Dienstag, 14. Juli 2020

Protest gegen Koralm-Kraftwerk

ORF, 14.7.2020
Koralm: Streit über geplante Kraftwerke
Zwei geplante Kraftwerksprojekte auf der Koralm beschäftigen seit Jahren die Politik, die Behörden und auch die Gerichte. Denn die Betreiber und Gegner sind weiterhin in Streit. Konkret geht es um das weststeirische Trinkwasser, das die Projektgegner in Gefahr sehen.

Es geht um das öffentlich bereits bekannte Wasserkraftwerk an der Schwarzen Sulm und ein Pumpspeicherkraftwerk auf der Koralm. Die Gegner der geplanten Projekte wenden sich nun in einem offenen Brief an den Landeshauptmann und die Landtagsabgeordneten. Laut den Projektgegnern ist das Trinkwasser in der Weststeiermark durch die Projekte in Gefahr.
Besorgte Bürgerinitiative

„In großer Sorge und mit tiefer Betroffenheit verfolge man die Vorgänge rund um das geplante Pumpspeicherkraftwerk und das geplante Trinkwasserkraftwerk auf der Koralpe.“ Mit diesen Worten beginnt der offene Brief an den Landeshauptmann und die Mitglieder des steiermärkischen Landtages.

Verfasst wurde der Brief von den Projektgegnern. Dabei handelt es sich um ein Personenkomitee, den „Arbeitskreis zum Schutz der Koralpe“ und die Bürgerinitiative „Nein zum Industriepark Koralm“.
Rund 20.000 Menschen betroffen

Sie wandten sich mit einer Petition an das Land, diese sei vom zuständigen Ausschuss mit einem nichtssagenden Text Ende April abgetan worden, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Andreas Mathauer: „Die Antwort des Landes ist sehr ausweichend und unbefriedigend ausgefallen. Man versteckt sich hinter einem laufenden Verfahren und geht nicht auf die Problematik ein: Wie wird unsere Heimat, unser Trinkwasser geschützt?“

Rund 20.000 Menschen wären in der Region von den Projekten betroffen. Man könne nicht zusehen, wie das wertvolle Trinkwasser der weststeirischen Bevölkerung in Gefahr gebracht werde – heißt es im offenen Brief weiter.
„Massiver Eingriff in die Natur“

„Mit diesen Projekten wird massiv in das Ökosystem der Koralm eingegriffen. Es handelt sich um Natura-2000- bzw. Landschaftschutzgebiete, die von diesen Projekten betroffen sind“, so Mathauer. Die Bürgerinitiativen fordern eine korrekte Abwicklung des Projekts. Und sie möchten mit ihren Bedenken von der Politik ernst genommen werden.

Die Projektbetreiber wollten kein Interview geben. Ihre Position sei klar: Es handle sich um saubere Projekte, die von Experten geprüft werden. Man habe beim Kraftwerk an der Schwarzen Sulm bereits den Förderantrag bei der Behörde eingebracht, sobald er bestätigt ist, werde man mit dem Kraftwerksbau beginnen.


ORF, 8.10.2018
UVP-Verhandlung zu Koralm-Kraftwerk gestartet
n der langjährigen Geschichte des Koralm-Kraftwerks ist am Montag ein neues Kapitel aufgeschlagen worden: Bei der mündlichen UVP-Verhandlung kommen Betroffene noch einmal zu Wort und können auch Einwände einbringen.

Bürgerinitiative Koralm


Pumpspeicherkraftwerk Koralm auf Wikipedia

UVP - Genehmigungsverfahren für das Pumpspeicherkraftwerk Koralm

Das Projekt Pumpspeicherkraftwerk Koralm

Donnerstag, 9. Juli 2020

Bolsonaro blockiert mit Veto Corona-Maßnahmen für Indigene

ORF, 8.7.2020
Trotz eigener Infektion
Bolsonaro blockiert CoV-Hilfe für Indigene
Am Dienstag ist bekanntgeworden, dass sich Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro mit dem Coronavirus infiziert hat. Mehr Hilfe will er trotzdem nicht bereitstellen – jedenfalls nicht für gewisse Gruppen: Am Mittwoch legte Bolsonaro sein Veto gegen ein Gesetz ein, das Hilfe für Indigene, die afrobrasilianische Gruppe der Quilombol und andere traditionelle Gemeinschaften vorgesehen hätte.

Das vom obersten Gerichtshof verordnete Gesetz hätte diese Gruppen in der Coronavirus-Krise als „extrem gefährdet“ eingestuft. Damit wären die Behörden verpflichtet worden, diesen Gruppen Zugang zu Trinkwasser, Desinfektionsmitteln und ärztlicher Versorgung inklusive künstlicher Beatmung und Intensivbetten zu garantieren. Zudem sollte die Versorgung mit Internet und Lebensmitteln sichergestellt werden.

Mit seiner Unterschrift stoppt Bolsonaro dieses Gesetz nun vorläufig. Offiziell begründet wurde diese Maßnahme laut einem Bericht der brasilianischen Onlinezeitung Globo damit, dass der Text Ausgaben verordne, aber die budgetären und finanziellen Folgen nicht berücksichtige. Das sei gegen die Verfassung.

Zeit-Online, 9.7.2020
Jair Bolsonaro stoppt Corona-Maßnahmen in Indigenengebieten
In Brasilien sterben Indigene doppelt so häufig an Covid-19 als der Rest der Bevölkerung. Nun sollten sie gezielt unterstützt werden. Der Präsident legte sein Veto ein.


O Globo, 8.7.2020
Bolsonaro sanciona, com vetos, projeto que prevê medidas para tentar proteger indígenas
Entre os trechos vetados estão os que preveem obrigação do governo em fornecer água potável, higiene, leitos hospitalares e facilidades ao acesso ao auxílio emergencial.

Jornal da Globo, 9 jul 2020
Bolsonaro sanciona com vetos lei que estabelece medidas de proteção a povos indígenas
O ministro do Supremo, Luís Roberto Barroso, estipulou cinco medidas que devem ser seguidas pelo governo para proteger a população indígena.


gov.br, 07/07/2020
Projeto de Lei sobre uso de máscaras é sancionado
O Presidente da República sancionou, com vetos, o Projeto de Lei nº 1.562, de 2020, que alterava a Lei nº 13.979, de 6 de fevereiro de 2020, que dispõe sobre a obrigatoriedade do uso de máscaras de proteção individual para circulação em espaços públicos e privados, decorrente da pandemia da Covid-19.

Dienstag, 7. Juli 2020

Bolsonaro mit Coronavirus infiziert


Deutsche Welle, 7.7.2020
COVID-19-Infektion bei Bolsonaro
Wenn ein Verharmloser sich ansteckt: Corona-Infektion bei Jair Bolsonaro
Brasiliens Präsident zeigte Symptome und hat sich testen lassen. Nun hat Jair Bolsonaro offiziell bestätigt, dass er sich mit Corona angesteckt hat. Dabei hatte er die Gefahr stets kleingeredet.

Kurier, 7.7.2020
Coronakranker Bolsonaro: "Bin bei guter Gesundheit"
Laut Medienberichten ist der Rechtspopulist am Montag positiv auf das Virus getestet worden.

Süddeutsche, 7.7.2020
USA haben WHO offiziell verlassen
  • Die Vereinigten Staaten sind offiziell kein Mitglied der Weltgesundheitsorganisation mehr.
  • Brasiliens Präsident Bolsonaro gibt Corona-Erkrankung bekannt.
  • Die Ausbreitung des Coronavirus hat einem UN-Sonderberichterstatter zufolge Hoffnungen auf eine Beendigung der globalen Armut bis 2030 zunichte gemacht.
  • Australien fürchtet sich vor einer zweiten Infektionswelle. Der Bundesstaat Victoria erlässt erneut Ausgangsbeschränkungen.

Tagesschau, 7.7.2020
Bolsonaro mit Coronavirus infiziert
Er nannte Corona eine "leichte Grippe" und redete die Gefahr durch die Pandemie klein - nun ist Brasiliens Präsident Bolsonaro positiv auf das Virus getestet worden. Es gehe ihm aber gut, erklärte er.


O Globo, 7.7.2020
Bolsonaro anuncia resultado positivo de teste de Covid-19 e diz que está 'perfeitamente bem'
Presidente afirmou ainda que teve febre de 38 graus, mal-estar e dor no corpo. Ele vai trabalhar nos próximos dias no Palácio da Alvorada, por videoconferência.

O Globo, 7.7.2020
Bolsonaro diz que exame de Covid-19 deu positivo: frases
Presidente disse ter tido febre e sentido mal-estar, cansaço e dor muscular.

Correio Braziliense, 7.7.2020
Se não se isolar, Bolsonaro comete crime, diz jurista
Após ter resultado positivo para coronavírus, presidente deve atender orientações de profissionais de saúde e atuar para evitar contaminar outras pessoas

Montag, 6. Juli 2020

Mehr als 100 katholische Oberhirten veröffentlichen gemeinsamen Appell für neues Wirtschaftssystem

Katholisch.de, 6.7.2020
Bischöfe: Wirtschaft muss Ausbeutung von Mensch und Umwelt beenden
"Als Bischöfe fühlen wir uns moralisch und spirituell in der Pflicht, eine Neuordnung von Prioritäten für diese Krise und die Zeit danach anzumahnen": Über 100 Oberhirten aus 30 Staaten veröffentlichen einen gemeinsamen Appell – 8 aus Deutschland.

misereor, 6.7.2020
Bischöfe fordern weltweit Unternehmensvorgaben
(Aachen, 06. Juli 2020) In einer gemeinsamen Erklärung fordern mehr als 110 Bischöfe aus aller Welt ihre Regierungen auf, Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards zu verpflichten. "Wenn Unternehmen zur Verschmutzung von Böden, Luft und Grundwasser, zu Menschenrechtsverletzungen oder Kinderarbeit beitragen, müssen sie dafür zur Verantwortung gezogen werden. Betroffenen muss der Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln erleichtert werden", forderte der für MISEREOR zuständige Freiburger Erzbischof Stephan Burger, der neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Limburger Bischof Georg Bätzing, zu den Unterzeichnern des internationalen Appells gehört.
Die Erklärung der Bischöfe im Wortlaut finden Sie hier. 


KOO, 6.7.2020
Bischöfe fordern weltweite Regeln für Unternehmen zum Schutz von Menschenrechten um Umwelt
Über 100 Bischöfe und Kardinäle fordern die Staatengemeinschaft auf, die Menschenrechtsverantwortung von transnationalen Konzernen und anderen Unternehmen vorantreiben.
Die von 110 Katholischen Bischöfen und Kardinälen unterzeichnete Erklärung „Mehr denn je muss heute die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in Lieferketten verpflichtend sein, um unternehmerischen Missbrauch zu unterbinden und weltweite Solidarität zu gewährleisten“ wurde am 6. Juli 2020 der Öffentlichkeit präsentiert und fordert Staaten dringend dazu auf, Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen von Konzernen durch verbindliche Rechtsvorschriften zu unterbinden


Kathpress, 7.7.2020
Weltweiter Bischofs-Appell gegen Ausbeutung von Mensch und Umwelt
Die Politik muss aus kirchlicher Sicht Unternehmen und internationale Konzerne zur Einhaltung von Menschenrechten und zum Umweltschutz verpflichten. Das haben 110 katholische Bischöfe aus 30 Staaten in einem am Montag vom Weltdachverband katholischer Entwicklungsorganisationen (CIDSE) veröffentlichten gemeinsamen Appell gefordert. Die Corona-Krise biete die Chance, eine fairen Wandel in Gang zu setzen und einem neuen Wirtschaftssystem den Weg zu bahnen: Das "profitgetriebene System und die damit verbundene Wegwerfmentalität" müsse enden. Unterstützt wird das Dokument u.a. auch durch sechs Bischofs-Unterschriften aus Österreich.

"Mehr denn je muss heute die Erfüllung der Sorgfaltspflicht in Lieferketten verpflichtend sein, um unternehmerischen Missbrauch zu unterbinden und weltweite Solidarität zu gewährleisten", heißt es in dem Text, der zugleich die Staatengemeinschaft dazu aufruft, Menschenrechtsverletzungen und Umweltverbrechen von Konzernen durch verbindliche Rechtsvorschriften zu unterbinden. Die Kirchenvertreter fordern außerdem, die Corona-Krise als Chance für einen solidarischen und ökologischen Umbau der Wirtschaftsregeln zu nutzen. Das "profitgetriebene System und die damit verbundene Wegwerfmentalität" müssten enden.

So kritisieren die Bischöfe, dass zu viele Unternehmen und Konzerne Menschen und Umwelt ausbeuteten. Sie vermieden Steuern, die für Gemeinschaftsaufgaben wie Gesundheitswesen oder Bildungseinrichtungen nötig wären und seien mitschuldig an Menschenrechtsverletzungen wie Zwangs- und Kinderarbeit, heißt es in dem Appell. "Als Bischöfe fühlen wir uns moralisch und spirituell in der Pflicht, eine Neuordnung von Prioritäten für diese Krise und die Zeit danach anzumahnen."

Ein echtes Umdenken sei aber, so die Bischöfe, nur durch klare nationale und internationale Gesetze zu erreichen. "Durch Leitlinien und freiwillige Ansätze gelingt es nicht, Menschen und den Planeten vor Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen zu schützen." Zudem müssten alle Arbeitnehmer das Recht und die Chance erhalten, bei Gesetzesverstößen klagen zu können. Die Bischöfe verweisen etwa auf Landraub, die Ermordung von Menschenrechtsaktivisten, Kinder- und Zwangsarbeit, geschlechterspezifischer Gewalt sowie Umweltzerstörung und die Abholzung von Wäldern.

Unterstützung auch aus Österreich

Aus Österreich haben die Bischöfe Werner Freistetter (Militärdiözese), Hermann Glettler (Innsbruck), Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt), Benno Elbs (Feldkirch) sowie der aus Vorarlberg stammende Bischof em. Erwin Kräutler den Aufruf unterzeichnet. "Es braucht internationale Gesetze, die Konzerne zu einem respektvollen Umgang mit Menschen und Umwelt verpflichten. Würde und Gerechtigkeit sind Fundamente des christlichen Weltbilds. Sie gelten auch für Wirtschaft und Politik", betonte in einem Statement dazu Bischof Freistetter.

Unterstützt wird der Appell auch von der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar sowie von der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO): "Es freut mich, dass so viele Bischöfe und Kardinäle gemeinsam die Stimme erheben und sich für eine Regulierung von Unternehmen einsetzen und so den Frauen und Männer zur Seite stehen, die ihr Leben dem Kampf für Menschen- und Umweltrechte verschrieben haben", so der Geschäftsführer der Dreikönigsaktion, Jakob Maierhofer-Wieser.

KOO-Geschäftsführerin Anja Appel verweist auf den weltkirchlichen Rang der Erklärung, der den Forderungen nach mehr globaler Solidarität zusätzlich Nachdruck verleihe: "Kirchenvertreter aus über 30 Ländern stehen hinter dieser Erklärung. Dadurch bekommt sie doppeltes Gewicht. Es zeigt wie wichtig es ist als Weltkirche gemeinsam Stellung zu beziehen. Kirche bezieht Standpunkt. Und dies klar auf der Seite der Armen und Unterdrückten."

Die unterzeichnenden Bischöfe stammen u.a. aus Ländern wie Indien, Myanmar, Uganda und Kolumbien. Zudem haben viele Bischöfe aus Europa (Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz, Spanien) die Erklärung unterzeichnet. Der Appell trägt den Titel "Sorgfaltspflichten für globale Lieferketten - Gegen Menschenrechtsverstöße durch Unternehmen und für weltweite Solidarität" (Dokument im Wortlaut: https://www.cidse.org/wp-content/uploads/2020/07/DE_CIDSE-Press-release_Bihops-Statement.pdf)

Donnerstag, 2. Juli 2020

Brasiliens Bildungsminister tritt nach fünf Tagen zurück

Blickpunkt Lateinamerika, 1.7.2020
Brasiliens Bildungsminister tritt zurück
Brasiliens frisch ernannter Bildungsminister Carlos Alberto Decotelli tritt zurück. Er zieht damit die Konsequenzen aus einem Skandal um einen erfundenen Doktortitel.
Nur fünf Tage nach seiner Ernennung hat der brasilianische Bildungsminister Carlos Alberto Decotelli gestern seinen Rücktritt angekündigt. Er reagierte damit laut lokalen Medienberichten auf die Vorwürfe, er habe seinen Doktortitel erfunden. Den Betrugsvorwurf hatte Decotelli bereits vergangen Freitag selbst eingeräumt. Er ist damit schon der vierte brasilianische Minister, der in den vergangenen drei Monaten zurückgetreten ist.


amerika21, 1.7.2020
Posse in Brasilien:
Vier-Tage-Minister mit Studium in Deutschland erfand Doktortitel
Brasiliens jüngster, ehemaliger Bildungsminister, Carlos Alberto Decotelli, ist wegen Betrugsvorwürfen nach vier Tagen von seinem Amt zurückgetreten. Decotteli reichte am gestrigen Dienstag seinen Rücktritt vom Amt ein, das er nie angetreten hat. Denn Medienberichten zufolge hat Decotelli wesentliche Teile seiner akademischen Laufbahn auf der Plattform Currículo Lattes geschönt oder erfunden, darunter seinen Doktortitel und einen Postdoc an der Bergischen Universität Wuppertal.


O Globo, 25/06/2020
Professor Carlos Alberto Decotelli substitui Weintraub e é o novo ministro da Educação
Oficial reformado da Marinha, Decotelli já atuou no governo Bolsonaro como presidente do FNDE.

O Globo 29/06/2020
Entenda as polêmicas sobre os títulos acadêmicos do novo ministro da Educação, Carlos Alberto Decotelli
As titulações estavam declaradas no perfil pessoal de Decotelli na plataforma Lattes.

Jornal da Globo, 2 Jul 2020
Carlos Alberto Decotelli entrega a carta de demissão como ministro da Educação
Após cinco dias da nomeação de Decotelli, a demissão veio após as diversas informações falsas encontradas no currículo dele.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Neue Kirchenkonferenz für das Amazonasgebiet gegründet


VaticanNews, 30.6.2020
Amazonien hat eine neue kirchliche Konferenz
Eine „angemessene Antwort auf den Schrei der Armen und der Schwester Mutter Erde“ will die neue kirchliche Amazonas-Konferenz darstellen. Unter den führenden Mitgliedern der neuen Konferenz, die mit Vertretern der sieben amazonischen Bischofskonferenzen und indigener Völker bestückt ist, fungieren alte Bekannte.

Zum Präsidenten wurde der aus Brasilien stammende Kardinal und Präsident des Amazonas-Netzwerkes Repam, Cláudio Hummes, gewählt. Vizepräsident wurde Bischof David Martínez De Auguirre Guinea, Apostolischer Vikar von Puerto Maldonado in Peru.

Nicht zufällig am 29. Juni, dem Festtag der Heiligen Petrus und Paulus, war die Gründung des neuen Organismus bekannt gegeben worden. Vorausgegangen war eine mehrtägige kostituierende Sitzung, die via Internet abgehalten wurde. Die Versammlung hat es sich vorgenommen, für die konkrete Umsetzung der Vorschläge zu sorgen, die aus der Sonderversammlung der Bischofssynode zum Amazonasgebiet hervorgegangen sind. Außerdem wolle die Konferenz eine „Brücke“ darstellen, „die andere kirchliche, soziale und auf die Umwelt ausgerichtete Netzwerke und Initiativen auf kontinentalem und internationalem Niveau belebt“, hieß es in der entsprechenden Gründungsmitteilung.
Indigene und Vertreter der regionalen kirchlichen Organismen

Der neugegründeten Kirchlichen Amazonien-Konferenz gehören je ein, beziehungsweise aus Brasilien zwei Repräsentanten der sieben Bischofskonferenzen an, die Anteil an Amazonien haben. Für den Exekutivrat wurde der Apostolische Vikar von Pando in Bolivien als Vertreter der Bischofskonferenzen Amazoniens bestimmt, neben den Präsidenten der kirchlichen regionalen Vereinigungen CELAM (Lateinamerikanischer Bischofsrat), REPAM (Kirchliches Panamazonas-Netzwerk), CLAR (Lateinamerikanische Vereinigung der Ordensleute) sowie der Caritas für Lateinamerika und die Karibik. Darüber hinaus sind drei Vertreter der indigenen Völker Mitglied: Patricia Gualinga vom Volk der Kichwa-Sarayakú (Ecuador); Schwester Laura Vicuña Pereira vom Volk der Kariri (Brasilien), und Delio Siticonatzi vom Volk der Asháninka (Perú).
Adveniat zur neuen Konferenz: „Schutzschild für die Bewahrung des Planeten“

„Es ist höchste Zeit, dass wir mit der Kirchlichen Amazonas-Konferenz einen Schutzschild für die Bewahrung des Planeten errichten.“ Das hat der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Michael Heinz, anlässlich der konstituierenden Sitzung der Conferencia Eclesial de la Amazonía (CEA) am 30. Juni betont.

„Es ist unsere letzte Chance, das Überleben der indigenen Völker und den Fortbestand des Amazonasregenwaldes zu sichern“, ist sich Pater Heinz angesichts der dramatischen Situation gewiss. In ganz Amazonien haben sich bereits 432.028 Menschen mit Covid-19 infiziert, 13.875 (Stand: 29.06.2020) sind daran gestorben. „Es wird immer wieder deutlich, dass das Immunsystem der Indigenen nicht auf einen solchen Virus vorbereitet ist und die Indigenen aufgrund der schlechten Gesundheitsversorgung deutlich häufiger an Covid-19 sterben.“ Gleichzeitig ist die Abholzung im brasilianischen Regenwald im Schatten der Corona-Pandemie im April um 171 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

„Wir in Europa können von dieser länderübergreifenden Kooperation viel lernen“

Durch die Einberufung der Kirchlichen Amazonas-Konferenz machen Papst Franziskus und die Amazonasbistümer laut Pater Heinz ernst mit dem dezentralen Kirchenmodell. „Wir in Europa können von dieser länderübergreifenden Kooperation viel lernen: Auf diesem Weg können die drängenden Probleme der Menschheit, wie zum Beispiel der Klimawandel oder der dramatische Verlust an Biodiversität, wirksam angegangen werden“, ist sich Pater Heinz gewiss.

Entscheidend werde aber natürlich sein, mit welchen Kompetenzen die CEA ausgestattet wird. Bereits jetzt entfalte die Kirchliche Amazonas-Konferenz eine größere Wirkung: So wird der Lateinamerikanische Bischofsrat CELAM 2021 eine Konferenz mit jeweils 70 Bischöfen, Ordensleuten und Laien einberufen. „Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass das Zusammenspiel von Priestern und Laien, das während der Amazonassynode begonnen wurde, sich dort aber leider nicht strukturell niedergeschlagen hat, jetzt weitergeführt und sogar ausgebaut wird“, sagte Pater Heinz.
Hintergrund

Das Schlussdokument der Synode hatte in Nummer 115 die Einrichtung eines bischöflichen Organs für die amazonische Kirche gefordert. Deren Aufgabe sollte es sein, die Evangelisierung unter Berücksichtigung einer ganzheitlichen Ökologie und den Besonderheiten der Kirche Amazoniens zu stärken. Durch die Verbindung zum Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM können die neuen Ideen aus Amazonien in Zukunft Wiederhall in ganz Lateinamerika und der Karibik finden, ist Adveniat-Chef Heinz überzeugt.


Katholisch.de, 30.6.2020
Einzigartiges kirchliches Organ umfasst neun Länder
Frucht der Synode: Neue Kirchenkonferenz für Amazonien gegründet
Ein solches länderübergreifendes Organ ist ein Novum in der katholischen Kirche: Nach langen Verhandlungen im Verborgenen wurde in Lateinamerika die "Conferencia Eclesial de la Amazonia" gegründet. Sie ist eine Frucht der Amazonas-Synode.


Domradio.de, 30.06.2020
Neue Kirchenkonferenz für das Amazonasgebiet gegründet
Einzigartiges kirchliches Organ umfasst neun Länder
Nach langen Verhandlungen im Verborgenen ist es soweit: In Lateinamerika ist die Conferencia Eclesial Amazonica gegründet worden. Die konstituierende zweitägige Sitzung per Videoschalte ging nun zu Ende.


VaticanNews, 6.7.2020
Brasilien: „Neue Amazonas-Bischofskonferenz ist ein Geschenk der Synode“
Die neue kirchliche Struktur der Bischofskonferenz Amazoniens ist „ein Zeichen der Nähe zu den Bedürfnissen der Bevölkerung, insbesondere der indigenen Bevölkerung“. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan Bischof Neri José Tondello von Juina. Das Ziel der neuen Institution bestehe auch darin, die Schlussfolgerungen der Amazonien-Synode vom vergangenen Oktober in die konkrete Tat umzusetzen.

VaticanNews, 29/07/2020
Criada a Conferência Eclesial da Amazônia
Neste 29 de Junho, após dois dias de deliberações, nasceu a Conferência Eclesial da Amazônia. O cardeal Claudio Hummes, OFM (Brasil) foi eleito presidente.

REPAM, 29/07/2020
Criada a Conferência Eclesial da Amazônia
Por meio de uma Assembleia virtual, realizada nos dias 26 e 29 de junho, o novo organismo eclesial é fruto das reflexões do Sínodo para a Amazônia, realizado em outubro de 2019, em Roma. O presidente da REPAM e presidente da Comissão Episcopal Especial para a Amazônia, Cardeal Cláudio Hummes também assume a presidência da Conferência Eclesial da Amazônia.
Para o comunicado oficial clique aqui.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Denkmäler von Junípero Serra in den USA umgeworfen

VaticanNews, 24/06/2020
USA: Der gestürzte Missionar
Die katholischen Bischöfe im US-Bundesstaat Kaliforniens haben den heiligen Junipero Serra (1713-1784) gegen Rassimus-Kritik in Schutz genommen.
Demonstranten hatten am vergangenen Samstag sowohl in San Francisco als auch in Los Angeles Statuen des Heiligen von Sockeln gestürzt. Serra sei seiner Zeit voraus gewesen und habe sehr wohl die Rechte der indigenen Völker verteidigt, erklärten die Bischöfe.
Kritiker des Franziskanermönchs aus dem 18. Jahrhundert, der in Kalifornien missionierte und als Gründungsvater des Bundesstaates gilt, werfen Serra vor, er habe Amerikas Ureinwohner zwangsgetauft und unterdrückt.

Domradio, 23.06.2020
Nach Denkmalsturz in San Francisco und Los Angeles
Bischöfe verteidigen Missionar Junipero Serra
Der heilige Junipero Serra habe sich entgegen den Protesten von Nachfahren der Ureinwohner für die Rechte indigener Völker eingesetzt. Der Missionar sei seiner Zeit voraus gewesen, sagen katholischen Bischöfe in Kalifornien.

Die Tagespost, 23.06.2020
Vandalismus gegen Statue des Heiligen Junípero Serra
Randalierer hatten am vergangenen Freitag im Golden Gate Park in Sant Francisco die Bronze-Statue des heiligen Junípero Serra umgestoßen. Die Bilderstürmerei richtet sich auch gegen andere Personen der Geschichte und gegen Darstellungen von Jesus Christus.

CNA-Deutsch, 30.06.2020
Erzbischof betet Exorzismusgebet nach Sturz der Statue von St. Junípero Serra
Mit einem Akt der Sühne und Gebeten hat Erzbischof Salvatore Cordileone mit Dutzenden Katholiken seines Bistums in San Francisco auf den Sturz der Statue von St. Junípero Serra durch einen Mob reagiert.


Hintergrund:

Fox11, 29/06/2020
Junipero Serra statue covered up in Mission Hills
Father Junípero Serra founded several missions throughout California. During the Spanish Conquest of what was then Mexico. Today a sign was placed on a statue of the 18th century Spanish priest calling Serra the Father of Genocide.

Deutschlandfunk, 20.09.2015
Junipero Serra
Heiliger Missionar mit dunkler Vergangenheit
Papst Franziskus will bei seinem USA-Besuch den spanischen Priester Junipero Serra heilig sprechen. Serra gründete im 18. Jahrhundert zahlreiche Missionsstationen. Nachfahren der Indianer, die unter Serra zum Christentum bekehrt wurden, sind entsetzt.

Domradio, 23.09.2015
Widerstand gegen Heiligsprechung Junipero Serras Indigene fühlen sich brüskiert
Die Heiligsprechung des Franziskaners Junipero Serra in Washington trifft nicht auf einhellige Freude. Nachfahren der Indianer Nordamerikas machen den Missionar für die Zerstörung ihrer Kultur verantwortlich.

Domradio, 28.09.2015
Grabstätte von neuem Heiligen in Kalifornien attackiert
Kaum dass der Papst fort ist…
Wenige Tage nach der Heiligsprechung des Missionars Junipero Serra durch Papst Franziskus ist sein Bestattungsort Ziel von Vandalismus worden. Unbekannte stürzten eine Statue des Heiligen um und beschmierten sie mit Farbe.

Mittwoch, 24. Juni 2020

Auch Bischof Bahlmann kritisiert Bolsonaro


Domradio.de, 23.06.2020
Bischof kritisiert Bolsonaros Handeln in Corona-Krise
"Es ist wie auf einem Schiff ohne Kapitän"
Der deutschstämmige brasilianische Bischof Bernard Johannes Bahlmann hat den Corona-Kurs von Präsident Jair Messias Bolsonaro scharf kritisiert. "Wir haben derzeit mit Bolsonaro einen Präsidenten, der spaltet", so seine Worte.

Freitag, 19. Juni 2020

Ex-Berater von Flavio Bolsonaro festgenommen

Ex-Berater Fabricio Queiroz und Präsidentensohn Flavio Bolsonaro

Süddeutsche, 19. Juni 2020
Brasilien: Regierung Bolsonaro im freien Fall
Vertraute des Präsidenten stürzen oder werden verhaftet, das Virus verbreitet sich in erschreckendem Tempo. Das Kabinett versinkt im Chaos.


ORF, 18.6.2020
Schlag für Bolsonaro: Ex-Berater von Sohn festgenommen
Die brasilianische Bundespolizei hat den ehemaligen Berater von , festgenommen. Queiroz, dessen Verbleib in der Öffentlichkeit Fragen aufgeworfen hatte, hielt sich zum Zeitpunkt der Festnahme heute in einer Immobilie eines Anwalts der Familie Bolsonaro in der Stadt Atibaia auf, wie das Portal G1 berichtete.

Die Polizei durchsuchte in Rio de Janeiro auch eines der Häuser des Präsidenten Jair Bolsonaro.

Nach Queiroz wurde gesucht, weil Angestellte des Präsidentensohns Flavio Teile ihres Gehalts zurückgegeben haben sollen. Das Geld soll dann gewaschen worden sein. Auf dem Konto von Queiroz wurde zwischen 2016 und 2017 eine „untypische Bewegung“ von 1,2 Millionen Reais (umgerechnet rund 200.000 Euro) festgestellt.

Präsident Bolsonaro hatte laut einem Bericht des Investigativportals The Intercept versucht, die Ermittlungen zu beeinflussen. Das führte letztlich zum Rücktritt von Justizminister Sergio Moro, einem der prominentesten Kabinettsmitglieder.


amerika21, 30.4.2020
Brasilien: Sohn von Präsident Bolsonaro finanzierte kriminelle Geschäfte
Rio de Janeiro. Mitglieder der Präsidentenfamilie Bolsonaro sind offenbar in kriminelle Immobiliengeschäfte verwickelt und haben mit dem organisierten Verbrechen von Rio de Janeiro kooperiert.


O Globo, 18/06/2020
Juiz cita influência de Queiroz com milicianos na decisão; veja detalhes
Queiroz foi preso na manhã desta quinta-feira (18) no interior de São Paulo.Ele é investigado por participação em suposto esquema de 'rachadinha' na Alerj à época em que Flávio Bolsonaro era deputado estadual.

Dienstag, 16. Juni 2020

Bischof Erwin Kräutler empört über Hass des Bildungsministers auf Indigene


“Odeio o termo povos indígenas”: uma blasfêmia em dois atos
Publicamos aqui a indignação de um grande bispo, Dom Erwin Kräutler

Übersetzung von PlattformBeloMonte:

Wir veröffentlichen hier die Entrüstung eines bedeutenden Bischofs, Dom Erwin Kräutler. Der Grund dafür sind die untergriffigen Äußerungen bei dem berüchtigten Treffen des Präsidenten mit allen Ministern am 22. April 2020.

"Ich hasse den Begriff indigene Völker" - eine Blasphemie in zwei Akten
Wer wird das Ministertreffen vom 22. April vergessen? Dank der Veröffentlichung eines Videos, das das gesamte Treffen abdeckte, konnten wir an einer Sitzung der Regierung teilnehmen, die derzeit die res publica (die öffentliche Sache, daher das Wort "Republik") unseres Landes beherrscht. Würden Kinder oder Jugendliche eines der 29 Schimpfwörter aussprechen, bekämen sie zu Hause oder in der Schule eine Strafe. Völliger Mangel an Bildung und Höflichkeit auf der höchsten Ebene der Exekutive in Brasilien. Präsident und Minister haben auf beschämende Weise den Anstand verloren, den man von Menschen erwartet, die so hohe Ämter bekleiden. Aber was mich am meisten empört hat, war neben dem schamlosen Vorschlag von Umweltminister Ricardo Salles, die Zeit der Pandemie zu nutzen, um "die Boiada (Vieherden)  ins Amazonasgebiet zu treiben", der erstaunliche Beitrag von Bildungsminister Abraham Weintraub: 

"Dieses Land ist keine Kolonie. Ich hasse den Begriff "indigene Völker"; ja, ich hasse diesen Begriff.

Ich kann nicht verstehen, dass Weintraub, der jüdischer Herkunft ist, Ausdrücke verwendet, die an den Hass Hitlers und seiner Minister auf das jüdische Volk erinnern. Die Folge dieses Hasses war die Shoah, der Holocaust, der das Leben von sechs Millionen Juden forderte.

Diese Worte aus dem Mund eines Bildungsministers zu hören, beweist einmal mehr den antiindigenen Kurs dieser Regierung, der vollkommen im Einklang mit dem berühmten Ausspruch des amerikanischen Generals Philip Sheridan (1831 - 1888) steht: "The only good Indian is a dead Indian" ("Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer"). Da alles, was Donald Trump denkt und spricht, die Bolsonario-Regierung in ihren Haltungen und Standpunkten inspiriert, überrascht es nicht, dass ein Minister dieser Regierung diesem Satz folgt, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten zu einem Sprichwort wurde und zum Völkermord an Millionen von Indigenen während der Eroberung des amerikanischen Westens führte.

In der Fülle an Entgleisungen des Erziehungsministers, dessen mangelnde Bildung bereits zu diplomatischen Spannungen mit den Präsidenten Frankreichs und Chinas geführt hat, hätte dieser beschämende Fehltritt gegen die indigenen Völker Brasiliens die Biographie eines verabscheuungswürdigen politischen Akteurs nur fortgesetzt, wenn es nicht noch eine weitere abscheuliche und blasphemische Szene gegeben hätte, die jetzt das Gesicht unserer katholischen Kirche beschmutzt. 


Veja veröffentlichte in ihrer Coluna Radar vom 7. Juni ein Foto, das den Besuch einer Gruppe, die sich selbst katholisch nennt, am 5. Juni unter der Leitung des polnischen Priesters Pedro Stepien zeigt. Die Mitglieder dieser Gruppe sind bereits berühmt, weil sie häufig zusammen mit demselben Priester vor dem Palácio da Alvorada (Regierungsgebäude) erscheinen, um den "Messias" zu verehren. Diesmal gingen sie jedoch in das Büro des Bildungsministers Abraham Weintraub, um ihn nach "einer für ihn so stressigen Woche zu trösten". "Sie beteten für den heiklen Moment des Ministers", kommentiert das Magazin. Aus dieser Initiative kann man nur den Schluss ziehen, dass die tröstenden Besucher die Thesen des Ministers unterstützen und damit eine Position einnehmen, die im diametralen Gegensatz zu Papst Franziskus und der Nationalen Bischofskonferenz von Brasilien (CNBB) steht. Und wer sich gegen den Papst stellt, hat seine Katholizität bereits verloren.

Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Der Priester bringt eine Statue Unserer Lieben Frau von Fatima ins Büro des Ministers und posiert lächelnd, die Statue tragend, neben einem Weintraub, der scheinbar bewegt ist und ebenfalls lächelt. Was wollte dieser Priester mit dieser Inszenierung? In welcher Beziehung kann dieser Minister zu Unserer Lieben Frau von Fatima und ihrer Botschaft an die Hirtenkinder in der Cova da Iria in Portugal 1917 stehen?

Der Priester zeigt, dass er die Geschichte des indigenen Amerikas und die Rolle der Muttergottes unter den Ureinwohnern nicht kennt. Er hat sicherlich nie davon gehört, dass sie 1531 einem Eingeborenen namens Juan Diego, der sogar vom polnischen Papst heilig gesprochen wurde, erschienen ist und zu ihm gesagt hat:

"Ich bin eure gütige Mutter, eure und all jener, die ihr auf dieser Erde vereint seid, und auch der anderen Völkern, die mich lieben, die mich anrufen, mich suchen und mir vertrauen; ich werde auf ihr Schreien und ihre Sorgen hören, um all ihre Sorgen, ihr Elend und ihren Schmerz zu heilen und wieder gut zu machen. Dein Herz soll sich nicht beunruhigen. Stehst Du nicht unter meinem Schutz und meiner Fürsorge? Bist Du nicht auf meinem Schoss und in meinen Armen?"

Die Gottesmutter hat sich an die Seite und in die Mitte der indigenen Völker gestellt, und das nicht nur durch liebevolle Worte. Das wundersame Bild spricht für sich selbst. Es zeigt die Jungfrau Maria in einer Tunika, die von aztekischen Frauen getragen wird, um zu sagen, dass sie die Mutter der Azteken und aller Eingeborenen ist. Sie gehört zu diesen Menschen, denen so viel Leid und Schmerz zugefügt wurde, und sie zeigt Solidarität, indem sie indigene Züge annimmt. Über der Taille befindet sich die Schleife, mit der die Eingeborenen anzeigten, dass sie schwanger waren. Und der Sohn einer einheimischen Mutter ist einheimisch! Die Sonnenstrahlen, die die indigene Mutter umgeben, symbolisieren, dass sie mit einem göttlichen Sohn schwanger ist.

Warum nahm dieser Priester das Bild der Muttergottes von Guadalupe nicht mit in das Amt des Ministers, um sie zu lehren, die Gott mit besonderer Zuneigung liebt, bis zu dem Punkt, an dem die Mutter ihres Sohnes indigene Züge annimmt. Vielleicht hätten der Minister und mit ihm der Priester und seine Glaubensbrüder erkannt, dass die indigenen Völker zu hassen bedeutet, die Mutter Gottes und ihren Sohn Jesus, unseren Herrn, zu hassen!

Altamira, 12 Juni 2020
Erwin Kräutler, em. Bischof am Xingu
Koordinator von REPAM-Brasil


Luta de Weintraub para ficar no cargo tem até oração em pleno expediente
Grupo religioso foi levado ao MEC por padre que frequenta entrada do Alvorada em apoio a Bolsonaro

Ministério dda Educação é Consagrada a Nossa Senhora de Fátima

AO VIVO: Padre Pedro emociona a todos no Palácio da Alvorada ao rezar para purificar a imprensa (veja o vídeo)


Facebook de Padre Pedro Stepien, 19.4.2020
Padre e fiéis católicos se manifestaram hoje contra o julgamento do STF, marcado para o dia 24 de abril, que pode legalizar o ABORTO no Brasil.


O Globo, 16/06/2020
Bolsonaro diz que Weintraub não foi 'prudente' e não representava governo ao participar de ato
Ministro da Educação compareceu a ato de bolsonaristas um dia após fogos de artifício terem sido lançados contra o prédio do STF. Ala política do governo defende demissão do ministro.

Montag, 8. Juni 2020

Umweltzerstörung trägt bei zu Pandemien

ORF, 8.6.2020
Menschengemachte Virenschleudern
Das neue Coronavirus wurde nicht von Menschen erzeugt, ihm wurde aber durch menschliches Verhalten der Weg bereitet – darin ist sich das Gros der Wissenschaft einig. Zerstörung natürlicher Lebensräume durch Abholzung und intensive Landwirtschaft, unkontrollierter Handel mit Wildtieren, Massentierhaltung: All diese Faktoren begünstigen die Entstehung von Pandemien – nicht erst seit Covid-19.


Die Furche, 8.6.2020
Corona: Schlägt die Natur zurück?
Forscher sehen in der Coronakrise einen „Warnschuss“. Denn das Risiko für Epidemien ist davon abhängig, wie Menschen mit Tieren und Ökosystemen umgehen.


Quarks, 15.5.2020
Wenn Krankheitserreger von Tieren auf Menschen springen
Die Welt kämpft gegen die COVID-19-Pandemie. Wahrscheinlich wurde das Virus von einem Tier auf den Menschen übertragen. Diese Krankheiten heißen Zoonosen – und sind alles andere als selten.


„Von Corona zum Gemeinwohl“
Ein Vlog des Gemeinwohl-Ökonomen Christian Felber

Sonntag, 7. Juni 2020

Brasilien veröffentlicht keine Gesamtzahlen der Corona-Toten

ORF, 7.6.2020
Keine Gesamtzahlen zu CoV-Toten mehr
Das brasilianische Gesundheitsministerium veröffentlicht keine Gesamtzahl der Coronavirus-Toten mehr. Öffentlich gemacht werden nur noch die täglichen Opfer. Die kumulativen Daten würden „nicht widerspiegeln, wo sich das Land gerade befindet“, so Präsident Jair Bolsonaro. Die regionalen Behörden werfen der Regierung hingegen vor, die vielen Opfer der Pandemie „unsichtbar“ machen zu wollen.


Zeit-Online, 7.6.2020
Brasilien verschweigt ab jetzt Gesamtzahl der Corona-Fälle
Die Zahl von Toten und Infizierten im Land steigt rasant. Wie viele es insgesamt sind, will das Gesundheitsministerium nicht mehr online veröffentlichen.


taz, 7.6.2020
Brasiliens Coronastatistik:
Keine Zahlen – keine Vorwürfe
Brasilien veröffentlicht keine Gesamtzahl der Coronafälle mehr. Damit wolle Präsident Bolsonaro die Toten unsichtbar machen, sagen Kritiker.


ORF, 10.6.2020
Brasilien und Peru
Coronavirus-Lage entgleitet zunehmend
Derzeit wird Südamerika von der Coronavirus-Pandemie arg gebeutelt. Besonders betroffen sind Peru und Brasilien. Die Situation in den beiden Ländern entgleitet zunehmend. So sind etwa Spitäler in der peruanischen Hauptstadt Lima völlig überlastet. In Brasilien setzt der ultrarechte und militärnahe Präsident Jair Bolsonaro auf einen General, um die Lage in den Griff zu bekommen.


ORF, 12.6.2020
100 symbolische „Gräber“ an Copacabana


O Globo, 11.6.2020
ONG abre 'covas' na areia da praia de Copacabana em protesto contra ações do governo diante da pandemia
Voluntários cavaram 100 covas rasas simbolizando as mortes no país. Ato cobra transparência e mudança de atitude do governo para combater o novo coronavírus. No final da manifestação, alguns apoiadores do governo iniciaram uma pequena confusão.

Mittwoch, 3. Juni 2020

Bischof Erwin Kräutler: Der Papst liebt Amazônien


VaticanNews, 31.5.2020
Regina Coeli: Papst betet für Amazonien und Menschen, die in Pandemie ihr Leben gaben
Papst Franziskus hat bei seinem Mittagsgebet erneut auf die schwierige Situation des Amazonasgebietes aufmerksam gemacht. Nach seiner Katechese erinnerte er die auf dem Petersplatz versammelten Pilger daran, dass vor sieben Monaten das Bischofstreffen im Vatikan zum Amazonasgebiet zu Ende gegangen war. Außerdem gedachte er der Menschen, die im Dienst an Corona-Patienten ihr Leben verloren haben...



VaticanNews, 3.6.2020
Dom Erwin Kräutler: o Papa ama a Amazônia
Os representantes da Rede Eclesial Pan-Amazônica agradecem a oração e a mensagem do Papa Francisco pela região da Amazônia, em apelo feito no último domingo (31), do Vaticano ao mundo inteiro. Card. Cláudio Hummes, presidente da Repam, indica palavras do Pontífice como uma luz a ser seguida pela Igreja no cuidado aos mais pobres e indefesos. O Papa, “de fato, ama a Amazônia” e "formulou aquilo que nós temos no nosso coração", declara emocionado Dom Erwin Kraütler, coordenador da Repam Brasil.

Übersetzt des gesamten Artikels mit www.DeepL.com/Translator:

Bischof Erwin Kräutler: Der Papst liebt Amazônien
Die Vertreter des Pan-Amazonischen Kirchlichen Netzwerks (Repam) sind dankbar für das Gebet und die Botschaft von Papst Franziskus für das Amazonasgebiet, die der Vatikan am vergangenen Sonntag (31) in einem Appell an die ganze Welt gerichtet hat. Kardinal Claudio Hummes, Präsident von Repam, bezeichnet die Worte des Papstes als ein Licht, dem die Kirche in der Sorge um die Ärmsten und Schutzlosesten folgen soll. Der Papst "liebt das Amazonasgebiet in der Tat" und "hat formuliert, was wir in unseren Herzen haben", erklärt Dom Erwin Kraütler, Koordinator von Repam Brasil, bewegt.

Die Worte von Papst Franziskus, die am Pfingstfest am vergangenen Sonntag (31) ausgesprochen wurden, stärken die Mission der Kirche in Amazonien, insbesondere gegenüber den Ärmsten und Schutzlosesten, die der Covid-19-Pandemie ausgesetzt sind. In einem Video, das am Dienstag (2) vom Pan-Amazonian Ecclesial Network veröffentlicht wurde, hat der Präsident, Karte. Claudio Hummes, dankte dem Papst für seine Botschaft, dass es wichtig sei, sich um die Menschen zu kümmern und nicht zu sparen, um die Wirtschaft zu retten:

Die Worte von Papst Franziskus, die am Pfingstfest am vergangenen Sonntag (31) ausgesprochen wurden, stärken die Mission der Kirche in Amazonien, insbesondere gegenüber den Ärmsten und Schutzlosesten, die der Covid-19-Pandemie ausgesetzt sind. In einem Video, das am Dienstag (2.6.) vom Pan-Amazonian Ecclesial Network veröffentlicht wurde, hat der Präsident, Kard. Claudio Hummes, dem Papst für seine Botschaft gedankt. Es sei wichtig, sich um die Menschen zu kümmern und nicht zu sparen, um die Wirtschaft zu retten:

"Alle in Panamazonien, Kirche und Bevölkerung, besonders die indigenen Völker, möchten dem lieben Papst Franziskus für seine Worte zu Panamazonien danken, die er beim Rezitieren der Regina Coeli auf dem Petersplatz am Pfingstfest ausgesprochen hat. In dieser verheerenden Pandemie des Coronavirus trösten und leiten uns die Worte des Heiligen Vaters. Wenn er sagt: "Kümmert euch um die Menschen, die wichtiger sind als die Wirtschaft. Wir, Personen, sind der Tempel des Heiligen Geistes; nicht die Wirtschaft", führt er uns und zeigt uns den Weg, den die Kirche im Pan-Amazonien-Gebiet gehen wird. Ja! Wir müssen uns von diesem Licht leiten lassen! Die ganze Kirche bewegt sich zusammen mit Repam und anderen katholischen Einrichtungen, um Gelder zu sammeln und in die Randgebiete Pan-Amazoniens zu bringen. Ressourcen gegen den Hunger und für die Behandlung von Menschen, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind. Aber auch die Kirche und ihre Missionare wollen den Armen nahe sein, damit sie sich in ihrem täglichen Leben ermutigt fühlen. Gelobt sei Gott für diese Geste von Papst Franziskus".

Worte, die begeistern
Eine Geste, die auch Dom Erwin Kräutler, den Koordinator von Repam-Brasilien, berührte:
"Ich spürte seine Zuneigung zu Amazonien. Tatsächlich brauchen wir diese Zuneigung. Möge die Botschaft des Papstes wirklich auch den Regierungen, insbesondere der Regierung in Brasilien, übermittelt werden. Wir sind beeindruckt, weil der Papst klar gesagt hat, dass die Person der Tempel des Heiligen Geistes ist und nicht die Wirtschaft. Jede Anstrengung, um Menschen zu retten; um Männer, Frauen und Kinder zu retten. Der Papst gehört uns. Der Papst hat formuliert, was wir in unseren Herzen haben. Ich danke dem Papst von Herzen. Ich sehe ihn jetzt vor mir, wie er während der Synode und dann durch den Brief 'Querida Amazônia' war".

Bolsonaro macht General zum Gesundheitsminister

ORF, 3.6.2020
Bolsonaro macht General zum Gesundheitsminister
Der General Eduardo Pazuello führt das brasilianische Gesundheitsministerium nun auch offiziell übergangsweise. Das „Diario Oficial da Uniao“ veröffentlichte heute ein entsprechendes Dekret mit der Benennung durch Jair Bolsonaro. Der Präsident hat in der Pandemie bereits zwei Gesundheitsminister im Streit über den Umgang mit dem Coronavirus verschlissen.

Nachdem zuletzt Nelson Teich zurückgetreten war, weil er mit dem Einsatz des umstrittenen Malariamittels Cloroquin in der Covid-19-Behandlung nicht einverstanden war, übernahm Logistikspezialist Pazuello schon für fast 20 Tage dessen Aufgaben. In dieser Zeit empfahl die Regierung den Einsatz von Cloroquin bei mit dem Coronavirus infizierten Patienten und Patientinnen in einem aktualisierten Leitfaden für Ärzte und Ärztinnen.

General Pazuello war an der Spitze der „Operacao Acolhida“ zur Bewältigung der venezolanischen Flüchtlingskrise im Bundesstaat Roraima gestanden. Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Rio koordinierte er die Logistik des Militärs. Bolsonaro sagte, er gehe davon aus, dass Pazuello „lange Zeit“ an der Spitze des Ministeriums stehen wird. „Er ist ein erstklassiger Manager.“


O Globo, 03/06/2020
Há quase 20 dias no cargo, Pazuello é oficializado ministro interino da Saúde
General do Exército comanda a pasta desde que Nelson Teich pediu demissão do cargo, em 15 de maio. Em meio à pandemia do novo coronavírus, ministério está sem titular.


BBC News Brasil, 16 maio 2020
Quem é Eduardo Pazuello, o general que assume interinamente o Ministério da Saúde
Militar chegou a Brasilia semanas atrás para coordenar transição entre Mandetta e Teich; agora, assumirá pasta interinamente
O general-de-divisão Eduardo Pazuello é o mais novo militar a chegar ao primeiro escalão do governo de Jair Bolsonaro (sem partido). O militar, que vinha atuando como secretário-executivo do Ministério da Saúde, assumiu interinamente a pasta depois da saída do médico oncologista Nelson Teich.

Dienstag, 2. Juni 2020

Bischof Kräutler erneuert scharfe Kritik an Bolsonaro

Kathpress, 1.6.2020
Kräutler: "Allüren und Manien Bolsonaros erinnern an Diktatoren"
Der austra-brasilianische emeritierte Bischof Erwin Kräutler hat seine scharfe Kritik am brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro erneuert: Bolsonaro nehme in der aktuellen Corona-Krise, die Brasilien besonders hart treffe, durch sein fahrlässiges "menschenverachtendes Verhalten (...) Zehntausende Tote in Kauf", sagte Kräutler am Wochenende im "Kurier"-Interview (31. Mai). Seit Monaten warnen die brasilianischen Bischöfe davor, dass Brasilien sich zu einer Diktatur verwandle. Diese Gefahr sei real, so Kräutler: Als Präsident strebe Bolsonaro nach einer Alleinherrschaft, wähne sich über der Verfassung und trete die Gewaltenteilung mit Füßen: "Die Allüren und Manien Bolsonaros erinnern tatsächlich an Diktatoren noch nicht lange vergangener Zeiten."

Im Gegensatz zur brasilianischen Oberschicht, deren Vertreter Bolsonaro sei, treffe die aktuelle Corona-Krise gerade die Ärmsten der Armen, führte der frühere Bischof weiter aus, der seit zwei Monaten "als 'Eremit' im Bistumshaus in Altamira" lebt, wie er berichtet. Besonders gefährdet seien die Indigenen, für die die Pandemie "zu einem Genozid" werden könne, befürchtet Kräutler: "Alle Indigenen sind in großer Gefahr. Denn Tatsache ist, dass ihr Immunsystem für eingeschleppte Krankheiten besonders anfällig ist. Schon im 16. und 17. Jahrhundert und noch herauf bis ins 20. Jahrhundert starben ganze Völker an Masern, Pocken und anderen Epidemien."

Er versuche u.a. durch Videobotschaften den Menschen Mut zuzusprechen und sie dazu zu bewegen, zuhause zu bleiben. Da die Gesundheitsversorgung gerade in den kleinen Dörfern teils sehr schlecht sei, gebe es kaum ein anderes Mittel gegen die Pandemie, als soziale Distanz zu suchen. "Es geht hier tatsächlich um Leben und Tod."

In Brasilien sind nach jüngsten Angaben bereits rund 30.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben. Im globalen Vergleich liegt Brasilien mit fast einer halben Million Infizierten nach den USA an zweiter Stelle.



Domradio, 02.06.2020
Amazonas-Bischof Kräutler kritisiert Bolsonaro
Wie ein Diktator
Bischof Erwin Kräutler hat den Kurs des brasilianischen Präsidenten Jair Messias Bolsonaro in der Corona-Krise erneut scharf kritisiert. Die Krise treffe besonders die Ärmsten, für die sich Bolsonaro nicht einsetze, so der Amazonas-Bischof.


KURIER, 3.6.2020
Corona: Mehr als 1.200 Tote in Brasilien innerhalb 24 Stunden
Es handelt sich hierbei um die höchste Todeszahl innerhalb eines Tages, teilte das Gesundheitsministerium mit.

ORF, 4.6.2020
1.349 Tote in Brasilien in 24 Stunden
In Brasilien gibt es weiterhin keine Anzeichen für eine Verlangsamung der Coronavirus-Verbreitung. Innerhalb von 24 Stunden starben laut Gesundheitsministerium 1.349 Menschen mit oder an einer Covid-19-Erkrankung. Es ist der nächste traurige Rekord nach 1.262 Toten im gleichen Zeitraum davor.
28.633 Neuinfektionen wurden in Brasilien gemeldet, es sind nun insgesamt 584.016 bestätigte Fälle und 32.548 Verstorbene.


Kathpress, 6.6.2020
Theologe Boff nennt Präsident Bolsonaro "Völkermörder"
81-jähriger Befreiungstheologe über Brasiliens Regierungschef: "Derart viele Verbrechen gegen seine Pflichten" sollten zum Rücktritt zwingen
Rio de Janeiro, 06.06.2020 (KAP/KNA) Der brasilianische Theologe Leonardo Boff (81) hat Präsident Jair Messias Bolsonaro angesichts der rasch steigenden Corona-Opferzahlen als "Völkermörder" bezeichnet und zu seinem Sturz aufgerufen. Auf seinem Twitter-Account zog Boff am Freitag zudem eine Parallele zu Adolf Hitler. Brasilien verzeichnete am Donnerstag 1.473 neue Corona-Tote und übernahm mit mehr als 34.000 Toten von Italien den dritten Platz in der weltweiten Corona-Opferstatistik.

"Wir haben derart viele Verbrechen gegen seine Pflichten gesehen, so viele Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht gegenüber dem Leben, dass der Präsident zum Rücktritt gezwungen werden sollte", schrieb Boff. "Er ist ein Völkermörder, dem das menschliche Leid egal ist. Brasilien hat diese Strafe nicht verdient. Und was machen die verantwortlichen Autoritäten? Sie müssen agieren!"

Bolsonaro hatte die Corona-Pandemie stets als "kleine Grippe" verharmlost. Angesichts der hohen Opferzahlen äußerte er sich schulterzuckend. "Mein zweiter Name ist zwar Messias, aber Wunder kann ich auch nicht vollbringen." In dieser Woche sagte er: "Es tut mir leid um alle Toten, aber das ist nun einmal unser aller Schicksal."

Gleichzeitig fordert Bolsonaro ein Ende der von den Bürgermeistern und Gouverneuren angeordneten Einschränkungen. Allerdings hatte ihm der Oberste Gerichtshof untersagt, die Maßnahmen auszuhebeln.

PR statt Sozialprogramme

Boff kritisierte am Freitag in einem zweiten Tweet zudem ein präsidentielles Dekret von Donnerstag, dass umgerechnet rund 15 Millionen Euro aus dem Sozialprogramm "Bolsa Familia" abzieht und für PR-Kampagnen der Regierung bereitstellt. Nur eine grausame und lieblose Person wie der Präsident könne das Brot aus dem Mund der Kinder nehmen, um damit seine Eitelkeit zu finanzieren, so Boff. "Jeder Tyrann, so sagen es die Psychoanalytiker, ist egozentrisch und eitel, so wie es Hitler war."

Die Regierung hatte die Umschichtung der Beträge gerechtfertigt. Da derzeit an Dutzende Millionen Brasilianer, darunter Millionen Empfänger von "Bolsa Familia", die höheren Corona-Hilfsgelder gezahlt würden, seien Gelder auf den "Bolsa Familia"-Konten der Regierung übrig geblieben. Diese würden nun für andere Aufgaben bereitgestellt. Ein Schaden sei den Empfängern nicht entstanden.

Boff ist einer der renommiertesten Befreiungstheologen. Er trat 1959 in den Franziskanerorden ein und promovierte 1970 in Philosophie und Theologie. 1984 sanktionierte ihn die römische Glaubenskongregation für seine Verbindung zwischen Befreiungstheologie und Marxismus. 1992 verließ Boff das Priestertum. Seitdem ist sein Denken und Engagement stark auf ökologische Themen gerichtet.

Zu seinem 80. Geburtstag am 14. Dezember 2018 schickte ihm Papst Franziskus ein Glückwunschschreiben, in dem er ihn als "Bruder" bezeichnete. Dies wurde teilweise als späte römische Anerkennung für Boff gewertet.

Auch der austro-brasilianische emeritierte Bischof Erwin Kräutler hatte Bolsonare mehrmals scharfe kritisiert. Der brasilianische Präsident nehme in der aktuellen Corona-Krise, die Brasilien besonders hart treffe, durch sein fahrlässiges "menschenverachtendes Verhalten (...) Zehntausende Tote in Kauf", sagte Kräutler zuletzt im "Kurier"-Interview (31. Mai). Seit Monaten warnen auch die brasilianischen Bischöfe davor, dass Brasilien sich in eine Diktatur verwandle.

Montag, 1. Juni 2020

Straßenschlachten und Hydroxychloroquin in Brasilien

Frankfurter Rundschau, 1.6.2020
Corona in Brasilien:
Entgegen Empfehlungen – Trump schickt Bolsonaro umstrittenes Medikament
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro tobt und wütet wie ein Berserker durch die Corona-Krise. Jetzt schickt ihm Donald Trump ein „Geschenk Gottes“.

  • Brasilien hat einen starken Anstieg an Corona-Infizierten zu verzeichnen.
  • Präsident Jair Bolsonaro verharmlost das Virus.
  • Die Zahl der Covid-19-Toten steigt rasant an.

[...]
Der Präsident gibt oft morgens vorm Alvorada-Palast in der Hauptstadt Brasília Pressestatements ab. Dabei beleidigt Bolsonaro fast regelmäßig Reporter oder macht obszöne Gesten in ihre Richtung. Bolsonaros Fans dort beschimpfen die Journalisten ebenfalls – am Montag als „Abfall, Ratten, Kommunisten“, wie der Vize-Chef der Globo Group, Paulo Tonet Camargo, in einem Brief an den für nationale Sicherheit zuständigen Minister schreibt.


Zeit-Online, 31.5.2020
Mehr als 28.000 Corona-Tote in Brasilien
Brasilien verzeichnet die zweitmeisten Ansteckungen weltweit – und das, obwohl nicht flächendeckend getestet wird. Präsident Bolsonaro verharmlost die Pandemie weiter.


ORF, 31.5.2020
Krawalle zwischen Bolsonaro-Anhängern und -Gegnern in Brasilien
In der brasilianischen Millionenmetropole Sao Paulo haben sich Anhänger des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro und Regierungsgegner heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei setzte gestern Tränengas ein, um die verfeindeten Gruppen zu trennen, wie im Fernsehsender Globo zu sehen war.

n-tv, 31.5.2020
Schwere Krawalle in Brasilien
Bolsonaro-Gegner starten Straßenschlacht
In Brasilien gehen etliche Menschen auf die Straße, um gegen den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro zu demonstrieren. Ihnen gegenüber stehen radikale rechte Anhänger des Präsidenten. Ein Richter warnt vor einer erneuten Militärdiktatur.


Der Standard, 26.5.2020
Große Medien in Brasilien boykottieren Statements von Bolsonaro
Übergriffe gegen Journalisten als Grund genannt


Der Standard, 26.5.2020
Medien wehren sich gegen Brasiliens Präsident Bolsonaro
Zwei der größten Medien Brasiliens wollen Jair Bolsonaro boykottieren. Im Skandal um Einflussnahme auf die Polizei wird es für den Staatschef zunehmend enger


O Globo, 1.6.2020
Após confronto na Av. Paulista, Doria barra manifestações contrárias no mesmo dia e local
Manifestantes pró-Bolsonaro e a favor da democracia brigaram na Paulista neste domingo (31).


O Globo, 1.6.2020
Casos de coronavírus e número de mortes no Brasil em 1º de junho
As secretarias estaduais de Saúde confirmam no país 519.704 casos do novo coronavírus (Sars-CoV-2), com 29.534 mortes. Brasil passou a França em número de mortes.


O Globo, 1.6.2020
Protestos não intimidam STF, e plenário deve validar rapidamente inquérito das fake news

Montag, 25. Mai 2020

Bischof Erwin Kräutler erhebt schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro

VaticanNews, 25.5.2020
Amazonas-Bischof Kräutler: Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wirft Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro „menschenverachtendes Handeln“ im Umgang mit dem Coronavirus vor. Bolsonaro nehme den Tod zehntausender Menschen in Kauf, sagte Kräutler in einem Interview im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ (Sonntag) über den Präsidenten, der von den brasilianischen Bundesstaaten verhängte Corona-Vorsichtsmaßnahmen in seinen öffentlichen Auftritten konterkariert.

Der Präsident verweise selbst darauf, dass es im Land 70.000 Corona-Tote geben werde, dies aber einfach so sei, schilderte der emeritierte Bischof von Xingu. „Der sagt das wirklich brutal. Das ist wie ein Stich ins Herz, weil das ja Menschen sind.“ Kräutler drückte zugleich die Hoffnung aus, „dass dieser Präsident bald einmal fällt“.

Der Bischof warnte vor einer Katastrophe in Amazonien. Tag für Tag würden sich mehr Menschen anstecken. Die Krankenhäuser seien total überfordert. Dies gelte für mehrere Großstädte, aber auch für seine frühere Bischofsstadt Altamira, wo Kräutler nach wie vor lebt. In der 140.000-Einwohner-Stadt gebe es nicht mehr als 16 Intensivbetten.

Indigene stecken sich leichter an

Besonders betroffen sei auch die abgeschieden lebende indigene Bevölkerung Amazoniens. „Diese indigenen Völker haben nicht diese Immunität, die der anderen Bevölkerung zugeschrieben wird. Und wenn eine Ansteckung in einem Dorf beginnt oder ein Indigener angesteckt wird, dann heißt das, das ganze Dorf ist verseucht“, sagte Kräutler.

Der emeritierte Bischof machte auch auf einen Zusammenhang von Umweltzerstörung und Corona-Pandemie aufmerksam. Immer mehr Holzfäller und Goldgräber würden in das Gebiet vordringen, „oft ermuntert“ durch Aussagen von Präsident Bolsonaro. „Die geben dann das Virus weiter“, kritisierte Kräutler. Allein in den Indio-Dörfern gebe es bisher 92 Todesfälle. Eingeschleppt hätten das Virus Menschen, „die über Leichen gehen“, so der Bischof. „Denen ist das vollkommen egal. Sie wollen ans Gold, sie wollen ans Holz, an die Naturreichtümer - ohne Rücksicht auf Verluste.“

Leute werden allein gelassen

Sehr schwierig beurteilte Kräutler auch die pastorale Situation in der Coronakrise, insbesondere bei Trauerfällen. Das Virus verhindere zunehmend Abschiedsrituale und mache auch die pastorale Begleitung von Hinterbliebenen kaum möglich. „Das Einzige, was wir noch tun können, ist mit den Betroffenen via Social Media in Kontakt zu treten... Mir tut das furchtbar leid, weil die Leute alleine gelassen sind.“

In ganz Brasilien sind nach jüngsten Angaben der Behörden (Sonntagabend/Ortszeit) bereits mehr als 360.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Coronaviren stieg zuletzt stark an und liegt nach offiziellen Angaben mittlerweile bei mehr als 22.000.


VOL.at, 26.5.2020
Kräutler über Bolsonaro: "Menschenverachtend"
Der emeritierte Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wirft Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro "menschenverachtendes Handeln" im Umgang mit dem Coronavirus vor


Kathpress, 27.5.2020
Befreiungstheologe prangert Indigenenpolitik Bolsonaros an
Der deutsche Theologe Paulo Suess zeigt sich besorgt über Äußerungen von Ministern der Regierung von Präsident Jair Messias Bolsonaro über die Umweltpolitik und die Rechte indigener Völker. In dem am Freitag von der Justiz veröffentlichten Mitschnitt einer Kabinettssitzung vom 22. April hatte Umweltminister Ricardo Salles angeregt, die Umweltgesetzgebung im Schutz der Covid-19-Pandemie zu schleifen. In dem Mitschnitt sagt der Minister, man müsse ausnutzen, dass die Presse derzeit wegen des Coronavirus abgelenkt sei. "Das ist ganz am Rande der Legalität. Und es betrifft ja auch Indigenenland", so Suess, der seit den Sechzigerjahren in Brasilien lebt, im Interview mit der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Suess, Berater für den kirchlichen Indigenenmissionsrat (Cimi), verfasst derzeit für die Organisation den Jahresbericht 2019 zur Gewalt gegen indigene Völker und Übergriffe auf ihr Land. Demnach gab es in dem Jahr insgesamt 202 Besetzungen von Indigenenland, angefacht von Bestrebungen der Regierung, die illegale Landbesetzung zu legalisieren.

Suess kommentierte auch Äußerungen von Bildungsminister Abraham Weintraub, der erklärt hatte, er hasse den Begriff "indigene Völker", der Privilegien für die Ureinwohner rechtfertige. Stattdessen gebe es nur ein brasilianisches Volk, so Weintraub. "Das ist die Ideologie der Militärdiktatur, die die Indigenen in Brasilianer verwandeln wollte", sagte Suess. Die Diktatur (1964-85) habe jedoch damit die Indigenen in den Ethnozid geführt. Weintraub akzeptiere nicht, dass die Rechte der Indigenen auf Land und Kultur in der Verfassung von 1988 verankert wurden.

Suess kritisierte zudem Äußerungen der Ministerin für Menschenrechte, Damares Alves. Sie sprach von absichtlichen Infektionen von Indigenen mit Covid-19, um die Zunahme der Fälle der Regierung anzukreiden. In Wahrheit hätten sich Indigene aus über 60 Ethnien in den Städten der Amazonasregion angesteckt. Dort hätten sie tagelang auf die staatlichen Corona-Hilfen von rund 100 Euro gewartet, so Suess. In den Schlangen vor den Banken sei es zu den Infektionen gekommen.

Zuletzt hatte auch der österreichische Amazonas-Bischof Erwin Kräutler Bolsonaro "menschenverachtendes Handeln" im Umgang mit dem Coronavirus vorgeworfen. Bolsonaro nehme den Tod zehntausender Menschen in Kauf, sagte Kräutler in einem Interview im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" über den Präsidenten, der von den brasilianischen Bundesstaaten verhängte Corona-Vorsichtsmaßnahmen in seinen öffentlichen Auftritten konterkariert. Der emeritierte Bischof von Xingu warnte vor einer Katastrophe in Amazonien: Tag für Tag würden sich mehr Menschen anstecken und die Krankenhäuser seien überfordert.

5 Jahre Papst-Enzyklika "Laudato si"


Blickpunkt Lateinamerika, 25.5.2020
Fünf Jahre "Laudato sí" - das Papstschreiben ist aktueller denn je
Am 24. Mai 2015 hat Papst Franziskus seine Umweltenzyklika "Laudato si" fertiggestellt. Das Dokument gilt weithin als theologischer Meilenstein. Der fünfte Jahrestag wird indes von der Corona-Krise überschattet.

Katholisch.at, 25.05.2020
5 Jahre Papst-Enzyklika "Laudato si"
Fünf Jahre ist es her, dass Papst Franziskus der Welt seine Umwelt- und Sozialenzyklika "Laudato si" ("Sei gepriesen"; die Anfangsworte des Gebets "Sonnengesang" von Franz von Assisi) vorgelegt hat. Veröffentlicht wurde sie dann am 18. Juni 2015 in acht Sprachen - wenige Monate vor der Pariser Weltklimakonferenz.
Viel spricht dafür, dass der Text als das wichtigste Lehrschreiben seines Pontifikats in die Geschichte eingehen wird. Mit seiner Enzyklika "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" - so der Untertitel - zeichnet Franziskus ein nüchternes und zugleich von christlicher Hoffnung getragenes Bild einer gefährdeten Schöpfung. Es gelte den "Schrei der Schöpfung" mit Hilfe jüngster wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zu hören und Wege zu suchen, um "aus der Spirale der Selbstzerstörung herauszukommen", so der Appell des Papstes. Die zentrale Frage des Dokuments lautet: "Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen?"

weltkirche.de, 24.05.2020
5 Jahre Laudato si
Die Enzyklika „Laudato si“ wurde am 24. Mai 2015 als zweites großes Lehrschreiben von Papst Franziskus veröffentlicht. Mit einem Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz befasst sie sich mit der Frage einer ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklung.

Deutsche Bischofskonferenz, 19.05.2020
Bischof Franz-Josef Overbeck zum fünften Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika Laudato si’
Laudato si’ als Kompass in der gegenwärtigen Krisenzeit

Domradio.de, 25.5.2020
Theologen würdigen Umweltenzyklika von Papst Franziskus
Fünf Jahre "Laudato si"
Fünf Jahre nach Veröffentlichung der Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus haben Theologen und Kirchenvertreter die Bedeutung des Textes gewürdigt. Politik und Wissenschaft haben die Enzyklika viel beachtet.

VaticanNews, 23.5.2020
5 Jahre Laudato Si': „Ein Game Changer für die Klimadebatte“
An diesem Sonntag feiert sie ihren fünften Geburtstag: Papst Franziskus' Enzyklika Laudato si`, ein beherzter und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unterfütterter Appell des Papstes für einen nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung, der weit über Kirchenkreise hinaus Aufmerksamkeit erregt hat. Der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat das Werk sozusagen aus der Taufe gehoben und es beim seinem Erscheinen im Vatikan vorgestellt. Wir haben mit ihm gesprochen.

Sonntag, 24. Mai 2020

Chaotische Kabinettssitzung in Brasilien

Der Tagesspiegel, 23.5.2020
Die Verbalgranaten des Jair Bolsonaro
In Brasilien ist der Mitschnitt einer Kabinettssitzung öffentlich geworden. Er zeigt einen tobenden Präsidenten und wirft kein gutes Licht auf die Regierung.


Deutsche Welle, 23.5.2020
Brasiliens Präsident Bolsonaro entgleist verbal
Schimpfwörter der übelsten Sorte, Pöbeleien ohne Ende - zu sehen und zu hören, in einem Video, das ein Richter in Brasilien freigegeben hat. Es zeigt einen tobenden Präsidenten Bolsonaro und noch etwas anderes.


Stern, 26.5.2020
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro: Sein Management in der Coronakrise ist eine Katastrophe
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wirft seinen Ministern ein Schimpfwort nach dem anderen an den Kopf. Den Polizeichef will er entlassen. stern-Korrespondent Jan-Christoph Wiechmann kommentiert Bolsonaros Handeln in der Coronakrise.


Samstag, 23. Mai 2020

Massive Abholzung in Brasilien während Corona-Krise

ORF, 22.5.2020
CO2-Ausstoß in Brasilien steigt trotz CoV-Krise
Wegen der Einschränkungen in der Coronavirus-Krise ist in vielen Ländern der Welt der Kohlendioxidausstoß zurückgegangen. In Brasilien steigt er dagegen. Denn die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes hat sich im Schatten der Pandemie weiter beschleunigt.


Tagesschau.de, 21.5.2020
Massive Abholzung in der Corona-Krise
Der WWF beklagt eine massive Waldzerstörung in der Corona-Krise. Die Rodungen hätten um bis zu 150 Prozent zugenommen. Am meisten seien Gebiete in Indonesien, Brasilien und im Kongo betroffen.


RND, 23.5.2020
Brasilien: Höhere CO2-Emissionen wegen Regenwald-Abholzung
Die Abholzung im brasilianischen Regenwald hat in der Corona-Pandemie dramatisch zugenommen.
Illegale Holzfäller nutzen die Gunst der Stunde und plünderten unbeobachtet die Wälder.
2020 könnten dadurch in Amazonien 51 Prozent mehr Emissionen ausgestoßen werden.


O Globo, 18/05/2020
Desmatamento da Amazônia em abril foi o maior em 10 anos, diz instituto
Área de desmate aumentou aumentou 171% em comparação com o mesmo mês no ano passado; Um terço de toda a área desmatada está concentrada no estado do Pará.

Bom Día Pará, 19.05.2020
Pará lidera ranking de desmatamento na Amazônia
O índice é diversas vezes maior do que o desmatamento no estado no ano passado.

Mittwoch, 20. Mai 2020

Brasilien: Über 1.100 Corona-Tote an einem Tag


Tagesschau.de, 20.05.2020
Coronavirus-Pandemie Ein trauriger Rekord für Brasilien
Das Coronavirus fordert in Brasilien immer mehr Todesopfer: Innerhalb eines Tages wurden erstmals mehr als 1000 Tote gezählt. Bei den Infektionszahlen liegt das Land inzwischen weltweit auf Platz drei.
In Brasilien sind erstmals mehr als 1000 Todesopfer der Coronavirus-Pandemie innerhalb von 24 Stunden gezählt worden. Wie das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Brasilia mitteilte, wurden seit dem Vortag 1179 Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der offiziell gezählten Todesfälle im Land stieg damit auf 17.971. Die Zahl der verzeichneten Infektionen wuchs dem Ministerium zufolge um 17.408 neue Fälle auf 271.628.

ZDF-x-press, 20.5.2020
Brasilien: Entwicklung zum Pandemie-Hotspot
In Brasilien sind erstmals binnen 24 Stunden mehr als 1.100 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Experten schätzen die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher.

arte.tv, 20. Mai 2020
Brasilien empfiehlt auch bei leichten Corona-Symptomen Malaria-Mittel
Trotz ihrer umstrittenen Wirksamkeit im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen empfiehlt Brasiliens Regierung die Wirkstoffe Hydroxychloroquin und Chloroquin nun offiziell zur Behandlung selbst leichter und mittelschwerer Fälle der Lungenkrankheit Covid-19. Wie aus am Mittwoch veröffentlichten Richtlinien des Gesundheitsministeriums hervorgeht, sollen brasilianische Ärzte die Malaria-Medikamente künftig ab dem Auftreten von Corona-Symptomen verschreiben.


Der Standard, 19.5.2020
Brasilien taumelt in die Corona-Katastrophe
Präsident Bolsonaro verweigert Schutzmaßnahmen und streitet mit Gouverneuren. Verantwortung will er nicht übernehmen. In die Enge getrieben, wird er noch gefährlicher


O Globo, 20.5.2020
Casos de coronavírus e número de mortes no Brasil em 20 de maio
As secretarias estaduais de Saúde confirmam no país 272.277 casos do novo coronavírus (Sars-CoV-2), com 17.997 mortes.

O Globo, 20.5.2020
Bolsonaro anuncia novo protocolo sobre cloroquina e faz piada, no dia que o país tem mais de mil mortos
'Quem é de direita toma cloroquina, quem é de esquerda toma tubaína', disse. Medicamento não tem eficácia comprovada e traz riscos à saúde.

O Globo, 20.5.2020
Ministro da Saúde nomeia mais 4 militares do Exército para cargos na pasta
Militares já haviam sido cedidos ao ministério anteriormente pelo Ministério da Defesa. Na terça-feira, 9 militares do Exército já haviam sido nomeados.

Türkei nimmt Ilısu-Staudamm in Betrieb


TRT-Deutsch, 20.5.2020
Türkei nimmt Ilısu-Staudamm in Betrieb
Mit dem Start der ersten Turbine hat die Türkei den Ilısu-Staudamm in Betrieb genommen. Das Projekt soll über 413 Millionen US-Dollar zur Wirtschaft des Landes beitragen.


ANF-News, 20.5.2020
Türkei setzt Ilisu-Staudamm in Betrieb
Die erste von sechs Turbinen am umstrittenen Ilisu-Staudamm ist heute in Betrieb gegangen. Zwölftausend Jahre Zivilisationsgeschichte in Hasankeyf ist für das auf 50 Jahre Betriebsdauer angelegte Wasserkraftwerk untergegangen.


Tagesschau.de, 18.04.2020
Ilisu-Damm in der Türkei
Hasankeyf - der Stausee schluckt alles
Seit mehreren Monaten läuft das Wasser in den Stausee des Ilisu-Damms in der Türkei. Viele Kulturschätze sind bereits untergegangen. Ein ARD-Team hat einen Damm-Gegner der ersten Stunde begleitet.


Deutschlandfunk, 15.2.2020
Der Ilisu-Staudamm in der Türkei
Antike Stätten versinken in den Fluten
Über das Projekt wurde jahrzehntelang gestritten. Nun ist der Ilisu-Staudamm in der Türkei fertiggestellt. Die historische Stadt Hansankeyf geht in den Fluten des Tigris unter. Und mit ihr Kulturschätze aus der mehr als zehntausendjährigen Geschichte der Stadt.


Tagesschau.de, 04.11.2019
Türkischer Ort Hasankeyf
Vom Wasser vertrieben
Der Ilisu-Damm ist eines der Megaprojekte der türkischen Regierung: Durch ihn entsteht ein riesiger Stausee. In ihm versinkt die antike Kulturstadt Hasankeyf, Hunderte Familien müssen ihre Heimat verlassen.


Der Standard, 20.10.2019
Ilisu-Staudamm: Ein Welterbe versinkt im Wasser
Jahrzehntelang kämpften Naturschützer gegen den türkischen Ilisu-Staudamm am Tigris. Der Ökologe Ulrich Eichelmann war an vorderster Front. Protokoll eines Abschieds