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Dienstag, 2. April 2013

Ecuador: Regenwald-Nationalpark soll Ölfeldern weichen


ORF, 1.4.2013
Ecuadors Regenwald im Visier der Ölmultis
Seit Jahren sorgen die im Amazonas-Gebiet von Ecuador vermuteten Ölreserven für heftige Debatten. Internationales Aufsehen erregte Präsident Correa vor Jahren mit dem wohl einzigartigen Angebot, bei ausreichend finanzieller Unterstützung auf Bohrungen in einem Nationalpark verzichten zu wollen. Nun zeigt man sich in Ecuador aber wieder weit mehr am Ausbau der Ölindustrie interessiert. Im Visier stehen dabei nicht zuletzt Chinas Ölmultis. Für die Ausschreibung eines drei Millionen Hektar großen, bisher unberührten Regenwaldgebietes war Ecuador mit einer großangelegten Roadshow jedenfalls bereits im Pekinger Hilton-Hotel zu Gast.

ORF, 5.4.2013
Fehde zwischen Amazonas-Stämmen in Ecuador
Zwischen Indios im Amazonasgebiet von Ecuador ist eine Blutfehde ausgebrochen. Mindestens 15 Mitglieder der Taromenani - ein Indio-Stamm, der keinen Kontakt zur weißen Zivilisation hat - seien von einer Gruppe des Huaorani-Stammes getötet worden, erklärte gestern der stellvertretende Vorsitzende der Huaorani, Gilberto Esquimo, gegenüber der dpa.
Das Justizministerium teilte über Twitter mit, dass es den Vorfall untersuche. Hintergrund sind Streitigkeiten über Waldrodungen und Erdölbohrungen.
Der Angriff erfolgte angeblich vergangene Woche im ostecuadorianischen Orellana-Gebiet als Repressalie für den Tod eines Huaorani-Führers und einer seiner beiden Frauen. Das Paar wurde vor einem Monat mutmaßlich von den Taromenani getötet, weil es nicht einen Stopp der Waldrodungen in der Umgebung erreicht hätte. Die Huaorani stehen, im Gegensatz zu den Taromenani, im Kontakt mit dem ecuadorianischen Staat.


Spiegel-Online, 17.12.2012
Erdöl aus Ecuador: Mögliches Ende einer Klimaschutz-Utopie
Es war ein Experiment für eine neue Form der globalen Zusammenarbeit: Ecuador wollte darauf verzichten, in einem Teil seines Regenwalds Erdöl zu fördern - und sich dafür von der Weltgemeinschaft entschädigen lassen. Jetzt könnte der Versuch vor dem Scheitern stehen. Es fanden sich bislang nicht genug Geldgeber.

Spiegel-Online, 17.2.20123
Aufschwung in Südamerika: China statt der alten Tante Europa
Dass Rafael Correa am Sonntag als Präsident von Ecuador wiedergewählt wird - daran gibt es kaum Zweifel. Er profitiert von der boomenden Wirtschaft in seinem Land und steht für den neuen Trend in Lateinamerika: mehr Handel mit China, weniger mit der EU.

National Geografic Heft 1/2013
Ecuador: Erdöl oder Regenwald?
Eine grosse Gefahr für die kostbare Lebens­vielfalt des Yasuní geht von einem Schatz tief unter der Erde aus: Dort lagern Hunderte Mil­lionen Barrel Erdöl. Inzwischen wurden viele Förderbereiche in dem Territorium abgesteckt, In dem auch der Park liegt. Ökonomische Inter­essen haben sich gegen den Naturschutz durch­gesetzt. Für ein armes Land wie Ecuador ist die Verlockung, durch Erdöl reich zu werden, na­hezu unwiderstehlich. Die Hälfte der Export­einnahmen des Landes stammen bereits aus Quellen, die in seinen Ostprovinzen im Amazonasgebiet liegen. Doch mittlerweile wird auch an mindestens fünf Stellen im Norden des Nationalparks aktiv gebohrt.

Regenwaldmenschen.de,
Erdölboom in Ecuador – Entwicklung der Erdölförderung seit 1967
Das Amazonastiefland von Ecuador gehört zu den artenreichsten Gebieten unserer Erde. Seit Beginn des Erdölbooms vor 30 Jahren hat sich in dieser Region viel verändert. Die Auswirkungen der Erdölförderung auf Fauna und Flora und die dort lebenden indigenen Völker sind unübersehbar.

1967 wird das TEXACO-GULF Konsortium in der Region um Lago Agrio im nördlichen Oriente fündig und erhält Konzessionsrechte bis 1992. Nach Fertigstellung der transandinen Pipeline, die über eine Länge von 498 km von Lago Agrio über die Gebirgskette der Anden nach Esmeraldas am Pazifik führt, wird mit der Förderung des Erdöls begonnen. Neben der transnationalen Pipeline entstehen im Laufe der Zeit zahlreiche Nebenpipelines in den Fördergebieten mit einer Gesamtlänge von über 400 km sowie eine Gaspipeline zwischen Shushufindi und Quito.

Business Inider, 28.3.2013  (with Oil-Blocks-Grafic)
Ecuador To Sell A Third Of Its Amazon Rainforest To Chinese Oil Companies
Ecuador is planning to auction off three million of the country's 8.1 million hectares of pristine Amazonian rainforest to Chinese oil companies, Jonathan Kaiman of The Guardian reports.

The Guardian, 26.3.2013
Ecuador auctions off Amazon to Chinese oil firms
Indigenous groups claim they have not consented to oil projects, as politicians visit Beijing to publicise bidding process

Amazon Watch, 25.3.2013
Ecuador's Amazon for Sale in Beijing
Investors risk violating Chinese government regulations
Amidst widespread international outcry, Ecuadorian government officials are slated to meet with dozens of Chinese investors and oil company executives today at the Hilton Beijing Wangfujing in an effort to auction off over three million hectares of pristine Amazon rainforest for oil activities.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Chevron kann Ölleck vor Rio de Janeiro nicht schließen


ORF, 15.12.2011
Chevron droht Milliardenzahlung: 8,2 Mrd. Euro und Bohrverbot
Rund fünf Wochen nach dem Ölunfall vor der Küste Brasiliens hat die Staatsanwaltschaft den US-Konzern Chevron und das Bohrunternehmen Transocean auf 20 Milliarden Reais (8,2 Mrd. Euro) Entschädigung verklagt. Zugleich soll beiden Unternehmen zunächst jede weitere Tätigkeit in Brasilien untersagt werden, wie aus der am Mittwoch im Bundesstaat Rio de Janeiro veröffentlichten Klage hervorgeht. Bei einer Probebohrung Anfang November waren Hunderttausende Liter Öl ausgetreten.

Blickpunkt Lateinamerika, 17.12.2011
Der Kampf mit dem Öl
Ein "schwerer Unfall" sei es schon gewesen, urteilte Haroldo Lima, bis letzte Woche Präsident der staatlichen Ölbehörde ANP, über das Anfang November bei Bohrungen gut 120 Kilometer vor Brasiliens Küste entstandene Leck auf dem Meeresgrund. Zwar könne man den Austritt von gut 2.000 bis 3.000 Fass Öl nicht mit den Dimensionen des Unfalls im Golf von Mexiko letztes Jahr vergleichen, so Lima. Aber die Off-Shore-Förderung sei derzeit Brasiliens "sensibelster Bereich" überhaupt. Fehler dürfe man sich hier nicht leisten. Eins ist nach Limas Worten klar - in Brasilien schrillen derzeit die Alarmglocken. Ist doch der ehrgeizige Plan gefährdet, mit dem in den Tiefen des Ozeans schlummernden Ölreichtum Brasiliens soziale Defizite zu begleichen und das Land in eine der reichsten Nationen der Welt zu verwandeln.

Dienstag, 16. August 2011

Siedlungen in der Nähe des Kraftwerks Tucurui sind ohne Strom

Eine vom Nationalen Institut für Ansiedlung und Agrarreform (INCRA) in Marabá-PA organisierte Untersuchung über die Energieverteilung durch das Regierungsprogramm "Licht für alle" zeigte bei den Siedlungen südöstlich von Pará große Defizite.

Familien in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk von Tucuruí, einem der größten Elektrizitätsproduzenten Brasiliens, sind ohne Strom. In der Siedlung "26. März" in Marabá sind von 206 Häuserblocks noch 168 ohne Stromanschluss. Die vom Programm begünstigten Familien haben auch nur zweimal in der Woche Strom. "Mit dieser Strommenge können wir unsere Maschinen für die Landwirtschaft nicht betreiben", klagt der Kleinbauer Ariosvaldo André dos Santos.

Ähnlich ist die Situation in der Siedlung "17. April" in Eldorado dos Carajás, wo 150 Häuserblocks auf einen Stromanschluss warten. "Energie ist für eine bestimmte Lebensqualität notwendig. Ich kann Wasser aus einem Wasserloch schöpfen und den Kanister auf dem Rücken nach Hause tragen, oder ich kann es mit Energie herbeipumpen. So läuft es auf vielen Gebieten", sagt Luiz Lima.

Die Elektrizitätszentrale von Pará (CELPA), die vor 13 Jahren vom damaligen Gouverneur Almir Gabriel (PSDB) privatisiert wurde, ist für die Energieversorgung im Bundesstaat Pará verantwortlich. Nach Informationen von CELPA konnten in diesem Jahr nur 12.000 Haushalte in das Programm "Licht für alle" aufgenommen werden. Nach einem Erlass der Bundesregierung wurde nun das Projekt zum dritten Mal bis 2014 verlängert. Bis dahin sollte CELPA das Energieproblem für alle Siedler gelöst haben.

CELPA ist veraltet
Laut CELPA wurde seit Beginn des Programms vor vier Jahren 311.000 Anschlüsse in ländlichen Gebieten gemacht. 21% der Haushalte wären noch ohne Strom. Von den 64 Stromanbietern Brasiliens schneidet CELPA am schlechtesten ab. Zu ihren Problemen zählen:
ständiger Stromausfall, veraltete Ausrüstung, fehlende Unterstützung für die Arbeiter, Massenentlassungen, Auslagerung von Aktivitäten, mangelnde Ausbildung, Unfälle, Krankheiten und Überlastungen von Mitarbeitern. Das führt zu Reklamationen seitens der Bevölkerung und trägt zum Schaden der Wirtschaft des Landes bei.

Strompreise sind überhöht
Weiters beklagen die Familien die teuren Tarife. "Es ist ein Widerspruch, dass der Strom dort, wo er produziert wird, am teuersten ist. Unser Strompreis hat den Rang 18 in Brasilien", protestiert Daiane.

Im Bundesstaat Pará kostet die Kilowattstunde für Haushalte rund 50 Cent, während das Bergbauunternehmen Vale nur drei Cent und das Unternehmen Alumar vier Cent für die gleiche Kilowattstunde zahlen.

MAB, 9.8.2011
Vizinhos de hidrelétrica sofrem com falta de energia elétrica no Pará

Montag, 28. März 2011

Brasilien: Arbeiter bei Kraftwerksbauten werden wie Sklaven behandelt

Von einer Sekunde auf die andere entdeckte Brasilien, dass beim Bau des Wasserkraftwerken Jirau, dem momentan größten Projekt des nationalen Konjunkturprogramms für Beschleunigung des Wachstums (PAC) 20.000 Arbeiter wie in einem Konzentrationslager in der Nähe von Porto Velho (RO) gehalten werden. Wegen inakzeptabler Zustände und miserabler Hungerlöhne legten sie Feuer. Die Proteste konnten erst durch das Eingreifen der Nationalen Sicherheitskräfte gestoppt werden.

In derselben Woche zeigte sich, dass in anderen Projekten des PAC die Arbeitsrechte genauso missachtet werden. Dies gilt für den Bau des Hafen-Komplexe von Suape (Pernambuco) und Pecém (Ceará) oder für die Wasserkraftwerke Santo Antônio (RO), wo die Arbeiter streiken, oder das Wasserkraftwerk São Domingos (Gemeinde Água Clara in Mato Grosso do Sul), wo die Arbeiter am 24.3. ihre Unterkünfte auch in Brand steckten.

In Brasilien streiken mindestens 82.000 Arbeiter aus Protest gegen das leichte und billige Geld der Entwicklungsbank BNDES. Ein Team der Bank besuchte Jirau 20 Tage vor dem Konflikt, konnte aber nichts Außergewöhnliches feststellen.

Hinzu kommt, dass die Gewerkschaften nicht entschieden zugunsten der Arbeiter auftreten. Sie sagen selber, für die Leitung dieser Massen nicht richtig vorbereitet zu sein - es fehlt eine von den Arbeitern akzeptierte Führerpersönlichkeit. Es kam außerdem zu einem Streit zwischen Sticcero von CUT und der rivalisierenden Sintrapav von der Força Sindical, wer "mehr zum Chaos in den Baustellen" beigetragen hätte.

Die Regierung ist über diese Situation sehr beunruhigt, sind doch an allen Betreiberkonsortien auch staatliche Gesellschaften beteiligt. "Auf den Baustellen der Projekte des PAC können nicht Zustände herrschen wie zur Sklaverei", sagte Ricardo Patah von der Arbeiterunion (UGT). "Die Arbeiter verlassen ihre Familien, um für den Fortschritt des Landes zu arbeiten. Sie dürfen nicht wie Sklaven behandelt werden".
Es wird befürchtet, dass vorgesehene Terminpläne nicht eingehalten und dass die Gesamtkosten der Projekte enorm steigen werden.

Am Freitag hatte das Arbeitsgericht von Porto Velho mit den streikenden Arbeitern im Kraftwerk Santo Antônio ein Übereinkommen zur Arbeitsaufnahme am Montag (28.3.) getroffen. Laut Estadão befolgen die Arbeiter die Anweisungen der Gewerkschaftsführer nicht und wollen die Arbeit so lange verweigern, bis auf ihre Forderungen tatsächlich eingegangen wird. Für Dienstag sind weitere Verhandlungenen zwischen Gewerkschaft und Baufirma anberaumt, wo es um die grundsätzlichen Unrechtmäßigkeiten bei PAC-Projekten gehen soll.

Die Bautätigkeiten am Wasserkraftwerk Jirau wurden aufgrund der Zerstörungen der Baustelle ausgesetzt. Die Betreiberfirma Camargo Corrêa will sie wieder fortsetzen, wenn die Sicherheit für die Baustelle gewährleistet ist. Ein Großteil der Arbeiter wurde nach Hause geschickt.

O Globo enthüllte unterdessen, dass die katastrophalen Arbeitsbedingungen bei Jirau und Santo Antonio im letzten Jahr 6 Todesopfer forderten, davon heuer zwei.

ReporterBrasil hat im Dezember vergangenen Jahres widerholt rechtswidrige und unmenschliche Praktiken bei der Anheuerung von Arbeitern aufgezeigt. Bereits im März 2009 hätte das zuständige Arbeitsministerium 38 Sklavenarbeiter in Santo Antonio befreit.


Folha, 27.3.2011
Caos de Jirau choca operários calejados em grandes obras

Globo-Blog, 27.3.2011
Jirau foi só o começo

Jornal do Brasil, 25.3.2011
Revolta de trabalhadores em obras do PAC preocupa Planalto
Na tarde de ontem (24) foi a vez dos trabalhadores da Usina de São Domingos, em Mato Grosso do Sul, se revoltarem. Houve tumulto entre os trabalhadores contratados para as obras da usina, no limite dos municípios de Água Clara e Ribas do Rio Pardo. Os seis pavilhões usados como alojamento foram incendiados.
"Não se pode ter nas obras do PAC condições análogas à escravidão", disse Ricardo Patah, presidente da União Geral dos Trabalhadores (UGT).

Rondoniaovivo, 27.3.2011
Seis mortes em menos de um ano nas usinas do Rio Madeira

Epoca, 27.3.2011
A usina que explodiu

Freitag, 11. März 2011

Brasilien: kirchliche Fastenkampagne hat Schutz der natürlichen Ressourcen als Thema

"Die gesamte Schöpfung zeufst und liegt in Geburtswehen.“ (Röm 8,22)



Hino da Campanha da Fraternidade 2011


Trailer do vídeo da Campanha da Fraternidade 2011

CNBB, 10.3.2011
Am Aschermittwoch, (9.3.2011) wurde die Kampagne der Brüderlichkeit der Brasilianische Bischofskonferenz für die Fastenzeit - "Brüderlichkeit und Leben auf der Erde" - in ganz Brasilien vorgestellt. In Goiânia wählte die Erzdiözese dafür die Städtische Mülldeponie als Ort der Feier, um die Verpflichtung der Kirche für das Umweltengagement zu unterstreichen.
In seiner Rede betonte Erzbischof Dom Washington Cruz die Verantwortung der Christen für unseren Planeten und den Schutz des Lebens, "vor allem für die Umwelt", und schloss mit dem Gebet des heiligen Franz von Assisi. Anschließend besuchte der Erzbischof den sanitären Komplex.

Kathweb, 10.03.2011
Belo Monte: Brasiliens Bischöfe warnen auch vor sozialen Folgen
Jährliche kirchliche Fastenkampagne "Campanha da Fraternidade" hat heuer Schutz der natürlichen Ressourcen als Thema
KAP) Die Brasilianische Bischofskonferenz hat am Mittwoch ihre Sorge über das geplante Megakraftwerk Belo Monte geäußert. Anlass war die Vorstellung der jährlichen kirchlichen Fastenkampagne "Campanha da Fraternidade" in der Hauptstadt Brasilia, deren Thema heuer der Schutz der natürlichen Ressourcen ist. Der Sekretär der Bischofskonferenz, Bischof Dimas Barbosa, warnte vor Folgen sowohl im Umwelt- als auch im Sozialbereich. Bereits jetzt seien die Folgen in Altamira zu spüren, wo überhaupt keine Infrastruktur für die vielen Neuzuzügler bestehe, so Barbosa.

Samstag, 20. November 2010

Betroffene berichten über Auswirkungen von Belo Monte

Leonardo Bauer Maggi und Iury Charles sind Mitglieder der Bewegung der Staudamm-Betroffenen in ganz Brasilien. "Das Kraftwerk bedeutet den Tod", sagen sie.

kathpress, 18.11.2010
Brasiliens neue Präsidentin plant 70 neue Staudämme in Amazonien
Vor dem Hintergrund der in zwei Wochen - am 6. Dezember - im Schwedischen Parlament in Stockholm stattfindenden Auszeichnung von Bischof Erwin Kräutler mit dem "Alternativen Nobelpreis" hat die österreichische kirchliche "Dreikönigsaktion" (DKA) vor den in Brasilien geplanten Riesenstaudamm-Projekten gewarnt. 70.000 von Absiedlung Betroffene werden dabei von einem DKA-Projektpartner - der Bewegung "Movimento dos Atingidos por Barragens/MAB" (Bewegung der Staudamm-Betroffenen) - vertreten, unter anderem mehrere Tausend Menschen aus Kräutlers Bischofssitz Altamira am Xingu-Fluss, der aufgestaut werden soll.

pressetext, 20.11.2010
Brasilien: Wasserkraft ist Todesurteil für Amazonas
Der Boom an geplanten Wasserkraftwerksbauten in Brasilien ist drauf und dran, den gesamten Amazonas-Regenwald zu vernichten. Internationale Konzerne profitieren davon kurzfristig, die Bevölkerung und die Natur erfahren dadurch jedoch bloß Schaden. Davor warnen Leonardo Bauer Maggi und Iury Charles von der Bewegung der Staudamm-Betroffenen Brasiliens MAB bei einem von der Dreikönigsaktion veranstalteten Pressegespräch.

Der Standard, 23.11.2010
"Die soziale Schuld wird nicht bezahlt"
Durch Staudämme wurden bereits eine Million Brasilianer vertrieben - Durch das Wasserkraftwerk "Belo Monte" kommen zehntausende Menschen dazu - Zwei Betroffene berichten

Hintergrund:
Riesenstaudämme – Wenn der Mensch versucht, das Wasser zu zähmen
Wasser ist für den Menschen lebensnotwendig, wird ihm aber auch oft zur tödlichen Bedrohung. Für Bewässerung, zur Energiegewinnung und als Verkehrswege wird das Element Wasser seit Urzeiten genutzt. Ebenso lange sterben Menschen bei Überflutungen, werden ganze Landstriche zerstört und als Lebensraum unbrauchbar. Seit Alters her versucht der Mensch diese Urgewalten zu bändigen und zu regulieren. Seit einem Jahrhundert haben diese Versuche gigantische Ausmaße erreicht, gewaltige Staudämme sind Sinnbilder für die Mühen der modernen Zivilisation, der Natur ihren Willen aufzuzwingen. Die Folgen sind aber oftmals kaum einzuschätzen.

Samstag, 30. Oktober 2010

Stichwahl in Brasilien religiös gefärbt

NZZ, 20.10.2010
Kampf um jede Stimme in Brasilien
José Serra macht Boden gut – die Grünen ohne Wahlempfehlung
Das Rennen um Brasiliens Präsidentenamt spitzt sich wenige Tage vor dem zweiten Wahlgang zu. Um wichtige Wählergruppen für sich zu gewinnen, geben sich die beiden Kandidaten betont religiös und umweltbewusst.
Für weit mehr Aufregung als die Glaubensbekenntnisse der Kandidaten sorgt derzeit jedoch eine Gruppe von katholischen Bischöfen, die sich öffentlich gegen die Kandidatur von Dilma Rousseff stellt. Zwar hat sich die nationale Bischofskonferenz bereits von ihrem «politischen Arm» distanziert, dennoch dürfte Rousseff die Negativkampagne der Geistlichen Stimmen kosten. Dass der PT im letzten Moment die Verbreitung eines von den Bischöfen unterzeichneten Flugblattes verhindert hat, zeugt von der Nervosität der Partei.

Ö1-Journal, 30.10.2010
Kräutler: Armut ist kein Schicksal
Brasilien nach der Ära Lula
Kein überragend gutes Zeugnis stellt der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler in der Ö1 Reihe "Im Journal zu Gast" dem scheidenden brasilianischen Präsidenten Lula da Silva aus.

orf.at, 29.10.2010
Dilma Rousseff erste Präsidentin?
In Brasilien geht die gemäßigte Linkspolitikerin und Regierungskandidatin Dilma Rousseff trotz eines Dämpfers in der ersten Runde als klare Favoritin in die Stichwahl am Sonntag.

Süddeutsche, 31.10.2010
Brasilien: Präsidentenwahl Hilfe vom Papst und Lula
Dilma Rousseff dürfte heute zur neuen Staatschefin Brasiliens gewählt werden - dank ihrer harten Haltung gegen Abtreibung und der Rückendeckung von Amtsinhaber Lula.

n-tv, 25.10.2010
Stichwahl in Brasilien Nerven liegen blank
Brasilien entscheidet per Stichwahl über die Nachfolge des populären Präsidenten Lula. Seine Kandidatin Dilma Rousseff ist zwar Favoritin, doch ihr Sieg gilt keineswegs als sicher. Die große Sorge: Am Sonntag könnten viele Brasilianer lieber zum Strand als zur Wahl gehen.

domradio-videothek, 29.10.2010
Wahl in Brasilien
Gläubige Christen könnten bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien das Zünglein an der Waage sein. Deswegen werden sie sowohl von Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei als auch vom sozialdemokratischen Ex-Gouverneur von São Paulo, José Serra, heftig umworben.

Blickpunkt Lateinamerika, 28.10.2010
Die Pfingstkirchen und Dilma Rousseff
Die Präsidentschaftskandidatin der Arbeiterpartei (PT) Dilma Rousseff kämpft vor der anstehenden Stichwahl in Brasilien um die Stimmen der „Evangelicos“. Schon dem Katholiken Lula war viel an einem Bündnis mit der mächtigen „Universal-Kirche vom Reich Gottes“ gelegen. Doch auch diese profitiert von der Allianz.

Blickpunkt Lateinamerika,8.10.2010
Schluss mit der Täuschung
Vor einem Missbrauch der Frage des Schwangerschaftsabbruchs im Wahlkampf haben Demétrio Valentini, Bischof von Jales/SP und Präsident der Cáritas Brasileira, sowie der Theologe José Comblin eindringlich gewarnt. Die katholische Kirche habe ihre politische Unabhängigkeit zu wahren.
Blickpunkt Lateinamerika dokumentiert die Stellungnahme von Dom Demétrio Valentini und einen offenen Brief dazu von P. José Comblin.

Folha, 30.10.2010
Dilma e Serra amenizam tom de ataques no último debate
Nas vésperas de eleição, candidatos trocam postura agressiva de encontros anteriores por críticas indiretas.

Nota da CNBB em relação ao momento eleitoral

CNBB,(Dom Walmor Oliveira de Azevedo), 29.10.2010
Eleitores, às urnas!
O segundo turno das eleições deve ressoar como convocação peremptória ao cidadão para que este indispensável exercício de cidadania influencie na definição de rumos, horizontes e metas na vida da sociedade brasileira. Está em jogo o que se quer para o próximo quadriênio, em se tratando da Presidência da República. É indispensável que a consciência cidadã motive o compromisso do comparecimento às urnas. Não se pode correr o risco, como tem sido a preocupação acenada, de o feriado se tornar um impedimento inviabilizando esse comparecimento. O lazer merecido e as premências de compromissos não podem, é verdade, relativizar a seriedade deste momento decisivo de ida às urnas.

Adital (Leonardo Boff), 29.10.2010
O mau uso político da religiosidade popular
A religiosidade popular está hoje em alta, pois foi um dos eixos fundamentais da campanha eleitoral, especialmente em sua vertente fundamentalista. Foi induzida pela oposição e por uma ala conservadora de bispos de São Paulo, à revelia da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB), acolitada depois por pastores evangélicos. Sem projeto político alternativo, Serra descobriu que podia chegar ao povo, apelando para temas emocionais que afetam à sensível alma popular, como o aborto e a união civil de homossexuais, temas que exigem ampla discussão na sociedade, fora da corrida eleitoral. Política feita nesta base é sempre ruim porque faz esquecer o principal: o Brasil e seu povo, além de suscitar ódios e difamações que vão contra a natureza da própria religião e não pertencem à tradição brasileira.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Studie: Deutscher Atomstrom extrem teuer

Presseportal.de, 13.10.2010
Atomstrom kostet Bundesbürger 304 Milliarden Euro staatliche Förderung/ Greenpeace legt aktualisierte Studie zu Atomsubventionen vor

Hamburg (ots) - Die Nutzung der Atomenergie in Deutschland kostete die Bundesbürger von 1950 bis 2010 mindestens 204 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln. Weitere 100 Milliarden Euro kommen künftig auch ohne die von der Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke noch hinzu. Diese tatsächlichen Kosten der Atomenergie stellt Greenpeace heute in einer aktualisierten Studie des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft vor. Den Berechnungen liegen erstmalig weitgehend vollständige Zahlen zugrunde. Laufen die Atomreaktoren noch einmal acht bis vierzehn Jahre länger, fallen zusätzliche Kosten an. Greenpeace fordert die Bundesregierung erneut auf, bis zum Jahr 2015 aus der Atomkraft auszusteigen. Die sieben ältesten Atomkraftwerke und das AKW Krümmel müssen aus Sicherheitsgründen sofort abgeschaltet werden.

"Atomkraft ist nicht nur die gefährlichste, sondern auch die teuerste Form der Stromerzeugung", sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. "Die Bundesbürger werden von den Betreibern der Atomkraftwerke gleich doppelt abkassiert, über die Stromrechnung und ihre gezahlten Steuern."

Weiterführend:
Atom-Dossier bei Greenpeace.at

Anmerkungen bezüglich Belo Monte:
Um Belo Monte umzusetzen, hat die Regierung Lula den Strompreis mit R$ 83 pro MWh - und damit die Baukosten für Staudamm und Kraftwerk mit ca. R$ 19,6 Mrd. - kategorisch festgelegt. Alle Unternehmen, die Kostenstudien durchführten, sowie alle interessierten Baukonzerne gehen von bis zu dreifachen Kosten aus. Aber dann wäre die Stromproduktion am Xingufluss wirtschaftlich betrachtet uninteressant.

Donnerstag, 30. September 2010

Bischof Erwin Kräutler erhält Alternativen Nobelpreis


Ich bin überzeugt, dass eine andere Welt möglich ist, in der einheimische und arme Leute letztendlich in Würde und Frieden zusammenleben werden." (Dom Erwin Kräutler)

Dom Erwin Kräutler, Bischof am Xingu und Präsident des Indigenen Missionsrates CIMI, erhielt "... für seinen lebenslangen Einsatz für Menschrechte und Umweltrechte der indigenen Völker und für seine unermüdlichen Anstrengungen zur Rettung des Amazonasregenwaldes vor der Zerstörung" den Alternativen Nobelpreis 2010.

Kräutler gilt als Vertreter der Befreiungstheologie und er betont, dass sich ein Christ auf die Seite der Armen und Schwachen stellen und ihren Unterdrückern entgegensetzen muss. Er ist seit Jahrzehnten die prophetische Stimme, die mutig und überzeugend vor den Gefahren des geplanten Wasserkraftwerks Belo Monte am Xingufluss warnt und für eine nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang des Menschen mit seiner Mit-Welt plädiert.

Der als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnete Right Livelihood Awards wurde 1980 von Jakob von Uexküll gegründet. Die Preisverleihung findet heuer am 6. Dezember im Schwedischen Reichstag statt.

Anlässlich der Vergabe des Alternativen Nobelpreises an Bischof Erwin Kräutler ändert die Ö1-Reihe "Logos - Theologie und Leben" ihr Programm und sendet am Samstag, 2. Oktober, 19.04 Uhr "Was glauben Sie? - Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler im Gespräch mit Johannes Kaup".

Right Livelihood Award 2010:
Erwin Kräutler
Ö1-Audio-Beiträge und aktuelle Interviews mit Dom Erwin
Alternativer Nobelpreis für Bischof Erwin Kräutler
Einsatz für indigene Bevölkerung

ORF Vorarlberg
Video-Porträt aus "Vorarlberg heute"
Porträt über Bischof Kräutler zu dessen 70. Geburtstag im vergangenen Jahr.

ORF, 30.9.2010
Kräutler bekommt Alternativen Nobelpreis
Bischof Erwin Kräutler ist einer der vier Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010.

Vorarlberger Nachrichten
Bischof Erwin Kräutler erhält Alternativen Nobelpreis
Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler erhält den Alternativen Nobelpreis 2010. Der von der Theologie der Befreiung geprägte Vorarlberger wird damit für seinen Einsatz für die marginalisierten Indios, Kleinbauern und Landarbeiter Brasiliens geehrt. Seit 1981 ist er Bischof der Prälatur Xingu, der mit 350.000 Quadratkilometern und 400.000 Einwohnern flächenmäßig größten Diözese Brasiliens.

Der Standard
Bischof Erwin Kräutler erhält Alternativen Nobelpreis
Österreicher für Einsatz für die Rechte der indigenen Völker ausgezeichnet

Der Standard
Ein Jogger nach dem Rosenkranz am Rio Xingu
Bischof Erwin Kräutler erhielt den Alternativ-Nobelpreis
Seit vier Jahren steht der begeisterte Läufer daher unter Polizeischutz - für den Bewegungsfanatiker eine kaum zu ertragende Situation. Vor allem auch, weil die Sicherheitsvorkehrungen das Aus für den bischöflichen Morgensport bedeuteten. Jeden Tag um fünf schnürte "Dom Erwin" nämlich die Laufschuhe und joggte entlang des Rio Xingu - stets exakt drei Rosenkränze lang. Heute bleiben dem Bischof gerade noch zweimal 65 Schritte ohne Polizeischutz - auf dem Gang im Kloster.

Kurier
Österreicher gewinnt Alternativ-Nobelpreis
Bischof Erwin Kräutler, der seit Jahrzehnten in Brasilien tätig ist, gewann den Preis für seinen Einsatz für die Rechter indigener Völker.

Kleine Zeitung
Alternativer Nobelpreis für Bischof Erwin Kräutler
Der in Österreich geborene und seit Jahrzehnten in Brasilien tätige Bischof Erwin Kräutler ist einer der vier Preisträger des Alternativen Nobelpreises 2010.

Wiener Zeitung
Alternativer Nobelpreis für Bischof Erwin Kräutler
Für lebenslangen Einsatz für die Rechte der indigenen Völker und gegen die Zerstörung des Amazonas-Gebiets

Die Presse
Alternative Nobelpreis für furchtlosen „Indianer-Bischof“
Der gebürtige Vorarlberger Erwin Kräutler bekommt für seine Arbeit den „Alternativen Nobelpreis“ verliehen. Er setzt sich für die Bekämpfung der Armut der indigenen Völker im Regenwald Amazoniens ein.

Cimi Info 933Dom Erwin Kräutler wird mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt

domradio.de
Der mutige Bischof aus dem Amazonasgebiet
„Alternativer Nobelpreis“ für Bischof Erwin Kräutler in Brasilien

entwicklungspolitik-online
Alternative Nobelpreise 2010 für "Wandel von unten"
Bischof Erwin Kräutler (Brasilien) wird geehrt "für ein Leben, den Rechten indigener Völker gewidmet, und für sein unermüdliches Engagement, den Urwald des Amazonas vor der Zerstörung zu bewahren".



Die Zeit
Auszeichnung für Kampf gegen Armut und AusbeutungAktivisten aus Nigeria, Brasilien, Nepal und Israel haben den "Right Livelihood Award" gewonnen. Geehrt wurden sie für ihren Einsatz für Menschenrechte und Umweltschutz.

Focus
Mutige Helfer werden geehrt
Seit Jahrzehnten setzt sich Bischof Erwin Kräutler für die brasilianischen Ureinwohner ein. Er erhielt zahlreiche Morddrohungen, bei einem Anschlag wurde er schwer verletzt. Nun erhält er den Alternativen Nobelpreis – als einer von vier Geehrten.

Tagesschau.de
Auszeichnung für den "Wandel von unten"
Der österreichische Bischof Erwin Kräutler, der als Missionar in Brasilien lebt, wird für seinen Einsatz für die indianischen Ureinwohner geehrt.

ÖCV, 4.10.2010
Der ÖCV freut sich über die Verleihung des alternativen Nobelpreises an S.E. Bischof Dr. Erwin Kräutler, welcher seit 2001 Mitglied der ÖCV-Verbindung Leopoldina Innsbruck ist. Er erhält diesen Preis für sein beachtenswertes und lebensgefährliches Engagement für die indigene Bevölkerung Brasiliens.

Sonntagsblatt, 7.10.2010
Furchtloser Bischof
Am 6. Dezember wird dem austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler der alternative Nobelpreis verliehen. Für den Bischof ist diese Auszeichnung eine "Rückendeckung sondergleichen" im Kampf für die Rechte der Indios und gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes.

Mitteldeutsche Kirchenzeitungen, 13.10.2010
Unermüdlicher Einsatz für Indianer
Bischof Erwin Kräutler wurde mit dem »Alternativen Nobelpreis« ausgezeichnet.

CNBB, 30.9.2010
Dom Erwin ganha Prêmio Nobel Alternativo
Dom Erwin Kräutler é um dos quatro ganhadores do Prêmio Right Livelihood 2010, um prêmio Nobel Alternativo, que honra o poder de mudança nas bases. A entidade publicou a informação nesta quinta-feira,30. Segundo os organizadores, dom Erwin recebeu o prêmio "por uma vida dedicada ao trabalho com direitos humanos e ambientais dos povos indígenas, e por seu incansável esforço para salvar a Amazônia da destruição”.


CIMI, 30.9.2010
Dom Erwin Kräutler recebe prêmio nobel alternativo
Dom Erwin Kräutler é um dos quatro ganhadores do Prêmio Right Livelihood 2010, um prêmio Nobel Alternativo, que honra o poder de mudança nas bases. A entidade publicou a informação nesta quinta-feira (30). Segundo os organizadores, dom Erwin recebeu este prêmio "por uma vida dedicada ao trabalho com direitos humanos e ambientais dos povos indígenas, e por seu incansável esforço para salvar a Amazônia da destruição", diz a indicação do prêmio.

Mittwoch, 12. Mai 2010

Weltweit mussten bereits 80 Mio Menschen Staudämmen weichen

Sechsteiliger Artikel auf FOCUS, 12.5.2010

Belo Monte
Staudamm der Superlative
Zigtausende Menschen würden durch dieses Projekt ihre Heimat verlieren und noch mehr Tiere ihr Leben. Dennoch treibt die brasilianische Regierung den umstrittenen Dammbau Belo Monte voran.

Schäden werden in Kauf genommen
... Derzeit sind 45 000 Großstaudämme – also solche mit mehr als 15 Meter Höhe oder über drei Millionen Kubikmeter Speichervolumen – in Betrieb. Weitere 1700 befinden sich in Bau. Schätzungen der Internationalen Kommission für Staudämme (WCD) zufolge mussten in den letzten Jahrzehnten bis zu achtzig Millionen Menschen riesigen Stauseen weichen, meist ohne angemessene Entschädigung ...

Freitag, 16. April 2010

Jüngster Gerichtsentscheid im Fall von Belo Monte nährt Hoffnung auf Gerechtigkeit

Das Bundesgericht von Altamira stoppte am 14. April 2010 den für 20. April geplanten Beginn der Ausschreibung zur Bewerbung für den Bau des Wasserkraftwerkes Belo Monte in Amazonien.
Mit einem Produktionsvolumen von 11.000 MWh wäre es das weltweit drittgrößte Kraftwerk.

Die indigenen Völker und Bewohner entlang der Flüsse hoffen auf einen Sieg der Gerechtigkeit. Umwelt- und Menschenrechtsbewegungen im In- und Ausland freuen sich mit den Betroffenen, denn sie haben nicht unwesentlich zur Berichterstattung über Belo Monte beigetragen.

Trotz des jüngsten Gerichtsurteils ist das Projekt, das seit mehr als drei Jahrzehnten von Befürwortern verteidigt und von Gegnern abgelehnt wird, noch nicht zu den Akten gelegt. Die Generalanwaltschaft des Bundes (AGU) hat rasch reagiert und bereits die Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts von Altamira eingereicht.

Wie in der Vergangenheit bemühen sich Staatsanwälte und Anwälte von Bewegungen der Indios und der vom Kraftwerk Betroffenen, bislang missachtete nationale Gesetze und internationale Regelungen durchzusetzen. Die brasilianische Bischofskonferenz CNBB bekundete immer wieder mit Stellungnahmen und Debatten zu Belo Monte ihre Option für die Bewahrung der Schöpfung.

Dem Protest gegen Belo Monte Xingu schlossen sich auch Künstler an, etwa der Musiker Sting oder der Regisseur James Cameron, der in diesen Tagen gemeinsam mit den Hauptdarstellern von "Avatar" Sigourney Weaver und Joel David Moore bei Kundgebungen auftritt.

Die Sorge um den Xingu teilen weltweit zahlreiche umweltbewusste Menschen, die sich an Petitionen und Aktionen beteiligen und im Alltag für Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Konsumverhalten eintreten.

Unternehmen und brasilianische Regierung haben Belo Monte noch lange nicht aufgegeben. Gestern, 15.4., gab die Regierung einen zweiten Bewerber für die Ausschreibung bekannt.

Die Menschen in Amazonien brauchen weiterhin internationale Solidarität, damit ihr Lebensraum am Xingu nicht unwiederbringlich zerstört wird, durch ein Wasserkraftwerk, bei dessen bisheriger Planung Gesetze verletzt und die Menschenwürde der Betroffenen missachtet wurde.

Mittwoch, 14. April 2010

Wer sind die Nutznießer der Energie von Belo Monte?

Quelle: Diário do Pará, 20.3.2010
Der Interessensverband von Strom-Großabnehmern (Abrace) kritisierte, dass die Regierung nur 10 % der Stromerzeugung von Belo Monte für den freien Markt vorsieht. Weiters beklagte Ricardo Lima, Präsident von Abrace, dass die Regierung keine Vorkehrungen gegen die Gefahr des Subhandels getroffen hätte; der Strom könne in anderen Regionen zu dort üblichen Preisen verkauft werden. Das Verbot, eine zweite Gesellschaft zur Überprüfung des eigentlichen Zwecks (Sociedade de Propósito Específico - SPE) gründen zu lassen, würde außerdem zu einer Teilung des Marktes beitragen: Die am Bau beteiligten Unternehmen werden den Großteil des Stroms an ihre Firmen liefern und eben nur 10 % an den freien Markt. „Da die meisten dieser Firmen im Bergbau tätig sind, werden sie vor allem für eigene Interessen Strom produzieren“, sagte Ricardo.

Die am Kraftwerksbau selbst beteiligte Bergbau-Industrie würde am elektrische Strom von Belo Monte am meisten profitieren, vor allem die Eisen- und Aluminiumhütten von Carajás, deren Produkte wiederum hauptsächlich für den Export nach China, Japa und die USA bestimmt sind. Weitere Umwelt- und Klimaschäden im großen Stil sind vorprogrammiert.

Donnerstag, 8. April 2010

Belo Monte droht ein weiteres Jahr zu verlieren

Quelle: O Estado de S.Paulo, 8.4.2010

Eine Verschiebung der Versteigerung von Belo Monte würde wegen der tropischen klimatischen Bedingungen für die Regierung größere Probleme bedeuten. Wird die Trockenzeit verpasst, verliert sie ein weiteres Jahr an Arbeit, wie es bereits im letzten Jahr passiert ist. Ursprünglich war die Auktion für Dezember 2009 geplant, damit die Gewinner während der Regenperiode genügend Zeit gehabt hätten für die Vorbereitungen zum Baubeginn. Damals wurde die Vorlizenz nicht erteilt, wodurch nun alles verzögert ist.
Das Risiko, ein weiteres Jahr zu verlieren, ist durch den Rückzug des Konsortiums Odebrecht und Camargo Corrêa von der Auktion sowie durch die Forderung der Staatsanwaltschaft von Pará, die vom IBAMA erteilte Vorlizenz zu annulieren, wieder gestiegen. Erste Gerüchte nach einer Verschiebung der Versteigerung tauchen bereits auf.
Falls der vorgesehene Plan nicht eingehalten wird, kann das Werk auch nicht ab 2015 Strom liefern und es dürfte zu Probleme bei der nationalen Energieversorgung kommen. Die Erfahrungen der Vergangenheit sind keine guten. 2007 und 2008 war die Regierung infolge fehlender Wasserkraft-Projekte gezwungen, Energie aus thermischen Kraftwerken zu kaufen, teuer und sehr umweltschädlich, um der Nachfrage des Marktes gerecht zu werden.
Daraus folgte eine Veränderung im brasilianischen Energie-Mix hin zu mehr erneuerbarer Energien. Derzeit werden rund 10.000 Megawatt auf diese Weise produziert. Mit dem Kraftwerk Belo Monte, das eine Kapazität von 11.233 MW hat, will die Regierung diesen Trend wieder umkehren. Sollte es aber zu Verzögerungen und Schwierigkeiten bei den Versteigerungen von 13 weiteren Dämmen, die noch für dieses Jahr geplant sind, kommen, werden wohl die mit Öl betriebenen thermischen Kraftwerke wieder eine Hochkonjunktur erleben.
Die Baubranche erwartet von der Bundesregierung, dass sie das Know-how der turbulenten Bietverfahren für die Staudämme am Rio Madeira nutzt, um die bei Belo Monte entstandenen Schwierigkeiten zu überwinden. Experten gehen davon aus, dass die Regierung alle ihre Macht einsetzen wird, um Belo Monte nach Plan umzusetzen. Sie geben aber auch zu bedenken, dass ein Projekt in dieser Größe und mit diesen Auswirkungen nicht nach einem fixen Zeitplan durchführbar ist. Außerdem gehen die Umweltproteste weiter.

Donnerstag, 18. März 2010

Hoffnung für Amazonien

Friedrich Graf-Götz hat Brasilien und die Amazonasregion von Mitte Dezember 2008 bis Mitte Februar 2009 bereist und beleuchtet in einer zweiteiligen Reportage die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen, die rund um die gefährdeten Regenwälder geführt werden.

Die Zukunft, online seit 11.11.2009
Gibt es noch Hoffnung für Amazonien? Teil I

Die Zukunft, online seit 10.12.2009
Gibt es noch Hoffnung für Amazonien? - Teil II

Dienstag, 16. Februar 2010

Ilisu-Projekt soll auch ohne Genehmigungen umgesetzt werden

Kurier, 16.2.2010
Türkei beginnt mit umstrittenem Damm-Bau
Das Ilisu-Projekt soll ab April entstehen. Ankara sieht das jüngste Gerichtsurteil offenbar nicht als Hindernis an.
Mit interessanter Bilder-Galerie

Hintergrund und Protest: STOP ILISU - Rettet Hasankeyf!

Börse-Express, 2.2.2010
Nach Ausstieg aus dem Ilisu-Projekt:
Andritz kämpft um Riesenauftrag
Acht-Milliarden-Euro-Auftrag im Visier - in Brasilien entsteht das weltweit drittgrösste Staukraftwerk.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Marina Silva vergleicht Belo Monte mit Pandora

Die Brasilianische Ex-Umweltministerin Marina Silva betitelt einen Kommentar über Belo Monte auf Terra Magazine: Ist hier Pandora?
Damit nimmt sie auf den Science-Fiction-Film Avatar - Aufbruch nach Pandora von Regisseur James Cameron Bezug, der weltweit am 17. und 18. Dezember 2009 startete.

Ist hier Pandora?
Marina Silva
 - Brasília (DF) - 4.2.2010


IBAMA gewährt eine vorläufige Lizenz für den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte. Dies ist ein sehr umstrittenes Projekt am Xingu-Fluss in Pará, in der Nähe von Altamira, einer Region, die als „Volta Grande“ (Große Kehre) des Xingu bekannt ist. Diese Bezeichnung leitet sich von der Form des Flusses an dieser Stelle ab, der von oben betrachtet einem "Hufeisen" ähnelt.


Mit Dämmen soll das Wasser des Flusses in einen Kanal geleitet werden, der die gegenüberliegenden Punkte dieses Hufeisens verbindet. Am Ende dieses Kanals wird die Energie der Bewegung des abfließenden Wassers auf die Turbinen übertragen und danach mündet das Wasser wieder in den Flussverlauf.

Wie alles in Amazonien sind die Zahlen im Kontext dieses Baus gigantisch. Für den Kanal müssen etwa 210 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein ausgehoben und transportiert werden - etwas weniger Erdreich als dem Bau des Panama-Kanals. Und es ist unklar, was mit dieser Aushubmasse geschehen soll.

In der Regenzeit führt der Xingu eine Wassermenge von 23.000 m3/s. Das entspricht dem vierfachen Volumen der Iguaçú-Wasserfälle, ebenfalls während der Regenzeit.
Die Auswirkungen auf die Umwelt sind ebenso grandios und noch immer nicht zur Gänze erfasst. Allein die Daten über die Fauna, die während der Umweltverträglichkeitsprüfung gesammelt wurden, vermitteln uns eine Vorstellung. In der Gegend gibt es 440 Vögelarten (einige davon gefährdet, wie der blaue Ara) 259 Arten Säugetiere (40 mittlere oder große), 174 Reptilien und 387 Fische.
Die Energieeffizienz der Anlage hingegen wird nicht so groß sein. Ein gewaltiges Projekt, das sicherlich mehr als 30 Milliarden Reais kosten wird - wenn alle Ausgaben wie zum Beispiel die Kosten und die Weiterführung der Überlandleitung berücksichtigt werden. Dem steht eine durchschnittliche Stromleistung von 4.428 MW gegenüber, die aufgrund der Wassermenge des Flusses erbracht werden kann. Und nicht 11.223 MW, die fälschlicherweise versprochen werden.

Die wirklich gelieferte durchschnittliche Energie an das Verteilungsnetz liegt bei 39% der maximal leistbaren Kapazität, während die technischen Gutachten eine Effizienz von mindestens 55% angeben.
Damit Belo Monte jene Produktivität erzielt, wie in den technischen Gutachten ausgewiesen, müssten im Xingu-Becken drei weitere Staudämme zur Regulierung des Wasserstands gebaut werden. Momentan hat sich die Regierung der Errichtung dieser Anlagen entledigt, denn sie sind inmitten des Xingu-Beckens geplant, wo 40% des Landes den indigenen Völkern gehören.

Allerdings führt das sture Festklammern am Projekt in dieser Größe (obwohl auch ein alternativer Damm mit fast der Hälfte an Kapazität und knapp über 15% an Differenz zwischen maximaler und durchschnittlicher Stromerzeugung) zu einem starken Misstrauen, sowohl bei Experten wie auch bei Gemeinschaften und sozialen Bewegungen. Sie vermuten, dass der Verzicht des Baues der drei anderen Staudämme nur vorübergehend sei.
Die indigene Bevölkerung - mehr als 28 ethnische Gruppen in der Region - wird zwischen den Oberläufen der Zuflüsse des Xingu-Beckens eingekeilt, wo bereits jetzt eine starke wirtschaftliche Ausbeutung und großflächige Urwaldrodungen bestehen. Und der Damm wird nicht nur die Wanderung vieler Arten stoppen sondern auch die Eigenheit des Flusslaufes ändern.

Es ist unglaublich, dass ein Projekt mit derartigen Folgen für das sensible Ökosystem ohne entsprechende Planung hinsichtlich Nutzung und territoriales Ausmaß befürwortet werden kann. Die Lösung von Problemen mit diesen Dimensionen kann nicht nur einem Unternehmen übertragen werden, das ein spezifisches Interesse an der Nutzung der Wasserkraft hat, mit all den Einschränkungen, die aus dem Genehmigungsverfahren bekannt sind.

Bei Baubeginn werden mehr als 100.000 Menschen in der Region erwartet. Dem Ansturm der Bevölkerung, inmitten des amazonischen Regenwaldes, kann nur mit einem Besiedlungsplan und einer besseren Flächenwidmung Rechnung getragen werden. Das wiederum kann nur mit einem Plan für nachhaltige Entwicklung für die vom Kraftwerk betroffene Region erreicht werden.

Das war ein großes Versäumnis in diesem Verfahren, aber nicht das einzige. Wir kommen nicht umhin zu fragen, ob es nicht noch andere Möglichkeiten für Kraftwerke gibt, die aus Sicht der Umweltverträglichkeit oder der Energieeffizienz geeigneter wären.
Es gibt jedoch keine Projekte, zu denen abgeschlossene technische und wirtschaftliche Machbarkeitstudien vorliegen, um sie dem umweltrechtlichen Genehmigungsverfahren zu unterziehen. Obwohl dieser Sachverhalt seit 2003 bekannt ist, wurden erst Mitte des vergangenen Jahres die ersten Überprüfungen des Bestands hydrografischer Becken abgeschlossen, wie das des Tapajós.

So müssen umstrittene Projekte mit umfangreichen Auswirkungen innerhalb einer Frist begutachtet werden, die in keinem Verhältnis zur erforderlichen Gründlichkeit steht und das ist wie so oft ein deutlicher Beleg, dass Umweltakte von fehlender Planung anderer Regierungssektoren betroffen sind.

Am meisten jedoch ist unsere ethische Verpflichtung angesichts der Verantwortung für die Zukunft von Völkern und Kulturen betroffen. Es wurden überhaupt keine Studien über die Folgen für die indigenen Völker durchgeführt. Nur ein Beispiel: Was bedeutet das für sie, wenn die Strömung auf einer Strecke von 100 Kilometer schwindet, weil das Wasser für den Kanal gestaut wird? Die Bedingungen [wie in der Vorgenehmigung enthalten] erwähnen genau so wenig die Regelung der zwei indigenen Gebiete (Parakanã und Arara) die bereits äußerst gefährdet sind.

Diese und andere indigene Gemeinschaften brachten ihren Unmut zum Ausdruck, weil sie nie angehört wurden, wie es die Bestimmungen der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorsehen, die von Brasilien ratifiziert, aber nie ernsthaft umgesetzt wurde.

Brasilien verfügt über ein bedeutendes Potenzial zur Energiegewinnung aus Wasserkraft, das noch zu entwickeln ist. Die Schwierigkeiten bei der Wiederaufnahme der Planung seitens des Sektors, innerhalb eines Zeitraums, der eine Auswahl und sichere Analyse seitens des Umweltsektors ermöglich, sowie die Unlust, Vorschläge für nachhaltige Infrastrukturprojekte in Amazonien zu diskutieren, wecken den Eindruck, dass die Regierung zuwenig für die Verbesserung der Energieeffizienz (nicht nur bei der Erzeugung) und die Entwicklung alternativer Energienutzung unternimmt. All das kann heftigen Konflikten und falschen Entwicklungen führen, die vermeidbar gewesen wären.
Trotz gegenteiliger Reden folgen wir noch immer alten Mustern und betrachten die Umwelt als Hindernis für Entwicklung. Für uns gibt es noch viele Hausaufgaben, damit wir wirklich ins 21. Jahrhundert gelangen. Wer meint, die Handlung im Film Avatar könne sich nur auf einem anderen Planeten zutragen, der irrt: Pandora kann auch hier sein.

Marina Silva ist Lehrerin an einer Mittelschule, Abgeordnete (PV-AC) und ehemalige Ministerin für Umwelt in Brasilien

Übersetzung: © PlattformBeloMonte

Weitere Informationen zu Marina Silva (Quelle: Wikipedia)

Im Januar 2003 wurde sie von Lula als Umweltministerin in die Regierung berufen. Am 13. Mai 2008 trat sie zurück, da sie ihre strategischen Umweltziele nicht genügend innerhalb der Regierung durchsetzen konnte. Auslöser war der Plano Amazônia Sustentável der Bundesregierung mit den Bundesstaatsregierungen der Anlieger, der ihr trotz des Titels nicht nachhaltig genug war. Ihr Nachfolger wurde Carlos Minc, der den Plan zur Beschleunigung des Wachstums (PAC) voll unterstützt. Wegen ähnlicher politischer Differenzen verließ Marina am 19. August 2009 die PT. Von den brasilianischen Grünen wird sie als Präsidentschaftskandidatin für die Wahlen im Oktober 2010 ins Gespräch gebracht. Sie ist weiterhin für den Umweltschutz aktiv.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Belo Monte: Andritz AG "scharrt in den Startlöchern"?

Trotz jahrelanger Proteste und starker Bedenken erteilte IBAMA am 1.2.2010 eine umweltrechtliche Vorlizenz für das Kraftwerksprojekt Belo Monte.
Überschäumend ist die Freude des Energie- und Bausektors. Sie erwarten im April die Auftragsvergabe, ohne die geringste Verantwortung für betroffene Menschen und bedrohte Natur zu zeigen.

Eine Meldung der Österreichischen Wirtschaftskammer vom 26.11.2009 scheint noch aktuell zu sein: "Lieferanten wie die großen brasilianischen Baukonzerne scharren in den Startlöchern genauso wie die weltgrößten Turbinen- und Generatorenhersteller, darunter auch die Töchter der österreichischen Andritz und der deutschen Voith."

In Aussendungen und auf der Homepage betonte die WKÖ, "dass die österreichische Wirtschaft beim Projekt Belo Monte keine direkten Interessen verfolgt." In den Medien ist zu lesen: Andritz interessiert sich für brasilianisches Staudammprojekt.

Van der Bellen fordert: Österreich soll sich nicht am brasilianischen Megastaudamm beteiligen.

Aktualisierung:


Greenpeace, 05.03.2010
Kritik an Andritz-Bilanz: Zerstörung von Natur statt Umwelttechnologie

Greenpeace, 26.03.2010
Andritz AG - Kein Profit auf Kosten der Umwelt!
Zwanzig AktivistInnen von Greenpeace, GLOBAL 2000 und ECA Watch protestierten vor der Haupt­versammlung der Andritz AG, während kritische AktionärInnen in der Versammlung Auskunft über die ökologischen Kosten verlangten, die das Unternehmen zur eigenen Gewinnmaximierung verursacht.
Der Bericht auf ECA Watch

Donnerstag, 28. Januar 2010

Billiger Strom kann teuer werden!

Spiegel-Online, 27.1.2010
Atommüll: Asse-Bergung kostet 3,7 Milliarden
Die empfohlene Räumung des maroden Atommülllagers Asse in Deutschland würde teuer: Umweltminister Röttgen prognostiziert Kosten von 3,7 Milliarden Euro - an denen sich die Energieunternehmen beteiligen sollen.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Ende der Amazonas-Regenwaldabholzung bis 2020 möglich

Studie berechnet Kosten auf bis zu 18 Milliarden Dollar
NZZ Online, 24.12.2009
Ein umfassendes Programm zum Stopp der Regenwaldabholzung im Amazonas bis 2020 würde nach einer neuen Studie zwischen 6,5 und 18 Milliarden Dollar kosten. Laut den beteiligten Wissenschaftlern wäre der Nutzen aber höher als die Kosten.

Dienstag, 26. Januar 2010

Porto Alegre und Davos - Gegensätze pur

26. Januar 2010, 10:14, NZZ Online
Weltsozialforum in Brasilien startet mit Umzug
Mit einem farbenfrohen Umzug tausender Globalisierungskritiker hat im brasilianischen Porto Alegre das zehnte Weltsozialforum begonnen. An der Kundgebung am Montag beteiligten sich nach Polizeiangaben 10'000 Menschen.


USA wollen in Davos für strengere Finanzmarktregeln werben
Washington (AFP) — Die USA wollen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für eine strengere Regulierung im Finanzsektor werben: Der Vorsitzende des Finanzmarktausschusses des US-Repräsentantenhauses, Barney Frank, sagte, er wolle sich darum bemühen, Reformen international zu koordinieren. Der CDU-Wirtschaftsrat unterstützte entsprechende Reformpläne von US-Präsident Barack Obama.


Weltsozialforum setzt Kritik an Wasserkraftwerken auf die Agenda
(Rio de Janeiro, 12. Januar 2009, púlsar).- Die Frauenbewegung von Pará, Bundesstaat im Norden Brasiliens, möchte auf dem diesjährigen Weltsozialforum (WSF), das vom 27.1. bis zum 1.2.2009 in der Stadt Belém in Pará stattfindet, Bewusstsein für die im brasilianischen Amazonasgebiet geplanten hydroelektrischen Großprojekte schaffen.