Freitag, 8. Juni 2018

Vorbereitungspapier für Amazonassynode präsentiert


Religion.orf.at, 8.6.2018
Amazonas-Synode:
Umweltfragen und Indigenen-Rechte
Die durch Raubbau verursachten Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im kommenden Jahr im Mittelpunkt einer Bischofssynode. Eine Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt wird wohl kein Thema sein.


Katholisch.de, 8.6.2018
Amazonas-Synode: Umwelt statt "Viri probati"?
Viel wurde spekuliert: Ist die Weihe von "Viri probati" Thema der Amazonas-Synode? Ausdrücklich erwähnt werden sie im jetzt veröffentlichten Arbeitspapier nicht. Und im Mittelpunkt steht sowieso ein anderes Thema.
Die Umweltschäden durch Raubbau im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen stehen im Mittelpunkt einer von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynode. Das geht aus dem am Freitag im Vatikan veröffentlichten Vorbereitungsdokument hervor. Weiter erörtern die Synodenteilnehmer eine Stärkung der indigenen Bevölkerung, Ämter für Frauen in der Kirche und neue Wege, um einen Zugang der Gläubigen zur Messfeier sicherzustellen.


VaticanNews, 8.6.2018
Vorbereitungspapier für Amazonassynode:
Natur, Glaube und Kirche
Die Kirche hat auch eine Seite, die eng mit Amazonas verbunden ist und deshalb sollen sich die Gläubigen auch mit Themen wie Nachhaltigkeit, Solidarität und Verantwortung gegenüber Mitmenschen und der Natur auseinandersetzen. Das sind die Anliegen, die im Vorbereitungspapier auf die Amazonassynode an diesem Freitag im Vatikan vorgestellt wurden.


VaticanNews, 8.6.2018
Amazonassynode: 
Auswirkungen auf die gesamte Weltkirche
Ein eng umrissenes geographisches Gebiet, dessen Entwicklungen jedoch Auswirkungen auf den ganzen Planten haben – so könnte man die Sorge erklären, mit der die Kirche auf die Amazonasregion blickt. An diesem Freitag hat das Sekretariat der Bischofssynode nun die Lineamenta herausgegeben, mit denen die außerordentliche Bischofssynode zum Amazonasgebiet vorbereitet werden soll.
„Auch wenn das Thema sich auf ein spezifisches Territorium wie die Amazonasregion bezieht – weshalb man auch von Panamazonischer Synode spricht – so gehen die damit zusammenhängenden Überlegungen doch über den regionalen Bereich hinaus, denn sie betreffen die gesamte Kirche und auch die Zukunft des Planeten“, betonte der Sekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, bei der Vorstellung des knapp 20 Seiten starken Dokumentes, dem auch ein Fragebogen angegliedert ist.


Die Tagespost, 13. Juni 2019
Ausbeutung und Priestermangel
Das Vorbereitungspapier für die Amazonas-Synode spricht von einer Region in "schwerer Krise".


VaticanNews, 08/06/2018
Sínodo 2019: 
A Amazônia no coração da Igreja
“Amazônia: novos caminhos para a Igreja e para uma ecologia integral” é o título do Documento Preparatório do Sínodo dos Bispos para a Amazônia, composto por um texto-base que oferece uma análise da conjuntura atual da Amazônia.

Dienstag, 5. Juni 2018

Vatikan stellt demnächst Dokument zur Amazonas-Synode vor


Domradio.de, 5.6.2018
Seelsorge und Umweltfragen

Das Vorbereitungsdokument der für 2019 geplanten Amazonas-Synode im Vatikan wird an diesem Freitag vorgestellt. Soweit bekannt, soll es bei dem Bischofstreffen um neue Wege in der Seelsorge sowie um Umweltfragen gehen.

Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag mit. Erwartet wird auch, dass mögliche Ausnahmen für die Zulassung zum Priesteramt zur Sprache kommen, um dem Mangel an Seelsorgern in der riesigen und schwer zugänglichen Region zu begegnen.

Synode im Oktober 2019 geplant

Das Vorbereitungspapier war bereits Mitte April auf einem Treffen in Rom verabschiedet worden. Es sollte anschließend zusammen mit einem Fragebogen an Bischofskonferenzen und Organisationen verschickt werden. Die für Oktober 2019 geplante Bischofssynode trägt den Titel "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie".

Im Zusammenhang mit der Amazonas-Synode wird spekuliert, ob die katholische Kirche den Pflichtzölibat für Priester teilweise lockert.

Suche nach Alternativen für Priestermangel

In dem dünn besiedelten Gebiet mit weit verstreuten Gemeinden und wenigen Priestern könnten lebenserfahrene verheiratete Männer (viri probati) zu Priestern geweiht werden. Einen entsprechenden Vorschlag machte etwa der langjährige Amazonasbischof Erwin Kräutler. Zuletzt rief der nordbrasilianische Bischof Jose Ionilton Lisboa de Oliveira, Leiter der Territorialprälatur Itacoatiara, zur Suche nach "Alternativen" angesichts des Priestermangels auf.

Das Gebiet Amazonien entspricht etwa dem Einzugsgebiet des Amazonas-Flusses in den Staaten Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es bedeckt fast die gesamte nördliche Hälfte des Kontinents Südamerika und gilt als eines der wichtigsten Ökosysteme der Welt.


VaticanNews, 5.6.2018
Vatikan: Vorab-Papier zur Amazonas-Synode kommt Freitag
Das Vorbereitungsdokument der für 2019 geplanten Amazonas-Synode im Vatikan wird am kommenden Freitag vorgestellt. Das teilte das vatikanische Presseamt am Dienstag mit.

Montag, 4. Juni 2018

Kein Haftentlassung für P. Amaro Lopes


Die Richter des Bundesgerichts von Pará lehnten den Antrag auf Habeas Corpus für Pater Amaro Lopes einstimmig ab. P. Amaro wurde am 27. März von der Zivilpolizei in Anapu festgenommen. Ihm werden Straftaten wie Drohungen, Besitzstörung, Erpressung, illegale Nötigung und Geldwäsche vorgeworfen. Die Richter verweigerten die Freilassung des Priesters aus der Untersuchungshaft, ordneten aber die Haft in einer speziellen Zelle an, wie es das Gesetz vorsieht. Die neun Richter folgten der Stellungnahme der Sachbearbeiterin Vânia Silveira.

Der Präsident der Nationalen OAB-Menschenrechtskommission, Everaldo Patriota, verteidigte Pater Amaro und hatte seine Freilassung aufgrund fehlender Beweise gefordert.

Die Sachbearbeiterin blieb bei der Meinung, dass P. Amaro zu Landinvasionen und Demonstrationen aufgerufen und Grundstücke illegal verkauft hätte. Die Anklage brachte weiters vor, P. Amaro hätte bei religiösen Veranstaltungen zu kriminellen Handlungen ermutigt.

P. Amaro Lopes ist seit mehr als 20 Jahre in der Region von Anapu als ein Verteidiger der Menschenrechte und Sprachrohr für die Agrarreform aktiv. Er setzt das Werk von Dorothy Stang fort, die 2005 in Anapu für ihren Einsatz um die Rechte der Kleinbauern im Auftrag von Großgrundbesitzern erschossen wurde.

Vertreter der Landpastoral (CPT), der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CPJ) und anderer Organisationen hielten während des Prozesses vor dem Gericht eine Mahnwache. Sie forderten die Freilassung des Priesters und protestierten gegen die Kriminalisierung sozialer Bewegungen.

Der Anwalt der Landpastoral (CPT) José Batista sagte, dass die Verhaftung von Pater Amaro politisch und ein Beweis für die Kriminalisierung der sozialen Bewegungen und ihrer Anführer sei. "Es gibt keine Beweise für die Anschuldigungen, die gegen Amaro vorgebracht werden. Insofern hat die Inhaftierung kein Fundament. Selbst die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass die meisten Anklagepunkte unbegründet seien", berichtet Batista.

Laut Batista soll Amaro durch das Vorgehen der Zivilpolizei und der Justiz von Anapu demoralisiert und veranlasst werden, sich aus dem Kampf für die Agrarreform in der Xingu-Region zu ziehen. "Die polizeilichen Untersuchungen sind in diesem Fall sehr dürftig, was vermuten lässt, dass hinter dieser Haftstrafe politische Entscheidungen stehen", bekräftigte Batista.

Die U-Haft sei auch deshalb unnötig, weil P. Amaro mehr als 20 Jahre in der Region einen fixen Wohnsitz hat und alle Kriterien erfüllt, um den Prozess in Freiheit abzuwarten.

"Wir geben uns mit diesem Urteil nicht zufrieden. Das Gericht von Pará ist konservativ und für seine Entscheidungen bei sozialen Problemen bekannt. Wir werden beim Obersten Gerichtshof (STJ) Berufung einlegen und dort einen Antrag auf Habeas Corpus für P. Amaro einbringen", sagte Batista


ROMA News, 04/06/2018
Tribunal de Justiça nega HC ao Padre Amaro
Padre continuará no presídio de Altamira. Defesa vai recorrer

G1 - O Globo, 04/06/2018
Justiça do Pará nega pedido de habeas corpus a Padre Amaro
Decisão foi unânime. O religioso era braço direito da missionária Dorothy Stang e é investigado por associação criminosa, ameaça, extorsão, constrangimento e lavagem de dinheiro.

Freitag, 1. Juni 2018

P. Amaro Lopes wird Beteiligung an Mord unterstellt

Der Geschäftsmann Luciano Albano Fernandes wurde am Abend des 19. Mai im Wohnsitz der Großfamilie in Anapu erschossen. Laut Polizeiangaben ging er gegen 22:00 Uhr auf die Veranda, um ein Telefongespräch zu führen. Dort sollen ihn die tödlichen Schüsse getroffen haben. Luciano hätte sich noch blutüberströmt in die Wohnung geschleppt, wo ihm die beiden Brüder Cláudio und Silvério zu Hilfe kamen und ihn ins Spital von Anapu brachten. Dort erlag er seinen Verletzungen. Luciano war 52 Jahre alt und gilt als Pionier der Region.

Sein Bruder Silvério Fernandes, Ex-Vizebürgermeister von Altamira, veröffentlichte auf Facebook ein Video: "Landbesetzer drangen in unser Haus ein... und schossen ihm in die Brust...". Er zeigte sein T-Shirt mit dem Gesicht von Jair Bolsonaro, einem Kandidaten für den bevorstehenden Wahlkampf,  und sagt: "Mein Bruder, du musst uns helfen! Wir müssen diese Land-Invasoren bekämpfen! Sie sind Kriminelle und Banditen. In Anapu gibt es nur mehr Kriminelle. Mein Bruder, du musst kommen und uns helfen! Du bist unsere einzige Hoffnung!"

Laut Polizei laufen die Ermittlungen und das Motiv der Tat ist noch nicht geklärt. Dennoch versuchen Fazendeiros, Polizei und die Medien, die Kleinbauern der Siedlungsprojekte für den Mord verantwortlich zu machen. Natürlich wird P. Amaro mit hinein gezogen - auch wenn er seit 27. März im Gefängnis sitzt -, indem ihm immer wieder vorgeworfen wird, die Leute zum illegalen Handeln anzustiften.

Aufgrund der Schwere der Behauptungen und Anschuldigungen machten verschiedene Organisationen, die die Situation in Anapu gut kennen, folgende Klarstellungen:

Quelle: CPT-Nacional, 1 de junho de 2018 - Übersetzung von PlattformBeloMonte

Erklärungen zu den Konflikten in Anapu und zur Inhaftierung von P. Amaro

1 - Wir verteidigen das Leben und nicht den Tod! Wir sind ganz klar gegen die Ermordung sowohl von Arbeitern als auch Fazendeiros. Denn der Einsatz von Gewehren zum Niedermähen von Menschen ist nicht der Weg, um die Landkonflikte zu lösen. Wir unterstützen den Kampf ländlicher Arbeiter für ein Stück Land und wehren uns gegen jeden Versuch, soziale Bewegungen zu kriminalisieren. Wir möchten erwähnen, dass es in allen Gebieten, in denen die CPT-Anapu Landlose unterstützt, Prozesse beim Bundesgericht über die Legalisierung öffentlicher Grundstücke, die von Fazendeiros und Grileiros illegal besetzt sind, gibt. Nur im Gleba Bacajá in der Gemeinde Anapu haben das Nationale Institut für Agrarreform (INCRA) und die Bundesanwaltschaft (MPF) beim Bundesgericht 26 Klagen gegen Fazendeiros und Grileiros eingebracht, weil sie 27 Parzellen mit einer Gesamtfläche von 80.000 Hektar illegal beanspruchen. Bei diesen Prozesse ist die Landpastoral (CPT) keine anklagende Partei.

2 - Die Parzelle mit der Nr. 44 ist die Fazenda Santa Maria, die von Luciano Fernandes und anderen Mitgliedern der Familie gerichtlich verhandelt wird. INCRA und MPF haben eine Klage auf Annullierung des Immobilienregisters und den Antrag auf Rückführung in öffentliches Gut beantragt, mit dem Ziel, diese Flächen im Zug der Agrarreform für nachhaltige Landwirtschaft an die Kleinbauern zu vergeben. Das Bundesgericht von Altamira bestätigte den Antrag von INCRA und der MPF und entschied für die Aufhebung des bestehenden Eigentumseintrags in Bezug auf Parzelle 44, wodurch es wieder öffentliches Gut wird. Die Familie Fernandes hat Einspruch vor TRF1 (0038381-03.2010.4.01.3900 / PA) eingebracht, das Urteil ist noch ausständig.

3 - Seit der Ermordung der Missionarin Dorothy Stang am 12.02.2005 wurden 14 Kleinbauern in der Gemeinde Anapu bei Landkonflikten ermordet. Die Zivilpolizei von Anapu war bisher nicht in der Lage, die für die Verbrechen Verantwortlichen zu ermitteln, anzuklagen und zu verhaften. Die Polizei vermittelt so den Eindruck, einseitig zu agieren, ohne ihre Nähe zu den Fazendeiros und Grileiros zu verbergen, die illegal die öffentlichen Ländereien besetzen. Die Straffreiheit für diese Verbrechen ist eine der Ursachen für die Kontinuität der Gewalt.

4 - Die Festnahme von P. AMARO LOPES bestätigt diese Handlungsweise der Zivilpolizei von Anapu: gegen Leute, die sich für die Agrarreform einsetzen, wird vorgegangen; wer sie zu verhindern sucht, bleibt straffrei. Erstens überging der Postenkommandant Rubens Mattoso die Zuständigkeit des Agrarkonfliktbüros (DECA), da es sich um agrarpolitisch motivierte Straftaten handelt. Er beauftragte nicht DECA mit den Ermittlungen, sondern die Polizeistelle von Anapu. Zweitens, weil die Vorwürfe, die zur Festnahme von P. Amaro führten, vom Präsidenten der Landwirtschaftskammer von Anapu und von mehr als 20 Fazendeiros der Region ausgingen, die vor der Polizeistation Schlange standen, um alle möglichen Vorwürfe gegen P. AMARO vorzubringen.

5 - P. AMARO ist das Opfer falscher Anschuldigungen von Fazendeiros und der Zivilpolizei von Anapu, um ihn hinter Gitter zu bringen und ihn dadurch an seinen Aktivitäten zu hindern. Die Staatsanwaltschaft fand keine Belege, die die von der Polizei vorgebrachten Anschuldigungen wie angebliche sexuelle Nötigung (Art. 216A), Anstiftung zu illegalem Handeln (Art. 146) und Bedrohung (Art. 147 des Strafgesetzbuches) bestätigt hätten. Auch ohne Beweise gaben der Polizeikommandant und andere Vertreter der Zivilpolizei Interviews für TV-Sender und Zeitungen und behaupteten, Amaro hätte diese und andere Verbrechen geübt. Eine wahre Kampagne der Demoralisierung von P. Amaro setzte ein. Und auch jetzt sagen Zivilpolizei und Fazendeiros, die Interesse an öffentlichen Ländereien in der Region haben, dass der Tod von Luciano Fernandes mit der Verhaftung von P. AMARO zusammenhängt. Diese neue Anklage versucht die Freilassung von P. Amaro zu verhindern und sie stellt einen weiteren Angriff auf die Arbeit der Prälatur am Xingu und der Landpastoral in Anapu dar.

6 - Diese Verleumdungen haben zum Ziel ab: a) die Prozesse der Landenteignungen in Anapu zu stoppen, um so die Schaffung der von Dorothy initiierten Projekte für nachhaltige Entwicklung (PDS) zu verhindern; b) die Kleinbauern zu kriminalisieren, indem sie mit Straftaten in Verbindung gebracht werden, wo sie eigentlich Opfer sind; c) Druck gegen die Justiz im Fall von Regialdo Pereira Galvão aufzubauen, der zu 25 Jahren verurteilt wurde, weil er einer der Hauptschuldigen an dem Mord an Dorothy war; seine Freilassung soll erreicht werden d) die Rückkehr von Pater Amaro nach Anapu und die Kontinuität seiner Arbeit zu verhindern.

7 - Die Hasspropaganda gegen den Kampf für die Landreform, die vom Agrarsektoren in Anapu über WhatsApp geführt und in regionalen Medien wiedergegeben wird, bedroht die Anführer der Landbewegung und der Landpastoral. Trotz der vielen Angriffe und Bedrohungen werden sich die sozialen Bewegungen jedoch weiterhin gegen Gewalt, für P. Amaros Freiheit, gegen Kriminalisierung sozialer Bewegungen und für die Umsetzung der Agrarreform einsetzen.

Belém/Altamira, 1. Juni 2018

Comissão Pastoral da Terra de Anapu
Comissão Pastoral da Terra Regional Pará
Sociedade Paraense de Defesa dos Direitos Humanos – SDDH
Terra de Direitos
União Brasileira de Mulheres – UBM
Instituto Paulo Fonteles de Direitos Humanos – IPF
Fase Amazônia – FASE
Cáritas - Regional Norte 2
Comissão de Justiça e Paz - CJP - CNBB Norte 2
Centro de Estudos e Defesa do Negro do Pará
CAIC - Conselho Amazônico de Igrejas Cristãs
CEBI - Centro de Estudos Bíblicos
Comitê Dorothy

Rücktritt von Petrobras-Chef Pedro Parente

ORF.at, 1.6.2018
Petrobras-Chef tritt im Streit zurück
Der Chef des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras ist nach einem Streit über die Einflussnahme der Regierung zurückgetreten. Ein kommissarischer Nachfolger für Pedro Parente solle noch heute benannt werden, teilte das Unternehmen mit. Andere Topmanager bleiben den Angaben zufolge auf ihren Posten.

Parente kam 2016 ins Amt, um das skandalgeplagte Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Eine Bedingung dafür war, dass Petrobras die Kraftstoffpreise selbst bestimmen darf. Am Sonntag jedoch beugte sich Staatspräsident Michel Temer streikenden Lastwagenfahrern und verkündete, dass der Dieselpreis künftig monatsweise festgelegt wird. Zudem soll es weitere Maßnahmen geben, um den Preis zu senken.

Obwohl Temer ankündigte, dass Petrobras für Verluste entschädigt wird, könnte er mit seiner Entscheidung bei Parente eine rote Linie überschritten haben. Der Manager wollte die Preise enger an den Weltmarkt koppeln und sie täglich festsetzen. Aktionäre reagierten auf den Rücktritt schockiert. Die Aktie verbilligte sich um über 17 Prozent.


FOCUS.de, 01.06.2018
Petrobras-Chef stellt nach Protest in Brasilien Posten zur Verfügung
Nach tagelangen Protesten gegen die hohen Treibstoffpreise in Brasilien hat der Chef des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras seinen Rücktritt angeboten.


Reuters, 1.6.2018
Petrobras CEO quits after Brazil fuel intervention, shares plunge
RIO DE JANEIRO/BRASILIA (Reuters) - Petroleo Brasileiro SA’s chief executive quit on Friday in a surprise move that wiped some $12 billion off the state-controlled oil producer’s market valuation, after Brazil’s government responded to a trucking strike by intervening in the company’s fuel pricing policy.


G1 - O Globo, 1/6/2018
Pedro Parente pede demissão da Petrobras
O presidente da Petrobras, Pedro Parente, pediu demissão na manhã desta sexta-feira (1º) em caráter "irrevogável e irretratável".