Samstag, 12. März 2011

Fischer am Xingu protestieren gegen Belo Monte

Mit dem Segen von Dom Erwin Kräutler, Bischof am Xingu und Präsident des Indigenen Missionrates (CIMI), legten heute (11.3.) 55 Boote mit mehr als 200 Fischern los, um sich am "Angeln zur Verteidigung des Xingu-Flusses und gegen Belo Monte" zu beteiligen. Die Aktion auf dem Rio Xingu wird von der regionalen Fischerbewegung mit Unterstützung der Landpastorale (CPT), CIMI, FASE, der Prälatur am Xingu und Umweltschutzbewegungen organisiert. Weitere 25 Boote mit etwa 100 Fischern aus den Städten Medicilândia, Belo Monte und Brasil Novo werden erwartet.

Laut Fábio Barros von der CPT-Pará werden die Fischer am Montag Morgen in Altamira erwartet, und es soll eine große Boots-Prozession in Richtung des Gebäudes von Elektronorte am Stadtrand von Altamira geben. In einer Kundgebung und mit Filmen soll die Öffentlichkeit über das Kraftwerksprojekt Belo Monte und seine katstrophalen Auswirkungen auf Mensch und Natur aufzuklärt werden.
Die Fischer rechnen mit einem Fang von 10 – 13 Tonnen. Damit wird das gemeinsame Mittagessen organisiert und der Rest soll an die Bevölkerung von Altamira verschenkt werden.

Union für den Widerstand
Bei der Vorbereitung auf diese Aktion erhielten die Bewohner der Ufersiedlungen Nylonfaden und sie wurden eingeladen kleine Netze zu knüpfen. Diese sollen bei der Schlusskundgebung am 14.3. zu einem großen Fischernetz von 200 bis 300 Metern Länge zusammengefügt werden, als Symbol für den Zusammenschluss aller Gemeinden im Kampf gegen Belo Monte. Laut Fabio haben bei dieser Aktion die Betroffenen selbst die Möglichkeit, sich zu artikulieren.

Zwischen 25 und 27. März wird in Vitória do Xingu eine Versammlung von Fischern stattfinden, bei der 600-700 Fischer erwartet werden, um weitere Aktionen und Taktiken zu erörtern.

Fotoalbum von Xingu Vivo

CNBB, 11.3.2011
Pescadores do Xingu iniciaram hoje ações para a grande pescaria contra Belo Monte
Com a benção do bispo do Xingu e presidente do Conselho Indigenista Missionário (CIMI), dom Erwin Krautler, marcou hoje, 11, a saída de 55 barcos com mais de 200 pescadores que irão participar da “Grande Pescaria em Defesa do Xingu e contra Belo Monte”.

OAS fordert Auskünfte über Belo Monte


Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verlangt von Brasilien Informationen über die umweltrechtliche Genehmigung des Wasserkraftwerks Belo Monte.

Der Anfrage erfolgte aufgrund eines Antrags von Nichtregierungsorganisationen an die Kommission für Menschenrechte (IACHR) der OAS zu Vorsichtsmaßnahmen wegen der Auswirkungen von Belo Monte.

Darin ersuchten die NGOs die OAS um Unterstützung bei der Aussetzung der Umweltlizenz für Belo Monte und forderten die Einstellung der Arbeiten und die Achtung der Rechte der vom Bau betroffen Menschen.

Als Reaktion darauf hat nun die OAS die brasilianische Regierung aufgefordert, innerhalb von zehn Tagen Informationen über den Stand der öffentlichen Zivilklage der Bundesstaatsanwaltschaft zu bringen, die die sofortige Annullierung der partiellen Lizenz gefordert hatte. Die NGOs hatten darauf hingewiesen, dass es für die vom Umweltinstitut (IBAMA) erteilte partielle Lizenz keine rechtliche Grundlage gibt.

Weiters fordert die OAS von der Regierung einen Bericht über die durchgeführten Anhörungen der indigenen Bevölkerung.


Agência Brasil, 11.3.2011
OEA pede ao Brasil informações sobre Belo Monte
Brasília - A Organização dos Estados Americanos (OEA) solicitou ao Brasil informações sobre a forma como estão sendo conduzidos o licenciamento e os depoimentos relativos à Usina Hidrelétrica de Belo Monte. A solicitação atende a pedido de medida cautelar encaminhada pelo Movimento Viva Xingu e mais 40 entidades à Comissão Interamericana de Direitos Humanos (CIDH) da OEA.

EcoAgência, 13.3.2011
Brasil é intimado a se manifestar sobre licença de Belo Monte na OEA
O questionamento ao governo brasileiro é uma resposta a um pedido de medida cautelar encaminhada à CIDH em novembro de 2010.

Freitag, 11. März 2011

Wasserkraftwerk Jirau: ein vorhergesagtes Desaster

Telma Monteiro, 10.3.2011
Jirau: o desastre anunciado

Übersetzung PlattformBeloMonte - Die Bundesstaatsanwaltschaft von Rondônia verhängte am 25. August 2008 aufgrund einer öffentlichen Zivilklage (ACP) eine einstweilige Verfügung gegen die Ortsverlagerung für das Wasserkraftwerk Jirau am Rio Madeira. Die Nationale Energiebehörde (ANEEL), das Brasilianischen Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA) und das Konsortium Nachhaltige Energie in Brasilien (ENERSUS), heute ESBR, waren die Angeklagten.

Die Kläger Heitor Alves Soares, Staatsanwaltschaft von MPF Rondônia, und Aidee Maria Moser Torquato, Richterin am Landesgericht von Rondônia, hatten die Annulierung der Auktion Nr. 005/2008 und des Konzessionsvertrags zwischen der Union und dem Konsortium ESBR gefordert. Laut Staatsanwaltschaft hätte IBAMA die Installationslizenz für den Bau des Kraftwerks am neuen Standort 9,2 km flussabwärts, wie von den Unternehmen entschieden, nicht genehmigen dürfen.

Diese Ortsänderung für Jirau war nach der Vergabe der Umweltlizenz und der Auktion erfolgt. Damit wurde ein Präzedenzfall für Genehmigungsverfahren von Staudämmen geschaffen, der gefährliche Auswirkungen für Belo Monte hat. Auch hier hat die Staatsanwaltschaft bereits Anklage erhoben gegen Veränderungen am ursprünglichen Projekt Belo Monte, die nach der Versteigerung erfolgt sind.

Die Betreiber von Jirau begründeten damals ihre Standortänderung mit Einsparung von R$ 1 Mrd, fast 12% der gesamten Investitionen. Sie stellten die Lieferung von Energie sogar vor der im Vertrag festgelegten Frist in Aussicht. Jirau ist bereits im dritte Baujahr und die ersten Turbinen sollen im März 2012 in Betrieb gehen. Als Vorzüge des neuen Standortes wurden genannt: Verminderung der Umweltzerstörung, Verringerung der Erdbewegungen, Kostensenkungen und vorzeitige Inbetriebnahme. Aber scheinbar ist irgend etwas völlig falsch gelaufen - in Wirklichkeit ist es ganz anders.

Schon in der Beurteilung der Kostenaufstellung für Jirau, die von der Energieforschungsbehörde (EPE) für die Auktion und für die Konzessionsvergabe von Jirau vorgelegt worden waren, stellte der Rechnungshof (TCU) einige Ungereihmtheiten in den Angaben fest. Indirekte Kosten und die Preise der elektromechanischen Ausrüstung hätten nach oben korrigiert und die Kosten für 130 km Hochspannungsleitung zum Umspannwerk, die im ursprünglichen Haushaltsplan nicht vorgesehen war, berücksichtigt werden müssen.

Jirau wurde versteigert, ohne die Bedenken des TCU zu beachten. Ein Rechtsstreit zwischen den Projektentwicklern von Jirau, Furnas und Odebrecht – sie konnten zuvor die Versteigerung des Kraftwerks Santo Antônio für sich entscheiden - und den Gewinnern der Auktion, GDF Suez und Camargo Correa, war die Folge. Odebrecht konnte diese Niederlage, die auch den Industriesektor überrascht hatte, nur schwer verkraften. Denn damit waren die von Furnas und Odebrecht einkalkulierten Preisvorteile, die sich durch den Bau von zwei Anlagen - Santo Antônio und Jirau – ergeben hätten, nicht gegeben.

Die Gesamtkosten für Jirau blieben mit ungefähr R$ 9 Mrd unverändert, auch nach den von ESBR im Jahr 2008 vorgenommenen Änderungen am Projekt. Die Kosten konnten nicht um jene versprochene R$ 1 Mrd verringert werden, sondern laut heutigen Nachrichten (10.3.) wurden zusätzlich bereits R$ 900 Mio für Bauarbeiten benötigt.
Derzeit werden die Gesamtkosten für Jirau mit R$ Mrd 13 beziffert und das Konsortium ESBR klagt über gestiegene Erdarbeiten an der Stelle, wo sie ausdrücklich eine Einsparung erwartet hatte.

Fehlkalkulation oder Strategie, um mehr Geld von der Entwicklungsbank BNDES zu bekommen? Man wird es nie wissen, da man nie erfahren hat, wie viel Erdmaterial verschoben wurde oder wie das ursprüngliche Projekt war. Das Konsortium hat noch das Problem, fehlende Kunden für 30% des Stromes zu finden, der auf dem freien Markt vermarktet werden müsste – bei dort fallenden Preisen. Wer wird mindestens R$ 130 pro MWh bezahlen, die das Konsortium zur Deckung der Investitionen errechnet hat? Es gibt noch eine Überraschung. Die vorzeitig erwartete Stromproduktion wird infolge der Verzögerung beim Bau der Überlandsleitungen nicht transportiert werden können.

Kein Wunder, dass GDF Suez ihre Bautrupps abzieht und ihre Aktien für Jirau an die Tochtergesellschaft Tractebel überträgt.

RondoniaDinamica.com, 10.3.2011
Rondônia: Jirau não entregará energia antecipada e linha de transmissão está atrasada
A concessionária enfrenta ainda uma disputa com a usina de Santo Antônio em torno da operação.

Folha, 17.3.2011
Usina de Jirau tem histórico de polêmicas
A usina hidrelétrica de Jirau, no rio Madeira, já nasceu sob polêmica. Primeiro foi a demora do licenciamento ambiental. Depois, no leilão de concessão, o consórcio vencedor liderado pela Camargo Corrêa e pela Suez ofertaram 70% da energia a um preço de R$ 72 o MWh (megawatt/hora) para as distribuidoras do país, um valor considerado muito baixo.


Hintergrund:

EcoDebate, 20.8.2009
Complexo do rio Madeira, complexo até demais

cmi brasil, 12.7.2008
Complexo Hidrelétrico do Rio Madeira: não passará!

Videoteca:
O Chamado do Madeira
A luta dos povos da Amazônia contra os megaprojetos.

Cartilha-PDF do MAB sobre o Complexo Hidrelétrico do Rio Madeira

Brasilien: kirchliche Fastenkampagne hat Schutz der natürlichen Ressourcen als Thema

"Die gesamte Schöpfung zeufst und liegt in Geburtswehen.“ (Röm 8,22)



Hino da Campanha da Fraternidade 2011


Trailer do vídeo da Campanha da Fraternidade 2011

CNBB, 10.3.2011
Am Aschermittwoch, (9.3.2011) wurde die Kampagne der Brüderlichkeit der Brasilianische Bischofskonferenz für die Fastenzeit - "Brüderlichkeit und Leben auf der Erde" - in ganz Brasilien vorgestellt. In Goiânia wählte die Erzdiözese dafür die Städtische Mülldeponie als Ort der Feier, um die Verpflichtung der Kirche für das Umweltengagement zu unterstreichen.
In seiner Rede betonte Erzbischof Dom Washington Cruz die Verantwortung der Christen für unseren Planeten und den Schutz des Lebens, "vor allem für die Umwelt", und schloss mit dem Gebet des heiligen Franz von Assisi. Anschließend besuchte der Erzbischof den sanitären Komplex.

Kathweb, 10.03.2011
Belo Monte: Brasiliens Bischöfe warnen auch vor sozialen Folgen
Jährliche kirchliche Fastenkampagne "Campanha da Fraternidade" hat heuer Schutz der natürlichen Ressourcen als Thema
KAP) Die Brasilianische Bischofskonferenz hat am Mittwoch ihre Sorge über das geplante Megakraftwerk Belo Monte geäußert. Anlass war die Vorstellung der jährlichen kirchlichen Fastenkampagne "Campanha da Fraternidade" in der Hauptstadt Brasilia, deren Thema heuer der Schutz der natürlichen Ressourcen ist. Der Sekretär der Bischofskonferenz, Bischof Dimas Barbosa, warnte vor Folgen sowohl im Umwelt- als auch im Sozialbereich. Bereits jetzt seien die Folgen in Altamira zu spüren, wo überhaupt keine Infrastruktur für die vielen Neuzuzügler bestehe, so Barbosa.

Montag, 7. März 2011

Keine Sambastimmung für den Rio Xingu

Während am Rio Xingu mit den Planierarbeiten für Zufahrtswege zum Gebiet des Staudammes beim Sitio Pimentel begonnen wird, geht im Sambadrom von Rio de Janeiro der Carneval über die Bühne.

Die Sambaschule "São Clemente" startete die Umzüge in Rio de Janeiro. Acht Schulen präsentieren heute und morgen ihre Sambakünste und Choreographien, um schließlich als beste gekürt zu werden.


Sambaschule "Imperatriz" mit Themen aus der Medizin: Naturheilungen und moderne Krankheiten...

"Vila Isabel" erzählt die Geschichte des Haares, wobei auch Glatzköpfe zum Zug kommen.

An den popularen Umzügen in Rios Straßen nahmen 100 Trommelblöcke teil.

Vorbereitende Arbeiten für Belo Monte beginnen


Heute (7.3.) wurde mit den Erdarbeiten für die Zufahrt zum Sítio Pimentel, wo der Staudamm für das Kraftwerk Belo Monte errichtet werden soll, begonnen. Eine Reihe von Maschinen und Geräten wie Planierraupen, Grader, Bagger, Muldenkipper und Lastwagen sind bereits vor Ort im Einsatz. Laut Ingenieur Joseph Biagioni von Norte Energia dienen die Rodungen und Erdbewegungen nur zur Einrichtung der Baustellen, wie sie von IBAMA am 25.1. genehmigt worden waren. Die Lizenz ermöglicht dem Unternehmen den Bau von Lagerstätten, Büros, Krankenstation, Unterkünfte und Verpflegungseinheiten sowie Zufahrtswege, ohne dass alle 40 Umweltauflagen erfüllt sein müssen.

Die Bundesstaatsanwaltschaft hatte gegen diese partielle Lizenz Anklage erhoben, die zunächst zu einem einstweiligen Baustopp geführt hat. Das Urteil ist allerdings in Brasília aufgehoben worden. Laut Terminplan soll das Kraftwerk Belo Monte in einer ersten Ausbaustufe ab Jänner 2015 Strom liefern.

Usina Belo Monte, 9.3.2011
SBT TV/Altamira mostra terraplanagem no sítio Pimental