Montag, 14. Oktober 2019

Aus der Synodenaula am 14.10.

VaticanNews, 14.10.2019
Aus der Synodenaula: „Über Weihe von Verheirateten nachdenken“
Die zweite der drei Synoden-Wochen hat begonnen: Auch an diesem Montag debattierten die Teilnehmer der Sonder-Bischofssynode wieder über ökologische, soziale und pastorale Herausforderungen in der Amazonas-Region.

179 Synodenväter waren bei der Plenarsitzung am Montagvormittag dabei; auch Papst Franziskus war anwesend. Gemeinsam beteten die Teilnehmer für Ecuador, das in den letzten zwei Wochen durch Streiks und Unruhe gelähmt worden ist. Mittlerweile scheint sich die Lage in Quito wieder zu entspannen.

„Die Kirche sollte ohne Angst über das Thema Priestertum nachdenken und auch die Möglichkeit untersuchen, verheiratete Personen zu weihen, ohne dabei allerdings den Wert des Zölibats zu verwässern.“ Das steht in einer Zusammenfassung aus dem Vatikan, die – ohne Namensnennungen – einige Wortbeiträge aus der Synodenaula referiert.

“ Das Drama der Menschen, die keine Eucharistie feiern können ”

„Man sollte sich das Drama der Menschen vor Augen halten, die wegen des Priestermangels keine Eucharistie feiern können oder die den Leib des Herrn nur ein- oder zweimal im Jahr empfangen können.“

Entscheidend sei, dass die Kirche vor Ort präsent sei – „und zwar nicht nur durch Priester und Bischöfe, sondern auch durch Laien“. Jeder Laie, der sich in der Pfarrei engagiere – ob Katechet oder „außerordentlicher Diener der Eucharistie“ –, partizipiere am allgemeinen Priestertum der Gläubigen; dabei gehe es um Dienst, „nicht um Macht oder Herrschaft“.

Für indigene Ständige Diakone (und -innen)

„Wertvolle Mitarbeiterinnen der Mission der Kirche in Amazonien sind die Frauen“, so die Zusammenfassung. Frauen seien „in der Pflege und im Schutz des Lebens unersetzlich“. Von kirchlichen Ämtern für Frauen ist an dieser Stelle nicht die Rede. Allerdings spricht das Statement später auch von der möglichen „Einführung indigener Ständiger Diakone und Diakoninnen“: Diese könnten der einheimischen Bevölkerung dabei helfen, „die Heiligen Schriften besser zu verstehen“.

In der Synodenaula war auch davon die Rede, dass die Präsenz von Ordensgemeinschaften in der Amazonas-Region „spürbar zurückgeht“. Im brasilianischen Bundesstaat Parà müsse die Kirche deshalb von einer „Präsenz- zu einer Besuchs-Seelsorge“ übergehen. Dem weiß die Synode nur Appelle zu einem erneuerten missionarischen Drive entgegenzusetzen.

“ Evangelisierung nicht auf Hilfsprogrammen aufbauen ”

„Nie darf man dabei der Versuchung nachgeben, eine Evangelisierung nur auf Hilfsprogrammen aufzubauen.“ Die Kirche sei auf der einen Seite von „religiösen Sekten“, auf der anderen von einer „relativistischen Kultur, die aus den Industrieländern herrührt“, bedroht.

Zu den konkreten Vorschlägen auf der Synode gehört der, eine internationale kirchliche Beobachtungsstelle für die Verletzung der Menschenrechte von Indigenen im Amazonasraum einzurichten.

Bischof Kräutler: Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung

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VaticanNews, 14.10.2019
Kräutler: „Skandal, dass es Gemeinden ohne Eucharistiefeier gibt“
Er ist zufrieden mit der Amazonien-Synode: der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat im Facebook-Live-Gespräch mit Radio Vatikan eine positive Zwischenbilanz zur Bischofsversammlung gezogen.

Montagvormittag in der Vorhalle zur Aula Paolo VI im Vatikan: die Synodenväter gehen zusammen mit Papst Franziskus und den Gästen der Amazonien-Synode in die wohlverdiente Kaffeepause. Unter ihnen ist auch Bischof Kräutler. Nachdem er mit Papst Franziskus und den Bischöfen aus Brasilien ein Gruppenfoto gemacht hat, kommt er zu uns und erläutert, wie die Gespräche am Vormittag verlaufen sind:

„Was mich besonders beeindruckt hat, war ein Indigener, der gleich zu Beginn der Versammlung gesprochen hatte. Er wurde leider am Samstag während seines Redebeitrages unterbrochen. Doch der gute Kardinal Pedro Barreto hat ihn sofort an diesem Montag als Ersten zu Worte kommen lassen. Auf diese Weise konnte der Redner seine Problematik einbringen. Er kommt aus Ecuador und hat im Namen der Indigenen aus Ecuador und anderen Ländern Amazoniens gesprochen. Das war für uns alle eine richtig gute und klare Stellungnahme, die er abgegeben hat.“

“ Die wichtigsten Themen wurden schon angesprochen ”

Ein Drittel der Synode ist mittlerweile schon vorbei. Und es wurden bereits die wichtigsten Themen angesprochen, so Bischof Kräutler.

„Für mich ist die Synode wirklich ein Ereignis für Amazonien, gerade weil der Papst diese Region gewählt hat. Wir haben es schon erwartet, aber es kam dann doch schneller als wir dachten. Wir haben uns natürlich vorbereitet und jede und jeder von uns möchte das einbringen, was sie oder er im Herzen spürt, wenn man über Amazonien spricht.“

Konzerne bedrohen natürlichen Lebensraum
Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung, fuhr der frühere Bischof von Xingu fort. Doch genauso wichtig sei das Augenmerk auf die ganzheitliche Ökologie.

„Ich lebe seit 54 Jahre am Xingu. Dieser Fluss ist ein Beispiel, wie man gegen Flora und Fauna sowie gegen die Menschen, die dort leben, vorgegangen ist. Ich denke an den Staudamm in Belo Monte. Und nun soll wahrscheinlich ein kanadisches Unternehmen kommen, das die Goldvorkommnisse in Amazonien schürfen will. Man spricht von tonnenweise Gold. Sie sollen das zwölf Jahre lang machen dürfen. Was für mich ein besonderes Anliegen ist bei dieser Synode: die priesterlosen Gemeinden in Amazonien brauchen Unterstützung. Es gibt 800 kleine Gemeinden, die weder an Ostern noch an Weihnachten oder anderen Hochfesten einen Priester haben. Sie haben nur Wortgottesdienste. Dass die Eucharistiefeier dort nicht gefeiert werden kann, ist ein Skandal.“

Das dürfe so nicht weitergehen, meint Bischof Kräutler, der fürchtet, damit den aggressiv missionierenden Pfingstkirchen Tür und Tor zu öffnen. In diesem Zusammenhang sieht Bischof Kräutler die Weihe von Diakonninen als Teil einer möglichen Lösung, wie er im Gespräch betont.

Bolsonaro: Amazonien wird kein „globaler Öko-Park“


VaticanNews, 14.10.2019
Bolsonaro: Amazonien wird kein „globaler Öko-Park“
Nach Aussage des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird sich die Amazonas-Region nicht in einen „Öko-Park für die Welt“ verwandeln, wie es die Länder der „ersten Welt“ planten. Diese hätten es lediglich auf die Reichtümer der Region abgesehen, zitieren örtliche Medien am Sonntag aus einer Rede Bolsonaros während eines Besuchs im katholischen Wallfahrtsort Aparecida am Wochenende.

Correio Braziliense, 12.10.2019
Bolsonaro: "Amazônia não será parque ecológico para o mundo"
De acordo com o presidente, países de primeiro mundo "estão de olho no índio, na floresta e nas riquezas mineiras da região"

Samstag, 12. Oktober 2019

Der Traum amazonischer Seminare und Diakoninnen


Teilnehmer am Briefing 12.10.2019
- S.E. Mons. Dom Adriano Ciocca Vasino, Vescovo Prelato di São Félix (Brasile);
- S.E. Mons. Rafael Cob García, Vicario Apostolico di Puyo (Ecuador), Vescovo titolare di Cerbali;
- Rev.do Diacono Francisco Andrade de Lima, Segretario Esecutivo Regionale Nord 1 CNBB (Brasile);
- Rev.da Suora Zully Rosa Rojas Quispe, M.D.R., delle Suore Missionarie Domenicane del Santo Rosario, Membro dell’Equipe itinerante Bajo Madre de Dios, impegnata nella pastorale indigena del Vicariato Apostolico di Puerto Maldonado (Perú) [U.I.S.G.];
- Dott. Paolo Ruffini, Prefetto del Dicastero per la Comunicazione;
- Padre Giacomo Costa, S.I., Segretario della Commissione per l’Informazione.
Il Briefing sarà moderato dalla Vice Direttrice della Sala Stampa della Santa Sede, Cristiane Murray.

CNA, 13.10.2019
Diakonat der Frau in Amazonas-Region angekündigt, "wenn es Papst Franziskus genehmigt"
Ein Bischof, der an der Amazonas-Synode des Vatikans teilnimmt, hat am gestrigen Samstag angekündigt, dass er Frauen in seinen Gemeinschaften zu weiblichen Diakonen weihen wird, wenn die Idee von der Synode empfohlen und von Papst Franziskus genehmigt wird.
Bischof Adriano Ciocca Vasino von der Prälatur São Félix, Brasilien, sagte am 12. Oktober, es gebe Frauen in seiner Gemeinde, die bereits in Theologie ausgebildet sind, und "sie wissen, dass, wenn diese Synode mit der [Erlaubnis] des Papstes die Möglichkeit des Diakons für Frauen eröffnet.... werde ich sie weihen".

VaticanNews, 12.10.2019
Sínodo: o sonho de "seminários amazônicos" e o diaconato feminino
No sexto encontro com os jornalistas na Sala de Imprensa do Vaticano sobre o Sínodo para a Amazônia, a participação dos bispos Adriano Ciocca Vasino, de São Félix (Brasil), Rafael Cob García, Vigário de Puyo (Equador), do diácono brasileiro Francisco Andrade de Lima e da Irmã Zully Rosa Rojas Quispe, missionária dominicana do Santo Rosário, comprometida na pastoral indígena em Puerto Maldonado (Peru).


VaticanNews, 12.10.2019
Aus der Synodenaula: Integrale Bildung für ökologiebewusste Bürger
Zu Beginn der Pressekonferenz an diesem Samstagvormittags ist der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, auf die Besonderheiten der Gespräche bei der Amazonien-Synode eingegangen. Er unterstrich, dass beim Thema „Frauen und Kirche“ eine eigene Synode stattfinden sollte. Dies könne und solle nicht bei der jetzigen Synode das Hauptaugenmerk sein, so Ruffini. Er bezog sich auf die 7. sogenannte Generalkongregation.

VaticanNews, 12.10.2019
#SinodoAmazonico. Educação integral por uma “cidadania ecológica"
O Sínodo Especial para a Região Pan-amazônica prossegue os seus trabalhos: na manhã de sábado (12/10), na presença do Papa Francisco, se realizou a 7° Congregação Geral. Os padres sinodais presentes na Sala eram 175.

VaticanNews, 13.10.2019
Aus der Synodenaula: Keine Angst vor Fehlern haben
Während der Sonntag ein Ruhetag für die Synodenväter war, ging es beim achten Treffen in der Synodenaula am Samstagnachmittag um die Bedeutung des Heiligen Geistes. Mit der achten Generalkongregation – der Vollversammlung bei der Synode – am Samstag, wurde die erste der drei Arbeitswochen der Sondersynode für die panamazzonische Region abgeschlossen. Der Papst war im Saal anwesend. 166 Synodenväter nahmen am Samstagnachmittag an der Versammlung teil.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Briefing vom 10.10.


VaticanNews, 10.10.2019
Aus der Synodenaula: Ein Priester für 5.000 Quadratkilometer
Die Amazonien-Synode ist durch eine große Themenvielfalt geprägt. Greift man gezielt das Thema „viri probati“ auf, so hat dies beispielsweise der brasilianische Bischof von Cruzeiro do Sul, Flavio Giovenale, am Mittwochmorgen eingebracht.

CNA, 10.10.2019
Die Kirche hat Kindstötung im Amazonas-Gebiet bekämpft, erklärt brasilianischer Bischof
Bischof Wilmar Santin von Itabituba in Brasilien hat erklärt, dass die Kirche im Amazonas-Gebiet daran gearbeitet hat, die Praxis des Infantizids – der Tötung von Kindern – unter indigenen Stämmen des Amazonasgebiets zu beenden.

KathPress, 10.10.2019
Drogenhandel, Volksfrömmigkeit und Ökumene Thema bei Synode
Bei der Amazonien-Synode im Vatikan haben Redner am Mittwochabend unter anderem den Drogenhandel in der Region thematisiert sowie die Themen Volksfrömmigkeit, ökumenischen und interreligiösen Dialog angesprochen. Wie bereits in den Vortagen ging es nach Angaben des vatikanischen Presseamts bei der sechsten und vorerst letzten Plenumssitzung der Synode weiter auch um Umweltfragen, die Rechte Indigener, Evangelisierung, die Rolle von Frauen in der Kirche und mögliche Maßnahmen gegen Priestermangel. Ab dem heutigen Donnerstag sollen nach Sprachen geordnete Kleingruppen ihre Arbeit aufnehmen. Plenarrunden finden dann erneut ab Samstag statt.

VaticanNews, 10.10.2019
Hinter den Kulissen der Amazonien-Synode
Die erste Synoden-Woche ist schon fast vorüber. Es wurden schon etliche Themen angesprochen. Für uns dabei ist Gudrun Sailer. Wir sprachen mit ihr.


Vatican News, 10.10.2019
Briefing Sínodo. A Igreja com rosto indígena parte dos ministros da Palavra
Na Sala de Imprensa da Santa Sé, os bispos dom Frei Wilmar Santin, da Prelazia de Itaituba - PA, e dom Medardo de Jesús Henao Del Río, vigário de Mitú, na Colômbia, Irmã Gloria Liniana Franco Echeverri, presidente da Clar, a Conferederação latino-americana dos religiosos, além de Paolo Ruffini e Pe. Giacomo Costa

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Bischof Erwin Kräutler beim Briefing am 9.10.


press.vatican, 9.10.2019
Teilnehmer am Briefing:
- Dott. Carlos Alfonso Nobre, scienziato, Premio Nobel per la Pace 2007, Membro della Comissão de Ciȇncias Ambientais do Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico [CNPq] (Brasile);
- Dott.ssa Ima Célia Guimarães Vieira, Membro della Commissione Nazionale per il Medio-ambiente CONAMA (Brasile);
- S.E. Mons. Erwin Kräutler, C.PP.S., Vescovo Prelato emerito di Xingu (Brasile);
- Dott. Paolo Ruffini, Prefetto del Dicastero per la Comunicazione;
- Padre Giacomo Costa, S.I., Segretario della Commissione per l’Informazione.

Youtube-Kanal von VaticanNews (Video)
Briefing 2019-10-09


Bischof Kräutler: „In Amazonien geht es um Leben und Tod“
Der emeritierte Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat sich dagegen verwehrt, die Lage in Amazonien herunterzuspielen. „Es geht um Tod und Leben. Man darf das nicht herunterspielen und sagen: Es ist eh nicht so arg.“

Das sagte der aus Vorarlberg stammende Bischof am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress in Rom. Kräutler war von 1981 bis 2015 Bischof der brasilianischen Diözese Xingu und ist Mitglied der Amazonien-Synode, die noch bis 27. Oktober im Vatikan tagt.

Er glaube zwar kaum, dass das Bischofstreffen im Vatikan die Sichtweise etwa des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ändern könne. Es gehe jedoch darum, den Standpunkt der Kirche deutlich zu machen. Kräutler sprach sich erneut für Umweltschutz und einen Schutz der Rechte der indigenen Bevölkerung in der Amazonasregion aus.

“ Amazonien ist zunächst für das Leben dieser Völker da ”

„Amazonien ist zunächst für das Leben dieser Völker da. Man darf ihnen ihre Mitwelt nicht einfach stehlen“, so Kräutler. Es könne nicht sein, dass die Menschen vor Ort unter den Folgen „krimineller Brandlegungen“ litten, „weil man Weideland für Rinder gewinnen will oder Sojafelder oder Zuckerrohrfelder anbauen“, so der Amazonas-Bischof.

Brasilien erlebe heute eine „anti-indigene“ Kampagne von Seiten der Politik, sagte Kräutler am Mittwochnachmittag auch vor Journalisten beim offiziellen Synoden-Medienbriefing im vatikanischen Pressesaal. Indigene würden als Hindernis gegen den wirtschaftlichen Fortschritt betrachtet. Insgesamt habe die Kirche die Pflicht, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt darauf zu lenken, was in Amazonien passiere. Genau deshalb habe der Papst die Synode einberufen.
Scharfe Kritik an Wasserkraftwerk

Einmal mehr übte der Bischof auch Kritik an Projekten wie dem Wasserkraftwerk Belo Monte, das „verheerende Auswirkungen“ auf die Menschen und die Umwelt vor Ort habe. Kräutler hatte sich mit vielen anderen über Jahre vergeblich gegen den Mega-Staudamm am Xingu nahe seiner Bischofsstadt Altamira ausgesprochen.

Belo Monte sei auch im Ausland mit dem Argument des Ausbaus von „Grüner Energie“ beworben worden, so Kräutler. „Aber wenn wir die Auswirkungen auf das Ökosystem sehen - wie können wir sagen, dass das grüne Energie ist?“ Brasilien brauche keine derartigen Wasserkraftwerke, plädierte der Bischof für den Ausbau der Nutzung von Sonnenenergie zur Deckung des Energiebedarfs.

Für „viri probati“ und Frauendiakonat

Auf mehrfache Nachfrage von Journalisten äußerte sich Bischof Kräutler auch zur viel diskutierten Frage nach einer möglichen Priesterweihe älterer verheirateter Männer („viri probati“). Viele Gemeinden im Amazonas-Regenwald könnten sich wegen des Priestermangels nur ein oder zwei im Jahr zur Eucharistiefeier versammeln, schilderte Kräutler einmal mehr. Die Eucharistie aber sei „Kern unseres Glaubens“, so der Bischof.

Die Kirche müsse daher dafür sorgen, dass die Menschen nicht nur Wortgottesdienste feiern könnten, sondern sich auch zur Eucharistiefeier um den Altar versammeln. Deshalb müsse über neue Wege auch zum Priestertum nachgedacht werden.

“ Es geht nicht um Zölibat - Ja oder Nein ”

„Es geht nicht um Zölibat - Ja oder Nein. Es geht um die Eucharistiefeier. Wenn Tausende und Abertausende von Gemeinden nur ein oder zwei Mal im Jahr Eucharistie feiern, muss sich die Kirche etwas einfallen lassen“, sagte Kräutler auch im Kathpress-Interview. Die Eucharistie sei der Höhepunkt des Glaubens. Der Zölibat könne daher nicht darüber gestellt werden, so der Bischof: „Es geht darum, dass die Menschen einen Zugang zur Eucharistie haben. Sie haben ein Recht darauf. Jesus hat nicht gesagt: ‚Wenn ihr wollt, dann könnt ihr‘. Sondern: ‚Tut dies zu meinem Gedächtnis.‘" Daher stelle sich die Frage, ob Eucharistie nur möglich sein könne, „wenn ein zölibatärer Mann da ist“.

Priestermangel sei nicht nur in der Amazonasregion ein Problem. Auch durch Gemeindezusammenlegungen würden „Priester verheizt“, und der direkte Kontakt zu den Leuten immer schwieriger. Auch in Österreich gebe es christliche Gemeinden, an denen zu Weihnachten, Ostern, in der Karwoche oder am Patronatsfest kein Priester da sei. Die Frage der „viri probati“ stelle sich daher „ganz sicher“ auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz, so Kräutler.

Frauen in der Kirche aufwerten

Um die Seelsorge zu verbessern und die Rolle von Frauen in der Kirche zu stärken, sprach er sich zudem für ein weibliches Diakonat aus: „So wie man heute vom permanenten Diakon spricht, kann man doch auch von einer permanenten Diakonissin sprechen. Das gab es auch in der Urkirche. Ich sehe da absolut keine Schwierigkeiten.“ Es reiche nicht, immer nur von einer Aufwertung der Frau in der Kirche zu reden oder ihr für Blumenschmuck und Sonntagslesungen zu danken. Die Frage sei drängend und dürfe nicht aufgeschoben werden. Das Thema werde auch bei der Synode eingebracht, die sich jedoch noch ganz am Anfang befinde.


KathPress, 10.10.2019
Brasilianischer Forscher mahnt bei Synode zu mehr Klimaschutz
Zu Amazonien-Synode im Vatikan geladener Experte Carlos Nobre: "Vielleicht bleiben uns noch 15 bis 20 Jahre, um die Treibhausemissionen zu reduzieren und die große Klimakrise zu vermeiden"
Der brasilianische Klimaforscher Carlos Afonso Nobre hat weltweit dringendes Handeln zum Klimaschutz gefordert. "Vielleicht bleiben uns noch 15 bis 20 Jahre, um die Treibhausemissionen zu reduzieren und die große Klimakrise zu vermeiden", sagte Nobre bei einem Pressetermin in Rom zur im Vatikan laufenden Amazonien-Synode. Nobre, der u.a. für den 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Weltklimarat IPCC tätig war, nimmt als geladener Experte an der Synode teil. Bei dem Bischofstreffen (6.-27. Oktober) geht es auch um Umweltfragen.

Die Amazonas-Region habe als "ökologisches Herz" des Planeten auch großen Einfluss auf den Klimawandel. Diesen zu leugnen, bezeichnete der Brasilianer als "eine der größten Bedrohungen" der Welt. Es sei nicht mehr weit bis zum Erreichen eines "point of no return". Nobre forderte auch die Wissenschaft auf, Lösungsvorschläge zu machen. Dabei berichtete er über ein zehnseitiges Dossier, das mehrere Forscher anlässlich der Amazonien-Synode erstellt haben.

Unter anderem warb der Brasilianer für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das auch den indigenen Völkern in der Amazonas-Region zu Gute komme. Die Bischofssynode zu Amazonien bezeichnete er als "sehr hilfreich", um die Menschen daran zu erinnern, dass sie ihr Leben ändern müssten, wie dies auch Papst Franziskus in seiner Sozial- und Umweltenzyklika "Laudato si" (2015) fordert.

Ima Celia Guimares Vieira, Mitglied des nationalen brasilianischen Umweltrates CONAMA und ebenfalls als Expertin der Synode geladen, rief bei dem Medientermin zum Erhalt der Artenvielfalt in Amazonien auf. Besonders erwähnte sie auch den Schutz jener Völker, die in freiwilliger Isolation leben. Ihre Gebiete müssten respektiert werden.


VaticanNews, 10.10.2019
Amazonas-Synode berät u.a. über „viri probati“ und Frauen
180 Synodenväter haben am Mittwochabend an der 6. Vollversammlung der Amazonas-Sondersynode im Vatikan teilgenommen; auch der Papst war dabei. Bei den Debattenbeiträgen ging es u.a. um den Drogenhandel am Amazonas und seine zerstörerischen Folgen.

Katholisch.de, 9.10.2019
Amazonas-Synode diskutiert über "viri probati" und Frauendiakonat
Wie stehen die Chancen für verheiratete Priester?
Schon in den ersten Sitzungen der gerade angelaufenen Amazonas-Synode waren sie Thema: "viri probati" – verheiratete Priester. Doch wie groß sind die Chancen, dass es sie tatsächlich geben wird – in Amazonien und anderswo? Aktuelle und frühere Wortmeldungen von Kirchenvertretern könnten Aufschluss geben.

Katholisches.info, 10.10.2019
Kräutler: „Es gibt keine Alternative zu verheirateten Priestern“
Am Montag, erster Synodentag, sprach sich Kardinal Claudio Hummes, der Generalrelator der Synode, für die Abschaffung des priesterlichen Zölibats aus. Applaus in der Synodenaula, wie die Presseabteilung der Synodenregie wissen läßt.
Am Dienstag, zweiter Synodentag, wurde die Forderung von „einigen Synodenvätern“ bekräftigt. Man solle es zumindest versuchen und könne dann ja „mit der Zeit, die Gültigkeit dieser Erfahrung prüfen“, so Vatican News.
Zu den Vorschlägen Synodenvätern gehört auch, „an die Möglichkeit einer Diakonatsweihe für die Frauen zu denken, um ihre kirchliche Berufung aufzuwerten“.

Kath.de, 11.10.2019
Was ist katholisch?
Zölibat und der andauernde Ausschluss von Frauen aus Entscheidungsfindungsprozessen (bei der Amazonien-Synode ist keine Frau stimmberechtigt!) drohen ebenso zum identitären Feigenblatt einer katholischen Kirche zu werden, in der diejenigen sich durchsetzen, die vergessen, wo das Herz der Kirche tatsächlich schlägt.

VaticanNews, 9.10.2019
Briefing Sínodo:
Floresta amazônica à beira do colapso e Eucaristia em primeiro lugar

Na Sala de Imprensa da Santa Sé, as intervenções do cientista brasileiro prêmio Nobel da Paz, Carlos Alfonso Nobre, do bispo emérito da Prelazia do Xingu - PA, dom Erwin Kräutler, e da ecologista brasileira, Irma Celia Guimarães Vieira. Ainda, Paolo Ruffini, Pe. Giacomo Costa e Cristiane Murray

VaticanNews, 9.10.2019
Bispos brasileiros falam sobre os trabalhos sinodais desta 4ª feira
Entre os entrevistados pela Rádio Vaticano - Vatican News, o bispo da Diocese de São Gabriel da Cachoeira - AM, Dom Edson Taschetto Damian, que nesta quarta-feira falou na Sala do Sínodo sobre a Teologia indígena, e o bispo da Diocese de Grajaú - MA, Dom Frei Rubival Cabral Britto, que nos falou sobre este terceiro dia de trabalhos sinodais. Ouvimos também o bispo emérito da Prelazia do Xingu – PA, Dom Erwin Krautler.

CIMI, 10/10/2019
“Sustentamos a opção pelos pobres. Se calarmos, as pedras falarão”, afirmou dom Erwin Kräutler
Em coletiva oficial do Sínodo na tarde de ontem (09), bispo do Xingu percorreu a dimensão social da fé e o compromisso de ser “denúncia” diante toda forma de violência.

Dienstag, 8. Oktober 2019

Bischof Kräutler ins Informations-Komitee gewählt


Erzdiözese Wien, 8.10.2019
Kräutler in Kommunikationsausschuss der Amazonien-Synode gewählt
Gremium spielt wesentliche Rolle bei medialer und öffentlicher Vermittlung der Inhalte der dreiwöchigen Beratungen im Vatikan. Zeitplan der Synode sieht zunächst abwechselnd Plenumstreffen und Kleingruppenberatungen vor. Am 21. Oktober wird den Synodalen ein erster Entwurf für ein Schlussdokument präsentiert.

CNA, 8.10.2019
Amazonassynode:
Mitglieder der Kommission zur Erarbeitung des Abschlussdokuments gewählt
Die 176 Synodenväter, die gestern bei der zweiten Vollversammlung in der Synodenaula anwesend waren, haben sowohl die Mitglieder der Kommission gewählt, die das Abschlussdokument erarbeiten werden und jene, die der Kommission für Information angehören sollen.

Die Mitglieder der Kommission für die Erarbeitung des Abschlussdokuments sind:
Monsignore Mario Antonio Da Silva, Bischof von Roraima (Brasilien); Monsignore Héctor Miguel Cabrejos Vidarte, Erzbischof von Trujillo und Präsident der peruanischen Bischofskonferenz; Monsignore Nelson Jair Cardona Ramírez, Bischof von San José del Guaviare (Kolumbien) und Monsignore Sergio Alfredo Gualberti Calandrina, Erzbischof von Santa Cruz de la Sierra (Bolivien).
Diese gewählten Bischöfe kommen zu den bereits festgelegten Mitgliedern der Kommission hinzu, die aus dem Präsidenten, Kardinal Claudio Hummes, dem Generalsekretär der Synode, Monsignore Mario Grech, und den beiden Sondersekretären Kardinal Michael Czerny und Bischof David Martínez de Aguirre Guinea besteht.
Drei vom Papst ernannte weitere Mitglieder werden in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben.

Als Mitglieder der Kommission für Information wurden gewählt:
Bischof Erwin Kräutler, emeritierter Bischof und Prälat von Xingu (Brasilien), Monsignore Rafael Cob García, Apostolischer Vikar von Puyo (Ecuador); Monsignore José Ángel Divassón Cilveti, Apostolischer Vikar von Puerto Ayacucho (Venezuela); und der italienische Jesuiten und Chefredakteur der Zeitschrift La Civiltà Cattolica, Pater Antonio Spadaro.
Diese Bischöfe schließen sich dem Journalisten Paolo Ruffini an, der Präfekten des Dikastierums für die Kommunikation ist. Ebenso gehörten bereits zur Informationskommission der Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, der päpstliche Mediendirektor des Dikasteriums für die Kommunikation, Andrea Tornielli, die Ordensschwester Maria Ines Lopes dos Santos, Beraterin der brasilianischen Bischofskonferenz in deren Kommission für Amazonien, sowie Mauricio López Oropeza, Generalsekretär des kirchlichen Netzwerks für Amazonien (REPAM).


Vatican News, 8.10.2019
Erste Beratungen auf der Synode
176 Synodenväter waren bei der 2. Generalkongregation der Synode im Saal, dazu Papst Franziskus und eine ungenannte Zahl von Gästen und Experten. 

vorarlberg.orf.at, 7.10.2019

Kräutler sieht wichtige Rolle der Frauen
Im Vatikan hat am Sonntag die dreiwöchige Amazonas-Synode begonnen. Die katholischen Bischöfe beraten über neue Formen der Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern, über die Rechte der indigenen Völker und die Umweltsituation. Alt-Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit Jahren für diese Themen ein. 

VaticanNews, 6.10.2019
Kräutler: Amazonien-Synode hat Kraft zu Reformen
Die Amazonien-Synode hat die Kraft, Reformen anzustoßen und eine „Initialzündung für die Kirche“ zu werden. Das sagt der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler im Interview der „Tiroler Tageszeitung“ von diesem Sonntag. 

Montag, 7. Oktober 2019

Amazonien-Synode beginnt mit Appell zu Veränderungen

Vatican News, 7.10.2019
Amazonien-Synode will ökologisch nachhaltig sein
Der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, hat zur Eröffnung der Amazonien-Synode an deren Besonderheiten erinnert. Eine davon: das Bischofstreffen ist ökologisch nachhaltig organisiert.

Vatican News, 7.10.2019
Amazonien-Synode nimmt Fahrt auf
Die Amazonien-Bischofssynode hat am Montag im Vatikan ihre Arbeit aufgenommen. In einer kurzen, frei gehaltenen Ansprache mahnte Papst Franziskus zu mehr Sensibilität im Umgang mit indigenen Kulturen am Amazonas.

Religion.orf.at, 7.10.2019
Scharfe Papst-Kritik an Diskriminierung Indigener
Papst Franziskus hat zu Beginn der Beratungen der Amazonien-Synode zu mehr Sensibilität im Umgang mit indigenen Kulturen am Amazonas aufgerufen. Zugleich hat er scharf jede Diskriminierung von Indigenen kritisiert.

Domradio, 7.10.2019
Synode im Vatikan beginnt mit Appell zu Veränderungen
"Keine Angst vor dem Neuen haben"
Die Kirche darf keine Angst vor dem Neuen haben, mit diesen Worten hat der Generalrelator der Synode, Kardinal Claudio Hummes, mit dem ersten Vortrag die Beratungen der Amazonas-Synode eingeleitet. Er hat die Synode gleich mit umstrittenen Themen gestartet.

vorarlberg.orf.at, 7.10.2019
Kräutler sieht wichtige Rolle der Frauen
Im Vatikan hat am Sonntag die dreiwöchige Amazonas-Synode begonnen. Die katholischen Bischöfe beraten über neue Formen der Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern, über die Rechte der indigenen Völker und die Umweltsituation. Alt-Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit Jahren für diese Themen ein.

dbk, 7.10.2019
Statement von Kardinal Reinhard Marx


Vatican News, 7.10.2019
Papa: o Espírito Santo é o protagonista do Sínodo
O Papa Francisco fez a saudação inicial aos participantes do Sínodo dos Bispos para a Amazônia pedindo coragem e prudência.


Sínodo Amazónico
Relación del Relator General: Claudio Card. Hummes




Teilnehmer der Amazonas-Synode >>

Sonntag, 6. Oktober 2019

Eröffnungsgottesdienst zur Synode: Papst weckt Hoffnung auf Reformen

Papstgeflüster, 6. Oktober 2019
Appell für Reformen
Papst Franziskus hat zum Auftakt der Amazonassynode zu mutigen und klugen Reformen aufgerufen. In seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst warnte er am Morgen, Benedikt XVI. zitierend: „Die Kirche darf sich keinesfalls auf eine Pastoral der ‚Aufrechterhaltung‘ beschränken, die auf jene ausgerichtet ist, die das Evangelium Christi bereits kennen.“ Klugheit dürfe, so Franziskus weiter mit Verweis auf den Katechismus, weder mit Ängstlichkeit noch mit Schüchternheit verwechselt werden. Vielmehr gehe es um eine „wagemutige Klugheit“. Damit weckt Franziskus weitere Hoffnungen auf Veränderung und Reformen bei den bevorstehenden Beratungen.

VaticanNews, 6.10.2019
Amazonien-Synode startet mit Messe von Papst Franziskus
„Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ – unter diesem Motto tritt ab diesem Sonntag eine Sonder-Bischofssynode im Vatikan zusammen. Papst Franziskus eröffnete sie mit einer Messe in Sankt Peter.

Religion.orf.at, 6.10.2019
Papst sieht „zerstörerische Interessen“ an Amazonien
Papst Franziskus hat beim Eröffnungsgottesdienst zur Synode Ausbeutung und Umweltvernichtung im Amazonasgebiet angeprangert. „Das von zerstörerischen Interessen gelegte Feuer wie jenes, das kürzlich das Amazonasgebiet verwüstet hat, ist nicht das aus dem Evangelium“, sagte der Papst in seiner Predigt.

VaticanNews, 6.10.2019
Kräutler: Amazonien-Synode hat Kraft zu Reformen
Die Amazonien-Synode hat die Kraft, Reformen anzustoßen und eine „Initialzündung für die Kirche“ zu werden. Das sagt der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler im Interview der „Tiroler Tageszeitung“ von diesem Sonntag.

Der Standard, 6.10.2019
Amazonas-Bischof: "Brasiliens Regierung will uns mundtot machen"
Der Österreicher Erwin Kräutler hat die Amazonas-Synode im Vatikan mit vorbereitet. Der Regierung von Jair Bolsonaro sagt er den Kampf an

Spiegel-Online, 5.10.2019
Amazonas-Synode in Rom
Franziskus' dicke Brocken
Die Länder Süd- und Mittelamerikas sind Herzland der katholischen Kirche - doch die Probleme sind gewaltig. Bei einer Synode im Vatikan suchen der Papst und mehr als hundert Bischöfe nach Lösungen. Und überall lauern Fallen.




Liste der Synoden-Teilnehmer:
ELENCO DEI MEMBRI SECONDO IL TITOLO DI PARTECIPAZIONE