Mittwoch, 20. November 2019

Installationslizenz für Goldprojekt am Xingu von Belo Sun ausgesetzt

Da die Umweltauflagen nicht erfüllt und die Erhebungen zur Umsiedlung der betroffenen Flussbewohner noch nicht begonnen haben, wurde dem Bergbauunternehmen Belo Sun die Installationslizenz für das Gold-Abbauprojekt entlang der Großen Schleife des Xingu (Volta Grande do Xingu) entzogen.


Defensoria Publica, 19/11/2019
Ação Cautelar da Defensoria Pública suspende licenciamento do Projeto de Mineração Volta Grande, na área de impacto de Belo Monte
Em decisão favorável à Ação Cautelar proposta pela Defensoria Pública do Estado, foi garantida a suspensão da licença de instalação do Projeto de Mineração Volta Grande, localizada na Volta do Grande do Xingu, na área de impacto de Belo Monte,, por não cumprimento da licença prévia. Esta ação foi proposta pelo órgão contra a empresa Belo Sun e o Estado do Pará, em fevereiro de 2017, como fundamento a falta de regularidade fundiária e ambiental do empreendimento.
O requerimento pedindo a suspensão do processo de licenciamento ambiental do Projeto de Mineração Volta Grande é acompanhado desde 2012. A ação cautelar nº 0001062-06.2017.814.0005 visa à suspensão por conta de a instalação gerar, como consequência, um impacto socioambiental aos povos indígenas Xipaia e Curuaia da Ilha da Fazenda, aos garimpeiros, e agroextrativistas que foram colocados em situação de vulnerabilidade social na área diretamente afetada pelo empreendimento.
De acordo com a decisão, publicada no dia 17 de novembro, os moradores das áreas que estão diretamente afetadas deverão ser previamente realocados, antes da concessão da licença de instalação, ou seja, antes do início das obras. Centenas de famílias continuarão a residir, à espera de resoluções de questões que se arrastam há anos sem apresentação, até o momento, de nenhuma providência efetivamente concreta para a realocação destas famílias. A decisão também aponta que não houve a desafetação do Projeto de Assentamento Ressaca.

mpf-pará, 9.10.2019
MPF recomenda ao governo do Pará que suspenda todos os licenciamentos na Volta Grande do Xingu
O Ministério Público Federal (MPF) enviou hoje uma recomendação ao governador do Pará, Helder Barbalho, e ao secretário estadual de meio ambiente, Mauro Ó de Almeida, para que sejam suspensos todos os processos de licenciamento ambiental de atividades com significativo potencial de degradação ambiental na Volta Grande do Xingu. A suspensão deve ser mantida até que esteja concluído o período de testes previsto para a região ou que se confirme a capacidade dos ecossistemas locais de suportarem o desvio de água realizado para a geração de energia da barragem de Belo Monte. O governo paraense tem prazo de 20 dias para responder ao documento.


O Globo, 25/09/2019
Ministério Público pede suspensão de licença ambiental emitida pela Semas para funcionamento de mineradora no sudeste do PA
De acordo com o MP, o local é de natureza federal e deve ser licenciado pelo Ibama. Medida também diminuiria os impactos ambientais na região.

Mapa de Conflitis, 26/06/2018
Projeto de mineração Volta Grande-Belo Sun ameaça modos de vida e sobrevivência de povos indígenas, ribeirinhos e outras comunidades tradicionais

Mittwoch, 13. November 2019

Bischof Voderholzer distanziert sich von Protestaktion gegen den Papst


Domradio.de, 13.11.2019
Bischof Voderholzer auf Distanz zu Protestaktion gegen den Papst
"Nicht mein Weg"
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich von einer Online-Protestaktion konservativer Christen gegen Papst Franziskus distanziert. Internetaktionen gingen "an der Sache vorbei" und seien deshalb auch nicht sein Weg.

Im Internet rufen derzeit rund 100 Unterzeichner, darunter Gloria von Thurn und Taxis, den Papst zu öffentlicher Buße wegen angeblichen Götzendienstes auf. Das Kirchenoberhaupt habe bei der Amazonas-Synode die "heidnische Göttin Pachamama" angebetet, so der Vorwurf. Als Gewährsleute führt die Gruppe neben den deutschen Kardinälen Walter Brandmüller und Gerhard Ludwig Müller auch den Regensburger Bischof an.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme wies Voderholzer "diesen Bezug und die mit ihm verknüpften Vorwürfe gegen Papst Franziskus entschieden zurück". Zugleich erläuterte Voderholzer Aussagen, die er am 31. Oktober bei einer Predigt getätigt hatte. Darin ging es auch um eine von der Amazonas-Synode aufgeworfene Frage, nämlich, wie Christen mit vor- oder nichtchristlichen Kulturen und Traditionen umgehen sollten.

Ringen um den richtigen Weg der Kirche
Das Fazit seiner Predigt beschrieb der Bischof so: Christus selbst sei das Neue, das Christen den Menschen brächten. Er komme den Fragen und der oft unausdrücklichen Sehnsucht aller Menschen sowie ihrer "natürlichen" Religiosität entgegen. In Christus seien alle Religionen in einem dreifachen Sinn "aufgehoben": außer Kraft gesetzt, erhöht und bewahrt. "Deswegen geschieht Inkulturation immer in Anknüpfung und Bruch zugleich."

Mit seiner Predigt habe er sich "an dem Ringen um den richtigen Weg der Kirche" beteiligt, betonte Voderholzer. "Vorwürfe, Anschuldigungen oder gar Verurteilungen des Heiligen Vaters mit Internetaktionen" gingen "an der Sache vorbei" und seien deshalb auch nicht sein Weg.

Mexikanischer Bischof verteidigt Papst gegen Vorwürfe
Der mexikanische Bischof Felipe Arizmendi hat die Zeremonien mit Fruchbarkeitsfiguren zu Beginn der Amazonas-Synode verteidigt. Hierbei habe es sich nicht um Götzendienst gehandelt, sondern um "Symbole amazonischer Lebenswirklichkeit".

Der wiederholte Vorwurf einiger sehr konservativer Katholiken, die bei Zeremonien in den Vatikanischen Gärten zur Amazonas-Synode verwendete Rituale und Figuren seien Götzendienst gewesen, stimme schlicht nicht, betont Bischof Arizmendi in einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Mittwoch).

"Unverschämtheit, den Papst als Götzendiener zu verurteilen"
Es habe sich um "Symbole amazonischer Lebenswirklichkeit und Erfahrungen" gehandelt. Diese seien zwar "nicht nur kulturell, sondern auch religiös zu verstehen, aber nicht im Sinne einer Anbetung", präzisiert der frühere Bischof von San Cristobal de Las Casas im Süden Mexikos.

Ein Aymara in Bolivien habe ihm einmal erklärt: Pachamama (Mutter Erde) und Inti (Vater Sonne) seien Götter "nur für jene Indigene, die nicht evangelisiert worden" seien. Wer evangelisiert sei, der betrachte sie als "beste Gaben Gottes".

Im Übrigen sei es eine "große Unverschämtheit, den Papst als Götzendiener zu verurteilen, denn das war er nicht, und er wird es auch nie sein", schreibt der Bischof weiter. Derzeit ruft eine Gruppe konservativer Katholiken den Papst zu öffentlicher Buße wegen angeblichen Götzendienstes auf. Das Kirchenoberhaupt habe die "heidnische Göttin Pachamama" angebetet, heißt es in einem am Dienstag auf mehreren Internetseiten veröffentlichten Brief mit rund 100 Unterzeichnern.

Mutter Erde wird nicht als Göttin verehrt
In dem Beitrag beschreibt der Bischof seinen eigenen Lernprozess im Umgang mit indigener Kultur und Denken, in denen säkulare und religiöse Dimensionen verbunden sind. Er habe sich anfangs immer etwas unbehaglich gefühlt, wenn Indigene von "Mutter Erde" sprachen.

Für ihn selbst seien nur seine leibliche "Mutter, die Jungfrau Maria und die Kirche" Mutter gewesen. Auch die Geste, niederzuknien und die Erde zu küssen, sei ihm fremd gewesen. "Aber je länger ich mit den Indigenen lebte, umso besser verstand ich, dass sie sie nicht als Göttin verehren, sondern dass sie sie schätzen", so Arizmemdi. Sei es doch "die Erde, die uns ernährt", alles gibt, was zum Leben nötig ist.

"Sie betrachten sie also nicht als Göttin; sie beten sie nicht an - sie drücken nur ihren Respekt ihr gegenüber aus, und das tun sie, indem sie Gott im Gebet für sie danken." In diesem Sinne habe auch der heilige Franz von Assisi die Erde als "Mutter" bezeichnet. Und der, so Arizmendi, war "bestimmt kein Götzendiener".


BR24, 13.11.2019
Bischof Voderholzer distanziert sich von Protest gegen den Papst
Der Regensburger Bischof Voderholzer hat sich von einer Protestaktion gegen Papst Franziskus distanziert. Im Internet werfen rund 100 Unterzeichner dem Papst vor, bei der Amazonas-Synode einer heidnischen Gottheit gehuldigt zu haben.

VaticanNews, 12.11.2019
Nachklang Amazonien-Synode:
Pachamama ist keine Götzenanbetung
Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.

Domradio.de, 15.11.2019
Gloria zieht Unterschrift unter papstkritischer Petition zurück
Heute hü, morgen hott?
​Gloria von Thurn und Taxis hat ihre Unterschrift unter einer papstkritischen Petition konservativer Christen zurückgezogen. Ein "schlüssiger Begründungszusammenhang" sei für sie in der Petition nicht mehr gegeben. Woher kommt der Sinneswandel?

BR24, 16.11.2019
Der Papst ein Götzendiener? Kritiker distanzieren sich von Brief
Der Papst soll öffentlich Buße tun – das fordert eine internationale Gruppe konservativer Katholiken. Bei der Amazonas-Synode in Rom habe er die Kultfigur Pachamama angebetet. Damit habe er die Kirche des Apostels Petrus entweiht, so der Vorwurf.

Kath.net, 16 November 2019
"Es war nie meine Absicht, Papst Franziskus persönlich anzugreifen"
Nach Fürstin Gloria Thurn und Taxis zieht auch P. Stefan Dreher von der Petrusbruderschaf seine Unterschrift vom Protestschreiben gegen Papst Franziskus zurück

Montag, 11. November 2019

Koblach gratuliert Dom Erwin nachträglich zum 80-iger


VOL.at, 11.11.2019
Ein Abend für Don Erwin
Eigentlich feierte der aus Koblach stammende, seit vielen Jahren aber in Brasilien tätige Bischof Erwin Kräutler seinen 80. Geburtstag bereits im vergangenen Juli. „Don Erwin“ wie er gleichzeitig liebe- wie respektvoll von seiner brasilianischen Gemeinde genannt wird, feierte diesen Tag aber dann genau ebendort mit seinen Schäfchen am Xingu. Seitens der Gemeinde Koblach wurde der runde Geburtstag nun aber entsprechend nachgefeiert, wobei die Gruppe „Koblach am Xingu“ die Organisation des Abends übernommen hatte. Zahlreiche Wegbegleiter, Freunde und Bekannte nutzten die Gelegenheit und versammelten sich in der DorfMitte, um ihr Glas auf Bischof Kräutler zu erheben, ohne aber nicht die ernste Lage in der Diözese des mittlerweile emeritierten Kräutlers zu vergessen.

So stand der Abend erneut im Zeichen großer Hilfsbereitschaft der Anwesenden, vor allem eine absolute Herzensangelegenheit stand dabei im Mittelpunkt des Interesses. Das Haus für Mutter und Kind in Altamira, welches Kräutler vor über 25 Jahren mitbegründet hatte, setzt sich dafür ein, die weiterhin hohe Säuglingssterblichkeit in Brasilien zu minimieren und kümmert sich um Mütter und ihre Kinder vor und nach der Entbindung.

Dazu stellten sich Schützenmusikverein Koblach, Männerchor Frohsinn, Kirchenchor St.Kilian sowie Vocale Neuburg, die den Abend musikalisch begleiteten, jeweils mit einer großzügigen Spende bei Kräutler ein. Seitens der Pfarrgemeinderats wurde der Ertrag des 20-Jahre-Kum-Festes ebenso übergeben, wie von Bürgermeister Gerd Hölzl eine Spende der Gemeinde in Form eines „Koblakischtles“ – neben einem Scheck auch einige Koblacher Köstlichkeiten.

Bischof Kräutler zeigte sich höchst erfreut über die Hilfsbereitschaft und Gratulationen und erzählte ungezwungen von seiner zweiten Heimat in Brasilien. Seitens der Gruppe „Koblach am Xingu“ bemüht man sich nun, Paten in Koblach bzw. Vorarlberg zu finden, um das Lebenswerk von Don Erwin zu erhalten. CEG

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Sonntag, 10. November 2019

Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß

Salzburger Nachrichten, 9.11.2019
Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß
Der zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Nach 580 Tagen hinter Gittern verließ der 74-Jährige am Freitag das Polizeipräsidium von Curitiba, wo er seit April 2018 eine Haftstrafe wegen Korruption verbüßt hatte. Kurz zuvor hatte ein Richter der Stadt seine vorläufige Freilassung angeordnet.


NZZ, 10.11.2019
Brasiliens ehemaliger Präsident Lula da Silva ist auf freiem Fuss. Für den Kampf gegen Korruption ist das ein schwerer Schlag
Das Oberste Gericht verbietet die vorgezogene Inhaftierung von in zweiter Instanz Verurteilten – und kehrt damit eine erst 2016 von denselben Richtern getroffene Entscheidung komplett um.


amerika21, 10.11.2019
Lula in Brasilien wieder in Freiheit und direkt kämpferisch gegenüber Bolsonaro
Nur wenige Stunden nach Gerichtsurteil verlässt Lula Gefängnis. Viele Anhänger feiern ihn bei öffentlicher Rede. Noch Unklarheit über Dauer der Freiheit


Estadão, 8/11/2019
Em liberdade, Lula diz que vai viajar o País e 'propor alternativas'

Estadão, 9.11.2019
Lula solto: 'Estou de volta'

O Globo, 8/11/2019
Militantes do PT se reúnem no Centro de Vitória para comemorar liberdade de Lula
Com cartazes com os dizeres 'Lula Livre' e também máscaras do rosto do ex-presidente, eles acompanharam o discurso após a soltura, nesta sexta-feira (8).

O Globo, 8!10/2019
Em liberdade, Lula começa a buscar polarização; Bolsonaro deve resgatar discurso antipetista

O Globo, 9/11/2019
Bolsonaro chama Lula de 'canalha' e diz que não responderá a 'criminosos que por ora estão soltos'
Em rede social, presidente afirmou que Lula 'está cheio de culpa'. Depois, ao sair do Palácio da Alvorada, disse que ele está 'solto mas continua com todos os crimes dele nas costas'.

Youtube, 8.11.2019
Assista ao 1º discurso de Lula depois de deixar a prisão

DW-Brasil, 11/11/2019
Como fica o cenário político após a soltura de Lula?
Em seu primeiro discurso após deixar a prisão, ex-presidente ataca o atual governo e avisa: "Estou de volta!" Mas o que o retorno do petista aos palanques políticos significa para a política brasileira?

notícias.uol, 9/11/2019
Lula ataca Globo, Moro e Bolsonaro em discurso no ABC: "Eu estou de volta"

El País, 26/05/2019
Lula anuncia casamento com namorada e caravana pelo Brasil
O ex-presidente diz estar apaixonado e anuncia que vai se casar com Rosângela da Silva, socióloga que se uniu a ele durante a sua prisão

Samstag, 9. November 2019

kfb protestiert gegen verkürzte Rezeption der Amazoniensynode

kfbö, 8.11.2019
Protest gegen Engführung bei der Rezeption der Amazoniensynode
Seinen Protest „gegen die derzeitige Engführung bei der Rezeption der Amazoniensynode“ erhebt der Geistliche Assistent der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, P. Franz Helm SVD. P. Helm, der während der Amazoniensynode in Rom als Beobachter vor Ort war, beklagt in einem öffentlichen Statement die Fokussierung der gesellschaftlichen wie kirchlichen Debatte auf das Thema „viri probati“, das „den Schrei nach Leben und Überleben“ der Schöpfung überhöre und solidarische Antworten vermissen lasse. Gefragt sei ein Systemwandel, der insbesondere auch die „vermehrte Beteiligung von Frauen an Leitungsverantwortung und ein gleichberechtigtes Mitgestalten und Mitentscheiden in Gesellschaft und Kirche“ verlange.






















Donnerstag, 7. November 2019

Brasilianische Bischöfe weisen Kritik an Amazonas-Synode zurück


VaticanNews, 7.11.2019
Brasilien: Kritiker an Amazonien-Synode haben „keine Ahnung“
Der Bischof der brasilianischen Diözese Obidos, Johannes Bahlmann, hat Kritik von Kardinälen und Bischöfen an einigen Vorschlägen der Amazonien-Synode zurückgewiesen. „Mein Eindruck ist, dass sie keine Ahnung haben“, sagte der aus Deutschland stammende Amazonas-Bischof in Würzburg. Auch der aus Österreich stammende frühere Bischof von Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler, wandte sich gegen eine bestimmte Form von Kritik an der Synde.

Bischof Bahlmann äußerte sich am Mittwoch vor Journalisten in Würzburg am Rand einer Tagung zur Synode. Er sei „niemals von einem der Herren" angesprochen und gefragt worden, was denn beschlossen werde, erklärte der Franziskaner. Die von Bischöfen und Kardinälen geäußerte Kritik lasse keine faire Diskussion zu. „Was für eine Kollegialität ist das?“, so Bahlmann. Als „Lüge“ bezeichnete er den Vorwurf, die Synode sei von Bischöfen instrumentalisiert worden, um kirchenpolitische Fragen für Deutschland oder Europa zu verhandeln.

Dem Papst weitergehende Interessen mit der Synode zu unterstellen, nannte Bahlmann „eine Respektlosigkeit“. Es stehe ihm nicht zu, etwas zu den Problemen der Kirche in Deutschland zu sagen, so der Bischof. Er wünsche sich aber, dass die Kritiker ins Amazonas-Gebiet kämen und sich selbst ein Bild machten. „Sie unterstellen dem Heiligen Geist, dass er nicht ordentlich arbeitet."

Bischof Kräutler „Opfer von Hasstiraden“
Der aus Österreich stammende frühere Bischof von Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler, sprach angesichts der Vorwürfe von Kritikern ebenfalls von einer „glatten Lüge“. Kräutler sagte, er sei ein „Opfer von Hasstiraden“ geworden, nachdem er darauf verwiesen habe, dass jene, die gegen die vom Papst einberufene Synode seien, sich fragen müssten, ob sie noch auf katholischem Boden stünden. Er sei „fertig gemacht“ worden, „teils unter der Gürtellinie“.

Hintergrund
Bahlmann und Kräutler nehmen an einer bis Freitag dauernden Fachtagung mit dem Titel „Amazonas-Synode 2019 - Was hat das mit uns zu tun?" teil. Sie wird von den katholischen Hilfswerken Adveniat und Misereor zusammen mit den Diözesen Würzburg und Hildesheim veranstaltet.


Katholisch.de, 7.11.2019
"Was für eine Kollegialität ist das?"
Kräutler und Bahlmann: Kritiker der Amazonas-Synode lügen
Die deutschsprachigen Bischöfe Johannes Bahlmann und Erwin Kräutler wenden sich mit scharfen Worten gegen Kritiker der Amazonas-Synode – auch gegen Bischöfe und Kardinäle. Die Rede ist von "glatten Lügen" und "Respektlosigkeit" gegenüber dem Papst.

Neues Ruhr-Wort, 6.11.2019
Brasilianische Bischöfe weisen Kritik an Amazonas-Synode zurück
Der Bischof der brasilianischen Diözese Obidos, Bernardo Johannes Bahlmann, hat die Kritik von Kardinälen und Bischöfen an den Beschlüssen der Amazonas-Synode mit scharfen Worten zurückgewiesen. „Mein Eindruck ist, dass sie keine Ahnung haben“, sagte Bahlmann am Mittwoch in Würzburg am Rande einer Tagung zu dem Bischofstreffen bei einem Pressegespräch. Er sei „niemals von einem der Herren“ angesprochen und gefragt worden, was denn beschlossen werde. Die von Bischöfen und Kardinälen geäußerte Kritik lasse keine faire Diskussion zu. „Was für eine Kollegialität ist das?“, so Bahlmann.


VaticanNews, 12.11.2019
Nachklang Amazonien-Synode:
Pachamama ist keine Götzenanbetung
Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.

Mittwoch, 6. November 2019

Vatikan teilt Prälatur am Xingu


Kathpress, 6.11.2019
Amazonien: Vatikan teilt Gebiet von Kräutler-Prälatur Xingu
Kirchenstrukturen am Amazonas werden neu geordnet - Unter anderem wird eine neue Erzdiözese Santarem errichtet und das bisher flächenmäßig größte brasilianische Kirchengebiet, die bis 2015 von Bischof Kräutler geleitete Prälatur Xingu, in eine Diözese Xingu-Altamira und eine Prälatur Xingu-Tucumã aufgeteilt - Verkleinerte Diözese Altamira nun etwas größer als Großbritannien

Der Vatikan ordnet im brasilianischen Amazonasgebiet einige katholische Kirchenstrukturen neu und errichtet dazu neue Diözesen. Davon betroffen ist unter anderem die bisherige Territorialprälatur Xingu, die bis 2015 vom aus Vorarlberg stammenden Bischof Erwin Kräutler (80) geleitet wurde. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, wird die Prälatur Xingu - bisher die flächenmäßig größte brasilianische Kirchenstruktur - in zwei Gebiete aufgeteilt: eine neue Diözese Xingu-Altamira sowie eine neue, kleinere Gebietsprälatur Alto Xingu-Tucumã.

Gleichzeitig erhob der Papst die am Mittellauf des Amazonas gelegene Diözese Santarem zur Erzdiözese. Zu dessen Kirchenprovinz gehören nun die beiden neu errichteten Xingu-Diözesen sowie die Territorialprälatur Itaituba und die Diözese Obidos. Letztere wiederum wird von dem aus Deutschland stammenden Bischof Johannes Bahlmann geleitet. Diese Gebiete gehörten bisher zur Kirchenprovinz der Erzdiözese Belem do Para, die entsprechend verkleinert wird. Papst Franziskus hatte zum Abschluss der Amazonien-Synode Ende Oktober unter anderem strukturelle Reformen in Amazonien angekündigt.

Neuer Bischof der Erzdiözese Santarem wird der Ordensmann Irineu Roman (61), bisher Weihbischof in Belem. Als Bischof von Xingu-Altamira bestätigte der Papst den bisherigen Leiter der Prälatur, Bischof Joao Alves (58), der 2015 die Nachfolge von Bischof Kräutler angetreten hatte. Neuer Leiter der abgetrennten Territorialprälatur Alto Xingu-Tucumã soll aus Spanien stammende Augustiner Jesus Maria Lopez Mauleon (64) werden.

Die neu errichtete Diözese Xingu-Altamira ist mit gut 247.000 Quadratkilometern etwas größer als Großbritannien. Unter den gut 360.000 Bewohnern sind laut Vatikan-Angaben 250.000 (70 Prozent) katholisch. In den zehn Pfarren arbeiten unter anderem 15 Diözesan- und neun Ordenspriester sowie 37 Ordensfrauen.

Die Territorialprälatur Alto Xingu-Tucuma umfasst gut 128.000 Quadratkilometer und ist damit etwa eineinhalbmal so groß wie Österreich. Von den knapp 239.000 Einwohnern sind 130.000 (54 Prozent) katholisch. In den fünf Pfarren arbeiten ein Diözesan- und neun Ordenspriester sowie fünf Ordensschwestern.

Zu der verkleinerten Kirchenprovinz Belém do Pará gehören nach wie vor die Diözesen Macapá, Castanhal, Bragança do Pará, Ponta de Pedras, Marabá, Abaetetuba, Cametá und die Territorialprälatur Marajó.

Territiorial- oder Gebietsprälaturen sind eine Form der Ortskirche, die einer Diözese rechtlich gleichgestellt ist. Als historische Vorstufen zu einer Diözese gibt es sie vor allem in Südamerika, vereinzelt in Italien, aber auch Skandinavien. Anders als eine Personalprälatur, die anhand der ihr angehörenden Personen umschrieben wird, wird die Territorialprälatur allein durch ihr Gebiet definiert.





Sonntag, 3. November 2019

Sr. Birgit Weiler über Ergebnisse der Amazoniensynode

Kathpress, 3.11.2019
Ordensfrau: Synodentext zum Frauendiakonat bewusst "vorsichtig"
Synoden-Teilnehmerin Sr. Weiler berichtet auf feinschwarz.net von "nötigem Zugeständnis", aber auch von vielen Reformvorstößen zugunsten von Frauenmitverantwortung bei der Amazonien-Synode

Es sei ein "nötiges Zugeständnis" gewesen, dass der Textabschnitt zum Frauendiakonat im Schlussdokument der Amazonien-Synode "sehr vorsichtig formuliert" worden sei. Nach den Worten der in Peru lebenden deutschen Ordensschwester Birgit Weiler, die als Expertin für interkulturelle Theologie zur Synode geladen worden war, galt es "sicher zu stellen, dass dieser Abschnitt überhaupt im Schlussdokument erscheint". Der Artikel über das Frauendiakonat hatte nach jenem über die verheirateten Priester die meisten Gegenstimmen zu verzeichnen, erinnerte Weiler in einem "Exklusivbericht" auf der theologischen Feuilleton-Plattform feinschwarz.net über die Diskussionen und Ergebnisse der Bischofsversammlung.

In vielen Beiträgen in der Synodenaula wie auch in den kleinen Arbeitszirkeln sei ungeachtet dessen die Notwendigkeit unterstrichen worden, "effektiv an der Überwindung von Machismo und Klerikalismus in der Kirche im Allgemeinen und der Kirche Amazoniens im Besonderen zu arbeiten, Frauen mehr Leitungsverantwortung und Leitungsämter, die kein Weiheamt voraussetzen, - und das sind viele -, zu übertragen". Laut Weiler wurde dies "nicht nur von uns Frauen, sondern ebenso von vielen Bischöfen gefordert". In ihrer Arbeitsgruppe habe zum Beispiel ein Bischof gesagt, der eine Frau zur Generalvikarin seiner Diözese ernannte, dass "synodale Kirche sein" bedeute, miteinander zu beraten und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. "Wir Frauen wurden von vielen Bischöfen darin unterstützt, dass es unbedingt an der Zeit ist, formal anzuerkennen, was in der Kirche Amazoniens bereits Realität ist, nämlich, dass die katholische Kirche an vielen Orten nur dank der Frauen präsent ist", schrieb die in Südamerika tätige deutsche Ordensfrau.

Von vielen Frauen, aber auch von mehreren Bischöfen sei zudem deutlich der Wunsch vorgetragen worden, die Diakonninenweihe in der katholischen Kirche einzuführen. Das sei in den Konsultationen von vielen Menschen im Amazonasgebiet erbeten worden. Darauf wolle Weiler - wie sie betonte - mit Nachdruck hinweisen "angesichts von Kritiken aus sehr konservativen Kreisen, dass angeblich deutsche Priester und Bischöfe diese Gedanken in das Arbeitsdokument für die Synode eingetragen hätten. Dem ist nachweislich nicht so."

"Papst will in dieser Frage weiterkommen"

Die bei der Synode anwesenden Frauen hätten ein eigenes Gesuch an den Papst gestellt, die Frage des Frauendiakonats weiterzuführen, berichtete Weiler weiter. In seiner Ansprache nach der Abstimmung habe Franziskus anerkannt, dass die stärkere Rolle der Frau in der Kirche generell und in Amazonien im besonderen eine starkes Thema der Synode war. "Er versprach, die Kommission zum Frauendiakonat mit neuen Mitgliedern zu besetzen, um in der Frage weiterzukommen und die Rolle der Frau in der Kirche noch mehr zu stärken."

Ein "Zeichen der Hoffnung" in diese Richtung ist für die Ordensfrau, dass der Papst zwei Frauen und einen Laien in die Kommission zur Redaktion des päpstlichen Schreibens im Anschluss an die Synode beruft. "Das war bislang nicht üblich." Franziskus habe in mehreren Aussagen seinen Wunsch zu verstehen gegeben, "dass den Frauen noch viel mehr Raum in der Kirche gegeben wird und ihr Beitrag weit über die Funktionen hinausgeht, die sie ausüben", so Weiler.


Hintergrund:

SR2, 5.10.2019
Im Einsatz mit den Menschen des Regenwaldes
Ein Interview mit Dr. Birgit Weiler, Theologin und Ordensfrau am Amazonas

Blickpunkt Lateinamerika, 23.9.2019
Birgit Weiler - Kämpferin für die Amazonas-Indigenen
Birgit Weilers Berufung zur Weltkirche stand schon früh fest. Besonders engagiert ist die Missionsärztliche Schwester aus Duisburg für das Amazonasgebiet. Nun hat sie der Papst zur Sondersynode in den Vatikan eingeladen.

VaticanNews, 1.3.2019
Amazonas-Synode: „Indigene wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt"
Bei der im Oktober bevorstehenden Amazonas-Bischofssynode im Vatikan geht es um die geistliche Heimat der im Amazonas lebenden Völker, um Gerechtigkeit und Ökologie. Indigene im Amazonasgebiet wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt, sagte im Gespräch mit uns die deutsche Theologin Birgit Weiler, die in Peru lebt.

„Wächter des Waldes“ von Holzfällern ermordet

ORF, 3.11.2019
Brasilien: „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet
Im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist ein indigener Aktivist und „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet worden. Paulo Paulino wurde im nordöstlichen Bundesstaat Maranhao von Holzfällern erschossen, wie örtliche Behörden und die Menschenrechtsorganisation Survival International gestern mitteilten. Ein weiterer Aktivist sei verletzt worden, habe aber fliehen können.

Die beiden Männer gehörten den „Wächtern des Waldes“ an – einer Gruppe, die Gebiete indigener Völker vor illegaler Rodung zu schützen versucht.

Die beiden Männer des Stammes Guajajara hatten nach Angaben des Menschenrechtssekretariats von Maranhao ihr Dorf verlassen, um im Wald Wasser zu holen, als sie von „mindestens fünf bewaffneten Männern“ umstellt wurden.

Ermittlungen aufgenommen
Laut Behörden galt ein Holzfäller nach dem Vorfall als vermisst. Informationen, wonach er ebenfalls bei der Attacke getötet worden sei, wurden nicht bestätigt. Der brasilianische Justizminister Sergio Moro teilte via Twitter mit, die Polizei habe Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten. Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an.


Netzfrauen, 2.11.2019
Surival International, 2.11.2019
Brasilien: Amazonas-Wächter getötet, ein weiterer verletzt, bei Angriff von Holzfällern
Ein Mitglied der indigenen “Wächter Amazoniens” wurde bei einem Überfall von Holzfällern erschossen und ein weiterer verwundet.
Paulo Paulino Guajajara, auch bekannt als Kwahu Tenetehar, wurde in den Hals getroffen und starb im Wald. Seinem Begleiter, Tainaky Tenetehar, wurde in den Rücken und Arm geschossen. Er konnte aber entkommen.
Die Wächter Amazoniens patrouillieren seit einigen Jahren ihr Territorium im östlichen Amazonasgebiet, das von Holzfällern heimgesucht wird. Unkontaktierte Mitglieder des indigenen Awá-Volkes leben ebenfalls in diesem Gebiet.


Tagesschau, 3.11.2019
"Wächter des Waldes" ermordet
Er war einer der prominentesten Waldschützer im Amazonas. Jetzt ist Paulo Paulino, Mitglied der Gruppe "Wächter des Waldes", von Holzfällern erschossen worden. Kritiker meinen: Der brasilianische Staat trägt eine Mitschuld.


Veja, 2.11.2019
Líder indígena é assassinado em confronto com madeireiros no Maranhão
Conflito na sexta-feira, na Terra Indígena Arariboia, deixou um madeireiro morto e outro indígena ferido. Moro diz que PF vai investigar o caso


CIMI, 02/11/2019
Responsabilizamos o Estado e o governo federal pelo assassinato de Paulo Paulino Guajajara
Nota de Repúdio – Durante ataque de madeireiros, Laércio Souza Silva Guajajara foi atingido por tiros no braço e nas costas

G1- O Globo, 2.11.2019
Índio e madeireiro morrem em emboscada em terra indígena no MA
Emboscada aconteceu na sexta-feira (1º) na Terra Indígena Araribóia, na região de Bom Jesus das Selvas, entre as aldeias Lagoa Comprida e Jenipapo.

Jornal Nacional, 3 Nov 2019
Polícia Federal investiga a morte de líder indígena no Maranhão
Conhecido como guardião da floresta, Paulo Paulino Guajajara foi morto em uma emboscada.

Pública, 03/11/2019
Sobrevivente da emboscada, indígena Guajajara relata o que viu
Atingido por dois tiros, Laércio Guajajara contou a Fabiana Guajajara e ao cineasta Taciano Brito como foi o ataque, dentro da TI, que matou Paulo Paulino no Maranhão

Samstag, 2. November 2019

Perez Esquivel: "Konservative Gruppen betreiben Schlacht gegen Papst"

Katholisch.de, 30.10.2019
Konservative und reaktionäre Gruppen betrieben "eine Schlacht"
Friedensnobelpreisträger: Papst Franziskus gegen Attacken verteidigen
"Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben": Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel ruft zu breiter Unterstützung für Papst Franziskus auf.


Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel hat mehr Unterstützung für Papst Franziskus gefordert. "Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben", heißt es in einem Appell Esquivels, den die italienische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag veröffentlichte.

Es gehe darum, "Papst Franziskus zu unterstützen bei seinem Einsatz zum Schutz des Planeten, für eine gerechtere und solidarischere Welt sowie für Frieden", so der 87-jährige Bürgerrechtler. Der Argentinier erhielt 1980 den Friedensnobelpreis für seinen friedlichen Widerstand gegen Argentiniens Militärdiktatur (1976-1983).

"Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben..."

Die Kirche ist laut Esquivel politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Konflikten und Interessen ausgesetzt, sowohl innerhalb wie außerhalb des Vatikan. "Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben und führen deshalb eine gezielte Kampagne gegen Papst Franziskus." Esquivels Aufruf erschien auf der Titelseite und der Kommentarspalte der italienischen Zeitung.

Ebenfalls würdigte Esquivel einen während der Amazonas-Synode geschlossenen "Katakomben-Pakt für unser gemeinsames Haus". Darin hatten sich am 20. Oktober in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet sowie gut 100 weitere Ordensleute und andere Gläubige zum Schutz der südamerikanischen Region und ihrer Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet. Zudem erklärten sie Frauen, die in Amazonien bereits de facto eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde leiten, "mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken" zu wollen.

Die dreiwöchigen Beratungen der am Sonntag beendeten Synode wurden von scharfer Kritik und Polemik ultrakonservativer Katholiken gegen indigene Riten und Symbole begleitet. Kritik gab es auch am Vorschlag einer Zulassung bewährter verheirateter Männer, so genannter "viri probati", zum Priesteramt in der Amazonas-Region, den das Abschlussdokument aufnahm, sowie der stark sozial-ökologischen Thematik der Synode.

Freitag, 1. November 2019

Größtes Sumpfgebiet der Welt steht in Flammen

ORF, 31.10.2019
Brasilien: Brände wüten in weltgrößtem Sumpfgebiet
Brasilien kämpft mit der nächsten Umweltkatastrophe: Im brasilianischen Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, lodern die schlimmsten Brände seit Jahren. Die Lage in dem artenreichen Feuchtgebiet sei „kritisch“, warnte die Regierung des Bundesstaats Mato Grosso do Sul heute. Die Brände seien „gewaltig“, erklärte Paulo Barbosa de Souza vom Zentrum für Risikomanagement nach einem Überflug. Fast 50.000 Hektar seien betroffen.

ntv, 31.10.2019
Größtes Sumpfgebiet der Welt
Brasilianisches Pantanal steht in Flammen
Wieder wüten in Brasilien schwere Brände, diesmal breiten sie sich über ein Sumpfgebiet von fast 50.000 Hektar aus. Das artenreiche Ökosystem ist Lebensraum für Hunderte Fisch- und Vogelarten. Die Regierung des Bundesstaates bezeichnet die Lage als "kritisch".

O Globo, 30/10/2019
Fogo no Pantanal é 'em proporções nunca registradas', isola quem está lá e orientação é evitar rodovia à noite
Segundo o governo de MS, ao menos 50 mil hectares de vegetação nativa já foram queimados. 'Cenário é de devastação'

Estadão, 28.10.2019
Queimadas voltam ao Pantanal e número de focos em outubro já é 957% maior que em 2018

WWF-Brasil, 30.9.2019
Em 2019, área queimada na Amazônia, no Cerrado e no Pantanal soma 113.743 km2
Desta área, o bioma mais atingido é o Cerrado, com um acumulado de 63.698 km2 em 2019. Amazônia é o segundo mais atingido com 43.573 km2 e Pantanal fica em terceiro com 6.472 km2.