Donnerstag, 20. Februar 2020

Franziskus ist kein Reformpapst mehr


Katholisch.de, 19.2.2020
Nach Veröffentlichung des Papstschreibens zur Amazonas-Synode
Kirchenhistoriker Wolf: Franziskus ist kein Reformpapst mehr
"Was soll man noch von einem Papst erwarten, der sagt, macht mir mutige Vorschläge - dann machen Bischöfe und Laien mit großer Mehrheit mutige Vorschläge, und was passiert? Nichts": Hubert Wolf macht aus seinen Ansichten über Franziskus keinen Hehl.

Die Tagespost, 20.2.2020
Nur zwölf Prozent der Deutschen sehen Franziskus als Reformpapst
Papst Franziskus ist bei den wenigsten Deutschen als Reformpapst bekannt. 48 Prozent lehnen die Bezeichnung laut einer Erhebung von „INSA Consulere“ ab. Sogar 60 Prozent der über 60-Jährigen sehen Franziskus nicht als Reformer.

Katholisch.de, 20.2.2020
Befragung kurz nach Veröffentlichung von "Querida Amazonia"
Umfrage: Viele Deutsche sehen Franziskus nicht als Reformpapst
Das nachsynodale Schreiben war für viele Befürworter von Kirchenreformen eine bittere Enttäuschung. Wie sehen die Menschen Papst Franziskus nach Veröffentlichung des Dokuments? Eine neue Umfrage wollte das herausfinden.

VaticanNews, 20.2.2020
Theologen zu „Querida Amazonia“: „Was will der Papst?“
Die Reaktionen auf das neue Papstschreiben „Querida Amazonia“ reißen nicht ab. Der an der Universität Salzburg lehrende Theologe Gregor Maria Hoff sieht auch eine Woche nach der Veröffentlichung des Papiers „eine zunehmende Ratlosigkeit“.

Die Tagespost, 20.2.2020
Papstschreiben: Verkehrung der Fronten
Mit "Querida Amazonia" schlägt Papst Franziskus eine Brücke zu konservativen Katholiken und enttäuscht jene, die sich von ihm eine Kehrtwende erhofft hatten.
Der heftige Widerspruch des Amazonas-Bischofs Erwin Kräutler gegen die "kirchliche Vision" von Papst Franziskus in der Exhortation "Querida Amazonia" und der versöhnliche Kommentar von Kardinal Gerhard Müller zu dem Schreiben zeigt plötzlich eine ungeahnte Verkehrung der Fronten. Kräutler, zugleich einer der Protagonisten des Netzwerks REPAM, sieht bei der vierten Vision, in der es für ihn auch um die "viri probati" und die Frauenweihe hätte gehen müssen, "einen Bruch".

Mittwoch, 19. Februar 2020

Papstschreiben bringt veraltetes Frauenbild

Der Standard, 19. Februar 2020
Die marginalisierte Frau in der katholischen Kirche
Der Papst perpetuiert eine "Struktur der Kirche", die von der ungleichen Behandlung der Geschlechter ausgehen muss
Kommentar der anderen von Gunda Werner
Nur die Kraft und die Zärtlichkeit der Mutter Maria? Im Gastkommentar ist das von Papst Franziskus formulierte Frauenbild für die Theologin Gunda Werner "nicht nur nicht mehr vermittelbar, sondern auch angesichts der katastrophalen Situation im Amazonasgebiet fatal".
Ein gutes Leben für alle, soziale und ökologische Gerechtigkeit, die Anerkennung der Kulturen und die Rettung der Natur: Es ist eine hoffnungsvolle Vision, die sich Papst Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben "Querida Amazonia" ("Geliebtes Amazonien") entwirft. In den ersten drei Kapiteln seiner Zusammenschau der Amazonassynode entspricht der Pontifex über weite Strecken – und mit der gebotenen christlichen Pointierung – den Forderungen ökologischer, christlicher und gesellschaftspolitischer Gruppen in Lateinamerika. Im vierten Kapitel "Eine kirchliche Vision" hingegen nimmt er nicht nur Ergebnisse der Synode nicht auf, sondern zerstört zugleich die Hoffnungen vieler Menschen auf eine Veränderung und Bewegung innerhalb der katholischen Kirche.

Die im Abschlussdokument der Synode von der Mehrheit der Bischöfe unterstützte Priesterweihe verheirateter Männer ("Viri probati") erwähnt der Papst mit keinem Wort, der Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern erteilt er eine zwar langwierig formulierte, aber dadurch nicht weniger klare Absage. Das mag frustrieren, sollte aber nicht verwundern, entspricht es doch der kirchlichen Lehre. Mindestens verwundern dürfen dann allerdings doch einige Argumentationslinien dieses vierten Kapitels. Schließlich ist ebenjener Papst, der darin für die "entschlossene Verteidigung der Menschenrechte" eintritt, Staatsoberhaupt eines der wenigen Länder, die die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen bis heute nicht unterschrieben haben.

"Besondere" Würde

Außerdem: Würde der Vatikan wirklich entschlossen für die Rechte aller Menschen eintreten, könnte Franziskus nicht so ungebrochen eine "Theologie der Frau" vertreten, wie er es in seinem nachsynodalen Schreiben tut. Demnach leisten Frauen nämlich "ihren Beitrag zur Kirche auf ihre eigene Weise und indem sie die Kraft und Zärtlichkeit der Mutter Maria weitergeben". Gott selber sei es, der "seine Macht und seine Liebe in zwei menschlichen Gesichtern kundtun" wolle, nämlich dem männlichen des göttlichen Sohnes und dem weiblichen der Mutter Maria.

In dieser Logik verwundert es nicht, dass Frauen vor allem deshalb nicht zu Weiheämtern zugelassen werden sollen, um sie vor Klerikalismus und Funktionalisierung zu bewahren. Und auch die Kirche selbst würde nach Ansicht des Papstes durch die Frauenweihe verarmen, weil der spezifische Beitrag der Frauen dann nämlich fehlte. Mit dieser Hervorhebung der besonderen Würde und Aufgabe der Frauen im Vorbild Marias, der zugleich eine Idealisierung des Priesterbildes als "Zeichen des Hauptes, das die Gnade vor allem im Feiern der Eucharistie ausgießt", gegenübergestellt wird, führt Franziskus eine Theologie fort, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert hat. Eine Theologie, die Frauen durch ihre Beschränkung auf das empfangende, dienende, passive "marianische" Prinzip gegenüber dem aktiven, gebenden, männlichen, in der Tradition Christi stehenden "petrinischen" Prinzip marginalisiert und lehramtlich legitimiert, dass Frauen in der katholischen Kirche zwar die gleiche Würde, aber eben nicht die gleichen Rechte haben wie Männer. Es ist daher ausgesprochen irreführend, nach außen für die allgemeinen Menschenrechte einzutreten, nach innen aber eine "Struktur der Kirche" zu perpetuieren, die von einer ungleichen Behandlung der Geschlechter ausgehen muss.

Fatales Frauenbild

Auch einem der allgemein anerkannten Grundsätze der Entwicklungspolitik, dem zufolge das weltweite Armutsproblem untrennbar mit der ungerechten Verteilung der Güter und der strukturellen Benachteiligung von Frauen zusammenhängt, erteilt der Papst mit seinem Beharren auf dem marianischen und petrinischen Prinzip – und damit der Nichtgleichstellung der Frauen – eine klare Absage. Denn dass die Genderfrage kein Luxusproblem der reichen Länder, sondern Dreh- und Angelpunkt der weltweiten Armutsbekämpfung ist, erkannten und benannten bereits die UN-Konferenz für Entwicklung und Bevölkerungswachstum in Kairo 1994 und die UN-Frauenkonferenz in Peking 1995. Bereits damals hat der Vatikan beide Konferenzen aufs Schärfste kritisiert, weil die dort geforderte Gleichberechtigung der Frau eben eine wirkliche Gleichberechtigung bedeutet hätte.

Heute, ein Vierteljahrhundert nach diesen Konferenzen, ist das von Franziskus formulierte Frauenbild nicht nur nicht mehr vermittelbar, sondern auch angesichts der katastrophalen Situation im Amazonasgebiet fatal. Die Frauenfrage ist eben keine allein binnenkirchliche Frage einer von Gott gewollten inneren Struktur der Kirche, und daher ist doch zu befürchten, dass das päpstliche Schreiben vor allem jenen Kräften Vorschub leistet, die der Gleichberechtigung der Geschlechter den Kampf angesagt haben. Ob jedoch gerade diese Kräfte willens und fähig sind, dem Papst bei der Verwirklichung seiner Vision von ökologischer und sozialer Gerechtigkeit für sein "geliebtes Amazonien" zur Seite zu stehen, darf zumindest bezweifelt werden. (Gunda Werner, 19.2.2020)


Religion.orf.at, 19.2.2020
Theologinnen zu Papst-Schreiben: Fatales Frauenbild
Neben der Grazer Dogmatikprofessorin Gunda Werner attestiert auch die Ordensfrau Melanie Wolfers dem neuen Papst-Schreiben „Querida Amazonia“ ein fatales Frauenbild. Die Vatikanistin Gudrun Sailer meint, man müsse „westliche Denkmuster“ ablegen.
Gunda Werner: Franziskus vertritt eine im 19. Jahrhundert entstandene Theologie mit heute überholten Geschlechterrollen
Ordensfrau Melanie Wolfers: „Peinlich berührt“
Vatikanistin: Papst verweigert Machtwort
Die österreichische Redakteurin bei Radio Vatikan, Gudrun Sailer, analysiert das Schreiben aus einer anderen Perspektive. Noch selten habe ein Schreiben von Papst Franziskus so viel Zustimmung bei konservativen und so viel Enttäuschung bei reformorientierten Kräften der katholischen Kirche ausgelöst wie „Querida Amazonia“, lautet ihr Befund. Der Papst habe sich den hohen Erwartungen in Bezug auf das priesterliche Amt entzogen.


kfd, 12.2.2020
Statement der kfd zum Abschlussdokument zur Amazonas-Synode
Das vorliegende Papier ist ein herber Schlag für alle Frauen, die auf ein starkes Signal zur Gleichberechtigung in der katholischen Kirche gehofft haben.
Es ist uns absolut unerklärlich, wie nach den zentralen Erkenntnissen aus der Amazonassynode eine so vernichtende Ansage kommen kann:
Einerseits wertschätzt das Papier die Leistung von Frauen, die "jahrhundertelang ... die Kirche ... mit bewundernswerter Hingabe und leidenschaftlichem Glauben aufrecht [hielten]."
Gleichzeitig wird ihnen indirekt Machtgier vorgeworfen, weil die Frauen einfordern, dass ihre gepriesenen Charismen und ihr Einsatz für eine lebendige Kirche mit einer Weihe anerkannt werden. Mit diesem Vorwurf offenbart das Papier, dass die Frauenfrage eine Machtfrage darstellt.


Süddeutsche Zeitung, 16.2.2020
Gescheiterte Erneuerung:
Katholische Kirche? Es reicht!
Totale Unfähigkeit zur Reform: Die Ausgrenzung der Frauen und der zölibatäre Zwang für die Priester hat schon so viel Unheil angerichtet.


kreuz-und-quer, 13.2.2020
Katholische Frauen wollen Gleichberechtigung
Papst Franziskus macht mit dem Ausschluss von Frauen weiter
Wenn also Frauen ein Bild und Gleichnis nur von Maria sind, warum werden dann Frauen im Namen Christi getauft? Warum werden sie bei der Taufe zu Priesterinnen, Prophetinnen und Königinnen berufen, womit sie doch Anteil erhalten am Priesteramt, Prophetenamt und Königsamt Christi? Wie sollen sie den Begriff „Imitatio Christi“ verstehen, der für jede Art christlicher Spiritualität so fundamental ist? Und vor allem: Auf welcher Grundlage sollen sie erlöst werden, wenn sie an der Ebenbildlichkeit mit Christus keinen Anteil haben?


Redaktion Feinschwarz 18. Februar 2020
In persona mariae:
Das nachsynodale Schreiben Querida Amazonia und seine Folgen für die Frauen
In den wenigen Tagen seit Erscheinen des nachsynodalen Schreibens Querida Amazonia gibt es sehr viele gegensätzliche Einschätzungen des päpstlichen Dokuments. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller unternimmt mit spitzer Feder „Theologische Rettungsversuche in Form einer Glosse und zugleich kirchenrechtlichen Optionierung“.

Montag, 17. Februar 2020

Bischof Kräutler: "Papstschreiben könnte mutiger sein"



Kath.ch, 17.2.2020
«Zölibat ist nicht höher zu gewichten als die Eucharistie»
Der österreichische Bischof Erwin Kräutler war massgeblich an der Amazonas-Synode und deren Vorbereitung beteiligt. Im Interview mit cath.ch zeigt er sich zufrieden über die ersten drei Visionen von «Querida Amazonia». Enttäuscht ist er über fehlende Reformen beim Zölibat und der Frauenfrage.

Domradio, 18.2.2020
Kräutler: Papst hat bei Frauenfrage "Chance vertan"
"Ich habe größere Fortschritte erwartet"
Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler zeigt sich zufrieden über die ersten drei "Visionen" des Papstes in "Querida Amazonia". Perplex dagegen ist er über fehlende Reformen bei Zölibat und Frauenfrage.


VaticanNews, 17.2.2020
Bischof Kräutler findet Papstschreiben nicht mutig genug
Bischof Erwin Kräutler ist nicht völlig zufrieden mit dem Papst-Schreiben „Querida Amazonia“. Der emeritierte Bischof von Xingu im brasilianischen Amazonasgebiet würdigt einerseits die sozialen, ökologischen und kulturellen Visionen, die Franziskus entwickelt, als „exzellent“. „Bei diesen drei Punkten hat der Papst wirklich ausgedrückt, was uns Bischöfen am Herzen lag.“

Doch zur vierten Vision des Papstes – der nämlich, die sich auf das Kirchliche und die Seelsorge bezieht –, sagt Kräutler, hier spüre er „einen Bruch“. „Da hatte ich den Eindruck dass wir von einer Vision zu einem sehr pragmatischen Denken übergehen.“ Der Traum halte inne, und „sehr pragmatische, normative Erklärungen heben an“, so der gebürtige Voralberger Kräutler zur Nachrichtenagentur kath.ch.

„Viele Leute – dazu gehöre auch ich – fanden diesen Teil sehr seltsam, weil sich da auch der Stil ändert“, fährt Kräutler in dem Interview von diesem Wochenende fort. Auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass Franziskus nicht über eine mögliche Lockerung des Zölibats in sehr entlegenen Amazonas-Regionen befinde, sagt er: „Ich würde nicht von enttäuscht sprechen. Sagen wir: Viele Leute und ich auch sind da perplex und verstehen nicht, warum diese Maßnahme vom Papstschreiben nicht aufgegriffen wird.“

„Zölibats-Debatte wird weitergehen“

Er finde es „ausgesprochen seltsam“, dass Franziskus noch nicht einmal anspiele auf den Vorschlag der Bischofssynode vom Oktober, in entlegenen Regionen verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Dabei hätten sich doch die Bischöfe mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen. „Allerdings kann man die Sache auch positiver sehen und darauf hinweisen, dass der Papst die Debatte nicht beendet hat“, so Kräutler. Er sei überzeugt davon, dass die Debatte jetzt weitergeführt werde – „vor allem von Bischöfen, die wie ich für die viri probati gestimmt haben“.

Er könne nicht beurteilen, ob sich Papst Franziskus in diesem Punkt unter Druck gefühlt habe. „Mein tiefes Gefühl ist aber, dass es viele Interventionen mit dem Ziel, das Thema der viri probati nicht anzusprechen, gegeben haben wird“, so Bischof Kräutler. Um in entlegenen Amazonas-Regionen Eucharistiefeiern sicherzustellen, werde es nicht reichen, mehr lateinamerikanische Missionare dorthin zu schicken. „Ich glaube nämlich, dass Amazonien nur durch Leute gerettet werden kann, die dort leben und die von dort sind… Die einzige Art und Weise, das Problem des Priestermangels zu lösen, besteht darin, im Reichtum Amazoniens zu schöpfen.“
„Sehr schwierig“ kommt es Kräutler vor, die Idee des Papstes umzusetzen, Wandermissionare durch Amazonien zu schicken. Es habe schon viele Versuche in dieser Richtung gegeben – „ohne großen Erfolg, ehrlich gesagt“.

Keine Weihe für Frauen? Ein „strategischer Fehler“

Auch mit dem Nein des Papstes zu einer Weihe von Frauen geht der Bischof mit verbindlichem Ton ins Gericht. „Das ist ein strategischer Fehler“, sagt er, „vor allem mit Blick auf das Vordringen der evangelikalen Gemeinschaften. Wir verpassen hier die Chance, die Rolle von Frauen wirklich anzuerkennen.“ Dabei hinge das Gedeih der katholischen Gemeinschaften in Amazonien im wesentlichen von ihnen ab.

„Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie man das den Gläubigen erklären soll“

Was den Vorschlag des Papstes angehe, Ämter für Frauen zu schaffen, ohne ihnen eine Weihe zu geben, sagt Kräutler: „Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie man das den Gläubigen erklären soll. Ich hätte mir wirklich in diesem Punkt einen größeren Schritt nach vorn erwartet.“

Erwin Kräutler ist emeritierter Bischof der Prälatur Xingu (370’000 km2) im brasilianischen Bundesstaat Pará. Von 1983 bis 1991 leitete er den brasilianischen Indianermissionsrat (CIMI), derzeit ist er Vizepräsident des kirchlichen Amazonien-Netzwerks Repam. Auf der Bischofssynode zu Amazonien im vergangenen Oktober hat er eine wichtige Rolle gespielt. Die übrigen Synodenväter wählten ihn in die Informationskommission der Versammlung.


Die Tagespost, 18.2.2020
Kräutler: Diskussion über viri probati nicht beendet
Er verstehe nicht, warum Papst Franziskus in seinem nachsynodalen Schreiben nicht auf das Thema der viri probati eingehe, so der Amazonas-Bischof. Man könne die Ausführungen des Papstes aber auch „positiver“ lesen.


VaticanNews, 16.2.2020
„Lockerung der Zölibatspflicht wird kommen“
Der Generalsekretär des länderübergreifenden kirchlichen Netzwerks Repam (Red Eclesial Panamazonica) sieht das Papstschreiben zur Amazonien-Synode als Bestätigung des bisherigen Weges.

VaticanNews, 17.2.2020
Papstschreiben: Amazonas-Bischöfe reagieren unterschiedlich
Das Papstschreiben „Querida Amazonia“ wird von den Bischöfen in der brasilianischen Amazonas-Region unterschiedlich aufgenommen. „Ich bin ein bisschen enttäuscht, ich hätte mehr erwartet“, sagt Bischof Meinrad Francisco Merkel vom Bistum Humaitá.


VaticanNews, 16.2.2020
Synode: „Kein Nebeneinander von zwei Papieren“
„Wer sich Hoffnungen auf eine Reform innerhalb der Kirche gemacht hat, dürfte durch das Schreiben massiv enttäuscht worden sein.“ Das sagt der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke zum Papstschreiben „Querida Amazonia“.

Religión digital, 18.2.2020
El obispo emérito de Xingu, "extremadamente satisfecho con... ¡tres sueños y medio!"
Erwin Kräutler: "¡No podemos poner la cuestión del celibato por encima de la celebración de la Eucaristía!"

cath.ch, 16.2.2020
Mgr Kräutler: «Le rêve ecclésial de Querida Amazonia manque d'audace»
Après la publication de l’exhortation Querida Amazonia, Mgr Erwin Kräutler, évêque émérite du Xingu, exprime sa gratitude au pape pour la dénonciation des graves menaces qui pèsent sur l’Amazonie. Mais il regrette le manque d’audace dans son ‘rêve ecclésial’.

Kommentar zum Thema Kräutler/"viri probati"/Papstkritik:

Die Tagespost, 20.2.2020
Papstschreiben: Verkehrung der Fronten
Mit "Querida Amazonia" schlägt Papst Franziskus eine Brücke zu konservativen Katholiken und enttäuscht jene, die sich von ihm eine Kehrtwende erhofft hatten.
Der heftige Widerspruch des Amazonas-Bischofs Erwin Kräutler gegen die "kirchliche Vision" von Papst Franziskus in der Exhortation "Querida Amazonia" und der versöhnliche Kommentar von Kardinal Gerhard Müller zu dem Schreiben zeigt plötzlich eine ungeahnte Verkehrung der Fronten. Kräutler, zugleich einer der Protagonisten des Netzwerks REPAM, sieht bei der vierten Vision, in der es für ihn auch um die "viri probati" und die Frauenweihe hätte gehen müssen, "einen Bruch".

Freitag, 14. Februar 2020

„Papst betroffen über Reaktionen auf sein Schreiben“


VaticanNews, 14.2.2020
„Papst betroffen über Reaktionen auf sein Schreiben“
Der Papst ist laut einem US-Bischof wegen der Reaktionen auf sein neues Schreiben „Querida Amazonia“ konsterniert. „Als er sagte, dass es manchen Leuten nur um den Zölibat und nicht um Amazonien“ gegangen sei, habe man Franziskus seine Betroffenheit angesehen, berichtete Bischof William Wack aus der Diözese Pensacola-Tallahassee dem US-amerikanischen „Catholic News Service“ (CNS).

Zuvor war Wack am Donnerstag Mitglied einer weiteren Gruppe US-amerikanischer Bischöfe gewesen, die der Papst in diesen Wochen zu ihrem sogenanntem Ad-limina-Besuch im Vatikan empfängt.

Während des Treffens bat demnach einer den 15 Bischöfe den Papst um drei oder vier ihm besonders wichtige Punkte aus dem tags zuvor veröffentlichten Dokument „Querida Amazonia“ (Geliebtes Amazonien). Weihbischof Joel Konzen aus Atlanta sagte CNS, dass Franziskus als wichtigste Botschaft des Dokuments für die US-Katholiken die Sorge um den Planeten nannte, dies sei „eine ernste Angelegenheit“.

Dann wies Franziskus laut Konzen kritisch darauf hin, dass monate- oder sogar jahrelang an der Erstellung derartiger Dokumente gearbeitet werde und Medien dann daraus nur „eine Zeile“ machten oder bloß berichteten, dass „der Papst nicht den Mut hatte, die Regeln der Kirche zu ändern“.
„Zölibat war nicht das Thema“

Tallahassees Bischof Wack schilderte, der Papst habe den Bischöfen gesagt, die Synode sei zusammengekommen, um über die Fragen der Kirche im Amazonasgebiet zu sprechen. Andere Leute hätten gewollt, dass er über den Zölibat spreche, und das zum Thema gemacht. „Aber das war nicht das Thema dieser Synode“, zitierte Wack Franziskus.

Der Papst habe die US-Bischöfe schließlich dazu aufgerufen, über die Sorge um die Umwelt zu lehren und zu predigen. „Er sagte, auch wenn die Menschen es nicht hören wollen. Wie können wir leugnen, dass sich die Dinge ändern? Wie können wir leugnen, dass wir unserer Zukunft schaden?“, berichtete Bischof Wack. Die Bischöfe müssten das das Evangelium verkünden, und diese Themen seien Teil des Evangeliums.

Franziskus hatte am Mittwoch seine Schlussfolgerungen zur Amazonas-Synode vorgelegt. Bei dem Bischofstreffen vom 6. bis zum 27. Oktober im Vatikan ging es unter anderem um ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region, die Stärkung der indigenen Bevölkerung und um neue Wege in der Seelsorge.


Katholisch.de, 14.2.2020
Franziskus beklagt Schwerpunktsetzung der Medien
US-Bischöfe: Papst bedrückt wegen Reaktionen auf Synodenschreiben
Papst Franziskus hat verraten: Die zum Teil enttäuschten Reaktionen auf sein nachsynodales Schreiben lassen ihn nicht kalt. Er beklagt den Fokus vieler Medien auf die Themen Zölibat und Frauenweihe. Dabei sei es um etwas anderes gegangen.


CNS-News, 13.2.2020
Pope shares with U.S. bishops his frustration with reaction to Amazon text

Kritische Reaktionen zum Papstschreiben "Querida Amazônia"



Katholische Aktion OÖ, 12.2.2020
Katholische Aktion OÖ über viertes Kapitel im Papstschreiben „enttäuscht“
„Es ist für uns schwer nachvollziehbar, warum Papst Franziskus das eindeutige Votum der Amazonien-Synode für eine Lockerung des Zölibats sowie für Weiheämter von Frauen nicht aufgegriffen hat“,

Wir sind Kirche, 13.2.2020
Weltkirchenzentrale lässt Amazonasgemeinden im Stich
Die katholischen Kirchenreformbewegungen in Österreich stellen dem nach-synodalen Papstschreiben „Querida Amazonia“ ein schlechtes Zeugnis aus. Entgegen aller Hoffnungen und Erwartungen würden die Gemeinden und Bischöfe Amazoniens mit den wichtigsten Fragen auch in Zukunft alleingelassen – die dringend nötige Erneuerung des Priesteramtes bleibe aus.

Kath.ch, 13.2.2020
Visionen für eine Kirche der Zukunft?
«Man darf nicht auf Reformen von oben warten», sagt Daniel Bogner* in seinem Gastkommentar zum Papstschreiben «Querida Amazonia». Dieses mache deutlich, dass die katholische Kirche um eine Revision der theologischen Grundlagen zur absolutistischen Verfassungsform nicht herumkomme.

Katholisch.de, 13.2.2020
Bischöfe, Theologen und Verbände äußern sich zu "Querida Amazonia"
"Wegweisend" bis "Riesenenttäuschung": Reaktionen zum Papstschreiben
Es polarisiert wie kaum ein päpstliches Dokument zuvor: Das nachsynodale Schreiben "Querida Amazonia" von Papst Franziskus sorgt unter Bischöfen und Theologen für unterschiedlichste Reaktionen und Interpretationen.

Katholisch.de, 13.2.2020
Nach der Veröffentlichung des Papstschreibens zur Amazonas-Synode
Presseschau: Das sagt die Welt zu "Querida Amazonia"
Die Medien in Deutschland würden bei der Amazonas-Synode zu sehr auf die Themen "viri probati" und den Diakonat der Frauen schauen – so lautet ein häufiger Vorwurf. Aber wie sieht das in anderen Ländern aus? Eine Presseschau zur Veröffentlichung des nachsynodalen Schreibens.

Deutsche Welle, 13.2.2020
Brasilien zum Papstschreiben
Rolle rückwärts
In Brasilien gewinnen evangelikale Bewegungen Anhänger, während die katholische Kirche Gläubige verliert. Vom Papst fühlen sich viele mit im Stich gelassen, vor allem die Katholikinnen.

Deutschlandfunk, 13.2.2020
„Kirche als Ort, von dem man sich befreien muss“
Franziskus habe sich wie ein Monarch über alle Beratungen hinweggesetzt, sagte der Theologe Daniel Bogner im Dlf. Der Papst sage viel Wahres zur ökologischen Gerechtigkeit und viel Paternalistisches gegenüber Frauen. Deutsche Bischöfe müssten sich nun einen Ruck geben.
Daniel Bogner im Gespräch mit Levent Aktoprak

SWR2, 13.2.2020 (Audio)
Keine Lockerung beim Zölibat – Ist Papst Franziskus gescheitert?
Im FORUM diskutieren:
Christiane Florin, Redaktion "Religion und Gesellschaft", Deutschlandfunk
Martin Lohmann, katholischer Publizist, Bonn
Jörg Vins, SWR-Abteilungsleiter "Religion und Welt", Baden Baden
Gesprächsleitung: Martin Durm

FAZ, 12.2.2020
Heiße Eisen im nachsynodalen Schreiben
Wo beginnt der Götzendienst?
Welche Bombe ist in dem päpstlichen Schreiben „Querida Amazonia“ versteckt? Keine? Nein! Als hochbrisant erweist sich die Frage, bis zu welchem Grad das Evangelium inkulturierbar ist.

Zeit.de, 12.2.2020
Die deutschen Katholiken müssen ihren Weg selbst finden
Dabei sollten sie das demokratische Erbe Europas in der Kirche stark machen.

Zeit-Online, 12.2.2020
Was hat der Papst nun entschieden?
Franziskus legt ein neues Lehrschreiben vor. "Geliebtes Amazonien" predigt wieder die Reform der Kirche – überall. Das wird noch Streit geben.
Am Ende interessierten sich dann alle doch wieder nur für das eine. Zum Leidwesen des Papstes und seiner Getreuen schnurrte der ganze kräftezehrende Richtungskampf – jahrelanges Konferieren mit südamerikanischen Bischöfen, interkontinentales Rumreisen, päpstliches Briefeverfassen und vor allem das Managen ständiger Intrigen – auf eine kleine Frage zu dem alten Vatikantratschthema Sex zusammen.

Kathpress, 12.2.2020
Scheuer: "Für Papst nicht europäische Fragestellungen vorrangig"
Linzer Bischof bei Pressekonferenz zu Papstschreiben "Querida Amazonia": Papst geht es um Amazonien und die Menschen dort - In Ämterfrage letztes Wort noch nicht gesprochen - Bestätigung für Reformprozess in Diözese Linz - Pastoralamtsleiterin Eder-Cakl: "Schmerzlich, wie in der Frauenfrage argumentiert wird"

OÖ-Nachrichten, 14.2.2020
Linzer Bischof: "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen"
Mit einem Tag Abstand hat sich nun der Linzer Bischof Manfred Scheuer zum Papst-Schreiben geäußert und dabei das Kirchenoberhaupt ungewöhnlich deutlich kritisiert. Franziskus sei in seinem Schreiben "viel vager" geblieben als das Abschlussdokument der Amazonien-Synode.

Die Furche, 13.2.2020
"Querida Amazonia": Päpstlicher Eiertanz
Das Lehrschreiben nach der Amazonien-Synode, die im Oktober in Rom stattfand, ist erschienen. Kein Sanktus von Franziskus für die dort erbetenen Reformen. Leitartikel von Otto Friedrich

Profil, 15.2.2020
Martin Staudinger: Gottes neue Rechte
Der Vatikan lehnt verheiratete Priester im Amazonas weiterhin ab. Das ist auch für Nichtgläubige beklagenswert.

WDR5, 16.2.2020 (Audio)
Sendung: Diesseits von Eden
ab 7:30 min: Papstschreiben: Tür stand sperrangelweit auf und Papst ging nicht hindurch - Kommentar
ab Gegenmeinung bei Maria 2.0: Interview mit Maria Mesrian.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Positive Bewertungen von Querida Amazonia


Die Tagespost, 21.2.2020
Der Prozess ist das Ziel
Wie die jesuitischen Interpretierer von „Querida Amazonia“ sich abmühen, die Frage nach den „viri probati“ offenzuhalten.
Die Tatsache, dass Papst Franziskus im postsynodalen Schreiben „Querida Amazonia“ den Schluss-Bericht der Amazonas-Synode „präsentiert“, aber nicht „approbiert“ hat, beflügelt weiterhin die Phantasie.

Die Tagespost, 12.2.2020
Ein Dokument der Versöhnung
Kardinal Gerhard Ludwig Müller würdigt das nachsynodale Dokument "Querida Amazonia" von Papst Franziskus als "pastorales Schreiben von prophetischer Kraft". Dieser Text könne die versöhnende Wirkung haben, innerkirchliche Parteibildungen, ideologische Fixierungen und die Gefahr einer inneren Emigration oder des offenen Widerstands abzubauen, betont der Kardinal.

CNA, 12.2.2020
Kardinal Müller: Querida Amazonia ist ein "Dokument der Versöhnung"
Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, hat das "mit großen Hoffnungen und bangen Befürchtungen erwartete" Nachsynodale Schreiben Querida Amazonia als ein "Dokument der Versöhnung" bezeichnet, und als eine "Gesamtschau der Herausforderungen und Chancen für dieses Land".

missio.at, 13.2.2020
Missio-Nationaldirektor über „Querida Amazonia“
Es sorgt seit seiner Veröffentlichung für viele Diskussionen: Papst Franziskus nachsynodales Schreiben „Querida Amazonia“. Missio-Nationaldirektor Karl Wallner nimmt Stellung zu diesem Dokument und appelliert für innerkirchliche Einheit und gegen eine Vereinnahmung des Papstes.

KA-Österrreich, 13.2.2020
„Papstschreiben sollte Debatte bei uns befeuern“
KAÖ-Präsident Wimmer: „Vier Visionen“ des Papstes für Amazonien gelten auch für Kirche in Österreich
Das nachsynodale Schreiben „Querida Amazonia“ (Geliebtes Amazonien) von Papst Franziskus sollte der Kirche in Österreich und in ganz Europa Anlass sein, ihre Suche nach gesellschaftlicher und innerkirchlicher Erneuerung auf eigene Weise neu voranzutreiben und zu befeuern. Das erklärte der Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Leopold Wimmer, in einer ersten Stellungnahme zu dem am Mittwoch veröffentlichen Dokument. „Natürlich werden manche enttäuscht sein, dass der Papst etwa in der Frage der Lockerung der Zölibatspflicht für Priester und beim Frauendiakonat keine Entscheidung getroffen hat, weder in die eine noch in die andere Richtung“, so Wimmer.

VaticanNews, 16.2.2020
Freund des Papstes: Zölibats-Entscheidung muss erst reifen
„Der synodale Prozess ist noch in Gang und kann sicher noch nicht für abgeschlossen gelten.“ So urteilt der italienische Jesuit Antonio Spadaro, ein Vertrauter von Papst Franziskus, über dessen Amazonas-Schreiben „Querida Amazonia“.

Blickpunkt Lateinamerika, 17.2.2020
Repam: Papstschreiben ist "keine Enttäuschung, sondern eine Einladung"
Repam-Generalsekretär Mauricio López (43) erklärt im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), was er vom postsynodalen Papstschreiben "Querida Amazonía" hält.

Kirche bunt, 19.2.2020
Gastkommentar von Gudrun Sailer
Kein Machtwort - weit und breit
Noch selten hat ein Schreiben von Papst Franziskus so viel Zustimmung bei konservativen und so viel Enttäuschung bei reformorientierten Kräften der katholischen Kirche ausgelöst wie „Querida Amazonia“. „Nicht gut, aber das Beste, was von diesem Papst zu erwarten war“, lautete das Urteil auf der einen Seite. „Überflüssig und mutlos“ auf der anderen. Beide Lesarten sind ext­rem. Extrem selbstbezogen, meine ich. Warum? Weil beide engen und vorwiegend westlichen Denkmustern gehorchen und im Kern nur auf das eine schielen: den priesterlichen Zölibat.

Kardinal Hummes: Nachsynodales Schreiben ist "ein Lobgesang"


Das nachsynodale Schreiben Querida Amazônia wurde auch in Brasilien am 12.2. bei einer Pressekonferenz der Bischofskonferenz vorgestellt. Dom Walmor Oliveira de Azevedo, Erzbischof von Belo Horizonte (MG) und Präsident der Brasilianischen Bischofskonferenz, verstand das Schreiben als "Auftrag an unsere Kirche, die prophetische Dimension neu aufzubauen".

Cláudio Kardinal Hummes, Präsident von REPAM und Generalrelator der Synode, saß sichtlich betroffen an seiner Seite. Für ihn sei der ganze Text "ein Lied des Papstes, ein Lobgesang angesichts der Schönheit, die Gott schenkt". Im Schreiben würden verschiedene literarische und poetische Texte vorkommen, unter anderem "Unterwegs auf dem Tocantins im Segelboot" von Dom Pedro Casaldáliga, emeritierter Bischof von São Félix do Araguaia.

Dom Cláudio Hummes erwähnte, dass das Dokument angesichts der Ungerechtigkeiten auf der Welt aufruft sich zu empören, "aber immer bereit zu sein für den Dialog". Im Hinblick auf die zerstörerische Wirtschaft würden neue Wirtschafts- und Entwicklungsmodelle vorgestellt.

Für die Kirche sei der Vorschlag zur Inkulturation am bedeutendsten. "Man muss den kulturellen Reichtum der Völker anerkennen und ihnen das Recht geben, Christen in ihrer Kultur sein zu können." Im Glaubensleben hat der Kolonialismus keinen Platz.

In einem Interview für Agencia Estado, dass der Vorschlag zur Ordination verheirateter Männer in entlegenen Gebieten vom Vatikan noch aufgegriffen wird. Denn die Kirche muss sich um eine Lösung bemühen, damit alle Gemeinden Zugang zur Eucharistie haben. „Was die Kirche ausmacht, ist die eucharistische Versammlung. Sie bildet und nährt die Kirche“, sagte er.

Auffällig ist, dass VaticanNews keine Stellungnahmen von Kard. Hummes oder Bischof Kräutler bringt.

VaticanNews, 13.2.2020
Bischofsnetzwerke CELAM: Papst stärkt Einsatz für Amazonien
Das postsynodale Papstschreiben „Querida Amazonia“ im Nachgang zur Amazonien-Synode wird in den Ortskirchen Lateinamerikas als Bestärkung des Einsatzes der katholischen Kirche zum Schutz Amazoniens und seiner Bewohner gesehen.

VaticanNews, 13.2.2020
Lateinamerika: Bischöfe sehen „Türe weiter offen“
Wie beurteilen Bischöfe in Lateinamerika das Schreiben „Querida Amazonia“ von Papst Franziskus zur Amazonien-Synode? Ein erster Blick zeigt: Sie nehmen es vor allem mit Zuversicht auf.


CNBB, 12.2.2020
A exortação pós-sinodal Querida Amazônia é um Cântico
“Todo o texto é um cântico do Papa, é um louvor diante da beleza que Deus oferece”, afirmou dom Cláudio ao recordar os vários textos literários ou poéticos que são reproduzidos na exortação. Um exemplo é a “Carta de navegar (pelo Tocantins amazônico)” de dom Pedro Casaldáliga, bispo emérito de São Félix do Araguaia.

Dom Cláudio Hummes também ressaltou a necessidade de se indignar, “mas sempre disposto ao diálogo”. Sublinhou que o documento apresenta novos modelos econômicos e de desenvolvimento frente a economia que destrói. Sobre a conversão da Igreja, falou da proposta de inculturar-se: “reconhecer a riqueza e o direito que os povos têm de ser cristãos na sua cultura”, mas chamou atenção para ter cuidado com o colonialismo.

Estadão, 12 de fevereiro de 2020
Ordenação de homens casados será rediscutida no Vaticano, afirma cardeal Hummes
Relator-geral do sínodo da Amazônia afirma que questão será trabalhada com o papa; documento da Igreja divulgado nesta quarta-feira mostra que Francisco recuou em relação à medida

Mittwoch, 12. Februar 2020

15. Todestag von Schwester Dorothy Stang

"Wir brauchen die Erde, ein Leben lang! Deshalb müssen wir mit ihr liebevoll umgehen.
Wir sollten lernen, nur so viel zu haben, was wir auch wirklich brauchen.
Wir müssen uns immer wieder fragen: Was brauchen wir? und nicht: Was wollen wir?
Wenn wir mit der Umwelt sorgfältig umgehen, werden wir auch einen gesunden Planeten haben."
Dorothy Stang

Dorothy Stang kam 1982 nach Anapu und errichtete im Landesinneren eine bescheidene Missionsstation der Schwestern von Notre Dame. Ihr Leben galt den einfachen Kleinbauern und dem Schutz des Regenwaldes. Sie war Mitbegründerin der regionalen Landpastoral CPT.
Am 12.2.2005 wurde sie aufgrund von Landkonflikten mit Fazendeiros von Pistoleiros mit 6 Kugeln ermordet.











Nachsynodales Schreiben "Querida Amazonia" veröffentlicht


vatican.va, 12.2.2020
NACHSYNODALES APOSTOLISCHES SCHREIBEN QUERIDA AMAZONIA
VON PAPST FRANZISKUS
AN DAS VOLK GOTTES
UND AN ALLE MENSCHEN GUTEN WILLENS

Domradio, 12.02.2020
Fragen und Antworten zum Amazonas-Schreiben des Papstes
Revolution fällt vorerst aus, bleibt aber möglich
Zusammen mit seinem nachsynodalen Schreiben "Querida Amazonia", also Geliebtes Amazonien, hat Papst Franziskus das Abschlussdokument der Amazonas-Synode "offiziell präsentiert". Fragen und Antworten zum Text des Papstes.

Religion.orf.at, 12.2.2020
Indigene: Papst-Schreiben ruft zu „Empörung“ auf
In seinem nachsynodalen Schreiben „Querida Amazonia“, das sein Resümee der im Oktober im Vatikan abgehaltenen Amazonien-Synode darstellt, hält Papst Franziskus ein starkes Plädoyer für Indigene und Umweltschutz. Den Zölibat lässt er unberührt.

Domradio.de, 12.2.2020
Stimmen zum Papstschreiben zur Amazonas-Synode
Von "herben Schlägen" und "Stoppschildern"
Das Geheimnis um den Inhalt des Papstschreibens zur Amazonas-Synode ist gelüftet. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Während die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands enttäuscht ist, sieht Kardinal Marx "kein Stoppschild".

Religion.orf.at, 12.2.2020
Schönborn: Papst will Amazonien-Synode reifen lassen
Mit dem apostolischen Schreiben „Querida Amazonia“ (Geliebtes Amazonien) ermutigt Papst Franziskus die ganze Kirche und speziell die Kirche in Amazonien, was bei der Amazonien-Synode erarbeitet und gewachsen ist, weiter reifen zu lassen.

VaticanNews, 12.2.2020
Papst-Schreiben „Querida Amazonia“: Zusammenfassung
Papst Franziskus hat ein ausführliches Schreiben zum Thema Amazonien veröffentlicht. Darin fasst er die Ergebnisse der Bischofssynode vom vergangenen Oktober zusammen. Mit seiner sogenannten „Postsynodalen Exhortation“ ruft der Papst zu Umweltschutz, neuem missionarischem Schwung und mehr Verantwortung für Laien in kirchlichen Gemeinden auf.

VaticanNews, 12.2.2020
„Franziskus bleibt dem treu, was er vor der Synode sagte“
„Das Schicksal Amazoniens geht uns alle an, weil alles mit allem zusammenhängt und das Überleben dieser Region und ihrer einheimischen Ethnien wichtig für die ganze Welt ist.“ Das sagt der Sonder-Sekretär der Amazonien-Synode, Kardinal Michael Czerny, in einem Interview mit Radio Vatikan.

Religion.orf.at, 12.2.2020
Papst-Schreiben: „Frustration und Zuversicht“
Wenn der Papst den Bischöfen Amazoniens vor der Synode noch zugerufen habe „Macht mir mutige Vorschläge“, so drehe er jetzt den Spieß um und rufe ihnen von Rom aus über den Atlantik zu: „Seid mutig und handelt als bestellte Hirten in Eigenverantwortung!“ Nun könne man über so wenig Entscheidungsfreude beim Papst frustriert sein, man könne aber auch dagegenhalten, „dass er die Tür für eine Lösung im Sinn der mutigen Vorschläge der Bischöfe Amazoniens offengehalten hat“. Für Zulehner ist darüber hinaus dem Dokument zu entnehmen, „dass der Papst nun die von ihm nicht lehramtlich getroffenen Entscheidungen von den Hirten vor Ort erwartet“.

Katholisch.de, 12.2.2020
"Querida Amazonia" offiziell vorgestellt
Nachsynodales Schreiben: Keine Weihe von "viri probati" am Amazonas
Papst Franziskus hat sich im Anschluss an die Amazonas-Synode gegen eine Lockerung des Zölibats entschieden. Eine Weihe verheirateter Männer ("viri probati") für die lateinamerikanischen Region wird im Nachsynodalen Schreiben, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, nicht erwähnt. Stattdessen spricht sich der Pontifex für andere Mittel für eine Gewährleistung von Eucharistiefeiern in dem vom Priestermangel besonders betroffenen Gebiet aus.
So ermutigt Franziskus die Bischöfe, "großzügiger zu sein und diejenigen, die eine missionarische Berufung zeigen, dazu zu bewegen, sich für das Amazonasgebiet zu entscheiden". Deren Ausbildung müsse "gründlich" überprüft werden, "damit sie für den Dialog mit den Kulturen des Amazonasgebiets erforderlichen Haltungen und Fähigkeiten erwerben können". Zudem sollen die Oberhirten das Gebet um Priesterberufungen fördern.

NZZ, 12.2.2020
Papst Franziskus will den Zölibat für Priester nicht lockern
Auch für abgelegene Regionen, wo wegen Priestermangels kaum Messen stattfinden, soll es keine Ausnahme geben. Doch soll sich die katholische Kirche mehr in Richtung Laienkirche weiterentwickeln.

Katholisch.de, 12.2.2020
Analyse von "Querida Amazonia"
Das Nachsynodale Schreiben: Nicht einmal eine hoffnungsvolle Fußnote
Nun ist es raus – und wird viele enttäuschen, die auf kirchliche Reformen gehofft hatten: Das Nachsynodale Schreiben "Querida Amazonia" von Papst Franziskus ignoriert das Thema "viri probati" völlig, und auch in der "Frauenfrage" wird der Pontifex wenig konkret. Dabei wäre mehr möglich gewesen, analysiert Björn Odendahl.

CNA Deutsch, 12.2.2020
Heiligkeit statt Viri Probati:
Papst Franziskus legt Schreiben zur Amazonas-Synode vor

Es ist ein Werk voller Gebet, Gedichte, Visionen und Träume, sowie klarer Ansagen – wenn auch nicht solcher, wie sie manche Reformatoren in Deutschland erträumt haben: Der Vatikan hat am heutigen Mittwoch das mit Hochspannung erwartete Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonas-Synode veröffentlicht.


Pressekonferenz der Deutsche Bischofskonferenz, 12.2.2020
Vorstellung des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Querida Amazonia von Papst Franziskus durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx

Kirche und Leben, 12.2.2020
Was Bischöfe, Frauen und Theologieprofessoren über das Amazonas-Papier von Franziskus sagen
Papst-Schreiben: Reaktionen zwischen Enttäuschung und Freude
Das Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonys-Synode hat lebhafte Reaktionen ausgelöst. Während Kardinal Reinhard Marx es als Anstoß für weitere Diskussionen sieht, bedauerte Bischof Franz-Josef Overbeck, dass es für die Regionen weiterhin keine verheirateten Priester geben wird. Die katholische Frauengemeinschaft sieht Frauen zu Dienstleisterinnen degradiert, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken beklagt den fehlenden Mut des Papstes zu Reformen. Die Reaktionen im Überblick.

Kirche und Leben, 12.2.2020
Münsteraner Professor: Amazonas-Dokument ist „außerordentliche Enttäuschung“
Kirchenrechtler Schüller: Papst-Schreiben zeigt reformunfähige Kirche
Papst Franziskus hat das nachsynodale Schreiben „Querida Amazonia“ veröffentlicht. Viele haben mit Spannung auf Positionen des Papstes zu auch in Deutschland diskutierten Themen gewartet: zur Priesterweihe für bewährte, verheiratete Männer, zur Weihe von Frauen, zur Leitung von Gemeinden durch Laien. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller bewertet das Dokument.

NZZ, 12.2.2020
Der Papst geht für viele an die Schmerzgrenze
Die Hoffnungen auf eine Öffnung der katholischen Kirche sind mit dem jüngsten Lehrschreiben des Papstes zur Amazonas-Synode enttäuscht worden. Franziskus verfolgt eine Agenda, die nur schwer nachvollziehbar ist.

Pressekonferenz zur Präsentation von "Querida Amazônia"




Dienstag, 11. Februar 2020

Bischof Nann: Franziskus habe Gänswein "die Flügel beschnitten"


Katholisch.de 11.2.2020
Reinhold Nann begrüßt Aufgabenverschiebung des Erzbischofs
Deutscher Bischof kritisiert Gänswein: "In Machtspiele verstrickt"
Die Form ist ungewöhnlich: Der aus Freiburg stammende Bischof Reinhold Nann hat Georg Gänswein in einem als "Nachruf" bezeichneten Blogeintrag scharf kritisiert. Darin schreibt er auch aus der gemeinsamen Zeit im Priesterseminar.

In ungewöhnlicher Form kritisiert der deutsche Bischof und Prälat von Caraveli in Peru, Reinhold Nann (59), Erzbischof Georg Gänswein (63), weil dieser im Vatikan "tief in die Machtspiele der Kurie verstrickt" sei. In seinem aktuellen Internetblog mit dem Titel "Georg Gänswein – Ein Nachruf" begrüßte es Nann, dass sich der wie er selbst aus dem Erzbistum Freiburg stammende Gänswein bis auf weiteres auf seine Aufgabe als Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI. konzentriere. Dafür trete er nicht mehr als Präfekt des päpstlichen Hauses "immer strahlend lächelnd hinter dem Papst" auf: "Nun ist damit Schluss – endlich."

Franziskus habe Gänswein "die Flügel beschnitten", so Nann weiter. Er selbst habe schon länger den Eindruck, "dass die Clique um Benedikt den armen alten emeritierten Papst ganz kräftig manipuliert und für ihre Intrigen einspannt. Und der Drahtzieher bei all dem kann eigentlich nur der Sekretär gewesen sein." Nun habe er sich "überreizt", genau wie vorher schon Kardinal Gerhard Ludwig Müller, dessen Amt als Präfekt der Glaubenskongregation Papst Franziskus nicht verlängert habe.

Er bete jeden Tag für Papst Franziskus, betonte Bischof Nann, "dass er die Böcke von den Schafen im Vatikan unterscheiden kann und im Heiligen Geist die Kurie und die Kirche erneuert". Der 2017 von Franziskus zum Bischof ernannte Geistliche ergänzte, Gänswein sei schon in der gemeinsamen Zeit im Priesterseminar "hart im verbalen Angriff" und "extrem konservativ" gewesen. In einer deutschen Pfarrei wäre Gänswein "durch seine polarisierende Art untragbar gewesen".

Nann ging vor mehr als 20 Jahren nach Peru und arbeitete dort als Pfarrer in Armengemeinden der Hauptstadt Lima sowie im Andenhochland und im Amazonasgebiet. Im Mai 2017 wurde er von Franziskus zum Prälaten der Territorialprälatur Caravelí ernannt und im August desselben Jahres zum Bischof geweiht. Der Vatikan hatte vor wenigen Tagen bestätigt, dass Gänswein sich bis auf weiteres auf seine Aufgabe als Privatsekretär von Benedikt XVI. konzentriere. Von einer Entlassung oder Beurlaubung als Präfekt des Päpstlichen Hauses sei aber nichts bekannt.

Zuvor hatten "Die Tagespost" und andere Medien berichtet, Gänsweins Ablösung sei unter anderem auf die "unglückliche Präsentation" eines Buches von Kardinal Robert Sarah über Priestertum und Zölibat zurückzuführen, zu dem Benedikt XVI. einen Aufsatz beisteuerte. Die Publikation wurde von vielen als Affront gegen Franziskus aufgefasst. (bod/KNA)



Nann präzisiert seinen "Nachruf vom 9.2." - siehe weiter untern:
Blog von Reinhold Nann, 17.2.2020
Zum „Nann-Gaenswein Konflikt“: Hintergruende und Zuruecknahme meiner Worte
Der Anlass fuer meine Aeusserungen waren die Vorgaenge im Vatikan:

Papst Franziskus hat viele Gegner im Vatikan, die ihn loswerden wollen. Ihm wird von extrem konservativen Kreisen Haeresie und Goetzendienst vorgeworfen. Der einzige wirklich sichtbare Kopf des Wiederstands ist Erzbischof Vigano, die anderen halten sich bedeckt. Nach aussen wird oft der emeritierte Papst Benedikt als Widersacher vorgeschoben, aber ich glaube nicht, dass dem so ist. Das unglueckliche Agieren Gaensweins im Zusammenhang der Veroeffentlichung des Sarah-Benedikt Buches hat nun mit grosser Wahrscheinlichkeit zu seiner „Beurlaubung“ beigetragen und seine bisherige Schluesselrolle in den innervatikanischen Auseinandersetungen deutlich gemacht.

Der eigentliche Hintergrund ist aber aehnlich wie im Film „Die zwei Paepste“ kein persoenlicher Konflikt, sondern einer der dahinterstehenden Kirchenbilder, den ich hier nur sehr vereinfacht darstellen kann:

Da gibt es die Kirche der Kulturkampf-Zeit: En vermeintlicher heiliger Rest schottet sich mit hohen Mauern gegen die boese Welt und ihren „Zeitgeist“ ab. Dagegen steht die Konzilskirche, die Bruecken baut zu dieser Welt, nicht um sie wieder beherrschen zu wollen sondern um in ihr „Samenkoerner“ des Lichtes zu entdecken und die frohe Botschaft von Jesus Christus im Dialog zur Sprache zu bringen.

Ich werde mich auch weiterhin mit aller Kraft und vor allem in meiner Praelatur fuer die Konzilskirche einsetzen.

Jesus hat sich zwar auch mit aller Deutlichkeit den Pharisaern entgegengesetzt, aber er hat dabei nie einen mit Namen angegriffen. Dies und die Schaerfe meiner Ausdruecke war mein Fehler und hat leider dazu beigetragen, dass die Presse den Konflikt der Kirchenbilder auf einen persoenlichen Konflikt reduzierte. Ich bitte Erzbischof Gaenswein und alle die ich damit verletzt habe um Entschuldigung und nehme meine Worte des „Nachrufs“ zurueck.



Blog von Reinhold Nann, 9.2.2020
Georg Gaenswein - Ein Nachruf

Lange war Georg Gaenswein ein Medienstar und einflussreicher Mann im Vatikan. Als Kardinal Ratzingers Privatsekretaer wurde er zum Sekretaer des Papstes Benedikt. Kurz vor dessen Ruecktritt wurde er Praefekt des paepstlichen Hauses mit dem Titel Erzbischof. Immer strahlend laechelnd hinter dem Papst. Auch bei Franziskus bis vor wenigen Tagen. Nun ist damit Schluss – endlich. Denn Georg Gaenswein ist tief in die Machtspiele der Kurie verstrickt. Jetzt hat ihm Franziskus die Fluegel beschnitten. Erstmal ist er von seinen offiziellen Aufgaben im Vatikan “beurlaubt”, wie man das so schoen nennt. Er darf aber weiterhin Altenpfleger von Benedikt sein.

Ich gebe es gerne zu: er war mir schon seit unserer gemeinsamen Zeit im Priesterseminar in Freiburg unsympathisch. Schon damals sehr auf sein Auesseres bedacht, strahlendes Laecheln aber hart im verbalen Angriff, extrem konservativ. Nach seinem Aufbaustudium im Kirchenrecht ging er gleich nach Rom. In einer deutschen Pfarrei oder Dioezese waere er durch seine polarisierende Art untragbar gewesen. In der Kurie war er nicht nur ein Privat-Sekretaer. Er hat sich seine Kontakte aufgebaut. In dem durchaus umstrittenen Buch “Sodom” von Frederic Martel werden seine Kontakte mit Kardinal Mueller, Kardinal Sarah und der Fuerstin Gloria von Thurn und Taxis beschrieben. Eine “Lobby” eigener Art.

Die Affaere mit dem Buch von Sarah – Ratzinger brachte nun das Fass zum Ueberlaufen. Gaenswein selbst bekam offenbar nasse Fuesse und forderte Sarah auf, die Mitautorenschaft von Benedikt aus dem Buchtitel zu streichen. Ich hatte in letzter Zeit schon oefter den Eindruck, dass die Clique um Benedikt den armen alten emeritierten Papst ganz kraftig manipuliert und fuer ihre Intrigen einspannt. Und der Drahtzieher bei all dem kann eigentlich nur der Sekretaer gewesen sein. Nun hat er sich ueberreizt. Genau wie vorher Mueller. Ciao Don Giorgio.

Ich bete jeden Tag fuer Papst Franziskus. Dass er die “Boecke” von den “Schafen” im Vatikan unterscheiden kann und im Heiligen Geist die Kurie und die Kirche erneuert.

Veranstaltung mit "Pachamama"-Aktivisten Tschugguel abgesagt


Katholisch.de, 10.2.2020
Deutliche Kritik von mehreren Seiten
Pfarrei sagt Veranstaltung mit "Pachamama"-Aktivisten Tschugguel ab
Im Oktober warf Alexander Tschugguel mehrere "Pachamama"-Figuren in den Tiber. Bei einer Diskussionsveranstaltung in einer Pfarrei im Bistum Aachen sollte er darüber sprechen. Jetzt wurde das Podium aber abgesagt – nach Kritik von mehreren Seiten.

Stellungnahme von Misereor vom 3.2.2020

Presseerklärung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt vom 8.2.2020

Freitag, 7. Februar 2020

Papstschreiben zur Amazonas-Synode für Mittwoch angekündigt

Papstschreiben zur Amazonas-Synode für Mittwoch angekündigt
Vatikanstadt, 07.02.2020 (KAP) Das Papstschreiben zur Amazonas-Synode wird am Mittwoch vorgestellt. Wie das vatikanische Presseamt am Freitag bekanntgab, trägt das Dokument den Titel "Querida Amazonia" ("Geliebtes Amazonien"). Die Präsentation erfolgt unter anderem durch den Leiter der Abteilung für Flüchtlinge und Migranten im Vatikan, Synoden-Sondersekretär Kardinal Michael Czerny, durch den brasilianischen Jesuiten-Theologen Adelson Araujo Dos Santos, die Ordensleiterin Augusta de Oliveira und den brasilianischen Klima-Experten Carlos Nobre.

Mit dem Schreiben in Form einer sogenannten "Apostolischen Exhortation" legt Franziskus seine Folgerungen zu der Synode vor, die vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan über aktuelle Herausforderungen im Amazonasgebiet diskutierte. Unter dem Motto "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie" ging es unter anderem um ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region Südamerikas, die Stärkung der indigenen Bevölkerung sowie um neue Wege in der Seelsorge.

In ihrem Schlussdokument sprachen sich die 280 Synodalen für Ausnahmen vom Zölibat angesichts des Priestermangels in entlegenen Regionen aus. Auch plädierten sie für ein weiteres Nachdenken über die Zulassung von Frauen zum Diakonat und eine stärkere Würdigung indigener Traditionen in der Kirche.



Iglesia e Mineria, 10.2.2020
Moema Miranda: La exhortación “Querida Amazonía” del Papa Francisco trae esperanza y reafirma la urgencia de un mundo con justicia
Desde su rol en la coordinación de la Red Iglesias y Minería, Moema Miranda, indica que el propio título de la exhortación papal “Querida Amazonía” revela cómo el Papa retoma lo que ha sido un elemento esencial de todos los principales documentos publicados por él: “ese énfasis en la afectividad y en la relación. Una relación amorosa entre todos y todo. Esa posibilidad de recreación de vínculos profundos, recreación de vínculos amorosos que el tiempo tan duro de la modernidad, principalmente este tiempo destructivo del capitalismo que transforma todo en mercancía. Ese es el gran diferencial de lo que ha sido el pontificado del Papa Francisco. Esa posibilidad amorosa”.

“Es bueno que escuchemos lo que él está clamando sobre la urgencia de promover otro tipo de economía. Lo que algunos llamamos “Economía de Francisco”. Ese reordenar la economía, esa necesidad de retomar lo afectivo y lo amoroso, de un vínculo de amor no romantizado o infantilizado, ni transformado en un mero gesto dentro de la sacristía, sino de una relación que nos compromete, que nos vuelve responsables con los otros, con nosotros mismos y con el conjunto de la Creación, de la cual somos parte. Eso es, lo que podemos anticipar de la próxima exhortación del Papa”.

Donnerstag, 6. Februar 2020

Bolsonaro erlaubt Ausbeutung indigener Gebiete


ORF, 6.2.2020
Gesetz zur Ausbeutung indigener Gebiete in Brasilien
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat einen Gesetzesentwurf unterzeichnet, der den Bergbau, die Energiegewinnung und andere wirtschaftliche Aktivitäten in indigenen Gebieten erlauben soll. Wie die brasilianische Ausgabe der Zeitung „El Pais“ berichtete, wollte Bolsonaro das Projekt heute dem Parlament zur Bewilligung vorlegen. Bei einer Zeremonie in Brasilia hatte Bolsonaro von einem großen Schritt gesprochen.
Die Freigabe indigener Reservate zur wirtschaftlichen Ausbeutung sei „ein Traum“,sagte der ultrarechte Präsident. Bolsonaro fiel auch wieder mit abfälligen und rassistischen Äußerungen auf. „Der Indio ist ein menschliches Wesen genau wie wir“, sagte er und stellte damit erneut die Existenz der Indigenen als menschliche Wesen infrage. Im Jänner hatte er mit einem ähnlichen Zitat einen Eklat ausgelöst. Die Indigenen sollen künftig bei geplanten Wirtschaftsprojekten zwar angehört werden. Die Entscheidung liegt in den meisten Fällen aber beim Parlament.


VaticanNews, 6.2.2020
Brasilien: Bolsonaro startet Angriff auf indigene Gebiete
Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Messias Bolsonaro hat eine Gesetzesinitiative zur wirtschaftlichen Ausbeutung indigener Gebiete gestartet. Damit soll Artikel 231 der Verfassung von 1988 genauer definiert werden.
Das heißt konkret: die wissenschaftliche Erforschung, den Abbau von Rohstoffen sowie die Erzeugung von Energie in den Reservaten zuzulassen. Dies könnte der seit langem erwartete Schritt hin zur Auflösung der indigenen Gebiete sein, befürchten Bolsonaros Kritiker.

Der Anfang vom Ende?
Die von Indigenen bewohnten Gebiete in Brasilien, zusammen rund 13 Prozent des Staatsgebietes, sind bisher geschützt. Nur den dort lebenden Völkern ist es gestattet, das Gebiet wirtschaftlich zu nutzen. Jedoch kommt es immer wieder zu Gebietsverletzungen durch Farmer, die dort ihr Vieh grasen lassen, sowie durch illegale Goldsucher und Jäger. Nach Bolsonaros Willen sollen dort demnächst die Goldförderung, der Bergbau, die Förderung von Öl und Gas sowie die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft ganz legal möglich sein. Es geht um Milliardengewinne und aus Sicht der Befürworter um Brasiliens Sprung in die Oberliga der globalen Wirtschaftsmächte.

Es geht um Milliardengewinne
Bereits im Wahlkampf 2018 hatte Bolsonaro, der sowohl von Farmern als auch von den Goldgräber-Vereinigungen unterstützt wurde, die Öffnung der Gebiete angekündigt. Keinen Zentimeter Boden werde er den Indigenen mehr geben, kündigte der Ex-Militär damals an. Am Mittwoch bezeichnete er die Indigenen anlässlich der Verkündung der Gesetzesinitiative in Brasilia als „Menschen wie wir, Brasilianer wie wir“. Sie würden an den Gewinnen aus der Ausbeutung beteiligt werden, versprach Bolsonaro.

Rundumschlag gegen Umweltschützer
Der Präsident holte dabei auch zum Rundumschlag gegen Umweltschützer aus. Am liebsten würde er diese in Amazonien „einsperren“, erklärte Bolsonaro mit einem Lächeln: Dann würden sie endlich nicht mehr stören. Bereits in der Vergangenheit war Bolsonaro durch Beschimpfungen von Umweltaktivisten aufgefallen. So hatte er die Organisation WWF sowie den für sein Umwelt-Engagement bekannten Hollywood-Star Leonardo DiCaprio vor einigen Wochen beschuldigt, für die Brände im Amazonaswald verantwortlich zu sein.
Bolsonaros Kabinettschef Onyx Lorenzoni bezeichnete die Gesetzesinitiative zur Öffnung der Reservate derweil als „zweites goldenes Gesetz“ - also eine zweite Befreiung aus der Sklaverei, in Anspielung auf das „Goldene Gesetz“ von 1888, das dieses Unrecht in Brasilien zumindest theoretisch beendete. „Ab jetzt haben die indigenen Völker die Freiheit, zu entscheiden“, so Lorenzoni. „Nun kann man Bergbau betreiben, Energie erzeugen, Öl und Gas fördern und die indigenen Felder bestellen.“

Widerstand von Seiten der Kirche
Derweil kündigte der Direktor des katholischen Indigenen-Missionsrates Cimi, Antonio Eduardo Oliveira, Widerstand gegen Bolsonaros Pläne an. Man werde in der Gesellschaft Druck ausüben, um die Gesetzesinitiative zu stoppen und „in diesem dunklen Moment der Geschichte unseres Landes siegen“. Noch ist unklar, wie der Kongress Bolsonaros Pläne aufnehmen wird. Eine 2019 durchgeführte Umfrage hatte jedenfalls ergeben, dass 86 Prozent der Bevölkerung gegen die wirtschaftliche Ausbeutung der Indigenen-Gebiete sind, die vor allem privaten Unternehmen zugutekommen dürfte.

Evangelikaler neuer Indigenen-Beauftragter
Bereits am Montag hatte Bolsonaro eine weitere umstrittene Entscheidung getroffen. So ernannte er den Anthropologen Ricardo Lopes Dias zum Leiter der Abteilung für unkontaktierte Völker in der Indigenen-Behörde Funai. Dias war zuvor über zehn Jahre lang aktives Mitglied der New Tribes Mission (NTM) gewesen, einer evangelikalen Missionsbewegung, die ihren Fokus auf isoliert lebende Völker richtet.
Der NTM wird vorgeworfen, ihre Evangelisierungsarbeit auch gegen den Willen der Betroffenen voranzutreiben. Zudem sollen durch die Missionare in der Vergangenheit Krankheiten bei den Völkern eingeschleppt worden sein. Indigene Vereinigungen hatten vergeblich gegen die Ernennung von Dias protestiert.


G1 - O Globo, 6.2.2020
Índios podem vetar mineração em suas terras, mas não hidrelétricas, diz projeto do governo
Proposta para exploração de terras indígenas chegou ao Congresso nesta quinta (6). Produção de óleo e gás e de energia hidrelétrica poderá ser liberada mesmo que índios sejam contra.

CIMI, 06/02/2020
Apib repudia projeto do governo Bolsonaro que libera mineração, hidrelétricas e agronegócio nas terras indígenas
Projeto de Lei 191/2020 foi protocolado na Câmara dos Deputados pelo Executivo nesta quinta-feira (6)

Evangelikaler Missionar wird Leiter für isoliert lebende Völker Brasiliens


Blickpunkt Lateinamerika, 3.2.2020
Brasilien: Evangelikaler Missionar soll über isoliert lebende Indigene wachen
Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro will isoliert lebende indigene Völker einem evangelikalen Missionar anvertrauen. Doch die Indigenen wehren sich.

Brasiliens indigene Völker laufen Sturm gegen die geplante Ernennung eines ehemaligen Pastors und Missionars zum obersten Wächter über die isoliert lebenden Völker. Der Anthropologe Ricardo Lopes Dias soll laut Medienberichten in den nächsten Tagen zum Leiter der Abteilung für unkontaktierte Völker in der Indigenen-Behörde Funai ernannt werden. Damit würden ihm die geschätzt 114 unkontaktiert lebenden Völker Brasiliens unterstehen. Über zehn Jahre lang war Lopes Dias aktives Mitglied der New Tribes Mission (NTM), einer evangelikalen Missionsbewegung, die ihren Fokus auf isoliert lebende Völker hat.

"Einen NTM-Missionar mit der Leitung der Funai-Abteilung für unkontaktierte Völker zu betrauen, ist, wie einen Fuchs mit dem Schutz des Hühnerstalls zu beauftragen", kritisiert Sarah Shenker von der Menschenrechtsvereinigung Survival International (SI). Dies sei ein "offener Akt der Aggression; eine Ankündigung, dass diese Völker auch gegen ihren Willen kontaktiert werden sollen". Shenker sieht in der Personalie einen Zusammenhang mit Bolsonaros Plan, die indigenen Schutzgebiete für die Ausbeutung durch die Privatwirtschaft zu öffnen.

Vorwurf: NTM zwangsevangelisiert unkontaktierte Indigene

Mehrere Indigenen-Organisationen sprachen sich gegen die Ernennung aus. Die Missionierung isolierter Völker bedeute deren Vernichtung, so die UNIVAJA, die indigene Völker im Javari-Tal vertritt, wo mehrere isolierte Völker leben. Paulo Tupiniquim von der Indigenen-Organisation Apib befürchtet, dass Lopes Dias Änderungen innerhalb der Funai durchsetzen könnte: "Die Indigenen haben schon genug unter Missionaren gelitten, die die indigenen Religionen verurteilten und uns bekehren wollten."

Rund zehn Jahre lang arbeitete Dias Lopes für die NTM, die in Deutschland unter dem Namen "Ethnos360" aktiv ist. Insgesamt sollen mehr als 3.000 Missionare in zwei Dutzend Ländern für die 1942 in Florida gegründete Organisation tätig sein. Ihren Auftrag sieht die NTM darin, das Christentum Völkern nahezubringen, für die es bislang keine Bibelübersetzung gibt. Der Fokus richtet sich dadurch besonders auf isoliert lebende Indigenenvölker. In der Vergangenheit geriet NTM mehrfach in die Schlagzeilen, weil durch ihre Arbeit Krankheiten unter Indigenen verbreitet worden seien. In den 70er und 80er Jahren sollen ihre Missionare den Tod von Mitgliedern des paraguayischen Nomadenvolkes Ayoreo verursacht haben. In den 90er Jahren wurde NTM aus dem Amazonas-Teilstaat Para ausgewiesen, nachdem Indigene vom Volk der Zo'e starben.

Katholische Kirche für Bewahrung der indigenen Religion und Kultur

Am Freitag, 31. Januar 2020, erhob der Indigenenverband COIAB, der Amazonas-Völker vertritt, schwere Vorwürfe gegen die NTM. Deren Missionare hätten in der Vergangenheit mit Lügen und gar unter Androhung von Gewalt Zwangsevangelisierung betrieben. Durch Krankheiten sei es zum Tod mehrerer Indigener gekommen. Ebenfalls am Freitag sprach der katholische Indigenen-Missionsrat Cimi, Projektpartner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, den Völkern Solidarität aus. Die Bolsonaro-Regierung trage die Verantwortung für die drohende Vernichtung der indigenen Völker. Cimi spricht sich dafür aus, den ursprünglichen Glauben der Indigenen zu bewahren.

Lopes Dias äußerte sich am Wochenende in der Zeitung "O Globo" zu den Vorwürfen. Seine Arbeit werde "professionell" sein; er werde nicht eine Evangelisierung der Indigenen vorantreiben. Lopes Dias sieht sich als Opfer: "Da läuft eine Diskriminierung ab, weil ich evangelikal bin. Dabei bin ich Anthropologe, habe meinen Magister und zudem gerade meinen Doktor gemacht." Er besitze "das nötige Wissen über die Lage der Indigenen in Brasilien".

Lopes Dias weist Vorwürfe zurück

Als Leiter der Abteilung für unkontaktierte Völker wäre Lopes Dias für 11 Schutzzonen mit 19 Funai-Stützpunkte verantwortlich. In den vergangenen Monaten gab es an mehreren Stützpunkten Angriffe durch illegale Goldsucher, Jäger und vermutlich gar Drogenbanden; das Justizministerium entsandte daraufhin Polizisten und Soldaten.
Indigenen-Vertreter glauben, dass die Funai geschwächt wird, um die Schutzzonen zu reduzieren und für Landwirtschaft und Bergbau zu öffnen. Bolsonaro hat angekündigt, den Indigenen kein neues Land mehr zuzuteilen und bereits bestehende Reservate zu reduzieren.



ORF, 5.2.2020
Missionar soll sich um Indigene in Brasilien kümmern
Die Ernennung eines ehemaligen evangelikalen Missionars zum Koordinator für isoliert lebende indigene Völker in der Indigenenbehörde (FUNAI) hat in Brasilien Empörung hervorgerufen.

Der Anthropologe Ricardo Lopes Dias war über die Organisation Missao Novas Tribus do Brasil (MNTB) zehn Jahre in der Missionierung von Indigenen tief im brasilianischen Amazonas-Gebiet tätig gewesen. Nachdem sein Name in brasilianischen Medien bereits gehandelt worden war, wurde seine Ernennung gestern im Amtsblatt des Bundes veröffentlicht.

„Polemische Wahl“
Die Zeitung „Estado de S. Paulo“ hatte Lopes Dias als „polemische Wahl“ bezeichnet, die den Umgang der FUNAI mit isolierten indigenen Völkern komplett verändern könne. Nachdem die Militärs während der Diktatur in Brasilien den Kontakt zu indigenen Völkern, die bis dahin keinen Kontakt zur Welt der Weißen gehabt hatten, bewusst gesucht hatten, betrieb die FUNAI in den vergangenen 30 Jahren eine Politik des Nichtkontakts.

Der Kontakt mit den Weißen hatte verschiedene indigene Völker dezimiert, weil sie keine Abwehrkräfte gegen Krankheiten wie Masern, die Grippe oder einfach nur Schnupfen hatten. Heute hat die FUNAI mehr als 100 isolierte Völker registriert.

Bolsonaro sucht Kontakt
Die Regierung des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro distanziert sich von der Politik des Nichtkontakts. Erst kürzlich hatte Bolsonaro gesagt, dass der Indio sich weiterentwickle und „immer mehr zu einem normalen menschlichen Wesen“ werde.

Indigene und Organisationen wie der Indigene Missionsrat, mit dem die Hilfswerke Adveniat und Misereor zusammenarbeiten, hatten die Ernennung von Lopes Dias zurückgewiesen. Die Vereinigung Indigener Völker Brasiliens äußerte die Vermutung, dass die Regierung Bolsonaros den Interessen der Evangelikalen, einer ihrer großen Unterstützergruppen, folge.


VaticanNews, 6.2.2020
Brasilien: Bolsonaro startet Angriff auf indigene Gebiete
Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Messias Bolsonaro hat eine Gesetzesinitiative zur wirtschaftlichen Ausbeutung indigener Gebiete gestartet. Damit soll Artikel 231 der Verfassung von 1988 genauer definiert werden.


pro - Christliches Medienmagazin, 5.2.2020
Bolsonaro will Missionar zum Indigenen-Beauftragten ernennen
Brasiliens Präsident Präsident Jair Bolsonaro will einen ehemaligen Missionar zum Behördenleiter für isoliert lebende Völker im Land einsetzen. Die geplante Personalie stößt auf Kritik.


BBC-Brasil, 31.1.2020
Quem é o ex-missionário evangélico nomeado para a chefia do órgão de proteção a índios isolados da Funai
Um teólogo e antropólogo que trabalhou como missionário evangélico na Amazônia por uma década foi nomeado chefe do órgão da Funai (Fundação Nacional do Índio) responsável pela proteção a indígenas isolados.

G1 - O Globo, 31/01/2020
Entidade que reúne indígenas da Amazônia critica nome cotado para coordenação da Funai
A Coordenação das Organizações Indígenas da Amazônia Brasileira (COIAB) afirmou nesta sexta-feira (31), em nota de repúdio, que a possível nomeação do antropólogo e bacharel em Teologia Ricardo Lopes Dias para coordenar a área de Índios Isolados da Fundação Nacional do Índio (Funai) significa "mais um ataque" do governo contra os povos indígenas.

DW-Brasil, 5.2.2020
Governo nomeia missionário para chefiar setor de índios isolados
Pastor e ex-missionário evangélico, Ricardo Lopes Dias trabalhou em missão americana de evangelização de indígenas na Amazônia. Entidades haviam repudiado indicação, que envolve um dos setores mais sensíveis da Funai.

Comunhão, 3.2.2020
Mais um evangélico no alto escalão do governo
Pastor Ricardo Lopes Dias já foi ligado à Missão Novas Tribos do Brasil e atuava como missionário deve comandar órgão de proteção a índios isolados, da Funai

Youtube-Video, 4.4.2014
MNTB Missões Novas Tribos do Brasil

Sonntag, 2. Februar 2020

Theologe Tück: Pachamama-Versenker missachtet Zweites Vatikanum

Kathpress, 2.2.2020
Tück: Causa Pachamama zeugt von verengtem Blick auf Katholisches
Wiener Theologe: Der selbst ernannte Verteidiger des Katholischen und seine applaudierenden Sympathisanten würden hinter Tradition des Konzils fallen - Durch Intoleranz und Verachtung des anderen beschädigten sie Wahrheit, die sie bezeugen wollen

Wien, 02.02.2020 (KAP) Mit einer scharfen Kritik an einem "verengten Blick auf das Katholische" hat sich der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück zu Wort gemeldet. Anlass der Wortmeldung Tücks war die Teilnahme des umstrittenen Erzbischofs Carlo Maria Vigano sowie des Wiener Aktivisten Alexander Tschugguel Ende Jänner bei einer Demonstration in München mit Kritikern des Synodalen Wegs. Tschugguell hatte zuletzt internationales Aufsehen erregt in der "Causa Pachamama". Am 21. Oktober 2019 hatte der Konvertit und Lebensschützer während der Amazonien-Synode in Rom indigene Holzfiguren aus der Kirche Santa Maria in Traspontina entfernt und in den Tiber geworfen.

"Die Weite des Katholischen wird verengt, ja sie nimmt Schaden, wenn sie nach Art der Makkabäer verteidigt wird und Aussagen der Schrift biblizistisch als Handlungsanweisungen missverstanden werden", so Tück am Sonntag gegenüber "Kathpress". Der selbst ernannte Verteidiger des Katholischen und seine applaudierenden Sympathisanten würden hinter die Tradition des Konzils zurückfallen. Durch Intoleranz und Verachtung des anderen beschädigten sie die Wahrheit, die sie bezeugen wollen.

Wertschätzung aber "kein Freibrief"

Bereits das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) habe "einen Exklusivismus überwunden, der in der katholischen Kirche die allein wahre Religion sieht und alle anderen religiösen Überzeugungen als falsch verwirft", erläuterte Tück. Gegenüber anderen Kulturen und Traditionen beharre das Konzil auf einer wertschätzende Haltung und anerkennt, dass "Momente des Wahren, Guten und Heiligen auch in nichtchristlichen Religionen und Kulturen zu finden" seien. Dies dürfe jedoch nicht als "Freibrief" missverstanden werden, alle Religionen und Weltanschauungen für gleich wahr und gleich gut zu halten, betonte Tück: "Es gibt Unterschiede. Eine Theologie der Inkulturation, die vor lauter Wertschätzung des Anderen das Eigene bis zur Selbstverleugnung hintanstellt, ist daher problematisch und kann sich nicht auf das Konzil berufen."

Der Katholizismus habe seit jeher ein gelassenes Verhältnis zu Bildern und Statuen unterhalten. Wichtig ist allerdings das Ergebnis im Bibelstreit aus dem 8. Jahrhundert, seitdem man zwischen "Anbetung" und Verehrung" unterscheidet. Demnach könne nur Gott alleine angebetet werden, Bilder des Erlösers, der Gottesmutter und der Heiligen dürften aber nur verehrt werden.

Der Eifer für den einen wahren Gott, der sich in der Versenkung der Figuren im Tiber entladen hat, sei historisch blind. Er sehe nicht, "dass er genau die Tradition fortschreibt, die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet. Verachtung 'heidnischer' Kulturen im Namen der christlichen Wahrheit hat immer wieder ikonoklastische Praktiken freigesetzt", so der Theologe. Das semantische Dynamit, das im Eifer für den wahren Gott gegen die falschen Götzen liegt, könne nur durch eine reflexive Haltung zum eigenen Erbe entschärft werden.

Statuen Dorn im Auge gewesen

Aktivist Alexander Tschugguel hat sich nun zwei Wochen nach der Aktion in einem Video auf YouTube geoutet und seinen bilderstürmerischen Akt in englischer Sprache erläutert. Er erklärte, die Holzfiguren in den Seitenkapellen der Kirche seien ihm ein Dorn im Auge gewesen. Die Statuen, die man unter dem Titel "Pachamama" als Fruchtbarkeitssymbol verehre, stamme nicht aus der Amazonas Region sondern seien viel mehr eigens für die Synode fabriziert und aufgestellt worden. Außerdem handle es sich nicht um altehrwürdige Kulturobjekte.

In der Platzierung dieser "Götzenstatue" im Sakralraum der Kirche sieht Tschugguel einen sichtbaren Verstoße gegen das erste Gebot: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Papst Franziskus wandte sich entschieden gegen die Aktion, wie auch Kardinal Christoph Schönborn. Unterstützung fand Tschugguell hingegen von den Kardinälen Brandmüller und Burke, aber auch von dem ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Müller.

Im Umfeld der Amazonien-Synode sei wiederholt vom Schrei der verwundeten "Mutter Erde" die Rede gewesen. Eine ganzheitliche Öko-Spiritualität, welche die Natur als "Mutter Erde" sakralisiere, sei allerdings nicht unproblematisch. "Sie unterläuft die theologische Differenz zwischen Gott, dem Schöpfer und der Welt als seiner Schöpfung", erläuterte der Theologe.


Katholisch.de, 2.2.2020
Vorfall hatte während Amazonas-Synode für Aufsehen gesorgt
Tück: "Pachamama"-Versenker hinter Zweites Vatikanum zurückgefallen
Ein Aktivist warf während der Amazonas-Synode indigene Holzfiguren in den Tiber. Damit habe er eine Tradition fortgeschrieben, "die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet", betont der Dogmatiker Jan-Heiner Tück.