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Montag, 13. Mai 2013

Kraftwerksprojekt Belo Monte klettert auf R$ 30 Milliarden

Das Kraftwerksprojekt Belo Monte wird wieder um mindestens R$ 1 Milliarde teurer und die 30 Milliarden-Grenze überschreiten. Am Anfang war das Kraftwerk mit R$ 13,8 Milliarden budgetiert, im vorigen Monat war bereits von 29 Mrd die Rede.

Das Baukonsortium Belo Monte (CCBM) und der Konzessionär Norte Energia fordern zusätzliches Geld zur Deckung der Mehrkosten, die durch neue Lohnabschlüsse mit den Arbeitnehmern oder durch Bauunterbrechungen wegen Streiks und Besetzungen der Baustellen entstanden sind. Die Verhandlungen dazu dauern schon sechs Monate, aber es ist noch kein Ergebnis in Sicht.

Das Projekt wird fast zur Gänze über die Nationale Entwicklungsbank (BNDES) finanziert.

Veja, 12.5.2013
Custo da usina de Belo Monte já supera os R$ 30 bilhões
Dois anos depois do início das obras, valor atual é muito maior do os R$ 16 bilhões em que a hidrelétrica foi orçada. E não para de aumentar

Jornal do Brasil,12.5.2013
Custo de Belo Monte pode ter aumento de R$1 bilhão
Os dois consórcios responsáveis pela obra ainda não entraram em acordo final sobre o preço

Plattform Belo Monte Archiv:
1. Oktober 2012: Kosten für Kraftwerk Belo Monte verdoppeln sich

27. November 2012: Entwicklungsbank genehmigt 22,5 Mrd Reais für Belo Monte

Dienstag, 27. November 2012

Entwicklungsbank genehmigt 22,5 Mrd Reais für Belo Monte

Die nationale Entwicklungsbank Brasiliens (BNDES) genehmigte die Finanzierung für den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte in der Höhe von R$ 22,5 Mrd (ca. € 8,3 Mrd). Diese Entscheidung war bei der letzten Sitzung des Exekutivorgans der Bank letzte Woche getroffen und heute (26.11.) veröffentlicht worden.

Laut Márcia Leal, dem Leiter der Energieabteilung von BNDES, ist Belo Monte das bisher teuerste Projekt der Bank. Die Gesamtinvestitionen würden R$ 28,9 Mrd betragen, wobei das Baukonsortium Norte Energia für die restlichen R$ 6,4 Mrd aufkommt.

Agência Brasil, 26/11/2012
BNDES aprova R$ 22,5 bilhões para financiamento de Belo Monte
Rio de Janeiro - O Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) aprovou financiamento de R$ 22,5 bilhões para a construção da Usina Hidrelétrica de Belo Monte, no Rio Xingu (PA). A decisão, tomada na última reunião da diretoria do banco, na semana passada, foi anunciada hoje (26) em coletiva de imprensa.
A chefe do Departamento de Energia Elétrica do BNDES, Márcia Leal, disse que se trata do maior investimento já aprovado pela instituição. O valor total do empreendimento é R$ 28,9 bilhões. A diferença de R$ 6,4 bilhões virá de aportes da própria Norte Energia, concessionária da usina.

MAB, 30/11/2012
Financiamento para quem?
O Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) questiona: quem é que vai pagar esse empréstimo? Esse valor, como sabemos, será repassado para as contas de luz. Enquanto isso, os beneficiados serão as grandes construtoras - Andrade Gutierez, Camargo Correa, Queiroz Galvão e Odebrecht, três grandes empresas de máquinas e equipamentos - Voith, Alstom e Andriz - e seguradoras envolvidas no Consórcio Construtor de Belo Monte (CCBM).

Mittwoch, 29. Februar 2012

Staatsanwaltschaft besteht auf Überprüfung des Darlehens für Belo Monte

Wegen des gigantischen Darlehens der Brasilianischen Entwicklungsbank BNDES in der Höhe von Mrd R$ 24,5 für den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte und weil der Antrag der Staatsanwalt über Auskünfte zu diesem Darlehen im Jänner 2012 von der Brasilianischen Zentralbank abgelehnt worden war, wird die Staatsanwaltschaft von Altamira in dieser Angelegenheit erneut aktiv. Die Staatsanwälte Claudius Terre do Amaral und Bruno Alexandre Gutschöw ersuchen um Überprüfung des negativen Bescheides. Sie argumentieren, dass es sich hier um kein simples Bankgeschäft handle, "sondern um eines der größten der BNDES, das mit erheblichen Risiken verbunden und von langer Laufzeit ist".

Laut Antwort des Aufsichtsrats der Brasilianischen Zentralbank (Bacen) ist die Überprüfung des Kredits zu Belo Monte im Arbeitsplan der Zentralbank nicht vorgesehen. Derzeit gibt es dafür kein Budget; und von laufenden Aktivitäten könne man nicht Geld abzweigen. Weiters wir zu bedenken gegeben, dass eine derartige Arbeit "die administrative Routine der Behörde in einen erheblichen Engpass führen könnte" und dass möglicherweise ein Risiko für die Ordnungsmäßigkeit und Effizienz der Aufsichtstätigkeit als Ganzes entstehen könnte.

Die MPF akzeptierte die von Bacen genannten Gründe nicht und verwies auf den Umfang des Darlehens - es ist das größte in der Geschichte der BNDES. Weiters erinnerte die MPF an die noch 11 laufenden gerrichtlichen Verfahren gegen das Kraftwerk Belo Monte. Amaral und Gutschöw gaben zu Bedenken, dass das Darlehen auch Bereiche betrifft, die von einem Gerichtsurteil abhängen. Außerdem gäbe es Sektoren mit sehr wahrscheinlichen Kostenänderungen, weshalb die Zentralbank eigentlich "Interesse an einer eigenen Risikoanalyse" haben müsste.

Estadão, 29.2.2012
MPF do Pará insiste em fiscalizar crédito a Belo Monte


MPF do Pará, 28.2.2012
Depois de recusa do Banco Central, MPF insiste em fiscalização no BNDES para Belo Monte
MPF pediu a fiscalização por causa da envergadura da operação de empréstimo, que pode ser um dos três maiores da história do Banco

Freitag, 9. Dezember 2011

Kampagne gegen Belo Monte hat die Banken im Visier

"Man will mit Ihrem Geld eine Zerstörung finanzieren. Lassen Sie das nicht zu! Machen Sie mit!" Belo Monte - nicht mit meinem Geld!  
Eine neue Kampagne gegen Belo Monte hat nun die Banken im Visier. Was hat eine Bank mit der Vertreibung von mehr als 20.000 Menschen aus ihren Häusern zu tun, oder mit der Überflutung eines Gebietes von 600 qkm und der Zerstörung eines Flusses in Amazonien? Alles. Oder gar nichts. Das hängt vom Kontoinhaber ab.

Dies ist das Thema der Kampagne "Belo Monte: nicht mit meinem Geld!", die am 8.12. von der Bewegung Xingu Vivo und Partnerorganisationen vorgestellt worden ist. Ziel der Kampagne ist die Mobilisierung der brasilianischen Gesellschaft, um von öffentlichen und privaten Banken zu fordern, sich nicht an der Finanzierung des Wasserkraftwerks Belo Monte zu beteiligen. Gerade jenes Teilstück des Xingu-Flusses, das dafür aufgestaut werden soll, zählt zu den artenreichsten und biologisch interessantesten des Flusses.

Die Kontoinhaber werden ersucht, Protestmails an ihre Banken zu schicken und einen Bankwechsel zu überlegen.

Belo Monte - com meu dinheiro não! Participe!

Samstag, 19. November 2011

Staatsanwaltschft fordert Auskünfte über Kredite an Belo Monte

Die Bundesstaatsanwaltschaft von Pará (MPF-PA) verlangte von der Brasilianischen Zentralbank (BC) Auskünfte über alle Kreditgeschäfte der Nationalen Entwicklungsbank (BNDES), die sie für das Wasserkraftwerk Belo Monte vergeben hat. Die MPF will wissen, ob die an Norte Energia zugesagten Kredite die von der Zentralbank vorgeschriebenen Mindestanforderungen hinsichtlich wirtschaftlicher Risiken erfüllen.

Laut Staatsanwalt Bruno Gütschow ist man über die Höhe der Kredite, die BNDES vergeben wird, besorgt. "Uns beeindruckt das extrem hohe Darlehens. Es ist unverständlch, dass ein Projhekt, das derzeit auf R$ 30 Mrd geschätzt wird, fast zur Gänze - nämlich zu 80 % - von BNDES finanziert wird", sagte er zu Agência Brasil.

Weiters fordert die MPF von der Zentralbank Vergleichszahlen von ähnlichen Kreditgeschäften bezüglich Zinsbedingungen und Risikoeinschätzungen. Die Zentralbank soll außerdem einen Bericht über die wirtschaftliche und finanzielle Durchführbarkeit der BNDES-Darlehen für Belo Monte vorlegen.

Laut der MPF gibt es zwei Abkommen zwischen BNDES und Norte Energia für den Bau von Belo Monte. Das Konsortium hätte bereits R$ 4,7 Mrd zugesagt bekommen, wobei ein Teil davon abhängig ist von der Genehmigung der Gesamtsumme.

Die Entwicklungsbank BNDES gab heute (18.11.) durch ihren Sprecher bekannt, dass der einzige für Norte Energia freigegebene Betrag ein Überbrückungskredit in Höhe von R$ 1 Mrd war. Er gab zu verstehen, dass die Finanzierung von Belo Monte noch nicht geklärt ist und dass die Verhandlungen noch im Gang sind.


Agência Brasil, 18/11/2011
MP pede ao Banco Central que fiscalize operações de crédito do BNDES à Belo Monte
Brasília – Mesmo sem um motivo específico, o Ministério Público Federal (MPF) no Pará pediu ao Banco Central (BC) que fiscalize todas as operações de crédito do Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) à Usina Hidrelétrica de Belo Monte. O MPF quer saber se os financiamentos autorizados para a Norte Energia estão de acordo com as normas mínimas de riscos econômicos estabelecidas pela autoridade monetária.

Agência Brasil, 18/11/2011
BNDES nega financiamento de quase R$ 5 bi para construção da Usina Hidrelétrica de Belo Monte

Dienstag, 8. November 2011

NGOs: Banken, die Belo Monte finanzieren, sind für Folgeschäden mitverantwortlich

Mehr als 150 Zivilgesellschaften und NGOs, darunter Amigos da Terra, die Bewegung Xingu Vivo Para Sempre oder die Kommission der Landpastoral, haben am Montag (7.11.) eine "außergerichtliche Benachrichtigung" an 11 Banken in Brasilien gerichtet und darin aufgefordert, den Bau des Kraftwerks Belo Monte am Xingu-Fluss nicht zu finanzieren.

Die Nationale Entwicklungsbank (BNDES), Banco do Brasil, Caixa Econômica Federal, Itaú Unibanco und 7 weitere wurden informiert, dass die Geldinstitute - sollten sie Belo Monte finanzieren - auch "automatisch" für die Folgeschäden des Kraftwerks verantwortlich seien.

Die Bewegungen halten die Umweltverträglichkeitsprüfung für unvollständig, woraus sich eine Reihe von Unsicherheiten über die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Staudammes ergeben.

Das Schreiben kritisiert die Gewährung der Installationslizenz (als zweiter Stufe im Lizenzverfahren), ohne dass die bei der Vorlizenz erteilten Bedingungen eingehalten und umgesetzt worden wären.

"Einer der schwerwiegendsten Fehler des Projekts Belo Monte ist ohne Zweifel die Verletzung des Artikels 231 der Bundesverfassung sowie internationale Rechtsnormen [...], die indigenen Völkern das Recht auf Anhörung vor dem Kongress und auf freie, und vorherige Einwilligung gewährleisten, sowie ausführliche Informationen über Großprojekte, die Auswirkungen auf indigene Territorien und auf ihr Leben haben, vorschreiben", sagt das Dokument.

Das für die Umweltlizenz zuständige Institut IBAMA erklärte bei früheren Anlässen, dass die volle Umsetzung aller Bedingungen erst am Ende des Kraftwerkbaues gegeben sein muss.

Norte Energia hat sich bisher dazu nicht geäußert.

Folha, 7.11.2011
Entidades pedem que bancos não financiem Belo Monte
Entidades civis anunciaram nesta segunda-feira ter encaminhado documento a 11 bancos do país recomendando que não financiem a construção da usina de Belo Monte, no rio Xingu (PA).

Xingu Vivo, 07.11.2011
Bancos recebem notificação sobre riscos de envolvimento com Belo Monte

Uma notificação extrajudicial assinada por mais de 150 entidades da sociedade civil foi enviada para onze bancos públicos e privados interessados em participar, direta ou indiretamente, do financiamento do Complexo Hidrelétrico de Belo Monte, no Pará. O documento foi endereçado para o Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES), Banco do Brasil, Caixa Econômica Federal, Banco da Amazônia (BASA), Bradesco, Itaú Unibanco, HSBC, Grupo Santander, Banco Votorantim, Banco do Nordeste do Brasil (BNB) e BES Investimento do Brasil.
Xingu Vivo, 21.10.2011
Referências utilizadas na elaboração de cartas de advertência a instituições financeiras sobre o complexo Belo Monte
1. Desvios na concessão de licenças ambientais para o Complexo Belo Monte e descumprimento de suas condicionantes
2. Violações de Direitos Indígenas

Freitag, 7. Oktober 2011

Finanzierung von Belo Monte weiterhin ungeklärt

Das Kraftwerk Belo Monte sollte nach Plänen der brasilianischen Regierung mindestens zu 20 % von privaten Investoren gebaut werden. Man hoffte auf Baufirmen, die sich auch am Gewinn beteiligen konnten, auf Konzerne, die große Mengen an Energie benötigen oder auf Elektrizitätsunternehmen. Dieses Konstrukt ging aber von Anfang an nicht auf - denn wegen eigener Kostenberechnungen der Regierung, die, um den Strompreis niedrig zu halten, zu tief angesetzt wurden, erschien allen das Risiko bei Belo Monte zu groß.

Nach langen Verhandlungen und Zusagen der Baufirmen Queiroz Galvão, OAS, Contern, Serveng, Cetenco, Galvão Engenharia, J. Malucelli und Mendes Junior mit einer Gesamtbeteiligung von 12,5 % hört man nun auf dem Wirtschaftssektor, dass sie als Inverstoren aus der Gesellschaft aussteigen und nur für die Bauausführungen zur Verfügung stehen. Gerüchte über Geldnöte der Investoren hatte es immer wieder gegeben. Die Finanzierung von Belo Monte ist weiterhin ungeklärt, obwohl bereits mit der Errichtung der Baustellen begonnen wurde.

Der Präsident des Elektrokonzerns Light S.A., Jerson Kelman, bestätigte am Mittwoch (5.10.), Studien über die Möglichkeit einer Beteiligung am Kraftwerk Belo Monte gemeinsam mit seiner Muttergesellschaft CEMIG.

Am Rande des 8. Nationaltreffens der Elektrizitätswerke (ENAS) sagte Kelman, dass eine mögliche Beteiligung an Belo Monte "ausgewertet" wird. Schätzungen gehen von einer 5%-Beteiligung von Light aus, was Investitionen von rund R$ 1,5 Mrd bedeuten würde. Die Gesamtinvestitionen für das Kraftwerk werden mit R$ 26 Mrd beziffert.

2,5 % hat bereits der Pensionsfond Funcef übernommen, und der Stromkonzern CEMIG soll für die restlichen 5 % (von Queiroz Galvão und OAS) gewonnen werden. In dieser Woche ist mit einem Ergebnis nicht zu rechnen.

Der verantwortliche Betreiberkonzern Norte Energia sucht seit langer Zeit vergeblich nach verlässlichen Investoren, um die Gesellschaft bilden zu können. Die abgeschlossene Unternehmensstruktur ist Bedingung für die Kredite der Nationalen Entwicklungsbank BNDES.

O Globo, 05/10/2011
Light admite possibilidade de entrar em Belo Monte

Após participar do 8º Encontro Nacional de Agentes do Setor Elétrico (Enase), Kelman disse que "avalia" a possibilidade, já anteriormente cogitada. A expectativa é de que a Light assuma 5% de participação no empreendimento, fatia pertencente a construtoras, e com isso se comprometa com investimentos de cerca de R$ 1,5 bilhão. O investimento total previsto para a usina é de R$ 26 bilhões.

A Folha, 5.10.2011
Presidente da Light confirma interesse em usina Belo Monte
A Light ficaria com a parte que hoje está nas mãos da Galvão Engenharia, Contern, Cetenco, Serveng, J. Malucelli e Mendes Junior. Juntas, elas detêm 7,5% do consórcio, mas 5% vão para a Light e 2,5% serão absorvidos pela Funcef --fundo de pensão dos funcionários da Caixa. A Cemig (principal acionista da Light) ficaria com os 5% que estão nas mãos da OAS e da Queiroz Galvão.

Estadão, 6.10.2011
Cemig considera adquirir 10% de Belo Monte
Participação teria a Light como parceira e acionista controladora

Estadão, 30.9.2011
BNDES quer estruturar financiamento de Belo Monte até fim do ano
Segundo o superintendente de Infraestrutura do banco, financiamento da hidrelétrica deve ser o maior já concedido pela instituição a um projeto individual

Donnerstag, 26. Mai 2011

Private Bauunternehmen verlassen das Betreiberkonsortium für Belo Monte

Fast alle kleineren privaten Bauunternehmen, die bei der Versteigerung von Belo Monte im April 2010 am Siegerkonsortium beteiligt waren, wollen es nun verlassen. Von Freitag bis Dienstag (24.5.) hatten die drei Unternehmen Galvão Engenharia, Serveng und Cetenco das Ansuchen an Norte Energia gestellt, Contern von der Bertin-Gruppe soll noch diese Woche folgen. Das Bauunternehmen A J.Malucelli machte noch keine Verlautbarung, gab aber zu verstehen, dass die Bedingungen für eine Beteiligung an Belo Monte nicht mehr stimmten und es bestenfalls nur mehr eingeschränkt als Auto-Stromkonsument beteiligt bleiben wolle.

Die Baufirma Mendes Júnior ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten und kann die Schulden bei der Banco do Brasil nicht begleichen. Ähnliches war vor einigen Monaten bereits mit Gaia Energia passiert, deren Anteile von 9 % nach zähen Verhandlungen und Interventionen der Regierung vom Montankonzern Vale übernommen werden mussten.

Durch das Ausscheiden der kleineren Teilhaber dürften insgesamt bis zu 22,5 % Anteile am Kraftwerksprojekt Belo Monte frei werden, dessen Kosten derzeit mit R$ 25 – 30 Mrd beziffert werden.

Die Beteiligung jener kleineren Unternehmen war Anfang 2010 zur Bildung eines zweiten Konsortiums notwenig gewesen, damit überhaupt eine Versteigerung hatte stattfinden können. Dass gerade dieses dann als Siegerkonsortium hervorgegangen war, hatte in Wirtschaftskreisen Verwunderung und bei den Kraftwerksgegnern weitere Kritik hervorgerufen.

Wegen der ungleich starken Partner kam es bald zu Spannungen innerhalb des Konsortiums. Valter Cardeal, Direktor von Eletrobrás, dominierte bei den Verhandlungen aufgrund seiner Beteiligung von 49,89 % und bestimmte über die anderen Beteiligten, die außerdem nicht über das erhoffte Kapital verfügten. So mussten und konnten die Pensionsfonds als Geldgeber gewonnen werden.

Neben diesen Gründen wurde von einem Vertreter dieser Gruppe auch das Missverhältnis von staatlicher und privater Beteiligung am Projekt Belo Monte als Motive für das Verlassen des Betreiberkonsortiums Norte Energia angegeben.


Estadão, 24.5.2011
Mais empresas desistem de Belo Monte
Galvão Engenharia, Serveng e Cetenco pedem para sair do Consórcio Norte Energia, responsável pela usina; Mendes Junior deve ser a próxima

Mittwoch, 30. März 2011

Plataform BNDES fordert Finanzierungsstopp für Konjunkturprojekte, die Arbeitsrechte verletzen

Pressemitteilung der Plataforma BNDES

In den vergangenen Tagen hat die Presse bei Projekten des Konjunkturprogrammes für die Beschleunigung des Wachstums (PAC) eine Reihe von Verletzungen elementarste Arbeitsrechte veröffentlicht: beim Bau der Wasserkraftwerke Jirau und Santo Antônio am Rio Madeira, beim Bau der Raffinerie Abreu e Lima in Pernambuco, und beim thermischen Kraftwerk Pecém in Ceará. Obwohl die Arbeiterrechte gesetzlich verankert sind, hat die Nationale Entwicklungsbank BNDES, der größte Finanzier von PAC, die Geldmittel bei rechtsverletzenden Projekte nicht gestoppt. Darüber hinaus verzichtet die Bank weiterhin auf die Einhaltung der Zulassungsbestimmungen für die Finanzierung und praktiziert keine transparenten öffentlichen Projektausschreibungen und Finanzierungsgebahrungen.

Im September 2008 warnte Platform BNDES die Bank vor ernsten Gefahren der Energie-Projekte am Rio Madeira und forderte die Aussetzung der Kredite, bis die Zweifel beseitigt wären. Neben den finanziellen, ökologischen und rechtlichen Risiken nannte das Schreiben auch "die demograhische und soziale Bombe", die aufgrund der Migration in die Region entsteht, und forderte eine breite öffentliche Diskussion und nicht nur Informationen der Bank über die Finanzierung von Schadensbegrenzungen.

Seit seiner Gründung hat die Plattform BNDES von der Bank transparente Vorgehensweisen ihrer Finanzierung verlangt, damit die Öffentlichkeit und die betroffenen Menschen die Kriterien für ihre Entscheidungsfindung und für die Einschätzung der Projekte hätten. In der Folge kam es zwar zur Gründung eines “Fensters der Transparenz”, aber der Zugang zu Informationen ist noch sehr eingeschränkt und selektiv.

Momentan wird die Bedeutung dieser Forderung nach Transparenz der Vergabekriterien und deren Kontrolle besonders ersichtlich, da die Bank BNDES - die größte Entwicklungsbank in Brasilien und eine der größten weltweit – Projekte finanziert, die die Rechte von Arbeitnehmern ernsthaft verletzen.

Am 23. Februar 2011, zwanzig Tage vor den Aufständen der Arbeiter in Jirau und Santo Antônio, hatte ein technisches Team der Bank das Werk überprüft und einen positiven Abschlussbericht vorgelegt. Darin steht, dass die trimestrale Untersuchungen bezüglich der Einhaltung der Bau- und Finanzpläne und vertraglicher Verpflichtungen sowie der Umsetzung von sozialen und ökologischen Maßnahmen ordnungsgemäß durchgeführt und nichts Außergewöhnliches festgestellt hätten.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Bank Anfang 2008 auf ihrer Website zu einem Sozial- und Ethikcodex verpflichtet hat, der unter anderem den Stopp oder die ausdrückliche Kontrolle von Finanzierungsmaßnahmen durch die Bank bei jenen Projekten vorsieht, die Rechtsvorschriften missachten, Arbeiter aufgrund von Rasse oder Geschlecht diskriminieren, Kinderarbeit und Sklavenarbeit oder kriminelle Praktiken zulassen. Allerdings verhindert die mangelnde Transparenz der Projektgebarung eine Einschätzung, inwieweit die Bank ihre sozialen Richtlinien auch wirklich umsetzt.

Auf diesem Hintergrund fordern die sozialen Bewegungen der Plataforma BNDES Folgendes:
  • Sofortige Aussetzung der Kredite der Entwicklungsbank BNDES für die Betreibergesellschaft von Jirau, Energia Sustentável do Brasil (bestehend aus: Suez, Camargo Corrêa, Eletrosul und CHESF) und für die Betreiber von Santo Antônio, Santo Antônio Energia (bestehend aus: Odebrecht, Furnas, Cemig, Andrade Gutierrez, Santander und Banif), bis alle Forderungen der Arbeiter erfüllt und die Sozialklauseln respektiert sind;
  • Eine detaillierte und veröffentlichte Abrechnung der von BNDES freigegebenen Finanzmittel und deren tatsächliche Verwendung;
  • Die Errichtung einer Untersuchungskommission zur Überprüfung bisher vergebener Geldmittel für die beiden Kraftwerke und deren tatsächliche Verwendung;
  • Die Einrichtung einer ständigen Vertretung von BNDES in der Region, um den Kontakt zu den unmittelbar betroffenen Arbeitnehmer zu ermöglichen und um gemeinsam nach angemessenen Lösungen suchen zu können;
  • Die sofortige Vergabe von Ressourcen für jene Gemeinden und Kommunen, die durch Jirau und Santo Antonio betroffen sind, um sozial vorbeugende Maßnahmen gegen die Migration einleiten zu können;
  • BNDES muss auf seiner Website die regelmäßigen Kontrollberichte über den Baufortschritt, die finanzielle Gebahrung und die Einhaltung und Umsetzung der sozialen und ökologischen Maßnahmen sowie der vertraglichen Verpflichtungen offen legen, beginnend mit Jirau und Santo Antonio;
  • Die Richtlinien für Transparenz und soziale Kontrolle müssen klar definiert werden, damit die Überwachung der Ausgaben für öffentliche Investitionen in die Infrastruktur auch wirklich der Allgemeinheit zugute kommt;
  • Die brasilianische Regierung soll auf die Anfragen der Regierung Boliviens über grenzüberschreitende Auswirkungen der Staudämme von Jirau und Santo Antonio reagieren.
Wir betonen unsere Verntwortung für eine gerechte, solidarische und gleichberechtigte Gesellschaft, in der die öffentlichen Ausgaben zu einer Veringerung der sozialen Unterschiede beitragen sollen und nicht umgekehrt, und warten auf ihre Antwort.

Plataforma BNDES, am 29. März 2011

Fonte:
Nota sobre os financiamentos das obras do PAC

Montag, 28. Februar 2011

Brasilien wird bis 2014 an die R$ 3,3 Billion investieren

The Evolution of the BNDES’ Disbursements

Während die Regierung - nach dem Ausscheiden der Bertin-Gruppe aus dem Konsortium für Belo Monte - auf der Suche nach neuen finanzkräftigeren Unternehmen ist, gibt die Nationale Entwicklungsbank BNDES unglaubliche Wirtschaftszahlen für die nächsten vier Jahre bekannt und spricht von Investitionen in der Höhe von R$ 3,3 Billionen.

Erdöl und elektrische Energie werden für ein außerordentliches Wirtschaftswachstum Brasiliens sorgen und innerhalb der nächsten vier Jahre zu Investitionen von einer halben Billion Reais führen. Zu diesem Ergebnis kam die Nationale Entwicklungsbank (BNDES) nach einer Aktualisierung der Wirtschaftsdaten, wonach zwischen 2011 und 2014 insgesamt R$ 3,3 Billionen (ca. € 1,5 Billionen) in die Wirtschaft fließen werden.

Als Basis dienten laut BNDES Daten von geplanten Industrie- und Infrastruktur aus 15 Sektoren, die die Hälfte der Wirtschaftsleistungen ausmachen.

Die Bereiche Erdöl und Gas konnten die vorgesehenen Haushaltspläne für die nächsten vier Jahre von R$ 295 Mrd auf R$ 378 Mrd steigern. Verglichen mit den R$ 205 Mrd zwischen 2006 und 2009 bedeutet das eine Steigerung um 84 % in diesem Wirtschaftssektor bis 2014.

Auf dem Sektor Energiewirtschaft haben die Wasserkraftwerke in Amazonien oberste Priorität. Laut BNDES entfallen nur auf Belo Monte 10% der R$ 139 Mrd, die dieser Sektor bis 2014 erhalten wird, was um 33,6% mehr wäre als zwischen 2006 und 2009.

Estado de São Paulo, 28.2.2011
Brasil vai investir R$ 3,3 tri até 2014
Petróleo e energia vão contribuir com R$ 500 bilhões, aponta estudo do BNDES

Freitag, 25. Februar 2011

Beteiligung von "Vale" an Belo Monte könnte Agnelli nützen

Der Präsident des weltweit drittgrößten Bergbauunternehmens Vale, Roger Agnelli, könnte als strategischer Partner der Regierung beim Projekt Belo Monte in Erscheinung treten, sollte er sich anstelle der ausgeschiedenen Bertin-Gruppe beteiligen. Der Kraftwerksbau gilt als vorrangiges Projekt von Präsidentin Rousseff. Eine Neupositionierung von Vale für eine Beteiligung am Betreiberkonsortium Norte Energia könnte sich auch günstig für die Zukunft Agnellis auswirken, dessen Amtszeit Mitte dieses Jahres abläuft.

Wegen fehlenden Kapitals beendete Bertin letzte Woche seine Beteiligung am Kraftwerk Belo Monte. Nun ist die Regierung - wieder einmal - um einen Partner bemüht, damit der Zeitplan für Belo Monte nicht in Verzug gerät oder die Bedingungen der Entwicklungsbank BNDES zur Finanzierung nicht revidiert werden müssten. Außer Vale sollen auch die Gerdau-Gruppe - sie könnte sogar gemeinsam mit Vale auftreten - und das Imperium von Eike Batista Interesse gezeigt haben.

Der Direktor der Energie- und Mineraliengewinnung von Vale, Eduardo Jorge Ledshan bestätigte am Freitag (25.2.) das Interesse des Unternehmens an Belo Monte. Vale würde in der Gruppe der Selbst-Produzenten an Stelle von Gaia (Bertin-Gruppe) die frei werdenden 9% übernehmen.

Ledhans zufolge müsste das Unternehmen aber das Angebot noch technisch und wirtschaftlich auswerten und werde "in den nächsten zwei Wochen" seine Position bekannt geben. Die Kosten für Belo Monte werden nun mit mehr als R$ 30 Mrd angegeben – zuvor legte die Regierung eine Oberkostengrenze von R$ 19,6 Mrd fest -, wobei die Nationale Entwicklungsbank BNDES R$ 16 Mrd übernimmt. Die erste Tranche der BNDES-Finanzierung in der Höhe von R$ 5 werden zu Baubeginn fällig.
http://plattformbelomonte.blogspot.com/2010/07/durchfuhrungsgesellschaft-fur-belo.html

Sollte sich Vale beteiligen, halten es Vertraute der Regierung Rousseff für möglich, dass Agnelli weiterhin im Amt bleibt. Seit der weltweiten Finanzkrise im Frühjahr 2009 steht er wegen fehlender Investitionen und steigender Entlassungen unter Erfolgszwang.

O Globo, 25.2.2011
Belo Monte: entrada da Vale no consórcio da hidrelétrica pode ajudar Agnelli a se manter na presidência
O presidente da Vale, Roger Agnelli, pode voltar a ganhar o status de parceiro estratégico do governo, caso a mineradora entre no lugar do grupo Bertin na hidrelétrica de Belo Monte. O empreendimento é considerado uma obra prioritária pela presidente Dilma Rousseff. Por isso, um reposicionamento da Vale na condição de sócia do consórcio Norte Energia pode selar um destino diferente para Agnelli, cujo mandato vence em meados deste ano.

Freitag, 18. Februar 2011

Finanzprobleme: Bertin zieht Beteiligung an Belo Monte zurück

Gaia Energia, eine Tochtergesellschaft des Kühlriesen Bertin, zog die Beteiligung am Wasserkraftwerksbau Belo Monte zurück, weil sie nicht das nötige Kapital aufbringen kann. Die Entscheidung wurde gestern (16.2.) vom Konzern sowie den übrigen Beteiligten am Konsortium Norte Energia getroffen.

"Wir entschieden uns, von unserer Möglichkeit einer 9%-Beteiligung an Monte Belo keinen Gebrauch zu machen“, sagte José Malta , Präsident der Bertin Energia, und versicherte, dass das Unternehmen deshalb weder Geldbuße zu befürchten noch Aktien auf dem Markt zu verkaufen hätte. Er wies darauf hin, dass die Gruppe weiterhin mit mindestens 1,25% über die Baufirma Contern an Belo Monte beteiligt sei.

"Unsere Ausscheiden bedeutet nicht, dass Belo Monte nicht durchführbar oder schlecht sei“, sagte Malta. Vielmehr sei es die Strategie des Unternehmens, laufende Kraftwerksprojekte abzuschließen. Man sei momentan an 31 Projekten beteiligt (28 Kraftwerke für Erdöl und Erdgas und drei für erneuerbare Energie) mit einer Leistung von 6.000 MW. Die Arbeiten mit einem Investitionsvolumen von R$ 7 Mrd. sollten bis 2014 abgeschlossen sein.

Das Unternehmen stand erst kürzlich in den Medien, weil es die Frist für die Fertigstellung von sechs thermoelektrischen Kraftwerken nicht einhalten konnte. Die Werke sollten seit Ende Jänner in Betrieb sein, aber mit dem Bau wurde noch gar nicht begonnen. Die Nationale Agentur für Elektrische Energie (Aneel) verhängte für die Verzögerung eine Strafe von R$ 1,2 Millionen. Das Unternehmen legte dagegen Berufung ein und sagte, die Agentur wäre mit der Vergabe der Projekte zu langsam gewesen.

Außerdem verhängte die Kammer für den Stromhandel (CCEE) gegen Bertin eine Strafe von R$ 400 Mio, da sie die vereinbarten finanziellen Sicherheiten nicht hinterlegt hatte. Die Gruppe wird nun auf dem Markt Energie kaufen müssen, um den Verpflichtungen nachzukommen.

Bertin ist auf dem Nahrungsmittel- und Kühlsektor tätig und beteiligte sich an Belo Monte, um günstig zu Strom zu kommen. Das Unternehmen hatte bereits 2008 finanzielle Probleme. Damals wurde es von der Nationalen Entwicklungsbank aufgefangen und mit JBS zur weltweit größten Tiefkühl-Kette fusioniert. Bertin hat immer wieder Geldsorgen und musste sich in mehreren Bundesstaaten vor Gericht verantworten.

Estadao, 17.2.2011
Bertin desiste de sociedade em Belo Monte
Grupo diz que desistência está associada à estratégia da empresa de focar suas energias na conclusão dos projetos de termoelétricas

O Globo, 17.2.2011
Belo Monte: saída de Bertin torna obra ainda mais confusa