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Montag, 6. Februar 2012

Dammbau am Xingu führt bereits zu Überflutungen

An der Stelle des geplanten Staudammes bei der Insel Pimentel fließt der Xingu in drei Armen. Der linke mit einer Weite von 500 Metern wurde im Jänner durch einen Erddamm abgesperrt, als Vorbereitung für den Dammbau und um die Insel mit den Baumaschinen erreichen zu können. Die Regenzeit hat bereits heftig eingesetzt, und die Bewegung Xingu Vivo sieht in dieser Absperrung die Ursache für einen in dieser Jahreszeit noch nie dagewesenen Anstieg des Xingu in Altamira um 7,20 Meter.
In Altamira stehen die Flußniederungen bereits unter Wasser und die Betroffenen verlassen ihre Unterkünfte.
Besonders gefährdet sind die Bewohner entlang der Xingu-Zuflüsse Ambé und Altamirabach. Unter Einsatz des Militärs wurde Familien evakuiert und in Notquartiere der Stadtverwaltung von Altamira gebracht.

Ungewiss soll außerdem das Ausmaß der Überflutungen des Xingu sein, die der Staudamm verursachen wird. Erst jetzt wurde die Firma CART beauftragt, den Wasserstand zu erheben, der durch den Staudamm in der Ansiedlung Assurini zu erwarten ist. Diese Ansiedlung wurde während der letzten 20 Jahre am rechten Xinguufer entlang der Großen Schleife vom nationalen Siedlungsinstitut INCRA errichtet. Ca. 6.000 Familien leben hier, sie produzierten 2010 an die 60 % der landwirtschaftlichen Güter für die Stadtbevölkerung von Altamira. Befürchtet wird nun, dass auch die Ansiedlung Assurini vom Ansteigen des Wasserstandes betroffen sein könnte.

Auch bei anderen Wasserkraftwerksbauten stellten sich im Nachhinein viel größere Auswirkungen auf die Umwelt und Siedler ein als zunächst angenommen. So sind z.B. die beim Kraftwerk Santo Antônio überfluteten Gebiete entlang des Rio Madeira teilweise um 9 km breiter geworden als ursprünglich von IBAMA genehmigt.

Aos Olhos do Povo, 4.2.2012
Licenciamento às avessas: empresa inicia desvio do Xingu sem saber até onde chega o lago da barragem.

Anapu em foco, 4.2.2012
CHEIA DO XINGU DEIXA MAIS DE CEM FORA DE CASA EM ALTAMIRA

Anapu em foco, 9.2.2012
EXÉRCITO REMOVE ATINGIDOS PELA CHEIA EM ALTAMIRA

Altamira Hoje, 3.2.2012
Rio Xingu sobe acima do normal

Xingu Vivo, 30.1.2012
Ensecadeira se estende de ponta a ponta em canal do rio Xingu, inundando trechos florestados de ilha e terra firme

Sonntag, 20. November 2011

Altamira fordert Einstellung von Belo Monte

In einem Exklusivbericht greift Folha ein Ereignis vom 28.9. auf, als sich Bürgermeisterin Odileia Sampaio und die Stadtverwaltung von Altamira (PA) - mit dem Bau von Belo Monte nun Schauplatz des größten Infrastrukturprojekts Brasiliens - an Präsidentin Dilma Rousseff, das Umweltinstitut Ibama und die Bundesanwaltschaft (MPF) wandten und um die Einstellung der Arbeiten am Wasserkraftwerk Belo Monte bzw. um Aufhebung der Installationslizenz ersuchten. PlattformBeloMonte berichtete davon.

Seit vier Monaten ist die Altamira (PA) von einer Massenmigration, die durch den Baubeginn ausgelöst wurde, stark betroffen. Der Immobilienmarkt ist zusammen gebrochen, die Mieten erreichen astronomische Höhen. Die Straßen verkraften die vielen Autos nicht, der Verkehr kommt zum Erliegen, Parkplätze fehlen. Einbrüche und Überfälle gehören zum traurigen Alltag. Schulen und Spitäler, die schon bisher zu klein waren, sind durch den Ansturm heillos überfordert.

In den verschiedenen Baustellen für Belo Monte sind bereits 4.500 Beschäftigte tätig. Die Arbeitsuchenden kommen aus weit entfernten Bundesstaaten. Vielfach werden die arbeitsrechtlichen Bedingungen - wie schon bei anderen Kraftwerksbauten in Jirau oder Santo Antônio - nicht eingehalten und es kommt zu Rebellionen unter den Arbeitern.

Die Bürgermeisterin von Altamira, Odileia Sampaio, sagte im Interview mit TV-Folha, dass von den vielen von Norte Energia S.A. gemachten Versprechungen bisher nur 5 % umgesetzt sind. Deshalb verabschiedete der Stadtrat ein Schreiben an die Bundesanwaltschaft und an IBAMA, in dem die Aufhebung der von IBAMA am 30. Juli 2011 erteilten Installationslizenz für die Belo-Monte-Baustellen verlangt wird.



Folha, 20.11.2011
Altamira decide pedir suspensão de Belo Monte; veja vídeo
A cidade de Altamira (PA), palco da maior obra do PAC (Programa de Aceleração do Crescimento), pediu à presidente Dilma Rousseff, ao Ibama e ao MPF (Ministério Público Federal) a suspensão das obras da Hidrelétrica de Belo Monte, no Rio Xingu.

Videográfico mostra como funcionará a hidrelétrica de Belo Monte

Donnerstag, 11. August 2011

300 Obdachlosenfamilien kampieren vor Rathaus in Altamira

Rund 300 Obdachlosenfamilien, die an den Vortagen von der Militärpolizei aus ihren Hütten vertrieben worden waren, haben am 10.8. vor dem Rathaus in Altamira mit Sack und Pack ein Lager aufgeschlagen.

Sie verlangen von der Regierung eine Lösung des Wohnungsproblems, das durch die Gewährung der Installationslizenz (LI) für das Wasserkraftwerk Belo Monte entstanden ist. Preise für Wohnungen und Mieten sind seither in Altamira explodiert. Nach der Kundgebung Ende Juni und den Unruhen beim "Bürgerservice" ist dies bereits der dritte Protest in Folge.

"Hier weiß niemand, wohin er gehen soll", sagt M.L., einer der Vertriebenen. Sie bringen all ihre Habseligkeitne zum Rathaus mit: Wasserbehälter, alte Möbel, Bretter, Schaumstoffmatratzen, Gasöfen, Geschirr, Thermosflaschen, Kleider etc., was ein beklemmendes Bild ergibt. Die städtische Verkehrsabteilung (Demutran) hat den Häuserblock abgesperrt und die Stadtwachen sind aufmarschiert.

"Sie [die Besitzer des Landes] bezahlen Lastwagen, um unsere Sachen hierher zu bringen", sagt er. Eine Dokumentation bestätigte, dass Herr Ubiratan, der den Bischof der Prälatur am Xingu als Redelsführer einer Landbesetzung Mitte Juni beschuldigt hatte, selber einen Lkw mit Habseligkeiten von Familien gelenkt hat.

Laut den Obdachlosen wurden ihre Hütten bereits zum zweiten Mal nieder gerissen. "Ich arbeite auf der Müllhalde. Alles, was ich für meine Hütte benötigte, habe ich tagtäglich von dort mitgebracht, jeden Pfosten und jedes Brett. Und jetzt?", fragt M.L. ratlos.

Xingu Vivo, 11.8.2011
Despejados, sem teto de Belo Monte acampam em frente à prefeitura

Samstag, 6. August 2011

Regierung musste "Bürgerservice" in Altamira wegen starker Proteste absagen


YouTube-Video von der Eröffnungszeremonie: Minister und Abgeordnete unterhalten sich ungezwungen, als plötzlich die Obdachlosen auftauchen und lautstark protestieren: "Fora Norte Energia - queremos nossa moradia!" ("Weg mit Norte Energia - wir wollen unsere Unterkünfte"!) und die Politiker über den Seitenausgang verschwinden...

Zur Verminderung der negativen sozio-ökologischen Auswirkungen des Wasserkraftwerks Belo Monte hat die Bundesregierung für die Region am Xingu eine "Operation Bürgerservice" geplant. Mit großem propagandistischen Aufwand sollen den 11 Gemeinden und ca. 350.000 Menschen die Vorteile von Belo Monte mittels Serviceleistungen und Hilfsaktionen schmackhaft gemacht werden. Gesundheitsuntersuchungen, Informationen über Beschäftigungen und Beratungen zur Betriebsgründung sowie die Ausstellung oder Aktualisierung von Dokumente wie Steuerkarten, Wahlkarten oder Personalausweise stehen auf dem Programm.

Am 3. und 4. August sollte in Altamira mit der "Operation" begonnen werden. Von sieben angekündigten Ministern waren zur Eröffnung nur zwei erschienen: Luiz Sérgio, Minister für Fischerei (MPA) und Afonso Florenz, Minister für landwirtschaftliche Entwicklung (MDA). Sowohl die Bundes- als auch die Landesregierung hatten nur Vertreter entsandt. Lokalpolitiker, Repräsentanten des Betreiberkonsortiums Norte Energia und vor allem Odileida Sampaio, Bürgermeisterin von Altamira, sahen die Stunde ihres großen Auftritts gekommen.

Doch die Veranstalter hatten nicht mit der großen Unzufriedenheit der Bevölkerung von Altamira gerechnet. Die Protestaufmärsche der Obdachlosen, Arbeitslosen und vom Staudamm Betroffenen waren so stark, dass die Eröffnung des "Bürgerservice" in Altamira kurzerhand abgesagt wurde.

Nach Meinung der Zivilbewegungen sind die kleine Hilfsaktionen, wie sie bei der "Operation Bürgerservice" angeboten werden, keine wirklichen Antworten auf die großen sozio-ökologischen Auswirkungen durch Belo Monte wie Massenzuzüge von auswärts und Massenvertreibungen der armen Bevölkerung in der Region, der Bauer, Flussbewohner und Indigenen, oder die Zerstörung des Xingu, die Bedrohung durch Epidemien, die Nichterfüllung der Bedingungen und die vielen Rechtsverstöße beim Genehmigungsverfahren für Belo Monte.

Die Proteste wurden von den Bewegungen Xingu Vivo para Sempre, der Arbeitslosen (MTD) und der von Staudämmen Betroffenen (MAB) organisiert. Die Arbeitslosenbewegung erhielt die Zusage für Verhandlungen in der kommenden Woche.

Sheila Juruna kritisierte die Veranstaltung sehr. Die Indigenen wurden von der zuständigen Behörde FUNAI eingeladen und auch herbeitransprotiert, aber in Altamira gab es für sie kein Programm und sie waren sich selbst überlassen. Außerdem wurden sie bei der Stadteinfahrt von der Polizei entwürdigend kontrolliert und alle ihre Sachen untersucht.

Nach Altamira soll die Kampagne in den umliegenden Städten fortgesetzt werden: Brasil Novo (8.-9. August), Medicilândia (12.-13. August), Placas (18.-19. August), Uruará (24.-25. August), PA Assurini/Altamira (30.-31. August), Pacajá (5.-6. September), Anapu (10.-11. September), Vitória do Xingu (16.-17. September), Senador José Porfírio (22.-23. September), Porto de Moz (28.-29. September) und Gurupá (4.-5. Oktober).


Xingu Vivo, 3.8.2011
Constrangido, governo cancela ato inaugural de Operação Cidadania Xingu
Movimentos sociais de Altamira realizaram nesta quarta (3) um protesto durante o lançamento da Operação Cidadania Xingu – mutirão de serviços do governo federal onde está planejada a hidrelétrica de Belo Monte.

Correio do Brasil, 4/8/2011
Sob protesto, governo federal cancela abertura da Operação Cidadania Xingu, em Altamira
Ação dos movimentos afastou prefeita, parlamentares e ministros do palanque armado para festa

Anapu em Foco, 4.8.2011
SOB PROTESTO, GOVERNO FEDERAL CANCELA ABERTURA DA OPERAÇÃO CIDADANIA XINGU, EM ALTAMIRA
Começou nesta quarta-feira (3.8.) a Operação Cidadania Xingu, do governo federal. Já um pouco capenga: dos sete ministros anunciados, vieram para a abertura da ação apenas dois: o ministro da Pesca e Aquicultura (MPA), Luiz Sérgio e o ministro do Desenvolvimento Agrário (MDA), Afonso Florence. Além dos dois, representantes da Secretaria Geral da Presidência, do governo estadual (nada do governador, como fora prometido) e municipais locais, empreiteiras, Consórcio Construtor, Norte Energia & cia, com destaque para a prefeita Odileida Sampaio (PSDB) - cotada também para participar da solenidade de abertura, às 11 da manhã.
Mas a solenidade não saiu.

Xingu Vivo, 5.8.2011
O Mentirão da CIdadania do Governo e a Visão de Sheila Juruna.

Língua Ferina, 5.8.2011
Protesto cancela início da “Operação Xingu”em Altamira
Com um nome que não por acaso lembra os programas do regime militar para a região amazônica, o governo federal e lacaios locais tentaram lançar na quarta-feira (03 de agosto), em Altamira, a “Operação Xingu”.

Blog oficial da “Operação Cidadania Xingu”

Youtube-Video da Norte Energia
NBR Entrevista - 29.07.2011
Operação Cidadania Xingu agiliza oferta de serviços públicos à região de Belo Monte
Entrevista com o subchefe da Casa Civil da Presidência da República, Johaness Eck, sobre a Operação Cidadania

Primeira Edição, 14.7.2011
Operação leva cidadania e desenvolvimento sustentável para o Xingu
Governo federal inicia a partir do dia 18 de julho trabalho conjunto nos municípios do entorno da usina de Belo Monte. Objetivo é reduzir impactos socioambientais causados pela obra

"Agência Pará" traz exemplos da Operação Cidadania:
* Programa Presença Viva retoma atividades em Altamira
* Populaçăo de Altamira aprova serviços oferecidos pelo Pró-Paz
* Oficinas do Biizu despertam interesse de jovens em Altamira

Donnerstag, 14. Juli 2011

Belo Monte wird Nachteile für die Bevölkerung von Altamira bringen

Eine Spezialausgabe der Revista Epoca befasste sich mit den Auswirkungen des Kraftwerksbaus von Belo Monte auf die Bevölkerung von Altamira. Dabei wurden die Erfahrungen bei den Kraftwerksbauten am Rio Madeira in Rondônia analysiert.

Altamira dürfte durch den Bau des weltweit drittgrößten Kraftwerks dieselben umweltbedingten, sozialen und ökonomischen Auswirkungen erleben wie sie heute in Rondônia passieren. Vor allem in der Hauptstadt Porto Velho sind durch den Massenzuzug große Probleme entstanden, auf die die Stadt weder vorbereitet war, noch wird etwas dagegen unternommen. Dadurch können sich Schwarzmarkt, Korruption, Drogenhandel und Prostitution ausbreiten.

REPORTAGEM ESPECIAL DA REVISTA ÉPOCA SOBRE BELO MONTE, 12/7/2011
COMO ACONTECEU EM RONDÔNIA; OBRAS DE BELO MONTE DEVEM TRAZER PREJUÍZOS A POPULAÇÃO

O MUNICÍPIO DE ALTAMIRA-PA, CIDADE POLO DAS OBRAS DA USINA HIDRELÉTRICA DE BELO MONTE A TERCEIRA NO MUNDO, DEVE SOFRER OS MESMO IMPACTOS AMBIENTAIS, SOCIAIS E ECONOMICOS QUE ACONTECE HOJE EM RONDÔNIA, PRINCIPALMENTE NA CAPITAL PORTO VELHO, O AUMENTO DA POPULAÇÃO E OS PROBLEMAS SOCIAS EM QUE A CIDADE NÃO ESTAVA PREPARADA E OS ADMINISTRADORES, NÃO SOUBERAM PREVER COM COMPETÊNCIA TODAS ESSAS SITUAÇÕES.

NÃO TEM COMPENSAÇÃO SOCIAL, AMBIENTAL OU ECONOMICA NO PLANETA PARA RECOMPENSAR AQUELES QUE VIVEM EM PORTO VELHO, COM AUMENTO REPENTINO DE TODOS OS TIPOS DE PROBLEMAS, ALTEROU DE FORMA NEGATIVA O COTIDIANO DAS PESSOAS E SEM SOLUÇÃO EM CURTO PRAZO.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Altamira: Häftlinge fliehen über 20 m langen Tunnel


Die Aufsichtsbehörde für den Strafvollzug in Pará berichtete, dass in der Nacht auf Montag, den 27.6., 21 Häftlingen die Flucht aus dem Regionalgefängnis von Altamira gelang.
Bisher konnte nur ein Flüchtling gefasst werden. Die Häftlinge entkamen über einen 20 Meter langen Tunnel, den sie selber gegraben hatten.
Eine gerichtliche Untersuchung wurde bereits eingeleitet und die Gefängnisbediensteten werden einvernommen. Das Gefängnis ist derzeit für 156 Insassen ausgestattet, es waren aber 294 untergebracht.
Bereits am 1. April soll das Graben eines Tunnels entdeckt worden sein.

Die Zustände im Strafvollzugswesen beweisen einmal mehr, wie wenig Altamira auf den bevorstehenden Bau des Kraftwerks Belo Monte und den zu erwartenden Massenansturm vorbereitet ist.

Agencia do Estado, 28.6.2011
Presos cavam túnel de 20 m e fogem de cadeia em Altamira (PA)
Superintendência do Sistema Penitenciário informou a fuga de 21 detentos

Freitag, 24. Juni 2011

Belo Monte: Polizei löst Obdachlosen-Siedlung in Altamira gewaltsam auf

Am Rand des offiziellen Siedlungsprojektes für Belo Monte, im Bairro São Domingos, kam es zu Wochenbeginn zu weiteren illegalen Ansiedlungen. Eigentümer des Areals ist Eletronorte, ein an Belo Monte beteiligtes Unternehmen. Am Dienstag (21.6.) und Mittwoch schritt die Polizei ein und nötigte die Siedler zum Abzug. Nach Auskunft der Betroffenen benutzte die Polizei dabei auch Pfefferspray, Tränengas und Gummigeschoße, um die Obdachlose aus ihren begonnenen Holzhütten und Zeltlagern zu vertreiben.

Am Dienstag wurden 120 Familien weggeschickt, es kam zu 3 Festnahmen. Am Mittwoch mussten ca. 150 Familien die Siedlung verlassen und 40 Personen wurden festgenommen, darunter 3 Minderjährige. Für sie beginnt ein neuer Exodus.



YouTube-Video - Parte 2
Sem-teto ocupam terrenos da Eletronorte e são retirado a Bala da policia (Par.2)

Xingu Vivo, 23.6.2011
Sem-teto ocupam terreno da Eletronorte e sofrem dois despejos em uma semana

Jornal do Brasil, 23.6.2011
Sem-teto ocupam terreno da Eletronorte e são retirados à bala pela polícia

Donnerstag, 14. April 2011

Vernichtender Bericht des brasilianischen Menschenrechtsrates zu Belo Monte

Der brasilianische Nationalrat für Rechte der menschlichen Person (CDDPH) stellte in einer Sitzung am Mittwoch (13.4.) in Brasília „die absolute Abwesenheit des Staates“ in jenem Gebiet fest, in dem die Baustellen für das Wasserkraftwerk Belo Monte errichtet werden sollen. Belo Monte ist mit geplanten Investitionen zwischen 8 und 15 Mrd Euro eines der größten und widersprüchlichsten Infrastrukturprojekte der Regierung. An der Sitzung nahm auch die Ministerin des Staatssekretariats für Menschenrechte (SDH), Maria do Rosário, teil.

Der Vizepräsident von CDDPH, Percílio de Sousa Lima Neto, hatte sich selbst über die Situation vor Ort informiert und kritisierte, dass sich aufgrund der Abwesenheit des Staates die Firmenmitarbeiter des Projektbetreibers Norte Energia als Staatsbedienstete ausgeben und die lokale Bevölkerung unter Druck setzen, ihr Land zugunsten des Kraftwerkprojekts aufzugeben.

"Das ist richtiges Niemandsland. Es gibt alle nur vorstellbaren Probleme bis zur sexuellen Ausbeutung von Kindern, der Staat versagt völlig bei der Grundversorgung. Es herrscht ein eklatanter Interessenskonflikt zwischen dem Projektbetreiber und der betroffenen Bevölkerung", sagte Lima Neto. „Die Leute bitten uns in ihrer Not um Hilfe, und wir müssen sie anhören.“

Diese Kritik stimmt mit dem Antrag der OAS vom 1. April an die brasilianische Regierung überein, dass bei Belo Monte irreguläre Zustände herrschen, die einen momentanen Baustopp nahe legen. Das hatte seitens der Regierung große Empörung ausgelöst.

Sadi Panseira, Ombudsmann für Landfragen im Agrarministerium, berichtete vom Fall eines Familienvaters. Zur Mittagszeit waren Männer der Baufirma bei ihm aufgetaucht, sie wollten sich nicht setzen, legten ohne Erklärungen ein Papier hin und verlangten: "Unterschreib das hier oder du wirst nichts bekommen und vertrieben werden". Laut Angaben von Xingu Vivo hätten bereits viele Landbesitzer aus Angst einfach ein weißes Blatt unterschrieben, das ihnen hingehalten worden war. Sie blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. (Siehe Xingu-Vivo-Video von einer Versammlung mit Betroffenen - auf Portugiesisch)

Ivana Farina Navarrete Pena, CDDPH-Vertreterin der Staatsanwaltschaft, beklagte die Vernachlässigung von Überprüfungen der Vereinbarungen. So müssten z.B. die IBAMA-Techniker nun ihre Berichte nicht mehr nach Altamira, sondern nach Belém schicken, was alles verzögert und komplizierter macht. „Der Staat kommt seiner Kontrollaufgabe nicht nach, weil es die Spielregeln nicht ermöglichen“, sagte Ivana.

Ministerin Maria do Rosário wiederholte die Position der Regierung, dass der von der OAS geforderte Baustopp illusorisch sei. Zugleich betonte sie, dass das nicht bedeutet, die Regierung müsse ihre Aufgaben nicht wahrnehmen und hätte keine Verpflichtungen bei der Durchführung ihrer Projekte. „Wir kennen unseren Handlungsbedarf“, gestand sie zu.

Norte Energia wies jede Kritik schlichtweg zurück und sagte, dass „alles bezüglich Belo Monte noch im Laufen und in Entwicklung“ sei – man hätte nur eine beschränkte Lizens für die Errichtung der Baustelle.


Agência Brasil 13/04/2011
Conselho de direitos humanos aponta ausência absoluta do Estado em Belo Monte
Brasília - O Conselho Nacional de Direitos da Pessoa Humana (CDDPH), órgão consultivo do governo, apontou uma situação de "ausência absoluta do Estado" no canteiro de obras onde será construída a Usina Belo Monte, na região do Rio Xingu. A obra é um dos projetos do Programa de Aceleração do Crescimento (PAC). A avaliação foi apresentada hoje (13), na reunião do conselho, na presença da ministra da Secretaria de Direitos Humanos (SDH), Maria do Rosário.

O Liberal, 13.4.2011
Norte Energia nega situação apontada por conselho de direitos humanos em Belo Monte
O presidente da Norte Energia, empresa responsável pela construção da Usina Hidrelétrica Belo Monte, no Rio Xingu (PA), Carlos Nascimento, contestou hoje (13) as declarações feitas pelo Conselho Nacional de Direitos da Pessoa Humana (CDDPH) sobre a situação no local do empreendimento.

Noticias-R7, 13.4.2011 - mit guter Grafik zu Belo Monte
Conselho de direitos humanos diz que área de Belo Monte é “terra de ninguém”
Estado é acusado de não ser capaz de controlar ou oferecer infraestrutura na região

Rádio Vaticano, 18.4.2011
COMISSÃO DO GOVERNO VISITA XINGU
Dom Erwin Krautler, presidente do Conselho Indigenista Missionário (Cimi) e bispo da prelazia do Xingu (PA), disse que a situação descrita pela comissão não traz nenhuma novidade, já que a desassistência por parte do Governo e também os conflitos, principalmente pela posse da terra, fazem parte do dia a dia da região. “O Governo de fato está ausente, o que agrava ainda mais a situação. Os Planos de Desenvolvimento Sustentável (PDS) não funcionam, porque eles apenas são propostos na região, mas não dão nenhum amparo a essas comunidades. Aonde a Justiça não chega, o conflito está programado”, declarou.

VÍDEO: Belo Monte violando direitos das comunidades no Rio Xingu
Assista os depoimentos colhidos durante reuniões com as comunidades ameaçadas pela implantação das barragens de Belo Monte no rio Xingu entre novembro e dezembro de 2010.

VÍDEO: Tucuruí, a saga de um povo
O vídeo mostra que os mais de 25 anos de funcionamento da barragem de Tucuruí não significaram desenvolvimento para a região. Centenas de atingidos continuam sem indenização e as famílias que moram perto do lago não têm luz elétrica e condições dignas de vida. Enquanto isso, a indústria do alumínio, maior beneficiada com a energia gerada pela barragem, vai lucrando…
Além da denúncia, este vídeo se preocupa em mostrar a luta e a esperança do povo de Tucuruí por seus direitos e por uma sociedade menos desigual.

Montag, 4. April 2011

Vorbeugende Maßnahmen gegen Belo Monte nicht umgesetzt

Laut dem letzten Kontrollbericht sind 70 % der geplanten Maßnahmen zur Verringerung der Auswirkungen von Belo Monte in der Region Altamira noch immer nicht in Angriff genommen worden.
Das Beteiberkonsortium Norte Energia, das sich aus staatlichen und privaten Bauunternehmen zusammensetzt und bei der Versteigerung vor einem Jahr (20.4.2010) als Sieger hervorgegangen war, gibt bekannt, mit 44 der 67 vorgesehenen Projekten noch nicht einmal begonnen zu haben.

Der Webblog FORT-Xingu hat PDF-Links zu den Projektplänen. Dabei wird ersichtlich, dass sich der Großteil der Projekte für Altamira ohnehin nur auf die Renovierung von Schulen oder den Zubau von Klassenräumen sowie die Ausrüstung von Sicherheitskräften mit Fahrzeugen und Taser-Pistolen bezieht. In Vitoria do Xingu und Anapu hingegen mehr in das Gesundheitswesen investiert werden, auch arthesianische Brunnen sollen gegraben werden. FORT-Xingu ist eine Vereinigung von ca. 120 Unternehmern von Altamira. Im März gab es ein Abendessen mit dem Baukonsortium Belo Monte (CCBM) in Altamira.

Auch auf der Homepage von Norte Energia wird über die infrastrukturellen Verbesserungen in den Gemeinden berichtet und "dass die Bautätigkeiten im Hinblick auf die sozio-ökologischen Herausforderungen beschleunigt werden". Was damit konkret gemeint ist, bleibt unklar. Denn konkrete Maßnahmen gegen die Überflutungen oder zur Erschließung neuer Siedlungsprojekte für die Betroffenen kommen darin nicht vor, obwohl sie versprochen worden sind.

Aus der ursprünglich für 21. März angekündigten Berufsweiterbildung für Arbeiter wurde nun eine Bekanntgabe der Inskription mit Frist 8. April. In Kursen von 80 Einheiten, wobei 60 Praxisstunden vorgesehen sind, sollen Lenker von Baggern, Raupen und anderen schweren Maschinen, die bereits einen Führerschein dafür haben, auf den Einsatz in Belo Monte vorbereitet.

Im Zug des Kraftwerkbaus von Belo Monte sollen 100.000 Menschen zusätzlich nach Altamira kommen, was eine Verdoppelung der Bevölkerung bedeuten würde. Eine sprunghafte Zunahme von Gewaltdelikten und Prostitution wird - nach Erfahrungen in anderen Großprojekten - befürchtet.

Angesichts chaotischer Zustände in Porto Velho - wegen der Unruhen und Verwüstungen in den Kraftwerken Jirau und Santo Antonio mussten dort Tausende Arbeiter in Notunterkünften untergebracht werden - betonen nun Politiker und Wirtschaftstreibende, die an Belo Monte interessiert sind, "dass es in Altamira ganz sicher ganz anders kommen wird... und dass man die Umsetzung der versprochenen Infrastrukturprojekte einfordern wird..."

... Schulen, die bereits jetzt schon fehlen... oder modernere Ausrüstung für das Wachpersonal, das in der Regel in den Baustellen zum Einsatz kommt?

In einem Interview für PlattformBeloMonte vom 4.4. widerspricht Bischof Erwin Kräutler diesem Bericht des Betreiberkonsortiums und meint, dass "in Altamira keine einzige Schule wegen Belo Monte bebaut wurde. (...) Auch von den für den Baubeginn vorgeschriebenen 40 Auflagen ist bis heute keine einzige umgesetzt worden."

G1-Globo, 3.4.2011
70% das obras para reduzir impactos de Belo Monte ainda não começaram
Norte Energia, formado por estatais e construtoras, venceu leilão há 1 ano. Das 67 primeiras obras socioambientais previstas, 44 ainda não começaram.

Agência Brasil, 1.4.2011
Construtoras de Belo Monte oferecem curso gratuito de operador de máquinas pesadas
O curso é gratuito e as inscrições se encerram no dia 8 de abril.
Os cursos profissionalizantes têm o objetivo de qualificar operadores de motoniveladoras, tratores de esteiras, tratores de pneus, retroescavadeiras e rolos compactadores. Os alunos terão 80 horas de aulas, sendo 60 práticas.

Dienstag, 15. März 2011

Internationaler Gedenktag für die von Staudämmen Betroffenen in Altamira

Viele Fischer und Fischerinnen aus der Region von Altamira beteiligten sich am "Angeln zur Verteidigung des Xingu-Flusses und gegen Belo Monte", wie sie ihre Aktion nannten.
Höhepunkt waren am 14. März, dem Internationalen Gedenktag der von Staudämmen Betroffenen, eine Flussprozession und eine Kundgebung vor dem Gebäude von Elektronorte. Dabei wurde ein Stopp für das Kraftwerk Belo Monte gefordert.

Die brasilianische "Bewegung der von Staudämmen Betroffenen" (MAB) feierte heuer ihr 20 jähriges Bestehen, mit Veranstaltungen im ganzen Land.

Blickpunkt Lateinamerika, 14.3.2011
Fischer-Aktion gegen Belo Monte

Weitere Fotos auf der Homepage der Prälatur am Xingu
PESCAR E PROTESTAR

MAB, 15.3.2011
Atingidos pela barragem de Belo Monte protestam em Altamira
Dezenas de pescadores de Altamira e região participaram da “Pescaria em Defesa do Xingu e contra Belo Monte”, como foi chamado o ato organizado para protestar contra a construção da usina.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Indios beraten in Altamira weitere Schritte gegen Belo Monte

Bericht vom Indio-Treffen in Altamira vom 4.-7. Juni 2010

Wir indigenen Völker des Xingu-Beckens versammelten uns vom 4.-7. Juni in Altamira-Pará, um den Bau des Kraftwerks Belo Monte und seine Auswirkungen auf die indigenen Völker und traditionelle Gemeinschaften zu erörtern.

Zur Versammlung waren Vertreter der Kayapo von Mato Grosso, Yudjá, Tapaiuna und Kayapo vom Süden von Pará sowie der Volkes Arara Maia, Juruna von der Siedlung Paquisamba und vom km17 gekommen, um Meinungen auszutauschen und über Belo Monte zu diskutieren.

Bei der Ankunft in Altamira fanden wir eine bedauerliche Atmosphäre der Angst vor. Indigene Vertreter der Region waren diesem Treffen gegenüber misstrauisch, weil sie durch falsche Versprechungen von ELETRONORTE zugunsten des Kraftwerks beeinflusst worden waren. Mit dem Ziel, einen Dialog zu erzeugen, und um Angst und Misstrauen zu nehmen, begab sich ein Ausschuss der Chefs in einer Friedensmission zum Haus der Indios, um den Zweck des Treffens und einen Ort dafür gemeinsam zu verhandeln, um die Vorschläge zu diskutieren und um keine Konflikte zu schaffen.

Als Ort für die Diskussion wurde die Sporthalle des Instituts Maria de Mattias ausgewählt. Die indigenen Völker von Altamira kamen bewaffnet und tanzten provokativ, aber die Führer, die unbewaffnet waren, blieben vorne stehen und baten, dass sich alle entwaffnen, weil sie ja auf einer Friedensmission waren und die Absicht des Dialog und eines friedlichen Abkommens bestand.

Während der Debatte gestanden einige Blutsbrüder, deswegen für Belo Monte zu sein, weil ihnen die Regierung gedroht hatte, die Unterstützung der FUNAI und die Gesundheitsposten zu entziehen, oder anders gesagt, die Bundesregierung würde sie völlig fallen lassen, wenn sie sich gegen das Kraftwerk positionierten.

Die Führer von Süd-Pará, Mato Grosso und einige Vertreter von Altamira brachten Beispiele für negative Folgen wie das Austrocknen der Flüsse, Überflutungen des Xingu- Beckens und den Rückgang der Fische als Grundlage für die Versorgung der Gemeinschaften, wodurch der Xingu-Fluss durch den Bau von Belo Monte zu leiden hätte.

Als wir wegen des Fehlens eines Kompromisses die Möglichkeit einer Konfrontation erkannten, beschlossen unsere Anführer, die Sitzung zu beschließen und das Lokal zu verlassen.

Am 5. Juni, dem zweiten Tag des Treffens, beschlossen wir, drei weitere Anführer der Xikrin vom Süden Parás einzuladen, um einen neuen Versuch für den Dialog zu probieren, aber wieder waren wir nicht erfolgreich.

Nach einem Tag des ausführlichen Dialogs entschlossen wir uns zu einem Treffen, um die nächsten Schritte zu beschließen. Dabei bat der Kaiapó-Chef Megaron Txucarramãe die anwesenden Txukahamãe Puiu, Kube-i Kayapó, André Villas Boas (ISA), Adriano (Florestas Protegidas), Sonia Guajajara (COIAB), Claudemir Monteiro (CIMI), Andrea Leme (CI), Sheyla Juruna, Bepdjore, Karangre, Bemoro Metuktire, Pou Kayapó, Motudjo Metucktire – indigene Führer -, zu einem runden Tisch, um gemeinsam eine neue Strategie für Maßnahmen zum Belo Monte Staudamms zu diskutieren und die Vorgangsweise zu entscheiden.

Megaron Txucarramãe sagte, er sei traurig und wütend zugleich, aber nicht wegen der Blutsbrüder, sondern wegen der Regierung, die sie manipuliert und dazu benutzt, die Indigenen gegeneinander zu stellen und unseren Kampf gegen Belo Monte zu demobilisieren. Megaron forderte ferner die Unterstützung von Partnerorganisationen beim Kampf gegen Belo Monte und die gemeinsame Umsetzung von Entscheidungen, die beim Treffen festgelegt würden.

André Villas Boas vom Instituto Sócio Ambiental wiederholte die ganze Geschichte des Kampfes gegen Belo Monte seit 1989. Er hob die Verdienste einiger großer Kayapos hervor wie Kben-i, Paiakan, Tuire und andere. André wies darauf hin, dass früher das Kapital für das Projekt von ausländischen Organisationen wie der Internationalen Entwicklungsbank (IDB) kam. Jetzt bringe die brasilianische Regierung das Geld auf, genauer gesagt die Nationale Entwicklungsbank (BNDS), was den Kampf erschwert.

André gab zu bedenken, dass alle gerichtlichen Klagen gegen den Bau des Kraftwerks von der Justiz aufgehoben wurden und dass es jetzt nur auf die Indios und die Flussbewohner ankommt, mit der Regierung zu verhandeln.

Sheyla argumentierte, dass das Gespräch mit der Regierung nichts bringen wird und schlug die Errichtung einer großen Ansiedlung am Gelände der Staumauer vor, was früher schon einmal diskutiert worden war.

Begonti Kayapó stimmte zu, dass der runde Tisch mit Vertretern von Organisationen bedeutend ist, um Hilfe zu leisten und den besten Weg für den Kampf gegen Belo Monte zu wählen.

Sonia Guajajara, Vice-Koordinatorin von COIAB, sagte dass COIAB nie aufgehört hat zu kämpfen und dass sie immer wieder mit nationalen und internationalen Dokumenten auf die Verletzung der Rechte der indigenen Bevölkerung und auf die tatsächlichen Auswirkungen von Belo Monte hingewiesen hat, auch auf internationaler Ebene. Sie schlug die Beteiligung aller am Camp Terra Livre vor, das für August in Brasília geplant ist, und sie versprach, mit den anderen Mitgliedern des APIB eine breitere Debatte zum Thema Belo Monte zu führen, zu demonstrieren und zu denunzieren und auch einen neuen Dialog mit der Regierung bezüglich der Belo Monte zu suchen.

Weiters schlug COIAB eine Kundgebung in Belém mit anderen sozialen Bewegungen vor. Sie soll bei der Ernennung des neuen Richters für die Angelegenheiten bezüglich Belo Monte stattfinden und die Absetzung des bisher mit dem Fall Belo Monte beschäftigten Richter berücksichtigen.

Weitere Vertreter gaben Stellungnahmen und Kommentare über den Prozess ab. Baykanhyry hielt es für bedeutend, beim neuen Bundesrichter in Belém Hilfe zu suchen, da er nun für die Umweltproblematik von Altamira verantwortlich sein wird.

Für Megaron war es wichtig, auch die Mitarbeiter der Bewegung Xingu Vivo para Sempre und die Flussbewohner einzuladen und an diesem Kampf zu beteiligen.

Puiu schlug vor, die Indios sollten in großer Zahl nach Brasília gehen, um mit der brasilianischen Regierung zu sprechen, und sagte: "Wir sind die Mehrheit und die Mehrheit wird gewinnen und wir können überall hingehen."

Megaron beendete die Sitzung mit der Frage, wie es konkret weitergehen solle. Die große Mehrheit sprach sich für den Vorschlag von COIAB aus, am Camp Terra Livre in Brasília teilzunehmen. Sollte das keinen Erfolg bringen, würden alle zurückkehren und an der Großen Kurve des Xingu mit der Errichtung einer großen Siedlung beginnen.

COIAB erklärte sich für die Leitung des Camps bereit und bildete mit CIMI, ISA, Conservação Internacional, Movimento Xingu Vivo, Floresta Protegida und indigenen Vertretern der Völker von Pará und Mato Grosso eine Kommission.

Die Kommission wird sich um eine breite und gemeinsame Beteiligung der indigenen Völker am Camp bemühen, um den Kampf und die Bewegung zu stärken, indem sich Vertreter und Ethnien aus ganz Brasilien zur Verteidigung der gemeinsamen Rechte vereinen. Denn die großen Projekte der Bundesregierung fügen den indigenen Völkern Brasiliens viel Schaden zu.

Die Mobilisierung muss weitergehen, um die indigene Bewegung zu stärken und die durch das Gesetz garantierten Rechte zu respektieren.

Es unterschreiben die indigenen Vertreter vom Süden Parás und von Mato Grosso.

Quelle:
Coiab, 9.6.2010
Relatório da Reunião dos Povos Indígenas da Bacia do Xingu em Altamira


Estadão, 17.6.2010
Usina divide índios de mato Grosso e do Pará
Maioria da população indígena da região, concentrada em quatro etnias, é contra o empreendimento; outras sete etnias estão a favor da construção

Dienstag, 6. April 2010

Sonderbriefmarke "Xingu Vivo para Sempre"



Die brasilianische Post brachte am 6.4.2010 in Altamira eine Sondermarke mit dem Motiv der 'Großen Kurve des Rio Xingu' heraus. Sie würde durch die Staumauer für das Kraftwerk Belo Monte vom Fluss abgeschnitten werden und könnte nach Studien des brasilianischen Umweltinstituts austrocknen.

Umweltbewegungen und Dom Erwin Kräutler nahmen an den Feierlichkeiten teil.

Dienstag, 9. Februar 2010

Indios protestieren gegen FUNAI-Umstrukturierung

Seit 2003 hoffen die indigenen Völker auf einen offenen Dialog mit der Regierung, um über die indigene Politik sowie über Funktionen der Nationalen Stiftung des Indio (FUNAI) zu verhandeln. Viele Fehler waren in der Vergangenheit passiert. Leider wurde mit der Unterzeichnung des Dekret 7.056 am 28. Dezember 2009 über die „Genehmigung der Satzungen des Vorstands“ dem Wunsch der Indios nicht entsprochen. Die Umstrukturierung sieht u.a. anstelle des FUNAI-Präsidenten ein Präsidium vor, was den Eindruck vermittelt, dass in der Indigenenpolitik niemand die Letztverantwortung übernehmen will.

Die indigenen Völker wurden über keine der Veränderungen zuvor informiert und darum fordern sie die Aufhebung des Dekrets sowie den sofortigen Rücktritt des FUNAI-Präsidenten Márcio Meira und seines Teams. Nach Auffassung der Indios verletze die Herausgabe des Dekrets die Konvention 169 der ILO, die eine vorherige Beratung mit den direkt und indirekt betroffenen indigenen Völkern voraussetzt.
 
Am 12. Januar besetzten 500 Indios den Sitz der FUNAI in Brasília und demonstrierten auf der Esplanade der Ministerien.



Indios treffen in Altamira ein
© http://jornalcidadelivre.blogspot.com/

Nun trafen auch Vertreter mehrere Völker in Altamira ein, um gegen die Umstrukturierung zu demonstrieren. Für sie ist eine Reform der FUNAI notwendig, aber mit Beachtung ihrer Vorschläge. „Dieses Dekret benachteiligt uns noch mehr. Sie müssen unsere Anliegen hören. Wir wollen, dass der FUNAI-Stützpunkt in Altamira von uns selbst verwaltet wird. Der Weiße Mann hat ausgedient.“


Offener Brief der indigenen Völker von Altamira gegen die Schließung des FUNAI-Stützpunktes in Altamira vom 5.2.2010 - ADITAL

Montag, 25. Januar 2010

Dom Erwin beim Fest des Hl. Sebastian

Am 20. Jänner feierte Altamira seinen Stadtpatron, den Hl. Märtyrer Sebastian. Am Vormittag fand eine Prozession durch Altamira statt, an der unzählige Gläubige teilnahmen und ihre Anliegen dem Hl. Sebastian anvertrauten.


In der Predigt ging Bischof Kräutler auf das Beispiel des Hl. Sebastian ein, der den Märtyrertod auf sich nahm anstatt seinen Glauben zu verleugnen.


Die Prozession machte vor dem Öffentlichen Krankenhaus Halt, wo Dom Erwin Kinder und Alte segnete.