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Donnerstag, 11. August 2011

300 Obdachlosenfamilien kampieren vor Rathaus in Altamira

Rund 300 Obdachlosenfamilien, die an den Vortagen von der Militärpolizei aus ihren Hütten vertrieben worden waren, haben am 10.8. vor dem Rathaus in Altamira mit Sack und Pack ein Lager aufgeschlagen.

Sie verlangen von der Regierung eine Lösung des Wohnungsproblems, das durch die Gewährung der Installationslizenz (LI) für das Wasserkraftwerk Belo Monte entstanden ist. Preise für Wohnungen und Mieten sind seither in Altamira explodiert. Nach der Kundgebung Ende Juni und den Unruhen beim "Bürgerservice" ist dies bereits der dritte Protest in Folge.

"Hier weiß niemand, wohin er gehen soll", sagt M.L., einer der Vertriebenen. Sie bringen all ihre Habseligkeitne zum Rathaus mit: Wasserbehälter, alte Möbel, Bretter, Schaumstoffmatratzen, Gasöfen, Geschirr, Thermosflaschen, Kleider etc., was ein beklemmendes Bild ergibt. Die städtische Verkehrsabteilung (Demutran) hat den Häuserblock abgesperrt und die Stadtwachen sind aufmarschiert.

"Sie [die Besitzer des Landes] bezahlen Lastwagen, um unsere Sachen hierher zu bringen", sagt er. Eine Dokumentation bestätigte, dass Herr Ubiratan, der den Bischof der Prälatur am Xingu als Redelsführer einer Landbesetzung Mitte Juni beschuldigt hatte, selber einen Lkw mit Habseligkeiten von Familien gelenkt hat.

Laut den Obdachlosen wurden ihre Hütten bereits zum zweiten Mal nieder gerissen. "Ich arbeite auf der Müllhalde. Alles, was ich für meine Hütte benötigte, habe ich tagtäglich von dort mitgebracht, jeden Pfosten und jedes Brett. Und jetzt?", fragt M.L. ratlos.

Xingu Vivo, 11.8.2011
Despejados, sem teto de Belo Monte acampam em frente à prefeitura

Freitag, 24. Juni 2011

Belo Monte: Polizei löst Obdachlosen-Siedlung in Altamira gewaltsam auf

Am Rand des offiziellen Siedlungsprojektes für Belo Monte, im Bairro São Domingos, kam es zu Wochenbeginn zu weiteren illegalen Ansiedlungen. Eigentümer des Areals ist Eletronorte, ein an Belo Monte beteiligtes Unternehmen. Am Dienstag (21.6.) und Mittwoch schritt die Polizei ein und nötigte die Siedler zum Abzug. Nach Auskunft der Betroffenen benutzte die Polizei dabei auch Pfefferspray, Tränengas und Gummigeschoße, um die Obdachlose aus ihren begonnenen Holzhütten und Zeltlagern zu vertreiben.

Am Dienstag wurden 120 Familien weggeschickt, es kam zu 3 Festnahmen. Am Mittwoch mussten ca. 150 Familien die Siedlung verlassen und 40 Personen wurden festgenommen, darunter 3 Minderjährige. Für sie beginnt ein neuer Exodus.



YouTube-Video - Parte 2
Sem-teto ocupam terrenos da Eletronorte e são retirado a Bala da policia (Par.2)

Xingu Vivo, 23.6.2011
Sem-teto ocupam terreno da Eletronorte e sofrem dois despejos em uma semana

Jornal do Brasil, 23.6.2011
Sem-teto ocupam terreno da Eletronorte e são retirados à bala pela polícia