Trollfabriken werden diese Lügen zu Dutzenden produziert und millionenfach über die sozialen Medien verbreitet. Egal wie absurd die Meldungen sind, viele Brasilianer glauben ihnen dennoch. Finanziert wird diese Lügenmaschinerie von 156 Unternehmern, die Bolsonaro unterstützen, wie die Zeitung Folha de São Paulo berichtet. Inzwischen ermitteln Bundespolizei und Staatsanwaltschaft. Bolsonaro selbst gibt sich unschuldig und sagt, er wisse nichts von der Kampagne – wirft Haddad aber im gleichen Atemzug vor, Kinder zu "sexualisieren".

Homophobie und Hetze gegen Andersgläubige
Die größten evangelikalen Kirchen in Brasilien sind inzwischen milliardenschwere Unternehmen, die schon lange Politik machen. Der wohl einflussreichste Pastor ist Edir Macedo, Gründer der "Universalkirche" und Eigentümer des Senders Rekord. Er steuert ein Imperium aus tausenden Gotteshäusern und ruft dort offen zur Wahl Bolsonaros auf.
Das gesellschaftliche Klima hat sich verhärtet. Mit ihren aggressiven Predigten und Hetze gegen Andersgläubige und Homosexuelle haben viele evangelikale Führer dazu beigetragen. Dennoch sind die Gottesdienste voll. Viele evangelikale Kirchen versprechen Wohlstand auf Erden, wenn strenge Regeln befolgt werden. Vor allem in der aktuellen Wirtschaftskrise klammern sich viele Brasilianer an diesen vermeintlichen Hoffnungsschimmer.

Medienwirksame Taufe
Bolsonaro, der zwar katholisch erzogen wurde, ließ sich vor zwei Jahren von einem evangelikalen Pastor im Jordan-Fluss in Israel taufen. Spätestens seitdem hat er die Mehrheit der Führer der Pfingstkirchen hinter sich.
Der Katholik Haddad hat spät, erst vor wenigen Tagen, den Schulterschluss mit den evangelikalen Wählern gesucht. Auch innerhalb der PT erntet er Kritik dafür, sich nicht schon früher mit den Forderungen dieser wichtigen Wählerschicht auseinandergesetzt zu haben. Auf einer Veranstaltung in São Paulo versammelte er rund 200 religiöse Führer hinter sich. "Bolsonaro vertritt keine christlichen Werte. Er propagiert Gewalt, Folter und Hass. Damit entzweit er die Gesellschaft", sagt Henrique Vieira von einer baptistischen Kirche. Er unterstützt Haddad. (Susann Kreutzmann aus São Paulo, 28.10.2018)


Deutsche Welle, 26.9.2018
Machtzuwachs für Brasiliens Evangelikale
Während die katholische Kirche seit den 1970er Jahren in Brasilien an Einfluss verliert, haben die evangelikalen Kirchen regen Zulauf. Nun zielen sie auf das höchste Staatsamt und könnten für einen Rechtsruck sorgen.


pro-medienmagazin, 30.10.2018
Von Freikirchen unterstützter Bolsonaro wird Präsident
Jair Bolsonaro wird neuer Präsident in Brasilien. Die Positionen des rechtsgerichteten Politikers haben den Nerv über die Wut vieler Brasilianer zu Gewalt und Korruption getroffen und decken sich mit denen evangelikal gesinnter Freikirchen in dem Land.


Deutschlandfunk, 29.10.2018
Rechtsruck in Brasilien
Mit Gott in den Präsidentenpalast
55 Prozent der Brasilianer haben Jair Bolsonaro ins höchste Staatsamt gewählt. Der Ex-Militär will Waffen für alle, hält Schwarze für faul und Homosexuelle für pervers. Wesentlich zu seinem Sieg beigetragen haben die Evangelikalen: Ihr Einfluss wächst.


pro-medienmagazin, 5.10.2018
Jesus statt Samba
In Brasilien könnte ein Kandidat der Freikirchen am Sonntag der nächste Präsident werden. Aus diesem Grund hat der Sender ORF in seiner Reportagereihe Weltjournal den Einfluss der Freikirchen auf die brasilianische Politik unter die Lupe genommen. Gezeigt wird ein Mann, der so gar nicht „christlich“ daher kommt.


Época, 06/10/2018
Como Bolsonaro se tornou o candidato dos evangélicos
É o sentimento antiesquerda que move a horda religiosa na direção do presidenciável direitista

Dienstag, 23. Oktober 2018

Bolsonaro kündet Säuberungen gegen linke Politiker an

Bolsonaros "starke Worte" werden live auf die Leinwand einer Wahlkundgebung auf der Av. Paulista übertragen
Wahl in Brasilien
Bolsonaro kündigt "Säuberungen" an
  • Präsidentschaftskandidat Bolsonaro hat in einer Video-Ansprache seine politischen Gegner bedroht und ihnen mit Säuberungen gedroht.
  • Der Rechtsextremist hat bei der Stichwahl am Sonntag gute Chancen gegen seinen Konkurrenten Haddad, dem Bolsonaro mit Gefängnis droht.
  • Eine an Zustände unter der Militärdiktatur in Brasilien erinnernde Aussage seines Sohns soll nun auch juristische Konsequenzen haben.
"Diese roten Verbrecher werden aus unserem Heimatland verbannt. Es wird eine Säuberung werden, wie sie in Brasiliens Geschichte noch nie vorgekommen ist": So droht der rechtsextremistische Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro in Brasilien seinen Gegnern.

In einer zehnminütigen Videoansprache, die er per Handy hielt, erklärte Bolsonaro am Wochenende seine Pläne für den Fall, dass er die Wahl am kommenden Sonntag gewinnt. Er drohte vor allem linken Politikern und Aktivisten. "Entweder gehen sie nach Übersee oder sie gehen ins Gefängnis", so Bolsonaro.


linkswende.org, 26.10.2018
Jair Bolsonaro – Der neue Diktator Brasiliens?
Mit 46 Prozent der Stimmen in der Vorwahl geht Jair Bolsonaro (PSC) als klarer Favorit in die Stichwahl für das Amt des Präsidenten gegen Fernando Haddad (PT), der nur 29 Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte. Bei aktuellen Umfragen für die Wahl am kommenden Sonntag, den 28. Oktober liegt der rechtsextreme Bolsonaro 14 bis 18 Prozent vor dem sozialdemokratischen Kandidaten.
Nach dem Sieg im Vorwahlkampf schickte er ein 10-minütiges Video an die Medienin welchem wortwörtlich sagt: „…die roten Gesetzlosen werden von unserem Heimatland verbannt werden. Es wird eine Säuberungwerden, wie sie in Brasiliens Geschichte noch nie gesehen worden ist….“

Kommentar:
Mit dieser Hetzrede gegen die Arbeiterpartei (PT) sorgt Bolsonaro eine Woche vor der Stichwahl (am 28.10.) für Stimmung bei einer Wahlkundgebung auf der Av. Paulista. Bolsonaros Worte wurden per Handy auf die Bühne übertragen.
Bemerkenswert ist sein legeres Auftreten: er trägt ein einfaches grünes T-Short und liest den Text von einem Handy-Display, das ihm sichtbar vors Gesicht gehalten wird. Die Aufnahme findet in einem Innenhof statt, im Hintergrund sind Leintücher zu sehen, die an der Wäscheleine zum Trocknen hängen.


El País, 22.10.2018
Bolsonaro a milhares em euforia: “Vamos varrer do mapa os bandidos vermelhos”
"Nós somos o Brasil de verdade", diz candidato de extrema direita a uma semana do segundo turno. Seus eleitores deram demonstração de força nas ruas em dezenas de cidades

Veja, 22.10.2018
“Esses marginais vermelhos serão banidos de nossa pátria”, diz Bolsonaro
O candidato participou por telefone das manifestações deste domingo e apresentou duas saídas a seus oposicionistas: "Ou vão pra fora ou vão para a cadeia"

Donnerstag, 18. Oktober 2018

600 Familien erhalten in Altamira neues Zuhause

Nach dreijährigen Verhandlungen bekommen ca. 600 Familien im Viertel Independente I in Altamira endlich ihr Recht auf Umsiedlung zugesprochen. Erst im Jänner waren 968 Familien von Ibama als vom Staudamm Belo Monte Betroffene eingestuft worden. Nun wird das Betreiberkonsortium Norte Energia noch rechtzeitig vor der nächsten Regenzeit 600 Familien umsiedeln. Die restlichen sollen bessere Straßen, Trinkwasser und Kanalisation erhalten.

Bom Dia Pará, em 18 out 2018
Cerca de 600 família de área de risco de Altamira serão remanejadas
Comunidade é atingida pelas obras das Usina de Belo Monte.

Montag, 8. Oktober 2018

Rechtspopulist Bolsonaro gewinnt erste Wahlrunde

Bolsonaro und Haddad kommen in die Stichwahl am 28. Oktober
ORF, 8.10.2018
Bolsonaro gewinnt erste Wahlrunde in Brasilien
In Brasilien zieht der rechtsgerichtete Jair Bolsonaro mit einem klaren Vorsprung in die Stichwahl um das Präsidentenamt. Auf Bolsonaro entfielen gestern im ersten Wahlgang 46,7 Prozent der Stimmen, teilte der Wahlausschuss des Landes mit. Sein linker Kontrahent Fernando Haddad erreichte 28,4 Prozent. Die Stichwahl ist für den 28. Oktober angesetzt.

Der Standard, 8.10.2018
Ein Messias greift nach der Macht in Brasília
Der selbstdeklarierte Kämpfer gegen das Establishment mischt seit rund dreißig Jahren in Brasiliens Politik mit. Diesmal tritt er für den Partido Social Liberal (PSL) an, in die Partei ist er erst heuer eingetreten – es ist seine neunte. Sozialliberal war der PSL einmal, noch 2014 unterstützte er Marina Silva, einst Lulas Umweltministerin. Unter Bolsonaro steht die Partei weit rechts: Bündnisse mit Linken sind den Mitgliedern verboten.


FAZ, 8.10.2018
Rechtspopulist Bolsonaro ist der große Gewinner
Die erste Runde hat Jair Bolsonaro mit so großem Abstand gewonnen, dass beinahe keine Stichwahl mehr nötig geworden wäre. Fast 50 Prozent der Brasilianer stimmten für den extrem rechten Kandidaten. Sein Kontrahent steht auf der anderen Seite des politischen Spektrums.


tagesschau.de, 8.10.2018
Rechtspopulist gewinnt erste Runde
Rechtspopulist Jair Bolsonaro liegt bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien nur knapp unter der absoluten Mehrheit. Der Kandidat der Arbeiterpartei landete abgeschlagen auf dem zweiten Platz.


Deutsche Welle, 6.10.2018
Präsidentschaftswahlen in Brasilien
Wer ist Jair Messias Bolsonaro?
Er überlebte ein Attentat und zog mit 46 Prozent in die Stichwahl: Der rechtsextreme Jair Bolsonaro hat beste Chancen, Brasiliens nächster Präsident zu werden. Doch wofür steht der "tropische Trump" eigentlich?


Le Monde diplomatique, 11.10.2018
Brasilien, der große Verrat
In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl hat der rechtsextreme Kandidat Jair Bolsonaro erwartungsgemäß gewonnen. Die absolute Mehrheit, die einen zweiten Wahlgang überflüssig gemacht hätte, verfehlte er nur knapp. Zur Stichwahl am 28. Oktober tritt Fernando Haddad, Ersatzmann der Arbeiterpartei PT für Lula da Silva, gegen Bolsonaro an.


linkswende.org, 26.10.2018
Jair Bolsonaro – Der neue Diktator Brasiliens?
Mit 46 Prozent der Stimmen in der Vorwahl geht Jair Bolsonaro (PSC) als klarer Favorit in die Stichwahl für das Amt des Präsidenten gegen Fernando Haddad (PT), der nur 29 Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte. Bei aktuellen Umfragen für die Wahl am kommenden Sonntag, den 28. Oktober liegt der rechtsextreme Bolsonaro 14 bis 18 Prozent vor dem sozialdemokratischen Kandidaten.
Nach dem Sieg im Vorwahlkampf schickte er ein 10-minütiges Video an die Medien in welchem wortwörtlich sagt: „…die roten Gesetzlosen werden von unserem Heimatland verbannt werden. Es wird eine Säuberung werden, wie sie in Brasiliens Geschichte noch nie gesehen worden ist….“


Wahlergebnis nach Bundesstaaten
O Globo, 08/10/2018
Eleições 2018

Freitag, 5. Oktober 2018

Gericht stoppt Rodung im Hambacher Forst


ORF.at, 5.10.2018
Gericht stoppt Rodung im Hambacher Forst
Knalleffekt im deutschen Streit über den Hambacher Forst, der nach Willen des Energiekonzerns RWE für den Braunkohletagebau gerodet werden soll. Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp. Die Richter entsprachen damit in einem Eilverfahren dem Antrag des Umweltverbandes BUND.


tagesschau, 05.10.2018
Gericht entscheidet: Rodung im Hambacher Forst gestoppt
Die Bäume im Hambacher Forst bleiben stehen – vorerst. Seit Jahren gibt es Streit, ob RWE den Wald roden und dort nach Braunkohle baggern darf. Zuletzt sah alles danach aus, das Gebiet war geräumt worden, die Vorbereitungen waren bereits in Gang. Nun stoppte ein Gericht vorerst die Rodung.
Zuerst müsse über eine Klage des Umweltverbandes BUND entschieden werden. Erst danach ist also klar, ob die Bäume fallen und nach Braunkohle gebaggert wird.


Deutsche Welle, 29.11.2017
Kampf um den Hambacher Forst
Ein Wald soll dem Braunkohletagebau weichen. Aktivisten kämpfen dagegen, sie bauen Baumhäuser, blockieren Straßen, errichten Barrikaden. Und wirklich: Am Ende feiern sie einen Erfolg. Drei Tage im Hambacher Forst.

Samstag, 29. September 2018

Vom Kraftwerk Betroffene in Altamira fordern Schließung von Belo Monte


Die Bewegung der von Staudämmen Betroffen stellte bei IBAMA den Antrag zur Suspension der Betriebsgenehmigung für das Belo Monte Kraftwerk, solange das Betreiberkonsortium Norte Energia die vom Staudamm betroffenen Familien im Stadtteil "Independente I" in Altamira nicht umsiedelt.

Mehr als 600 Familien, die in der Region "Lagoa" leben, wurden 2017 von IBAMA als vom Kraftwerk Betroffene anerkannt. Bis zum 15. September 2018 hätte Norte Energia eine Verpflichtungserklärung mit der Stadtgemeinde von Altamira für die Umsiedlung dieser Familien unterzeichnen müssen, doch die Frist ist ergebnislos verstrichen.

„Wir bekommen immer wieder neue Termine, aber man entscheidet nichts, und wir bleiben hier im Überschwemmungsgebiet. Sobald es regnet, steigt das Wasser bis zum Fußboden, der Gestank wird unerträglich, die Mücken fressen uns und die Termiten die Hütte“, sagte Marivalda Ferreira Sousa, eine Bewohnerin der betroffenen Region.

Die Familien leben dort in Häusern aus Holz, die auf Stelzen gebaut sind. Es gibt keine sanitäre Grundversorgung und kein Trinkwasser. Frau Socorro Farias war einer der ersten Bewohnerinnen der Gegend, als sie vor 12 Jahren herkam. Und die acht Menschen, die bei ihr wohnen, können nirgendwo hingehen - weil das Geld dafür fehlt.


G1 - O Globo, 28.9.2018
Movimento dos Atingidos por Barragens pede suspensão das atividades de Belo Monte ao Ibama
Cerca de 600 famílias de comunidade impactada pela obra da usina vivem em casas de madeiras sobre palafitas, sem água potável e saneamento básico.

Mittwoch, 12. September 2018

Umweltinstitut Ibama für Genehmigung von Belo Sun-Minenprojekt zuständig

Camp von Belo Sun Mining am Xingu

Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Lizenz für das Goldminenprojekt der kanadischen Firma Belo Sun am Xingu-Fluss vom brasilianischen Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen (Ibama) anstelle der Landesregierung von Pará ausgestellt werden muss. Die Entscheidung wurde am Dienstag (11.9.) vom Bundesministerium der Justiz veröffentlicht.

In einer Stellungnahme verlautbarte die Regierung von Pará, dass ihr diese Gerichtsentscheidung noch nicht mitgeteilt worden sei. Sie sei aber entschlossen, dagegen zu berufen, da sie für die Genehmigung zuständig sei.

Die Installations-Lizenz wurde im Februar 2017 vom Sekretariat für Umwelt und Nachhaltigkeit in Belém (Semas) erteilt und autorisiert Belo Sun zum Abbau von Gold in der Gemeinde Senador José Porfírio während der nächsten 12 Jahre. Bereits 2014 hatte das Unternehmen die Vor-Lizenz (Licença Prévia), die vom Umweltsrat (Coema) genehmigt worden war, von Semas erhalten.

Laut Staatsanwaltschaft (MPF) "betreffen die sozio-ökologischen Auswirkungen des Goldminenprojekts nicht einfach nur indigenes Land, sondern sie werden durch die Auswirkungen des Belo Monte Staudamms noch verstärkt und vergrößert". Außerdem argumentierte die Staatsanwaltschaft, dass auch Belo Monte vom Nationalen Umweltinstitut Ibama und nicht von der Regierung in Pará genehmigt worden war.

Das Urteil wurde am 3. September von Richter Paulo Neto unterzeichnet, der festlegte, dass IBAMA die bereits gewährten Lizenzen erneut prüfen sollte, um die Regelmäßigkeit des Verfahrens zu gewährleisten. Zu diesem Zweck kann IBAMA neue Dokumente, Studien oder Befunde anfordern.

Belo Sun ließ verlautbaren, dass „das Unternehmen sowohl mit IBAMA als auch mit SEMAS im Hinblick auf das Genehmigungsverfahren zusammenarbeitet. Die Verhandlungen und Gespräche mit lokalen Institutionen, Gemeinden und indigene Gruppen sollen fortgesetzt werden, um als Ziel das Volta Grande Projekt zu ermöglichen, zum Nutzen aller Beteiligten".


G1 - O Globo, 11/09/2018
Justiça Federal decide que Ibama deve licenciar mineradora da Belo Sun no rio Xingu, no Pará
Decisão determina que o órgão reavalie impactos do empreendimento na região.
Licença havia sido concedida pelo governo estadual em fevereiro de 2017.

MPF-PA, 11/09/2018
Justiça determina federalização do licenciamento de projeto da mineradora Belo Sun no rio Xingu (PA)
Sentença destaca que o Ibama deve reavaliar licenças já concedidas e incluir estudo dos impactos aos indígenas
Processo 0001813-37.2014.4.01.3903
Íntegra da ação 

MPF-PA, 08/11/2018
MPF/PA pede que licenciamento da Belo Sun seja transferido para Ibama
O projeto se sobrepõe a terras federais e às obras de Belo Monte e afeta terras indígenas e o rio Xingu, o que torna Secretaria de Meio Ambiente do Pará incompetente para licenciar

Mining.com, 12/09/2018
Belo Sun license should be reviewed by Brazil federal Gov’t, court rules
A Brazilian court has placed a new obstacle in the way of Canada’s Belo Sun Mining’s (TSX:BSX) plans to develop a vast gold mine in the Amazonic state of Pará, by ruling that the company’s permits should be issued and reviewed by federal authorities.

Projeto Volta Grande
Nota de esclarecimento
A Belo Sun Mineração declara que “a empresa tem prazer em trabalhar tanto com o IBAMA quanto com a SEMAS em seu processo de licenciamento, e continuará a trabalhar com instituições municipais, comunidades e grupos indígenas com o objetivo de avançar com o projeto Volta Grande em benefício para todas as partes interessadas”.

Belo Sun Mining

Volta Grande Gold Project (engl., PDF)

Donnerstag, 23. August 2018

Bischof Kräutler beim Vorbereitungstreffen für Amazonas-Synode in Manaus

Kathpress, 22.08.2018
Brasilien: Kräutler bei Vorbereitungstreffen für Amazonas-Synode

Brasilia, 22.08.2018 (KAP) Im brasilianischen Manaus findet diese Woche das bisher dritte Vorbereitungstreffen der brasilianischen Bischöfe für die Amazonassynode im Oktober 2019 statt. Erwin Kräutler, der aus Vorarlberg stammende emeritierte Bischof der Prälatur Xingu, ist unter den Teilnehmern, berichtete die römische Nachrichtenagentur "Fides" am Mittwoch. Das Treffen solle einem "Prozess des Zuhörens" weiter den Weg bahnen und die Suche nach neuen Wegen kirchlicher Missionsarbeit angesichts der heutigen sozialen, religiösen und kulturellen Situation des Amazonas unterstützen.

An dem noch bis Donnerstag dauernden Treffen, das vom panamazonischen Kirchennetzwerk REPAM und der Kommission für das Amazonasgebiet der Brasilianischen Bischofskonferenz veranstaltet wird, nehmen an die 50 Bischöfe und Vertreter aus 54 Kirchsprengeln der brasilianischen Amazonasregion teil. Die meisten von ihnen bringen langjährige Erfahrung aus der pastoralen Arbeit mit Indigenen mit, welche die "wichtigsten Protagonisten der Synode" sein würden, erklärte der Bischof Edson Damian von Sao Gabriel da Cachoeira. Ziel sei es, den Ureinwohnern bei dem Bischofstreffen im Vatikan "mit viel Respekt und viel pastoraler Sensibilität" zuzuhören.

Zentral geht es bei der aktuellen Versammlung um die vertiefende Arbeit mit dem Anfang Juni vom Vatikan veröffentlichten Synoden-Vorbereitungsdokument, an dessen Erstellung alle zur Synode eingeladenen Amazonas-Bischöfe mitgewirkt haben. Mehrere leitende Redakteure sind auch bei dem Treffen in Manaus anwesend, darunter die Bischöfe Marcia de Oliveira, Paulo Suess, Peter Hughes und Justino Sarmento Rezende.

Zugegen sind auch Vertreter des vom Papst ernannten "Vorsynodalen Rates", dem neben Bischof Kräutler u.a. auch REPAM-Präsident Kardinal Claudio Hummes, Bischof Neri Jose Tondello und Erzbischof Roque Paloschi, Präsident des Indigenen Missionsrates CIMI, sowie die Ordens-Delegierte für Lateinamerika und die Karibik, Schwester Irene Lopes, angehören.

Die für Oktober 2019 geplante Bischofssynode trägt den Titel offiziellen "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie". An dem Treffen werden laut dem vorbereitenden Synodensekretariat 102 Diözesanleiter teilnehmen, von denen allein 57 aus Brasilien kommen. Eingeladen sind weiter die Vorsitzenden von sieben nationalen Bischofskonferenzen aus der Region, Vertreter des REPAM-Netzwerks und anderer kontinentaler Kirchengremien wie des lateinamerikanischen Bischofsrats CELAM sowie Leiter von römischen Kurienbehörden.

Im Juni wurde mit dem veröffentlichten Vorbereitungsdokument an die örtlichen Kirchen auch ein Fragebogen verschickt. Die Antworten, die bis Februar 2019 zurückerwartet werden, fließen in das eigentliche Arbeitspapier der Synode ein. Dieses soll den Synodenteilnehmern laut Vatikan voraussichtlich im Juni 2019 zugeschickt werden.

VaticanNews, 22.8.2018
Brasilien: Vorbereitungstreffen zur Amazonasynode mit Protagonisten
Im brasilianischen Manaus findet zur Zeit das dritte Vorbereitungstreffen für die Amazonassynode statt. Diese Synode wird dann im Oktober 2019 im Vatikan durchgeführt. Bei dem Treffen soll das Anfang Juli vom Vatikan veröffentlichte Synodenvorbereitungs-Dokument vertieft werden.





REPAM, 23 de agosto de 2018
Igreja na Amazônia finaliza encontro em Manaus
“Com as bênçãos de Nossa Senhora de Nazaré, voltemos para as nossas dioceses e sigamos nossos trabalhos”. Com essas palavras, o Cardeal Cláudio Hummes finalizou o III Encontro da Igreja Católica na Amazônia Legal. Estiveram reunidos no Centro de Treinamento da Maromba, em Manaus, entre os dias 20 e 23 de agosto, os 58 bispos das dioceses e prelazias da região.

Confira a carta na íntegra: Carta do III Encontro da Igreja na Amazônia Legal

Dienstag, 21. August 2018

Zweite Stromtrasse für Belo Monte vor Fertigstellung


Das chinesische Energieunternehmen State Grid gab die Fertigstellung der zweiten Stromtrasse innerhalb der nächsten Monate bekannt. Das wäre früher als erwartet und kommt dem Kraftwerk Belo Monte zugute, das im Dezember 2019 fertiggestellt sein soll und das bereits viel Strom produziert. Durch die Pleite des spanischen Energieunternehmens Abengoa war man mit zwei Stromtrassen in Verzug. Nach einem einjährigen Rechtsstreit übertrug die Nationale Energieagentur (Aneel) im Juni 2017 die Konzessionsrechte von Abengoa an die chinesische State Grid.



Reuters, 20/08/2018
State Grid prevê antecipar entrega de segunda linha de transmissão de Belo Monte
SÃO PAULO (Reuters) - A elétrica chinesa State Grid prevê antecipar em meses a conclusão de um segundo linhão de transmissão de energia que escoará a produção da enorme hidrelétrica de Belo Monte, no Pará.
Originalmente previsto para entrega em dezembro de 2019, o projeto orçado em torno de 9 bilhões de reais deverá estar pronto em meados do terceiro trimestre do ano que vem, disse à Reuters um executivo responsável pelo empreendimento.

Samstag, 18. August 2018

UN-Komitee für Menschenrechte setzt sich für Lula ein

Deutsche Welle, 17.8.2018
UN machen sich für Brasiliens Lula stark
Der inhaftierte Ex-Präsident möchte gerne wieder Präsident werden. Das wollen seine politischen Gegner verhindern. Der UN-Menschenrechtsausschuss mahnt, Lula da Silva dürfe nicht seiner politischen Rechte beraubt werden.


O Globo, 17/08/2018
Comitê de Direitos Humanos da ONU recomenda que o Estado brasileiro assegure direitos políticos de Lula
Em decisão liminar, órgão pede que candidatura do ex-presidente seja mantida

Reuters, 17 de Agosto de 2018
Comitê de Direitos Humanos da ONU diz que Lula deve ter todos os direitos políticos

Donnerstag, 2. August 2018

Von Belo Monte Betroffene blockieren die Transamazônica-Straße



Kooperation Brasilien, 1.8.2018
Staudamm Belo Monte: Betroffene blockieren aus Protest die Transamazônica
Im März dieses Jahres wurden die 968 Familien (rund 3.800 Menschen) des durch den Staudammbau von Belo Monte mittlerweile nahezu durchgängig unter Wasser stehenden Stadtteils von Altamira, Independente 1, als direkt von Belo Monte Betroffene anerkannt, aber sie warten bis heute auf Maßnahmen zur Entschädigung.

Familien aus dem Stadtteil Independente 1 in Altamira haben am Montag die BR 230, die Transamazônica, blockiert. Es sind insgesamt 968 Familien (rund 3.800 Menschen), die im Stadtteil Independente 1 in Altamira leben, ihre Holzhäuser sind meist auf Stelzen und Pfählen gebaut, da ihr Stadtteil bei Hochwasser oft geflutet wurde. Diese Flutungen haben aber seit dem Bau des 11 GW-Staudamms Belo Monte am Fluss Xingu im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará dermaßen zugenommen, dass mittlerweile der Stadtteil nahezu konstant unter Wasser steht. Da es dort noch immer kein funktionierendes Abwassersystem gibt, leben die Menschen in Independente 1 faktisch auf einer Kloake. Dies ist dem Staudammbau von Belo Monte zuzuschreiben: Denn der Fluss Xingu wird rund 40 Kilometer flussabwärts von Altamira gestaut, durch die erste - Pimental - der zwei großen Staustufen des Staudamms Belo Monte, und der Rückstau macht sich bei Hochwasser bis in die tiefer gelegenen Stadtteile von Altamira bemerkbar, während die rund 100 Kilometer lange Große Flusschleife am Xingu, hinter der Staustufe Pimental gelegen, lange Zeit des Jahres nur noch bis zu 20 Prozent des vorherigen Wassers führt, da dieses nun in das Belo-Monte-Staureservoir zur Stromproduktion abgeleitet wird.

Am 13. März dieses Jahres wurden die Bewohner Stadtteil Independente 1 von der Umweltbehörde IBAMA als vom Staudamm Belo Monte Betroffene anerkannt. Es wurde dann von einem Gericht festgestellt, dass Norte Energia, die Betreiberfirma des Wasserkraftwerkes, die Familien umsiedeln muss und je nach Lage entweder ein Ersatzhaus oder aber Entschädigungszahlungen oder ein Haus mit Sozialmieten anbieten muss. Geschehen ist bis heute aber nichts dergleichen.

Jackson Dias, Koordinator vor Ort der Bewegung der Staudammbetroffenen MAB sagte gegenüber der Zeitung Brasil de fato, dass die Familien es müde geworden sind, immer nur auf neue Fristen zu warten. Um ihren Protest kundzutun, häten sie nun die Transamazônica besetzt. Die Straßenbesetzung soll die seit dem 9. Juli von den Betroffenen vorgenommene Besetzung des lokalen Gebäudes der Umweltbehörde IBAMA unterstützen und den Druck erhöhen, damit die Verantwortlichen endlich handeln, und den Betroffenen von Belo Monte zu ihren Rechten verhelfen.


Bom dia Pará 01/08/2018
G1 - O Globo, 31/07/2018
Atingidos pelas obras de Belo Monte encerram protesto em Altamira, no Pará
Os manifestantes protestaram na BR-230, a rodovia Transamazônica.

Jornal Liberal 1ª Edição, em 30 jul 2018
Atingidos pela obra de Belo Monte bloqueiam a BR-230, de acesso à usina
Manifestantes foram reconhecidos pelo Ibama como atingidos pela barragem e exigem que a Norte Energia faça o remanejamento das famílias do local.

G1 - O Globo, 13/07/2018
Moradores de uma área atingida pela instalação da usina de Belo Monte ocupam sede do Ibama em Altamira
Eles cobram o remanejamento das famílias para áreas seguras. Ao todo 968 famílias foram cadastradas pela empresa Norte Energia na área mas nem todas terão direito a uma nova moradia.