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Dienstag, 27. November 2012

FAIRKABELN statt ENTEIGNEN - Protest gegen 110-KV-Hochspannungsleitung


VertreterInnen der vereinigten Bürgerinitiativen Villach-Süd laden für kommenden Donnerstag, dem 29. November, 8:30 bis 9:30h, zu einer Kundgebung nach Maria Geil ein.

Dabei werden symbolische Rettungsschirme aufgespannt und über die mehr als fragwürdigen Zwangsenteignungen von Grundstücken informiert. Zur Kundgebung haben sich bereits namhafte Politiker und interessante Erfahrungsträger sowie zahlreiche Medien und das TV angesagt.
Wir lassen die Betroffenen nicht im Regen stehen – besuchen sie uns und lassen sie sich von unseren Argumenten überzeugen

Plattform Belo Monte Archiv, 9.11.2012
Österreich: Enteignungen wegen 110-kV-Leitung drohen

Kleine Zeitung, 27.6.2012
"Erdkabel ist machbar!
Bürger fordern das Land zum Handeln auf.

Die vereinigte Bürgerinitiative Villach-Süd bestehen aus den 3 BIs 110kv-nein Danke Maria Gail, Allianz der Orte St.Job-Susalitsch-Sigmontitsch und Flurweg Fürnitz - Ausblick Matenwald.

Sonntag, 18. November 2012

Südtirol: Volksabstimmungen zur Zukunft des Rambaches


Pro-Rambach-Blog
Volksabstimmungen zur Zukunft des Rambaches am 25. November 2012
In den Gemeinden Taufers im Münstertal und Mals finden am Sonntag 25. November 2012 Volksabstimmungen zur Zukunft des Rambaches statt. Vorher wird die Bevölkerung umfassend über die Situation am Rambach informiert.
Wir hoffen sehr, dass sich die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger an der Diskussion und den Volksabstimmungen beteiligen. Zudem hoffen wir, dass die Mehrheit der Abstimmenden für die Erhaltung des Rambaches und gegen den möglichen Bau eines Kraftwerkes am Rambach stimmen. Der Rambach als letzter naturnaher Talfluss in Südtirol und weit darüber hinaus ist viel zu kostbar, um kurzfristigen Profitinteressen geopfert zu werden.


Initiative PRO RAMBACH

NEIN zum Kraftwerksbau und für die Erhaltung des Rambaches am 25.11.2012

CIPRA (Internaionale Alpenschutzkommission), 20.6.2012
Rambach: Wasserkraft oder Biosphäre?
Einzigartig ist der Rambach im Münstertal: sauberes, ungezähmtes Wasser; eine grosse Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Vielfältig sind die Interessen: Wasserkraft, Schutzgebiet, Tourismus. Jetzt wird abgestimmt, ob Schweiz und Italien gemeinsame Wege gehen.


Freitag, 9. November 2012

Österreich: Enteignungen wegen 110-kV-Leitung drohen

ORF, 9.11.2012
110-kV-Leitung: Enteignungen drohen

Auf die Gegner der geplanten oberirdischen 110-kV-Leitung im Raum Villach-Maria Gail kommt ein Enteignungsverfahren zu. Die Anrainer sollen der KELAG das Recht auf Nutzung ihrer Grundstücke zwangsweise einräumen. Proteste sind geplant.

Eine Bürgerinitiative fordert die Verlegung eines Erdkabels statt der geplanten oberirdischen Hochspannungsleitung. Nun sollen die Bürger der KELAG Netz GmbH die Rechte für die Nutzung ihrer Grundstücke zwangsweise einräumen. Dagegen wehren sie sich und auch gegen den Inhalt eines Gutachtens, das vor einer Woche vom Land Kärnten veröffentlicht wurde.

Anwalt: Land macht Druck

Die Trasse der geplanten Hochspannungsleitung sei noch gar nicht rechtskräftig bewilligt, trotzdem werde mit massivem zeitlichen Druck gearbeitet, kritisierte Rechtsanwalt Christian Köchl, der 15 betroffene Grundstückseigentümer vertritt. Das Gutachten des Landes zur Höhe der Entschädigungszahlungen und dem Wertverlust der Grundstücke sei erst vor einer Woche eingelangt.

Köchl: „Den betroffenen Grundstückseigentümern, wo es doch zum Teil um große Wälder geht, bleibt keine Zeit, sich selbst kompetente Hilfe zu holen und sich zu informieren. Sie können nur die Gutachten des Landes mehr oder weniger akzeptieren.“

Keine Zeit für Gegengutachten

Denn bis zum ersten Verfahrenstermin am 13. November bleibe keine Zeit mehr, ein eigenes Gutachten einzuholen. Die KELAG Netz GmbH verweist darauf, dass sie den Betroffenen Entschädigungssätze unterbreitet habe, die 30 Prozent über dem jetzt erstellten Gutachten lägen.

Die KELAG bleibt dabei: Die Errichtung der 110-kV-Leitung sei unumgänglich. Projektleiter Reinhard Draxler: „Diese Leitungsanlage ist wahnsinnig wichtig zur Erhaltung der öffentlichen Versorgungssicherheit im Großraum Villach. Dazu wird ein Umspannwerk errichtet, und es geht um diese Verbindung nach Villach hin. Das hat nichts mit irgendeinem Transit oder Transport zu tun.“

Schutz von Mensch und Landschaft

Die Bürger selbst betonen, dass es ihnen nicht um die Höhe der Entschädigungssätze gehe, sondern um den Schutz der Landschaft und die Gesundheit der Anrainer. Sprecherin Irene Kreschischnig: „Wir würden keine höheren Ablösezahlungen nehmen. Wir wollen die Erdverkabelung und den Schutz der Natur. Wir wollen nicht die Freileitung durch Ortsgebiete haben, wir wollen eine Erdverkabelung haben.“ Die Anrainer erhoffen sich Hilfe von der Politik und kündigten für den 29. November umfangreiche Protestmaßnahmen an.


Kleine Zeitung, 16.10.2012
Auch Alpenverein für Erdkabel
Bürgerinitiativen bekommen prominente Unterstützung: Der Alpenverein sieht keine andere Lösung, als die Leitung ins Erdreich zu verlegen. Auch Tierschutzverein hilft.

krone.at, 16.09.2012
Anrainer machen Strahlung von 110-kV-Leitung sichtbar
Im Kampf gegen eine 110- kV- Leitung bei Villach greifen die Gegner des Projektes zu ungewöhnlichen Mitteln. Mit 100 Neonröhren ausgerüstet, haben Anrainer auf die Belastung durch Elektrosmog aufmerksam gemacht. "Allein die Strahlung bringt die Röhren zum Leuchten!", so die Kritiker.

Parlament.gv.at
Petition betreffend "Erdkabel statt Freileitungen für Villach und Finkenstein" (Bürgerinitiativen "110 kV - nein danke!" - Maria Gail; "Allianz der Orte St. Job-Susalitsch-Sigmontitsch" und "Flurweg Fürnitz - Ausblick Mastenwald")

Yotube-Video, 27.5.2012
Kärnten: Landeshauptmann Dörfler schneidet Strommasten um

Mehr Infos über die Bürgerinitiativen unter http://www.facebook.com/110kVNeinDanke

Allianz der Orte St.Job-Susalitsch-Sigmontitsch

Mittwoch, 2. November 2011

Indigener Koordinator wegen Kritik an Belo Monte entlassen

Der regionale Koordinator der Nationalen Indio-Stiftung (FUNAI) in Colider (nördlich von Mato Grosso), Megaron Txucarramãe, wurde am Montag (31.10.) von seinem Amt entlassen, das er seit 1995 ausübte.

Megaron, ein leitender Kayapo und Neffe von Kazike Raoni, sagte er wäre wegen seiner Kritik gegen die Staudämme der Bundesregierung und vor allem gegen Belo Monte gefeuert worden.

FUNAI-Präsident Márcio Meira wollte die Demission nicht kommentieren. Er ließ durch seinen Pressesprecher mitteilen, dass die Entlassung nicht mit Belo Monte zusammen hänge - Megaron hätte "nicht mehr seine Funktion ausgeübt".

Die Entlassung löste bei den Kayapo große Empörung aus. In einem Brief an das Justizministerium ersuchten sie um Klärung des Falles und kündeten Proteste in Colíder (634 km südlich von Cuiaba) an. Die Bewegung Xingu Vivo, ebenfalls gegen das Kraftwerk Belo Monte, veröffentlichte gestern Abend die Kündigung von Megaron und nannte sie eine 'kleine Rache'.

Die Kayapo waren in der vorigen Woche maßgeblich an der Besetzung der Baustelle von Belo Monte  beteiligt.

"Ich war zur Teilnahme an der Demonstration eingeladen, meine Verwandten hatten mich gerufen, aber ich konnte nicht teilnehmen. Aber die Leute bei FUNAI wissen, dass ich gegen Belo Monte bin. Ich werde auch weiterhin den Kampf meiner Verwandten fortsetzen und den Xingu-Fluss gegen den Damm verteidigen", sagte Megaron.

Er beklagte sich, nicht direkt von Funai über die Entlassung informiert worden zu sein. Eine Freundin hätte es ihm am Telefon gesagt. "Die Funai ist nicht da, um den Indigenen zu helfen. Wir haben so viele Probleme, aber sie tun nichts", kritisierte Megaron.

FOLHA, 2.11.2011
Caiapó que criticava Belo Monte é demitido da Funai
O coordenador regional da Funai (Fundação Nacional do Índio) no município de Colíder (norte de Mato Grosso), Megaron Txucarramãe, foi exonerado do cargo na última segunda-feira (31). Ele ocupava o posto desde 1995.

XINGU VIVO, 1.11.2011
Demitido da Funai, Megaron diz que ato foi motivado por oposição a hidrelétricas
No último dia 28, o cacique kayapó Megaron Txucarramãe foi demitido sumariamente e sem aviso prévio da coordenação regional da Funai de Colider, MT.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Solidarisch mit dem Fasten von Bischof Gonzalo López Marañón

Seit 24. Mai fastet und betet Bischof Gonzalo Lópes Marañón OCD in Quito für Frieden und Versöhnung in seiner ehemaligen Diözese San Miguel von Sucumbíos im Nordosten Ecuadors, weil “die unzähligen Brüche und Spaltungen sowohl innerhalb der christlichen Gemeinschaft als auch der Zivilgesellschaft in Sucumbíos täglich größer werden”, wie er in seinem Brief zum Fasten schreibt.

Nach Annahme seines altersbedingten Rücktritts im Oktober vorigen Jahres wurde er vom Kardinalpräfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Ivan Dias, wegen seiner „nicht immer mit den pastoralen Forderungen der Kirche übereinstimmenden pastoralen Vision“ unverzüglich aus seiner ehemaligen Diözese verbannt, um die notwendigen pastoralen Änderungen durch seinen Nachfolger nicht zu behindern. Mons. Gonzalo López hält sich seither nach eigenen Worten “im Exil” in Quito auf.

Die Arbeit von Bischof Gonzalo López war von der „Option für die Armen“ geprägt, seelsorgerliches und soziales Engagement bildeten eine Einheit. Deshalb ist beim Volk sehr beliebt und wird bei seinem Fasten für eine menschennahe Kirche von vielen kirchlichen, zivilgesellschaftlichen und politischen Organisationen unterstützt. Sein Einsatz für kolumbianische Bürgerkriegsflüchtlinge und Afroamerikaner oder Indigene, die von Erdölfirmen bedroht wurden, wurde mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigt.

Wir sind Kirche, 1.6.2011
Ecuador: Streit nach Bischofsbesetzung in der Provinz Sucumbíos

Pax Christi Blog, 26.5.2011
Ecuador: Bischof Gonzalo López fastet und betet für Versöhnung in Sucumbíos

Homepage der Karmeliten, 10.3.2011
MIT DEM NATIONALEN VERDIENSTORDEN IM KAVALIERSGRAD AUSGEZEICHNET
Bischof Gonzalo López Marañón für seinen Einsatz für die Menschenrechte geehrt

Freitag, 29. April 2011

Ökumenischer Aufruf "Gedenkt der Heiligsprechung des Märtyrers San Oscar Romero durch die Armen dieser Erde"

In einem internationalen Ökumenischen Aufruf zum 1. Mai 2011: „Gedenkt der Heiligsprechung des Märtyrers San Oscar Romero durch die Armen dieser Erde“ ermutigen über 350 Persönlichkeiten aus allen Konfessionen die westlichen „Kirchen der Reichen“ zu Umkehr und zu einem christlichen Aufbruch.

San Oscar Romero wurde am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes von einem bezahlten Killerkommando ermordet, nachdem er sich öffentlich gegen die Christenverfolgungen des Regimes gestellt hatte. Aus Rom erhielt er dafür keine Unterstützung. Nach einem Besuch bei Papst Johannes Paul II. im Frühjahr 1979 sagte er zutiefst enttäuscht: „Ich glaube, ich werde nicht noch einmal nach Rom kommen. Der Papst versteht mich nicht.“ Für Rom besaß die gute Kooperation mit der salvadorianischen Regierung Priorität. Seit seiner Ermordung wird San Oscar Romero in El Salvador und weltweit konfessionsübergreifend als Märtyrer und Heiliger verehrt.

Der „Ökumenische Aufruf“ erfolgt kurz vor der Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2011: Während dieser Prozess in einem außergewöhnlich beschleunigten Verfahren nach nur sechs Jahren nun positiv abgeschlossen wird, wurde die Seligsprechung Oscar Romeros immer wieder mit fadenscheinigen Argumenten blockiert: So sprach der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Bischof Vincenzo Paglia, wiederholt von einer „Instrumentalisierung" Romeros im Sinne der Befreiungstheologie, die zu der Verzögerung führe.

Christliche Initiative Romero, 27.4.2011
Umkehr im Sinne Oscar Romeros

Der Ökumenische Aufruf und seine UnterzeichnerInnen (deutsche Fassung)

Der Spiegel, 27.4.2011
Kritik an Papst-Seligsprechung: Diktatoren stützen, die Armen verraten
Ist Johannes Paul II. seinen Glaubensbrüdern in Lateinamerika in den Rücken gefallen? Kurz vor der Seligsprechung des 2005 gestorbenen Papstes übt ein ökumenisches Bündnis starke Kritik am ehemaligen Kirchenoberhaupt.

Theologe Hans Küng im FR-Interview, 28.4.2011
"Johannes Paul taugt nicht als Vorbild"
Der Theologe Hans Küng verurteilt die Seligsprechung von Johannes Paul II. Am liebsten wäre ihm generell eine „Heiligsprechung von unten“ durch das Volk.

Die Presse, 29.4.2011
Theologe Küng kritisiert Papst-Seligsprechung
Johannes Paul II. sei "intolerant und unwillig zum Dialog" gewesen, er habe "die Menschenrechte von Frauen und Theologen unterdrückt". Mehrere Missbrauchsopfer schließen sich der Kritik an.

Salzburger Nachrichten, 28.4.2011
Kritik an Seligsprechung von Johannes Paul II.
Organisationen von Missbrauchsopfern haben sich gegen die Seligsprechung von Johannes Paul II. ausgesprochen. Für Opfer, die in der Amtszeit von Papst Johannes Paul II. missbraucht wurden, sei diese Seligsprechung „Salz in ihre tiefen, noch immer frischen Wunden“.

Bischof Müller entgegnet und geht mit der Befreiungstheologie hart ins Gericht:
Regensburg, 11.05.2011
Ein Beitrag von Bischof Gerhard Ludwig Müller für "Christ und Welt"

Donnerstag, 14. April 2011

Urgent Action: Stopp Belo Monte


Plattform Belo Monte unterstützt die Kampagne von
Avaaz.org: Pare Belo Monte!

und bringt eine Übersetzung aus dem Portugiesischen:

Die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) hat Brasilien aufgefordert, den Bau von Belo Monte zu stoppen - ein riesiger Staudamm inmitten Amazoniens. Präsidentin Dilma bleiben zwei Tage, um zu antworten. Durch großen internationalen Druck haben wir die Chance, Belo Monte zu stoppen.

Als Reaktion auf einen direkten Appell der betroffenen indigenen Gemeinschaften an die OAS wurde die brasilianische Regierung am 1. April in einem offiziellen Schreiben aufgefordert, den Bau von Belo Monte zu stoppen. Brasilien wurde auf die mögliche Verletzung interamerikanischer Vereinbarungen hingewiesen, sollte der Bau fortgesetzt und nicht innerhalb von 15 Tagen geantwortet werden.

Die Frist läuft demnächst ab - bitte unterstützen Sie diese Kampagne:

An Präsidentin Dilma Rousseff
und die Minister Antonio Patriota und Maria do Rosário Nunes


Ich unterstütze die Forderung der OAS nach einem Baustopp von Belo Monte. Brasilien muss in wirklich erneuerbare Energie investieren, die die Umwelt nicht zerstört oder bedrohte Bevölkerungsgruppen nicht gefährdet.

Hören Sie auf die OAE und stoppen Sie Belo Monte!

Mittwoch, 13. April 2011

NEIN zu Belo Monte!

Die Bewegung Xingu Vivo para Sempre (MXVPS) und das Forum Ost-Amazoniens (FAOR) organisierten am 12. April 2011 in der Universität von Belém-Pará das Seminar „Energie und Entwicklung: Der Kampf gegen Staudämme in Amazonien“.

Die Teilnehmer wurden über die Auswirkungen von Belo Monte auf Natur und Menschen informiert. Prof. Francisco Hernandez del Moral widersprach der Regierungspropaganda von einer „sauberen, erneuerbaren und billigen Energie durch Wasserkraft in Amazonien“. Für del Moral „ist nur das Wasser erneuerbar, nicht aber das Kraftwerk – das wird nicht funktionieren, bald zu erneuern sein und sehr teuer werden.“ Wegen der Klimaveränderung und eines befürchteten Rückgangs der Niederschläge sei der Betrieb des Kraftwerks nicht gesichert.

Antonia Melo von MXVPS berichtete von an die 10.000 Menschen, die bereits nach Altamira gekommen und wodurch die Preie für Unterkünfte stark angestiegen sind. „Nur ein mutiges Auftreten der betroffenen Bevölkerung von Altamira gegen Belo Monte wird dieses Monsterprojekt verhindern können“, sagte Melo.

Am Ende des Seminars wurde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht:


Botschaft aus Belém:
Zur Verteidigung der Flüsse, des Lebens und der Völker Amazoniens


Die Teilnehmer des Seminars „Energie und Entwicklung: Der Kampf gegen Staudämme in Amazonien“ hörten die Argumente von Professoren und Experten zum Wasserkraftwerk und Staudamm Belo Monte und kommen zu folgender Erkenntnis:
  • Belo Monte kann nicht effizient betrieben werden, weil nur eine Leistung von 39 % oder 4.500 MW der versprochenen 11.000 MW garantiert werden kann.
  • Durch Modernisierung der bestehenden Stromnetze könnte doppelt so viel Energie gespart werden wie Belo Monte produzieren soll, wobei die Kosten dafür nur ein Drittel der Ausgaben für Belo Monte ausmachen würden.
Die Teilnehmer erfuhren von Staatsanwalt Felício Pontes Jr. das Gerüst einer juristischen Farce: fehlende Dokumentierung; Anhörungen von Indigenen, die es niemals gab; erfundene und illegale Genehmigungen; unfertige Umweltstudien, die soziale und rechtliche Aspekte außer Acht lassen.

Die Teilnehmer hörten vom Kampf des Volkes Akrãtikatêjê (Gavião da montanha) gegen Eletronorte, der bis heute dauert. Beim Bau des Kraftwerks Tucurui vor mehr als 30 Jahren wurden sie aus ihrem angestammten Territorium vertrieben, wurden mit zuvor nie gekannten Krankheiten und Problemen konfrontiert und haben bis heute kein eigenes Land zugesprochen bekommen.

Die Teilnehmer vernahmen die Beschwerden von Bewegungen und Zivilgesellschaften, dass die Völker am Xingu, Kleinbauern, Flussbewohner, Fischer, Sammler und Indigene kriminalisiert oder einfach ignoriert werden. Das wird auch von der Menschenrechtskommission der OAS bestätigt, die von der brasilianischen Regierung einen Baustopp verlangt, bis die Indigenen nicht rechtmäßig angehört worden sind.

Die Teilnehmer sahen historische Beispiele großer Projekte in Amazonien, aber auch aktuelle wie die Kraftwerke am Rio Madeira, wo Missachtung des Arbeitsrechts und sogar Sklaverei festgestellt wurden. Die Arbeiter rebellierten gegen die Unterdrückungen, die sie zu ertragen hatten.
  • Deshalb betonen die Teilnehmer, dass Belo Monte keine soziale, wirtschaftliche, ökologische, kulturelle und/oder politische Nachhaltigkeit aufweist und ein Wahnsinn wäre.
  • Sie stellen fest, dass die brasilianische Regierung Belo Monte obsessiv, irrational, und allein aus dem Grund verfolgt, politische und wirtschaftliche Interessen, insbesondere jene großer Baufirmen, zu erfüllen.

  • Sie erklären schließlich, dass eine Verhinderung von Belo Monte notwendig ist, um die Flüsse, Wälder, Land- und Stadtbevölkerung, das Leben in Amazonien, in Brasilien und weltweit zu verteidigen.
Die Teilnehmer am Seminar gehen folgende Verpflichtungen ein:
  • Stärkung aller Kräfte gegen Staudämme in Amazonien
  • Stärkung der Bewegung gegen Belo Monte
  • Forderung einer Debatte im Landtag unter Beteiligung der Senatoren und der Bevölkerung des Xingu
NEIN zu Belo Monte!
JA zum Land!

Der Xingu soll für immer leben!
Auch die anderen Flüsse Amazoniens!


Euronews
Antônia kämpft gegen das brasilianische Belo Monte Staudammprojekt
Antônia Melo de Silva steht an der Spitze der Bewegung “Xingu Vivo Para Sempre” und kämpft unter Einsatz ihres Lebens gegen das brasilianische Belo Monte Staudammprojekt: “Sie versuchen, mich mit Sätzen einzuschüchtern wie: “Du wirst sterben”, “Antonia Melo, du wirst sterben”. Natürlich werde ich eines Tages sterben! Sie aber sagen, ich werde sterben, wenn ich mich in ihre Geschäfte einmische, wenn ich sie störe. Solche Aussagen kommen von ihren Schergen.”

Antônia Melo kämpft bereits seit 25 Jahren für die Rechte der Frauen im brasilianischen Bundesstaat Pará. Diese Morddrohungen sind die Folge des Kampfes, den sie an der Spitze der “Xingu Vivo Para Sempre”-Bewegung führt.

CARTA DE BELÉM - 12 de abril de 2011
EM DEFESA DOS RIOS, DA VIDA E DOS POVOS DA AMAZÔNIA

TV-SOL-Videos sobre o seminário
Energia e desenvolvimento: a luta contra as Hidrelétricas na Amazônia
DIA 12 DE ABRIL – Auditório do CCSE da UEPA

Donnerstag, 31. März 2011

Unterstützungserklärung für die Arbeiter der Kraftwerke Jirau und Santo Antonio

Gewerkschaften sowie soziale und kirchliche Bewegungen in Brasilien beklagen prekäre Dienstverhältnisse bei den Unternehmen Odebrecht und Camargo Corrêa auf Baustellen von Kraftwerken. In Jirau sind davon 20.000 Arbeiter betroffen, in Santo Antônio 16.000.
Plattform Belo Monte bringt eine Übersetzung der gemeinsamen Erklärung:


Unterstützungserklärung für die Arbeiter der Kraftwerke Jirau und Santo Antônio sowie für alle davon Betroffenen

Im März dieses Jahres entschlossen sich die Arbeiter der Wasserkraftwerke von Jirau und Santo Antônio am Rio Madeira in Rondonia zu Streiks und Revolten, die die Arbeitgeber Odebrecht und Camargo Corrêa zu verantworten haben. Ähnliche Aufstände folgten in ganz Brasilien.

Wir unterstützen diesen legitimen Kampf der Arbeiter und aller von diesen Kraftwerken Betroffenen. Weiters fordern wir die Aufhebung der durch das Arbeitsgericht von Rondonia gegen die Gewerkschaft STICCERO / CUT verfügten Strafe von R$ 50.000 sowie die Anerkennung des Streikrechts für die Arbeiter von Santo Antônio.

Die Arbeiter und die betroffene Bevölkerung sind Opfer einer brutalen Ausbeutung und eines Drucks, der Seiten der Betreiber ausgeübt wurde, um die Bauarbeiten zu beschleunigen und das Kraftwerk vorzeitig in Betrieb nehmen zu können. Die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer erhalten extrem niedrige Löhne und leiden unter langen Arbeitszeiten, schlechten Arbeitsbedingungen, fehlenden Sicherheitsmaßnahmen, Gewalt und Verfolgung, nicht eingehaltenen Vereinbarungen, schlechten Verkehrsverbindungen und der ständigen Drohungen der Entlassung. Das ist die wirkliche Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter, die durch diese Streiks und Demonstrationen ihre Stimme erheben und ihre Rechte einfordern.

Im Falle von Jirau hatte das Unternehmen selbst die Prognose aufgestellt, statt der geplanten vier Jahre schon nach drei in Betrieb zu gehen. Das bedeutet eine Beschleunigung des Arbeitstempos um 25% gegenüber dem "normalen" ursprünglichen Bau- und Kostenplan der Projektbetreiber. Daraus ergeben sich als "Vorteil" für den Unternehmen niedrigere Lohnkosten um ca. eine Milliarde Reais. Zusätzlich kann die Energie früher auf dem freien Markt verkauft werden, was etwa R$ 190 Mio pro Monat ausmacht. Sollte das Kraftwerk Jirau also ein Jahr früher in Betrieb gehen, wäre das ein zusätzlicher Umsatz von R$ 2,4 Mrd für das Unternehmen. Dafür bekommen die Arbeiter vom Arbeitsgeber niedrige Löhne, anstrengende Tagesschichten, Urlaubs- und Freizeitbeschränkungen sowie das Risiko der Massenentlassungen nach der Fertigstellung.

Deshalb unterstützen wir den Kampf der Arbeiter und der von den Kraftwerken Betroffenen in ihren Forderungen und verlangen eine sofortige Lösung ihrer Probleme sowie Wiedergutmachungen.

Movimento dos Atingidos por Barragens – MAB
Bewegung der von Kraftwerken Betroffenen

Plataforma BNDES
Entwicklungsbank-Plattform

CUT Nacional
Nationaler Zentralverband der Arbeiterschaft

Conticom/CUT – Confederação Nacional dos Trabalhadores nas Indústrias da Construção e da Madeira da CUT
Nationalbündnis der Arbeiter in den Industriekomplexen am Rio Madeira

Movimento dos Pequenos Agricultores – MPA
Bewegung der Kleinbauern

Movimento dos Trabalhadores Sem Terra – MST
Bewegung der Landlosen

Associação Nacional dos Estudantes de Engenharia Florestal – ABEEF
Nationaler Verein der Studenten für Forstwirtschaft

Movimento de Mulheres Camponesas – MMC
Bewegung der Bäuerinnen

Comissão Pastoral da Terra - CPT
Kommission der Landpastoral


CUT, 30/03/2011
Manifesto de apoio aos operários e atingidos pelas usinas de Jirau e Santo Antônio
CUT, Movimento dos Atingidos por Barragens, MST e movimentos sociais denunciam precarização na Odebrecht e Camargo Corrêa

Donnerstag, 24. März 2011

Schwarzenegger und Cameron besuchen Indios von Belo Monte


James Cameron Brings Arnold Schwarzenegger to the Amazon from Amazon Watch on Vimeo.
Der Kalifornische Ex-Gouvernadeur Arnold Schwarzenegger, der Avatar-Regisseur James Cameron und der Friedensnobelpreisträger von 2007, Philip Fernside, sind bereits in Brasilien eingetroffen, um am diesjährigen Internationalen Forum für Nachhaltigkeit teilzunehmen. Am Forum, das von 24.-26.3. in Manaus-Amazonien stattfindet, werden 600 Unternehmer und weitere Stargäste wie der ehemalige US-Präsidenten Bill Clinton, Gründer und Vorsitzender der US-Virgin Group, Richard Branson, und Dan Epstein, Leiter für Nachhaltigkeit und Stadterneuerung der Olympischen Spiele, erwartet.

Schwarzeneger und Cameron zeigten sich nach ihrer Ankunft interessiert an nachhaltiger Entwicklung und am Umweltschutz. Sie wollten mehr über das geplante Kraftwerk Belo Monte erfahren und besuchten Indios, die am Xingu wohnen und durch den geplanten Staudamm von Belo Monte in ihrer Existenz bedroht sind.

Cameron betonte seine große Freude über das Wiedersehen mit Freunden in der Aldeia. „Ich war vor einem Jahr hier und ich bin sehr glücklich, euch in der Aldeia anzutreffen, sagte er.

Schwarzenegger machte Fotos mit den Indios und sagte in einer versöhnlichen Rede, dass für eine Lösung in der Frage Belo Monte beide Parteien zu Wort kommen und angehört werden müssen. "Um unseren Planeten Erde auf möglichst gute Weise zu retten ist es notwendig, gemeinsam einen Weg zur Lösung des Energieproblems zu finden", gab er zu bedenken. Beim Überfliegen sei er von der Pracht des Regenwaldes und des Xingu überwältigt worden. Das Wasser bedeutet eine "fantastische" Energiequelle, "aber der Bau von Staudämmen mit den Folgen der Vertreibung von Menschen und Tieren ist nicht nachhaltig", sagte Schwarzenegger.

Wallstreet-Online, 23.3.2011
Bill Clinton, Arnold Schwarzenegger, James Cameron und Richard Branson nehmen am zweiten Internationalen Forum für Nachhaltigkeit in Brasilien teil

Ultimo Segundo, 24.3.2011
Schwarzenegger diz que é preciso aprender com erros ambientais
O ex-governador da Califórnia, Arnold Schwarzenegger disse em coletiva de imprensa, no Fórum Mundial de Sustentabilidade, em Manaus, que a água é uma boa fonte de energia. No entanto, foi cauteloso ao defender as hidrelétricas.

Critica, 24.3.2011
Schwarzenegger e Cameron visitam índios de Belo Monte
A dupla se reuniu com os índios para saber mais sobre as questões que envolvem a construção da usina hidrelétrica de Belo Monte

Folha, 24.3.2011
Schwarzenegger se diz contra construção de hidrelétricas
O ator e ex-governador da Califórnia, Arnold Schwarzenegger, se juntou ao diretor James Cameron na luta contra a construção da usina hidrelétrica de Belo Monte, no Pará. Na abertura do Fórum Mundial de Sustentabilidade, que acontece em Manaus até sábado, Schwarzenegger afirmou que a água é uma fonte "fantástica" de energia, mas que "a construção de barragens, com o consequente desalojamento de pessoas e animais, não é sustentável".

Terra, 24.3.2011
Índios dão cocar a Schwarzenegger e manifestam contra usina
"Temos na Califórrnia desafios semelhantes. É uma frustração quando você é governador e quer construir painéis de energia solar, mas não pode porque tem um cemitério indígena no caminho da linha de transmissão ou moram quatro animais na região dos painéis. Então você tem que parar o projeto e pensar onde vai colocar estes animais e dar a volta no cemitério. O mais importante é ser inclusivo", afirmou o ex-governador do Estado americano.

Am Internationalen Forum in Manaus hatten sich vor allem James Cameron und Bill Clinton klar gegen Wasserkraftwerke in Amazonien ausgesprochen. Clinton gab zu bedenken, dass der Regenwald Brasiliens 20 % des weltweiten Sauerstoffes produziert. "Es ist nicht einfach, aber das müsst ihr bedenken, wenn ihr in Amazonien Großprojete plant und wenn ihr für eure Kinder eine Zukunft haben wollt", sagte der Ex-Präsident.
Clinton lobte die Vorreiterrolle Brasiliens in der Produktion von Ethanol und die Erfolge beim Rückgang von Abholzung im Regenwald. Er hob die weltweite Bedeutung Brasiliens für das 21. Jahrhundert hervor, indem er sagte: "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie groß die Erwartungen der Welt an euch sind, Wachstum mit Nachhaltigkeit zu verbinden."

Folha, 26.3.2011
Em Manaus, Bill Clinton se diz contra hidrelétricas na Amazônia

Terra, 25.3.2011
Índios da Amazônia alertam para ameaça da construção de Belo Monte
Os povos indígenas da Amazônia brasileira pediram nesta sexta-feira ajuda à comunidade internacional diante da "ameaça" que representa para seu território e sua cultura a obra da hidrelétrica de Belo Monte, que está sendo construída no Pará.
"O Governo do Brasil não respeita os direitos humanos dos indígenas nem suas próprias leis. Pedimos que o mundo apoie nossa causa para não desaparecer", proclamou com veemência a líder indígena Sheyla Juruna em entrevista coletiva em Manaus.

CIMI, 24.3.2011
Viva o capitalismo e a sustentabilidade dos colonizadores
Estrelas do cenário nacional e internacional se reúnem em Manaus para pretensamente discutir as questões relacionadas à sustentabilidade

Obama: "Oscar Romero ist eine Inspiration"

Visite an Romeros Grab
Obama erweist ermordetem Erzbischof von San Salvador Reverenz
Zum Abschluss seiner Lateinamerika-Reise, die ihn zuerst nach Brasilien und Chile führte, hat US-Präsident Barack Obama am Dientstag die Grabstätte von Erzbischof Romero in der Krypta der Kathedrale von San Salvador besucht. Der 1917 geborene Erzbischof wurde am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes erschossen. Seine Anhänger hoffen seit Jahren auf eine baldige Seligsprechung.
Mit geschlossenen Augen legte Obama eine Gedenkminute für den als Märtyrer verehrten „Bischof der Armen“ ein, berichteten lokale Medien. „Romero ist eine Inspiration“, sagte der US-Präsident. El Salvadors Staatschef Mauricio Funes würdigte Obamas Geste. Obama habe damit die „Größe des spirituellen Führers El Salvadors“ anerkannt.

Eine derartige Geste des Respekts für die unzähligen Opfer von Militärdiktaturen war von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen erwartet worden - z.B. in Chile vergeblich. Siehe dazu folgenden Artikel:

Der Standard, 24.3.2011
Obama: Warme Worte in Zeiten des Krieges
Warum viele Lateinamerikaner mit der diese Woche im Schatten der Libyenkrise absolvierten Reise des US-Präsidenten in ihre Region unzufrieden sind.

Klaus Hart, Brasilientexte
“Ein historischer Tag. In Brasilien ordnet Obama die Atacke auf Libyen an…”

Auffällig zurückhaltend und beschwichtigend ist dazu die Berichterstattung in konservativen kirchlichen Medien gewesen. Die Grabesvisite wurde nur angekündigt, wobei die Betonung auf einer zu befürchtenden politischen Missdeutung oder Instrumentalisierung des Märtyrertodes von Erzbischof Oscar Romero lag.

Agenzia fides, 21.3.2011
Präsident Obama würdigt Erzbischof Romero: er war „Stimme der Stimmlosen“
Der heutige Erzbischof von San Salvador,. José Luis Escobar Alas erinnerte daran, dass Präsident Obama den ermordeten Erzbischof als einen „Helden unseres Kontinents“ betrachtet. Der Besuch an dessen Grab sein von „weltumfassender Tragweite“ und trage dazu bei das Erzbischof Romero weltweiten Bekanntheitsgrad erlange. Es handle sich dabei nicht um eine politische Geste, da die Figur des ermordeten Erzbischofs von transzendenter Bedeutung sei.

Kathweb, 24.3.2001
Seligsprechungsverfahren für Romero: Postulator erläutert Probleme
Bischof Vincenzo Paglia: Grund für die Verzögerungen im Seligsprechungsverfahren für den 1980 ermordeten Erzbischof sind "Versuche einer Instrumentalisierung"

Nähere Informationen über Oscar Romero auf Adveniat.de

Sonntag, 23. Januar 2011

Mit Straßensperre gegen illegalen Holzhandel in Anapu

Die Landlosenbewegung von Anapu klagt über den illegalen Holzeinschlag in der PDS-Siedlung Esperança in Anapu. Am 10. Jänner hatten die Siedler die Staße gesperrt, um den Holzraub zu unterbinden und auf die Situation aufmerksam zu machen.
Vor einer für 25. Jänner angekündigten öffentlichen Anhörung in Anapu bitten die Zivisgesellschaften von Anapu um um Solidarität und Protestmail - siehe am Ende des Beitrags.
Die Forderungen wurden auch von Bischof Erwin Kräutler unterzeichnet.

Das von Schwester Dorothy Stang ins Leben gerufene Siedlungsprojekt der Nachhaltigen Entwicklung (PDS) ist durch illegalen Holzhandel und korrupte Lokalpolitiker bedroht.
Seit dem Sieg von Francisco de Assis Souza (PT) bei der letzten Bürgermeisterwahl 2008, die nur durch finanzielle Unterstützung von Holzhändlern zustande kam, wird in den PDS-Siedlungen massiv illegal Holz geplündert. Möglich ist das durch die Infiltrierung von 30 Siedlerfamilien, die die Grundregel der (staatlich betreuten) PDS-Projekte missachten: keine Holzschlägerungen ohne Genehmigung durch die Siedlungsbehörde INCRA! Leider sind die Behörden sehr säumig.
Auch Pe. Amaro von der Landlosenpastorale in Anapu und seine MitarbeiterInnen werden seit längerem von der Holzmafia bedroht und eingeschüchtert - auch sie werden von den Behörden nicht entsprechend angehört und geschützt.

Da die rechtlichen Bemühungen und bisherigen Proteste der Siedler zur Einstellung des Holzraubes erfolglos blieben, sperrten sie am 10. Jänner die Straße für den illegalen Holzabtransport und richteten sich in einer Aussendung an die zuständigen Behörden mit drei Forderungen (Carta dos Comitês em Defesa de Anapu). PlattformBeloMonte bringt eine Übersetzung der Aussendung:

Anapu, PA, 22. Jänner 2011

In diesen Tagen feiern die sozialen und zivilen Bewegungen in Anapu zum sechsten Mal den Todestag von Schwester Dorothy Stang. Sie hatte ihr Leben zur Verteidigung des Projekts der nachhaltigen Entwicklung (PDS) in Anapu hingegeben. Das Projekt stammte von der Bundesregierung und wurde sogar als "Amazonischer Weg der Bodenreform" idealisiert.

Das PDS Esperança in Anapu ist erneut Schauplatz von Spannungen und Bedrohungen. Von 2005 bis 2009 wuchs es allmählich und langsam, dem Tempo des Volkes entsprechend. Während dieser vier Jahre gab es weder Invasion von Holzfirmen noch illegale Holzverkäufe von Siedlern. Doch der Ausgang der Kommunalwahlen im Oktober 2008, die durch finanzielle Unterstützung der Holzunternehmer entschieden wurden, veränderten diese Entwicklung. Bereits im Dezember 2008 begannen massive Invasionen von Holzfällern in der Gegend. Auf der Suche nach Holz und leicht verdientem Geld strömten während dieser Zeit viele Menschen ins PDS Esperança. Es kam zu Konflikten. Am 10. Januar 2011 organisierten sich die Siedler und sperrten die Straße für den illegalen Holztransport.

Seit Dezember 2009 kämpften sie mit legalen Mitteln, um ihr Land zu verteidigen, insbesondere den Lote 55 und den Wald. Es gab Anklagen über Anklagen, aber sowohl Landes- wie auch Bundesregierung blieben untätig. Im Februar 2010 wurde die Vereinigung der PDS-Landarbeiter von der Gewerkschaft der Landarbeiter und mit Unterstützung der Präfektur von Anapu mit unethischen und verleumderischen Methoden zerschlagen. Dadurch sollten der Zugang zum Wald und der profitable, illegale Holzraub ermöglicht werden, um schließlich das Projekt der Nachhaltigen Entwicklung zu zerstören.

Nach einem Jahr vergeblicher Beschwerden und ergebnisloser Bittgesuche an Behörden blockierten die Siedler des PDS Esperança am 10. Jänner die Zufahrtstraße und verhindern seither Ein- und Ausfahrt der Lkws der illegalen Holzfäller. Die Siedler stoppen nur den Holztransport, andere Fahrzeugen dürfen passieren. Seit 12 Tagen erledigen diese Menschen nun die Aufgabe der staatlichen Behörden wie IBAMA und anderer. Die Baumbestände in PDS-Gebieten sind für Einzelpersonen unantastbar. Nach dem Gesetz darf nur ein bestimmter Teil des Holzes gemeinsam und in Absprache mit der Genossenschaft, der Staatsanwaltschaft, INCRA und IBAMA gefällt werden. Derzeit wird geplündert. Die Siedler fordern deshalb:

1. Sofortige Kontrolle der Straße, die durch INCRA finanziert wurde, sowie Abschluss eines Vertrags mit der Präfektur von Anapu.

2. Sofortige Umsetzung der Beschlüsse zur Überprüfung und Überwachung der PDS-Mitglieder, die INCRA im Laufe des Jahres 2010 gemacht hat, sowie neue Überprüfungen in Gebieten, die inzwischen verändert wurden. Die Revisionen der Gebiete “sub judice”, die einem gerichtlichen Enteignungsprozess unterworfen sind, sollten durchgeführt und die Enteignung zügig entschieden werden.

3. Verbot des illegalen Holzeinschlags in der Siedlung und Rauswurf der Holzfäller, die illegal im PDS leben. Dazu sollten zwei Kontrollhütten entlang der Straße errichtet und von der Siedlungsbehörde INCRA verwaltet werden.

Im Internationalen Jahr des Waldes sind die Leute vom PDS Esperança die wahren Helden und Heldinnen unserer Geschichte. Die Bundesregierung redet bloß, erlässt Dekrete und verspricht feierlich bei Seminaren und nationalen und internationalen Treffen den Schutz der Wälder Brasiliens, als Erbe der Nation und der Menschheit. Aber in Wirklichkeit sind es diese einfachen und demütigen Landarbeiter, die unser Erbe verteidigen, die ihre Häuser verlassen und sich wie David einem Goliath entgegenstellen: Männern mit Macht und Geld. Diese mutigen Menschen sind bedroht und laufen Gefahr, alles zu verlieren, sogar das eigene Leben, wenn INCRA und die Bundesregierung nicht für sie Partei ergreifen und ebenso gegen Invasion und illegalen Holzhandel einschreiten.

Wir fordern die Bundesregierung und INCRA auf, parteipolitische Interessen beiseite zu legen und ihr eigenes Projekt der Nachhaltigen Entwicklung (PDS) zu verteidigen. Wir rufen auch alle Behörden auf, sich mit dem Einsatz dieser mutigen Arbeiter zu solidarisieren. STOPP dem illegalen Holzeinschlag!

PDS Virola Jatobá - Gleba Belo Monte
Rio Areia – Lote 125- Gleba Bacaja
AACMRR – Gleba Manduacari
ASAGRIM – Gleba Manduacari
ADM – Gleba Manduacari
Lote 86 – Flamengo Sul – Gleba Bacaja
Lote 95 – Flamengo Sul - Gleba Bacaja
Comunidade São Jorge – Ramal Bacaja - Surubim
ASA - Ladeirão Gleba Belo Monte

Mail-Aktion

Auch Bischof Kräutler hat diese Forderungen unterzeichnet und an INCRA geschickt - siehe dazu "Carta de Dom Erwin" auf der Homepage der Prälatur am Xingu.
Bitte unterstützen Sie die Siedler der PDS-Siedlung in Anapu durch eine Mail an:

Desembargador Gercino José da Silva Filho gercino.filho@mda.gov.br
und Kopie an Comitê Dorothy comitedorothy@yahoo.com.br

Excelentíssimo Senhor Desembargador Gercino José da Silva Filho,

Sou solidário com as reivindicações dos trabalhadores e trabalhadoras do PDS Esperança em Anapu:

1. Vistoria imediata da estrada financiada por INCRA e feita em convenio com a prefeitura local;

2. Execução imediata das decisões da Revisão e Supervisão Ocupacional feita pelo INCRA durante 2010, como também novas revisões em áreas já alteradas. Que sejam realizadas as revisões ocupacionais nos PA's e áreas "sob judice", reforçando o processo judicial. Que a procuradoria do INCRA age com mais força e vontade sobre esta questão dos lotes "sob judice"

3. Proibir exploração de madeira ilegal dentro do assentamento e a retirada dos
madeireiros que vivem irregularmente dentro do PDS. Este controle deve ser
feito através da construção e manutenção de duas guaritas colocadas nas duas entradas no Projeto, guaritas a ser mantidas pelo próprio INCRA.

Não à exploração ilegal de madeira dentro do PDS Esperança-Anapu!

Na esperança que as autoridades competentes tomem providências para solucionar os problemas do local,

Atenciosamente,
NAME und ADRESSE

Quelle:
IHU, 24.1.2011
Madeireiros fecham rodovia em Anapu

Montag, 17. Januar 2011

Stopp Belo Monte - Keine Megakraftwerke in Amazonien

AVAAZ.ORG macht momentan eine Kampagne gegen den Bau des Kraftwerks Belo Monte. Da der Text auf Portugiesisch ist, bringt PlattformBeloMonte hier eine Übersetzung und bittet um Unterstützung.

STOPP BELO MONTE - Keine Megakraftwerke in Amazonien

Belo Monte
wäre schlimmer als der Panamakanal: 100.000 Hektar Wald würden überflutet, 40.000 Indigene und lokale Gemeinschaften vertrieben sowie wertvoller Lebensraum für viele Arten zerstört werden.
All das wird zur Gewinnung von Energie in Kauf genommen. Aber diese Energie könnte leicht mit größeren Investitionen in Energieeffizienz (z.B. Verbesserung vorhandener Kraftwerke, Turbinen und Stromleitungen) erzeugt werden.

Der Druck auf Präsidentin Dilma Rousseff steigt: der Präsident von IBAMA ist soeben zurückgetreten, weil er sich weigert, die umweltrechtliche Genehmigung für Belo Monte zu erteilen. Der politische Druck zur Durchsetzung dieses folgenschweren Projekts wird hier erkennbar. Experten, Repräsentanten von indigenen Völkern und die Zivilgesellschaft sind sich darüber einig, dass Belo Monte eine Umweltkatastrophe im Herzen Amazoniens ist.

Die Arbeiten sollen in Kürze beginnen. Wir werden den Druck erhöhen, damit Dilma Rousseff Belo Monte stoppt! Unterschreiben Sie die Petition, bevor die Bulldozer zu rollen beginnen - sie wird der Regierung in Brasília überreicht werden.


An Präsidentin Dilma Rousseff:
"Wir ersuchen Sie, den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte aufgrund seiner katstrophalen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu stoppen. Bitte investieren Sie dafür in Energieeffizienz und in wirklich saubere und erneuerbare Energien! Garantieren Sie den Schutz der Rechte der indigenen und lokalen Gemeinschaften! Unterstützen Sie eine nachhaltige Entwicklung, die Leben und Ökosysteme schützt."

Unterschreiben Sie die Petition!


KathPress
Katholische Aktion hofft auf neue Unterstützung für Bischof Kräutler
Internationale Lobbying-Plattform "Avaaz.org" hat sich Protestbewegung gegen Wasserkraftwerkprojekt Belo Monte angeschlossen

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Bischof Erwin Kräutler: "Der Friede Jesu begleite uns im Neuen Jahr"


Weihnachtsbotschaft von Bischof Erwin Kräutler

"Meinen Frieden gebe ich euch"
Joh 14,27

Frieden ist
wenn wir die Würde aller Menschen achten,
wenn wir Vorurteile überwinden,
wenn wir uns als Geschwister begegnen,
wenn wir uns für die Nöte anderer öffnen,
wenn wir in Ausgegrenzten unsere Nächsten erkennen,
wenn wir mit den Armen in liebender Solidarität teilen,
wenn wir unsere Erde vor Zerstörung bewahren,
wenn wir die Schöpfung sorgsam pflegen,
wenn Gerechtigkeit unser Handeln bestimmt,
wenn Gottes Liebe durch uns erstrahlt.

Liebe Schwestern und Brüder,
der Friede Jesu begleite uns im Neuen Jahr und immer.
Erwin Kräutler
Bischof am Xingu


Bischof Erwin Kräutler ist am 6.12. mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. In einem Interview dazu auf ORF-Vorarlberg beklagt er u.a. auch den "Weihnachtskonsum als Ungerechtigkeit", weil die Menschwerdung zu kurz kommt, und er betont, dass eine andere Welt möglich ist.

Plattform Belo Monte dankt für Ihre Solidarität im Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung und wünscht ein friedvolles und gutes Jahr 2011.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Solidaritätsaktion in Wien für Bischof Erwin Kräutler und die Menschen am Xingu

dka
Solidaritätsaktion mit Bischof Kräutler und den Menschen am Xingu-Fluss - „Rote Karte" für die Andritz AG!
Am 6.12.2010 um 10.30 Uhr hat vor der Niederlassung der Andritz AG (1120 Wien, Eibesbrunnergassse 20) eine Solidaritätsaktion vom Welthaus Wien und von der Dreikönigsaktion, Hilfswerk der Katholischen Jungschar, stattgefunden. Mit heissen Sambarhythmen von samba-attac und einer „Roten Karte" für den „Manager mit Kettensäge" wurde die Andritz AG aufgerufen, auf ihre Beteiligung am Mega-Kraftwerk „Belo Monte" im brasilianischen Regenwald zu verzichten. Dieses wird unter Missachtung internationaler Konventionen und der brasilianischen Verfassung durchgepeitscht und hätte dramatischen Auswirkungen auf die einzigartige Natur und die (indigene) Bevölkerung am Xingu-Fluss. Heute Abend um 18.00 Uhr wird der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler in Stockholm auch aufgrund seines mutigen Einsatz gegen das Mega-Kraftwerk Belo Monte mit dem Alternativ-Nobelpreis geehrt.

Solidaritätsaktion und Pressekonferenz auf YouTube:
Teil 1 – Solidaritätsaktion mit samba-attac, Kettensäge, etc. vor der Andritz Niederlassung in Wien Meidling
Teil 2 – Pressekonferenz: DKA und Msgr. Helmut Schüller (WU-Wien)
Teil 3 – Pressekonferenz: ECA-watch und KABÖ
Teil 4 – Pressekonferenz: verschiedene Fragen

Standard, 12.12.2010
"Dieser Bau hat nichts mit dem Plan Gottes zu tun"
Die Proteste gegen den Bau des Staudammes "Belo Monte" im brasilianischen Bundesstaat Pará weiten sich bis nach Österreich aus, weil die Turbinen für das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt von dem steirischen Anlagebau-Unternehmen Andritz AG gefertigt werden sollen. Am Montag trafen sich aus diesem Grund mehrere katholische Vereinigungen vor dem Andritz-Gebäude in Wien Meidling, um gegen das Projekt "Belo Monte" zu protestieren.


Kathweb, 01.12.2010
Dreikönigsaktion: "Andritz AG" soll Amazonien verschonen
Solidaritätsaktion mit Bischof Kräutler und den Menschen am Xingu-Fluss am Nikolaus-Tag vor Wiener Firmensitz
"Hände weg vom Mega-Kraftwerk Belo Monte!": Diesen Appell richten die Dreikönigsaktion (DKA) und "Welthaus Wien" an die "Andritz AG". Die Verleihung des Alternativ-Nobelpreises an Erwin Kräutler am 6. Dezember in Stockholm nehmen die kirchlichen Organisationen zum Anlass für eine Solidaritätsaktion für den austro-brasilianischen Bischof und den Menschen am Xingu-Fluss.

dka-Dossier
Solidaritätsaktion mit Bischof Erwin Kräutler und den Menschen am Xingu-Fluss:
Andritz AG: Hände weg vom Mega-Kraftwerk Belo Monte!

kfb-Wien
Solidaritätsaktion für Bischof Kräutler am 8.12.2010Alternativer Nobelpreis für Erwin Kräutler
KathPress-Themenpaket mit Meldungen und Hintergrundinformationen zum austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler

Samstag, 20. November 2010

Betroffene berichten über Auswirkungen von Belo Monte

Leonardo Bauer Maggi und Iury Charles sind Mitglieder der Bewegung der Staudamm-Betroffenen in ganz Brasilien. "Das Kraftwerk bedeutet den Tod", sagen sie.

kathpress, 18.11.2010
Brasiliens neue Präsidentin plant 70 neue Staudämme in Amazonien
Vor dem Hintergrund der in zwei Wochen - am 6. Dezember - im Schwedischen Parlament in Stockholm stattfindenden Auszeichnung von Bischof Erwin Kräutler mit dem "Alternativen Nobelpreis" hat die österreichische kirchliche "Dreikönigsaktion" (DKA) vor den in Brasilien geplanten Riesenstaudamm-Projekten gewarnt. 70.000 von Absiedlung Betroffene werden dabei von einem DKA-Projektpartner - der Bewegung "Movimento dos Atingidos por Barragens/MAB" (Bewegung der Staudamm-Betroffenen) - vertreten, unter anderem mehrere Tausend Menschen aus Kräutlers Bischofssitz Altamira am Xingu-Fluss, der aufgestaut werden soll.

pressetext, 20.11.2010
Brasilien: Wasserkraft ist Todesurteil für Amazonas
Der Boom an geplanten Wasserkraftwerksbauten in Brasilien ist drauf und dran, den gesamten Amazonas-Regenwald zu vernichten. Internationale Konzerne profitieren davon kurzfristig, die Bevölkerung und die Natur erfahren dadurch jedoch bloß Schaden. Davor warnen Leonardo Bauer Maggi und Iury Charles von der Bewegung der Staudamm-Betroffenen Brasiliens MAB bei einem von der Dreikönigsaktion veranstalteten Pressegespräch.

Der Standard, 23.11.2010
"Die soziale Schuld wird nicht bezahlt"
Durch Staudämme wurden bereits eine Million Brasilianer vertrieben - Durch das Wasserkraftwerk "Belo Monte" kommen zehntausende Menschen dazu - Zwei Betroffene berichten

Hintergrund:
Riesenstaudämme – Wenn der Mensch versucht, das Wasser zu zähmen
Wasser ist für den Menschen lebensnotwendig, wird ihm aber auch oft zur tödlichen Bedrohung. Für Bewässerung, zur Energiegewinnung und als Verkehrswege wird das Element Wasser seit Urzeiten genutzt. Ebenso lange sterben Menschen bei Überflutungen, werden ganze Landstriche zerstört und als Lebensraum unbrauchbar. Seit Alters her versucht der Mensch diese Urgewalten zu bändigen und zu regulieren. Seit einem Jahrhundert haben diese Versuche gigantische Ausmaße erreicht, gewaltige Staudämme sind Sinnbilder für die Mühen der modernen Zivilisation, der Natur ihren Willen aufzuzwingen. Die Folgen sind aber oftmals kaum einzuschätzen.

Freitag, 7. Mai 2010

Raoni trifft Chirac wegen Belo Monte

BBC-Brasil, 6.5.2010

Kazike Raoni vom Volk der Kayapó traf am Donnerstag (6.5.) in Paris den ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac und ersuchte ihn um Unterstützung zur Verhinderung des Wasserkraftwerks Belo Monte am Xingu-Fluss.

Chirac betreibt eine Umwelt-Stiftung mit Projekten zur Bekämpfung der Regenwaldrodung. Er unterzeichnete auch das Vorwort des Buches „Raoni - Memoiren eines Indiohäuptlings“, das der Filmemacher und Schriftsteller Jean-Pierre Dutilleuxam Montag in Paris vorstellte.

Raoni möchte auch den amtierenden Präsident Nicolas Sarkozy persönlich bitten, beim brasilianischen Präsidenten Lula vorzusprechen und den Stopp von Belo Monte zu fordern. Der Elysée-Palast, Sitz der französichen Präsidentschaft, hat noch nichts bestätigt.

Raonis Eintreten für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes wurde im Jahr 1989 durch den Musiker Sting international bekannt.

Die französische Presse schenkt dem derzeitigen Besuch Raonis große Aufmerksamkeit. Bei seiner Ankunft in Paris verlautete der Kazike, für den Kampf bereit zu sein und sprach vom Krieg gegen den Staudamm Belo Monte. „Wir werden die Weißen töten, sollten sie den Damm bauen", sagte er Kazike in einem Interview mit dem Fernsehsender TF1.

"Ich habe meine Leute immer vom Kriegführen abgehalten. Aber nun bin ich sehr besorgt und verunsichert", sagte er. "Dreitausend Krieger stehen bereit, um die Waffen zu ergreifen, aber sie hoffen auf einen guten Ausgang der Verhandlungen".

Raoni betonte, im Namen aller Kayapó-Indios zu sprechen und um Unterstützung für die Erhaltung des Regenwaldes zu bitten. Vorerst wartet er auf Antwort aus dem Elysée-Palast.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Kazike Raoni sucht Unterstützung in Europa gegen Belo Monte

AFP, 5.5.2010
Kazike Raoni mit dem Schriftsteller Jean-Pierre Dutilleux

Kazike Raoni vom Volk der Kajapó rief am Mittwoch (5.5.) in Paris die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, sich für die Erhaltung der Lunge des Planeten einzusetzen, die durch den Bau des Staudamms von Belo Monte bedroht ist. Seine Reise wird durch Frankreich, Luxemburg und Monaco gehen.

"Ich bin stellvertretend für alle Kayapo-Indios hier, um Unterstützung für den Urwald zu erbeten", sagte Raoni Metukire gegenüber AFP. Sein Volk mit ungefähr 6300 Mitgliedern wohnt entlang des Xingubeckens. Er wurde vom französischen Schriftsteller Jean Pierre Dutilleux begleitet, der sein Buch "Raoni, Memoiren eines Indiohäuptlings" vorstellte.


Kazike Raoni wird am Donnerstag vom ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac (1995-2007) empfangen werden, der das Vorwort zum Buch geschrieben hat. Sie kennen sich seit 1989, als Raoni in Europa eine Kampagne zur Verteidigung der indigenen Völker Amazoniens startete.

Jene Kampagne war ein voller Erfolg, weil im Anschluss daran ihr Gebiet um den Xingufluss mit 195.000 km2 demarkiert wurde - sechs Mal so groß wie Belgien. Zwanzig Jahre später, nach vielen Konflikten mit Bergwerksunternehmen und illegalen Rodungen gibt es "eine neue Bedrohung: den Staudamm Belo Monte," dessen Versteigerung durch die brasilianische Regierung bereits erfolgt sei, sagte Dutilleux.

An die 60 NGOs kritisieren die sozialen und ökologischen Auswirkungen. Große Flächen werden überflutet und verursachen Treibhausgase und Plagen wie Malaria. 40.000 Menschen müssen umgesiedelt werden und ein Migrationsstrom wird erwartet. Außerdem ist Belo Monte auch technisch und finanziell sehr umstritten.

Und Präsident Lula? „Ich habe mit ihm gesprochen und ihn gebeten, Belo Monte nicht zu bauen. Ich verstehe nicht, warum er das machen will“, sagte Raoni, mit einer Hose bekleidet und mit schwarzer Kriegsbemalung am Oberkörper. „Deshalb möchte ich, dass die europäischen Regierungschefs in Brasilien anrufen und Präsident Lula die Besorgnis der indigenen Völker wegen Belo Monte mitteilen“, antwortete der Kazike.

Dutilleux hatte 1973 erstmals Amazonien bereist. Im Buch schreibt er von „grünen Ozeanen an Urwäldern“ und er versichert, dass Belo Monte nur die Spitze des Eisberges sei: bis 2030 seien 220 Staudämme in der Region geplant.

Raoni, der sich selbst als Mann des Friedens bezeichnet, sagte bei seiner Ankunft in Paris, er hätte seine Krieger gebeten, sich angesichts der Bedrohung durch den Staudamm vorzubereiten. „Ich bin besorgt und weiß nicht, wie lange ich sie zurückhalten kann... Deshalb bin ich nach Europa gekommen, um zu verhandeln und um die Katastrophe zu verhindern“, erklärte Raoni mit ruhiger Stimme, während ein anderer Indio versicherte, dass „3.000 Kajapos für den Kampf bereit stehen.“

Seitens der Organisatoren steht noch nicht fest, ob es ein Treffen zwischen Raoni und dem französichen Präsident Nicolas Sarkozy geben wird. Beide sind einander im September 2009 in Brasília begegnet. Im Buch ist zu lesen, dass damals Sarkozy Hilfe zugesagt hatte: "Ich werde Ihnen helfen. Und wenn Sie nach Paris kommen, werde ich Sie empfangen."

Kazike Raoni wird mit dem Brasilianer Carlos Goshn, Präsident von Renault, zu Abend essen. Es wird auch ein Treffen mit Anne Hidalgo, der Vizebürgermeisterin von Paris, geben.

Nach Besuchen in anderen Städten Frankreichs wird Raoni nach Luxemburg reisen und am nächsten Dienstag in Monaco von Prinz Albert empfangen werden. Er ist Präsident einer Stiftung für den Umweltschutz.

Raoni ist ungefähr 75 Jahre alt und bezeichnet sich als „letzten großen Kazike der Kajapos." Seine Nachfolge mache ihm Sorgen, aber er sei hoffnungsvoll. „Tief im Urwald gibt es noch Indios, die keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Ich glaube, dass darunter ein richtiger Krieger zu finden ist“. Der hätte auch das Recht, die große Holzscheibe in der Unterlippe zu tragen, als Zeichen der Bereitschaft, das Land mit dem eigenen Leben zu verteidigen.

Kazike Raoni und die Kajapo-Indios:

Raoni-Institut (französich und brasilianisch)

Culturclub Raoni (französich)

Raoni (französich)


Pressespiegel:

TV-TF1, 5.5.2010
Vidéo : Raoni : prêt à partir en guerre contre les blancs

Youtube, 5.5.2010
Raoni, chef indien, défend sa forêt contre le barrage Belo Monte

TV-TF1
Sur le sentier de la guerre

Un chef indien à Paris pour lutter contre un projet de barrage
France Info, 6.5.2010 - Audio
Il s’appelle Raoni et il lutte contre un projet de barrage à Belo Monte, au beau milieu de l’Amazonie brésilienne, qui occasionnerait le déplacement d’au moins 20.000 personnes. Le chef de la tribu Kayapos tente de convaincre les dirigeants étrangers de soutenir son combat. Il est en ce moment en France.

Le chef indien Raoni "prêt à la guerre" contre le barrage de Belo Monte au Brésil
(AFP) Le chef indien Raoni se dit prêt "à la guerre" contre le projet de barrage de Belo Monte en Amazonie brésilienne, dans un entretien diffusé dimanche soir par TF1.

Le chef indien Raoni en France pour défendre l'Amazonie contre un barrage
(AFP) Le chef indien Raoni a appelé mercredi la France, l'un des plus proches alliés du président brésilien Luis Inacio Lula Da Silva, à soutenir son peuple qui s'oppose à un projet de barrage géant en Amazonie.

"Si le barrage est construit, il y aura une guerre"
(MetroFrance, 5.5.2010) Raoni, chef des Indiens Kayapos du Brésil, se bat pour l'Amazonie et contre un projet de barrage à Belo Monte.

Cacique Raoni tira a camisa durante programa de rádio ao vivo na França
(GLOBO AMAZÔNIA, 5.5.2010) Em Paris, líder kaiapó deve conversar com Sarkozy sobre Belo Monte. Indígena ficou famoso após aproximação com cantor Sting contra usina.

Sting bekräftigt Ablehnung von Belo Monte

Sting beim Treffen mit Kazike Raoni in São Paulo im November 2009

Terra, 5.5.2010
Der britische Popsänger Sting bekräftigte am Dienstag (4.5.) in Venezuela seine Ablehnung für das Wasserkraftwerk Belo Monte. Nach einem Auftritt in Caracas sagte das ehemalige Mitglied der Gruppe The Police, der Stausee würden das Leben und die Kultur jener Menschen, die seit Jahrtausenden im Xingu-Becken leben, negativ beeinflussen. "Ich bleibe mit jenen indigenen Gruppen solidarisch, die versuchen, den Bau von Belo Monte zu stoppen", versicherte Sting.

Pressespiegel:
AP, 5.5.2010
Popstar Sting kämpft gegen Staudamm in Brasilien
Tausende Ureinwohner im Amazonas können sich bei ihrem Widerstand gegen einen geplanten Megastaudamm auf prominente Hilfe verlassen: Der Popstar Sting, der Filmemacher James Cameron und die Schauspielerin Sigourney Weaver zählen zu den Stars, die bei der brasilianischen Regierung das Projekt stoppen wollen.

Die Presse, 5.5.2010
Belo-Monte: Promis kämpfen gegen Super-Staudamm ‎
Tausende Menschen müssten für den Bau des brasilianischen Belo-Monte-Staudamms umgesiedelt werden. Sting, James Cameron und die Schauspielerin Sigourney Weaver wollen das verhindern. Der Damm "zerstört ein ganzes Flusssystem" und "die Kultur der Menschen".

Freitag, 16. April 2010

Jüngster Gerichtsentscheid im Fall von Belo Monte nährt Hoffnung auf Gerechtigkeit

Das Bundesgericht von Altamira stoppte am 14. April 2010 den für 20. April geplanten Beginn der Ausschreibung zur Bewerbung für den Bau des Wasserkraftwerkes Belo Monte in Amazonien.
Mit einem Produktionsvolumen von 11.000 MWh wäre es das weltweit drittgrößte Kraftwerk.

Die indigenen Völker und Bewohner entlang der Flüsse hoffen auf einen Sieg der Gerechtigkeit. Umwelt- und Menschenrechtsbewegungen im In- und Ausland freuen sich mit den Betroffenen, denn sie haben nicht unwesentlich zur Berichterstattung über Belo Monte beigetragen.

Trotz des jüngsten Gerichtsurteils ist das Projekt, das seit mehr als drei Jahrzehnten von Befürwortern verteidigt und von Gegnern abgelehnt wird, noch nicht zu den Akten gelegt. Die Generalanwaltschaft des Bundes (AGU) hat rasch reagiert und bereits die Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts von Altamira eingereicht.

Wie in der Vergangenheit bemühen sich Staatsanwälte und Anwälte von Bewegungen der Indios und der vom Kraftwerk Betroffenen, bislang missachtete nationale Gesetze und internationale Regelungen durchzusetzen. Die brasilianische Bischofskonferenz CNBB bekundete immer wieder mit Stellungnahmen und Debatten zu Belo Monte ihre Option für die Bewahrung der Schöpfung.

Dem Protest gegen Belo Monte Xingu schlossen sich auch Künstler an, etwa der Musiker Sting oder der Regisseur James Cameron, der in diesen Tagen gemeinsam mit den Hauptdarstellern von "Avatar" Sigourney Weaver und Joel David Moore bei Kundgebungen auftritt.

Die Sorge um den Xingu teilen weltweit zahlreiche umweltbewusste Menschen, die sich an Petitionen und Aktionen beteiligen und im Alltag für Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Konsumverhalten eintreten.

Unternehmen und brasilianische Regierung haben Belo Monte noch lange nicht aufgegeben. Gestern, 15.4., gab die Regierung einen zweiten Bewerber für die Ausschreibung bekannt.

Die Menschen in Amazonien brauchen weiterhin internationale Solidarität, damit ihr Lebensraum am Xingu nicht unwiederbringlich zerstört wird, durch ein Wasserkraftwerk, bei dessen bisheriger Planung Gesetze verletzt und die Menschenwürde der Betroffenen missachtet wurde.