Samstag, 30. März 2019

Brasilien: Putsch-Gedenkfeiern nun doch erlaubt

Deutsche Welle, 30.3.2019
Gericht in Brasilien erlaubt nun doch Putsch-Gedenkfeiern
Wenige Stunden nachdem ein Gericht der ultrarechten Regierung von Jair Bolsonaro Feiern zum 55. Jahrestag des Militärputsches untersagt hat, kommt die Kehrtwende. Ein Berufungsgericht hob das Verbot wieder auf.

Brasilien: Gericht verbietet Militärputsch-Feiern


Tagesschau, 30.03.2019
55. Jahrestag in Brasilien
Gericht verbietet Militärputsch-Feiern
Während der Militärdiktatur in Brasilien wurden Menschen getötet und gefoltert. Zum 55. Jahrestag des Militärputsches soll es nach dem Willen des rechtsextremen Präsidenten Feiern geben. Doch ein Gericht verbot sie.


NZZ, 30.3.2019
Brasiliens Präsident will Militärputsch zelebrieren
Die Zeit der Militärdiktatur ab 1964 ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte Brasiliens. Trotzdem ruft Präsident Bolsonaro dazu auf, den Jahrestag der Machtergreifung durch die Generäle zu feiern. Die Staatsanwaltschaft reagiert mit harscher Kritik und droht mit Strafen.


Deutsche Welle, 28.3.2019
Kommentar: Jair Bolsonaro - Getrieben von seinen Obsessionen
Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro will den Militärputsch von 1964 feiern - ganz unbekümmert davon, ob dieser Schritt das Land weiter spaltet. Das stört nun sogar die Militärs, meint Philipp Lichterbeck.


FAZ, 14.11.2013
Leiche des früheren Präsidenten Goulart exhumiert
João Goulart wurde 1964 durch einen Militärputsch entmachtet- mit Hilfe der Vereinigten Staaten. 1976 starb er im argentinischen Exil - angeblich an einem Herzinfarkt. Oder wurde er doch vergiftet? Die Exhumierung soll Klarheit bringen.

Deutsche Welle, 13.11.2013
Brasiliens Ex-Präsident Goulart wird exhumiert
Die Gerüchte über einen gewaltsamen Tod des 1964 gestürzten linken Präsidenten Brasiliens sind nie verstummt. Besonders seine Familie geht von Mord aus. Nun werden die sterblichen Überreste von Joao Goulart untersucht.


O Globo, 28/03/2019
Bolsonaro diz que não mandou comemorar golpe, mas 'rememorar' e 'rever' erros e acertos
Porta-voz da Presidência disse, na segunda-feira, que o presidente determinou que o Ministério da Defesa fizesse "as comemorações devidas" no aniversário da data

DW-Brasil, 26.3.2019
Bolsonaro determina comemoração do golpe de 1964
O presidente brasileiro nunca escondeu que, para ele, não houve ruptura antidemocrática por parte dos militares. Agora, 55 anos depois, ele ordena que a data seja comemorada pelas Forças Armadas.

O Globo, 25/03/2019
Bolsonaro determina que militares celebrem golpe de 64
A informação foi confirmada na tarde desta segunda-feira pelo porta-voz da Presidência, Otávio do Rêgo Barros

Donnerstag, 28. März 2019

Aktivistin Dilma Ferreira da Silva gefoltert und ermordet

agenzia fides, 28.3.2019
BRASILIEN - Dilma Ferreira Silva: Erste seit Anfang 2019 ermordete Aktivistin
Tucurui (Fides) – Eine "rasche Aufklärung der Tat" und "Sicherheitsmaßnahmen für durch den Bau von Dämmen in ganz Brasilien geschädigte Menschen" fordert das "Movimiento dos Atingidos por Barragens" (MAB), dem sich verschiedene Menschenrechtsorganisationen anschließen, darunter die Kommission für die Landpastoral (CPT) der brasilianischen Bischofskonferenz.

Am 22. März wurde die Menschenrechtsaktivistin Dilma Ferreira da Silva, eine führende Persönlichkeit in den Reihen der MAB, in Tucuruí im Bundesstaat Pará gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem Freund der Familie ermordet. Die Drei wurden geknebelt, brutal gefoltert und erstochen. "Der Mord an Dilma am Internationalen Wassertag ist ein trauriger Moment in der Geschichte der Menschen, die vom Bau der Staudämme betroffen sind, ", heißt es in den Kommentaren der MAB in ihren sozialen Netzwerken.

An der Spitze des MAB arbeitete Dilma Ferreira Silva (45) für eine nationale Politik, die die Rechte der von Staudämmen geschädigten Menschen anerkennt. Ende der 70er Jahre, während des Baus des Wasserkraftwerks Tucuru (das größte in Brasilien), gehörte Dilma zu den rund 30.000 Familien, die aufgrund des Projekts gezwungen waren, ihr Zuhause zu verlassen. Im Jahr 2011 legte Dilma Ferreira der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff einen Gesetzentwurf zum Schutz von Personen vor, die durch den Bau eines Staudamms Schäden erlitten hatten. Sie war eine besondere glaubwürdige Aktivistin, weil sie selbst in dieser Gegend aufwuchs, als der große Tucuruí-Damm vor 30 Jahren in der von ihrem Volk bewohnten Region gebaut wurde. Seitdem hatte Dilma nicht aufgehört, die Ausbeutung des Tocantins-Flusses zu bekämpfen, und sich aktiv für den Schutz der Anrainer eingesetzt.

Obwohl das Sekretariat für öffentliche Sicherheit in Pará bekräftigt, dass bereits ein Ermittlerteam zur Untersuchung des dreifachen Mordes eingesetzt wurde, "wurden bisher noch keine Linie für die Untersuchung von Straftaten bekannt gegeben", heißt es in der Verlautbarung des MAB. Die bischöfliche Kommission für Landpastoral (CPT) teilte mit, dass der Ort, an dem die Opfer gefunden wurden, für Konflikte bekannt ist und es dort immer wieder zu Zusammenstößen kommt. Die Morde könnten daher leicht mit Landrechtskonflikten in Verbindung gebracht werden. Laut CPT ist Dilma Ferreira die erste Aktivistin, die seit Anfang 2019 im Amazonasgebiet ermordet wurde. Erst vor wenigen Tagen wurde an die Tragödie des Brumadinho-Staudamms im vergangenen Januar erinnert, bei der 300 Menschen getötet wurden. Immer noch leiden 14 Millionen Menschen unter kontaminiertem Wasser. Mehrere Organisationen berichten, dass es in Brasilien 45 andere Staudämme gibt, die wegen ihres Alters kurz vor dem Zusammenbruch stehen, mit allen zu erwartenden Konsequenzen.


neues deutschland, 25.3.2019
Gefesselt, gefoltert, ermordet
In Brasilien wurde erneut eine linke Aktivistin ermordet. Unter Bolsonaro nimmt die Gewalt gegen Umweltschützer*innen zu


amerika21, 2.4.2019
Mord an Aktivistin Ferreira Silva: Großgrundbesitzer in Brasilien verhaftet
Brasília/Aachen. Die Polizei hat einen lokalen Großgrundbesitzer im nördlichen brasilianischen Bundesstaat Pará festgenommen. Er wird verdächtigt, den Mord an der brasilianischen Aktivistin Dilma Ferreira Silva von der Bewegung der von Staudammbauten Betroffenen (Movimiento dos Atingidos por Barragens, MAB) angeordnet zu haben. Die 47-jährige, ihr Ehemann und ein Freund der Familie wurden am 22. März getötet. Zuvor sollen sie gefoltert worden sein.


MAB, 23/03/2019
Últimas informações sobre o assassinato de Dilma Silva
Dilma Ferreira Silva, 47 anos, foi assassinada junto a seu marido, Claudionor Costa da Silva, 42 anos, e Hilton Lopes, 38 anos, amigo do casal. O crime ocorreu na própria casa de Dilma, no assentamento Salvador Allende, na zona rural de Baião, de quinta para sexta-feira (22/03/19). Dilma era atingida pela hidrelétrica de Tucuruí e integrava a coordenação do Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) na região.


CPT, 22/03/2019
Três assentados são mortos no Assentamento Salvador Allende, região de Tucuruí (PA)
Conforme informações preliminares, três pessoas, sendo Dilma Ferreira Silva, da coordenação do Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) em Tucuruí, no Pará, seu esposo e outro homem (esse ainda não identificado) foram mortos na residência do casal. Ainda não há informações sobre a motivação do crime.


Carta Campinas, 23/03/2019
Ativista dos Direitos Humanos, Dilma Ferreira da Silva, é assassinada em chacina no Pará
O Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) informou nesta sexta-feira (22) o assassinato de Dilma Ferreira Silva, coordenadora regional do movimento em Tucuruí (PA). O crime aconteceu no assentamento Salvador Allende, zona rural de Baião.


MAB, 26/03/2019
Polícia Civil do Pará prende possível mandante da morte de Dilma Ferreira, militante do MAB
A Polícia civil do Pará prendeu na tarde desta terça-feira (26) Fernando Ferreira Rosa Filho, suspeito de ser o mandante dos assassinatos de Dilma Ferreira Silva, coordenadora do MAB em Tucuruí/ PA, seu companheiro Claudionor Costa da Silva e Hilton Lopes.

CPT, 27/03/2019
Grileiro foi o mandante de dois massacres na região de Tucuruí (PA) que vitimaram seis pessoas
Após prisão do mandante da morte da liderança do Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB), Dilma Ferreira Silva, a força-tarefa da Polícia Civil confirmou que Dilma, seu esposo e um amigo do casal, mortos no dia 22 de março, foram assassinados a mando do grileiro Fernando Ferreira Rosa Filho, conhecido como “Fernandinho”. O mandante era vizinho do assentamento de Dilma e queria as famílias fora da área. Ele também seria o responsável pelo massacre ocorrido dois dias depois (24), do casal de caseiros e do tratorista de sua fazenda que, de acordo com a polícia, estariam insatisfeitos com o não-cumprimento de seus direitos trabalhistas. Com esses dois massacres, sobe para 49 o número massacres no campo com 230 vítimas, registrados pela CPT no período de 1985 a 2019.


Brasil de Fato, 26/03/2019
Polícia prende suspeito do assassinato de Dilma Silva, militante do MAB no Pará
Fazendeiro Fernando Ferreira Rosa Filho é acusado de encomendar o crime; motivações ainda são investigadas

Montag, 25. März 2019

Österreich: Umweltschützer kritisieren Ausbau der erneuerbaren Energien


ORF, 25.3.2019
Die Hürden bei der Energiewende
Ende vergangenen Jahres hat Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) im Ministerrat ein Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energien angekündigt. Ein entsprechender Entwurf soll noch im Frühjahr vorliegen. Umweltschützer machen nun im Vorfeld mobil und fordern Naturverträglichkeit – auf dem Spiel stehen ihrer Ansicht nach vor allem Österreichs letzte noch intakte Gewässer.


WWF, 21.3.2019
WWF Österreich zum Weltwassertag:
Wichtigste Ressource der Menschheit muss besser geschützt werden
60 Prozent der heimischen Gewässer sind sanierungsbedürftig – WWF Österreich warnt vor den Folgen der Klimakrise und fordert ausreichende Finanzierung für Wasserschutz

WWF, 27.2.2019
Neuer EU-Bericht zeigt Österreichs Aufholbedarf beim Wasserschutz
EU-Staaten säumig bei Wasserrahmenrichtlinie: WWF Österreich fordert von Umweltministerin Köstinger eine effektive Finanzierung des ausgetrockneten ökologischen Gewässerschutzes - 330.000 Menschen engagieren sich für „Rette unser Wasser“

Industrie-Magazin, 6.12.2018
EAG: Lob aus der Wirtschaft, Kritik von Konsumentenschützern
Lob für die Pläne der Regierung beim Erneuerbaren Ausbau Gesetz kommen aus der Energiewirtschaft. Die Arbeiterkammer verweist darauf, dass Endverbraucher schon heute die Hälfte der Kosten bei diesem Ausbau zahlen. Umweltschützer rechnen mit neuen "Ausbaufantasien der Wasserkraft-Lobby".

APA-OTS, 16.11.2018
WWF fordert Naturschutz-Check für Ökostrom-Förderungen
Natur- und Umweltschutzorganisation für mutige Reform: Von der Gießkanne zum Bestbieter-Prinzip mit klaren ökologischen Kriterien – Bundesregierung muss auch Energiesparen forcieren

Lebendiger Kamp, 30.10.2018
Falter-Reportage: Fluss, Strom, Streit
Die EVN will im Kamptal ein Kraftwerk vergrößern – mitten im Naturschutzgebiet. Einmal mehr wird die Frage ausgefochten: Wann ist Wasserkraft wirklich grün?

Wiener Zeitung, 17.10.2018
Wasserkraft
"Im Zweifel gegen die Natur"
Der geplante Neubau des EVN-Wasserkraftwerks in Rosenburg treibt Umweltschützer auf die Barrikaden.

Der Standard, 13.5.2018
Kleine Wasser, starker Strom aus Kleinwasserkraftwerken
Kleinwasserkraftwerke könnten in Zukunft die wichtigste Infrastruktur des Landes vor dem europaweiten Blackout schützen. Umweltschützer lehnen sie trotzdem ab -

Samstag, 23. März 2019

Proteste gegen Lithium-Projekt im Lavanttal


Kleine Zeitung, 22.3.2019
European Lithium will im Lavanttal Chemiefabrik bauen
375 Millionen Euro Investition, davon 220 Millionen für eine Chemiefabrik. 400 bis 500 Jobs sollen geschaffen werden, davon 85 in der Mine.

Die Presse, 22.3.2019
Lithiumabbau auf der Koralpe ab Ende 2021
European Lithium will in den Wiener Prime Market.

APA-OTS, 20.3.2019
European Lithium Limited / Stellungnahme zur OTS-Meldung von Mag. Josef Wallner, Bürgermeister Stadtgemeinde Deutschlandsberg

APA-OTS, 6.3.2019
Keine Einigung zu einer möglichen Trinkwassergefährdung zwischen "European Lithium" und dem Wasserverband Koralm bzw. Deutschlandsberg

Kurier, 20.11.2018
Steirer torpedieren Lithium-Projekt
Gemeinden beziehen Trinkwasser von Koralpe und befürchten Umweltgefährdung 

Industrie-Magazin, 25.10.2018
Steirische Gemeinden wehren sich gegen Lithiummine auf der Koralm
Gemeinden in der Steiermark klagen gegen den geplanten Abbau von Lithium auf der Kärntner Seite der Koralm. Das Trinkwasser von 20.000 Bewohnern der Region könnte gefährdet sein, heißt es in der Anklageschrift.

Der Standard, 23.1.2017
Kärntner Lithium-Vorkommen größer als gedacht
Der Bürgermeister von Wolfsberg, Hans-Peter Schlagholz (SPÖ), schätzt, dass bis zu 150 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, wenn das Material nicht nur aus dem Boden gefördert, sondern auch vor Ort extrahiert, also aus dem Gestein gelöst wird. Dafür allerdings benötigt es viel Wasser, und im Lavanttal gibt es eher Trinkwassermangel, erläutert Albert Kreiner von der Wirtschaftsabteilung der Kärntner Landesregierung: "Es gibt dort keine bekannten Trinkwasserquellen." Auf Natur- und Wasserschutz werde besonderes Augenmerk gelegt werden müssen, sagt er.

ORF, 30.5.2012
Lavanttal setzt Hoffnung in Lithiumabbau
In den 1980iger Jahren hat die ÖIAG als Eigentümer mehr als 100 Millionen Schilling in die Erschließung der Lagerstätten investiert, das Projekt aber dann aus betriebswirtschaftlichen Gründen verworfen. 1991 wurden die Lagerstätten um einen Schilling an die Montanindustrie der Familie Henkel-Donnersmark verkauft. In einem Gutachten wurde damals schon angemerkt, dass ein Abbau in Zukunft interessant werden könnte.
Tatsächlich hat KMI-Chef Andreas Henckel-Donnersmarck das Lithiumvormkommen im Vorjahr um 10,25 Millionen Euro an einen australischen Bergbaukonzern weiterverkauft. Dieser will jetzt mit dem Lithium aus Kärnten das große Geschäft machen.

ORF, 12.2.2011
Bald "Lithium"-Abbau auf der Koralm?
Das vermutlich europaweit größte Vorkommen von Lithium gibt es auf der Koralm. Durch die gestiegenen Rohstoff-Preise könnte sich der Abbau bald lohnen - eine australische Firma hat bereits Interesse bekundet.

attac-workshop-Unterlagen 2018
Energiedemokratie im Spannungsfeld zwischen globaler Verantwortung und lokaler Betroffenheit
Lithiumabbau in Südamerika und auf der Koralm-Weinebene

Global 2000
Kennwort "Lithium"
Lithium wichtiger Bestandteil von modernen Batterien und Akkus. Doch der Abbau des Rohstoffes bring zahlreiche negative Folgen für die Umwelt und Bevölkerung vor Ort.

Freitag, 22. März 2019

Bischof Erwin Kräutler unterstützt Protest gegen Pensionsreform


Aus Protest gegen die geplante Pensionsreform der Regierung Bolsonaro gingen in Altamira rund 2000 Menschen auf die Straßen. Auch aus Brasil Novo und Medicilândia kamen Teilnehmer. In ganz Brasilien gab es Demonstrationen zum "Nationalen Tag des Kampfes zur Verteidigung der sozialen Sicherheit" als Reaktion auf den von der Regierung Bolsonaro vorgelegten Vorschlag zur Pensionsreform. Bolsonaro stellte diese Woche die Rentenreform des Militärs vor. Die darin enthaltenen privilegierten Sozialleistungen führten zu Empörung, sodass sich die Debatte im Parlament verschoben werden musste.

Die Demonstration in Altamira wurde von der Gewerkschaft der im öffentlichen Bildungsbereich Angestellten (SINTEPP) organisiert. Besonders kritisiert wurden der Plan der Kapitalisierung sowie Kürzungen bei Sozialleistungen. Auch Erwin Kräutler, emeritierter Bischof von Altamira, nahm daran teil und zeigte sich solidarisch.

Bereits die Regierung Temer hatte die Pensionsreform in Angriff genommen, aber Bolsonaro hat die Schwerpunkte verändert. Der Plan sieht für jene, die neu in die Arbeitswelt eintreten, einen Pensionsantritt mit 65 Jahren für Männer und 62 Jahren für Frauen vor, wenn mindestens 30 (Frauen) bzw. 35 Jahre (Männer) in den Pensionsfond (INNS) einbezahlt wurde.

Jene, die arbeiten und Beiträge zahlen, können unter mehreren Möglichkeiten wählen:
1) durch ein Punktesystem; 2) Mindestalter mit Beitragszeit; 3) nach Alter;
Für jene, die 2 Jahre vor der Pensionierung stehen, gibt es eine weitere Option: die Zahlung einer "Maut", d.h. sie müssen 50 % mehr Zeit für den wirklichen Pensionsantritt einbringen. Wenn also der Arbeitnehmer nach geltendem Recht in einem Jahr in den Ruhestand treten könnte, muss er nun noch eineinhalb Jahre arbeiten. Bei zwei fehlenden Jahren wären es noch drei bis zur Pensionierung.


Confirma Notícia, 22/03/2019
Trabalhadores fazem protesto contra a reforma da previdência em Altamira
Todos os estados e o Distrito Federal organizam ações para o Dia Nacional de Luta em Defesa da Previdência

O Globo, 20/02/2019
Reforma da Previdência: o futuro da aposentadoria
Um guia para entender as mudanças e fazer a simulação do tempo que falta para se aposentar




Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer in Haft


Der Standard, 22.3.2019
Korruptionsvorwürfe
Nach Lula nun Temer:
Bolsonaros Vorgänger in Brasilien in Haft

São Paulo / Rio de Janeiro – Im Zuge der Ermittlungen über einen riesigen Korruptionsskandal in Brasilien ist nun auch Ex-Staatschef Michel Temer festgenommen worden. Der 78-Jährige sei am Donnerstag in São Paulo in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rio de Janeiro.

Anlass sind Vorwürfe im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre "Lava Jato" (Autowäsche) um den Staatskonzern Petrobras, die bereits Temers Amtsvorgänger Luiz Inácio Lula da Silva ins Gefängnis brachte. Hauptermittler in der Affäre ist der ehemalige Oberstaatsanwalt Sérgio Moro. Ihn hat der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro mittlerweile zu seinem Justizminister gemacht.

Temer werde nun nach Rio de Janeiro geflogen, wo der Haftbefehl gegen den 78-Jährigen ausgestellt wurde. Auf Fotos war zu sehen, wie der Politiker von schwer bewaffneten Polizisten zum Flughafen gebracht wurde.

Anwälte sehen Übertreibung
"Das ist eine Unverschämtheit", sagte Temer am Telefon zu einem Journalisten des Radiosenders CBN auf dem Weg zum Flughafen. Temers Anwälte hielten die Verhaftung für übertrieben und kündigten Rechtsmittel gegen die Untersuchungshaft an. Neben Temer wurden am Donnerstag auch der frühere Energieminister Moreira Franco und sechs weitere Verdächtige festgesetzt.

Der Eigentümer des Energieunternehmens Engevix sagte laut einem Bericht des Nachrichtenportals "G1" bei einer Vernehmung durch die Bundespolizei, er habe auf Bitten eines Vertrauten Temers eine Million Reais (rund 230.000 Euro) Schmiergeld gezahlt. Später erhielt das Unternehmen einen Auftrag beim Bau des Atomkraftwerks Angra 3.

Unbeliebter Präsident
Temer blickt auf eine lange politische Karriere zurück: Er war zweimal Vizepräsident unter Dilma Rousseff, 2016 rückte er nach deren Amtsenthebung selbst an die Staatsspitze. Temer, der das Präsidentenamt Ende 2018 nach zweieinhalb Jahren abgegeben hatte, war der unbeliebteste brasilianische Präsident überhaupt. Schon während seiner Amtszeit waren Korruptionsvorwürfe laut geworden. Zum Jahreswechsel gab er das Amt an den rechtsradikalen Bolsonaro ab. Zuvor war er Präsident der Abgeordnetenkammer, Minister für öffentliche Sicherheit und Generalstaatsanwalt in São Paulo gewesen.

Im Zuge der "Lava Jato"-Ermittlungen um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras wird gegen dutzende Politiker, Funktionäre und Unternehmer ermittelt. Lula wurde wegen Bestechlichkeit bereits zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Petrobras soll zu überteuerten Bedingungen Aufträge an Baukonzerne und andere Firmen vergeben haben; diese wiederum zahlten Bestechungsgelder an Politiker und Parteien.

Tagesanzeiger.ch, 21.3.2019
Justiz lässt Brasiliens Ex-Präsidenten festnehmen
Die Ermittler bezeichnen den 78-jährigen Michel Temer als Chef einer «kriminellen Organisation».

Deutsche Welle, 21.3.2019
Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer verhaftet
Seit Jahren wird in Brasilien im Zusammenhang mit dem riesigen Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras ermittelt. Nun ist mit Michel Temer ein weiterer Ex-Präsident festgenommen worden.

Blickpunkt Lateinamerika, 22.3.2019
Temer-Verhaftung: Muskelspiele oder Bumerang?
Die spektakuläre Verhaftung von Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer könnte zum Pyrrhussieg für die Ermittler der "Operation Waschstraße“ werden - und im Kongress die Agenda von Präsident Jair Bolsonaro behindern.


O Globo, 21/03/2019
Após prisão, Temer é transferido de São Paulo para o Rio de Janeiro
Ex-presidente foi preso na manhã desta quinta quando saía de casa na Zona Oeste de SP. O mandado contra Temer e os demais 9 alvos foram expedidos pelo juiz Marcelo Bretas, da 7ª Vara Federal Criminal do Rio.

O Globo, 21/03/2018
Michel Temer e Moreira Franco são presos pela Lava Jato do RJ
Mandados foram expedidos pelo juiz Marcelo Bretas, da Justiça Federal do Rio de Janeiro. Temer é suspeito de liderar uma organização criminosa para desvios de dinheiro público. Defesa pediu habeas corpus no TRF-2.

Agência Brasil, 21/03/2018
Na primeira noite preso, Temer ficará em sala da PF no Rio
Ex-presidente é acusado de receber propina de obras de Angra 3

G1 Jornal Nacional, 21/03/2019
Ex-ministro Moreira Franco é o quinto ex-governador do Rio a ser preso
PF esperava Moreira no desembarque de aeroporto no Rio, mas ele conseguiu sair sem ser visto. Taxista levou policiais federais até o carro onde estava o ex-ministro.




Mittwoch, 20. März 2019

Konferenz in Washington zur Vorbereitung der Amazonas-Synode


Domradio, 19.3.2019
Spitzentreffen in Washington zu Amazonas-Synode
Hohe Erwartungen

An diesem Dienstag startet eine Konferenz in Washington zur Vorbereitung der Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet. Das Schlusswort des Vorbereitungstreffens wird Kardinal Marx halten.

An der katholischen Georgetown-Universität in Washington hat am Dienstag eine hochrangig besetzte Konferenz zur Vorbereitung der Amazonas-Synode begonnen. Das von Papst Franziskus einberufene Bischofstreffen findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Die Sondersynode soll über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und die ökologische Situation der arten- und rohstoffreichen Urwaldregion in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Adveniat für Formulierung klarer Ziele

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat sprach sich für klare Ziele aus. "Der umfassende Schutz der ausgegrenzten Armen und der geschundenen Schöpfung haben absolute Priorität", erklärte Hauptgeschäftsführer Michael Heinz. "Die Rechte der indigenen Völker werden regelmäßig mit Füßen getreten, wenn am Amazonas für unsere Autos Erdöl gefördert, für unsere Kraftwerke Kohle abgebaut, oder für unseren Fleischhunger Rinder gemästet werden", ergänzte Thomas Wieland, der für Adveniat an der Konferenz in Washington teilnimmt.

Das Treffen in der US-amerikanischen Hauptstadt endet am Donnerstag mit einem Schlusswort von Kardinal Reinhard Marx. Der Erzbischof von München und Freising ist Mitglied im vom Papst eingesetzten Kardinalsrat und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Außer Marx sind unter anderen in Washington zugegen der im Vatikan für die Synoden zuständige Kardinal Lorenzo Baldisseri, der Leiter der vatikanischen Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Peter Turkson, und der brasilianischen Kardinal Claudio Hummes als Präsident des Amazonas-Netzwerks Repam.


Adveniat, 19.3.2019
Vorbereitung Amazonas-Synode:
Adveniat will Option für die Schöpfung
Zum Auftakt eines hochkarätig besetzten Vorbereitungstreffens zur Amazonas-Synode in Washington, fordert Adveniat gemäß einer vorrangigen Option für die Schöpfung endlich zu handeln: In der Kirche aber auch in der Politik.


weltkirche.katholisch.de, 19.3.2019
Vorbereitungstreffen zu Amazonas-Synode in Washington
Bei der Konferenz unter dem Titel „Umfassende Ökologie: Eine synodale Antwort aus dem Amazonasgebiet und anderen für den Schutz ‚unseres gemeinsamen Hauses‘ bedeutenden Weltregionen“ beraten neben Indigenenvertretern und Hilfsorganisationen auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx, der Leiter der vatikanischen Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Peter Turkson, und der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes als Präsident des Amazonas-Netzwerks Repam (Red Eclesial PanAmazónica).


Domradio, 21.3.2019
Misereor-Chef Pirmin Spiegel zur Amazonas-Synode
"Wir laufen auf eine Grenze zu"
In den Vatikan lädt Papst Franziskus im Herbst diesen Jahres zur Amazonas-Synode. In Washington findet dazu bis diesen Donnerstag ein hochrangig besetztes Vorbereitungstreffen statt. Mit dabei ist auch Misereor-Chef Pirmin Spiegel.

Domradio, 22.3.2019
Amazonas-Synode ruft Geheimdienst auf den Plan
"Ein Weltereignis"
Die für Oktober geplante Amazonas-Synode im Vatikan stößt von unerwarteter Seite auf Interesse: Der brasilianische Geheimdienst hat sich eingeschaltet. Auch ohne diesen steht für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat fest: Es wird ein "Weltereignis".

COMECE, 22/03/2019
COMECE-Präsident fördert "Integrale Ökologie" in Washington DC
Mgr. Jean-Claude Hollerich, S.J., Präsident der COMECE, nahm an einer internationalen Konferenz über „Integrale Ökologie" teil, die an der Georgetown University (USA) zur Vorbereitung der Amazonas-Synode (6. bis 27. Oktober 2019) organisiert wurde. Mgr. Hollerich forderte, die Rechenschaftspflicht für den Privatsektor in Bezug auf rechtliche, soziale und ökologische Standards zu gewährleisten.

REPAM, 18/03/2019
REPAM promove seminário em Washington sobre ecologia integral
A Rede Eclesial Pan-Amazônica/REPAM promove, de 19 a 21 de março, um encontro internacional com o tema “Ecologia integral: uma resposta sinodal a partir da Amazônia e outros biomas/territórios essenciais para o cuidado da nossa casa comum”. O seminário será realizado na Universidade de Georgetown, em Washington, nos Estados Unidos, com a presença do presidente da REPAM, cardeal Cláudio Hummes, membros da equipe executiva e assessores da rede.
Na oportunidade, serão refletidos diversos aspectos da urgência de implementação no mundo de práticas e políticas públicas voltadas para a ecologia integral. Os participantes, do meio acadêmico, devem elaborar propostas no contexto do Sínodo para a Amazônia, marcado para outubro, em Roma.

REPAM, 19/03/2019
Estamos exigiendo el derecho a la vida:
Queremos la acción de millones de católicos.
Conferencia Internacional de Ecología Integral

Dienstag, 19. März 2019

Trump und Bolsonaro auf einer Linie


ORF, 19.3.2019
Trump offen für NATO-Mitgliedschaft Brasiliens
US-Präsident Donald Trump zeigt sich offen für eine NATO-Mitgliedschaft Brasiliens. Er prüfe intensiv eine Aufnahme des lateinamerikanischen Staats in das Militärbündnis oder in eine andere Allianz, sagte Trump heute bei der Begrüßung seines brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro im Weißen Haus.

Für Mauerbau an Grenze zu Mexiko
Auch unterstütze er Brasiliens Antrag auf eine Mitgliedschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), so Trump. Bolsonaro hatte kurz vor seinem ersten Treffen mit Trump dessen Einwanderungspolitik gelobt.
Ausdrücklich sprach er sich für den von Trump versprochenen Bau einer Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko aus. „Die überwiegende Mehrheit potenzieller Einwanderer hat keine guten Absichten“, sagte er laut der englischen Übersetzung eines Interviews des Senders Fox News. Er kündigte zudem an, mit Trump über die Krise in Venezuela zu sprechen. Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro sei eine „Drogen schmuggelnde Diktatur“.

Trump zum Vorbild genommen
Bolsonaro ist seit Jänner Präsident Brasiliens. Für seinen Wahlkampf und seine rechtsgerichtete Politik nahm er sich bewusst Trump zum Vorbild. Zu Fox sagte er, er hoffe auf eine blühende Freundschaft mit Trump. „Ich bin willens, ihm mein Herz zu öffnen und alles zu tun, was gut ist zum Vorteil des brasilianischen und des amerikanischen Volks.“


Zeit.de, 19.3.2019
Donald Trump stellt Brasilien Nato-Beitritt in Aussicht
Der US-Präsident will Brasilien als wichtigen Nicht-Nato-Verbündeten einstufen. Auch einen möglichen Beitritt des südamerikanischen Landes zum Bündnis deutete Trump an.


Deutsche Welle, 19.3.2019
Trump und Bolsonaro auf Annäherungskurs?
Der erste Staatsbesuch des brasilianische Präsidenten Bolsonaro führte nach Washington. Der selbsterklärte Trump-Bewunderer suchte den Schulterschluss mit dem US-Präsidenten - und erhielt von ihm viele vage Versprechen.


ntv, 19.3.2019
Bolsonaro im Weißen Haus Die zwei Trumps mögen sich
Der umstrittene brasilianische Präsident besucht den nicht minder umstrittenen US-Präsidenten im Weißen Haus. Und Trump und Bolsonaro harmonieren prächtig. Bolsonaros Sohn steht irgendwann auf und wird wie ein Schuljunge gelobt.


O Globo, 19/03/2019
Na Casa Branca, Trump diz que apoia entrada do Brasil na OCDE
Presidente norte-americano falou à imprensa ao lado do presidente brasileiro Jair Bolsonaro durante encontro em Washington. Brasil espera obter apoio dos EUA para entrar na organização.


Folha de S.Paulo, 17/03/2019
Protesto contra Bolsonaro reúne 50 pessoas em frente à Casa Branca
Horas antes da chegada do presidente, americanos e brasileiros pedem que ele volte para casa


Montag, 18. März 2019

Bolsonaro reist nach Washington zu Trump

ORF, 18.3.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro zu Gesprächen in Washington
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist gestern zu einem Besuch in Washington eingetroffen. Nach Berichten brasilianischer Medien begleitet ihn eine Delegation aus sechs Ministern. Bolsonaro und US-Präsident Donald Trump wollen morgen unter anderem über die Situation in Venezuela sprechen. Es ist Bolsonaros erster Staatsbesuch seit seinem Amtsantritt im Jänner.
Brasilien und die USA sind die beiden bevölkerungsreichsten Demokratien in Amerika. Beide Länder unterstützen in Venezuela den Oppositionsführer Juan Guaido, der sich selbst zum Übergangspräsidenten erklärt hat und den amtierenden Präsidenten Nicolas Maduro zum Rücktritt zwingen will. Bei seinem Besuch in Washington will sich Bolsonaro Medienberichten zufolge auch mit Steve Bannon treffen, dem ultrarechten früheren Chefstrategen von Präsident Trump.
Bolsonaro hatte schon mehrfach seine Bewunderung für Trump zum Ausdruck gebracht. Beide Präsidenten verbindet ihre nationalistische Haltung und ihre Ablehnung multilateraler Bündnisse. Nach seiner Landung in Washington schrieb Bolsonaro auf Twitter, es sei das erste Mal seit Langem, dass ein brasilianischer Präsident nach Washington komme, der nicht antiamerikanisch sei.

Tageblatt.lu, 18.3.2019
Wenn „Tropen-Trump“ Bolsonaro auf das US-Original trifft
Scharfe Kommentare gegen Schwule und Frauen, heftige Medienschelte und täglich mehrfach twittern – Brasiliens neuer Staatschef Jair Bolsonaro hat einiges gemein mit US-Präsident Donald Trump. Nun will er am Dienstag in Washington auch politisch etwas von seinem Vorbild.

NZZ, 4. Januar 2019
Bolsonaro und Trump - zwei Brüder im Geiste
Der neue brasilianische Präsident und sein US-Amtskollege haben sehr verschiedene Biografien. Die Macht aber haben sie mit ähnlichen Methoden erobert. Nun verfolgen sie gefährliche Pläne.

O Globo, 17.3.2019
Bolsonaro viaja neste domingo para se encontrar com Trump nos EUA
Reunião entre os presidentes está marcada para terça-feira (19). Venezuela e comércio entre os países devem estar entre as pautas.

Bolsonaros Umweltpolitik mit der Motorsäge


Deutschlandfunk, 18.3.2019
Abholzung des Regenwaldes unter Bolsonaro schreitet voran
Nach dem Amtsantritt des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro schreitet die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien weiter voran.

Im brasilianischen Amazonasgebiet legte die Abholzung im Januar – dem ersten Monat von Bolsonaros Amtszeit – nach Angaben des Forschungsinstituts Imazon um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 108 Quadratkilometer zu. Den Angaben zufolge wurde vor allem auf Privatgelände Holz eingeschlagen. Sieben Prozent der Abholzung fand auf Ländereien der indigenen Gemeinschaften statt, fünf Prozent in ausgewiesenen Naturschutzgebieten. Allerdings hatte bereits vor Bolsonaros Amtsantritt die Abholzung kräftig zugelegt.

„Die Bekämpfung der Abholzung liegt in der Verantwortung Brasiliens und sollte eine Priorität der Regierung sein“, sagte Carolina Marçal von der Naturschutzorganisation Greenpeace im Vorfeld des Internationalen Tag des Waldes am 21. März. „Die neue Regierung verfolgt eine Politik, die die Rechte der indigenen und angestammten Bevölkerung verletzt und zu mehr Gewalt auf dem Land und mehr Umweltzerstörung führt.“

amerika21, 14.3.2019
Bolsonaro und die neue Umweltpolitik Brasiliens
Umweltschützer weltweit sind besorgt über die politischen und institutionellen Umwälzungen der Regierung zu Lasten der Umwelt, des Klimas und von Indigenenrechten

Der Standard, 16.2.2019
Bolsonaros Umweltpolitik mit der Motorsäge
Für Brasiliens Präsidenten hat der Regenwald Wirtschaftspotenzial. Agrarlobby und Holzfäller wollen Gegenleistungen für den Wahlkampf -

BR24, 1.1.2019
Bolsonaro legt die Axt an Brasiliens Regenwald
Der neue, rechtspopulistische brasilianische Präsident Bolsonaro schließt Umweltagenturen und will industrielle Großprojekte im Amazonas-Regenwald ermöglichen. Bereits vor der Wahl hatte er angekündigt, den Regenwald nicht schützen zu wollen.

Donnerstag, 14. März 2019

Brasilianische Regierung will 21.000 öffentliche Stellen streichen


Präsident Jair Bolsonaro hat ein Dekret erlassen, das Tausende öffentliche Stellen streicht. Das Dekret 9725/19 wurde am Mittwoch (13.3.) im Bundesamtblatt (DOU) veröffentlicht.

Damit wird die Regierung rund 21.000 Angestellte entlassen. Besonders betroffen sind die Bundesuniversitäten. Mit sofortiger Wirkung wurden 119 Führungspositionen in Bundesbildungseinrichtungen abgeschafft. Es ist nicht genau definiert, welche Institute betroffen sind. Außerdem werden 1.870 kommissionierte Kurskoordinierungsstellen geschlossen.

Darüber hinaus bestimmt das Dekret die Beendigung aller Doktoratsstudien an den Bundesuniversitäten Catalão (GO), Jataí (GO), Rondonópolis (MT), Delta von Parnaíba (PI) und Agreste von Pernambuco (PE). Alle diese Universitäten wurden im Jahr 2018 als Zweigstellen anderer Bundesuniversitäten offiziell gegründet. Bis zum 31. Juli werden an den bundesstaatlichen Universitäten der Stufen vier bis neun mehr als 11.000 andere Dienststellen gestrichen.

Mit diesen Personalkürzungen will das Ministerium jährlich R$ 195 Millionen einsparen.



Diário Oficial da União, 13/03/2019
DECRETO Nº 9.725

ANDES-Sindicato, 14/03/2019
Decreto extingue funções gratificadas nas IFE
Com isso, o governo vai eliminar cerca de 21 mil funções comissionadas e gratificadas. E a conta maior será paga pelas universidades federais. Imediatamente, foram extintos 119 cargos de direção em instituições de ensino federais. Não foram definidas especificamente quais IFE serão afetadas. Também estão eliminadas 1.870 Funções Comissionadas de Coordenação de Curso.

O Globo, 13/03/2019
Governo anuncia corte de 21 mil cargos comissionados e funções gratificadas
O governo publicou nesta quarta-feira decreto que acaba com 21 mil cargos , funções e gratificações no serviço público federal. A medida faz parte da agenda de 100 dias do presidente Jair Bolsonaro . Desse total, 6.587 são cargos que já estavam vagos, que deixarão de existir imediatamente. O restante será extinto em fases, uma parte a partir de 30 de abril e outra, a partir de 31 de julho. Se as funções estiverem preenchidas, os ocupantes terão que ser exonerados. De acordo com o ministério da Economia, a ação vai garantir uma economia de R$ 195 milhões por ano.

Bolsonaro-Clan hinter Mordanschlag auf Marielle Franco?


ORF.at, 13.3.2019
Mord an Politikerin
Bolsonaros Familie im Zwielicht
Ein Jahr nach dem Mord an der linken Stadträtin und Aktivistin Marielle Franco in Rio de Janeiro tauchen in den Ermittlungen immer mehr Verbindungen zwischen den beiden mutmaßlichen Tätern und dem ultrarechten Staatschef Jair Bolsonaro auf.

Wiener Zeitung, 13.3.2019
Mord im Auftrag des Bolsonaro-Clans?
Ein Jahr nach den tödlichen Schüssen auf die Linkspolitikerin Marielle Franco verhaftet Brasiliens Polizei zwei mutmaßliche Täter. Beide weisen Verbindungen zur Präsidentenfamilie auf.

Der Standard, 13.3.2019
Mordverdächtiger ließ sich mit Bolsonaro fotografieren
Ein Jahr nach dem Mord an der linken Stadträtin und Aktivistin Marielle Franco in Rio de Janeiro haben Ermittlungen mögliche Verbindungen zwischen den beiden mutmaßlichen Tätern und dem rechtsradikalen Staatschef Jair Bolsonaro ergeben. Einer der beiden Verdächtigen postete auf seiner Facebookseite ein Foto von sich und Bolsonaro, das in den Online-Netzwerken geteilt wurde.

Deutsche Welle, 14.3.2019
Ein Jahr nach dem Tod von Marielle Franco: "Marielle anwesend!"
Schwarz und rebellisch - die vor einem Jahr ermordete Politikerin Marielle Franco ist zum weltweiten Symbol geworden. Der konservativ geprägten Politik Brasiliens gefällt sowas trotzdem nicht.

Euronews, 15.3.2019 (Video)
Wer hat Marielle Franco ermordet?
In Rio de Janeiro sind hunderte Menschen am Jahrestag des Todes von Marielle Franco auf die Straßen gegangen. Sie wollen wissen, wer hinter der Ermordung der schwarzen, offen homosexuellen und progressiven Stadträtin steckt.

amerika21, 23.1.2019
Brasilien: Verbindung zwischen Sohn des Präsidenten und Mördern von Marielle Franco
Sohn von Staatschef Bolsonaro beschäftigte Mutter und Ehefrau von Auftragskiller. Verdächtige festgenommen. Ging es um Immobiliengeschäfte?

NachDenkSeiten, 16.3.2018
Brasilien – Der Mordanschlag auf Marielle Franco, die faschistische Gewaltpredigt und der Vernichtungskrieg gegen Afrobrasilianer
Rio de Janeiro, Mittwoch, 14. März, gegen 21 Uhr 30, im citynahen Bezirk Estácio. Die Stadtverordnete der linken Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL), Marielle Franco, kehrt von einer Sitzung mit afrobrasilianischen Slumbewohnerinnen nach Hause zurück.
Sie sitzt ausnahmsweise auf dem hinteren Sitz, auf dem von ihr üblicherweise bevorzugten Beifahrersitz leistet diesmal ihre Referentin Fernanda Chaves dem Fahrer Anderson Pedro Gomes Gesellschaft. Als der bis vor wenigen Wochen arbeitslose Gomes mit dem weißen Chevrolet in die Joaquim-Palhares-Straße einbiegt, wird er von einem dunkelsilbernen PKW eingeholt, aus dem aus halber Höhe mindestens neun Schüsse auf den weißen Chevrolet abgefeuert werden. Vier Projektile zerschmettern Marielle Francos Kopf und Nacken, ihr Fahrer Anderson erleidet drei Schüsse in den Rücken. Franco und Gomes sind auf der Stelle tot, Referentin Fernanda Chaves kommt mit einer Armverletzung davon.

O Globo-G1, 12/03/2019
Bolsonaro diz esperar que investigações cheguem ao mandante da morte de Marielle
PM reformado e ex-PM foram presos na manhã desta terça-feira (12) suspeitos de participarem dos assassinatos da vereadora Marielle Franco e seu motorista Anderson Gomes.

CartaCapital, 14/03/2019
A postura do clã Bolsonaro no caso Marielle
O presidente e os filhos se dividiram entre silêncio, desprezo e em minimizar importância do crime ao longo de um ano de investigações

Dienstag, 12. März 2019

SIPRI-Bericht: Rasanter Anstieg von US-Waffenverkäufen

ORF, 11.3.2019
SIPRI-Bericht
Rasanter Anstieg von US-Waffenverkäufen
Mehr als die Hälfte aller Waffenexporte aus US-Rüstungsfabriken ist in den vergangenen fünf Jahren in den Nahen Osten gegangen. Insgesamt stiegen die US-Waffenverkäufe in diesem Zeitraum rasant an, zeigt der aktuelle SIPRI-Bericht.


Tagesschau, 11.3.2019
USA bleiben größter Waffenexporteur der Welt
Die Zahl der weltweiten Waffenexporte ist dem Friedensforschungsinstitut SIPRI zufolge in den vergangenen Jahren weiter angestiegen. Größter Verkäufer von Rüstungsgütern bleiben die Vereinigten Staaten.


APA-OTS, 14. März 2019
Neue Technologien stellen laut neuem SIPRI-Bericht eine Herausforderung für die Rüstungskontrolle im Bereich biologischer Waffen dar
Fortschritte bei additiven Herstellungsverfahren, künstlicher Intelligenz und Robotik könnten die Möglichkeiten zur Entwicklung, Produktion und Anwendung von biologischen Waffen ausweiten. Die bestehenden Maßnahmen der Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung im Bereich der biologischen Waffen müssen angepasst werden, um diesen Sicherheitsrisiken zu begegnen - so ein neuer Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI.


SIPRI Yearbook 2018
Kurzfassung auf Deutsch

Protest gegen geplanten Rohstoffabbau in indigenen Gebieten


VaticanNews, 12.3.2019
Brasilien: Kirche gegen geplanten Rohstoffabbau in Indigenen-Gebieten
Der Indianermissionsrat der katholischen Kirche (CIMI) in Brasilien hat die geplante Freigabe der Rohstoffförderung auf indigenem Land verurteilt. In einer Mitteilung vom Montag reagiert der Rat auf die Erklärung der Regierung, die Freigabe in den geschützten Gebieten zu prüfen.

Zudem deutete die Regierung an, auf die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung der betroffenen Indigenen zu verzichten.

In der vergangenen Woche hatte der Energie- und Bergbauminister Bento Albuquerque vor Investoren in Kanada angekündigt, den Rohstoffabbau in Indigenengebieten in Amazonien zu prüfen. Das derzeit gültige Verbot wirtschaftlicher Aktivitäten in den Schutzgebieten blockiere die wirtschaftliche Entwicklung in der Amazonasregion und fördere dort illegale Aktivitäten, so Albuquerque.

Die Öffnung der Indigenengebiete war ein Wahlversprechen des im Oktober gewählten Präsidenten Jair Bolsonaro. Er wolle den Indigenen keinen Zentimeter mehr Land zuteilen, so Bolsonaro, der mit Unterstützung des Agrarsektors die Wahl gewann. Er versprach, die Rechte der Indigenen einzuschränken. Die Anhörung betroffener Einwohner ist jedoch in der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zum Schutz indigener Gemeinschaften vorgeschrieben.

Erst 400 von 1.200 Indigenengebieten überhaupt eingerichtet

Laut CIMI beanspruchen Brasiliens indigene Völker insgesamt 1.269 Gebiete, eingerichtet sind davon jedoch erst 401. Rund 13 Prozent des brasilianischen Staatsgebiets sind derzeit als Indigenengebiete qualifiziert. Ursprünglich hatte die Verfassung von 1988 vorgeschrieben, die Gebiete innerhalb von fünf Jahren, also bis 1993, einzurichten.

Der CIMI setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Indigenen ein. Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler (79) war von 1983 bis 1991 und später erneut von 2006 bis 2015 Präsident des Indigenenmissionsrats.


CIMI, 11.3.2019
Cimi repudia oferta das terras indígenas para mineração internacional
Nota pública sobre o anúncio feito pelo ministro de Minas e Energia de que poderá “autorizar” a mineração em terras indígenas à revelia dos povos e seus direitos

Freitag, 8. März 2019

Brasilien sucht Kontakt zu isoliertem Volk

orf.at, 8.3.2019
Expedition zu isoliertem Stamm in Brasilien begonnen
Eine staatlich organisierte Expedition ist in Brasilien zu einem im äußersten Westen lebenden Stamm ohne Kontakt zur Außenwelt aufgebrochen. Ziel sei es, die Mitglieder des Volks der Korubo in dem ausgewiesenen indigenen Gebiet Vale do Javari an der Grenze zu Peru zu schützen, teilte die für indigene Völker zuständige Nationale Indio-Stiftung Funai gestern auf ihrer Website mit.
Medienberichten zufolge hatte es unter den Korubo und dem dort ebenfalls ansässigen Stamm Matis seit 2014 Auseinandersetzungen gegeben. Dabei seien zwischen zehn und 17 Menschen ums Leben gekommen, berichtete BBC Brasil.
Durch die Konfrontation seien Mitglieder der Korubo geflohen, hieß es weiter. Es gehe auch darum, Familien wieder zusammenzuführen. Die Expedition ist Funai zufolge die größte seit mehr als zwanzig Jahren und mit verschiedenen staatlichen Behörden wie dem Gesundheitsministerium abgestimmt und wird von der Bundespolizei unterstützt. Militär und Polizei werden dem BBC-Bericht zufolge bestimmte Streckenabschnitte für die Expedition absichern.
An der Expedition sind Funai zufolge auch Mitglieder der Korubo sowie anderer Stämme beteiligt. Das Gebiet ist der Stiftung zufolge jenes mit den meisten Stämmen, die in freiwilliger Isolation leben.


ntv, 8.3.2019
Größte Expedition seit 20 Jahren
Brasilien sucht Kontakt zu isoliertem Volk
Im brasilianischen Regenwald startet eine Expedition, um Kontakt mit dem indigenen Volk der Korubo aufzunehmen. Die Behörden wollen mit der Reise verhindern, dass eine blutige Stammesfehde noch weiter eskaliert.


Brasilienportal.ch, 31.6.2014
Korubo
Die Korubo, auch als “Índios caceteiros“ (Keulen schwingende Indianer) bekannt, weil sie riesige Kriegskeulen als Waffen handhaben, leben in der Mündungsregion der Flüsse Ituí und Itaquaí, im Tal des Rio Javari. Der grösste Teil ihrer Bevölkerung (mehr als 200 Personen) sind noch ohne Kontakt mit der nationalen Bevölkerung und haben sich in die Isolation zurückgezogen – sie bewegen sich zwischen den Flüssen Ituí, Coari und Branco. 1969, nach vielen vergeblichen Versuchen, gelang es Mitarbeitern der FUNAI eine kleine Korubo-Gruppe zu kontaktieren.


BBC-Brasil, 7.3.2019
Governo inicia megaexpedição para se aproximar de índios isolados no Amazonas
Uma equipe com cerca de 30 pessoas coordenadas pela Funai (Fundação Nacional do Índio) e amparadas por soldados do Exército e policiais federais e militares iniciou no último domingo uma delicada expedição que poderá durar vários meses e tentará se aproximar de um grupo de índios isolados na Terra Indígena Vale do Javari, no extremo oeste do Amazonas.

O Globo, 7.3.2019
Funai realiza maior expedição para contato com índios isolados dos últimos 20 anos
O objetivo principal da missão é evitar conflitos entre os Korubo do Coari e os Matis, outra etnia indígena da região. Os Korubo do Coari – grupo no qual parte dos índios permanece em total isolamento – reivindicam o direito à terra próxima ao Rio Coari e têm entrado em confronto com os Matis, já contatados, pelo que entendem como invasões de território, além de outras divergências.

Funai, 7.3.2019
Funai promove expedição para proteção e monitoramento de indígenas isolados
A Fundação Nacional do Índio – Funai, em conjunto com a Secretaria Especial de Saúde Indígena – Sesai/Ministério da Saúde, realiza a partir de hoje (7 de março) a Expedição de Proteção e Monitoramento de Indígenas Isolados Korubo do Rio Coari, na Terra Indígena Vale do Javari (AM). A ação contará com o apoio da Polícia Federal, da Secretaria de Segurança Pública do Amazonas e do Exército (8º Brigada de Infantaria e Selva). A ação também foi informada ao Ministério Público Federal e demais organizações indígenas do Vale do Javari.

Donnerstag, 7. März 2019

Bolsonaro twittert Unmoral des Karnevals


ntv, 6.3.2019
Golden Shower beim Karneval
Bolsonaro postet obszönes Video
Beim Karneval in Brasilien geht es nicht immer gesittet zu. Präsident Bolsonaro sind die enthemmten Aktivitäten allerdings ein Dorn im Auge. Kurzerhand veröffentlicht er ein Video von zwei Männern bei Urinspielchen. Er erntet dafür Kritik und Spott.

Der Standard, 7.3.2019
Debatte über obszönes Video auf Bolsonaros Twitter-Account
Amtsenthebung gefordert – Präsident erklärt, nicht den Karneval generell kritisieren zu wollen -

Welt.de, 7.3.2019
Präsident Bolsonaro entsetzt Brasilianer mit obszönem Video
Brasilien diskutiert über ein „pornografisches“ Video, das Jair Bolsonaro im Zuge der Karnevalsfeierlichkeiten ins Netz gestellt hat. Mit der Entrüstung seines Volkes hat der Präsident offenbar nicht gerechnet – und rechtfertigt sich.

NZZ, 8.3.2019
Brasiliens Moralapostel entdeckt die Pornografie
Der brasilianische Präsident gibt sich gerne als Hüter von Sitte und Ordnung. Diese Woche verbreitete er ein Karnevalsvideo, das Unsittliches zeigte. Die Bevölkerung reagierte irritiert.

Zum Inhalt:
Deutsche Welle, 7.3.2019
Sambaschule siegt mit politischer Botschaft
In der Parade wurde die Versklavung von Millionen Afrikanern und der Mord an der schwarzen brasilianischen Politikerin Marielle Franco thematisiert. Damit holte die Sambaschule Mangueira in Rio de Janeiro den Hauptpreis.


O Globo, 6.3.2019
Bolsonaro posta vídeo com pornografia, e conteúdo tem acesso restringido
Imagens mostram homem dançando em cima de ponto de táxi com o dedo no ânus. 'É isto que tem virado muitos blocos de rua no carnaval brasileiro', diz presidente. Post passou a ter alerta de conteúdo sensível. Twitter não comenta o caso, mas diz que eventuais violações às políticas da rede social 'estão sujeitas às medidas cabíveis'

Mittwoch, 6. März 2019

Bolsonaro: Amazonas-Synode gefährdet nationale Sicherheit Brasiliens


Amazonas-Synode: Menschenrechtler weisen politische Vorwürfe zurück
Mit Empörung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf Vorwürfe der brasilianischen Regierung reagiert, die geplante Amazonas-Synode des Vatikans habe eine „linke Agenda“ und sei eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Brasiliens.

„Wenn die Kirche für die Menschenrechte der Schwächsten in der Gesellschaft eintritt, dann muss sie auf die dramatische Lage der indigenen Völker Brasiliens aufmerksam machen. Wenn eine Regierung Gesetze und die Verfassung des Landes missachtet, um indigenen Völkern die Lebensgrundlage zu entziehen, dann darf die Kirche dazu nicht schweigen“, forderte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. Dies sei keine Frage von rechter oder linker Gesinnung, sondern von Moral und Ethik. Brasiliens katholische Kirche und Nichtregierungsorganisationen wie der Indianer-Missionsrat CIMI warnten schon seit Jahren vor einer stetig wachsenden Marginalisierung und Entrechtung indigener Völker.

Brasiliens Regierung spricht von „Gegengipfel“

Die Amazonas-Synode wird von 6. bis 27. Oktober 2019 im Vatikan stattfinden. Teilnehmen werden Bischöfe, Ordensleute und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus neun an die Amazonas-Region grenzenden Staaten. Sie sprechen über den Schutz des Regenwaldes, Gerechtigkeit für indigene Völker und andere benachteiligte Gruppen sowie über neue Formen der Seelsorge in dem Gebiet. Brasiliens Regierung hat angedroht, im September 2019 einen „Gegengipfel“ in Rom zu sponsern. Dieser soll das vermeintliche Engagement Brasiliens für den Schutz des Regenwaldes und der rund 390 indigenen Völker Amazoniens thematisieren.

“Es steht in der Macht des brasilianischen Präsidenten, seine Missachtung indigener Interessen aufzugeben”

Papst Franziskus hatte die Synode bereits im Oktober 2017 angekündigt, lange vor der Wahl von Jair Bolsonaro zum Staatspräsidenten Brasiliens. Sie sei daher kein Anti-Bolsonaro-Tribunal, wie die GfbV betont. Doch Bolsonaros Missachtung der Rechte indigener Völker gebe der Synode zweifelsohne zusätzlich Aktualität. „Es steht in der Macht des brasilianischen Präsidenten, seine Politik der Demontage indigener Territorien und der Missachtung indigener Interessen aufzugeben – und daraufhin positiv wahrgenommen zu werden. Papst Franziskus und die Bischöfe können nur mahnen, die Vielfalt der Kulturen in der Welt als eine Bereicherung zu sehen und zu schützen“, erklärte Delius.

Zahlreiche Projekte der neuen brasilianischen Regierung zielen darauf ab, indigene Territorien für große Landwirtschaftsprojekte zu öffnen und weitere Demarkierungen traditionellen indigenen Landes zu verhindern. Indigene Organisationen warnen daher vor einem drohenden Ausverkauf ihrer Rechte.


Gesellschaft für bedrohte Völker, 05.03.2019
Amazonas-Synode des Vatikans:
Menschenrechtler empört über Vorwürfe von Brasiliens Regierung
Jair Bolsonaro wirft der Veranstaltung eine "linke Agenda" vor - GfbV fordert die brasilianische Regierung auf, die Demontage indigener Territorien und der Missachtung indigener Interessen aufzugeben


Blog-Archiv vom 15.2.2019:
Bolsonaros Geheimdienst spioniert Bischöfe aus

Freitag, 1. März 2019

Regierung will 600.000 Landtitel vergeben

A ministra Tereza Cristina (Agricultura, Pecuária e Abastecimento) 

Die Ministerin für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung, Tereza Cristina, teilte den Senatoren am Mittwoch (27.2.) mit, dass die Regierung von Jair Bolsonaro bis zum Ende ihrer Amtszeit 600.000 Landtitel aktualisieren und vergeben will. Auf Einladung der Landwirtschafts- und Agrarreformkommission des Senats (ARC) nahm sie an einer öffentlichen Anhörung teil, um die aktuellen Pläne der Regierung im Hinblick auf die Landreform vorzustellen und zu diskutieren.


Governo, 28/02/2019
Governo vai entregar 600 mil títulos de regularização fundiária
A ministra da Agricultura, Pecuária e Abastecimento, Tereza Cristina, informou aos senadores nesta quarta-feira (27) que a meta do governo é entregar 600 mil títulos de regularização fundiária aos assentados de todo o País até o fim do atual mandato do presidente Jair Bolsonaro. A convite da Comissão de Agricultura e Reforma Agrária (CRA) do Senado, ela participou de uma audiência pública para apresentar e debater os planos do governo atual para a área.

De acordo com a ministra, os títulos são fundamentais para reduzir o que ela chamou de “insegurança total” no campo, uma vez que o documento permite que os assentados tenham acesso ao crédito rural e aos programas do governo. “A agricultura familiar não consegue ter acesso ao crédito por problemas fundiários e por falta de assistência técnica. É preciso dar celeridade à entrega dos títulos e é isso que vamos fazer”, salientou.

Tereza Cristina afirmou também que a meta é implantar projetos da cadeia produtiva em mil assentamentos da reforma agrária. Com a reorganização da estrutura do governo, o setor de agricultura familiar voltou para a alçada do Ministério da Agricultura. O programa de regularização fundiária será comandado pelo secretário especial de Assuntos Fundiários, Nabhan Garcia.

Terras indígenas
A titular da pasta também destacou que o plano do governo é dar segurança jurídica aos indígenas e aos produtores que são donos de terras no entorno das áreas demarcadas. Segundo ela, a lei que rege as demarcações das terras será seguida à risca e não será transgredida.

Além disso, ela comprometeu-se a fazer políticas públicas para que os índios saiam da miséria em que vivem e passem a ser olhados com dignidade. “Eles precisam ter acesso à riqueza. A lei existe e ninguém pode burlar. Mas há muitos conflitos judicializados em diversas regiões, e isso precisa ser resolvido”.

agrositio, 28.2.2019
Governo vai acelerar regularização fundiária e entregar 600 mil títulos
Os títulos são fundamentais para reduzir o que a ministra chamou de “insegurança total” no campo, porque permitem que os assentados tenham acesso ao crédito rural e aos programas do governo. “A agricultura familiar não consegue ter acesso ao crédito por problemas fundiários e por falta de assistência técnica. É preciso dar celeridade à entrega dos títulos e é isso que vamos fazer”, disse Tereza Cristina.