Mittwoch, 27. Februar 2019

Vorbereitung der Amazonas-Synode läuft


Vatican News, 27.2.2019
Vatikan: Vorbereitung der Amazonas-Synode läuft
Papst Franziskus empfing am Montag den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes und andere Teilnehmer eines Seminars, das seit Montag in Rom die Amazonas-Synode vorbereitet. Vatican News sprach mit Misereor-Chef Pirmin Spiegel über das Treffen.

Auf die Frage, was die jetzige Konferenz bedeute meinte Spiegel: „Es hat sehr viele Vorbereitungstreffen gegeben auf panamazonischer Ebene, seitens der vielzitierten Basis und seitens der Bischofskonferenzen, die versuchten, in dieser vorsynodalen Zeit Erfahrungen und Wege einzubringen, um einen Beitrag zur Synode zu leisten.“ Das gelte es jetzt mit Blick auf die Synode zu konkretisieren: „Dieses Studienseminar hier, das sind Experten, die sowohl vom lokalen Amazonas-Raum reden, als auch vom Kongo-Becken in Afrika wie auch von den Philippinen. Weil um den gesamten äquatorialen Gürtel dieser Erde ähnliche Phänomene herrschen.“ Es sei die Herausforderung, sich für das zukünftige kulturelle Leben indigener Völker einzusetzen.

Amazonas als Ware

Spiegel beklagt: „Der Amazonas wird immer mehr als Ressource gesehen, als Ware, als würden dort keine Völker leben. Amazonas wird im Soja-Anbau, im Extraktivismus bezüglich Gas, bezüglich Staudämme gesehen als wäre der sofortige Gewinn der alleinige Maßstab.“ Besonders wichtig ist dem Experten das, was auch Papst Franziskus im Januar 2016 in Peru gefordert hat, das Zuhören: „Eine wichtige Dimension zur Vorbereitung der Synode im Oktober ist, dass wir diese autochthonen Völker hören - sowohl in Amazonien, als auch im Kongo-Becken, als auch auf den Philippinen.“

Ihre Erfahrungen, ihre Traditionen, ihre Mystik und ihre Spiritualität sollten berücksichtigt werden. Der Misereor-Chef glaubt zudem, dass es die Synode ohne die Enzyklika Laudato si’ nicht geben würde: „Er betont, dass es universale Gemeinschaftsgüter gibt, die von allen respektiert werden müssen, die über Privatbesitz stehen. Von daher sehe ich die Enzyklika Laudato si’ als eine direkte Eröffnung für die Amazonas-Synode, die ja keine lokale Synode ist, sondern die auch die äquatorialen Gebiete des gesamten Planeten mit in den Blick nimmt.“

Bis Oktober gebe es jedoch noch sehr viel zu tun, ist Spiegel überzeugt. An dem seit Mitte 2018 existierenden Vorbereitungsdokument werde weiter gearbeitet, und für Mitte Mai werde ein Arbeitsdokument erwartet, das dann Grundlage für die Gespräche der Synode sein werde.


Domradio, 25.2.2019
Amazonien-Synode findet vom 6. bis 27. Oktober statt
Neue Formen von Seelsorge
Das Datum für die Amazonien-Synode steht fest. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen im Amazonas-Gebiet treffen sich vom 6. bis zum 27. Oktober im Vatikan. Dort soll über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten werden.


Katholisch.de, 25.2.2019
Themen sind Seelsorge und Ökologie
Vatikan: Termin für Amazonas-Synode steht fest
Papst Franziskus möchte die Ökologie und neue Wege der Glaubensverkündigung im Amazonas-Gebiet in den Blick nehmen. Deshalb hat er vor einiger Zeit eine Bischofssynode einberufen. Nun steht der genaue Zeitraum der Beratungen fest.


Domradio, 24.2.2019
Vorbereitungsseminar zur Amazonas-Synode im Vatikan
Neue Wege für die Kirche
"Unterwegs zur Sondersynode für Amazonien: Regionale und weltweite Dimension": Der Vatikan veranstaltet kommende Woche ein dreitägiges Seminar zur Vorbereitung der Amazonas-Synode im Oktober.

Montag, 25. Februar 2019

Bischof Kräutler auf Kundgebung gegen Umweltschäden durch Bergbauprojekte

Am 25.2. fand in Altamira eine Solidaritätskundgebung für Familien, die von den Folgen der Dammbrüche von Brumadinho, Mariana, und Bacarena betroffen sind, statt. In Sorge um die Schürfrechte für den kanadischen Konzern Belo Sun, der an der Großen Schleiße des Xingu Gold abbauen will und dafür Rückhaltebecken anlegen muss, wurde auch gegen die zunehmende Bedrohung des Xingu und der dort lebenden indigenen Völker demonstriert.
Soziale Bewegungen vom Xingu, Basisgemeinden, Studenten und Menschenrechtsaktivisten nahmen an der Kundgebung teil, sangen Lieder und rezitierten Gedichte und Texte, die den Einsatz für das Leben und für die Bewahrung der Schöpfung zum Ausdruck brachten. Die geplanten Bergbauprojekte wurden abgelehnt, weil sie die Natur ausbeuten und zerstören und in der Region weiteren sozialen Unfrieden schaffen würden.
Abschließend gab es am Ufer des Xingu ein ökumenisches Gebet, das vom emeritierten Bischof von Altamira, Dom Erwin Kräutler, und von Schwester Francineide geleitet wurde.




Donnerstag, 21. Februar 2019

Auftraggeber der Ermordung von Dorothy Stang muss wieder ins Gefängnis


Das Bundesgericht (STF) in Brasília hob am Dienstag (19.2.) die Entscheidung von Richter Marco Aurélio Mello auf, der im Mai letzten Jahres den Fazendeiro Regivaldo Pereira Galvão habeas corpus gewährte. "Taradão" war 2010 als Auftraggeber zur Ermordung der US-Missionarin Dorothy Stang im Jahr 2005 in Anapu (PA) zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mello hatte die Freilassung damit begründet, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig sei und Galvão gegen seine Verurteilung noch über gerichtliche Mittel verfügen könne, weshalb er nicht inhaftiert werden dürfe.

Auch bei dieser Verhandlung vertrat Mello die Position des Rechts auf Habeas Corpus. Die anderen vier Richter vertraten jedoch die Ansicht, dass eine Verhaftung nach einer Verurteilung in dritter Instanz, die 2017 erfolgt ist, möglich ist. Damit muss Galvão wieder ins Gefängnis, um die damals reduzierte Strafe von 25 Jahren zu verbüßen.

Die amerikanische Notre Dame-Missionarin Dorothy Mae Stang wurde am 12. Februar 2005 im Alter von 73 Jahren in Anapu, südwestlich von Pará, getötet. Sie arbeitete mit Kleinbauern und Basisgemeinschaften in der Region von Anapu an Projekten zur nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung, der sogenannten PDS Esperança.

Nach Angaben des Staatsanwaltschaft wurde der Tod der Missionarin von den Großgrundbesitzern und Viehzüchtern Vitalmiro Bastos de Moura ("Bida") und Regivaldo Galvão ("Taradão) in Auftrag gegeben. Amair Feijoli da Cunha ("Tato") hatte zur Durchführung des Mordes Geld von Vitalmiro erhalten (Reais 50.000) und gilt als Vermittler. Beide wurden zu je 18 Jahren Gefängnis verurteilt.

Rayfran das Neves Sales bekannte sich als Mörder und wurde als Täter zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, darf aber seit Juli 2013 den Rest der Haft unter Hausarrest verbüßen. Clodoaldo Carlos Batista hatte Rayfran bei der Tat begleitet und wurde als Mittäter zu 17 Jahre Gefängnis verurteilt. Nach einem Gefängnisausgang in Belém im Februar 2011 kehrte er nicht mehr zurück und ist seither auf der Flucht.


Kathpress, 22.2.2019
Mord an Kräutler-Mitarbeiterin: Auftraggeber kommt wieder in Haft
Brasiliens Oberstes Gericht hob Einstweilige Verfügung auf, die den im Fall der Ermordung der US-Ordensfrau Dorothy Stang zu 25 Jahren Haft verurteilten Landbesitzer auf freien Fuß setzte
Brasilia, 22.02.2019 (KAP/KNA) Brasiliens Oberstes Gericht hat den bereits in drei Instanzen verurteilten Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang zurück ins Gefängnis beordert. Damit hob das Gericht die von einem der Obersten Richter im Mai erlassene Einstweilige Verfügung auf, die den zu 25 Jahren Haft verurteilten Landbesitzer auf freien Fuß setzte, wie brasilianische Medien am Donnerstag berichten. Der 2005 verübte Mord an Stang, die eng mit dem brasilianisch-österreichischen Amazonas-Bischof Erwin Kräutler zusammenarbeitete, sorgte für internationales Aufsehen; die Justizposse zeigt die Langsamkeit der brasilianischen Justiz. Beobachter haben die Vermutung, dass an dem Fall ein juristisches Exempel statuiert werden soll.

Der Oberste Richter Marco Aurelio Mello hatte dem Landbesitzer Reginaldo Pereira Galvao im Mai zugestanden, in Freiheit auf die Revision seines Falles vor dem Obersten Gericht zu warten. Galvao war 2010 erstinstanzlich zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll für den Mord an Stang, die sich für die Rechte von Kleinbauern im Amazonasgebiet engagiert hatte, mehrere tausend Euro gezahlt haben.

Doch bereits 2012 gestand Richter Mello Galvao zu, in Freiheit auf seine Berufung in zweiter Instanz zu warten. Obwohl die Strafe von dieser Instanz bestätigt wurde, blieb Galvao weiterhin frei. Die dritte Instanz reduzierte seine Strafe 2017 auf 25 Jahre. Dank Mellos Einstweiliger Verfügung blieb er auf freiem Fuß.

Die katholische Landpastoral Brasiliens hatte damals die Freilassung Galvaos kritisiert. Sie verdeutliche die absurden Zustände rund um die Landfrage in Brasilien. Im Februar 2005 war die damals 73-jährige Missionarin Stang in der Stadt Anapu erschossen worden. Galvao hat als einziger der fünf Verurteilten seine Strafe noch nicht angetreten. Die vier Mittäter sind inzwischen wieder frei, nachdem ihre Haftzeiten reduziert wurden.

Hintergrund des juristischen Hin-und-Hers ist die Frage, ob Verurteilte die Haft antreten müssen, bevor die vierte Instanz entschieden hat und damit der Rechtsweg völlig ausgeschöpft ist. Am 10. April will das Gericht diese Frage erneut beraten. Aufgrund der Langsamkeit des überlasteten Obersten Gerichts verjähren viele Fälle. Wer über gute und teure Anwälte verfügt, die das Verfahren bis zur vierten Instanz tragen, hat große Chancen, straffrei zu bleiben.

Anders sieht die Realität für die meisten der rund 800.000 Häftlinge in Brasilien aus. Etwa die Hälfte wartet im Gefängnis auf den Prozess in erster Instanz; sie sitzen also meist in unzulänglich langer Untersuchungshaft. Doch es trifft auch Prominente: Der wegen Korruption und Geldwäsche verurteilte Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (2003-2010) sitzt seine Haftstrafe seit fast einem Jahr ab, obwohl die Revisionen in dritter und vierter Instanz noch anstehen. Seine Verteidiger halten ihn deswegen für einen "politischen Gefangenen".


Tiroler Tageszeitung, 22.2.2019
Mord an Kräutler-Mitarbeiterin: Auftraggeber kommt wieder in Haft
Brasilia (APA) - Brasiliens Oberstes Gericht hat den in dritter Instanz zu 25 Jahren Haft verurteilten Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang zurück ins Gefängnis beordert. Damit hob das Gericht die von einem der Obersten Richter im Mai erlassene Einstweilige Verfügung auf, die den Landbesitzer auf freien Fuß setzte, wie brasilianische Medien am Donnerstag laut Kathpress berichteten.

Die Mitarbeiterin des aus Vorarlberg stammenden Amazonas-Bischofs Erwin Kräutler hatte sich für die Rechte von Kleinbauern im Amazonasgebiet engagiert. Im Februar 2005 wurde die damals 73-jährige Missionarin in der Stadt Anapu erschossen. Für die Tat wurde der Landbesitzer Reginaldo Pereira fünf Jahre später in erster Instanz zu 30 Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht hatte ihn für schuldig befunden, für den Mord an Stang mehrere tausend Euro gezahlt zu haben.

Aufgrund des juristischen Instanzenweges ist Pereira Galvao der einzige der fünf Verurteilten, der seine Haftstrafe noch immer nicht angetreten hat. Die vier Mittäter waren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, sind inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuß, nachdem ihre Haftzeiten reduziert wurden.

Hintergrund des juristischen Tauziehens ist die Frage, ob Verurteilte die Haft antreten müssen, bevor die vierte Instanz entschieden hat und damit der Rechtsweg völlig ausgeschöpft ist. Etwa die Hälfte der rund 800.000 Häftlinge in Brasilien wartet im Gefängnis auf den Prozess in erster Instanz. Auch der wegen Korruption und Geldwäsche verurteilte Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (2003-2010) sitzt seine Haftstrafe seit fast einem Jahr ab, obwohl die Revisionen in dritter und vierter Instanz noch anstehen. Seine Verteidiger halten ihn deswegen für einen „politischen Gefangenen“.



O Globo, 20/02/2019
STF manda prender fazendeiro condenado por ser mandante da morte de Dorothy Stang
Regivaldo Galvão foi condenado em segunda instância a 30 anos de prisão. No ano passado, o ministro Marco Aurélio Mello mandou soltá-lo, mas Primeira Turma revogou decisão.


Estadão, 20/02/2019
Supremo manda prender ‘Taradão’, condenado por assassinato de Dorothy Stang
Decisão é da Primeira Turma da Corte; ministro Marco Aurélio Mello havia concedido habeas corpus a Regivaldo Pereira Galvão, sentenciado a 30 anos de prisão pelo assassinato de missionária norte-americana, em 2005, em Anapu (PA)

Fazendeiro condenado pela morte de Dorothy Stang volta à prisão

Decisão foi expedida pelo STF

Mittwoch, 20. Februar 2019

Betrugsvorwürfe gegen Bolsonaros Wahlkampfmanager

Gustavo Bebianno und Jair Bolsonaro
NZZ, 19.2.2019
Brasiliens Präsident entlässt einen Vertrauten nach Betrugsvorwürfen
Nach Vorwürfen des Betrugs bei Wahlkampfhilfen hat Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro seinen Minister und Vertrauten Gustavo Bebianno entlassen. Der frühere Chef von Bolsonaros ultrarechter Partei PSL besetzte einen politischen Schlüsselposten.

Deutsche Welle, 20.2.2019
Bolsonaros erste Regierungskrise
Ein Korruptionsskandal kratzt an Bolsonaros Saubermann-Image. Unter ihm sollte Schluss sein mit krummen Geschäften in der Politik. Doch jetzt musste Brasiliens Präsident einen engen Vertrauten aus dem Kabinett entlassen.

amerika21, 23.02.2019
Erste Regierungskrise: Zentraler Bolsonaro-Minister in Brasilien nicht mehr im Amt
Am 49. Tag seiner Amtszeit hat Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro einen herben Tiefschlag hinnehmen müssen. Gustavo Bebianno, Minister des Generalsekretariats der Präsidentschaft und enger Vertrauter Bolsonaros, ist wegen Korruptionsvorwürfen seines Amtes enthoben worden. Der 54-jährige Rechtsanwalt war der Koordinator der siegreichen Wahlkampagne und gilt als einer der wichtigsten Berater des neuen brasilianischen Präsidenten.
Bebianno musste am 18. Februar seinen Posten räumen, nachdem die Tageszeitung "Folha de São Paulo" ein Korruptionssystem innerhalb des Wahlkampfes der Bolsonaro-Partei PSL (Partido Social Liberal) aufgedeckt hatte: Unter dem Deckmantel der Frauenförderung hatte die PSL staatliche Fördergelder für die Kampagne von fünf weiblichen Scheinkandidatinnen kassiert, die nicht die Absicht hatten in die Politik zu gehen. Ein maßgeblicher Teil dieser Gelder soll zurück an die Parteizentrale gegangen sein.

amerika21, 12.2.2019
Brasilien: Partei von Bolsonaro finanzierte Wahlkampf mit Fake-Kandidaten
Ultrarechte PSL kassierte Schwarzgelder über vermeintliche Kandidaten. Kritiker sprechen von Wahlbetrug

Montag, 18. Februar 2019

Papst rehabilitiert Ernesto Cardenal

VaticanNews, 18.2.2019
Nicaragua: Papst hebt Sanktionen gegen Ernesto Cardenal auf
Papst Franziskus hat sämtliche Sanktionen gegen den nicaraguanischen Befreiungstheologen Ernesto Cardenal aufgehoben. Das teilte die Nuntiatur in Managua mit.

Der 94-jährige Priesterdichter Cardenal, er war zeitweilig Minister der einstigen Revolutionsregierung in Nicaragua, befindet sich seit zwei Wochen wegen einer Niereninfektion in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Managua.

Nuntius Stanislaw Sommertag habe vor wenigen Tagen den Befreiungstheologen besucht und ihm in der Folge mitgeteilt, Franziskus habe sämtliche Sanktionen gegen ihn aufgehoben. Zugleich habe der Nuntius Cardenal angeboten, mit ihm gemeinsam die erste Messe seit fast 35 Jahren zu feiern.

Wegen Cardenals politischem Engagement hatte ihm Papst Johannes Paul II. 1985 die Ausübung des priesterlichen Dienstes verboten. Als Johannes Paul Nicaragua einen Pastoralbesuch abstattete, ging das Bild um die Welt, wie der Papst den Priester-Politiker mit erhobenem Zeigefinger ermahnte.

Laut Kirchenrecht ist Priestern die Übernahme politischer Mandate nicht gestattet. Zuvor war Ernesto Cardenal unter anderem am Sturz des Diktators Anastasio Somoza (1925-1980) in Nicaragua beteiligt, nach der Revolution 1979 wurde er Kulturminister der sandinistischen Regierung unter Daniel Ortega. Inzwischen hat Cardenal sich von der erneut regierenden Regierung Ortega losgesagt. Dieser sei ein „kleiner, mieser Diktator“, wurde Cardenal zitiert.

In den vergangenen Tagen hatte auch Managuas Weihbischof Silvio Baez den Kranken besucht und sich von ihm segnen lassen. Er dankte Cardenal für sein Wirken für die "Weitergabe des Glaubens" mit den Worten: „Danke Ernesto, daß Du mit Schönheit und Glauben das heilige Mysterium Gottes besungen hast und in den Widersprüchen der Geschichte in Solidarität und Liebe mit Deinen Brüdern gelebt hast.“

Schwäbische, 20.2.2019
Papst hebt Sanktionen gegen Ernesto Cardenal auf
Der Bart ist ab, aber das Haar ist noch so silbrig und lang wie immer. Geschwächt ist Ernesto Cardenal, schließlich ist er inzwischen 94 Jahre alt, und pendelt zwischen seinem Haus in Nicaraguas Hauptstadt Managua und dem Krankenhaus. Seit Anfang des Monats liegt er wieder wegen einer Niereninfektion im Spital. Dort erreichte ihn jetzt eine Nachricht, von der man nicht so richtig weiß, ob sie ihm auf seine späten Tage noch wirklich wichtig ist. Denn der „Poet“, wie er in Nicaragua mit Zuneigung genannt wird, ist immer vor allem seinen Überzeugungen treu geblieben und nicht denen der Katholischen Kirche oder denen der sandinistischen Machthaber, für die er am Anfang ihrer Zeit stritt.


ACI digital, 18/02/2019
Vaticano restabelece funções sacerdotais a Ernesto Cardenal
O Vaticano restabeleceu as funções sacerdotais a Ernesto Cardenal, de 94 anos, que foi suspenso a divinis pelo Papa João Paulo II em 1984, por fazer parte do governo sandinista da Nicarágua, o que é proibido pelo direito canônico que regula a Igreja.
A notícia do levantamento da suspensão, que seria um gesto de misericórdia considerando que Cardenal está com a saúde debilitada e que há anos está desvinculado de atividades da militância política, foi comunicada ao sacerdote pelo Núncio Apostólico na Nicarágua, Dom Waldemar Stanislaw Sommertag.


El País, 17/02/2019
Roma se reconcilia con Cardenal
El Papa rehabilita al sacerdote nicaragüense al que Juan Pablo II prohibió administrar los sacramentos en 1984 por apoyar la revolución sandinista

Samstag, 16. Februar 2019

Wasseraustritt am Damm von Belo Monte




Siedler haben am Damm des Staubeckens für das Kraftwerk Belo Monte Stellen gefunden, an denen Wasser austritt. Aufgrund des verheerenden Dammbruchs von Brumadinho sind sie besorgt, dass auch hier eine ähnliche Katastrophe ausbrechen könnte.

Das Betreiberkonsortium Norte Energie ließ verlauten, dass der Damm nicht undicht ist und alle Kontrollen ordnungsgemäß erfolgen. Das Wasser komme wie geplant vom Drainagesystem und bedeute keine Gefahr.
Diese Erklärung wurde auch von Dammexperten bestätigt, da das herausströmende Wasser klar und nicht verschlämmt ist.


O Globo, 15/02/2019
Vídeo mostra escoamentos da usina de Belo Monte e assusta moradores na Volta Grande do Xingu, no Pará
Os moradores temem o rompimento de diques - estruturas construídas para vedar partes do reservatório que abastece a casa de força principal da hidrelétrica.



Jornal Liberal, 15/02/2019 (Video)
Vídeo registra escoamentos na usina de Belo Monte, no PA, e assusta moradores

Freitag, 15. Februar 2019

Bolsonaros Geheimdienst spioniert Bischöfe aus


Adveniat, 15.2.2109
Ist die Kirche wieder Staatsfeind in Brasilien?
Brasiliens Geheimdienst soll katholische Bischöfe wegen der anstehenden Amazonas-Synode ausspioniert haben. Wie schon in Zeiten der Militärdiktatur fällt die Kirche in Verdacht, subversiv und staatsgefährdend zu sein.

Brasilien scheint die von Präsident Jair Messias Bolsonaro angekündigte Zeitreise "40 oder 50 Jahre zurück", also in die Zeit des Kalten Kriegs, anzutreten. "Über den brasilianischen Teil Amazoniens bestimmt immer noch Brasilien", so sein Nationaler Sicherheitsberater, General Augusto Heleno. Weder fremde Staatschefs noch Nichtregierungsorganisationen (NRO) dürften "reinreden". Heleno soll den Geheimdienst auf Bischöfe und Patres angesetzt haben, die mit der Amazonas-Synode befasst sind. Die Bischofsversammlung kommt im Oktober im Vatikan zusammen.

Heleno bestreitet diese Medienberichte eher halbherzig. "Unsere Befürchtungen rund um die Synode haben ihren Grund, denn auf der Agenda stehen Punkte, die die nationale Sicherheit betreffen", so der General. Oppositionspolitiker wollen ihn nun vor den Kongress laden. Er sage nur aus, wenn er gezwungen werde, so Heleno, der früher als Truppenchef in Amazonien mit Kritik an Umweltschutz und Landzuteilungen an Indigene aufgefallen war.

Bei der von Papst Franziskus angesetzten Synode geht es um die Rechte der 400 indigenen Völker, die in dem acht Millionen Quadratkilometer großen Amazonasgebiet leben. Und es geht um Naturschutz. Bereits im Juni 2018 wurden die Eckpunkte in einem Vorbereitungspapier festgeschrieben. Geheimnisse gibt es nicht.

Doch laut Adveniat-Partner Padre José aus Maranhao gibt es Informationen, dass man den Papst in Gesprächen dazu bringen will, von der Synode Abstand zu nehmen. Der Adveniat-Partner blickt mit großer Sorge auf die gegenwärtigen Entwicklungen in Brasilien. "Wir kehren Schritt für Schritt wieder auf die Militärdiktatur zurück, die so viel Elend, Gewalt und Blutvergiessen in den Jahren von 1964 bis 1988 in Brasilien gefordert hat", so Padre José.

60 Prozent des Amazonasgebiets liegen in Brasilien, der Rest in Kolumbien, Peru, Bolivien, Ecuador, Venezuela, Suriname, Guayana und Französisch-Guayana. Die Militärdiktatur (1964-1985) schürte die Angst, ausländische Mächte könnten Brasilien das rohstoffreiche Gebiet streitig machen. Überhastet entstanden Militärbasen, Städte, Staudämme und Tausende Kilometer lange Asphaltschneisen. Damals habe man keine Rücksicht auf Umweltschützer nehmen müssen, schwärmt General Heleno noch heute.

Der im Januar angetretene Ex-Militär Bolsonaro wünscht sich diese Zeiten von "Recht und Ordnung" zurück. Er lobt offen die Folterknechte der Diktatur für ihren Einsatz gegen den Kommunismus, das Kabinett hat mehr Militärs als unter der Diktatur.

Die Militärs rechtfertigten ihre Machtübernahme einst mit der kommunistischen Bedrohung. Genau wie damals steht die katholische Kirche nun wieder im Verdacht, marxistisch unterlaufen zu sein. Suspekt erscheint auch der argentinische Papst mit seinem Einsatz für die Armen. Gilberto Carvalho, ein aus der katholischen Arbeiterbewegung stammender Politiker, vermutet dahinter auch evangelikale Kräfte, die einen Kirchenkrieg entfachen wollen. "In dieser Regierung haben sie ein großes Gewicht, und das ist schlecht für die Trennung von Staat und Kirche." Die Spionage weise in Richtung Polizeistaat, so der frühere Berater von Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und Ex-Minister unter dessen Nachfolgerin Dilma Rousseff.

Bereits im November hatte Bolsonaro Brasiliens Kandidatur für die Austragung der Klimakonferenz "COP 25" im November 2019 zurückgezogen. Der Grund: Seit 2015 verbreitet Bolsonaro die Theorie, dass die internationale Staatengemeinschaft Brasilien Amazonien wegnehmen wolle, um den sogenannten "Triplo-A-Korridor" einzurichten. Dabei soll es sich um einen "136 Millionen Hektar großen" Grünstreifen von den Anden über Amazonien bis hin zum Atlantik handeln.

Laut dem Pariser Klimaabkommen von 2015 seien die Vereinten Nationen ermächtigt, das Schutzgebiet einzurichten, sofern Brasilien die dortige Umwelt nicht schütze, so Bolsonaro. Brasilien könnte daher auch aus dem Klimapakt aussteigen. Außenminister Ernesto Araujo, der den Klimawandel als marxistische Lüge hinstellt, erwägt sogar, die UNO zu verlassen.

Teil dieser Verschwörungstheorie sind "ausländische oder aus dem Ausland gesteuerte" Nichtregierungsorganisationen (NGO), die sich für Umweltschutz und die Rechte indigener Völker einsetzen. Sie wollten die Indigenen überreden, ihre Reservate von Brasilien abzuspalten und an Ausländer zu verkaufen. Das mit Bolsonaro verbündete Agro-Business wirft dem katholischen Indio-Missionsrat seit langem vor, Indigene aus Nachbarländern einzuschleusen, um Farmland zu rauben. Als eine seiner ersten Amtshandlungen hatte Bolsonaro deshalb angeordnet, NGOs schärfer zu kontrollieren.


Katholisches.info, 13. Februar 2019
Geheimdienstbericht über Amazonassynode sorgt für großen Wirbel in Brasilien
Die Zeitungsmeldung über die Warnung des brasilianischen Geheimdienstes vor der Amazonassynode zieht weite Kreise und rückt die Synode mit einem Schlag ins Rampenlicht der Öffentlichkeit des Landes, das im Mittelpunkt der Sondersynode stehen wird.



o eco, 14.2.2019
O que é o Sínodo da Amazônia e porque o evento preocupa o governo Bolsonaro?
Após criticar abertamente o encontro e afirmar que os órgãos de espionagem do estado brasileiro estão de olho na Confederação Nacional de Bispos do Brasil (CNBB), o general Augusto Heleno, ministro-chefe do Gabinete de Segurança Institucional (GSI) da Presidência da República, transformou o Sínodo da Amazônia em um problema de segurança nacional.

Reuters Brasil, 12.2.2019
Preocupação com sínodo sobre Amazônia é pauta que trata de temas de segurança nacional, diz Heleno
Incomodado, o general Heleno afirmou que a Agência Brasileira de Inteligência (Abin) não vai monitorar bispos e padres e que as informações são “completamente infundadas”.
“A preocupação com o sínodo é uma preocupação real porque o sínodo tem uma pauta que ele vai desenvolver e alguns assuntos dessa pauta são de interesse de segurança nacional”, disse Heleno a jornalistas. “Mas em nenhum momento eu falei em espionar ninguém, nem a Abin tem essa missão, nem a Abin vai monitorar ninguém com essa conotação.”

O Globo, 12.2.2019
Após polêmica com Igreja, Heleno critica 'palpites' de estrangeiros na Amazônia 
A notícia de que o Vaticano fará um Sínodo para discutir questões relacionada à Amazônia e ao direito dos indígenas chamou a atenção da equipe do governo. Em nota, o GSI afirmou que a Igreja Católica não é objeto de qualquer tipo de ação, mas que há "preocupação funcional" com alguns pontos da pauta do Sínodo sobre a Amazônia.
- Tem algumas coisas na pauta do Sínodo que são de interesse do Brasil. E quem cuida da Amazônia brasileira é o Brasil. Quer falar de terra indígena, de distribuição de Terra... O Brasil não dá palpite no deserto do Saara, no Alasca. Estou preocupado com entidades e ONGs estrangeiras, e às vezes chefes de Estado por trás dessas entidades, querendo dar palpite em como deve ser tratada a Amazônia brasileira - disse o ministro.

Folha de S. Paulo, 12.2.2019
Heleno admite preocupação com sínodo sobre Amazônia, mas nega monitoramento
Ministro afirma que reunião da Igreja Católica, em outubro, tratará de temas de interesse nacional

CNBB, 11.2.2019
Dom Leonardo: “O Sínodo para a Pan-Amazônia é uma celebração da Igreja para a Igreja”
Dom Leonardo Steiner, secretário-geral da CNBB, na tarde desta segunda-feira, 11 de fevereiro, lembrou que o Sínodo dos Bispos para a Pan-Amazônia é uma iniciativa para que a Igreja compreenda sua missão evangelizadora naquela região do mundo: “é um evento, uma celebração da Igreja e para a Igreja”.

Dienstag, 12. Februar 2019

14. Todestag von Schwester Dorothy Stang


Anlässlich des Todestages von Schwester Dorothy Stang gibt es wieder zahlreiche Veranstaltungen, bei denen ihres Märtyrertodes gedacht wird. In Anapu, wo sie am 12.2.2005 auf dem Weg zu einer Gemeindeversammlung von angeheuerten Killern mit 6 Schüssen ermordet wurde, spendet Dom João  sieben Jugendlichen das Sakrament der Firmung.

Die Region Nord der Bischofskonferenz feiert in Belém einen Gottesdienst. Dabei kommen auch die Landfrage und Landkonflikte zur Sprache.

Gewaltanwendung bei Landkonflikten ist in Brasilien eine traurige Realität. Laut dem CPT-Bericht  2017 stiegen Todesfällen um 16,4 % gegenüber 2016 auf 71 Menschen. Seit beginn der statistischen Erhebungen durch die CPT im Jahr 1985 sind insgesamt 1.904 Opfer zu beklagen. In nur 113 Fällen kam es zu Verurteilungen, das sind 8 %. Die Straflosigkeit ist somit extrem hoch.

Umweltminister Ricardo Salles hatte in diesen Tagen in einem TV-Interview Chico Mendes eine "irrelevante Person" genannt und gesagt, dass es seitens der UNO ein Fehler war, sein Tun als besondere Leistung darzustellen. "Von den Umweltschützern, die alle der Linken angehören, wird er hochgejubelt. Die Leute von Agrobusiness aus der Region sagen, dass Chico Mendes nicht so war, wie er dargestellt wird. - Tatsache ist, dass er heute unbedeutend ist", sagte Ricardo.

Diese Aussagen erzeugten heftige Empörung in den Medien.

Chico Mendes war 1988 für seinen Einsatz für Regenwälder Amazoniens und die Rechte der Gummizapfer vor seiner Hütte in Xapuri ermordet worden.


CPT-Nacional, 12.2.2019
Celebrações relembram os 14 anos do assassinato de Dorothy Stang

Portal das CEBs, 11.2.2019
Padre José Amaro: “Irmã Dorothy Ajudou-me a entender como se vive na prática o Evangelho”
Entrevista com Pe. Amaro em memória aos 14 anos de assassinato da Irmã Dorothy Stang.


Infoamazonia.org
A Política do Desmatamento
Quanto dinheiro é gasto pelo governo federal para preservar a Amazônia? Onde os recursos são investidos? Um olhar sobre era moderna do desmatamento (2007-2014) aponta os sucessos e as falhas da estratégia oficial de combate à devastação da Amazônia brasileira.

Congresso em Foco, 12 fev, 201
Dorothy Stang e a floresta que sangra
Por que relembrar a morte de Dorothy Stang é tão importante? Porque os assassinatos na floresta não pararam desde que a irmã foi morta, pelo contrário, seguiram ativos nos governos petistas, atravessaram o governo Michel Temer e já deixam seus primeiros rastros na gestão Bolsonaro. Cabe aqui um oportuno parêntesis para destacar, sobretudo aos desabituados ao pensamento crítico e independente, que os governos petistas foram os responsáveis por patrocinar dois dos principais desastres ambientais encravados no coração da Floresta Amazônica e que impactaram negativamente o modo de vida de centenas de pessoas: O Complexo Hidrelétrico do rio Madeira e a Belo Monte.


Blog do Pedlowski, 12.2.2019
Ricardo Salles, um condenado por improbidade administrativa, conspurca a memória de Chico Mendes

Amzônia.org, 12.2.2019
‘Que diferença faz quem é Chico Mendes?’, diz Ricardo Salles
O chefe da pasta do Meio Ambiente disse que, na verdade, desconhece a história de Chico Mendes e que tão somente ouve relatos díspares sobre sua vida. “Do lado dos ambientalistas, mais ligados à esquerda, há um enaltecimento do Chico Mendes. As pessoas que são do agro, que são da região dizem que o Chico Mendes não era isso que é contado”, continuou Salles. “O fato é que é irrelevante”, emendou.




CEBs do Brasil, 11 de fevereiro de 2019
Sínodo para a Amazônia: trazer de volta os novos caminhos da irmã Dorothy 14 anos depois
Dorothy está viva na memória daqueles que continuam a lutar na defesa da Amazônia. Aqueles que a mataram nunca pensaram que ela se tornaria um símbolo de novos caminhos, um legado que está sendo posto em prática através do processo sinodal.









G1-O Globo, 13/02/2019
Missa lembra os 14 anos do assassinato da irmã Dorothy Stang em Anapu
A celebração contou com a presença do bispo Dom João Muniz, padres da prelazia do Xingu, dezenas de trabalhadores rurais e integrantes de várias organizações sociais.

Samstag, 2. Februar 2019

NGOs am Xingu besorgt über Goldprojekt von Belo Sun

Fehlende Umweltauflage wie Kontrollen der Betriebsstätten führten in den letzten Jahren vermehrt zu verheerenden Katastrophen im Bergbau. Auswirkungen wie beim Dammbruch von Brumadinho werden auch am Xingu befürchtet, wo der kanadische Konzert Belo Sun entlang der großen Schleife des  Xingu ein enormes Goldprojekt plant: 115 t Gold sollen hier während der nächsten 17 Jahre  abgebaut werden. Die NGOs brachten ihre Befürchtungen zum Ausdruck. Sie erhielten Unterstützung von Bischof Erwin Kräutler.


Freitag, 1. Februar 2019

Kommentar: Furcht im Regenwald


Mittelbayrische, 31. Januar 2019
Furcht im Regenwald

Ein Kommentar von Thomas Schmidt, Pfarrer

Seit Jahren ist das riesige Amazonasbecken in Gefahr. Die Abholzung hat wieder zugenommen. Insbesondere der Anbau von (Gen-)Soja und die Viehwirtschaft sind auf dem Vormarsch. Dazu kommen der Bau von riesigen Staudämmen und die Ausbeutung der Bodenschätze: Eisenerze, seltene Erden, Gold, Bauxit und Öl und eben auch das wertvolle Tropenholz selbst. Aber nicht nur das: Seit 2013 nimmt nach Berichten der kirchlichen Landpastoralkommission CPT die Gewalt gegen Vertreter*innen sozialer Bewegungen und gegen Indigene wieder zu. Allein 2017 sind ihr 70 Menschen zum Opfer gefallen.

Mit der Wahl Jair Bolsonaros zum Präsidenten Brasiliens wird sich diese Entwicklung verschärfen. Er hat schon im Wahlkampf angekündigt „keinen Zentimeter Land“ den traditionellen Völkern zu überlassen und große Flächen des Amazonas-Regenwaldes für Bergbau- und Landwirtschaftsunternehmen freizugeben. Es herrscht wieder Furcht am Amazonas.

Vor dem Hintergrund dieses Szenarios hat Papst Franziskus für den Oktober eine Amazonassynode nach Rom einberufen. Kirchliche Basisgruppen, Menschenrechtsorganisationen und Bischöfe erarbeiten Vorschläge, wie die Kirche die Rechte der indigenen Völker verteidigen und den Wald schützen kann. Die Schlüsselrolle spielen die Bewohner*innen der Region selbst: Mit ihrer Lebensweise sind sie die Hüter des Waldes und schützen damit letztlich das Leben auf der ganzen Erde. Die Solidarität mit dem Überlebenskampf dieser Menschen ist so ein dringendes Gebot für unser Handeln in Europa.

Wir müssen die Frage stellen, wer die Produkte kauft, die aus dem Amazonas in die ganze Welt exportiert werden: In wessen Autos wird das Aluminium verbaut, das aus dem Bauxit der Amazonasregion gewonnen wird? Wessen Schweine werden mit dem Gensoja gefüttert, das auf riesigen ehemaligen Waldflächen angebaut wird? Welche Banken und Aktienfonds finanzieren das? Zur Solidarität mit den Menschen im Amazonasbecken gehört auch die Frage , wie wir produzieren und konsumieren. Papst Franziskus weist in seiner Enzyklika Laudato Si‘ zu Recht darauf hin, dass alles mit allem verbunden ist. Der Amazons ist in Gefahr, die Welt ist in Gefahr, und nur gemeinsame Anstrengungen in allen Teilen der Welt können sie retten.