Montag, 27. Dezember 2021

Kritik an Rekord von Last-Minute-Rüstungsexporten in Deutschland

 


Neue Bundesregierung will Kontrollgesetz voranbringen
Kirche kritisiert Rekordgenehmigungen für Rüstungsexporte
Im vergangenen Jahr wurde von der alten Bundesregierung der Export von Rüstungsgütern in Höhe von 9 Milliarden Euro genehmigt. Die Kirche kritisiert diesen neuen Rekordwert und hält es für bedenklich, dass besonders ein Land davon profitiert.


Handelsblatt, 25.12.2021
Waffenlieferungen
Regierung Merkel mit Last-Minute-Rüstungsexport-Rekord – Baerbock kritisiert scharf
In den letzten Tagen ihrer Amtszeit hat die frühere Bundesregierung noch Rüstungsexporte von mehr als vier Milliarden Euro freigegeben. Nun entbrennt Streit darüber.


Tagesschau, 26.12.2021
Deutsche Rüstungsexporte
Baerbock dringt auf schärfere Kontrolle
Die Bilanz der 2021 genehmigten deutschen Rüstungsexporte landet bei mehr als neun Milliarden Euro. Die Ampel-Koalition will Kriterien künftig strenger kontrollieren. Denn die meisten Ausfuhren sind wegen des Ziels Ägypten umstritten.


Mittwoch, 22. Dezember 2021

Weihnachtspost 2021


„Und es waren Hirten in derselben Gegend…“ (Lk 2,8-20)

Antonio starb an Covid 19. Eine Woche vor Weihnachten 2020 erlag er dem grausamen Virus. Fatima verbrachte bange Wochen mit den drei gemeinsamen Kindern. Sie wollten ihren Papa sehen. Jeden Nachmittag kam sie ins Hospital Regional in Altamira und wartete auf das neueste ärztliche Bulletin. Immer genau um 5 Uhr. Das Herz klopfte ihr jedes Mal bis zum Hals, als der Arzt den Namen ihres Mannes nannte. Einige Zeit hieß es, Antonios Gesundheitszustand sei stabil. Dann plötzlich wurde er intubiert, was Fatima bereits das Schlimmste erahnen ließ. Sie betete mit den Kindern und machte Versprechen, die sie kaum je hätte erfüllen können. Dann, es war der Morgen des 17. Dezember, kam die unselige Nachricht: Antonio hat es nicht geschafft! Fatima weinte sich die Augen aus. Die Kinder schrien „Papai, Papai!“. Alles musste rasch gehen. Sie bekamen den Leichnam nicht zu Gesicht. In versiegeltem Sarg wurde der tote Antonio noch am selben Vormittag zum Stadtfriedhof überführt und begraben.


Die Welt brach für Fatima zusammen. Kurz vor Weihnachten! Allein stand sie nun da, mit ihren drei Kindern. Gut gemeinte Worte bringen ihr Antonio nicht zurück. Alles in der armseligen Wohnung erinnert an Antonio. Dennoch! Wie jedes Jahr holte Fatima die bereits arg mitgenommenen Figuren aus einer Truhe und stellte sie auf den Nähmaschinentisch: Maria, Josef, das Kind in der Krippe. Die Krippe mit dem Kind ist größer als die beiden anderen Figuren. Das stört jedoch niemanden. Im Gegenteil, es macht klar, dass das Kind in der Krippe mehr Bedeutung hat als jede andere Figur. Aber fehlten da nicht die Hirten, die des Nachts zur Krippe kamen? Nein, sie fehlten nicht. Sie kamen wirklich! Frauen aus der Gemeinde, zu der Fatima gehört, verzichteten auf eine Feier in ihren Familien, verbrachten den Heiligen Abend mit Fatima und beschenkten die Kinder.


*****

Gute Menschen ermöglichen, dass Familien, die jemanden verloren haben oder in Not geraten sind, geholfen werden kann. Immer wird es „Hirten“ geben, die Schwestern und Brüder in Armut und Leid nicht allein lassen. Sie werden kommen und liebend die Frohe Botschaft der Liebe Gottes überbringen. Und Bethlehem wird Wirklichkeit.


Diese Liebe erbitte ich für Sie, für Euch, für Dich
zu Weihnachten, im kommenden Jahr und darüber hinaus,
in herzlicher Verbundenheit

Bischof Erwin

Samstag, 18. Dezember 2021

Padre Arnaldo erhält Morddrohungen

 


Pater Arnaldo Bernardo, der für die katholische Kirche in der Gemeinde Vitória do Xingu im Südwesten des Bundesstaates Pará zuständig ist, veröffentlichte ein Video in den sozialen Netzwerken und berichtete, dass er in anonymen Nachrichten Morddrohungen erhalten habe.

Nach Angaben des Priesters, der auch Rechtsanwalt und Juraprofessor in Alagoas, dem Bundesstaat, in dem er geboren wurde, ist, begannen die Drohungen nach einer Reihe von Kritiken, die er an die politische und wirtschaftliche Klasse von Vitória do Xingu gerichtet hatte. Pater Arnaldo kam vor zwei Jahren aus seinem Heimatstaat in diese Pfarre am Xingu.

"Ich bin ein kritischer Mensch. Ich sehe Dinge, die falsch sind, und ich spreche sie an. Dies begann die herrschende Klasse hier zu stören, die es gewohnt war, die weniger Begünstigten zu bedrohen. Nachdem ich einige Kritik an illegalen Verhaltensweisen von Parlamentariern geübt hatte, kamen anonyme Nachrichten, die mich einschüchtern und zum Schweigen bringen wollten", sagte der Priester zu DOL.

Nach seinen Angaben sind die Drohungen bereits an die Zivilpolizei weitergeleitet worden, die in Kürze einen Bericht über den Vorfall erstellen wird. Pater Arnaldo teilte mit, dass er auch die brasilianische Anwaltskammer über die Nachrichten, die er erhalten hat, informieren wird.

"Ich wurde vor zwei Jahren hierher versetzt. Zunächst lernt man die Realität vor Ort und in der Region am Xingu kennen. Wenn man dann anfängt, eine bestimmte Haltung einzunehmen, wird man verfolgt. Ich lasse mich nicht einschüchtern. Ich wurde geweiht, um mich auf die Seite der Benachteiligten zu stellen, meine Stimme wird nicht verstummen", so der Priester.


DOL, 17/12/2021
Padre é ameaçado de morte após denúncias em Vitória do Xingu
Segundo o padre, as ameaças começaram a chegar após uma série de críticas que ele fez a classe política e econômica do município paraense.

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Bergbau auf dem Meeresgrund

 

ORF, 10.12.2021
Sorge um den „Regenwald der Tiefsee“
Die Debatte über den Abbau von Metallen auf dem Meeresboden – den letzten unberührten Gebieten der Erde – hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. Der Rohstoffreichtum in mehreren tausend Meter Tiefe weckt Begehrlichkeiten, doch Kritiker warnen vor einem Eingriff in höchst sensible Ökosysteme. Bedroht sei der „Regenwald der Tiefsee“, dessen einzigartige Fauna und Flora noch weitgehend unerforscht ist. Schon länger wird um ein internationales Regelwerk gerungen, dabei macht ein Inselstaat Druck.


RiffReporter, 08.06.2019
„Wir müssen als Gesellschaft entscheiden, ob wir uns diese Schädigung unseres Planeten leisten wollen.“
Tiefseebergbau: Interview mit dem Expeditionsleiter Matthias Haeckel vom GEOMAR-Forschungszentrum


Welt.de, 20.02.2014
Die Chancen und Risiken des Tiefseebergbaus
Die Herausforderungen sind immens, aber angesichts der hohen Rohstoffpreise interessieren sich immer mehr Staaten und Firmen für den Tiefseebergbau. Der „World Ocean Review“ trägt Fakten zusammen.

Montag, 13. Dezember 2021

7 Tote und 4.000 Obdachlose nach schweren Unwettern in Bahia

 


ORF, 12.12.2021
Tausende nach schweren Unwettern in Brasilien obdachlos
Heftige Überschwemmungen nach lang anhaltendem Regen haben im Nordosten Brasiliens 3.700 Menschen obdachlos gemacht. Zahlreiche Häuser wurden überschwemmt oder bei Erdrutschen zerstört, wie die Regierung des Bundesstaats Bahia heute mitteilte.

Mindestens drei Menschen kamen bei den schweren Unwettern bisher ums Leben. Insgesamt waren im Süden von Bahia und im Norden von Minas Gerais rund 70.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro flog heute über die Überschwemmungsgebiete, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Die Feuerwehr brachte Lebensmittel, Trinkwasser, Matratzen und Zelte in die von der Außenwelt abgeschnittenen Ortschaften und flog Patientinnen und Patienten zur Behandlung in Krankenhäuser aus


O Globo, 12/12/2021
Desaparecidas após casa ser soterrada, mãe e filha são encontradas mortas em Amargosa na BA; idoso segue desaparecido
Com esses dois casos, número de pessoas mortas em decorrência da chuva na Bahia sobe para sete. Uma das vítimas é uma idosa de 80 anos. Desabamento de terra atingiu a região de Ribeirão dos Caldeirões.

O Globo, 12/12/2021
Moradores relatam tensão após rompimento de barragem durante chuva em Apuarema, na BA: 'deixa tudo aí, a vida é o mais importante'
Duas barragens romperam após chuvas dos últimos dias na Bahia. Terceiro equipamento passou a ser drenado para evitar novo rompimento. Neste domingo, família contaram os prejuízos causados.

Fantâstico, 12/12/2021
Chuvas na Bahia matam 7 pessoas; quase 4 mil pessoas estão desabrigadas
Durante a visita do presidente Bolsonaro à região, seguranças e apoiadores de Bolsonaro agrediram jornalistas da TV Bahia, afiliada da Globo, e da TV Aratu, do SBT.Globo repudia os ataques.



Freitag, 10. Dezember 2021

Indigene klagen auf dem Apiwtxa-Kongress über die Situation an der peruanisch-brasilianischen Grenze


Apiwtxa.org.br
Congresso Internacional Apiwtxa
Ameaças, Proteção e Desenvolvimento na Fronteira Amazônica


Der "Apiwtxa International Congress - Threats, Protection and Development on the Amazon Border" fand vom 16. bis 19. November 2021 im Ashaninka-Indigenengebiet des Amônia-Flusses in Marechal Thaumaturgo, Acre, Brasilien, statt und wurde von der Association of the Ashaninka des Flusses Amônia – APIWTXA organisiert.

Mehr als 100 Personen kamen zusammen, um die aktuelle Situation an der peruanisch-brasilianischen Grenze in den Regionen Yurúa und Alto Tamaya in Ucayali und Alto Juruá in Acre zu präsentieren und zu diskutieren.

Wir, die indigenen Völker und ländlichen Gemeinschaften, die auf diesem Internationalen Kongress vertreten sind, repräsentieren zusammen mehr als 3 Millionen Hektar des Amazonasurwaldes. Die Bedrohungen, denen wir derzeit ausgesetzt sind, sind enorm und umfassen Drogenhandel, illegale
Straßen, illegale Holzfäller, Bergleute und Landhändler und werden durch die Korruption der Regierung begünstigt.

Als Ergebnis von drei intensiven Diskussions- und Recherchetagen zur aktuellen Situation in unserer Region haben wir gemeinsam eine Erklärung verfasst, die von uns, den im Kongress anwesenden indigenen Völkern und Verbänden, unterschrieben wurde. In der Erklärung heißt es: "Die Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind, sind enorm, aber Drogenhandel, illegale Straßen, Holzfäller, Bergleute und Landhändler, geschützt durch staatliche Korruption, zerstören weiterhin unser Land und unsere Wälder."

Wir senden diese Erklärung als Stimme der Einheit unserer Völker und fordern die notwendigen Maßnahmen von den Regierungen, damit wir unsere Rechte, unser Territorium, unsere Kultur und unser Leben erhalten, wie es das Gesetz garantiert!

Wir bitten alle unsere Partner, uns dabei zu helfen, unsere Erklärung bekannter zu machen und sie über Ihre Netzwerke zu veröffentlichen, um anzuprangern, was wir, die indigenen Völker dieser Amazonasregion, derzeit leiden.

Samstag, 4. Dezember 2021

Bischof Erwin Kräutler: Dies Irae für den Planeten


In seinem Interview über die COP26 erwähnt Dom Erwin Kräutler das "Lacrimosa" von Wolfgang Amadeus Mozart in einem interessanten Kontext - und das zum 230. Todestages von Mozart (+5.12.1791).

Für Dom Erwin ist das 'göttliche Musik' und verdeutlicht neben seiner Erfahrung im Umgang auf Augenhöhe mit Indigenen auch, was er unter Interkulturalität im Unterschied von Inkulturation versteht.

Aus dem Interview mit Pe. Luís Miguel Modino SJ:

Die Botschaft von Papst Franziskus an die COP26 war: "Die Zeit wird knapp! Nützt die Gelegenheit dieser Konferenz!"

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass die COP26 die päpstliche Warnung nicht sehr ernst genommen hat. Im Vergleich zur COP21 in Paris 2015 scheint es mir, dass sie weiterhin eine Frist nach der anderen setzt und die Erfüllung von Vereinbarungen, die sofort eingehalten werden sollten, immer wieder in ferne Jahrzehnte verschiebt. Es werden weitere COPs mit milliardenschweren Ausgaben stattfinden müssen und die Verhandlungen werden weitergehen. "Hasta quando!". "Die Zeit wird knapp!" So die Worte unseres Papst.

Das Argument, dass die Zeit bereits abgelaufen ist, ist realistisch! Wir befinden uns bereits in der Phase des Plan B: Wie können die Folgen gemildert werden? Wer weiß, vielleicht denkt Papst Franziskus bereits an eine neue Enzyklika, um seine Solidarität mit den Familien und Völkern zu bekunden, die Opfer des Desasters des Klimawandels sind, und um die reichen Nationen dieser Welt wieder einmal aufzufordern, den geplagten und hungernden Völkern zu helfen.

Statt den Refrain „Laudato Sì“ aus dem „Sonnengesang“ des hl. Franz von Assisi, kann er für eine neue Enzyklika vielleicht eine Strophe aus der Sequenz „Dies Irae“ wählen, die aus derselben Zeit stammt: „Lacrimosa Dies Illa, qua resurget ex favilla iudicandus homo reus!“ Vor 230 Jahren, in der kalten Nacht zum 5. Dezember 1791, komponierte Mozart auf dem Sterbebett im ersten Stock, Rauhensteingasse 10, in Wien dieses Lacrimosa. Es sind die letzten und unendlich erschütternden Takte aus der Feder Mozarts: Ein suggestives Crescendo lässt den Chorgesang „Voller Tränen jener Tag, an dem aus der Asche zum Gericht sich erheben wird"“ von Silbe zu Silbe immer eindringlicher, überwältigender werden, bis er schließlich im verurteilenden Forteausbruch des „homo reus“ - „des schuldbeladenen Menschen“ - die schaurige Klimax erreicht.


Mit großer Genugtuung verfolgte ich in Glasgow mehrere Zeugenaussagen indigener Völker und applaudierte vor meinem Computerbildschirm. Sie präsentierten sich in ihren traditionellen Gesichtsfarben und mit schönen Kopfbedeckungen. Ihre Beiträge waren ergreifend und bewegend zugleich. Aber ich spürte tief in meinem Herzen einen quälenden Schmerz. Immer wieder fragte ich mich, wie die Zuhörer auf die Botschaft der Indigenen reagieren würden.

[...] die Mehrheit der Teilnehmer der COP26 betrachtete diese Männer und Frauen in ihren Trachten nur als Folklore, um dem Ereignis eine Dimension der Anwesenheit "aller Nationen, Stämme, Rassen und Sprachen" (Offb 7,9) zu verleihen. Die indigene Bevölkerung wurde bei weitem nicht als "gleichberechtigt" in Würde und Rechten akzeptiert und in ihren legitimen Forderungen und Ansprüchen respektiert.

Wir ziehen es vor, heute von einer "Interkulturalität" zu sprechen (vgl. OLIVEIRA, Márcia Maria de. Quando a diferença transforma-se numa ponte. Manaus: Amazonas Atual, 20/02/2020), anstelle von "Inkulturation", um einen Begriff zu ersetzen, der die Überlegenheit einer bestimmten Kultur gegenüber einer anderen zu suggerieren scheint, die "inkulturiert" werden muss. 


Donnerstag, 2. Dezember 2021

Dom Erwin Kräutler zur COP26: "Unser Planet liegt bereits auf der Intensivstation"

Im Interview mit Pe. Luís Miguel Modino SJ gebraucht Dom Erin prophetische Worte, um uns eindringlich vor Augen zu führen, wie ernst es um unseren Planeten steht und wie notwendig ein rasches und entschiedenes Handeln für unser gemeinsames Haus wäre. Der emeritierte Bischof vom Xingu und Präsident von REPAM-Brasilien bedauert zutiefst, dass unser Planet bereits auf der Intensivstation liegt.

Pe. Modino: Wie beurteilen Sie die COP26? Sind Sie mit den erzielten Vereinbarungen zufrieden oder haben Sie mehr erwartet?

Dom Erwin: Wer von uns hat nicht viel mehr erwartet! Dennoch war ich seit Beginn der COP26 recht skeptisch und fragte mich, ob die wirklich Verantwortlichen für den Klimawandel überzeugende Initiativen ergreifen würden, um die Treibhausgasemissionen zu senken und die Erwärmung auf 1,5° Celsius zu begrenzen.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht mehr daran, dass dieses Ziel erreicht werden kann, und schlimmer noch - auch wenn ich kein Klimaforscher bin - aus der Xingu-Region, wo ich seit 56 Jahren lebe, weiß ich, dass wir diese Schwelle bereits überschritten haben. Wenn ich die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts mit dem Klima von heute vergleiche, kann ich nur aufschreien und sagen, dass sich das Klima verändert hat. Damals wusste noch niemand etwas von Klimaanlagen. Heute kommen Krankenhäuser, Schulen, Hotels, Büros und Kirchen nicht mehr ohne zentrale Klimatisierung aus. Viele Familien mit etwas Einkommen entscheiden sich dafür, um einen angenehmeren Tag oder eine erholsame Nacht zu haben.

Als die Abholzung in der größten Gemeinde Brasiliens, Altamira, mit dem Bau der Transamazônica-Schnellstraße in den 1970er Jahren zunahm, stieg auch die Hitze in der Stadt und den Dörfern erheblich an.

Und da wir in der Ära des Coronavirus leben und so oft Nachrichten über geliebte Menschen erhalten, die auf der Intensivstation ums Überleben kämpfen, - zu oft bekommen wir die traurige Nachricht zu lesen,  dass sie der Aggression des grausamen Infektionserregers erlegen sind - vergleiche ich die COP26 mit einem medizinischen Gremium, das über die Zukunft unseres Planeten diskutiert, der auf der Intensivstation liegt.

Wissenschaftler und Mediziner treffen sich, um über die nächsten Schritte zu beraten, die das Überleben des Planeten sichern sollen. Und die abschließende Stellungnahme dieser "Ärztekammer" ist erschütternd. Die Verantwortlichen für diese Schande geben nach tagelangen Debatten beschwichtigende Empfehlungen und verabschieden sich. Der Patient liegt mit dem Gesicht nach unten auf der Intensivstation und ist intubiert. Er kann das Blut nicht mehr mit Sauerstoff versorgen.

Maßnahmen, die sofort ergriffen werden sollten, um den Planeten zu retten, werden für die nächsten Jahrzehnte vorschoben! Ich habe gestern erfahren, dass meine Nichte schwanger ist. Wie wird die Welt für diesen neuen Menschen aussehen, der noch im Mutterleib liegt, wenn er erwachsen ist?


Pe. Modino: Papst Franziskus kann als einer der großen Verteidiger des Gemeinsamen Hauses angesehen werden. Können wir sagen, dass seine Ratschläge politische Bedeutung haben? Inwieweit beeinflussen seine Worte die Entscheidungsfindung?

Dom Erwin: Ich erinnere mich gerne an den 4. April 2014, als ich mit Papst Franziskus zusammen war und er mir offenbarte, dass er eine Enzyklika über Ökologie schreiben würde, und sofort hinzufügte: "pero una ecologia humana". Auf dieses Detail legte er besonderen Wert: "Wir werden die Ökologie nicht nur allgemein behandeln. Es ist an der Zeit, von einer 'menschlichen' Ökologie zu sprechen". Ich habe die Gelegenheit genutzt, um darauf hinzuweisen, dass diese Enzyklika unbedingt einen ausführlichen Bezug zu Amazonien und den indigenen Völkern enthalten muss. Und der Papst hat meine Bitte in den Artikeln 37/38 und 145/146 von "Laudato sì" angenommen!

Es war Papst Benedikt XVI., der den Begriff "Humanökologie" prägte. In seiner Enzyklika "Caritas in Veritate" (29. Juni 2009) betont er: "Wenn in der Gesellschaft die 'Humanökologie' respektiert wird, profitiert davon auch die Umweltökologie" (Nr. 51). In seiner Enzyklika "Sollicitudo Rei Socialis" (30. Dezember 1987) betonte Papst Johannes Paul II. unsere Verantwortung für die Umwelt: "Sie (die natürlichen Ressourcen) mit absolutem Verfügungsanspruch zu benutzen, als ob sie unerschöpflich wären, bringt ihr Fortbestehen nicht nur für die gegenwärtige Generation, sondern vor allem für die künftigen in ernste Gefahr. " (Nr. 34).

Mit der Enzyklika Laudato Sì wollte Papst Franziskus alle konfessionellen, politischen, rassischen und ideologischen Grenzen überschreiten und sich an die gesamte Menschheit auf allen Kontinenten wenden. "Angesichts der weltweiten Umweltschäden möchte ich mich jetzt an jeden Menschen wenden, der auf diesem Planeten wohnt", schreibt der Papst in der Einleitung, "ich möchte in Bezug auf unser gemeinsames Haus in besonderer Weise mit allen ins Gespräch kommen (LS 3). Niemand kann leugnen, dass die Enzyklika einen starken Einfluss auf das Pariser Abkommen hatte, das am 12. Dezember 2015 als Ergebnis der COP21 angenommen wurde.

Papst Franziskus hatte sogar erwogen, nach Glasgow zur COP26 zu reisen. Warum wurde dieser Plan nicht verwirklicht? Die Behauptung, dass die vorangegangene Darmoperation den Papst daran gehindert hätte, nach Glasgow zu reisen, überzeugt mich nicht. Kurz nach seiner Operation reiste er bereits nach Ungarn und in die Slowakei. Ich vermute, dass die Absage wegen der Rolle des Papstes als Staatsoberhaupt und Pontifex der katholischen Kirche zurückzuführen ist. Sicherlich hätte die Anwesenheit des Staatsoberhauptes Franziskus die aller anderen Staatsoberhäupter in den Schatten gestellt. Schade, dass er nicht dort war! Ich sage das genau wegen der Warnung, die er aus Rom zur COP26 gesprochen hat: "Die Zeit läuft ab; diese Gelegenheit darf nicht vergeudet werden".

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass die COP26 die päpstliche Warnung nicht sehr ernst genommen hat. Im Vergleich zur COP21 in Paris 2015 scheint es mir, dass sie weiterhin eine Frist nach der anderen setzt und die Erfüllung von Vereinbarungen, die sofort eingehalten werden sollten, immer wieder in ferne Jahrzehnte verschiebt. Es werden weitere COPs mit milliardenschweren Ausgaben stattfinden müssen und die Verhandlungen werden weitergehen. "Hasta quando!". "Die Zeit wird knapp!" So die Worte unseres Papst.

Das Argument, dass die Zeit bereits abgelaufen ist, ist realistisch! Wir befinden uns bereits in der Phase des Plan B: Wie können die Folgen gemildert werden? Wer weiß, vielleicht denkt Papst Franziskus bereits an eine neue Enzyklika, um seine Solidarität mit den Familien und Völkern zu bekunden, die Opfer des Desasters des Klimawandels sind, und um die reichen Nationen dieser Welt wieder einmal aufzufordern, den geplagten und hungernden Völkern zu helfen.

Statt den Refrain „Laudato Sì“ aus dem „Sonnengesang“ des hl. Franz von Assisi, kann er für eine neue Enzyklika vielleicht eine Strophe aus der Sequenz „Dies Irae“ wählen, die aus derselben Zeit stammt: „Lacrimosa Dies illa, qua resurget ex favilla iudicandus homo reus!“ Vor 230 Jahren, in der kalten Nacht zum 5. Dezember 1791, komponierte Mozart auf dem Sterbebett im ersten Stock, Rauhensteingasse 10, in Wien dieses Lacrimosa. Es sind die letzten und unendlich erschütternden Takte aus der Feder Mozarts: Ein suggestives Crescendo lässt den Chorgesang „Voller Tränen jener Tag, an dem aus der Asche zum Gericht sich erheben wird"“ von Silbe zu Silbe immer eindringlicher, überwältigender werden, bis er schließlich im verurteilenden Forteausbruch des „homo reus“ - „des schuldbeladenen Menschen“ - die schaurige Klimax erreicht.


Pe. Modino: Brasilien ist eines der Länder, in denen der mangelnde Schutz der Umwelt vielen Menschen große Sorgen bereitet. Wie sollten sich die brasilianische Gesellschaft und die Kirche positionieren, damit die politischen Entscheidungsträger diese Sorge als dringende Notwendigkeit begreift?

Dom Erwin: Der Slogan "Amazonien gehört uns" ist sehr gefährlich. Damit wird jede Äußerung zu Amazonien von vornherein als unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten Brasiliens gewertet. Heute weiß die ganze Welt, was in Amazonien geschieht. Wissenschaftler warnen, dass der Amazonas eine regulierende Funktion für das Weltklima hat. Und der ehemalige Präsident Lula wird sicherlich zugeben, dass die Rede, die er am 22. Juni 2010 in Altamira im Zusammenhang mit dem Bau des Belo Monte-Wasserkraftwerks hielt, weder in seiner Regierung noch in den nachfolgenden Regierungen wirkliche Konsequenzen hatte:

"Wir müssen der Welt zeigen, dass sich niemand mehr als wir um unseren Wald kümmern. Aber sie gehört uns. Und kein Ausländer soll seine Nase in Dinge stecken, die ihn nichts angehen. Wir wissen, wie wir uns um unseren Wald und um unsere Entwicklung zu kümmern haben". Regierungen kommen und gehen, neue treten ihr Amt an, und die Situation wird immer schlimmer!

Amazonien ist nicht nur brasilianisch. Obwohl Brasilien den größten Teil dieser Makroregion ausmacht, gibt es neun Länder, die zu Amazonien gehören. Deshalb müssen die zu ergreifenden Maßnahmen multilateral sein, denn sie müssen Amazonien als Ganzes und nicht in homöopathischen Portionen retten. Es ist kein Angriff auf die brasilianische Souveränität oder die eines anderen Landes in Amazonien, wenn man die These vertritt, dass Amazonien zum Erbe der Menschheit gehört. Diese Tatsache unterstreicht die große Verantwortung, die jedes Land für den Schutz Amazoniens trägt. Seine Funktion als Regulator des planetarischen Klimas beschränkt sich nicht auf die Küste oder auf Landesgrenzen Brasiliens.

Das große Versagen aller Regierungen, ob auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene, war und ist das fast völlige Fehlen des politischen Willens, ein ernsthaftes und solides Programm zur Verteidigung Amazoniens zu verwirklichen. Die Regierungen lassen sich mit Versprechungen von Megaprojekten, Verbesserungen der städtischen Infrastruktur, Arbeitsplätzen und viel Geld beeindrucken. Verlogene Versprechen! Ein Beweis dafür ist der Belo Monte-Staudamm an der Großen Schleife des Xingu-Flusses, der eine enormes Ausmaß an Zerstörung, Verwüstung, Frustration und Enttäuschung hinterlassen hat.

Und es gibt bereis ein weiteres Projekt bei der Großen Schleife des Xingu, etwa 40 km vom Staudamm entfernt. Belo Sun Mining, ein kanadisches Unternehmen, will innerhalb von zwei Jahrzehnten Milliarden Reals in den Goldabbau investieren. Millionen an Steuern und weitere Millionen in Form von Lizenzgebühren für die Gewinnung von 74 Tonnen Gold in der Großen Volta des Xingu werden versprochen. Dazu müssen Millionen und Abermillionen von Tonnen Gestein abgetragen werden. Das Verwunderlichste an diesem Projekt ist die Lagerung von Abraum nur wenige Meter vom Ufer des Xingu entfernt. Die Versprechen sind spektakulär. Alles sei unter Kontrolle. Ein Unfall wird nicht in Erwägung gezogen!

Es handelt sich um genau dieselbe Rede, die vor dem monumentalen Unfall in Mariana und Brumadinho zu hören war, bei dem Hunderte von Menschen ums Leben kamen! Die große Mehrheit der Politiker träumt vom großen Geld und glaubt fest daran, dass das ganze Unternehmen sicher sein wird.  Nach zwei Jahrzehnten wird das Unternehmen nach Kanada zurückkehren. Das Geld ist weg. Das Gold ist weg! Und Brasilien wird mit einer Zeitbombe von der Größe zweier "Zuckerhutberge" aus Bergbauabfällen zurückbleiben, die die Umwelt der Großen Schleife und der gesamten Region des unteren Xingu terrorisieren.

Ein weiteres Manko ist das unzureichende Bewusstsein für den Erhalt Amazoniens in fast allen Teilen der Gesellschaft. Der Glaube, dass Amazonien unerschöpflich und ewig überreichlich ist, scheint zur DNA der großen und kleinen Menschen zu gehören. Es ist von größter Dringlichkeit, Umweltbewusstsein und -ethik von der Grundschule bis zur Universität zu vermitteln. 

In der Enzyklika Laudato Sì betont unser Papst Franziskus: "Der Mensch ist nicht völlig autonom. Seine Freiheit wird krank, wenn sie sich den blinden Kräften des Unbewussten, der unmittelbaren Bedürfnisse, des Egoismus und der Gewalt überlässt. In diesem Sinne ist er seiner eigenen Macht, die weiter wächst, ungeschützt ausgesetzt, ohne die Mittel zu haben, sie zu kontrollieren. Er mag über oberflächliche Mechanismen verfügen, doch wir können feststellen, dass er heute keine solide Ethik, keine Kultur und Spiritualität besitzt, die ihm wirklich Grenzen setzen und ihn in einer klaren Selbstbeschränkung zügeln." (LS 105).


Pe. Modino: Haben Sie die Hoffnung, dass die brasilianische Regierung Maßnahmen ergreift, um die Realität in Bezug auf den Umweltschutz zu ändern?

Dom Erwin: Ich habe nicht die geringste Hoffnung, dass die Regierung Bolsonaro sich jemals dazu bereit erklärt, ihre Ansichten in Bezug auf Amazonien zu verändern. Obwohl der Satz "Lasst die Viehherde vorbeiziehen" von einem ehemaligen Umweltminister stammt, verrät sein Inhalt die Denkweise Bolsonaros. Tatsächlich hat kein Präsident, den ich in mehr als fünf Jahrzehnten erlebt habe, Amazonien je geliebt oder verstanden, was seine eigentliche Bedeutung ist.

Obwohl Amazonien die Hälfte der Fläche Brasiliens einnimmt, wurde es immer als "Kolonie" oder "Provinz" betrachtet: Kautschuk, Holz, Bergbau, Energie, die letzte landwirtschaftliche Grenze, kurzum, eine Kolonie, die bis zum letzten Blutstropfen ausgebeutet wird, ohne sich um die Wunden zu kümmern, die durch die Misshandlung entstanden sind, und ohne die offenen Wunden zu heilen, die immer größer und tiefer werden!


Pe. Modino: Die indigenen Völker, die Sie während Ihres gesamten Missionslebens begleitet haben, spielten auf der COP26 eine wichtige Rolle. Viele Menschen erkennen die Bedeutung ihrer Beiträge, aber warum werden ihre Vorschläge nicht ernst genommen? Warum ist die brasilianische Regierung entschlossen, sie zu verfolgen und ihre Rechte und Territorien zu beschneiden?

Dom Erwin: Mit großer Genugtuung verfolgte ich in Glasgow mehrere Zeugenaussagen indigener Völker und applaudierte vor meinem Computerbildschirm. Sie präsentierten sich in ihren traditionellen Gesichtsfarben und mit schönen Kopfbedeckungen. Ihre Beiträge waren ergreifend und bewegend zugleich. Aber ich spürte tief in meinem Herzen einen quälenden Schmerz. Immer wieder fragte ich mich, wie die Zuhörer auf die Botschaft der Indigenen reagieren würden.

Ich gestehe, dass ich während der Synode für Amazonien in Rom im Oktober 2019 das gleiche Gefühl hatte. Indigene Menschen, Frauen und Männer aus den verschiedenen Ländern Amazoniens, waren eingeladen worden, an einem historischen Ereignis unserer Kirche teilzunehmen. Und sie waren nicht schüchtern. Sie nutzten die ihnen zugestandene Redezeit in der Synodenaula, um ihre Botschaft vorzutragen. Sie sahen einen sehr aufmerksamen Papst, die Kardinäle und Bischöfe hörten größtenteils einfühlsam zu. Sie erhielten Beifall.

Bei ihrem Kommen und Gehen zum und vom Synodensaal wurden sie zu beliebten Fotomotiven. Bereits am Eröffnungstag umringten sie den Papst bei der Prozession vom Petersdom und "störten" die feierliche Prozession, die im Rahmen der üblichen kanonischen Vorschriften geplant war. Die berühmte kirchliche Rangordnung, die sich nach der Stellung eines Bischofs oder Kardinals richtete, blieb einfach auf der Strecke. Die Indigenen übernahmen die Prozession.

Was hat die Amazonas-Synode mit der COP26 zu tun? Bei beiden Veranstaltungen standen die Ureinwohner im Mittelpunkt des Interesses! Sie hatten die Möglichkeit, sich zu äußern, und sie taten dies mit großem Anstand. Aber - und darin liegt das Detail - die Mehrheit der Teilnehmer der COP26 betrachtete diese Männer und Frauen in ihren Trachten nur als Folklore, um dem Ereignis eine Dimension der Anwesenheit "aller Nationen, Stämme, Rassen und Sprachen" (Offb 7,9) zu verleihen. Die indigene Bevölkerung wurde bei weitem nicht als "gleichberechtigt" in Würde und Rechten akzeptiert und in ihren legitimen Forderungen und Ansprüchen respektiert.

In unserer Kirche ist das nicht viel anders! Wir ziehen es vor, heute von einer "Interkulturalität" zu sprechen (vgl. OLIVEIRA, Márcia Maria de. Quando a diferença transforma-se numa ponte. Manaus: Amazonas Atual, 20/02/2020), anstelle von "Inkulturation"  um einen Begriff zu ersetzen, der die Überlegenheit einer bestimmten Kultur gegenüber einer anderen zu suggerieren scheint, die "inkulturiert" werden muss. Schon das Dokument von Santo Domingo ist dieser Versuchung erlegen, als es riet: "Eine Inkulturation der Liturgie zu fördern, indem man ihre Symbole und religiösen Ausdrucksformen mit Wertschätzung aufnimmt, die mit dem klaren Sinn des Glaubens vereinbar sind, den Wert der universalen Symbole bewahrt und mit der allgemeinen Disziplin der Kirche in Einklang steht" (DSC, 248).

Wer soll bestimmen, was mit dem klaren Sinn des Glaubens und der allgemeinen Disziplin der Kirche vereinbar ist oder nicht, was damit in Einklang steht oder nicht? Nur wenn man mit einem Volk lebt, kann man die tiefe Bedeutung seiner kulturellen Ausdrucksformen kennen lernen, seine Sprache sprechen und in das Universum seiner archaischen und religiösen Symbolik eintauchen. Dies kann nicht in zehntausend Kilometern Entfernung in einem klimatisierten Büro geschehen.

Es gibt sehr wertvolle Versuche, Schritte in Richtung einer liturgischen Interkulturalität zu unternehmen und die kulturellen Ausdrucksformen der indigenen Völker und der Quilombolas zu akzeptieren. Wer erinnert sich nicht an den großen Förderer dieser Versuche der Interkulturalität, den 2017 verstorbenen Bischof José Maria Pires! Was fehlt, ist der Mut und die Kühnheit, größere Schritte zu wagen.

Auf der Suche nach "Interkulturalität" ist die Realität in unserer Kirche heute ziemlich merkwürdig. Seit einiger Zeit treten immer mehr extrem rassistische Personen und Gruppierungen auf, die Bischöfe und Priester beschimpfen, die indigene oder quilombolische Ausdrücke, Lieder und Trommelschläge in einer liturgischen Feier akzeptieren. Es wird nicht einfach sein, die Beschlüsse der Synode für Amazonien und die "Träume" des Apostolischen Schreibens von Papst Franziskus, "Querida Amazonia", zu verwirklichen. Die Opposition ist virulent!

Wer liebt Amazonien wirklich als das Land seiner Vorfahren seit Menschengedenken? Ich erinnere mich an den historischen Marsch der indigenen Völker im Jahr 2000 im Rahmen der 500-Jahr-Feier in Porto Seguro. Die indigenen Völker Amazoniens trugen Transparente mit der Aufschrift: "Reduziert ja, besiegt nie!" Tatsächlich ist Amazonien seit Tausenden von Jahren ihr Zuhause, ihre Heimat, der Boden ihrer Mythen und Riten, die richtige Umgebung für ihre Tänze und ihren Glauben, das Land, in dem ihre Vorfahren begraben wurden.

Bolsonaro und die Agrarindustrie lehnen heute die brasilianische Verfassung von 1988 ab, die die Existenz indigenen Landes bestätigt und dadurch die Existenz dieser Ländereien jenseits des kapitalistischen Marktes verteidigt. Die Parole der Agrarindustrie lautet: "Kein Land außerhalb des Marktes!" Im Gegensatz zu unsere Überzeugung: "Alles Land für das Leben und den Frieden". Es handelt sich um zwei antagonistische Konzepte: das eine zugunsten von Land für das Leben, das andere zugunsten von Land für den Kapitalismus, verbunden mit schamloser Ausbeutung und Usurpation.


VaticanNews, 02/12/2021
Dom Erwin Kräutler:
“A COP26, uma junta médica debatendo o futuro do planeta que está na UTI”
Dom Erwin Kräutler analisando os resultados da COP26 e a realidade do planeta e da Amazônia. O bispo emérito do Xingú e presidente da REPAM-Brasil não duvida em afirmar que nosso planeta está na UTI.


Hintergrund:

El País, 4.9.2017
José María Pires, primer obispo negro de Brasil
El teólogo de la liberación, arzobispo de Paraiba, fue un símbolo de la lucha contra toda forma de opresión


Arquidiocese de Belo Horizonte, 27/08/2017
Nota de falecimento: Dom José Maria Pires
O arcebispo emérito da Paraíba, Dom José Maria Pires, faleceu aos 98 anos, na noite desse domingo, dia 27, após sentir-se mal em Belo Horizonte (MG).


José María Pires, primer obispo negro de Brasil


Brasil de Fato, 22 de Março de 2019
Homenagem aos 100 anos de Dom José Maria Pires
Dom José foi o primeiro arcebispo negro do Brasil

Spiegel-Online, 14.11.2021
Weltweite Proteste
»Es ist für Politiker sehr attraktiv, indigene Menschen zu präsentieren«
Auf der Weltbühne sind sie präsent wie nie zuvor: Indigene Aktivistinnen kämpfen auf ganz unterschiedliche Weise für die Rechte ihrer Völker – und sind endlich sichtbar. Doch was kommt dabei heraus?


COP26 in Glasgow:
Nach Rede bei Klimagipfel: Indigene Aktivistin bekommt Todesdrohungen
Jair Bolsonaro hat die Aktivistin nach ihrer Rede beschuldigt, Brasilien zu attackieren. Txai Suruí beschwichtigt, das sei nicht ihre Absicht gewesen.

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Umwelt-Beamte machen sich über besorgte Bürger und NGOs lustig

 

steiermark.orf.at, 1.12.2021
UVP-Skandal: Amtsleiterin nach Video suspendiert
Zwei hochrangige Beamte der steirischen Umweltabteilung – gegen sie wird auch im UVP-Skandal ermittelt – haben sich bei einer Weihnachtsfeier über besorgte Bürger und NGOs lustig gemacht. Am Mittwoch wurde nun die Abteilungsleiterin auf Drängen der zuständigen Landesrätin suspendiert.


Krone.at, 1.12.2021
Skandal-Video: Steirische Top-Beamtin suspendiert!
Zwei hochrangige Beamte der steirischen Umweltabteilung machten sich bei einer Weihnachtsfeier nicht nur über besorgte Bürger, sondern auch über NGOs lustig: Die „Krone“ veröffentlichte am Mittwoch die Videos, die für viel Empörung sorgen. Am Vormittag fordert auch die steirische Umweltlandesrätin die Suspendierung, die Videos bezeichnet sie als „untragbar, ja unerträglich“. Am frühen Nachmittag wurde die Abteilungsleiterin dann tatsächlich suspendiert. Ein weiterer Beamter wird von der Abteilung abgezogen.

Dienstag, 30. November 2021

Bolsonaro tritt Partido Liberal bei

 

Die Gründung von Jair Bolsonaros eigener Partei kam nicht über die Phase des Unterschriftensammelns hinaus.

ORF, 30.11.2021
Brasilien: Bolsonaro tritt wieder Partei bei

Brasiliens zuletzt parteiloser Staatschef Jair Bolsonaro hat sich heute, rechtzeitig vor den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr, wieder einer Partei angeschlossen.

Bolsonaro trat in einer in sozialen Netzwerken live übertragenen Zeremonie der Partei Partido Liberal bei. Es ist die neunte Partei in Bolsonaros Karriere als Politiker seit 1988.

Für das Präsidentenamt im größten Land Lateinamerikas kann man nur als Kandidat einer Partei antreten. Bolsonaro war 2018 als Mitglied der Partido Social Liberal (PSL) gewählt worden. Die Gründung einer eigenen Partei nach seinem Austritt 2019 kam nicht über die Phase des Unterschriftensammelns hinaus.

Die Partido Liberal verfügt derzeit über die drittgrößte Anzahl an Sitzen in der Abgeordnetenkammer und gilt in Brasiliens Parteiengefüge als einer der Mehrheitsbeschaffer mit wechselnden Allianzen. So hatte die Partei auch die Regierungen der Arbeiterpartei von Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva unterstützt.


FAZ, 30.11.2021
Bolsonaro tritt Partei bei – rechtzeitig vor der Wahl
Eine Bewerbung um das Präsidentenamt ohne Parteizugehörigkeit ist in Brasilien nicht zulässig. Ein Jahr vor der Wahl tritt Staatschef Bolsonaro der Partido Liberal bei – es ist die neunte in seiner Karriere.


globoplay, 1/12/2021
Jair Bolsonaro se filia ao PL, seu 9º partido em 33 anos de carreira política
A cerimônia foi na sede do partido, em Brasília. Além do presidente do PL, Valdemar Costa Neto, o encontro reuniu lideranças políticas, ministros do governo e representantes do Congresso. Bolsonaro estava sem legenda havia dois anos.

O Globo, 30/11/2021
Bolsonaro se filia ao PL, após dois anos sem partido
O Partido Liberal é a nona legenda da carreira política do presidente. Em discurso, Bolsonaro disse que não estava se lançando candidato.

Dom Erwin Kräutler beklagt Klimawandel in Amazonien

 


Für den Präsidenten des Pan-Amazonian Ecclesial Netzwerks, Dom Erwin Kräutler, sind die Auswirkungen des Klimawandels in Amazonien bereits Realität und beeinträchtigen das Leben der Tier- und Pflanzenarten sowie der in der Region lebenden Menschen. Er betont, dass es dringend notwendig ist, wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Entwaldung und der Umweltzerstörung zu ergreifen, die über internationale Abkommen mit sehr langen Fristen und wenig objektiven Maßnahmen hinausgehen können.

"Ich bin seit 56 Jahren im Amazonasgebiet und kann bezeugen, dass sich in diesen fünf Jahrzehnten viel verändert hat. Der Klimawandel hat dort bereits stattgefunden", so seine Einschätzung in einem Interview in der heutigen Ausgabe (30) der Sendung Bem Viver. "Wenn man die Region in den 1960er Jahren mit der heutigen vergleicht, ist der Wandel offensichtlich. Damals hat niemand über Klimaanlagen gesprochen, aber heute gibt es kein Krankenhaus, kein Hotel und auch keine Privatwohnung, die nicht klimatisiert ist."

In dem Gespräch bewertete er die Ergebnisse der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP26) und die Auswirkungen der Politik von Präsident Jair Bolsonaro (parteilos) auf die brasilianischen Biome, insbesondere auf Amazonien.

"Ich habe das Gefühl, dass diese ganze Konferenz, die sehr teuer war und Milliarden gekostet hat, nichts anderes war, als die ganze Sache mit dem Bauch zu stoßen. Die Fristen werden immer wieder in die Zukunft verschoben, das ist schrecklich. Es ist, als läge der Planet auf der Intensivstation und wir suchten nach palliativen Maßnahmen, die aber nicht ausreichen", sagte er. "Man hat gesagt, dass die Abholzung im Jahr 2030 gestoppt sein wird. Ich frage: Was wird bis dahin übrig bleiben?"

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator



Brasil de Fato, 30 de Novembro de 2021
‘Na Amazônia, as mudanças climáticas já aconteceram’, diz Dom Erwin ao Programa Bem Viver
Presidente da Rede Eclesial Pan-Amazônica reforça que é urgente ir além de acordos internacionais, com prazos longos
(Entrevista com Dom Erwin a partir de 12:00)

Dienstag, 23. November 2021

IBAMA beschlagnahmt Mangan und Bergbau-Maschinen im Wert von 5 Mio. Euro bei Belo Monte

 


Bei der Operation Guaraci gegen den illegalen Bergbau im Bereich der Hochspannungsleitung des Belo Monte-Staudamms in Pará wurde illegal abgebautes Mangan im Wert von 12,8 Millionen R$ beschlagnahmt. Durch die Erdarbeiten in unmittelbarer Nähe der Strommasten könnten diese umfallen und die Stromversorgung gefährden. Die am 17. Mai begonnene Operation wird in den kommenden Tagen mit der Vollstreckung von Durchsuchungs- und Beschlagnahmeanordnungen des Bundesgerichts in Marabá im Südosten von Pará fortgesetzt. 

Neben dem beschlagnahmten Mangan wurden bei der Operation Guarací auch Maschinen, die für den illegalen Bergbau verwendet wurden, im Wert von 17,4 Millionen R$ beschlagnahmt und zerstört. Dadurch wurden den Betreibern bereits ein Schaden von mehr als 30 Millionen R$  (ca. 5 Mio. €) zugefügt. Zusätzlich zu den Beschlagnahmungen wurden Dokumente und Beweise für weitere Ermittlungen und die Identifizierung der beteiligten Personen gesammelt. 

O Globo, 22/11/2021
Operação apreende R$ 12,8 milhões em manganês extraído em garimpo clandestino perto de Belo Monte
Além do manganês apreendido, a operação Guaraci apreendeu e destruiu maquinário utilizado nas atividades ilegais avaliado em R$ 17,4 milhões.


Kooperation Brasilien, 19.11.2021
Illegale Goldschürferei untergräbt Fundamente der Überlandleitung von Belo Monte
Das Vordringen des illegalen Goldsuchens in Amazonien bedroht nicht nur Gesundheit und leben der dort lebenden traditionellen Bewohner:innen und vergiftet Boden, Luft und Wasser, sondern bedroht auch die Energieversorgung des Landes: Brasiliens Bundespolizei befürchtet Blackout in den Bundesstaaten Pará, Tocantins, Goiás und Minas Gerais, weil die Garimpeiros unter den Fundamenten der Stützpfeiler der Überlandleitung nach Gold graben.


O Globo, 18/11/2021
PF prende suspeitos e destrói máquinas em operação contra garimpo ilegal em áreas de torres de transmissão no Pará; FOTOS
Extração de ouro e manganês podia derrubar estruturas e causar desbastecimento no país. Esteiras e retroescavadeiras estão entre itens apreendidos na operação Guaraci, deflagrada no Pará.

Montag, 22. November 2021

Erste Kirchenversammlung in Lateinamerika

 


1. Bischofsversammlung der Kirche Lateinamerikas mit Laien
„Besonders wichtig an dieser kirchlichen Versammlung ist, dass Laien und insbesondere auch Frauen einbezogen sind – dies öffnet ein neues Kapitel und das kann für die Kirche in Lateinamerika tatsächlich ein Pionierprojekt darstellen“: Mit diesen Worten beschreibt der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerkes der Deutschen Bischöfe Adveniat, Pater Martin Maier, die Versammlung der Lateinamerikanischen Kirche, die an diesem Sonntag im Marienwallfahrtsort Guadalupe gestartet ist.
VaticanNews, 22.11.2021


Papst ermutigt Kirchenversammlung in Lateinamerika zum Zuhören
Papst Franziskus hat die katholische Kirche in Lateinamerika besonders zum Zuhören, zu Dialog und Gebet aufgerufen. „Ich bitte Sie, einander zuzuhören und die Schreie unserer ärmsten und vergessensten Brüder und Schwestern zu hören", so das Kirchenoberhaupt in einer Grußbotschaft zum Auftakt der katholischen Kirchenversammlung für Lateinamerika und die Karibik. Das Treffen begann diesen Sonntag (21.11.) in Mexiko unter dem Motto: „Wir alle sind missionarische Jünger im Aufbruch."

AKTUALISIERUNG


Weltkirche.de, 25.11.2021
Jüngerinnen und Jünger im Aufbruch:
Kirchenversammlung in Mexiko-Stadt
In Mexiko-Stadt wird gerade die Zukunft der Kirche gestaltet, in Europa bekommt es kaum jemand mit: Mit ihren fast 1.000 Teilnehmenden zeigt die kirchliche Versammlung von Lateinamerika und der Karibik, wie sich Papst Franziskus den synodalen Prozess der Weltkirche vorstellt.




Tem início, na cidade do México, a 1ª Assembleia Eclesial da América Latina e Caribe
REPAM, 22.11.2021


Hino da 1ª Assembleia Eclesial da América Latina e do Caribe:
“Discípulos missionários em saída”
Com o nome “Discípulos missionários em saída”, sob a proteção de Nossa Senhora de Guadalupe, este canto convida todo o Povo de Deus no Continente a caminhar junto por uma Igreja mais missionária, em saída e sinodal.



Assembleia Eclesial da América Latina (português)

Samstag, 20. November 2021

Romero-Preis für zwei Patres aus Geras

 

Romero-Preis für zwei Waldviertler Patres

Für ihren Einsatz gegen Armut, Analphabetismus und Kriminalität in Brasilien haben die Prämonstratenser Chorherren Bernhard-Michel Schelpe und Milo Ambros am Freitag den Romero-Preis erhalten. Die Auszeichnung verleiht die Katholische Männerbewegung.

Mehr als 20 Jahre verbrachten Bernhard-Michel Schelpe und Milo Ambros gemeinsam in Brasilien. In dieser Zeit schufen sie die Grundlage für über 30 Pfarren, gründeten in Itinga ein Kloster des Prämonstratenser Ordens und stießen zahlreiche soziale Projekte an. Sie organisierten Alphabetisierungskurse für Erwachsene ebenso wie Kinderbetreuung für alleinerziehende Mütter oder die Verteilung von Lebensmitteln.

Für ihren Einsatz wurden Bernhard-Michel Schelpe und Milo Ambros am Freitag mit dem Romero-Preis der Katholischen Männerbewegung ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1980 an Menschen vergeben, die sich in Afrika und Lateinamerika für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen.



Mit Romero-Preisträgern Bernhard-Michel Schelpe und Milo Ambros
KMB-Herbstkonferenz in Zwettl
Die beiden Geraser Padres Bernhard-Michel Schelpe und Milo Ambros informierten die Teilnehmer der Herbstkonferenz der Kath. Männerbewegung (KMB) im Bildungshaus Stift Zwettl über ihr umfangreiches Wirken in Brasilien.

Freitag, 12. November 2021

"Theologie der Befreiung" bleibend aktuell

 


Katholisch.at, 11.11.2021
"Theologie der Befreiung": Nach 50 Jahren bleibend aktuell
"Furche"-Schwerpunkt anlässlich des 1971 erschienenen, Weg weisenden Buches von Gustavo Gutierrez - Salzburger Theologe Gmainer-Pranzl: "Stachel" sowohl für unmenschliche Politik als auch selbstzufriedene Theologie

Hintergrund


Katholisch.de, 6.9.2018
"Eine ekklesiologische Revolution"
Kirche - Nicht nur für die Kirche in Lateinamerika war die Bischofsversammlung in Medellín 1968 ein Meilenstein. Die dort beschriebene "Option für die Armen" prägt Theologie und Kirche bis heute - auch den Papst.


feinschwarz, 3.9.2018
Medellín 1968 – Auf dem Weg zu einer „wirklich armen, missionarischen und österlichen Kirche“
Vor 50 Jahren fand vom 26.8.-6.9.1968 die Versammlung des lateinamerikanischen Bischofsrats in Medellín statt. Sie wird als Wendepunkt der lateinamerikanischen Kirche, ja als ihr Pfingsten gewürdigt. Es wurde eine kreative Umsetzung des Konzils für die lateinamerikanische Kirche geleistet, indem konsequent von der dortigen gesellschaftlichen und kirchlichen Realität ausgegangen wurde. Norbert Mettezeichnet die zentralen Entwicklungen nach.


Donnerstag, 11. November 2021

Bischof Kräutler unterstützt Appell der CNBB an COP26



Die Nationale Bischofskonferenz von Brasilien (CNBB), pastorale Gruppen und Organisationen der Kirche in Brasilien veröffentlichten am Mittwoch, den 10. November, eine Botschaft anlässlich der COP26, der Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die in Glasgow (Schottland) stattfindet. Die Stellungnahme wurde vom Präsidium der CNBB während der Sitzung des bischöflichen Pastoralrates (Consep) am Mittwochmorgen (10.) verlesen und unterzeichnet.

Die Bischöfe fordern darin internationale Organisationen, Regierungen und alle Teile der Zivilgesellschaft auf, "den Klimawandel zu bekämpfen und den Fortbestand aller Lebensformen zu sichern, indem sie in das Leben - das größte und unverletzliche Geschenk - investieren".

In der Botschaft bekräftigen die Bischöfe, dass die COP26 "eine Herausforderung für die ganze Welt und insbesondere für Brasilien ist, dessen Gebiete und Biome bedroht sind", und verweisen auf die Daten des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC), der vor einem Anstieg der Treibhausgasemissionen warnt.

Der Appell wird auch von Bischof Erwin Kräutler, Präsident des pan-amazonischen kirchlichen Netzwerks (REPAM-Brasilien), unterstützt. 

Hier eine Übersetzung des CNBB-Appells mit www.DeepL.com/Translator:


Stellungnahme der Brasilianischen Bischofskonferenz anlässlich der COP26

Wir verfolgen die Debatten, Vereinbarungen und Beratungen der UN-Konferenz (COP26) in Glasgow, Schottland, mit großer Aufmerksamkeit. Die COP26 wird der Welt als Hoffnung präsentiert. Es wird erwartet, dass internationale Organisationen, Regierungen und alle Teile der Zivilgesellschaft in dem gegenwärtigen sozio-ökologischen Kontext, der dringende, mutige und wirksame Maßnahmen erfordert, den Klimawandel bekämpfen und den Fortbestand aller Lebensformen sicherstellen, indem sie in das Leben - das größte und unantastbare Geschenk - investieren. Diese Klimakonferenz ist eine Herausforderung für die ganze Welt und insbesondere für Brasilien, dessen Territorien und Biome bedroht sind. Der jüngste Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) weist darauf hin, dass der Anstieg der Treibhausgasemissionen irreversible Veränderungen in Brasilien verursacht, insbesondere in der halbtrockenen Region, dem Cerrado (Savanne) und dem Amazonasgebiet, mit direkten Auswirkungen auf das Klimasystem anderer Regionen des Landes und Lateinamerikas. Mit der beschleunigten Abholzung und Verbrennung von Wäldern trägt Brasilien auch zur Erwärmung des Planeten bei, indem es die Atmosphäre mit etwa 2,17 Milliarden Tonnen Kohlendioxid belastet, so die vom Amazonas-Umweltforschungsinstitut (IPAM) für 2019 vorgelegten Daten.

Die IPCC-Prognosen zeigen, dass der brasilianische Nordosten, das Zentrum-West und der Norden in den nächsten Jahrzehnten trockener und heißer werden, wenn die Kohlenstoffemissionen in diesem Jahrzehnt nicht gestoppt werden. Ein solches Szenario wird die akute sozio-ökologische Krise, in der wir uns befinden, noch weiter verschärfen, da die sozialen Ungleichheiten zunehmen, die Gebiete degradiert werden und die Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Die Menschheit muss möglicherweise mit einer unwirtlichen Umwelt leben, die den Fortbestand des Lebens bedroht.

Die katholische Kirche in Brasilien bekräftigt im Horizont der Soziallehre der Kirche und in Gemeinschaft mit Papst Franziskus ihr Engagement für sozial-ökologische Gerechtigkeit aus der Perspektive der Integralen Ökologie - in Anerkennung der Würde der menschlichen Person, der universellen Bestimmung der Güter und des nicht verhandelbaren Rechts auf Leben für gegenwärtige und zukünftige Generationen.

Wir sind besorgt darüber, dass angesichts der Bedrohung traditioneller Völker und ihrer Territorien diese von Räumen und Prozessen der Reflexion und Beratung über ihr Leben ausgeschlossen werden. Der Menschheit fehlt es noch an Prozessen, die sie dazu bringen, über ihre eigene Existenz nachzudenken. Es ist illusorisch zu glauben, dass nur Technologien in der Lage sein werden, die sich anbahnende Umweltkatastrophe zu lösen, oder dass Marktstrategien ausreichen werden, um eine gerechte und nachhaltige Umwelt für alle Menschen zu schützen und zu gewährleisten, wobei die Hinweise von Organisationen und Institutionen, die seit jeher in ländlichen und städtischen Gemeinden präsent sind, außer Acht gelassen werden.

Die COP26 ist daher von entscheidender Bedeutung für die ethische Verpflichtung, den Regierungen Anregungen für ihre lokale Klimapolitik zu geben, sowie für die Stärkung der internationalen Solidarität, denn die mit der globalen Erwärmung verbundenen Krisen müssen gemeinsam gelöst werden. Darüber hinaus wird es durch seine Vereinbarungen und Beratungen möglich sein, zu beobachten und zu wissen, welche Organismen, Regierungen, Unternehmen und Organisationen bereit sind, Brüche zu fördern, Produktions- und Konsumstrukturen radikal zu verändern und in ihren Agenden der Verteidigung der Armen und des Gemeinwesens Vorrang einzuräumen, indem sie starke Maßnahmen ergreifen.

Die Nationale Bischofskonferenz Brasiliens, kirchliche Einrichtungen und andere katholische Institutionen werden im Einklang mit Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft die sozio-ökologischen Agenden in Brasilien weiter begleiten und die Würde der menschlichen Person, die Bewahrung des gemeinsamen Hauses, im Horizont einer integralen Ökologie fördern.

Inspiriert von der Mutter Gottes, die unsere vorbildliche Jüngerin ist, werden wir - der Gerechtigkeit, der Würde und den Rechten der Völker sowie der Achtung der "gemeinsamen Wohnung" verpflichtet - die Durchführung der COP26-Beratungen begleiten und einfordern.

Brasília - DF, 10. November 2021

Walmor Oliveira de Azevedo
Präsident der CNBB

Kardinal Cláudio Hummes
Präsident der Bischöflichen Kommission für Amazonien - CNBB

Dom Sebastião Lima Duarte
Präsident der Bischöflichen Sonderkommission für Integrale Ökologie und Bergbau - CNBB

Bischof José Valdeci Santos Mendes
Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für Maßnahmen zur sozialen Umgestaltung - CNBB und Vorsitzender des Pastoralrats der Fischer (CPP)

Bischof Erwin Kräutler
Präsident des pan-amazonischen kirchlichen Netzwerks (REPAM-Brasilien)

Dom Mário Antônio da Silva
Präsident der Caritas Brasileira

Dom Roque Paloschi
Präsident des Rates der indigenen Missionare (CIMI)

Dom José Ionilton Lisboa de Oliveira
Präsident der Kommission für die Landpastoral (CPT)





REPAM, 10/11/2021
CNBB, pastorais e organismos da Igreja do Brasil divulgam mensagem por ocasião da COP26 e pedem transformações radicais para a defesa dos pobres e da Casa Comum
Os bispos pedem que os organismos internacionais, governos e todos os segmentos da sociedade civil “combatam as mudanças climáticas e garantam a continuidade de todas as formas de vida, investindo na vida – dom maior e inviolável”

Mittwoch, 10. November 2021

Verdacht auf unrechtmäßige Umweltverträglichkeitsprüfungen in der Steiermark

Steiermark.orf.at, 10.11.2021
UVP „auf Bestellung“: Staatsanwalt ermittelt
Es geht um Amtsmissbrauch und Bestechung im großen Stil: Zwei Spitzenbeamte des Landes sollen in den letzten Jahren die Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nahezu aller großen Bauprojekte unrechtmäßig genehmigt haben. Der Staatsanwalt ermittelt.

Die Krone, 9.11.2021
Umweltkrimi: Beamte im Visier der Korruptionsjäger
Eine mögliche Affäre um Amtsmissbrauch, Bestechung und Bestechlichkeit erschüttert die Steiermark: Die Abteilung 13 (Umwelt und Raumordnung) des Landes soll über Jahre Bauprojekte nicht rechtens genehmigt haben. Im Zentrum des brisanten Umweltkrimis stehen zwei hochrangige Spitzenbeamte.


wwf.at, 9. November 2021
UVP-Skandal in der Steiermark:
WWF fordert volle Aufklärung und Prüfung aller Projekte
Steiermark mit 3,3 Hektar Bodenverbrauch pro Tag Spitzenreiter im Bundesländer-Vergleich – WWF bekämpfte zuletzt Genehmigung von umstrittenen Kraftwerken an der Koralm und der Schwarzen Sulm


Umwelt.steiermark.at
Umweltverträglichkeitsprüfung
Die Aufgabe der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) besteht darin, unter Beteiligung der Öffentlichkeit auf fachlicher Grundlage die unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen festzustellen, zu beschreiben und zu bewerten, die ein Vorhaben
  • auf Menschen, Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume,
  • auf Boden, Wasser, Luft und Klima,
  • auf die Landschaft und
  • auf Sach- und Kulturgüter
hat oder haben kann, wobei Wechselwirkungen mehrerer Auswirkungen untereinander einzubeziehen sind.

Montag, 1. November 2021

Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien

 


feinschwarz.net, 30.10.2021
Rechtfertigung aus Gnade und Glauben mit Hoffnung – trotz Bolsonaro
Reformationstag 2021: ein Anlass, die weltweite Verbundenheit reformatorischer und spezifisch lutherischer Kirchen zu feiern. Romeu Ruben Martini gibt Einblick in eine gesellschaftlich engagierte Kirche in schwieriger Lage in Brasilien.


(Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien)

Donnerstag, 28. Oktober 2021

CIMI-Jahresbericht 2020 zeigt intensivierte Gewalt gegen Indigene


 

Im Pandemie-Jahr 2020 nahmen Invasionen in indigene Landgebiete und Morde an Indigenen zu

Der Jahresbericht von Cimi zeigt die anhaltend hohe Gewalt gegen indigene Völker in Brasilien, selbst in einem von Covid-19 geprägten Jahr

Der Report Gewalt gegen die Indigenen Völker Brasiliens – Daten von 2020 (Violência Contra os Povos Indígenas do Brasil – dados de 2020), jährlich herausgegeben vom Indigenisten-Missionsrat (Conselho Indigenista Missionário, Cimi – Fachstelle der katholischen Kirche für Indigenenfragen), präsentiert das Bild eines tragischen Jahres für die indigenen Völker Brasiliens. Wider Erwarten hat die von der Corona-Pandemie verursachte schwere Gesundheitskrise die Landschwindler, Erzschürfer, Holzfäller und andere Invasoren nicht daran gehindert, ihre Angriffe auf indigene Territorien weiter zu intensivieren.

Weiterlesen auf CIMI, 28/10/2021

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Kanonische Anerkennung der Kirchenkonferenz für Amazonien CEAMA

 


VaticanNews, 20.10.2021
Vatikan: Amazonas-Bischofskonferenzrat gegründet
Papst Franziskus hat die „Conferencia Eclesial de la Amazonía“ (CEAMA) kanonisch als öffentliche kirchliche juristische Person anerkannt und ihr die Aufgabe übertragen, das gemeinsame pastorale Handeln der kirchlichen Bezirke Amazoniens zu fördern. Auch soll sie eine stärkere Inkulturation des Glaubens in diesem Gebiet unterstützen, wie die Bischofskongregation an diesem Mittwoch mitteilte.

weltkirche.katholisch.de, 20.10.2021
Papst erkennt Amazonas-Kirchenkonferenz CEAMA an
Papst Franziskus hat dieim Sommer 2020 geschaffene Kirchenkonferenz für die Amazonas-Regionoffiziell anerkannt. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, verlieh er am 9. Oktober bei einem Treffen mit dem Leiter der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, der Konferenz den Status einer öffentlichen Körperschaft kirchlichen Rechts.



REPAM, 16/10/2021
Papa Francisco erige canónicamente la Conferencia Eclesial de la Amazonía (CEAMA)
El Papa Francisco ha erigido canónicamente la Conferencia Eclesial de la Amazonía (CEAMA), como persona jurídica pública eclesiástica. Así se lo ha comunicado en una carta con fecha de 11 de octubre, el cardenal Marc Ouellet, prefecto de la Congregación para los Obispos, al cardenal Claudio Hummes, presidente de la CEAMA, respondiendo a una carta de éste, enviada el 30 de septiembre. La aprobación se produjo el pasado 9 de octubre en la Audiencia con el Santo Padre.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Senat empfiehlt Klage gegen Bolsonaro wegen Corona-Politik

 


ORF, 20.10.2021
Senatoren fordern Klage gegen Bolsonaro
Der brasilianische Senat hat eine Klage gegen Staatschef Jair Bolsonaro wegen dessen CoV-Politik gefordert. Das geht aus einem am Mittwoch vorgelegten Untersuchungsbericht zu Bolsonaros strafrechtlichen Vergehen im Zusammenhang mit dem Krisenmanagement seiner Regierung hervor. Der Ausschuss erhebt schwere Anschuldigungen gegen Bolsonaro, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit und „Scharlatanerie“.


Tagesschau.de, 20.10.2021
Corona-Politik in Brasilien
Senat empfiehlt Anklage Bolsonaros
Brasilien verzeichnet global die zweithöchste Corona-Totenzahl. Ein Senatsausschuss hat die Pandemie-Politik von Staatschef Bolsonaro untersucht und empfiehlt, ihn anzuklagen - unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Tagesschau,de, 21.10.2021
Bolsonaro weist Vorwürfe zurück
Brasiliens Präsident Bolsonaro hat die schweren Vorwürfe gegen seine Corona-Politik zurückgewiesen. Seine Regierung sei "für absolut nichts verantwortlich". Ein Ausschuss hatte zuvor eine Anklage empfohlen.

O Globo, 20/10/2021
Entenda os 9 crimes que a CPI da Covid atribui a Jair Bolsonaro
Relatório final da comissão deve apontar que Bolsonaro responda por crimes como charlatanismo, epidemia com morte e fraude de documentos.

Dienstag, 19. Oktober 2021

Abgeordneter beschimpft Papst und CNBB nach Festgottesdienst in Aparecida

Der Abgeordnete Frederico D'Avila (PSL) ärgerte sich über eine Predigt des Erzbischofs von Aparecida (SP), Dom Orlando Brandes, beim Festgottesdienst zu Ehren der Patronin von Brasilien am 12. Oktober (Unsere Hl. Frau von Aparecida) in der Basilika von Aparecida. Präsident Jair Bolsonaro nahm an der Zeremonie teil und musste sich anhören, er würde "das Heiligtum zu Wahlkampfzwecken entweihen".

Der Erzbischof verteidigte in seiner Predigt die Massenimpfung gegen die Covid-19-Pandemie, verurteilte Hassreden und warnte vor einer Politik, die Waffen verherrlicht. "Die geliebte (amanda) Heimat ist keine bewaffnete (armada) Heimat", sagte Erzbischof Orlando. Bolsonaro ist ein überzeugter Impfgegner und verherrlicht immer wieder den Einsatz von Waffen.

Für D'Avila, einem Anhänger von Bolsonaro, waren das "Seitenhiebe gegen den Präsidenten und die brasilianische Bevölkerung". Zwei Tage später ließ er während der gesetzgebenden Versammlung des Bundesstaates São Paulo (Alesp) seinem Ärger freien Lauf und sparte nicht mit deftigen Ausdrücken gegen den Erzbischof: "Das geliebte Vaterland ist dasjenige, das sich diesem Pöbel nicht unterwirft, du Halunke". Er griff auch die Brasilianische Bischofskonferenz (CNBB) und Papst Franziskus selbst an und nannte sie "Gauner", "Penner", "Dreckskerl" und "Pädophile".

Der Präsident des Landtages von São Paulo (Alesp), Carlão Pignatari (PSDB), sagte bei der Eröffnung der Plenarsitzung am Montag (18.10), er lehne jedes Wort ab, das über sachliche Kritik hinausgehe und Angriffe darstelle, die die Grenzen der Meinungsfreiheit und der parlamentarischen Immunität überschreiten.

Carlão sagte auch, dass die Ausdrücke des Abgeordneten D'Avila regierungsfeindlich seien und ordnete an, die Beleidigungen der CNBB, des Erzbischofs von Aparecida und von Papst Franziskus aus dem Protokolle zu streichen. Er verlas den gesamten Offenen Brief der CNBB, der ihm kurz zuvor vom Bischof von Mogi das Cruzes (und Präsident der südlichen Region 1 des CNBB - Bundesstaat São Paulo), Monsignore Pedro Luiz Stringhini, überreicht worden war.

Die CNBB weist darin "die abscheulichen Aggressionen", die der Abgeordnete Frederico D'Avila am 14. Oktober am Rednerpult von Alesp geäußert hat, entschieden zurück. Er habe mit unkontrolliertem Hass gehandelt und Papst Franziskus, die CNBB selbst und den Erzbischof von Aparecida (SP), Dom Orlando Brandes, zügellos angegriffen und beschimpft. Mit dieser Haltung hätte er "den parlamentarischen Auftrag verletzt und kompromittiert, was eine sofortige und beispielhafte Korrektur durch die zuständigen Gremien erfordert". Man werde Rechtsmittel anwenden, um "zum Wohle der brasilianischen Demokratie" beizutragen.

ORF, 20.10.2021
Untersuchungsausschuss zieht über Bolsonaros CoV-Politik Bilanz
In Brasilien soll ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur CoV-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro nach fast sechs Monaten Arbeit heute seine Ergebnisse vorstellen.


g1.oglobo.com, 18/10/2021
Conselho de Ética da Alesp vai analisar ofensas ditas por deputado a arcebispo de Aparecida e papa Francisco
Deputado Frederico D´Avila (PSL) chamou papa de 'vagabundo' e atacou arcebispo Dom Orlando Brandes da tribuna da Assembleia. Em carta nesta segunda (18), o deputado se desculpou com a Igreja Católica e disse que no dia do discurso estava sob impacto de uma 'tentativa de homicídio'.
 

CNBB, 18/10/2021
Presidente da ALESP condena pronunciamento contra o Papa Francisco, Dom Orlando e à CNBB
O bispo de Mogi das Cruzes (SP) e presidente do Regional Sul 1 (Estado de São Paulo) da Conferência Nacional dos  Bispos do Brasil (CNBB),  dom Pedro Luiz Stringhini, entregou oficialmente a Carta Abertaao presidente da Assembleia Legislativa do Estado de São Paulo (ALESP), o deputado estadual Carlão Pignatari, na tarde desta segunda-feira, 18 de outubro. O assessor político da CNBB, padre Paulo Renato, também participou da entrega junto aos deputados estaduais do Estado de São Paulo Emídio de Souza, André do Prado, Reinaldo Alguz e o ex-deputado  padre Afonso Lobato.


g1.oglobo.com, 18/10/2021
CNBB entrega carta à presidência da Alesp cobrando punição a deputado que xingou arcebispo e papa
Conferência divulgou documento no domingo. Bispo Dom Pedro Luiz Stringhini entregará pessoalmente ao deputado Carlão Pignatari na tarde desta segunda (18). Parlamentar bolsonarista Frederico D´Avila (PSL) proferiu as agressões na Tribuna da plenária no dia 14.

Samstag, 16. Oktober 2021

11 Anzeigen gegen Bolsonaro wegen Corona-Politik

 


ORF.at, 16.10.2021
Brasilianischer Senat empfiehlt elf Anzeigen gegen Bolsonaro
Eine Untersuchung des brasilianischen Senats über den Umgang der Bolsonaro-Regierung mit der Covid-19-Pandemie wird einen Antrag auf elf Strafanzeigen gegen Präsidenten Jair Bolsonaro empfehlen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass sich Bolsonaro vor einem Gericht verantworten werden müsse, sagte der untersuchende Senator Renan Calheiros in einem Radiointerview.

Die Untersuchung habe seit April Beweise für eine Anklage Bolsonaros gesammelt. Der Präsident wird in dem Bericht des Untersuchungsausschusses des Völkermordes an der indigenen Bevölkerung, des Amtsmissbrauchs, der unrechtmäßigen Verwendung öffentlicher Mittel, des Verstoßes gegen sanitäre Maßnahmen, der Anstiftung zum Verbrechen und der Fälschung privater Dokumente sowie weiterer Straftaten bezichtigt.

Der rechtsextreme Präsident, der selbst mit dem Coronavirus infiziert war, wetterte seit Beginn der Pandemie gegen Abriegelungsmaßnahmen, propagierte unbewiesene Heilmethoden, säte Zweifel an Impfstoffen und spielte den Schweregrad von Covid-19 herunter. Der Bericht des Untersuchungsausschusses soll am Dienstag vom Senat veröffentlicht werden. Die Generalstaatsanwaltschaft könnte den Präsidenten anklagen, aber der Oberste Gerichtshof muss die Genehmigung des Unterhauses einholen, um eine Verhandlung einleiten zu können. Experten zufolge sei es unwahrscheinlich, dass das Unterhaus einem solchen Antrag zustimmen wird.


Jornal nacional 15/10/2021
Relatório final da CPI deve pedir indiciamento de Bolsonaro por 11 crimes
Também devem ser responsabilizados filhos do presidente, ministros e ex-ministros, funcionários e ex-funcionários do governo, deputados e médicos.

GloboNews 10/10/2021
Relatório da CPI da Covid deve atribuir pelo menos 11 crimes a Bolsonaro, diz Renan Calheiros
Comissão deve concluir trabalhos ainda neste mês e enviar conclusões ao Ministério Público, que analisará se envia casos à Justiça. Relator, Calheiros prevê ao menos 40 indiciados.

Blog-Archiv vom 29. Juni 2021:
Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro wegen Impfstoff-Deals

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Weihe verheirateter Männer vom Tisch?

 

Entwicklungen in Amazonasregion seien Modell für Weltkirche
Kurienkardinal Czerny: Weihe verheirateter Männer "nicht vom Tisch"
Im Anschluss an die Amazonassynode hatte Papst Franziskus eine Weihe verheirateter Männer nicht umgesetzt. Kurienkardinal Michael Czerny glaubt, dass sie trotzdem noch kommen könnte. Die Kirche Südamerikas hat für ihn weltweiten Modellcharakter.

Kath.ch, 14.10.2021
Kardinal Michael Czerny: «Es geht um die Reparatur der Kirche»
Ein enger Vertrauter von Papst Franziskus spricht heute Abend in Freiburg: Kurienkardinal Michael Czerny (75). «Es geht um die Erneuerung der Kirche», sagt der Jesuit. Die Idee, dass auch verheiratete Männer Priester werden können, sei «immer noch auf dem Tisch».

VaticanNews, 15.10.2021
Kardinal: Kein endgültiges Aus für „viri probati“
Eine Weihe von verheirateten Männern zu Priestern könnte in Zukunft möglich werden. Das sagte Kurienkardinal Michael Czerny am Donnerstag in einem Interview mit dem Nachrichtenportal kath.ch.

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Bolsonaros Amazonas-Politik kommt vor Gericht



Klimareporter, 12. Oktober 2021 
Anzeige gegen Bolsonaro
Eine Klimaschutzorganisation aus Österreich hat heute vor dem Internationalen Strafgerichtshof Klage gegen Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro eingereicht. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

OTS, 12.10.2021
AllRise zeigt brasilianischen Präsidenten Bolsonaro bei Internationalem Strafgerichtshof an
Mit einem umfassenden Dossier belegt die österreichische Non-Profit-Organisation AllRise erstmals die verheerenden Auswirkungen der Regenwald-Politik Bolsonaros auch auf das globale Klima und zeigt den brasilianischen Präsidenten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Strafgerichtshof in Den Haag an. Unterstützt wird sie dabei von der Deutschen Umwelthilfe und weiteren (Klimaschutz-) Organisationen.

PULS 24 News, 12.10.2021
Wesemann zur Bolsonaro-Anzeige: "Wollen Präzedenzfall schaffen"
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist wegen Abholzung des Amazonas-Regenwaldes beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angezeigt worden. Der österreichische Initiator Johannes Wesemann spricht im Interview mit PULS 24 Reporterin Josephine Roek über die Anzeige gegen Bolsonaro.

PULS 24 News, 12.10.2021
Janik erklärt die Bolsonaro-Anzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Anchor Jakob Wirl spricht mit Völkerrechtsexperte Ralph Janik über die Anzeige gegen Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro. Ihm werden wegen der Amazonas-Abholzung Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Es werde versucht, eine direkte Verbindung zwischen seiner Politik und Toden bei Indigenen herzustellen, erklärt Janik. Man müsste beweisen, dass er bei den Verbrechen unterstützend tätig war.


ANZEIGE GEGEN JAIR BOLSONARO WEGEN VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT