Donnerstag, 29. Dezember 2022

Kardinal Rodriguez Maradiaga wird 80

Franziskus-Verbündeter und Unvollendeter: Rodriguez Maradiaga wird 80

Mit seinem Geburtstag verliert der Kardinal sein Wahlrecht im Konklave
Franziskus-Verbündeter und Unvollendeter: Rodriguez Maradiaga wird 80
Rom, Lateinamerika, Katholikentage und Aktionseröffnungen – allgegenwärtig, aber irgendwie unvollendet war er; über viele Jahre Hoffnungsträger für eine erneuerte Weltkirche. Doch nicht er wurde Papst, sondern ein anderer.



Kard. Maradiaga spielt auf dem Saxophon "Strangers in the Night" ab 45:35,
ab 1:07:28 singt er "Cristo nació en Belén"
ab 1:09:55 spielt er eine Bossa Nova Potpourri auf dem Piano

Montag, 12. Dezember 2022

Neuer Dompfarrer in Altamira

Gerfeson Mendes wird bei der Hl. Messe am 11. Dezember 2022 als neuer Dompfarrer von Altamira vorgestellt. 



Samstag, 12. November 2022

Abholzung des Amazonaswaldes unter Bolsonaro stark gestiegen

 

ORF, 12.11.2022
Abholzung des Amazonaswaldes erreichte Extremwert

Im brasilianischen Amazonasgebiet sind allein im Oktober rund 904 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden. Das teilte das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) unter Berufung auf vorläufige Zahlen gestern (Ortszeit) mit. Es ist dem brasilianischen Nachrichtenportal G1 zufolge der höchste Wert für den Monat Oktober seit dem Jahr 2015. Das INPE wertet Satellitenbilder aus.

Das brasilianische Amazonasgebiet, das als wichtiger CO2-Speicher gilt, erstreckt sich über neun brasilianische Bundesstaaten und entspricht flächenmäßig der Größe Westeuropas. „Der Schutz des Amazonasgebiets ist entscheidend im Kampf gegen die Klimakrise“, sagte Andre Freitas von Greenpeace Brasilien. „Ohne intakten Regenwald ist das Weltklima bedroht.“

Unter Bolsonaro stark gestiegen
Abholzung und Brände sind nach einem früheren Rückgang in der Amtszeit des gerade abgewählten rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro wieder sehr stark angestiegen. Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hoffen, dass die Rate unter der künftigen Regierung von Luiz Inacio Lula da Silva sinken wird.

Lula galt in seiner früheren Amtszeit von Anfang 2003 bis Ende 2010 zwar nicht als Grüner, hat jetzt allerdings versprochen, den Umwelt- und Klimaschutz künftig zu stärken.

Maßnahmen gefordert
„Die neue Regierung steht vor einer großen Herausforderung. Aber wenn Brasilien wieder eine Führungsrolle in der globalen Klimadebatte übernehmen will, muss es dringend Maßnahmen ergreifen“, sagte Freitas.

Lula von der linken Arbeiterpartei kündigte für kommende Woche seine Teilnahme am Weltklimagipfel in Ägypten an. Auch eine Delegation brasilianischer Indigener nimmt bereits an dem Gipfel teil. „Wir wollen auf unsere Situation aufmerksam machen und das Gespräch suchen, um Hoffnung auf das Morgen zu haben“, sagte der junge indigene Aktivist Janio Kaiowa.


ZDF, 09.07.2022
Amazonas-Regenwald: Abholzung auf Höchststand
Das Versprechen Bolsonaros, großflächige Regenwald-Abholzungen in Brasilien zu unterbinden, ist nicht alt. Trotzdem erreicht die Rodung im Amazonas-Gebiet einen traurigen Rekord.


G1 - O Globo, 11/11/2022
Alertas de desmatamento na Amazônia têm pior outubro da série histórica, aponta Inpe
Área de alertas detectada pelo Deter no mês foi de 904 km². Série começou em 2015. Setembro também bateu recorde.

Jornal de Rondônia, 11/11/2022
Desmatamento em outubro é o pior já registrado, segundo INPE
Rondônia é o 4º estado no ranking, com 69 km² desmatados

Dienstag, 1. November 2022

Lateinamerikanischer Bischofsrat CELAM veröffentlicht Dokument zur Synode

 
Katholisch.de, 31.10.2022
Umgang mit sexuellen Minderheiten und Diversität unter den Themen
Bischöfe aus Lateinamerika veröffentlichen Papier mit Reform-Ideen
Von regionalen Besonderheiten bis hin zum Umgang mit sexuellen Minderheiten: Der Lateinamerikanische Bischofsrat hat ein umfangreiches Papier mit zahlreichen Reformvorschlägen vorgelegt. Dies könnte nun in den weltweiten synodalen Prozess einfließen.

Die Bischöfe aus Lateinamerika haben am Montag in Rom ein umfangreiches Papier vorgestellt, dessen Reform-Ideen in den weltweiten synodalen Prozess einfließen könnten. Der vom Lateinamerikanischen Bischofsrat (CELAM) herausgegebene Text ist rund 150 Seiten lang und wurde in sechs Sprachen publiziert, darunter auch in Deutsch. Unter dem Titel "Auf dem Weg zu einer synodalen Kirche, die an die Peripherien reicht" enthält er die Ergebnisse der ersten gesamtlateinamerikanischen Kirchenversammlung, die im November 2021 in Mexiko-Stadt tagte. An ihr nahmen Bischöfe, Priester und Nichtgeweihte aus allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik teil. Der Text wurde im Juli 2022 vom CELAM approbiert.


VaticanNews, 31.10.2022
Lateinamerikanischer Bischofsrat CELAM beim Papst
Dokument zur Synode veröffentlicht
Papst Franziskus hat diesen Montag Vertreter des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) in Privat-Audienz empfangen. CELAM veröffentlichte diesen Montag auch ein umfassendes Dokument zum aktuellen Synodalen Prozess in der katholischen Kirche, den Papst Franziskus für die Weltkirche eingeleitet hat.

Der steinige Weg von der Bischofssynode zur Kirchenversammlung

Die Erste Kirchliche Versammlung des Volkes Gottes, die im November 2021 in einer hybriden Form – physisch in Mexiko und virtuell in ganz Lateinamerika – in Kontinuität der Fünften Bischofsversammlung von Aparecida 2007 stattfand, war ein Versuchsballon.Von Paulo Süss.

Mit der Einberufung dieser Versammlung durch Papst Franziskus wurden zwei Ziele verfolgt, Vorschläge von Aparecida aufzugreifen, die in den 14 Jahren seit dem damaligen Ereignis nicht die gebührende Beachtung gefunden hatten, und den Kreis von Mitwirkenden in Vorbereitung, Durchführung und Weiterentwicklung von Entscheidungen zu erweitern. In Evangelii gaudium (EG 113) von 2013 verweist Papst Franziskus auf diese breitere Basis: „Jesus sagt den Aposteln nicht, eine exklusive Gruppe, eine Elitetruppe zu bilden. Jesus sagt: »Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern« (Mt 28,19)“. Durch Predigt und Taufe haben die Apostel die Kirche aufgebaut und alle Völker zu Jüngern gemacht. In dieser Kirche ist „jeder Amtsträger ein Getaufter unter Getauften“ (Episcopalis Communio 10), jeder Bischof ist „gleichzeitig Lehrer und Lernender, […] ein Lernender, wenn er in dem Wissen, dass der Geist jedem Getauften geschenkt ist, auf die Stimme Christi hört, die durch das ganze Volk Gottes spricht und es ‚in credendo‘ unfehlbar macht.“ (Episcopalis Communio 5). Der Geist, der das Volk Gottes leitet, verwandelt die Getauften von Zuhörer:innen der Hierarchie und Vollstrecker:innen von Entscheidungen, an denen sie nicht beteiligt waren, zu Protagonist:innen der Evangelisierung. Die Verwirklichung dieses „neuen Protagonismus“ inspirierte dazu, die erwartete VI. Bischofsversammlung in eine „Erste Kirchliche Versammlung“ umzuwandeln, ein wahrhaft prophetischer Vorschlag in Kontinuität des Zweiten Vatikanischen Konzils und des ihm folgenden lateinamerikanischen und karibischen Lehramts.
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Freitag, 21. Oktober 2022

Franziskus genehmigt die Statuten der Amazonas-Kirchenkonferenz

Papst spricht mit Indigenen bei der Amazonas-Synode

Kardinal sieht Modellcharakter: Bischofskonferenzen würden umgewandelt
Nach Synode: Statuten der Amazonas-Kirchenkonferenz approbiert
Papst Franziskus hat die Statuten der Amazonas-Kirchenkonferenz (CEAMA) genehmigt. Dabei handele es sich um eine ekklesiologische Neuheit. Kardinal Barreto sieht darin sogar ein Modell, das in der Zukunft Bischofskonferenzen ablösen könnte.



VaticanNews, 21/10/2022
Aprovação pontifícia dos Estatutos da CEAMA
Estatuto: "um instrumento necessário para continuar avançando", diz Mauricio López.

Brasilien: Stichwahlen für Präsident und Gouverneure am 30.10.

 


Blickpunkt Lateinamerika, 20.10.2022
Brasilien: Lula und Bolsonaro im "Heiligen Krieg"
Noch nie wurde das Thema Religion derart in einem brasilianischen Wahlkampf missbraucht wie derzeit. Vor der Stichwahl am 30. Oktober buhlen die Kandidaten Lula und Bolsonaro um die Stimmen von Evangelikalen und Katholiken.

De padre pró-armas a cardeal ambientalista: como eleição divide a Igreja Católica

VaticanNews, 24.10.2022
Brasilien: Kardinal kritisiert Religion als Mittel im Wahlkampf
Der Erzbischof von Sao Paulo hat vor einer Instrumentalisierung der Religion im laufenden brasilianischen Wahlkampf gewarnt. Im Interview der Zeitung „O Globo“ vom Sonntag prangerte Kardinal Odilo Scherer eine Beeinflussung von Wählern im kirchlichen Umfeld an.

G1-Globo, 16/10/2022
Dom Odilo Scherer posta reflexão sobre brigas políticas, sofre ataques e alerta para 'ascensão do fascismo'
Arcebispo de São Paulo afirmou, neste domingo (16), que ‘fé em Deus permanece depois das eleições’. Ele chegou a ser chamado de 'comunista' por se vestir de vermelho, cor usada por cardeais da Igreja Católica.



Im ersten Durchgang am 9.10. wurden 15 Gouverneure gewählt. In 12 Bundesstaaten sowie für das Amt des Präsidenten gibt es am 30.10.2022 eine Stichwahl.

15 governadores são eleitos no 1º turno, e 12 estados terão 2º turno; veja quais
Ao todo, 12 governadores conseguiram se reeleger ainda no primeiro turno, neste domingo (2). Eleitores voltam às urnas no dia 30 de outubro.


G1-Globo, 22/10/2022
Ipec, corrida presidencial no 2º turno: Lula e Bolsonaro lideram em 5 estados cada um
Instituto concluiu nesta sexta (21) divulgação de pesquisas em todos os 12 em que haverá segundo turno. Ex-presidente está à frente em AL, BA, PB, PE e SE; Bolsonaro vai melhor em ES, MS, RO, RS e SC. Há empate técnico em AM e SP.

G1-Globo, 12/10/2022
‘Não é dia de pedir voto’, diz padre ao encerrar missa após visita de Bolsonaro ao Santuário Nacional de Aparecida
Nesta quarta-feira (12), dia da Padroeira, o presidente Jair Bolsonaro esteve no Santuário Nacional, acompanhou uma missa e conversou com peregrinos. CNBB já havia emitido nota lamentando o que chamou de "exploração da fé para angariar votos no segundo turno" das eleições deste ano.

Lula acerta ao não ir a Aparecida, enquanto Bolsonaro se expõe a críticas, avalia equipe petista

G1-Globo, 18/10/2022
Bolsonaristas interrompem missas e ofendem padres; religiosos veem falta de respeito
Casos ocorreram em Aparecida (SP), em Jacareí (SP) e na Região Metropolitana de Curitiba (PR).


G1.Globo, 15/10/2022
'Pintou um clima':
fala de Bolsonaro sobre meninas venezuelanas repercute e gera críticas nas redes
Declaração foi dada durante entrevista a podcast nesta sexta-feira (14). Presidente falava sobre a vinda de venezuelanos ao Brasil quando relatou visita a jovens durante passeio de moto.

G1.Globo, 21/10/2022
Ao lado de Lula, Tebet comenta fala sobre meninas venezuelanas e chama Bolsonaro de pedófilo
Senadora disse que frase 'pintou um clima' é 'crime' e acrescentou: 'É pedofilia'. Terceiro lugar no 1º turno das eleições presidenciais, Tebet participou de passeata com candidato petista em Minas Gerais.

Samstag, 1. Oktober 2022

Schicksalswahl in Brasilien am 2. Oktober


Weltspiegel Podcast, 1.10.2022
Wahl in Brasilien: Duell um die Zukunft des Landes
„Schicksalswahl“, nichts weniger als die Demokratie stehe auf dem Spiel. Ein “Duell um die Zukunft“ – kein Ausdruck scheint zu groß für die Präsidentschaftswahlen, die am Sonntag in Brasilien stattfinden. 11 Kandidaten treten dabei an. Aber nur zwei haben realistische Chancen: Der aktuelle, rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro will es nochmal schaffen. Und ein ehemaliger Präsident fordert ihn heraus: Der linke Politiker Luiz Inácio “Lula” da Silva. Links gegen Rechts, also. Die Stimmung ist aufgeheizt. Immer wieder kam es im Wahlkampf auch zu Gewalt und immer mehr Menschen in Brasilien bewaffnen sich. Mit Anne Herrberg und Matthias Ebert, den Korrespondent:innen im ARD Studio Rio de Janeiro, schauen wir zurück auf Bolsonaros Amtszeit und fragen: Wohin steuert Brasilien nun?

Domradio.de, 02.10.2022
Wie Religion die Wahlen in Brasilien mitentscheidet
Katholiken für Lula, Evangelikale für Bolsonaro?
Der linke Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva führt die Umfragen zu den Wahlen am 2. Oktober deutlich an. Nur unter den evangelikalen Wählern liegt der rechtspopulistische Präsident Jair Messias Bolsonaro vorn. Wie kommt das?

Religion.orf.at, 30.9.2022
Brasilien: Vormarsch der Evangelikalen
In Brasilien wird am Sonntag gewählt, und religiösen Gruppen – vor allem evangelikalen – kommt eine besondere Bedeutung zu. Wenn es zu einer Stichwahl kommen sollte, dann durch ihre Stimmen. Denn der amtierende ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro weiß diese Gruppe geschickt zu instrumentalisieren.

Der Standard, 30.9.2022
"Vaterlandsverräter": Beschimpfungen bei Brasiliens TV-Debatte vor Präsidentschaftswahl
Amtsinhaber Bolsonaro und Herausforderer Lula bezichtigen einander der Lüge. Gewählt wird im südamerikanischen Land am 2. Oktober

WDR5, 30.9.2022
Brasiliens Schicksalswahl – Stresstest für die Demokratie
Am Sonntag den 2. Oktober müssen die Brasilianer:innen entscheiden, ob sie den rechtsextremen Jair Bolsonaro erneut zum Präsidenetn wählen oder dem linksgerichteten Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva ihre Stimme geben.

Brasiliens Schicksalswahl
Stresstest für die Demokratie
Am 2. Oktober sind Präsidentschaftswahlen in Brasilien: Aussichtsreichste Kandidaten sind Amtsinhaber Bolsonaro und Ex-Staatschef Lula da Silva. Der führt in den Umfragen. Viele fürchten eine gewalttätige Reaktion Bolsonaros im Fall einer Niederlage.

WWF, 29.9.2022
Wahlen in Brasilien: Entscheidung für den Amazonas?
Am 2. Oktober ist Präsidentschaftswahl in Brasilien. Der amtierende Präsident Jair Bolsonaro hatte die letzte Wahl unter anderem mit seinem Leitspruch gewonnen, „keinen Quadratzentimeter indigenes Land mehr auszuweisen“. Während seiner Amtszeit verlor das brasilianische Amazonasgebiet eine Waldfläche, die größer ist als Belgien und verzeichnete die höchste Entwaldungsrate der letzten 15 Jahre.

Duell des Jahres
Bei den Wahlen in Brasilien kämpfen Präsident Bolsonaro und Herausforderer Lula um die Macht im Land. Die Gewalt im Wahlkampf bietet Anlass zur Sorge.

Dienstag, 20. September 2022

Adveniat-Experte zur Wahl in Brasilien

 

„Präsidentschaftswahl entscheidet über die demokratische Zukunft des Landes“
„Die Präsidentschaftswahl in Brasilien entscheidet über die demokratische Zukunft des Landes, die soziale Zukunft des Subkontinentes und die ökologische Zukunft des Planeten.“ Davon ist der Brasilien-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Norbert Bolte, überzeugt. „Die systematischen verbalen Attacken gegen Frauen, Indigene, Afro-Brasilianer und Andersdenkende, die tätlichen Angriffe auf Bürgerinnen und Bürger und die regelmäßige Drohung mit einem Militärputsch haben das politische Klima nachhaltig vergiftet und zu einer demokratiegefährdenden Spaltung der Gesellschaft geführt.“ Zwischen 2019 und 2022 habe zudem die Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes Jahr für Jahr traurige Rekordwerte erreicht. Das gelte ebenfalls für die Zahl der Hungernden.


Brasilien: „Wahl entscheidet über demokratische Zukunft“
Die Präsidentschaftswahl in Brasilien entscheidet über die demokratische Zukunft des Landes und die ökologische Zukunft des Planeten. Das hält das katholische deutsche Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat fest. Bei der Wahl am 2. Oktober haben der amtierende Präsident Bolsonaro und der frühere Präsident Lula da Silva die besten Chancen.

Sonntag, 21. August 2022

Erzbischof von Manaus wird Kardinal

 Erzbischof Steiner sieht Gewalt im Amazonasgebiet wachsen

Designierter Kardinal über "viri probati": Es wird einen Weg geben

Designierter Kardinal über "viri probati": Es wird einen Weg geben

Beim Konsistorium am kommenden Wochenende in Rom wird Leonardo Ulrich Steiner in das Kardinalskollegium aufgenommen. Seine Ernennung wertet der Erzbischof von Manaus als Signal für die Amazonasregion. Und auch zu "viri probati" äußert er sich.

Katholisch.de >>

Samstag, 20. August 2022

Die Päpste und der Kolonialismus

Wie Päpste und Kolonialisten gemeinsame Sache machten
 

Die Kirche spielte bei der Unterdrückung Indigener eine Doppelrolle
Wie Päpste und Kolonialisten gemeinsame Sache machten
Es gab einige Kritik an der Entschuldigung von Papst Franziskus bei den kanadischen Indigenen. Er ist nicht der erste Papst, dessen Umgang mit Kolonialismus problematisch bewertet wird. Die Kirche hat immer wieder gemeinsame Sache mit Kolonialisten gemacht und kritische Stimmen oft überhört.


Kirchenhistoriker: Missionare im 16. Jahrhundert waren friedliebend
Der Besuch des Papstes in Kanada hat nicht nur die Fehler der jüngeren Kirchengeschichte in den Mittelpunkt gerückt. Auch die Frage des Kolonialismus ab dem 16. Jahrhundert wurde wieder thematisiert. Es sei eine historische Entwicklung, die noch tiefgründiger aufgearbeitet werden sollte, und dazu sei die Arbeit der Kirchenhistoriker wichtig, so der in der Schweiz dozierende Kirchenhistoriker Mariano Delgado gegenüber Radio Vatikan.
VaticanNews, 1.8.2022 >>


Historiker erläutert Kolonialverantwortung der Päpste
"Die Kirche wird sich ihrer Geschichte weiter stellen müssen"

Im Rahmen seiner Kanadareise forderten Indigene Papst Franziskus auf, päpstliche Dokumente zur Kolonisierung zurücknehmen. Der Kirchenhistoriker Mariano Delgado erklärt die Rolle der Kirche in der "doctrine of discovery".
Domradio.de, 31.7.2022 >>


Katholische Kirche und Kolonialismus – einige Aufgaben
Mariano Delgado
Der Beitrag setzt sich mit dem Perspektivenwechsel im Schatten des Kolumbusjahres 1992 auseinander und thematisiert einige Aufgaben, die diese Felder betreffen: die nicht aufgearbeitete päpstlich-kuriale Mitverantwortung für den Kolonialismus, die kolonialethische Debatte zwischen Kolonialismusbegründung und Kolonialismuskritik, die Begegnung mit den anderen Religionen und die postkolonialen Theologien. Dabei plädiert er für eine kritische Relektüre der Mitverantwortung von Theologie und Kirche am Kolonialismus, aber auch für eine selbstbewusste Wahrnehmung der universalistischen, kolonialismuskritischen europäischen Tradition angesichts der Globalisierungskrisen der Gegenwart, für eine Theologie der Religionen auf dem Boden eines aufgeklärten Inklusivismus, und für eine kritische theologische Rezeption der postkolonialen Theorie.
Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften, Uni Münster, 28.8.2020 >>


Buchtipp:
Das Spanische Jahrhundert
1492-1659
Mariano Delgado

Montag, 4. Juli 2022

Kardinal Hummes mit 87 Jahren gestorben

Kardinal Hummes mit 87 Jahren gestorben
 

Katholisch.de, 4.7.2022
Früherer Leiter der Römischen Kleruskongregation verstorben
Nach seiner Zeit als Erzbischof von Sao Paulo leitete der brasilianische Kardinal Claudio Hummes mehrere Jahre die Römische Kleruskongregation: Jetzt ist der Nachfahre deutscher Einwanderer im Alter von 87 Jahren gestorben.


Domradio, 04.07.2022
Brasilianischer Kardinal Hummes mit 87 Jahren gestorben
Von Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt
Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes ist tot. Der frühere Leiter der Römischen Kleruskongregation starb im Alter von 87 Jahren, wie seine frühere Erzdiözese Sao Paulo an diesem Montag twitterte.


VaticanNews, 5.7.2022
Papst trauert um verstorbenen Kardinal und Freund
Mit großem Schmerz habe er die Nachricht vom Tod des brasilianischen Kardinals Cláudio Hummes aufgenommen, schreibt Papst Franziskus in einem Beileidstelegramm, das der Vatikan diesen Dienstag veröffentlichte. In dem Schreiben an den Erzbischof von São Paulo, Kardinal Odilo Pedro Scherer, würdigt Franziskus Kardinal Hummes und nennt ihn einen „lieben Bruder".
 

VaticanNews, 4.7.2022
Falece aos 87 anos o cardeal Cláudio Hummes
O cardeal franciscano faleceu nesta segunda-feira. Seu longo ministério foi dedicado, em particular, ao acompanhamento dos povos indígenas, do qual trouxe a voz ao Sínodo para a Região Pan-Amazônica em 2019.


O Globo, 04/07/2022
Corpo do Cardeal Cláudio Hummes será velado na Catedral da Sé e sepultado na Cripta
Ele tratava um câncer e morreu aos 87 anos, em São Paulo, na manhã desta segunda (4).


Folha de S.Paulo, 04/07/2022
Morre dom Cláudio Hummes, arcebispo emérito de São Paulo, aos 87 anos
Cardeal marcou o diálogo entre as várias igrejas cristãs e ocupou cargos importantes na estrutura de sua ordem e na CNBB

Sonntag, 3. Juli 2022

Bischöfe Amazoniens beenden Ad-limina-Besuch in Assisi

Quelle: Facebook von Diocese de Xingu-Altamira, 3. Juli 2022 um 20:21

Die Bischöfe der Regionen Nord 2 und 3 der Brasilianischen Bischofskonferenz CNBB beenden ihren Ad-limina-Besuch in Rom mit einer Kundgebung, in der sie Gott danken und ihren Einsatz für die Kirche Amazoniens erneuern.

"Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Gelehrten verborgen und den Unmündigen offenbart hast" (Mt 11,25).

Wir, die Hirten Amazoniens der Region Nord 2 (Bundesstaaten Pará und Amapá) und Nord 3 (Bundesstaaten Tocantins und ein Teil von Mato Grosso), sind zum Abschluss des Ad-limina-Besuchs nach Assisi gekommen, um zu beten und Gott für die Stärkung unserer Gemeinschaft mit dem Fels, Papst Franziskus, zu danken, der uns ermutigt hat, unsere Mission angesichts der großen Herausforderungen in Amazonien fortzusetzen. Wir sind auch dankbar für die Treffen mit den Organen der Römischen Kurie, die zur Einheit mit der Weltkirche beitragen.

In Anlehnung an die Mystik des Poverello von Assisi bekräftigen wir unsere Verpflichtung, die neuen Wege einzuschlagen, die beim Jubiläumstreffen in Santarem im vergangenen Juni vorgeschlagen wurden: die Stärkung der kirchlichen Basisgemeinden, die Ausbildung missionarischer Jünger in Amazonien, die Verteidigung des Lebens der Völker Amazoniens, die Sorge um unser gemeinsames Haus und die Evangelisierung der jungen Menschen. Diese Verpflichtungen sind ein Ausdruck dafür, dass wir uns vom Geist des gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus leiten lassen, dessen Zeichen überall in unserer Region zu sehen sind. Wir folgen dem Christus, der auf Amazonien hinweist.

In diesem Moment, angesichts eines Szenarios der Verwüstung und des großen Leids für unsere Völker und für die "Schöpfung, die seufzt wie in Geburtswehen" (vgl. Röm 8,22), bekräftigen wir die dringende Notwendigkeit, ein Jubiläum - eine Friedenszeit - auszurufen, als eine neue Zeit der Gerechtigkeit und des Friedens. Sie soll Befreiung des Landes und der Gewässer, das Recht und die Bürgerschaft der Region und die Tilgung der sozialen Schulden bedeuten und so Würde und Respekt für das Leben in jeder Hinsicht bringen (vgl. Santarém 2022, Nr. 15).

Assis, 2. Juli 2022


𝗕𝗶𝘀𝗽𝗼𝘀 𝗱𝗼 𝗥𝗲𝗴𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹 𝗡𝗼𝗿𝘁𝗲 𝟮 𝗲 𝟯 𝗱𝗮 𝗖𝗡𝗕𝗕 𝗲𝗻𝗰𝗲𝗿𝗿𝗮𝗺 𝗩𝗶𝘀𝗶𝘁𝗮 𝗔𝗱 𝗟𝗶𝗺𝗶𝗻𝗮 𝗲 𝗮𝘀𝘀𝗶𝗻𝗮𝗺 𝗖𝗮𝗿𝘁𝗮 𝗺𝗮𝗻𝗶𝗳𝗲𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱𝗼 𝗚𝗿𝗮𝘁𝗶𝗱ã𝗼 𝗮 𝗗𝗲𝘂𝘀 𝗲 𝗖𝗼𝗺𝗽𝗿𝗼𝗺𝗶𝘀𝘀𝗼 𝗰𝗼𝗺 𝗮 𝗜𝗴𝗿𝗲𝗷𝗮 𝗻𝗮 𝗔𝗺𝗮𝘇ô𝗻𝗶𝗮.
𝗡𝗮 í𝗻𝘁𝗲𝗴𝗿𝗮: 

“Eu te louvo, Pai, Senhor do céu e da terra, porque escondeste estas coisas aos sábios e entendidos e as revelaste aos pequeninos” (Mt 11,25)

Nós, pastores da Amazônia dos Regionais da CNBB Norte 2 (Estados do Pará e Amapá) e Norte 3 (Estados de Tocantins e parte do Mato Grosso), no encerramento da visita ad limina vimos a Assis rezar e agradecer a Deus o fortalecimento da comunhão com o Pedro, o Papa Francisco, que nos encorajou a continuar a nossa missão diante dos grandes desafios da Amazônia. Agradecemos também os encontros realizados com os organismos da cúria romana que contribuem para a unidade com a Igreja Universal.

Respirando a mística do poverello de Assis reafirmamos o nosso compromisso em assumir os novos caminhos propostos no encontro jubilar de Santarém, no mês de junho passado: fortalecimento das comunidades eclesiais de base, a formação dos discípulos missionários na Amazônia, a defesa da vida dos povos da Amazônia, o cuidado da casa comum e a evangelização das juventudes. Estes compromissos são expressão de que somos conduzidos pelo Espírito de Jesus Cristo Crucificado e Ressuscitado cujos sinais estão por toda parte em nossa região. Seguimos o Cristo que aponta para a Amazônia.

Neste momento, diante de um cenário que se apresenta desolador e de muito sofrimento para os nossos povos e para“a criação que está gemendo como que em dores de parto” (cf. Rm 8,22), afirmamos a necessidade urgente da proclamação de um jubileu – uma trégua - que seja um novo tempo de justiça e paz e signifique a libertação das terras e das águas, o direito e à cidadania da região e o resgate das dívidas sociais para que tragam dignidade e respeito pela vida em todos os sentidos (cf. Santarém 2022, n. 15).

Assis, 02 de julho de 2022.
LAUDATO SI:
LOUVAI E BENDIZEI AO MEU SENHOR, E DAI-LHE GRAÇAS,




CNBB, 27/06/2022
Encontro com o Papa nesta segunda-feira, 27, marca o início da visita Ad Limina do regionais Norte 2 e Norte 3 da CNBB
Três horas de colóquio “fraterno e profundo”, de um “irmão entre irmãos”: assim foi a audiência que o Papa Francisco concedeu na manhã desta segunda-feira, 27 de junho, aos bispos dos Regionais Norte 2 (Pará e Amapá) e Norte 3 (Tocantins) da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB) que estão no Vaticano para a visita Ad Limina Apostolorum.

Donnerstag, 16. Juni 2022

Leichen der Vermissten im Amazonasgebiet gefunden

ORF.at, 16.6.2022
Mordgeständnis in Vermisstenfall
Die Hinweise auf ein Verbrechen im Fall des im brasilianischen Amazonas-Gebiet vermissten britischen Journalisten und eines ebenfalls verschollenen Indigenen-Experten verdichten sich. Einer der festgenommenen Verdächtigen gestand, er sei an einem Mord an den beiden beteiligt gewesen, wie die Bundespolizei bei einer Pressekonferenz in der Amazonas-Metropole Manaus am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte.


Tagesschau.de, 16.06.2022
Verdächtiger gesteht Tötung von vermisstem Duo
Im Fall des im brasilianischen Amazonasgebiet vermissten britischen Journalisten und eines ebenfalls verschollenen Indigenen-Experten hat einer der festgenommenen Verdächtigen gestanden, er sei an einem Mord an den beiden beteiligt gewesen.


taz. 16.6.2022
Nachdem sie zehn Tagen vermisst wurden:
Duo tot am Amazonas gefunden
Ein Journalist und ein Idigenen-Experte werden in Brasilien vermisst. Nun gesteht ein Verdächtiger den Mord, und führt zu sterblichen Überresten.


Süddeutsche Zeitung, 16.6.2022
Leichen von Vermissten in Amazonien gefunden
Ein britischer Journalist und ein brasilianischer Indigenen-Experte waren bei einer Recherche im Urwald verschwunden. Die Ermittlungen der Polizei gehen vor allem in eine Richtung.

Donnerstag, 9. Juni 2022

Britischer Journalist im Amazonasgebiet vermisst


Tageschau.de, 09.06.2022
Recherchen in Amazonien
Britischer Journalist in Brasilien vermisst
Der britische Journalist Dom Phillips und Bruno Pereira, ein einheimischer Aktivist für Ureinwohnerrechte, werden seit Tagen im brasilianischen Amazonasgebiet vermisst. Ein Kollege fürchtet um das Leben der beiden.


Süddeutsche Zeitung, 7. Juni 2022
Verschollen im Dschungel
Ein britischer Journalist und ein Experte für indigene Gruppen verschwinden unter rätselhaften Umständen tief im Amazonas. Die Sorge ist groß - und dabei geht es weniger um gefährliche Tiere, sondern eher um skrupellose Kriminelle.


Britischer Journalist Dom Phillips vermisst
Seit Sonntag werden in Brasilien ein britischer Journalist und ein einheimischer Aktivist für Indigenenrechte vermisst. Die beiden recherchierten in einem abgelegenen Amazonasgebiet, in dem es Netzwerke aus illegalen Goldsuchern und Kokainschmugglern gibt.

Dienstag, 7. Juni 2022

Papst lobt kirchliches Engagement im Amazonas-Gebiet


VaticanNews, 7.6.2022
Franziskus hat das kirchliche Engagement im Amazonas-Gebiet gewürdigt. In den lokalen Gemeinden würden die Weisungen der Amazonien-Synode von 2019 umgesetzt und synodale Prinzipien gelebt, lobte er in einem Brief an Teilnehmer einer kirchlichen Konferenz im nordbrasilianischen Santarém.

Die christlichen Gemeinschaften der Region haben laut Papst das Potential, „der Kirche neue Gesichter mit amazonischen Zügen“ zu schenken, griff Franziskus eine Formulierung aus seinem nachsynodalen apostolischen Schreiben „Querida Amazonia“ auf. Das Dokument konzentriert den Ertrag aus der Amazonien-Synode, bei der sich im Oktober 2019 im Vatikan Laien, Ordensleute und Bischöfe zu Herausforderungen der Kirche im Amazonas-Gebiet ausgetauscht hatten.

Franziskus wandte sich in seinem portugiesischsprachigen Brief an Teilnehmer des IV. Treffens der katholischen Kirche in Santarém, einer Stadt im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará. Dort hatte 1972 ein für die Kirche wegweisendes Bischofstreffen stattgefunden, das zur Gründung von Basisgemeinden in ganz Lateinamerika führte.

Wegweisende Konferenz von 1972

Das Treffen von Santarém habe „Evangelisierungslinien“ vorgeschlagen, „die das missionarische Handeln der amazonischen Gemeinschaften geprägt und zur Herausbildung eines soliden kirchlichen Bewusstseins beigetragen haben“, ruft der Papst in seinem Brief den Teilnehmenden des aktuellen Treffens die Genese der Ortskirche ins Gedächtnis. Dies habe auch die Überlegungen der Synodenväter bei der Amazonien-Synode 2019 im Vatikan „erhellt“, so Franziskus, der in Querida Amazonia mehrere „Visionen für Amazonien“ ausformuliert.

Reiche Erfahrung mit Synodalität

Erfreut zeigt sich der Papst in seinem Brief über die Umsetzung der Weisungen der Amazonien-Synode durch die Teilkirchen im brasilianischen Amazonasgebiet. „Mit Zuneigung und Dankbarkeit“ denke er an die „intensive Beteilung“ der brasilianischen Synodenväter und der übrigen Teilnehmenden zurück. In diesen Gemeinschaften sei die Erfahrung der Synodalität als Audruck der Gemeinschaft, Teilhabe und Mission „tief verwurzelt“, lobt Franziskus. Er selbst hat einen weltweiten synodalen Prozess auf den Weg gebracht, der auf eine Bischofssynode im Vatikan zum Thema Synodalität 2023 im Vatikan zusteuert.

„Seid mutig und kühn, indem ihr euch vertrauensvoll dem Wirken Gottes öffnet“, ermutigt der Papst die Vertreter der Ortskirche in Santerém zu weiterem Engagement. Der argentinische Papst hat wiederholt zu einer Inkulturation des christlichen Glaubens in den örtlichen Kulturen Amazoniens ermutigt und sich offen gezeigt für eine Aufwertung der Schlüsselrollen, die Nicht-Kleriker, darunter viele Frauen, in den priesterarmen Regionen Amazoniens schon jetzt spielen.


Tem início o IV Encontro da Igreja na Amazônia. Papa Francisco envia carta aos participantes

Teve início, na noite de segunda-feira, 6 de junho, o IV Encontro da Igreja Católica na Amazônia Legal, evento que celebra e faz memória do Documento de Santarém, fruto do primeiro encontro eclesial na região, que foi realizado há 50 anos, em Santarém, no Pará. Nesta terça-feira, o Papa Francisco enviou uma carta aos participantes motivando-os a serem “corajosos e audaciosos, abrindo-se confiadamente à ação de Deus”.
CNBB, 7.6.2022 >>


HINTERGRUND

Geborgen in der Ungeborgenheit
Bilanz des Bischofs vom Rio Xingu
Eine Konkretisierung dieser „armen“ Kirche finden wir in den kleinen kirchlichen Basisgemeinden. Am Rio Xingu entstanden ab 1972 die ersten Basisgemeinden. Als Bischof habe ich diese Weise, Kirche zu sein, ganz bewusst gefördert, weil ich einfach der Überzeugung war und bin, dass dieses seelsorgerische Konzept in Amazonien greift und den urkirchlichen Gemeinden ganz nahe kommt.


Missionarisches Jubeljahr:
“Eine Zeit des Bewusstseins für die Missio ad gentes”
Im Rahmen einer Pressekonferenz am Rande der Vollversammlung der CNBB erinnerte Bischof Odelir José Magri von Chapecó in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Bischöflichen Kommission für missionarische Aktion und interkirchliche Zusammenarbeit der Bischofskonferenz Brasiliens (CNBB) daran, dass die Kirche in Brasilien seit November 2021 das missionarische Jubeljahr begeht, das mit Bezug auf das Dokument von Aparecida das zentrale Thema "Die Kirche in ständiger Mission" und das Motto "Ihr werdet meine Zeugen sein" (Apg 1,8) hat (vgl. Fides 17/11/2021 und 28/1/2022).
Auf nationaler Ebene erinnert das Jubeljahr an den 50. Jahrestag der Gründung des Nationalen Missionsrates (COMINA), den 50. Jahrestag der ersten Missionskampagne, 50 Jahre des Projekts der Schwesterkirchen, 50 Jahre des Indigenen Missionsrates (CIMI), 50 Jahre des Santarém-Dokuments, 60 Jahre Missionarisches Kulturzentrums (CCM) und 70 Jahre seit der Gründung der Bischofskonferenz.
Auf internationaler Ebene wird gleichzeitig das 400jährige Jubiläum der Gründung der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das 200jährige Jubiläum der Gründung des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung (POPF), der 150. Geburtstag von Pater Paolo Manna, dem Gründer der Päpstlichen Missionsunion, und der 100. Jahrestag des Motu Proprio von Papst Pius XI gefeiert.

Dienstag, 31. Mai 2022

REPAM gratuliert Dom Leonardo Schneider zur Kardinalsernennung

Das kirchliche pan-amazonische Netzwerk REPAM richtete sich mit einer Grußbotschaft an den neu ernannten Kardenal Dom Leonardo Steiner und versichert ihm, dass REPAM als Einrichtung der Brasilianischen Bischofskonferenz seine prophetische Sendung fortsetzen wird. "Als Völker und Missionare Amazoniens wollen wir im Glauben, in der Hoffnung und in der Nächstenliebe bekräftigt werden, um die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden und alles anzuprangern, was sich dem Leben der Menschen und der Natur als unserem gemeinsamen Haus widersetzt", heißt es im Brief, der von Dom Erwin Kräutler unterzeichnet ist.

Dom Leonardo Steiner ist seit 2019 Erzbischof von Manaus sowie Präsident der Bischöflichen Sonderkommission für Amazonien (CNBB) und 2. Vizepräsident der Kirchenkonferenz von Amazonien (CEAMA).


VaticanNews, 30.5.2022
Mensagem da REPAM-Brasil a dom Leonardo Steiner
A Rede agradece ao Sumo Pontífice e assegura a Dom Leonardo o desejo de continuar a missão profética confiada a este organismo da CNBB.

VaticanNews, 29. Mai 2022
21 neue Kardinäle für die Weltkirche
Papst Franziskus hat ein Konsistorium angekündigt, bei dem er 21 neue Kardinäle kreieren wird. Darunter einige hochrangige Kurienmitarbeiter, für die der Kardinalstitel schon länger im Raum stand – aber wie üblich auch Kirchenmänner von den „Peripherien“ der Welt, die dem Papst erklärtermaßen sehr am Herzen liegen.

Montag, 2. Mai 2022

Genesungswünsche für Dom Erwin


Die Diözese Xingu-Altamira gab am 1. Mai über Facebook bekannt, dass Bischof emeritus Erwin Kräutler, der nach wie vor in Koblach weilt, am 20. April einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hat. Er wurde ins Spital gebracht und am 30. April operiert. Gott sei Dank verlief alles gut.

Weiters wird ersucht, für die Gesundheit von Dom Erwin zu beten. "Mögen Unsere Liebe Frau von Nazareth und der hl. Josef beim lieben Gott für die Gesundheit unseres Bischofs Fürbitte einlegen!"

Samstag, 2. April 2022

Bischof Ferreira kritisiert Menschenrechtsverletzungen in Brasilien

 

Bischof Vicente de Paula Ferreira CSsR

Kathpress, 01.04.2022
Bischof: Dammbruch-Katastrophe in Brasilien wirkt bis heute nach
Bischof Vicente de Paula Ferreira kritisiert Menschenrechtsverletzungen von Bergbauunternehmen - Bei Dammbruch einer brasilianischen Eisenerzmine starben 2019 mindestens 272 Menschen, Trinkwasser für Tausende wurde verseucht - Politik und involvierten Firmen nehmen Leid der Betroffenen nach wie vor nicht ernst

Wien, 01.04.2022 (KAP) In der Bergbauortschaft Brumadinho in der Provinz Minas Gerais im Südosten Brasilien herrscht auch über drei Jahre nach dem verheerenden Dammbruch in einer Eisenerzmine, der mindestens 272 Menschen das Leben kostete, "Trauer und Leid". Das hat Dom Vicente de Paula Ferreira, Weihbischof in der Erzdiözese Belo Horizonte, in deren Gebiet sich die Ortschaft befindet, im Interview mit Kathpress berichtet. Die Menschen würden nach wie vor von der Politik und den involvierten Bergbaufirmen nicht gehört. Erst Anfang des Jahres seien in Folge von massiven Regenfällen wieder Unmengen giftigen Schlamms in die Häuser der Menschen geschwemmt worden, berichtete Ferreira.

Der Bischof, der Mitglied der Kommission für ganzheitliche Ökologie und Bergbau der Brasilianischen Bischofskonferenz ist, ist derzeit mit einer lateinamerikanischen Aktivistengruppe in mehreren Ländern Europas zu Gast, um auf umweltschädlichen Bergbau in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Nach Stationen in Deutschland und der EU-Hauptstadt Brüssel sowie Treffen im Vatikan, u.a. mit der Entwicklungsbehörde und der Lateinamerika-Kommission, ist die Gruppe dieser Tage in Wien zu Gast, wo sie ebenfalls mit Vertretern aus Politik und Kirche, unter ihnen auch Kardinal Christoph Schönborn, zusammentraf. Zu den Unterstützern der Aktion zählt unter anderem die Brasilianische Bischofskonferenz und die österreichische Dreikönigsaktion (DKA).

Katastrophaler Dammbruch

Aus den Schlammmassen seien noch immer nicht alle Leichen geborgen worden, mindestens sechs Personen gelten noch als vermisst, berichtete Ferreira. Als das Abraumbecken der Eisenerzmine "Corrego do Feijao" am 25. Jänner 2019 brach, ergossen sich 13 Millionen Kubikmeter Schlamm auf die Kleinstadt Brumadinho. Einwohner und Mitarbeiter des Bergbauunternehmens "Vale" wurden unter teilweise meterdicken Schlammschichten begraben. Trinkwasser für Tausende wurde durch giftige Substanzen teils so verseucht, dass etwa Gemüse, das die Menschen in ihren Gärten anbauen, bis heute kontaminiert ist.

Nach wie vor werden die Menschen von der Politik und dem multinationalen Bergbauunternehmen "Vale" alleine gelassen, beklagt der Weihbischof. Entschädigungen kämen bei vielen Betroffenen nicht an. "Vale entscheidet, wen sie entschädigen und wen nicht", Menschen, die nicht in direkter Nähe zum Unglücksort leben, würden zum Beispiel nicht berücksichtigt, obwohl auch ihr Wasser verseucht ist oder sie einen direkten Angehörigen verloren haben.

Entschädigungen würden sehr selektiv und auf einer individualisierten Ebene ausbezahlt, kritisierte der Bischof. Viele Betroffene hätten der Macht des Großkonzerns nichts entgegenzusetzen. Seine Mitstreiter und er forderten deshalb, dass es eine kollektive Entschädigung für alle Betroffenen geben müsse. Es gebe durchaus eine sehr aktive Bewegung, die kämpferisch und sehr proaktiv handle. Hier sei auch die Kirche präsent. Sie unterstütze die Menschen beim Neuaufbau und der Wiedererrichtung ihrer Lebensprojekte, berichtete der Weihbischof.

Massive Menschenrechtsverletzungen

Es gehe darum, dass den Menschen ein Leben ohne Abhängigkeit vom Bergbau ermöglicht werde, das sei möglich, aber nur in einem langsamem, schwieriger Prozess. Es gebe in der Region alle Voraussetzungen für ein Leben ohne den Bergbau. Die Kirche unterstütze deswegen gezielt Landwirtschaftsprojekte, Ökotourismus oder Kulturangebote in der Region. Wichtig sei auch, dass es zu einer Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung komme. Nötig seien junge, kritische Menschen, die sich den Megaunternehmen entgegenstellen, zeigte sich der Bischof überzeugt.

Bergbau gehe in Lateinamerika immer schon mit massiven Verletzungen von Menschenrechten und von Rechten der Mutter Erde einher, betonte die Aktivisten-Gruppe aus Brasilien, Kolumbien, Honduras und Ecuador, die noch bis Anfang April durch Europa reist, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Trinkwasser werde verseucht, die Luft verpestet und die Gesundheit der Menschen geschädigt. Betroffene, die sich dagegen wehrten, würden oft kriminalisiert oder gar getötet.


Fala Chico, 18/06/2021
NOTA DE SOLIDARIEDADE A DOM VICENTE FERREIRA

Bispo de BH faz duras críticas a Bolsonaro e dispara: ‘Estamos em guerra’

Estado de Minas, 14/06/2021
Dom Vicente de Paula sobre Bolsonaro: 'Fascista brasileiro'
De acordo com o bispo auxiliar da Arquidiocese de Belo Horizonte, Bolsonaro é um 'tirano que mata nossa gente'

Dienstag, 29. März 2022

Pedro Barreto neuer Präsident der Kirchenkonferenz Amazoniens

 


VaticanNews, 28.03.2022
Amazonien: Neue Leitung für Kirchenkonferenz CEAMA
Der peruanische Kardinal Pedro Barreto löst den brasilianischen Kardinal Cláudio Hummes an der Spitze der neuen panamerikanischen Kirchenkonferenz CEAMA ab. Hummes ist 87 Jahre alt. Einer der beiden neuen Vizepräsidenten ist der ecuadorianische Laie Mauricio López.

Die Kirchenkonferenz CEAMA („Conferencia Ecclesial de la Amazonía“) entstand als Folge der Amazoniensynode 2019. Sie gilt als Organismus neuen Zuschnitts in der Kirche, weil sie nicht nur Bischöfe repräsentiert, sondern das ganze Volk Gottes. Vizepräsident an der Seite von Mauricio López wird der Erzbischof von Manaus, Ulrich Steiner. Neun Länder haben Anteil am Amazonas.

In einem Schreiben erklärte Kardinal Hummes seinen Rücktritt von der Spitze der CEAMA damit, dass es ihm nicht möglich sei, zu reisen und persönlich an der institutionellen Tätigkeit des Präsidenten der Konferenz teilzunehmen. Die Ernennung des neuen Präsidenten fand im Rahmen der ordentlichen Versammlung der CEAMA statt, die am Wochenende in São Paulo, Brasilien, in hybrider Form stattfand, also teils in Präsenz, teils virtuell.

Zum Amazonas-Tag 2021 hatte Kardinal Hummes eine regelrechte „Kreuzigung Amazoniens“ beklagt, die vielen Söhnen und Töchtern Gottes großes Leid verursache. Das ökologische Desaster mit der Vernichtung des Regenwalds und der rücksichtslosen Ausbeutung seiner Ressourcen habe „wahnwitzige Dimensionen“ erreicht. Hummes saß beim Konklave 2013 neben dem Kardinal von Buenos Aires, Kardinal Jorge Mario Bergoglio, und flüsterte ihm nach dessen Angaben im Moment seiner Wahl zu, er dürfe als Papst die Armen nicht vergessen.


agenzia fides, 28/03/2022
AMERIKA - CEAMA: Kirchliche Amazonaskonferenz wählt neuen Vorstand
Am 26. und 27. März fand in Sao Paulo (Brasilien) die erste ordentliche Versammlung 2022 der Kirchlichen Konferenz von Amazonien (Conferencia Eclesial Amazonica, CEAMA) statt. Die Veranstaltung wurde in gemischter Form (anwesend und virtuell) abgehalten.


REPAM, 28/03/2022
A Conferência Eclesial da Amazônia elegeu nova Presidência para os próximos quatro anos
A Conferência Eclesial da Amazônia (CEAMA) reuniu-se em assembleia ordinária nos dias 26 e 27 de março, com parte dos participantes de maneira presencial em São Paulo (SP) e outra parte de modo virtual. Durante a reunião, os participantes refletiram sobre o caminho realizado nos últimos anos e os desafios que estão por vir na implementação dos encaminhamentos do Sínodo Amazônico, através dos Núcleos Temáticos.
Também foi apresentado um plano para a reforma dos Estatutos que contribuirá para o fortalecimento e consolidação da CEAMA no espírito de sinodalidade, da Assembleia Eclesial e como serviço às jurisdições eclesiásticas da Amazônia.


Radio San Martín, 28/03/2022
El cardenal Pedro Barreto nuevo presidente de la CEAMA
La Conferencia Eclesial de la Amazonía, CEAMA, estuvo reunida en Asamblea Ordinaria los días 26 y 27 de marzo de manera presencial en Sao Paulo, Brasil, y virtual.

Dienstag, 8. März 2022

Amazonas-Regenwald nähert sich dem Kipppunkt

 

ORF, 7.3.2022
Amazonas-Regenwald verliert an Widerstandsfähigkeit
Der Regenwald im Amazonasgebiet hat seit Anfang der 2000er Jahre kontinuierlich an Widerstandsfähigkeit eingebüßt. Bei mehr als drei Vierteln des Waldes ließ laut einer neuen Studie die Fähigkeit nach, sich von Störungen wie Dürren und Bränden zu erholen.


Studie: Amazonas-Regenwald verliert an Widerstandsfähigkeit
Der Amazonas-Regenwald schwächelt. Große Teile können sich von Bränden oder Dürren nicht mehr so gut erholen wie gewohnt. Das kann dazu führen, dass sich der Regenwald in eine Savanne verwandelt. 

Sonntag, 6. März 2022

Tübinger Theologe Norbert Greinacher verstorben

 


SWR, 5.3.2022
Tübinger Theologe Norbert Greinacher gestorben
Der Tübinger katholische Theologieprofessor Norbert Greinacher ist am Samstagmittag verstorben. Das teilt sein anwaltlicher Betreuer mit. Greinacher wurde 90 Jahre alt. Er erlangte 1980 überregionale Bekanntheit mit seinem Buch "Die Kirche der Armen - Zur Theologie der Befreiung". Darin beschrieb er die lateinamerikanische Befreiungstheologie. Das SPD-Mitglied Greinacher galt laut seinem Betreuer als "Arbeiterpriester". 1991 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.


Kath.ch, 6.3.2022
Ein unbequemer Theologe ist tot: Norbert Greinacher
Der Tübinger Theologieprofessor Norbert Greinacher ist am Samstagmittag im Alter von 90 Jahren gestorben. Der deutsche Priester erregte seit den 1970er-Jahren Aufsehen mit Kritik an Leitung, Lehre und Personen der katholischen Kirche.


Universität Tübingen, 6.3.2022
Trauer um Prof. Greinacher
Am Samstag, den 5. März 2022, ist Prof. Dr. Norbert Greinacher im Alter von neunzig Jahren - nach langer schwerer Krankheit - verstorben. Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen trauert um einen ihrer Kollegen. Stellvertretend für die Fakultät erinnern Dekan Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse und der Professor für Praktische Theologie, Prof. Dr. Michael Schüßler, an einen herausragenden Tübinger Theologen.


Donnerstag, 3. März 2022

Bolsonaro beschleunigt Ausbeutung indigener Gebiete

RND.de, 2.3.2022

Bolsonaro will indigene Gebiete ausbeuten - und nutzt Krieg in der Ukraine als Begründung

  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro benutzt den russischen Angriff auf die Ukraine, um seine Politik im Amazonasgebiet zu rechtfertigen.
  • Der dortige Abbau von Kalium für Düngemittel sei notwendig, da es durch den Krieg zu Engpässen oder einem Preisanstieg kommen könnte, so Bolsonaro.
  • Der Präsident berief sich dabei auf einen Gesetzentwurf aus dem Jahr 2020.

AKTUALISIERUNG:

amerika21, 5.3.2022
Brasilien: Linke und Rechte hadern mit Verurteilung Russlands im Ukraine-Krieg
Auch eine Woche nach Russlands Angriff auf die Ukraine haben es die beiden aussichtsreichsten Präsidentschaftskanditen vermieden, Russland offen für seine Invasion zu verurteilen. Zwar kritisierten sowohl der amtierende Präsident Jair Bolsonaro (PL) als auch sein linker Herausforderer Luiz Inácio Lula da Silva (PT) die Verletzung der Souveränität der Ukraine, beide stehen aber Sanktionen – aus unterschiedlichen Gründen – ablehnend gegenüber und beließen es dabei, die "Konfliktparteien zum Dialog" aufzurufen.


Deutschlandfunk Kultur,19.1.2022
Landraub in Brasilien
Bolsonaros Politik gegen Indigene
Der Druck auf die indigenen Gemeinden in Brasilien nimmt immer weiter zu. Jüngste Gesetzesvorhaben sollen verhindern, dass neue Schutzgebiete ausgewiesen werden – und bestehende werden von Goldgräbern, Viehzüchtern und der Politik beständig attackiert.


CIMI, 07/03/2022
Em carta, CNBB e organismos da Igreja do Brasil manifestam preocupação com as iniciativas econômicas ligadas à mineração
Em nota, a CNBB e organismos da Igreja do Brasil apresentaram posição contrária ao PL 490, que dificulta a demarcação de terras indígenas, e ao PL 191, que regulariza a mineração em terras indígenas

Donnerstag, 24. Februar 2022

Dom Erwin Kräutler: Argumente gegen Frauenweihe überzeugen nicht



Kirchliche Gesetze trügen Schuld an "Eucharistielosigkeit" in Amazonien
Amazonasbischof Kräutler: Argumente gegen Frauenweihe überzeugen nicht
Erwin Kräutler war lange Zeit Bischof in Amazonien, einer Region, die sehr stark vom Priestermangel geprägt ist. Er sieht in den kirchlichen Gesetzen und päpstlichen Entscheidungen Gründe für die "Eucharistielosigkeit" des Gebiets. 


Roma locuta, causa finita?
Zur Ordination von Frauen am Amazonas
Ein Beitrag von Erwin Kräutler CCPS


Sonntag, 13. Februar 2022

17. Todestag von Schwester Dorothy Stang

Am Samstag (12.02.) jährte sich der Todestag von Schwester Dorothy Stang zum 17. Mal. Aus diesem Anlass fand im Pfarrzentrum São Rafael in Anapu (PA) eine Andacht statt, an der auch Dom João Muniz Alves, Bischof der Diözese Xingu-Altamira, teilnahm.

Schwester Dorothy wurde am 12. Februar 2005 im Landesinneren von Anapu im Auftrag von Großgrundbesitzern von Pistoleiros erschossen.



#17Anos Sem Dorothy auf Facebook >>


Sonntag, 6. Februar 2022

Brasilien: Demos gegen Rassismus nach Tötung eines Kongolesen

ORF, 6.2.2022 

Demos in Brasilien nach Tötung eines Geflüchteten

Nach der brutalen Tötung eines afrikanischen Flüchtlings (er flüchtete vor 17 Jahren mit seiner Familie nach Brasilien) hat es in zahlreichen brasilianischen Städten Demonstrationen für Gerechtigkeit gegeben. In Rio de Janeiro versammelten sich gestern Hunderte Protestierende bei der Strandbar, in der der junge Kongolese Moise Kabagambe gearbeitet hatte. Dort war er am 24. Jänner von mehreren Menschen zu Tode geprügelt worden.

Demo in Rio de Janeiro (Brasilien) nach der Tötung des Geflüchteten Moise Kabagambe
APA/AFP/Carl De Souza

Offenbar nach Lohnforderung angegriffen

Nach Medienberichten unter Berufung auf Angehörige des 24-jährigen Kabagambe wurde dieser angegriffen, als er eine ausstehende Lohnzahlung für zwei Tage Arbeit einforderte. Es gab inzwischen drei Festnahmen.

Weitere Proteste gab es in Sao Paulo, Salvador, Brasilia und Recife. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für Kabagambe und prangerten Rassismus gegen Schwarze an. Rios Stadtverwaltung kündigte an, den Kiosk, in dem sich die Strandbar befand, in eine Gedenkstätte für den Getöteten sowie für die afrikanische Kultur zu verwandeln. Kabagambes Familie werde angeboten, diese zu betreiben.

Bei den Protesten in Rio riefen einige Protestierende Berichten zufolge auch „Bolsonaro raus“. Brasiliens ultrarechter Staatspräsident Jair Bolsonaro hat sich mehrmals öffentlich problematisch über Schwarze geäußert und bestritten, dass es in dem größten Land Lateinamerikas ein Rassismusproblem gibt.


Süddeutsche, 3. Februar 2022
Rassismus in Brasilien:
"Sie haben meinen Sohn getötet, weil er schwarz war"
Ein junger Einwanderer aus dem Kongo wird in Rio brutal zu Tode geprügelt. Nun diskutiert das Land über den Rassismus, den sich viele Brasilianer aber nicht eingestehen wollen.


EuroNews, 6.2.2022
Nach der Ermordung eines Flüchtlings:
Menschen in Brasilien gehen gegen Rassismus auf die Straße


Globoplay, 5/2/2022
Entidades protestam na avenida Paulista contra a morte de congolês no Rio
Moïse Kabagambe foi espancado até a morte no Rio de Janeiro. Entidades se manifestaram contra o
racismo.

O Globo, 05/02/2022
Brasil registra 29,4 mil solicitações de refúgio em 2021
A maioria dos pedidos é de cidadãos da Venezuela; na sequência veem Angola, seguida por Haiti e Cuba. O levantamento foi feito pela Globonews, com base nos dados do Comitê Nacional para os Refugiados (Conare), vinculado ao Ministério da Justiça e Segurança Pública.

O Globo, 03/02/2022
Justiça do Rio mantém prisão de Totta, Belo e Dezenove pela morte do congolês Moïse Kabagambe
Brendon Alexander Luz da Silva, o Totta; Fábio Pirineus da Silva, o Belo; e Aleson Cristiano de Oliveira Fonseca, o Dezenove, tiveram as prisões temporárias decretadas e mantidas em audiência de custódia.

O Globo, 02/02/2022
Guerra e miséria: entenda por que milhares abandonam a República Democrática do Congo, terra do jovem Moïse Kabagambe, assassinado no Rio
Segundo maior país da África e um dos mais pobres do mundo, RDC enfrentou guerra civil até 2003, mas continua sendo palco de violentos confrontos entre diferentes etnias e disputas por recursos naturais. Com mais de 5 milhões de deslocados, país está no nível mais alto de emergência em termos de urgência da ajuda da ONU.

O Globo, 31/01/2022
‘Quero justiça’, diz mãe de jovem congolês morto em quiosque na Barra da Tijuca
Corpo de Moïse Kabagambe foi enterrado no domingo (30). Segundo primo que viu imagens de câmeras de segurança, ele foi vítima de uma sequência de agressões.

Samstag, 5. Februar 2022

Abholzung des Amazonas-Regenwaldes erreicht neuen Höchstwert


RND, 3.2.2022
Brasilien: Abholzung des Amazonas-Regenwaldes erreicht neuen Höchstrekord
 Die Abholzung des Amazonaswaldes hat einen neuen Rekord erreicht.
 Allein im vergangenen Jahr wurden 22 Prozent mehr abgeholzt als in den Jahren zuvor.
 Expertinnen und Experten befürchten ein weiteres verheerendes Jahr für den Regenwald des Amazonas.


RND, 4.2.2022
Brasilien: Abholzung im Amazonas-Regenwald unter Bolsonaro um über 50 Prozent gestiegen
 Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet hat während der Amtszeit von Präsident Jair Bolsonaro deutlich zugenommen.
 Seit seiner Wahl im Jahr 2018 stieg die abgeholzte Fläche um über 50 Prozent zu den vorangegangenen drei Jahren.
 Das ist das Ergebnis eines brasilianischen Umweltinstituts.


ORF, 3. Februar 2022
Abholzung des Amazonas-Regenwaldes auf Rekordniveau
Rund 360 Quadratkilometer Regenwald sind allein im Jänner im brasilianischen Amazonas-Gebiet durch Abholzung verloren gegangen. Der Wert ist der höchste für diesen Monat seit 2015, wie das brasilianische Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) unter Berufung auf vorläufige Zahlen gestern (Ortszeit) berichtete.
Das Institut wertet Satellitenbilder aus und untersucht die Veränderungen des Waldes in Echtzeit. Die Zahlen des INPE geben so einen Hinweis darauf, wie sich die offizielle Entwaldungsrate bezogen auf ein Jahr entwickeln könnte. Die Rate bezieht sich auf den Zeitraum von August bis Juli.

INPE, 27.10.2021
Estimativa de desmatamento por corte raso na Amazônia Legal para 2021é de 13.235 km2


O Globo, 18/01/2022
Desmatamento na Amazônia em 2021 é o maior dos últimos dez anos, diz Imazon
Devastação em 2021 foi 29% maior que em 2020, segundo dados do instituto. Mais de dez mil quilômetros quadrados de mata nativa foram destruídos de janeiro a dezembro, o equivalente à metade de Sergipe.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Bischof Kräutler für "Frauen ins Amt!"

 


Auch Bischöfe solidarisieren sich mit Forderung "Frauen ins Amt!"

Neuer Sammelband mit Beiträgen von Bischöfen Kräutler, Marx, Bode, Feige, Wilmer, Gmür und weiteren 96 Männern, die für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche eintreten - Herausgeberin und Ordensfrau Philippa Rath: Ohne Lösung für Frauenfrage droht Kirche Relevanzverlust

Kathpress, 01.02.2022 (KAP) "Frauen ins Amt! Männer der Kirche solidarisieren sich" lautet der Titel des neuen Buches der deutschen Ordensfrau und Theologin Philippa Rath; und unter den 102 dort für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche argumentierenden Männern sind neben Laienkatholiken, Theologen, Priestern und Ordensleuten auch einige Bischöfe. Auch zwei hochrangige Kirchenvertreter mit Österreichbezug - der aus Vorarlberg stammenden Altbischof von Xingu im Amazonasgebiet, Erwin Kräutler, und der aus der Schweiz stammende Propst von St. Gerold, Martin Werlen - sprechen sich in dem Sammelband dezidiert für ein Frauenpriestertum aus. Kräutler gestand, er kenne kein Argument gegen die Weihe von Frauen, "das mich überzeugen könnte".

Weiters kommen in dem Buch zu Wort; der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), die Bischöfe Gerhard Feige (Magdeburg) und Heiner Wilmer (Hildesheim), der Baseler Bischof Felix Gmür, der frühere Bischof von Evreux, Jacques Gaillot, Ex-ZdK-Präsident Thomas Sternberg, Ordensmann und Erfolgsautor Anselm Grün sowie der in München lebende österreichische Jesuit und Publizist Andreas Batlogg.

Bereits vor genau einem Jahr hatte Philippa Rath, Ordensfrau aus dem Benediktinerinnenkloster in Eibingen bei Rüdesheim, mit ihrem Buch "Weil Gott es so will" für Aufsehen gesorgt. Es enthielt Lebenszeugnisse von 150 Frauen, die sich zur Priesterin oder Diakonin berufen fühlen, diese Berufung aber in der Katholischen Kirche nicht leben können. Jetzt legt Sr. Philippa nach: Ihr gemeinsam mit dem Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose herausgegebene Buch "Frauen ins Amt!" sei Zeugnis eines Bewusstseinswandels vieler Männer in der Kirche. "Bei anderen bahnt sich ein Umdenken an, bei wieder anderen sind noch 'dicke Bretter zu bohren'", sagte Rath der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Kräutler: "Frage brennt auf dem Herzen"

Keine Überzeugungsarbeit mehr ist beim austro-brasilianischen Bischof Erwin Kräutler zu leisten - für die hätten schon seine Schwester Ermelinde und die christlichen Basisgemeinden in Amazonien gesorgt, wie er schrieb. Seine vor zwei Jahren verstorbene Schwester sei als Ordensfrau und Pastoralassistentin jahrzehntelang in Dornbirn-St. Martin "priesterlich" tätig gewesen, habe gepredigt, Menschen seelsorglich begleitet, schrieb Kräutler. "Immer wieder fragte sie mich, wenn ich in Österreich war: 'Warum, um Gottes willen, bin ich von der Priesterweihe ausgeschlossen?'" Nun sei sie tot, so der Bischof. "Aber ihre Frage brennt mir auf dem Herzen."

All die immer wieder genannten Argumente gegen die Frauenordination "sind unverständlich und verblassen angesichts der Realität, in der wir als Kirche in Amazonien leben", betonte Kräutler. Er erinnerte an eine Weg weisende Bischofsversammlung im Jahr 1972, die Frauen und Männern die Ausbildung zu Gemeindeleiterinnen in dem extrem priesterarmen Amazonien ermöglichte. Tausende kirchliche Basisgemeinden - heute zu mindestens zwei Dritteln von Frauen geleitet - seien die Folge gewesen. Diese lebten ihren Glauben weitgehend priesterlos - und damit auch "eucharistielos", wies Kräutler hin. 

Dafür, dass diesen Gemeinden "der Kern des Mysteriums der Kirche", wie es Johannes Paul II. einmal ausdrückte, fehle, machte der Altbischof die kirchliche Gesetzgebung und Lehrschreiben wie "Ordinatio sacerdotalis" (1994) eben jenes polnischen Papstes verantwortlich. Kräutler hält es für notwendig, das Evangelium in die heutige Zeit zu inkulturieren und die Kirchenämter für Frauen zu öffnen. "Es geht doch schlicht und einfach um die pastoralen Bedürfnisse unserer Zeit! Und nicht um Geschichtsschreibung!", so sein abschließender Appell an Reformgegner.

"Von der Ver-Achtung zur Be-Achtung"

Propst Martin Werlen blickte in seinem Beitrag auf seine lange Zeit als Abt von Einsiedeln zurück, als er das ihm ebenfalls unterstellte Schweizer Benediktinerinnenkloster Fahr aufwertete und dessen "mühsamen Weg von der Ver-Achtung zur Be-Achtung" ebnete. Seine damalige Überzeugung sei gewesen, "dass das Miteinander der beiden Gemeinschaften gerade in unserer Zeit ein prophetisches Zeichen für das Miteinander von Mann und Frau in der Kirche werden könnte". Zuletzt habe die Priorin von Fahr am 1. August 2021, dem Schweizer Nationalfeiertag, im Hauptgottesdienst in Einsiedeln gepredigt, freute sich Werlen über seine nachhaltige Weichenstellung. 

Und er fügte die Hoffnung hinzu, "dass auch Frauengemeinschaften bald umsetzen können, was der heilige Benedikt für benediktinische Gemeinschaften vorsieht: Brauchen sie jemanden mit Weihevollmacht, soll die verantwortliche Person ein geeignetes Mitglied aus der Gemeinschaft weihen können." 

Marx gegen männerdominierte "Sonderwelt"

Die vier deutschen Diözesanbischöfe Marx, Bode, Feige und Wilmer sprachen sich nicht explizit für katholische Priesterinnen aus, halten aber Kirchenreformen in der Frauenfrage für unverzichtbar. Der Münchner Kardinal Marx etwa schrieb in dem Sammelband, er könne sich "für die Zukunft schwer vorstellen, dass wir eine 'Synodale Kirche' entwickeln, in der Männer und Frauen gemeinsam arbeiten, beraten, diskutieren und am Schluss nur ein Kreis von Bischöfen Entscheidungen trifft". Er empfinde es - so Marx weiter - zunehmend als eine "für viele Menschen immer merkwürdigere 'Sonderwelt', die sich in Bischofskonferenzen, in der Kurie in Rom, aber auch in Priesterseminaren zeigt". Er sehe dort heute stärker als früher "ein Defizit: ein Fehlen des aktiven Mittuns, Beratens und auch Entscheidens von Frauen".

Für Bischof Bode besteht "die theologische und spirituelle Notwendigkeit, Kirche auch sakramental stärker durch Frauen prägen zu lassen" und "Frauen mehr und tiefer an den Entscheidungen der Kirche partizipieren zu lassen". Sein Amtskollege Feige schrieb, eine Weihe von Frauen rigoros abzulehnen, überzeuge viele Menschen nicht mehr. Bischof Wilmer bedauerte, dass Frauen in der Kirche "zu wenig gehört" würden. "Uns allen entgehen damit lebenswichtige und lebensspendende Charismen."

Die beiden Herausgeber von "Frauen ins Amt!", Rath und Hose, beobachten eigenen Worten zufolge ein anwachsendes "kritisches Mannsein" in der Kirche. "Ich treffe auf immer mehr Männer in der katholischen Kirche, auch Amtsträger, die nicht länger 'Gefangene' zugeschriebener Privilegien sein wollen. Sie wollen, dass sich veraltete patriarchale Rollenbilder ändern", sagte Hose der KNA. Dass der Vatikan ein Priestertum der Frau ausschließt, kommentierte Ordensfrau Rath mit: "Denkverbote und 'Basta'-Entscheidungen waren noch nie überzeugend und zukunftsweisend." Reformiere sich die Kirche nicht rasch, dann werde sie letztlich "in ihrem eigenen Relevanzverlust untergehen". Denn die Frauenfrage sei zentral, so die Delegierte beim Reformdialog "Synodaler Weg" der Katholischen Kirche in Deutschland.

Der Band "Frauen ins Amt! Männer der Kirche solidarisieren sich" von Philippa Rath und Burkhard Hose (Hrsg.) erschien im Verlag Herder >>, umfasst 304 Seiten und kostet 25,80 Euro.