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Samstag, 12. Dezember 2015

Pariser Abkommen für den Klimaschutz verabschiedet - Umsetzung bleibt großes Fragezeichen

Kathpress, 12.12.2015
Pariser Abkommen für Kirchenexperten "Erfolg ohne Fairness für die Ärmsten"
Obwohl mit dem Pariser Abkommen ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz geschafft wurde, "bleibt globale Klimagerechtigkeit für gefährdete Bevölkerungsgruppen noch weitgehend unerreicht". Es sei ein "Erfolg ohne Fairness für die Ärmsten" erzielt worden, sagte Heinz Hödl, Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission, in einer ersten Stellungnahme zu dem am Samstagabend beendeten UN-Klimagipfel. Das Abkommen wurde nach einem vierjährigen Erarbeitungsprozess von 195 Staaten der Welt angenommen.

ORF.at, 12.12.2015
Ziele und Wegmarken beim Weltklimagipfel
Das am Samstag verabschiedete globale Klimaabkommen ist ein Text, der trotz ausgewogener Form einige klare Wegmarken enthält. Dazu zählen das Fernziel der Erderwärmung und das angestrebte Ende der fossilen Energieträger. In dem 31-seitigen Abkommen setzt sich die Staatengemeinschaft das Ziel, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten.

BR24.de, 11.12.2015
Alles zur UN-Klimakonferenz
Weltrettung - nächster Versuch in Verlängerung
In Paris wollen die Vereinten Nationen derzeit einen historischen Nachfolgevertrag für das auslaufende Kyoto-Protokoll aushandeln. Das Ringen dauert länger als geplant, der Gipfel wurde um einen Tag bis 12. Dezember verlängert. Hintergründe zur ultimativen Weltklimakonferenz.

FAZ, 13.12.2015
Reaktionen auf den Klimavertrag
„Unser Kopf bleibt über Wasser“
Die Einigung auf dem Klimagipfel in Paris wird weltweit gefeiert. Doch die ersten Reaktionen zeigen auch: Die eigentliche Arbeit im Kampf gegen die fortschreitende Erderwärmung müssen die Staaten erst noch leisten.
Alle Nachrichten und Informationen der F.A.Z. zum Thema UN-Klimakonferenz

Nachrichten und Analysen zu den Weltklimakonferenzen in der Süddeutschen Zeitung
Beim 21. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen in Paris soll bis zum 11. Dezember über ein globales Klimaschutzabkommen verhandelt werden. Erklärtes Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Entwicklungen in Paris und Hintergründe zum Klimawandel finden Sie stets aktuell sortiert auf dieser Themenseite.

Weltklimagipfel auf ZEIT-Online

COP 21 - der Weltklimagipfel 2015 in Paris
Informationen rund um die UN-Klimakonferenz "COP 21"

Greenpeace-Blog zum Klimaweltgipfel in Paris


Deutsche Welle, 13.12.2015
Papst mahnt zur gewissenhaften Umsetzung des Klimaabkommens
Der Jubel nach der Unterzeichnung des als "historisch" bezeichneten Pariser Abkommens hat auch die großen deutschen Kirchen erfasst

Spiegel-Online, 13.12.2015
Uno-Vertrag in Paris: Papst soll sich in letzter Minute in Klimakonferenz eingeschaltet haben

kirchensite.de, 13.12.2015
Reaktionen auf Pariser Klimaschutz-Abkommen

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Kirchenhilfswerke warnen vor Scheitern des Klimagipfels


Radio Vatikan, 10/12/2015
Kirchenhilfswerke warnen vor Scheitern des Klimagipfels
Ein schlechtes Abkommen der Pariser Klimakonferenz hätte nicht nur nachteilige Folgen für das Weltklima, sondern würde auch globale Ungleichheit verstärken und das Menschenrecht auf würdiges und nachhaltiges Leben beeinträchtigen: Das hat der Weltdachverband der katholischen Kirchenhilfswerke (CIDSE) in einer Begleitveranstaltung zum Klimagipfel dargestellt, die gemeinsam mit der Caritas Internationalis, dem deutschen Hilfswerk Misereor und der NGO „Friends of the earth“ im Pariser UNO-Verhandlungszentrum Le Bourget ausgetragen wurde.

Was sagt der Vatikan? Auch der Heilige Stuhl würde – falls sich die Weltklima-Konferenz in Paris auf ein neues Klima-Abkommen verständigen sollte - das Pariser Dokument unterzeichnen. Das wäre zwar gemessen am überschaubaren Schadstoffausstoß des Kleinstaates zwar nur ein symbolischer Akt und schon jetzt ist der Vatikan dank Waldabkommen und Solarstrom CO2-neutral. Doch der Vatikan ist bis heute nicht dem Kyoto-Protokoll von 1997 beigetreten.

Wie sieht die Situation bei den Gesprächen in Paris aus? Auf dem Weg zu einem weltumspannenden Klimaschutzvertrag haben die Unterhändler der 195 Staaten und der EU ihre Positionen auf dem Klimagipfel in Paris zur Wochenmitte angenähert. Konferenz-Präsident, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, sagte bei der Vorlage des neuen Vertragsentwurfs am Mittwochnachmittag: „Wir haben Fortschritte gemacht, es bleibt aber noch viel zu tun.“

Was ist zu tun? Für die Pazifik-Inseln wirkt sich der Klimawandel bereits heute auf erschreckende Weise aus: Grundwasserversalzung, Ernteverlust durch immer mehr Schädlinge, unvorhersehbare Regenfälle und die Erosion der Küsten nannte Julianne Hickey von der neuseeländischen Caritas Aotearoa als bereits eingetretene Folgen. Ozeanien bereite sich derzeit auf eine riesige Hungerkatastrophe vor. „Der Klimawandel ist zu einer Frage von Leben und Tod geworden“, so die Expertin.

Was sind die Hindernisse? Es geht eindeutig um ökonomische und weniger um ökologische Anliegen. In Wahrheit werde in Paris über politische Ökonomie, nicht über den Klimawandel verhandelt, stellte Asad Rehman von „Friends of the earth international“ fest: Eigentliches Thema sei das kaputte Wirtschaftssystem, das auf Annahme unendlichen Wachstums basiert. Anhand des Klimawandels zeige sich eine „extreme Ungleichheit“: Zehn Prozent der reichsten Personen sind schließlich für 50 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung nur zehn Prozent der Emissionen verursacht.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Tausende von Walrossen auf der Suche nach Eisschollen


ORF, 1.10.2014
Eis zieht sich Richtung Norden zurück

Dicht gedrängt liegen rund 35.000 Walrosse auf Land vor dem Inuitdorf Point Lay im nordwestlichen Alaska. Die Meeressäuger strandeten dort auf der Suche nach Eis. Für Umweltschützer ist das eine weitere Konsequenz des Klimawandels. Denn eigentlich verbringen die pazifischen Walrosse den Winter in der Beringsee.

Walrosse können nicht unbegrenzt schwimmen und brauchen die Eisschollen zum Rasten. Weibchen nutzen das Meereis für die Geburt und suchen im seichten Schelfmeer nach Nahrung wie Schnecken, Muscheln und Würmern. Durch die wärmeren Temperaturen im Sommer zieht die Eisgrenze aber immer weiter Richtung Norden. Die weiblichen Walrosse und die Jungen driften ebenfalls nach Norden zur Tschuktschensee, nördlich der Beringsee.

Die Walrosse sind auf der Suche nach Eis vor Alaska gestrandet

Die gestrandeten Walrosse vor Point Lay wurden nun von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) gesichtet. Nach Angaben des World Wide Fund For Nature (WWF) sammelten sich große Gruppen von Walrossen auch auf der russischen Seite der Tschuktschensee.
Schwierige Nahrungssuche

In den vergangenen Jahren zog sich das Eis zunehmend in Meeresregionen zurück, die tiefer als drei Kilometer sind. Dort können die Walrosse aber nicht mehr bis zum Grund tauchen und nach Nahrung suchen. In diesem Sommer erreichte das Meereis den sechstkleinsten Punkt, seitdem die Aufzeichnung der Satellitenüberwachung 1979 startete.

Neu ist das Phänomen nicht, es wird aber immer häufiger. Das erste Mal wurden Walrosse so weit im Norden bereits 2007 gesichtet. 2009 starben 130 Walrosse, vor allem Jungtiere, nach einem Ansturm auf Küstenland vor Alaska. Massenpanik kann auch durch einen Eisbären, menschliche Jäger und niedrig fliegende Flugzeuge ausgelöst werden. Auch heuer wurden wieder 50 Kadaver gefunden, berichtet Andrea Medeiros vom US Fish and Wildlife Service gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Die Todesursache wird noch untersucht.
„Umweltbedingungen ändern sich dramatisch“

Für Margaret Williams, zuständig für das WWF-Arktis-Programm, sind die gestrandeten Walrosse „ein weiteres auffallendes Zeichen dafür, wie sich die Umweltbedingungen aufgrund der Eisschmelze im Meer dramatisch ändern. (...) Die Walrosse erzählen uns, was schon die Eisbären und die indigene Bevölkerung der Arktis erzählt haben - dass sich die arktische Umwelt extrem schnell wandelt.“

Der WWF sieht den Klimawandel für den Eisbären als die größte Bedrohung. Umweltschützer fürchten, dass zwei Drittel der Population in den nächsten 40 Jahren durch Eisschmelze und den Verlust des Lebensraums verschwinden werden. Es sei nun an der Zeit für den Rest der Welt, das zur Kenntnis zu nehmen und Maßnahmen gegen die Ursachen des Klimawandels zu setzen, betonte Williams.


Die Welt, 1.10.2014
Alaska erlebt einen kolossalen Massenansturm
Die Nordwestecke der USA wird zur Zuflucht für Zehntausende Walrosse. Naturschützer vermuten, dass die riesigen Tiere wegen des zurückgehenden Polareises dort sind. Es gab bereits eine Massenpanik.

Zeit-Online, 1.10.2014
Schmelzendes Polareis
Alaskas Walrosse fliehen an den Strand
Mehrere Tausend Walrosse sind in Alaska an Land gegangen. Die scheuen Tiere flüchteten, weil die Eisschollen geschmolzen sind, auf denen sie sich normalerweise ausruhen.

Mittwoch, 24. September 2014

UN-Klimagipfel - Am Ende steht nur eine Erklärung

UN-Sondergipfel zum Klimawandel in New York 
ORF.at, 24.9.2014
UNO-Klimagipfel bringt dürftige Ergebnisse

Trotz eines Bekenntnisses zum stärkeren Engagement gegen die Erderwärmung hat der New Yorker UNO-Klimagipfel wenig greifbare Fortschritte gebracht. Nach Abschluss der Konferenz gestern klaffte im UNO-Klimafonds immer noch eine Finanzierungslücke von 7,7 Milliarden Dollar, weil es kaum neue Zusagen gab. Umweltschutzorganisationen bezweifelten, dass vom Gipfel wirklich der Schwung für ein weitreichendes globales Klimaschutzabkommen ausgeht, den sich UNO-

Generalsekretär Ban Ki Moon erhofft hatte.
Der Klimawandel bedrohe den Frieden, den Wohlstand und die Zukunftsperspektiven von Milliarden Erdbewohnern, sagte Ban zum Auftakt des eintägigen Treffens. Deswegen sei der Sondergipfel einberufen worden, „um Geschichte zu schreiben“. Das Ergebnis fiel aber wenig historisch aus. Zwar versprachen über 120 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt grundsätzlich mehr Einsatz gegen die Erderwärmung. Und auch die USA und China, die beiden Nationen mit dem höchsten Treibhausgasausstoß, schlossen sich dem Bekenntnis an.

Doch auf der Zahlenseite schlug sich das kaum nieder: Für den vor fünf Jahren beschlossenen Grünen Klimafonds der Vereinten Nationen seien inzwischen 2,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,8 Milliarden Euro) von den Mitgliedstaaten zugesagt worden, davon jeweils eine Milliarde von Deutschland und Frankreich, sagte Ban. Doch Deutschland hatte sein Versprechen schon vor dem Gipfel gegeben. Und bis zum Jahresende soll das Zielvolumen von zehn Milliarden Dollar erreicht sein.

Kritik von Umweltorganisationen
Die Nichtregierungsorganisationen ActionAid und Greenpeace kritisierten, dass der Gipfel nur „vage Versprechen“ und kaum konkrete Ergebnisse hervorgebracht habe. Auch Oxfam konnte nur „eine teilweise und zögerliche Antwort“ auf die drängenden Umweltprobleme erkennen. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zog hingegen ein positives Fazit: Ein neues Klimaabkommen im Dezember 2015 in Paris sei nun „sehr wahrscheinlich“.

Abholzungen von Wäldern soll bis 2030 gestoppt werden
Am Rande des UNO-Klimagipfels sprachen sich zahlreiche Länder und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) für ein Ende der Abholzung von Wäldern auf der ganzen Welt bis 2030 aus. Schon 2020 solle die Abholzung weltweit halbiert sein, versprachen die Unterzeichner der „New Yorker Walderklärung“ gestern in New York. Außerdem sollen 350 Millionen Hektar - eine Fläche größer als Indien - wieder aufgeforstet werden. Bei der Waldvernichtung wird Kohlendioxid frei. Wächst ein Wald, nimmt er das Treibhausgas auf.

Größte Klimasünder nicht mit an Bord
Die Erklärung soll ein Signal an den Klimagipfel in New York sowie die für Ende 2015 geplante UNO-Klimakonferenz in Paris sein, bei der ein Klimavertrag mit verbindlichen Treibhausgas-Minderungszielen verabschiedet werden soll.

Allerdings haben nur 24 Länder die New Yorker Erklärung unterschrieben, beispielsweise Frankreich, Norwegen, Kolumbien, Südkorea und Togo. Die USA und China, die für einen großen Teil der CO2-Emisionen verantwortlich sind und sich bisher auch gegen verbindliche Minderungsziele bei den Treibhausgasen sperren, sind nicht dabei.


Spiegel-Online, 23.9.2014
UNO zum Klimawandel: "Größte Gefahr in der Geschichte der Menschheit"
Politiker haben auf dem Uno-Gipfel in New York eindringlich vor dem Klimawandel gewarnt. Die EU hat strikte Senkungen ihrer Treibhausgasemissionen angekündigt.

Tagesschau.de, 23.9.2014
Dossier: UN-Klimagipfel - Am Ende steht nur eine Erklärung
193 Länder haben auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen verhandelt. Ziel war eigentlich ein neues Klimaschutzabkommen. Ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Abkommen sollte gefunden werden, denn das Protokoll läuft 2012 aus. Das Ergebnis ist davon aber weit entfernt.