Montag, 2. Mai 2022

Genesungswünsche für Dom Erwin


Die Diözese Xingu-Altamira gab am 1. Mai über Facebook bekannt, dass Bischof emeritus Erwin Kräutler, der nach wie vor in Koblach weilt, am 20. April einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hat. Er wurde ins Spital gebracht und am 30. April operiert. Gott sei Dank verlief alles gut.

Weiters wird ersucht, für die Gesundheit von Dom Erwin zu beten. "Mögen Unsere Liebe Frau von Nazareth und der hl. Josef beim lieben Gott für die Gesundheit unseres Bischofs Fürbitte einlegen!"

Samstag, 2. April 2022

Bischof Ferreira kritisiert Menschenrechtsverletzungen in Brasilien

 

Bischof Vicente de Paula Ferreira CSsR

Kathpress, 01.04.2022
Bischof: Dammbruch-Katastrophe in Brasilien wirkt bis heute nach
Bischof Vicente de Paula Ferreira kritisiert Menschenrechtsverletzungen von Bergbauunternehmen - Bei Dammbruch einer brasilianischen Eisenerzmine starben 2019 mindestens 272 Menschen, Trinkwasser für Tausende wurde verseucht - Politik und involvierten Firmen nehmen Leid der Betroffenen nach wie vor nicht ernst

Wien, 01.04.2022 (KAP) In der Bergbauortschaft Brumadinho in der Provinz Minas Gerais im Südosten Brasilien herrscht auch über drei Jahre nach dem verheerenden Dammbruch in einer Eisenerzmine, der mindestens 272 Menschen das Leben kostete, "Trauer und Leid". Das hat Dom Vicente de Paula Ferreira, Weihbischof in der Erzdiözese Belo Horizonte, in deren Gebiet sich die Ortschaft befindet, im Interview mit Kathpress berichtet. Die Menschen würden nach wie vor von der Politik und den involvierten Bergbaufirmen nicht gehört. Erst Anfang des Jahres seien in Folge von massiven Regenfällen wieder Unmengen giftigen Schlamms in die Häuser der Menschen geschwemmt worden, berichtete Ferreira.

Der Bischof, der Mitglied der Kommission für ganzheitliche Ökologie und Bergbau der Brasilianischen Bischofskonferenz ist, ist derzeit mit einer lateinamerikanischen Aktivistengruppe in mehreren Ländern Europas zu Gast, um auf umweltschädlichen Bergbau in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Nach Stationen in Deutschland und der EU-Hauptstadt Brüssel sowie Treffen im Vatikan, u.a. mit der Entwicklungsbehörde und der Lateinamerika-Kommission, ist die Gruppe dieser Tage in Wien zu Gast, wo sie ebenfalls mit Vertretern aus Politik und Kirche, unter ihnen auch Kardinal Christoph Schönborn, zusammentraf. Zu den Unterstützern der Aktion zählt unter anderem die Brasilianische Bischofskonferenz und die österreichische Dreikönigsaktion (DKA).

Katastrophaler Dammbruch

Aus den Schlammmassen seien noch immer nicht alle Leichen geborgen worden, mindestens sechs Personen gelten noch als vermisst, berichtete Ferreira. Als das Abraumbecken der Eisenerzmine "Corrego do Feijao" am 25. Jänner 2019 brach, ergossen sich 13 Millionen Kubikmeter Schlamm auf die Kleinstadt Brumadinho. Einwohner und Mitarbeiter des Bergbauunternehmens "Vale" wurden unter teilweise meterdicken Schlammschichten begraben. Trinkwasser für Tausende wurde durch giftige Substanzen teils so verseucht, dass etwa Gemüse, das die Menschen in ihren Gärten anbauen, bis heute kontaminiert ist.

Nach wie vor werden die Menschen von der Politik und dem multinationalen Bergbauunternehmen "Vale" alleine gelassen, beklagt der Weihbischof. Entschädigungen kämen bei vielen Betroffenen nicht an. "Vale entscheidet, wen sie entschädigen und wen nicht", Menschen, die nicht in direkter Nähe zum Unglücksort leben, würden zum Beispiel nicht berücksichtigt, obwohl auch ihr Wasser verseucht ist oder sie einen direkten Angehörigen verloren haben.

Entschädigungen würden sehr selektiv und auf einer individualisierten Ebene ausbezahlt, kritisierte der Bischof. Viele Betroffene hätten der Macht des Großkonzerns nichts entgegenzusetzen. Seine Mitstreiter und er forderten deshalb, dass es eine kollektive Entschädigung für alle Betroffenen geben müsse. Es gebe durchaus eine sehr aktive Bewegung, die kämpferisch und sehr proaktiv handle. Hier sei auch die Kirche präsent. Sie unterstütze die Menschen beim Neuaufbau und der Wiedererrichtung ihrer Lebensprojekte, berichtete der Weihbischof.

Massive Menschenrechtsverletzungen

Es gehe darum, dass den Menschen ein Leben ohne Abhängigkeit vom Bergbau ermöglicht werde, das sei möglich, aber nur in einem langsamem, schwieriger Prozess. Es gebe in der Region alle Voraussetzungen für ein Leben ohne den Bergbau. Die Kirche unterstütze deswegen gezielt Landwirtschaftsprojekte, Ökotourismus oder Kulturangebote in der Region. Wichtig sei auch, dass es zu einer Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung komme. Nötig seien junge, kritische Menschen, die sich den Megaunternehmen entgegenstellen, zeigte sich der Bischof überzeugt.

Bergbau gehe in Lateinamerika immer schon mit massiven Verletzungen von Menschenrechten und von Rechten der Mutter Erde einher, betonte die Aktivisten-Gruppe aus Brasilien, Kolumbien, Honduras und Ecuador, die noch bis Anfang April durch Europa reist, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Trinkwasser werde verseucht, die Luft verpestet und die Gesundheit der Menschen geschädigt. Betroffene, die sich dagegen wehrten, würden oft kriminalisiert oder gar getötet.


Fala Chico, 18/06/2021
NOTA DE SOLIDARIEDADE A DOM VICENTE FERREIRA

Bispo de BH faz duras críticas a Bolsonaro e dispara: ‘Estamos em guerra’

Estado de Minas, 14/06/2021
Dom Vicente de Paula sobre Bolsonaro: 'Fascista brasileiro'
De acordo com o bispo auxiliar da Arquidiocese de Belo Horizonte, Bolsonaro é um 'tirano que mata nossa gente'

Dienstag, 29. März 2022

Pedro Barreto neuer Präsident der Kirchenkonferenz Amazoniens

 


VaticanNews, 28.03.2022
Amazonien: Neue Leitung für Kirchenkonferenz CEAMA
Der peruanische Kardinal Pedro Barreto löst den brasilianischen Kardinal Cláudio Hummes an der Spitze der neuen panamerikanischen Kirchenkonferenz CEAMA ab. Hummes ist 87 Jahre alt. Einer der beiden neuen Vizepräsidenten ist der ecuadorianische Laie Mauricio López.

Die Kirchenkonferenz CEAMA („Conferencia Ecclesial de la Amazonía“) entstand als Folge der Amazoniensynode 2019. Sie gilt als Organismus neuen Zuschnitts in der Kirche, weil sie nicht nur Bischöfe repräsentiert, sondern das ganze Volk Gottes. Vizepräsident an der Seite von Mauricio López wird der Erzbischof von Manaus, Ulrich Steiner. Neun Länder haben Anteil am Amazonas.

In einem Schreiben erklärte Kardinal Hummes seinen Rücktritt von der Spitze der CEAMA damit, dass es ihm nicht möglich sei, zu reisen und persönlich an der institutionellen Tätigkeit des Präsidenten der Konferenz teilzunehmen. Die Ernennung des neuen Präsidenten fand im Rahmen der ordentlichen Versammlung der CEAMA statt, die am Wochenende in São Paulo, Brasilien, in hybrider Form stattfand, also teils in Präsenz, teils virtuell.

Zum Amazonas-Tag 2021 hatte Kardinal Hummes eine regelrechte „Kreuzigung Amazoniens“ beklagt, die vielen Söhnen und Töchtern Gottes großes Leid verursache. Das ökologische Desaster mit der Vernichtung des Regenwalds und der rücksichtslosen Ausbeutung seiner Ressourcen habe „wahnwitzige Dimensionen“ erreicht. Hummes saß beim Konklave 2013 neben dem Kardinal von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, und flüsterte ihm nach dessen Angaben im Moment seiner Wahl zu, er dürfe als Papst die Armen nicht vergessen.


agenzia fides, 28/03/2022
AMERIKA - CEAMA: Kirchliche Amazonaskonferenz wählt neuen Vorstand
Am 26. und 27. März fand in Sao Paulo (Brasilien) die erste ordentliche Versammlung 2022 der Kirchlichen Konferenz von Amazonien (Conferencia Eclesial Amazonica, CEAMA) statt. Die Veranstaltung wurde in gemischter Form (anwesend und virtuell) abgehalten.


REPAM, 28/03/2022
A Conferência Eclesial da Amazônia elegeu nova Presidência para os próximos quatro anos
A Conferência Eclesial da Amazônia (CEAMA) reuniu-se em assembleia ordinária nos dias 26 e 27 de março, com parte dos participantes de maneira presencial em São Paulo (SP) e outra parte de modo virtual. Durante a reunião, os participantes refletiram sobre o caminho realizado nos últimos anos e os desafios que estão por vir na implementação dos encaminhamentos do Sínodo Amazônico, através dos Núcleos Temáticos.
Também foi apresentado um plano para a reforma dos Estatutos que contribuirá para o fortalecimento e consolidação da CEAMA no espírito de sinodalidade, da Assembleia Eclesial e como serviço às jurisdições eclesiásticas da Amazônia.


Radio San Martín, 28/03/2022
El cardenal Pedro Barreto nuevo presidente de la CEAMA
La Conferencia Eclesial de la Amazonía, CEAMA, estuvo reunida en Asamblea Ordinaria los días 26 y 27 de marzo de manera presencial en Sao Paulo, Brasil, y virtual.

Dienstag, 8. März 2022

Amazonas-Regenwald nähert sich dem Kipppunkt

 

ORF, 7.3.2022
Amazonas-Regenwald verliert an Widerstandsfähigkeit
Der Regenwald im Amazonasgebiet hat seit Anfang der 2000er Jahre kontinuierlich an Widerstandsfähigkeit eingebüßt. Bei mehr als drei Vierteln des Waldes ließ laut einer neuen Studie die Fähigkeit nach, sich von Störungen wie Dürren und Bränden zu erholen.


Studie: Amazonas-Regenwald verliert an Widerstandsfähigkeit
Der Amazonas-Regenwald schwächelt. Große Teile können sich von Bränden oder Dürren nicht mehr so gut erholen wie gewohnt. Das kann dazu führen, dass sich der Regenwald in eine Savanne verwandelt. 

Donnerstag, 3. März 2022

Bolsonaro beschleunigt Ausbeutung indigener Gebiete

RND.de, 2.3.2022

Bolsonaro will indigene Gebiete ausbeuten - und nutzt Krieg in der Ukraine als Begründung

  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro benutzt den russischen Angriff auf die Ukraine, um seine Politik im Amazonasgebiet zu rechtfertigen.
  • Der dortige Abbau von Kalium für Düngemittel sei notwendig, da es durch den Krieg zu Engpässen oder einem Preisanstieg kommen könnte, so Bolsonaro.
  • Der Präsident berief sich dabei auf einen Gesetzentwurf aus dem Jahr 2020.

AKTUALISIERUNG:

amerika21, 5.3.2022
Brasilien: Linke und Rechte hadern mit Verurteilung Russlands im Ukraine-Krieg
Auch eine Woche nach Russlands Angriff auf die Ukraine haben es die beiden aussichtsreichsten Präsidentschaftskanditen vermieden, Russland offen für seine Invasion zu verurteilen. Zwar kritisierten sowohl der amtierende Präsident Jair Bolsonaro (PL) als auch sein linker Herausforderer Luiz Inácio Lula da Silva (PT) die Verletzung der Souveränität der Ukraine, beide stehen aber Sanktionen – aus unterschiedlichen Gründen – ablehnend gegenüber und beließen es dabei, die "Konfliktparteien zum Dialog" aufzurufen.


Deutschlandfunk Kultur,19.1.2022
Landraub in Brasilien
Bolsonaros Politik gegen Indigene
Der Druck auf die indigenen Gemeinden in Brasilien nimmt immer weiter zu. Jüngste Gesetzesvorhaben sollen verhindern, dass neue Schutzgebiete ausgewiesen werden – und bestehende werden von Goldgräbern, Viehzüchtern und der Politik beständig attackiert.


CIMI, 07/03/2022
Em carta, CNBB e organismos da Igreja do Brasil manifestam preocupação com as iniciativas econômicas ligadas à mineração
Em nota, a CNBB e organismos da Igreja do Brasil apresentaram posição contrária ao PL 490, que dificulta a demarcação de terras indígenas, e ao PL 191, que regulariza a mineração em terras indígenas

Donnerstag, 24. Februar 2022

Dom Erwin Kräutler: Argumente gegen Frauenweihe überzeugen nicht



Kirchliche Gesetze trügen Schuld an "Eucharistielosigkeit" in Amazonien
Amazonasbischof Kräutler: Argumente gegen Frauenweihe überzeugen nicht
Erwin Kräutler war lange Zeit Bischof in Amazonien, einer Region, die sehr stark vom Priestermangel geprägt ist. Er sieht in den kirchlichen Gesetzen und päpstlichen Entscheidungen Gründe für die "Eucharistielosigkeit" des Gebiets. 


Roma locuta, causa finita?
Zur Ordination von Frauen am Amazonas
Ein Beitrag von Erwin Kräutler CCPS