Mittwoch, 18. September 2019

Nationalrat für Veto gegen EU-Mercosur-Abkommen


Katholisch.at, 17.9.2019
Kirche bestärkt internationales Bündnis gegen Mercosur-Abkommen
Welthaus der Diözese Graz-Seckau, Dreikönigsaktion und argentinische NGO appellieren in offenem Brief an Abgeordnete im EU-Unterausschuss des Nationalrats
Zahlreiche kirchliche Einrichtungen aus Österreich unterstützen das Anliegen eines internationalen Bündnisses, das in einem offenen Brief an die Abgeordneten im EU-Unterausschuss des österreichischen Nationalrats appelliert, das Mercosur-Abkommen nicht zu ratifizieren. Das umstrittene Abkommen zwischen EU und mehreren lateinamerikanischen Staaten drohe, mit einer Ausweitung der Soja- und Fleischproduktion die ohnehin kritische Situation auf dem Subkontinent weiter zu verschärfen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben.

Parlamentskorrespondenz Nr. 905 vom 18.09.2019
Pressedienst der Parlamentsdirektion, 18.9.2019 (APA)
SPÖ, FPÖ und JETZT setzen sich im EU-Unterausschuss mit Forderung nach Veto gegen Mercosur-Abkommen durch
ÖVP lehnt Handelsabkommen derzeit ab und will substanzielle Änderungen, NEOS wollen Sanktionsmöglichkeiten verankern

Die Presse, 18.9.2019
Nationalrat fixiert Veto gegen EU-Mercosur-Abkommen
Der Nationalrat verpflichtet die aktuelle und künftige Bundesregierung zu einem Nein gegen das neue EU-Handelsabkommen mit südamerikanischen Ländern.

Salzburger Nachrichten, 18.9.2019
Österreich kippt EU-Mercosur-Abkommen
Der EU-Unterausschuss im Nationalrat hat am Mittwoch gegen das EU-Mercosur-Abkommen votiert. Damit wird die Regierung zu einem Nein zum EU-Mercosur-Abkommen auf EU-Ebene verpflichtet und dem Pakt ein Riegel vorgeschoben, denn Entscheidungen im EU-Rat müssen einstimmig erfolgen.

Samstag, 7. September 2019

Leticia-Pakt soll Amazonas-Regenwald schützen


ORF, 7.9.2019
Südamerikanischer Pakt als Signal an Kritiker
Die anhaltenden verheerenden Waldbrände im Amazonas-Gebiet haben für internationale Kritik gesorgt. In der Nacht auf Samstag reagierten sieben südamerikanische Länder nun auf die Vorwürfe, sie würden nicht genug für die Region tun. Mit einem Pakt verpflichteten sie sich, den Regenwald besser zu schützen. Neben konkreten Maßnahmen ist das Abkommen wohl auch ein Signal für die internationalen Kritiker.

Vertreter der sieben Staaten Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Ecuador, Peru, Suriname und Guyana trafen in der kolumbianischen Stadt Leticia zusammen, um über Maßnahmen im Amazonas-Gebiet zu beraten. Der daraus resultierende „Leticia-Pakt für den Amazonas“ wurde von allen sieben Teilnehmern unterzeichnet. In einer Aussendung des kolumbianischen Präsidialamts zeigte man sich erfreut über die Einigung.

Zum Auftakt des Treffens hatte Kolumbiens Präsident Ivan Duque gemahnt, dass der Schutz des Regenwaldes unbedingt verbessert werden müsse: „Das ist entscheidend für das Überleben unseres Planeten.“

Konkret sieht der Pakt vor, dass ein gemeinsames Naturkatastrophennetzwerk ins Leben gerufen wird, mit dem die Kooperation zwischen den Staaten im Falle verheerender Brände besser funktioniert, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem sollen die gemeinsame Überwachung der Region per Satellit ausgebaut, Projekte zur Wiederaufforstung geschaffen und die Rolle von indigenen Völkern verbessert werden.


Süddeutsche Zeittung, 7.9.2019
Amazonas-Gipfel:
Schöne Bilder, doch der Wald brennt weiter
* Nach der weltweiten Empörung über Brandrodungen im Amazonas-Regenwald einigen sich die Anrainerstaaten auf einen Pakt, um ihn besser zu schützen.
* Der Gipfel in einer Urwald-Gemeinde produziert viele schöne Bilder. Die Verpflichtungen sind jedoch alles andere als konkret.
* Brasiliens Präsident Bolsonaro wird per Videokonferenz zugeschaltet, da er sich einer Operation unterziehen muss.

Welt, 7.9.2019
Amazonas-Länder schließen Pakt zum Schutz der Regenwälder
Sieben Länder mit Regenwald haben den Leticia-Pakt geschlossen. Sie wollen den Regenwald besser vor Abholzung schützen. Dem Präsidenten Ecuadors kamen fast die Tränen. Und Brasiliens Präsident hat einen eigenen Wunsch.

Reuters, 6.9.2019
Líderes de países da região amazônica acertam medidas para proteger a floresta
LETÍCIA, Colômbia (Reuters) - Um grupo de líderes de países com territórios na Amazônia entrou em acordo nesta sexta-feira para monitorar por satélite a maior floresta tropical do mundo para responder mais rapidamente a emergência e evitar tragédias como os incêndios que consumiram centenas de milhares de hectares de selva.

O Tempo, 7.9.2019
Países da Amazônia definem plano para proteger a floresta
Sete das nove nações amazônicas assinaram pacto ontem com medidas para a proteção da região

Globo News, 7.9.2019
Cúpula na Colômbia: países buscam acordo para combater fogo na Amazônia

O Globo, 7.9.2019
São Félix do Xingu lidera queimadas no começo de setembro; veja lista das 10 cidades da Amazônia com mais focos
Cidade do Pará acumulou 128 focos na semana, seguida por Lábreas (AM) e Feijó (AC), conforme o Programa Queimadas, do Inpe. O Pará tem 3 cidades na lista das 10 com mais queimadas entre domingo (1º) e quinta-feira (5).

Freitag, 6. September 2019

Vier Wochen vor der Amazonas-Synode

Domradio.de, 06.09.2019
Grüne Lunge, Reformhoffnungen und Warnung vor Spaltung
Es war so nicht zu erwarten: Aber wenn Papst und Dutzende Bischöfe aus aller Welt im Oktober im Vatikan über den Amazonas-Regenwald und die dortigen Indigenen sprechen, gerät dies in vielerlei Hinsicht zu einem Politikum.

VaticanNews, 6.9.2019
Amazonassynode: Brasilianische Bischöfe positionieren sich
Vertreter kirchlicher Einrichtungen und traditioneller Amazonasvölker wurden jetzt im brasilianischen Parlament vorstellig, um den Abgeordneten ein Schreiben der Bischöfe des brasilianischen Amazonasgebiets zu überreichen, das während des jüngsten vorsynodalen Treffens in Belém verfasst wurde.

Domradio.de, 05.09.2019
Amazonas-Bischof kann sich verheiratete Priester vorstellen
In seiner Diözese herrscht großer Priestermangel. Auch deshalb kann sich der aus Deutschland stammende Bischof des brasilianischen Bistums Obidos, Johannes Bahlmann, nach eigenen Worten verheiratete Männer als Priester vorstellen.
In seiner rund 182.000 Quadratkilometer großen Diözese gebe es Gemeinden, die "nur zwei- oder dreimal im Jahr die Messe feiern können, wenn der Priester kommt", sagte er der Wochenzeitung "Kirche + Leben" (Sonntag) in Münster. Es sei aber wichtig, dass es Priester vor Ort gebe. Ihr Dienst beschränke sich nicht nur auf die Feier der Eucharistie, sondern umfasse auch Nächstenliebe und Glaubensstärkung.



Tagesschau.de, 8.9.2019
Marx hält Zölibat-Lockerung für denkbar
Noch vor wenigen Monaten hat Kardinal Marx den Zölibat verteidigt. In einem Interview sagte er nun, dass es unter bestimmten Voraussetzungen vorstellbar sei, verheiratete Priester zuzulassen.

Welt, 27.8.2019
Die Erde brennt, nicht nur in Brasilien
Die Bilder der Brände im Amazonas-Regenwald sind erschreckend. Eine Karte der Nasa zeigt, wie dicht die Feuer aneinanderliegen. Und noch etwas anderes ist zu erkennen: Das größte Feuer weltweit wütet ganz woanders.

Sonntag, 1. September 2019

Brasiliens Amazonasbischöfe bekräftigen Einsatz für die Schöpfung


Domradio.de, 29.8.2019
Brasiliens Amazonasbischöfe bereiten Synode vor
"Extrem schwierige Situation"
Das Thema Amazonien beschäftigt in den nächsten Tagen die Bischöfe der brasilianischen Region. Ihr bis einschließlich Freitag laufendes Treffen gilt als Vorbereitung für die im Oktober stattfindende Amazonas-Synode.


Domradio.de, 30.8.2019 oder Weltkirche.de
Amazonas-Bischof Kräutler zur Brandkrise und Vatikan-Synode
Brasiliens Präsident hat von Amazonien keine Ahnung"
Der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler bereitet die im Oktober im Vatikan anberaumte Amazonas-Synode mit vor. Im Interview spricht er über die Lage rund um die Waldbrände in Amazonien und gibt einen Ausblick auf die Synode.

Kirche und Leben, 30.8.2019
Bischof: Präsident Bolsonaro hat keine Ahnung von der Region
Kräutler: G7-Staaten mitschuldig an Amazonas-Zerstörung
Der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler (80) pocht auf die Mitverantwortung der Industrieländer für die Ausbeutung des Regenwalds. „Die G7-Nationen und andere Staaten müssen sich fragen, inwieweit sie selbst an der Zerstörung mitschuldig sind“, sagte Kräutler der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Wo gehen denn die illegal geschlagenen Hölzer Amazoniens hin? Und all die Milch- und Fleischprodukte, für die der tropische Regenwald abgebrannt wird?“

Domradio-Reportage, 28.08.2019
Kirchen rufen zum Schutz des Amazonas auf
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat dazu aufgerufen, mit dem eigenen Konsum der Umweltzerstörung in Amazonien entgegenzuwirken. "Fair gehandelte Produkte sind ein Beitrag zum Schutz der indigenen Bevölkerung", so Schick im Fränkischen Tag. Die Bundesregierung müsse konkrete Hilfsangebote zur Entschärfung der Lage im Amazonas geben.

Weltkirche.de, 29.1.2019
Zehn Thesen zum Klimaschutz.
Ein Diskussionsbeitrag


junge Welt, 31.8.2019
Wenn kein anderer Ausweg bleibt
Von der befreienden Gewalt der Volksmassen: Zur bevorstehenden »Amazonien-Synode« im Vatikan

REPAM, 30.8.2019         CNBB, 30.8.2019
Em Belém, Igreja da Amazônia reafirma o compromisso com o território
Com uma carta aberta para a toda sociedade em que convocam a todos para a sintonia com o Sínodo e o cuidado com a Amazônia, termina o encontro dos bispos e lideranças da Igreja da Amazônia. Realizado no Centro de Espiritualidade Monte Tabor, da Arquidiocese de Belém, o evento teve como objetivo o estudo e preparação dos padres sinodais para a grande assembleia em outubro, no Vaticano. Cerca de 120 pessoas, entre padres, bispos, leigas e leigos e religiosos estiveram no encontro que começou na última quarta-feira (28).

CNBB, 30.8.2019
CNBB lança campanha de sensibilização e informação sobre o Sínodo para a Amazônia
A partir deste domingo, 1º de setembro, “Dia Mundial de oração pelo Cuidado da Criação” até o dia 5, “Dia da Amazônia”, a Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB) vai desenvolver, em parceria com a Rede Eclesial Pan-Amazônica (REPAM-Brasil), um conjunto de iniciativas de comunicação cujo objetivo é sensibilizar a Igreja e a sociedade sobre a importância do Sínodo para a Amazônia.



Jornal da CBN, 04/09/2019
'É interesse do mundo inteiro que Amazônia não seja destruída. Não se trata de soberania'
Entrevista com Dom Erwin Kräutler

Samstag, 31. August 2019

Viele illegale Rodungen und Goldgruben in der Region Altamira aufgedeckt

Bei einem Kontrolleinsatz von IBAMA und Bundespolizei im Naturschutzgebiet Triúnfo do Xingu im Südosten des Bundesstaates Pará wurden laut der Regierung von Pará illegale Holzlager und Goldgruben entdeckt und zerstört. Außerdem wurden an die 50 Personen identifiziert, die an Brandrodungen beteiligt waren.
In Bezug auf illegale Handlungen sagte Helder Barbalho, Gouverneur von Pará: "Das ist keine Amateurarbeit. Alles ist sehr gut geplant und organisiert. Dienstleistungen wurden auslagert und Leute im großen Stil angeheuert. Man hat mit Straflosigkeit gerechnet."
Vier Bulldozer, sechs Gewehre, 14 Kettensägen und 19 Motorräder wurden beschlagnahmt. Das Gebiet, das bereits illegal geschlägert wurde, ist ungefähr 2.000 Hektar groß.
Barbalho sagte auch, dass die illegalen Rodungen im Naturschutzgebiet der Viehzucht dienen sollten. "Wir haben bereits diejenigen identifiziert, die diese Schlägerungen finanzieren. Der Plan war sehr groß, fast zwanzigtausend Hektar sollten in Weideland umgewandelt werden."
Das Naturschutzgebiet Triunfo do Xingu wurde durch das staatliche Dekret Nr. 2.612 vom 4. Dezember 2006 geschaffen und hat eine Gesamtfläche von 1.679.280,52 ha, wobei 66% in der Gemeinde São Félix do Xingu und 34% in der Gemeinde Altamira liegen.


G1 - O Globo, 26/08/2019
Governo do PA diz que identificou cerca de 50 envolvidos com queimadas no estado
Operação destruiu acampamentos clandestinos de madeireiros em área de preservação no sudeste do estado.

Confirma Notícia, 29/08/2019
Polícia identifica fazendeiros suspeitos de provocar queimadas no Pará
A Polícia Civil identificou três suspeitos de provocar queimadas em uma área de floresta nativa no sudeste do Pará. Nesta quinta-feira (29), policiais cumpriram mandados de busca e apreensão na casa deles em Redenção. O trio é formado por dois irmãos donos da fazenda Ouro Verde, em São Félix do Xingu, e mais o gerente da propriedade. A fazenda fica localizada dentro da Área de Proteção Ambiental Triunfo do Xingu.

Jornal Liberal, 30/08/2019
Ações de fiscalização ao desmatamento na região de Altamira entram no terceiro dia
Ações de fiscalização ao desmatamento na região de Altamira entram no terceiro dia

Jornal Liberal, 31/08/2019
Polícia Federal flagra desmatamento e garimpo ilegal em terra indígena em Altamira, no PA
Uma pista clandestina também foi encontrada pelos policiais.

Jornal hoje, 31/08/2019
Agentes federais são atacados durante operação para combater queimadas no Pará
Eles realizavam uma fiscalização em área de garimpo perto da Terra Indígena Ituna/Itatá, em Altamira, quando foram surpreendidos por tiros vindos da mata. A Polícia Federal revidou. Ninguém ficou ferido.



Donnerstag, 29. August 2019

Trump will Alaskas Regenwald abholzen lassen

Welt, 28.8.2019
Trump soll über Abholzung von Alaskas Regenwald nachdenken
US-Präsident Donald Trump will offenbar den Regenwald in Alaska zur Abholzung freigeben. Das berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf ein Gespräch zwischen Trump und dem Gouverneur von Alaska, Mike Dunleavy, das auf einem Flug der Air Force One stattgefunden haben soll. Der Tongass National Forest wurde 1907 eröffnet und ist eines der größten intakten Stücke gemäßigten Regenwalds.

Zeit, 28.8.2019
US-Präsident will Rodung von Alaskas Regenwald erlauben
Der Tongass National Forest in Alaska ist einer der letzten intakten gemäßigten Regenwälder. Einem Bericht zufolge will Donald Trump die kommerzielle Rodung ermöglichen.

SAT1-Frühstücksfernsehen, 28.1.2019
Trump will Alaskas Regenwälder zur Abholzung freigeben
Donald Trump will große Teile des "Tongass National Forest" in Alaska zur Abholzung freigeben. Dabei soll der Regenwald in Alaska dem Bergbau, Energie-Projekten und dem Holzabbau dienen.

earth.com, 21.5.2019
Plans to cut parts of the largest US national forest met with opposition

Mittwoch, 28. August 2019

Vor 20 Jahren starb Dom Helder Camara

Domradio, 27.8.2019
Vor 20 Jahren starb Dom Helder Camara
Seligsprechung schreitet voran
"Roter Bischof" und "Bruder der Armen": Erzbischof Helder Camara polarisierte. Sein Name steht für eine Kirche an der Seite der Armen. Vor 20 Jahren starb er in Recife. Das Verfahren zur Seligsprechung schreitet unter Papst Franziskus voran.

Adveniat-Dossier
Dom Hélder Câmara: Ein Prophet und Wegbereiter
Klein von Gestalt, ist und bleibt Dom Hélder Câmara einer der ganz großen der Christenheit im 20. Jahrhundert. Er war ein Prophet und ein Wegbereiter der brasilianischen Kirche, ein Fürsprecher und Verteidiger der Armen, ein Lehrer des Betens und ein Optimist Gottes. Mit dem am 24. März 1980 ermordeten Erzbischof Oscar Arnulfo Romero aus El Salvador wurde Dom Hélder zum Inbegriff jenes Aufbruches der lateinamerikanischen Kirche nach dem II. vatikanischen Konzil, der mit den Basisgemeinden und der „Option für die Armen“ die Weltkirche veränderte.

Domradio-Reportage, 27.8.2019
20. Todestag Camaras
Anlässlich seines 20. Todestages gedenkt die Kirche in Brasilien an diesem Dienstag Dom Helder Camara. Der ehemalige Erzbischof von Olinda und Recife, gründete die brasilianische Bischofskonferenz und gilt bis heute als einer der führenden Vertreter der Befreiungstheologie.

SWR4-Morgengruß, 27.8.2019
Der Bruder der Armen: Dom Helder Camara
Der Saal der Kirchengemeinde war überfüllt. Wer nicht eine halbe Stunde früher kam, musste von draußen zuhören. Die Gemeindeveranstaltung hatte so großen Zulauf, weil ein besonderer Gast angekündigt war: Der brasilianische Bischof Helder Camara kam ins Ruhrgebiet.
Als Bischof Helder Camara in den 70er und 80er Jahren Deutschland besuchte, hatte er bereits einen weltweiten Ruf als "Bruder der Armen". Nach dem 2. Vatikanischen Konzil verkörperte er die Hinwendung der Katholischen Kirche zu den armen Menschen. Seine Theologie trug zu seiner Glaubwürdigkeit ebenso bei wie sein persönlicher bescheidener Lebensstil. Das Bischofspalais öffnete er für Obdachlose, er selbst wohnte im Hinterhof einer Kirche, ging stets zu Fuß. In einfacher, verständlicher Sprache verkündete er das Evangelium als befreiende Botschaft vor allem für die Armen. Dabei ging es ihm nicht um bloße Mildtätigkeit, sondern um die Veränderung von Strukturen. Den Kampf für die Armen verband er mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Mit seinem Organisationstalent schuf er eine Fülle von Einrichtungen im Dienst der Armen bis hin zu einer eigenen Bank, die er die "Bank der göttlichen Vorsehung" nannte.
Seine Positionen zwangen zur Stellungnahme, etwa wenn er sagte: "Entwicklung ist Frieden, Unterentwicklung ist Krieg." Solches Engagement führte zwangsläufig in den Konflikt. Die brasilianische Militärdiktatur wollte Dom Helder Camara ebenso zum Schweigen bringen wie viele Reiche, denen er ins Gewissen redete. Mitarbeiter wurden verfolgt, ja ermordet, er selbst wurde zum Kommunisten gestempelt, in Brasilien totgeschwiegen und auch innerkirchlich ausgegrenzt.
Das alles schmälerte nicht seinen weltweiten Einfluss. So stießen etwa seine Besuche in Deutschland die Bewegung der Eine-Welt-Läden an, in denen Ehrenamtliche faire Produkte aus der sogenannten Dritten Welt verkaufen.
1985 ging Dom Helder Camara in den Ruhestand, und sein Nachfolger drehte viele Entwicklungen wieder zurück. Doch seit Papst Franziskus mit ähnlich klaren Worten die Kirche wieder an die Seite der Armen stellen will, wird auch die Erinnerung an Dom Helder Camara wieder lebendig. Sein Erbe lebt. Seine brasilianische Heimatkirche strebt jetzt die Heiligsprechung an. Heute vor 20 Jahren starb der Bischof und Bruder der Armen, Dom Helder Camara.


TV Jornal, 27.8.2019 (Video)
Após 20 anos sem Dom Helder, amigos relembram sua trajetória

Montag, 26. August 2019

Regenwaldbrände wurden über WhatsApp-Gruppe zum "Tag des Feuers" organisiert


ORF, 26.8.2019
Regenwaldbrände sollten Bolsonaro helfen
Angesichts der verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des „Tages des Feuers“. Möglicherweise wurden Brände gelegt, um Brasiliens rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu unterstützen.

„Kriminelle Brandstiftung im Amazonas-Gebiet wird hart bestraft“, twitterte Justizminister Sergio Moro am Sonntag. Zuvor hatte die Zeitschrift „Globo Rural“ berichtet, dass sich im Bundesstaat Para zuletzt über 70 Personen in einer WhatsApp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken. „Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären“, schrieb Moro weiter.

Ziel der koordinierten Aktion war laut „Globo Rural“, Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hieß es in dem Bericht. Nach Einschätzung von Naturschutzorganisationen werden die meisten Brände von Großgrundbesitzern oder Farmern gelegt, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen. Da es momentan in der Region ungewöhnlich trocken ist, greifen die Brände immer wieder auch auf intakte Waldflächen über.

Schwere Brände auch in Naturschutzgebieten
In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klargemacht, dass er in der Amazonas-Region vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial sieht.


ORF, 26.8.2019
Macron vs. Bolsonaro
Streit über Amazonas und Ehefrau
Nach der Hilfszusage der G-7-Staaten für das von verheerenden Waldbränden betroffene Amazonas-Gebiet verbat sich der ultrarechte Bolsonaro eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes. „Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonas-Gebiet fährt und seine Absichten hinter einer ‚Allianz‘ der G-7-Staaten zur ‚Rettung‘ des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären“, schrieb der Staatschef am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.


Die Presse, 26.8.2019
Verabredung zum Brandstiften?
Brasiliens Polizei ermittelt wegen "Tag des Feuers"
Brasiliens Justizminister warnt die Feuerleger im Amazonasgebiet: "Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft". Mit Militärfliegern wird nun versucht, das Feuer zu löschen.


n-tv, 26.8.2019
"Tag des Feuers" im Amazonas
Brasiliens Polizei ermittelt gegen Brandstifter
Die Wälder im Amazonasgebiet brennen jedes Jahr in der Trockenzeit. Doch diesmal ist es besonders schlimm. Offenbar glauben die Farmer, dass Brandstiftung unter Präsidenten Bolsonaro als Kavaliersdelikt gilt. Der reagiert nun.


Frankfurter Rundschau, 26.8.2019
„Tag des Feuers“ im Regenwald - Bundespolizei sucht nach Brandstiftern

NZZ, 26.8.2019
G-7-Gipfel sagt 20 Millionen Dollar für Waldbrände in Südamerika zu, Bolsonaro reagiert empört
Die neusten Entwicklungen im Amazonasgebiet

VaticanNews, 29.8.2019
Waldbrände am Amazonas: Lage ist „sehr kritisch“, sagt deutscher Bischof
Der aus Deutschland stammende Bischof von Obidos in Brasilien, Johannes Bahlmann, stuft die Lage in Amazonien infolge der Waldbrände als „wirklich sehr kritisch“ ein. Die Feuer seien nicht mehr unter Kontrolle, sagte der Franziskaner-Bischof auf Nachfrage der Pressestelle des Bistums Münster, aus dem Bahlmann ursprünglich stammt. Der Totalverlust der betroffenen Gebiete im Regenwald sei „sehr kritisch und beängstigend“.


O Globo, 25.8.2019
Governo foi alertado pelo Ministério Público três dias antes de “dia do fogo”
Documentos mostram que Ibama foi avisado sobre plano de incendiar a floresta no dia 7 de agosto

O Globo, 25.8.2019
Grupo usou whatsapp para convocar "dia do fogo" no Pará
Polícia investiga ação de incendiários, ao menos 70 pessoas participaram de grupo de mensagens; no dia 10 de agosto, número de focos de incêndios cresceu repentinamente na Amazônia

O Globo, 25.8.2019 - Fantástico-Reportagem
Fantástico flagra queimadas e transporte de madeira ilegal na Amazônia
Reportagem especial mostra como está a situação na região, alvo de polêmica e preocupação internacional após o aumento no número de queimadas e no desmatamento.

O Globo, 26.8.2019
Bolsonaro questiona interesse de Macron em ajudar no esforço contra queimadas na Amazônia
Presidente da França anunciou na cúpula do G7 que há interesse das economias mais desenvolvidas em auxiliar 'o mais rápido possível' países atingidos pelas queimadas na Amazônia.

O Globo, 26.8.2019
Após comentário de Bolsonaro sobre primeira-dama francesa, Macron diz esperar que brasileiros 'tenham presidente que se comporte à altura'
Presidente brasileiro comentou no sábado, em rede social, uma foto comparando as primeiras-damas de cada país. Nesta segunda, Macron classificou atitude de 'extraordinariamente desrespeitosa’.

O Globo, 26.8.2019
'Que país não tem problemas de meio ambiente?', diz ministra da Agricultura sobre queimadas na Amazônia
Tereza Cristina realizou uma palestra na Câmara de Comércio Árabe-Brasileira, onde falou sobre a dificuldade para controlar uma região tão grande como a Amazônia.

Globo-News, 26.8.2019
Tereza Cristina diz que críticas de Macron à Amazônia prejudicaram a imagem do Brasil

Diário de Notícias, 25.8.2019
Ministro brasileiro da Educação chama "calhorda", "oportunista" e "cretino" a Macron
O Presidente francês, Emmanuel Macron, que se tem notabilizado nas pressões sobre o seu homólogo brasileiro, Jair Bolsonaro, para que este combata os incêndios na Amazónia, foi este sábado insultado pelo ministro da Educação brasileiro através do Twitter.

Agroindustrie gefährdet Lebensraum der Indios

NZZ am Sonntag, 24.8.2019
«Land zum Leben oder Land als Ware»
Die Agrarindustrie versucht der indigenen Bevölkerung den Regenwald wegzunehmen. Erwin Kräutler, emeritierter Bischof im brasilianischen Gliedstaat Pará, kennt diesen Konflikt gut.




Papst Franzikus: Regenwald „lebensnötig für unseren Planeten“
Waldbrände in Amazonien sorgen weltweit für Besorgnis
Kirchenvertreter und Politiker äußern sich mit großer Sorge über die Waldbrände in der Amazonasregion. Papst Franziskus rief nach seinem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz am Sonntag dazu auf, die Brände im Regenwald so schnell wie möglich einzudämmen. „Lasst uns dafür beten, dass sie mit vereinten Kräften schnellstmöglich gebändigt werden“, sagte das Kirchenoberhaupt. Der Regenwald als grüne Lunge sei „lebensnötig für unseren Planeten“, so Franziskus.
Frührerer Amazonas-Bischof Kräutler an die betroffenen Ureinwohner

Der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler erinnerte an die von der Zerstörung betroffenen indianischen Ureinwohner der Region. „Für die Indios ist dieses Gebiet das Land ihres Überlebens, das Land ihrer Mythen, ihrer Riten, das Land für das Leben“, so der emeritierte Bischof der brasilianischen Diözese Xingu in einem Video der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag“ (Online). Regierung und „neokapitalistische Gesellschaft“ sähen das Land dagegen nur unter dem Aspekt „Kaufen und Verkaufen“. „Es gibt also Land zum Leben und Land als Ware. Da prallen die Dinge aufeinander.“

Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes forderte angesichts der Brände einen dringenden Wandel der Entwicklungsmodelle. Bisher herrschten in Amazonien wirtschaftliche und private Interessen vor, die einer „Neuauflage des Kolonialismus“ gleichkämen, heißt es in einem Artikel des Kurienkardinals für die vatikanische Zeitung „Osservatore Romano“ (Samstag). Wenn sich daran nichts ändere, „wird die ganze Region zerstört werden, mit all den verheerenden Folgen, die schon absehbar sind“, so Hummes.
Weiterlesen auf Kirche-und-Leben, 25.8.2019


VaticanNews, 26.8.2019
Bischof Kräutler:
In Amazonien „retten, was noch zu retten ist“
Für die Indigenen in der Amazonasregion ist der Regenwald Lebensraum, von der brasilianischen Politik unterstützte Investoren sehen darin ein Geschäft mit Bodenschätzen und Naturressourcen. An diesen Grundkonflikt hat der aus Vorarlberg stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler erinnert.

Domradio, 26.8.2019
Lateinamerikas Kirche wegen Amazonas-Feuer in großer Sorge
"Mit vereinten Kräften eindämmen"
Die Kirche Lateinamerikas fordert ein beherztes Vorgehen gegen die Brände im Regenwald. Mit Blick auf die indigenen Völker betonte der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, man müsse "retten, was noch zu retten ist".

Sonntag, 25. August 2019

Neues Buch von Bischof Kräutler: Erneuerung jetzt

Erwin Kräutler
Erneuerung jetzt
Impulse zur Kirchenreform aus Amazonien.
In Zusammenarbeit mit Josef Bruckmoser
Tyrolia-Verlag

Die Kirche steht unter Druck. Die Seelsorger werden weniger und weniger und viele Gläubige ziehen sich zurück. Was tun? Was lassen? Welche Prioritäten gilt es zu setzen? Was muss sich ändern, damit es der Kirche gelingt, den Menschen nahe zu sein?
Priestermangel sowie soziale und ökologische Konflikte sind im Amazonas-Gebiet schon viel länger virulent als bei uns. Daher blicken die Katholiken Europas neugierig und gespannt nach Rom. Dort findet im Oktober 2019 eine Bischofssynode unter dem Titel „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ statt. Im Vorbereitungsteam mit dabei ist Erwin Kräutler, seit 54 Jahren im Amazonasgebiet, 35 davon als Bischof. In diesem Buch geht er auf die Agenda der Synode ein und zeigt Wege auf für eine Kirche der Zukunft – in Amazonien, aber ebenso in Europa: Schutz für Mensch und Natur, dezentrale Entscheidungsfindung, Leben aus der Bibel und Seelsorge vor Ort mit geweihten, auch verheirateten Männern und Frauen.



Papst Franziskus und die Kunst, nicht abzustürzen
Glaubensfrage Das Oberhaupt der Katholiken hat es nicht leicht. Der Bischof von Rom muss zwischen Vorsichtigen und Ungestümen die katholische Kirche im Gleichgewicht halten.

Das hat er nun davon. Die speziell an seine Mitbrüder im Bischofsamt gerichtete Aufforderung von Papst Franziskus, mutige Vorschläge zu Reformen der katholischen Kirche zu machen, ist weitgehend verhallt. Zumindest im öffentlich wahrnehmbaren Bereich. Was mancher beim Tête-à-Tête einer Privataudienz oder beim Essen im Gästehaus Santa Marta seinem Chef zuflüstert, bleibt unbekannt. Ein Vorarlberger, Altbischof Erwin Kräutler, tut es dann doch in aller Öffentlichkeit.

Dieser Tage kommt ein Buch des seit einem halben Jahrhundert im Amazonas-Gebiet als Priester und Bischof wirkenden Österreichers heraus. „Erneuerung jetzt“ lautet der durchaus selbstbewusste, fordernde Titel. Ob die Vorschläge mutig sind, hängt vom Betrachter ab. Für einen Mann wie Erwin Kräutler, der als Kämpfer um die Rechte der Indios von der Militärpolizei schon einmal verhaftet wurde und später einen Mordanschlag schwer verletzt überlebt hat, werden die Reformideen kaum mutig sein, eher notwendig. Für andere wiederum sind sie nicht mutig, sondern schwer zu-mut-bar.
Weiterlesen auf Die Presse, 24.8.2019

Samstag, 24. August 2019

Amazonien und die "fliegenden Flüsse"


Der Standard, 23.8.2019
Klimaforscher: "Wir brauchen einen Ausnahmezustand am Amazonas"
Der weltweite Klimamotor gerät ins Stocken, warnt Brasiliens Amazonas-Experte Antonio Donato Nobre

Blickpunkt Lateinamerika, 26.8.2019
Amazonas - wichtig für die ganze Welt
Der Regenwald versorgt ganz Südamerika mit Feuchtigkeit, beeinflusst die Niederschläge in der Region, trägt zur Stabilisierung des Weltklimas bei und verfügt über die größte Artenvielfalt der Welt.

Deutsche Welle, 18.2.2015
Brasilien trocknet aus
In Brasilien herrscht die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Besonders betroffen ist die Region um São Paulo. Die Menschen kaufen Wassertanks und Mineralwasser auf Vorrat. Die Regierung will Wasser rationieren.

Der Standard, 24.9.2015
Brasiliens "fliegende Flüsse" drohen zu versiegen
Fotografin Margi Moss hat jahrzehntelang Daten über die Abholzung im Amazonasbecken gesammelt

Kooperation Brasilien, 21.10.2014
Von fliegenden Flüssen, umgestülpten Wäldern und der trockenen Stadt
In der Millionenmetropole São Paulo erreicht die Trinkwasserversorgung der Stadt einen historischen Tiefpunkt - aber was könnte das mit fliegenden Flüssen und doppelt umgestülpten Wäldern zu tun haben?

WeiserArts.com, April 2015
DAS PARASITENTUM DER DUMMHEIT
Interview mit Prof. Antonio Donato Nobre, Sao José dos Campos

Donnerstag, 22. August 2019

Schwerste Feuer seit sieben Jahren im Amazonasgebiet


ORF, 23.8.2019
Bolsonaro wirft Macron Kolonialdenken vor
Während im Amazonas-Gebiet weiterhin schwere Waldbrände wüten, sorgt die Umweltkatastrophe zusätzlich für diplomatische Spannungen. Da Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Feuer beim G-7-Gipfel in Biarritz als internationale Angelegenheit auf die Agenda setzen will, warf Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro dem Franzosen am Donnerstag „kolonialistische Mentalität“ vor.

Welt, 23.8.2019
Präsident Bolsonaro wirft Macron „kolonialistische Denkweise“ vor
Tausende Feuer wüten im Amazonasgebiet. Weltweit sorgen sich die Menschen. „Unser Haus brennt“, twittert Frankreichs Präsident Macron und will die G 7 darüber beraten lassen. Brasiliens Präsident hat dazu eine ganz andere Meinung.

ZDF-Video, 23.8.2019
"Kolonialistische Denkweise" - Bolsonaro kritisiert Macron
Tausende Feuer wüten im Amazonasgebiet und bringen die "grüne Lunge" in Gefahr. Für Brasiliens Präsident ist das eine innere Angelegenheit.

ORF, 22.8.2019
Appelle an Bolsonaro
Amazonas-Brände rufen Stars auf den Plan
„Herzzerreißend“, „Furchtbar“, „Was können wir tun?“ – die Tausenden, seit Wochen wütenden Brände im Amazonas-Regenwald im Norden Brasiliens haben eine weltweite Welle der Bestürzung ausgelöst, auch bei den Stars. Neben Kritik an den Medien riefen einige den rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro zum Handeln auf. Dieser sorgte indes mit der Vermutung, Umweltschützer steckten hinter den Bränden, für Wirbel.

Online-Petition von change.org:
Stoppt die Abholzung und Ausbeutung des Amazonas - Jetzt!


ORF, 21.8.2019
Tausende Brände im Amazonas-Gebiet
In Brasilien sind heuer bereits mehr als 72.000 Waldbrände registriert worden – so viele wie noch nie zuvor. Besonders prekär ist die Lage derzeit im Amazonas-Regenwald im Norden des Landes. Die Situation facht auch die Diskussion über die Umweltpolitik des rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro an.

Der Standard, 21.8.2019
Zehntausende Waldbrände im Amazonasgebiet
Seit über zwei Wochen wüten außer Kontrolle geratene Waldbrände. Brasiliens Präsident Bolsonaro verteidigt Brandrodungen und wehrt sich gegen Kritik

FAZ, 21.8.2019
Verheerende Waldbrände im Amazonas-Regenwald
Es handelt sich um die schwersten Waldbrände seit sieben Jahren. Forscher sehen einen Zusammenhang zu der steigenden Zahl illegaler Waldrodungen. Auch der brasilianische Präsident steht in der Kritik.

Zeit-Online, 21.8.2019
Brasiliens Regenwald brennt
Die Waldbrände in Brasilien erreichen einen Höchststand. Experten zählen 72.843 Brände allein in diesem Jahr – und sehen Präsident Jair Bolsonaro in der Verantwortung.

NZZ, 21.8.2019
Flammen fressen sich durch den Amazonas-Urwald
Die Zahl der Waldbrände in Brasilien ist drastisch gestiegen. Präsident Bolsonaro verweist auf die Trockenzeit.

O Globo, 19.8.2019
Queimadas aumentam 82% em relação ao mesmo período de 2018
Número de focos é o maior de janeiro a agosto em 7 anos. Nesta segunda-feira, junção de frente fria com fumaça amazônica fez o 'dia virar noite' em São Paulo, Mato Grosso do Sul e norte do Paraná.

O Globo, 22.8.2019
Bolsonaro diz que queimadas podem ser causadas por fazendeiros, mas 'a maior suspeita vem de ONGs'
Presidente disse que não há provas sobre relação de ONGs com queimadas. Amazônia concentra 52,5% dos focos de queimadas de 2019, conforme INPE.

O Globo, 21.8.2019
Como desmate, ação humana e clima influenciam na alta das queimadas? Veja 12 respostas sobre o tema
De janeiro a agosto deste ano, Brasil teve uma alta de 82% no número de queimadas. Mais de 13 mil, 19% do total, estão no Mato Grosso.

O Globo, 22.8.2019
'A Amazônia precisa ser protegida', diz secretário-geral da ONU
Nesta quinta-feira (22), Organização Meteorológica Mundial defendeu a utilização dos sistemas de monitoramento por satélite para orientar ações contra as queimadas.

O Globo, 23.8.2019
Para Angela Merkel, incêndios na Amazônia devem ser debatidos no G7
Grupo com 7 das principais economias do mundo se reúne neste fim de semana. Boris Johnson, do Reino Unido, Emmanuel Macron, da França, e Justin Trudeau, do Canadá, também querem que cúpula discuta queimadas.

REPAM, 23.8.2019
“Levante a voz pela Amazônia”, pede CNBB em nota
“Levante a voz pela Amazônia” é um movimento, agora, indispensável, em contraposição aos entendimentos e escolhas equivocados. A gravidade da tragédia das queimadas, e outras situações irracionais e gananciosas, com impactos de grandes proporções, local e planetária, requerem que, construtivamente, sensibilizando e corrigindo rumos, se levante a voz.

Dienstag, 20. August 2019

Letztes Vorbereitungstreffen der Bischöfe Amazoniens vor der Synode


Die Erzdiözese Belém bereitet sich auf ein Treffen aller Bischöfe des brasilianischen Amazonasgebietes vom 28. bis 30. August vor. Ziel des Treffens, das von der Bischöflichen Sonderkommission für Amazonien (CEA) und dem Kirchlichen Netzwerk Panamazoniens (REPAM) im Bildungszentrum Monte Tabor organisiert wird, ist das Studium des Arbeitspapiers für die Synode sowie der Austausch der Erfahrungen im Zuhören und Gehen des Synodalprozesses in den verschiedenen Diözesen.

Unter der Leitung von Kardinal Claudio Hummes, Präsident von CEA und REPAM sowie Berichterstatter der Amazonas-Synode, werden alle Bischöfe und Weihbischöfe der 56 Diözesen am Treffen teilnehmen, darunter auch Bischof em. Erwin Kräutler. Auch Laien, Ordensmitglieder und Repräsentanten der 6 regionalen Bischofskonferenzen, die es in der Region gibt, werden im Dialog mit den Bischöfen ihren Beitrag leisten. Das ist die letzte Versammlung der Bischöfe Amazoniens vor der Synode, die von 6.-27. Oktober in Rom stattfinden wird.

Die Amazonien-Synode wurde aufgrund der besonderen Situation Pan-Amazoniens von Papst Franziskus einberufen mit dem Ziel, neue Wege für die Evangelisierung dieses Teils des Volkes Gottes zu finden, insbesondere der Ureinwohner, die oft vergessen werden und keine Aussicht auf eine würdevolle Zukunft haben. Auch die Zerstörung des Regenwaldes, der eine große Bedeutung für unseren Planeten hat, und die Bewahrung der Schöpfung Gottes sollen zur Sprach kommen.


REPAM, 20.8.2019
Em preparação para o Sínodo, bispos e lideranças da Amazônia se reúnem em Belém

CNBB, 27.8.2019
Bispos da Amazônia estudam documento sinodal em Belém






Donnerstag, 8. August 2019

Kardinal Hummes wird 85


Katholisch.de, 8.8.2019
Früherer Kurienkardinal Claudio Hummes wird 85 Jahre alt
Der Namensgeber des Papstes
Ohne Claudio Hummes gäbe es vielleicht gar keinen Papst Franziskus. Der brasilianische Kurienkardinal, der am Donnerstag sein 85. Lebensjahr vollendet hat, war es, der den argentinischen Erzbischof Jorge Mario Bergoglio in der Sixtinischen Kapelle auf die Idee brachte, sich als erster Papst in der Geschichte nach dem heiligen Franz von Assisi zu benennen. So berichtete es zumindest Franziskus selbst drei Tage nach seiner Wahl vor Journalisten. "Vergiss die Armen nicht", habe Hummes ihm gesagt. Franziskus beherzigt die Bitte seines Freundes ganz offensichtlich.
Der aus einer deutschen Einwandererfamilie stammende Hummes, der selbst dem Franziskanerorden angehört, bekleidete von 2006 bis 2010 einen der einflussreichsten Posten im Vatikan: Er war Präfekt der Kleruskongregation und damit für einen großen Teil der damals rund 275.000 Diözesanpriester in der Weltkirche zuständig. Zuvor leitete er mit der sechs Millionen Katholiken zählenden Diözese Sao Paulo in Brasilien acht Jahre lang eine der größten Diözesen der Welt.


Bischof Erwin Kräutler gratuliert(Übersetzung PlattformBeloMonte)

Mein lieber Dom Claudio!

Im Psalm 90, den wir immer wieder in unserem Brevier beten, heißt es:
"Die Zeit unseres Lebens währt siebzig Jahre; wenn es hochkommt, achtzig." (Ps 90,10) Du hast diese Verheißungen bereits übertroffen, und wir danken Gott für das Geschenk Deines Lebens, ein wahres göttliches Geschenk an unser Brasilien, insbesondere an Amazonien.
Der berühmte Wiener Psychiater Viktor Frankl sagte: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie". Dein 'Warum' ist bedingungslose Liebe zu Gott und zum Volk Gottes. Als Emeritus hast du nicht idyllische Ruhe in einem angenehmen Kloster gesucht. Das fortgesetzte Engagement für eine große Sache hat Deine Vitalität nicht verringert, sondern Deinen Enthusiasmus gesteigert. Ich denke, Du kannst die Worte des Paulus wiederholen: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir." (1 Kor 15,10)

AD MULTOS ANNOS! Paz e Bem!

Dom Erwin Kräutler – Emeritierter Bischof der Prälatur am Xingu 


VaticanNews, 8.8.2019
Dom Cláudio Hummes celebra aniversário e recebe homenagens
O relator geral do Sínodo dos Bispos para a Amazônia e presidente da Rede Eclesial Pan-amazônica (REPAM), card. Cláudio Hummes, completa hoje 85 anos. O cardeal recebeu várias homenagens e lembranças através da Repam-Brasil e da Rádio Vaticano-Vatican News


REPAM, 8.8.2019
Presidente da REPAM celebra aniversário e recebe homenagens
A voz da Amazônia e um apaixonado por aquele território. Assim é reconhecido o Cardeal Cláudio Hummes em algumas das homenagens que recebe, hoje, por ocasião da celebração dos seus 85 anos de vida. Muito querido em toda a Igreja da região por sua atuação profética e defesa do território e dos povos, ele é o presidente da Rede Eclesial Pan-Amazônica/REPAM e o presidente da Comissão Episcopal Especial para a Amazônia/CEA da CNBB.

Weltklimarat-Bericht beklagt zu hohen Fleischkonsum und zu viel Rodung


Tageschau.de, 8.8.2019
Weltklimarat zur Landnutzung
Kein Weitermachen wie bisher
Dürren, Hitzewellen, Wasser- und Nahrungsmangel: In seinem neuen Sonderbericht zum Klimawandel zeichnet der Weltklimarat ein düsteres Zukunftsbild und fordert eine dringende Kehrtwende bei der Landnutzung.


ORF, 8.8.2019
UNO-Klimarat
Welt muss Ernährung umstellen
Der Herausforderung, die wachsende Erdbevölkerung dauerhaft zu ernähren und gleichzeitig das Klima zu schützen, ist die Weltwirtschaft derzeit nicht gewachsen. Aus diesem Grund forderte der UNO-Weltklimarat am Donnerstag in Genf ein radikales Umsteuern bei der Landnutzung. In einem Sonderbericht rufen die Forscherinnen und Forscher die Politik zum sofortigen Handeln auf, bevor es zu spät ist.


solarify, 8.8.2019
Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlage
IPCC-Sonderbericht belegt dramatische Risiken der Erderwärmung für Landressourcen und Lebensmittelversorgung


ipcc - Deutsche Koordinierungsstelle
IPCC veröffentlicht Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL)
Der offizielle deutsche Titel des Berichts lautet:
"Klimawandel und Landsysteme: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen."




Basler Zeitung, 1.2.2018
«Diese Forscher haben eine politische Agenda»
Der Ozeanograph Nils-Axel Mörner stellt sich gegen den Weltklimarat und die Warnungen vor versinkenden Inseln.

Mittwoch, 7. August 2019

Amazonas-Abholzung nimmt rasant zu

ORF, 7.8.2019
Brasilien:
Abholzung des Regenwaldes rasant beschleunigt
Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien hat sich rasant beschleunigt. Im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes fast viermal höher als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) gestern mitteilte. Das Institut liefert Satellitenbilder zum Zustand des brasilianischen Amazonas-Waldes, der als „Lunge der Erde“ gilt und im globalen Klimaschutz eine unverzichtbare Rolle spielt.

Laut INPE wurden im Juli in dem südamerikanischen Staat insgesamt 2.254 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Im Juli 2018 waren es noch 596,6 Quadratkilometer. Das entspricht einer Zunahme von 278 Prozent. Im vergangenen Juni lag das Ausmaß der Abholzung den Angaben zufolge noch um 88 Prozent über dem Volumen des entsprechenden Vorjahresmonats.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro zweifelt den menschengemachten Klimawandel an und ist ein Freund der Agrarindustrie. Mit seiner Politik begünstigt er den Raubbau am Amazonas-Wald. Monokolturen wie der Anbau von Soja und Rinderzucht werden zulasten umweltfreundlicherer Familienbetriebe gefördert. Bolsonaro hatte kürzlich den Direktor des INPE gefeuert. Er wirft dem Institut vor, „lügnerische“ Zahlen über den Zustand des Regenwaldes zu liefern.

Welt, 7.8.2019
Allein im Juli Regenwald fast von der Größe des Saarlands abgeholzt
Ein enormes Ausmaß: Im Juli sind dem brasilianischen Weltrauminstitut nach 2254 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden. Das entspricht einer Zunahme von 278 Prozent im Vergleich zum Juli 2018.


ZDF, 7.8.2019
Regenwald in Brasilien
Amazonas-Abholzung hat sich fast vervierfacht
Die "Lunge der Erde" wird kleiner und kleiner: Im brasilianischen Amazonas werden immer noch riesige Mengen Holz gefällt - ohne Rücksicht auf den Klimaschutz.


Spiegel-Online, 3.7.2019
Höchster Wert seit drei Jahren
Rekord-Abholzung im Regenwald
Brasiliens Präsident Bolsonaro legt wenig Wert auf Umweltschutz - darunter leidet auch der Regenwald: Zuletzt wurden 60 Prozent mehr Fläche abgeholzt als vor einem Jahr.


Blickpunkt Lateinamerika, 7.8.2019
Abholzung am Amazonas hat sich nahezu vervierfacht
Im Juli wurden 2.255 Quadratkilometer Wald gerodet, ein Anstieg von 278 Prozent gegenüber dem Juli 2018, berichten lokale Medien. Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte die alarmierenden Zahlen zuletzt als Lügen bezeichnet und die Führung der staatlichen Behörde ausgewechselt, die die Abholzung misst.

Interaktive Karte über Abholzungen auf TerraBrasilis

CNN, 2.8.2019
Amazon destruction accelerates 60% to one and a half soccer fields every minute
The rate of rainforest destruction had been stable during the first few months of Bolsonaro's presidency but began to soar in May and June, according to Brazil's National Institute of Space Research (INPE), a government agency whose satellites also monitor the Amazon.

INPE, 04 de julho de 2019
Alertas do DETER na Amazônia em junho somam 2.072,03 km²
As áreas de alerta de desmatamento e degradação na Amazônia Legal somaram 2.072,03 km² no mês de junho de 2019, segundo os dados registrados pelo DETER, o Sistema de Detecção do Desmatamento em Tempo Real (DETER) do Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (INPE). Baseado em imagens de satélites de observação da Terra, o sistema DETER é destinado a orientar a fiscalização em campo, feita pelos órgãos competentes. Considerando somente os alertas do tipo desmatamento, onde já houve a remoção da cobertura florestal, as áreas mapeadas em junho somam 920,21 km². A distribuição das áreas de alertas por estado é mostrada a seguir.

BBC, 2.8.2019
Desmatamento dispara no Xingu, um dos principais 'escudos' da Amazônia
O desmatamento em unidades de conservação na bacia do rio Xingu, nos Estados do Pará e Mato Grosso, cresceu 44,7% em maio e junho de 2019 em comparação com o mesmo período do ano anterior, reforçando a tendência de alta no desflorestamento da Amazônia e ampliando as pressões sobre um dos principais corredores ecológicos do bioma.

Exame, 4.8.2019
Aumento acentuado do desmatamento é inegável, diz ex-diretor do Inpe
Estatísticas preliminares da agência de pesquisa espacial Inpe mostraram um salto de 88% no desmatamento na Floresta Amazônica

Jornal Nacional, 5.7.2019
Inpe registra aumento de 88% de desmatamento na Amazônia em junho
Comparação é com o mesmo mês de 2018. Ministro do Meio Ambiente diz que preservação precisa encontrar um caminho que não sacrifique o desenvolvimento econômico.

G1 - O Globo, 5.8.2019
Em MT, 95% do desmatamento é ilegal, segundo ICV
Em 2018, foram registrados quase mil quilômetros quadrados de desmatamento no estado.

G1 - O Globo, 5.8.2019
Promotoria abre investigação após Naturatins publicar mais de 500 autorizações para desmatamento em um dia
Autorizações foram publicadas na semana passada, horas depois do governador assinar compromisso para preservar o meio ambiente. MPE afirma que Naturatins não tem pessoal para analisar os dados ambientais.

G1 - O Globo, 18/08/2019
Balanço oficial de desmatamento da Amazônia confirma dados de sistema de alerta; entenda
Sistema Deter emite alertas diários de áreas desmatadas para ajudar na fiscalização, enquanto o Prodes faz balanço de um período de 12 meses. Os dois dados são do Inpe. Veja comparativo dos últimos três anos.

Samstag, 3. August 2019

Bolsonaro entlässt Chef der Weltraumagentur wegen Abholzungszahlen

VaticanNews, 3.8.2019
Brasilien: Behördenchef wegen Abholzungszahlen entlassen
Nach einem tagelangen Schlagabtausch über Abholzungszahlen in Brasilien musste der Chef der Forschungsbehörde INPE seinen Hut nehmen. Nach einem Gespräch mit dem Minister für Wissenschaft und Technologie kündigte Ricardo Galvao am Freitag vor brasilianischen Journalisten an, er habe seiner Entlassung zugestimmt.

Präsident Jair Bolsonaro hatte die INPE-Daten öffentlich angezweifelt. Das renommierte Institut hatte für Juni eine Zunahme der Abholzung am Amazonas von 88 Prozent im Vergleich zu Juni 2018 ermittelt. Daraufhin unterstellte Bolsonaro, INPE arbeite im Auftrag ausländischer Umweltorganisationen. Galvao verteidigte sich zunächst und schloss einen Rücktritt aus. Die Daten seien korrekt. Am Donnerstag wiederholte Bolsonaro die Vorwürfe. Die Veröffentlichung der Daten schade dem Bild Brasiliens und seinem Image in der Welt, so der Präsident. Es gebe Mitarbeiter bei INPE, die Brasilien bewusst schaden wollten. Diese würden entlassen. Kurz zuvor hatte die Behörde für Juli noch alarmierendere Zahlen zur Abholzung veröffentlicht.
Fehlende Vertrauensbasis

Galvao betonte nun, dass sein Vorgesetzter, der Minister für Wissenschaft und Technologie, Ex-Astronaut Marcos Pontes, ihm und INPE das Vertrauen ausgesprochen habe. Der Minister wisse, dass die Zahlen zuverlässig seien, so Galvao. Trotzdem werde er entlassen, da die Vertrauensbasis zwischen ihm und Bolsonaro zerstört sei, so der Behördenleiter.

Die Diskussion über die Abholzungszahlen hatte sich zuletzt verschärft, nachdem das Magazin „Economist“ eine international beachtete Reportage zu dem Thema veröffentlicht hatte. Darin wird scharfe Kritik an Bolsonaros Politik für das Amazonasgebiet geübt. Zudem könnte die geplante Öffnung der Region für die wirtschaftliche Ausbeutung das jüngste Handelsabkommen mit der EU gefährden.


Welt, 3.8.2019
Top-Forscher nach Streit über Abholzung des Regenwalds gefeuert
Der Chef des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung ist seinen Posten los. Er hatte Daten über die stark ansteigende Regenwald-Abholzung veröffentlicht. Das machte den rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro besonders wütend.


Tagesschau, 2.8.2019
Brasiliens Weltraumagentur
Behördenchef nach Abholzungsstreit gefeuert
Er hatte die Zahlen über die jüngsten Regenwaldrodungen in Brasilien veröffentlicht, die Präsident Bolsonaro so in Rage brachten: Ricardo Galvão, Direktor der nationalen Weltraumagentur. Nun wurde er entlassen.


Zeit-Online, 3.8.2019
Brasiliens Präsident feuert Wächter des Regenwalds
Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat einen weiteren Kritiker entlassen: den Chef des Instituts für Weltraumforschung. Er hatte über massive Abholzung berichtet


BBC-Brasil, 2.8.2019
As críticas de Bolsonaro que levaram à queda do diretor do Inpe, órgão que monitora desmatamento na Amazônia
O físico Ricardo Galvão, diretor do Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (Inpe) - principal órgão federal responsável por monitorar o desmatamento na Amazônia -, foi demitido do cargo nesta sexta-feira (02).

O Globo, 2.8.2019
Diretor do Inpe será exonerado após questionamento de dados sobre desmatamento
Ricardo Galvão sairá do cargo mesmo com mandato até 2020

G1 - O Globo, 2.8.2019
Diretor do Inpe diz que discurso sobre Bolsonaro 'causou constrangimento' e será exonerado
Galvão foi criticado pelo presidente por dados que apontam alta do desmatamento. Em julho, ele declarou que não pediria demissão, mas, nesta sexta (2), concordou em deixar o cargo por causa da 'situação de perda de confiança'.

O Globo, 3.8.2019
Diretor demitido do Inpe diz que não conseguia falar com Ibama para alertar sobre desmatamento
Instituto criticado por Bolsonaro emite alertas em tempo real para que fiscais possam agir

G1 - O Globo, 21/07/2019
Bolsonaro diz que divulgação de dados sobre desmatamento prejudica o Brasil
Dados do Inpe apontam que o desmatamento na Amazônia aumentou 88% em comparação com o ano passado. Presidente acusou o órgão de mentir e de estar 'agindo a serviço de uma ONG'. Ricardo Magnus Osório Galvão, diretor do Inpe, negou as acusações de Bolsonaro.

Freitag, 2. August 2019

Auftraggeber am Mord von Dorothy Stang beantragt Hausarrest


Regivaldo Pereira Galvão, der als Auftraggeber der Ermordung von Dorothy Stang zu 30 Jahren Haft verurteilt und seit April im Gefängnis von Altamira untergebracht ist, hat über seinen Anwalt Hausarrest oder Änderung in halb-offene Haft beantragt. Regivaldo gibt als Grund an, im Gefängnis einem Todesrisiko ausgesetzt zu sein. Am vergangenen Montag (29.7.) wurden nämlich bei einer Auseinandersetzung rivalisierender Drogenbanden 58 Häftlinge getötet.
Der Antrag wurde an Minister Alexandre de Moraes vom Bundesgerichtshof weitergeleitet. Laut seinem Anwalt überlebte Regivaldo das Massaker im Gefängnis, weil er es geschafft hatte, sich zu verstecken.
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde des Gefängnisses (Susipe) ist Regivaldo jedoch nicht in jener Barracke B untergebracht, in der das Feuer gelegt und die Häftlinge erstochen wurden. Da er in der Kantine arbeitet, bekommt er eine spezielle Zelle für arbeitende Insassen, die sich neben Block A (wo die Angreifer inhaftiert waren) und dem Nebengebäude B (wo das Massaker stattfand) befindet.

G1 - O Globo, 2.8.2019
Defesa do fazendeiro mandante da morte de Dorothy Stang pede progressão de pena após massacre em Altamira
Regivaldo Pereira Galvão cumpria pena no Centro de Recuperação Regional de Altamira desde abril. A defesa de Regivaldo diz que ele corre risco de morte dentro da penitenciária

Donnerstag, 1. August 2019

Bischof Erwin Kräutler zeigt sich solidarisch mit Opfern des Massakers von Altamira


Der emeritierte Xingu-Bischof Erwin Kräutler ist vom beispiellose Massaker im Gefängnis von Altamira betroffen. Und er ist über die Reaktion von Präsident Jair Bolsonaro über den Tod von 62 Häftlingen im Interview in der Folha de S. Paulo sehr empört.

"Ich habe in der Zeitung gelesen, dass unser Präsident sagte, die Journalisten sollten die Opfer der Verstorbenen fragen. Das ist keine Antwort für diese Familien, um Gottes willen! Und das sagt der Präsident! Jeder Gefangene hat eine Mutter, einen Vater. Die Mütter weinten vor dem Gefängnis. Einer Mutter wird es im Herzen schmerzen, wenn ihr Sohn auf die schiefe Bahn gerät und sie dagegen machtlos ist. Wie muss sie erst ein grausamer Tod des Sohnes im Herzen treffen!?", sagte er.

Bolsonaro wolle mit seiner ausweichenden Antowrt eigentlich sagen, dass "ein guter Verbrecher ein toter Verbrecher" ist. Es gebe diese fehlende Sensibilität, sie sei leider verbreitet. Menschen würden sich zu Richtern machen und nur aufgrund des Geredes urteilen, ohne den Fall genau zu kennen.

"Ein Häftling kann nur dann als Krimineller bezeichnet werden, wenn ihm der Prozess gemacht wurde und der Richter das Urteil gesprochen hat. Dann ist er wirklich ein Verbrecher. Die Hälfte der Opfer von Altamira waren aber Angeklagte, die auf den Prozess warteten und noch nicht verurteilt waren", sagte Bischof Kräutler entsetzt.

Die Situation im Gefängnis sei katastrophal. Jung und Alt, Verurteilte und solche, die auf den Prozess warten, seien in überfüllten Zellen zusammengepfercht. Diese Missstände trugen zu einem Massaker bei, das an Perversion und Grausamkeit kaum zu überbieten sei.

Laut einem Bericht des Nationalen Justizrates (CNJ) ist das Gefängnis von Altamira stark überfüllt und in einem schlechten Zustand. Am Tag des Massakers waren 311 Personen inhaftiert, bei einer maximalen Kapazität von 200.

Bolsonaro wurde diesbezüglich von Journalisten gefragt, was er zum Massaker von Altamira sagt und ob es verstärkte Sicherheitsmaßnahmen geben werde. Seine Antwort: "Fragen Sie die Opfer der dort Verstorbenen, was sie denken. Wenn sie geantwortet haben, werde ich auch antworten."  


Bischof Kräutler bei der "Totengedenkmesse am 7. Tag" in der Kathedrale von Altamira:



Folha de S.Paulo, 31.7.2019
Não é resposta que um presidente dê a essas famílias, diz bispo de Altamira sobre Bolsonaro
Dom Erwin Kräutler defende respeito a parentes de mortos e lamenta naturalização de massacre


Estadão, 30.7.2019
'Pergunta para as vítimas dos que morreram o que acham', diz Bolsonaro sobre massacre em Altamira
Presidente não deu nenhuma informação sobre o que o governo federal pretende fazer em relação ao episódio; matança é a maior do País desde os 111 mortos no Carandiru, em São Paulo, em 1992


G1 - O Globo, 30.7.2019
'Pergunta para as vítimas dos que morreram lá', diz Bolsonaro sobre massacre em Altamira
Presidente comentou confronto entre facções que deixou 57 mortos no presídio de Altamira, Pará, nesta segunda-feira (29). Massacre já é um dos maiores da história do país.


Religión Digital, 5.8.2019
Monseñor Erwin Kräutler pide construir una sociedad que “no aniquile la vida de quienes erraron”
El obispo se pronuncia ante la muerte de 62 presos en una carcel de la Amazonía brasileña

Dienstag, 30. Juli 2019

Gefängnisrevolte in Altamira mit 62 Toten


FAZ, 31.7.2019
Gefängnisrevolte in Brasilien:
Zahl der Toten steigt auf 58
Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen im brasilianischen Gefängnis in Altamira wurden Dutzende Beteiligte in andere Gefängnisse verlegt. Von der Gerichtsmedizin wurden inzwischen 15 Opfer identifiziert.

FAZ, 1.8.2019
Vier Häftlinge bei Verlegung in andere Anstalt erstickt
Nach Bandenkämpfen mit mehreren Toten sollten 26 Männer in ein 500 Kilometer entferntes Gefängnis verlegt werden. Bei der Ankunft wurden vier erstickt in ihren Zellen aufgefunden.

ORF, 29.7.2019
Über 50 Tote bei Gefängnisrevolte
In Brasilien sind am Montag bei Kämpfen zwischen verfeindeten Banden in einem Gefängnis Dutzende Häftlinge ums Leben gekommen. Die Haftanstalt Altamira im Bundesstaat Para sprach von insgesamt 52 Toten.



G1 - O Globo, 1.8.2019
ML libera 28º corpo de vítima do massacre em presídio de Altamira; 30 passarão por DNA
Necropsia foi encerrada na quarta-feira (31). Legistas trabalham para identificar corpos carbonizados.

Bom Dia Pará, 1.8.2019
Detentos mortos em massacre de Altamira começam a ser enterrados
Missa em memória dos mortos com Dom Juão Muniz

G1 - O Globo, 1.8.2019
Presídio de Altamira onde ocorreu massacre no Pará deveria ser fechado, diz OAB-PA
Comitiva realizou uma vistoria no CRRALT e um parecer deve ser encaminhado para o Conselho Nacional de Justiça.

Exame, 1.8.2019
Devido ao mau cheiro, famílias desistem de velórios em Altamira
Nem todos os corpos foram liberados pelo IML, o que tem aumentado o estado de decomposição

G1 - O Globo, 3.8.2019
26 dos 62 detentos mortos em massacre de Altamira eram presos provisórios
Outros 27 eram condenados; 9 tinham condenação e também tinham processos nos quais ainda não haviam sido julgados.
Os quatro presos foram estrangulados com cinta plástica durante a transferência em um caminhão-cela

Jornal O Globo, 1.8.2019
Podcast: os motivos que levaram ao massacre no presídio em Altamira




Atualização:
O Globo, 6.9.2019
Vídeo mostra ação de agentes e detentos antes do massacre que deixou 58 mortos em presídio no PA
Dois agentes teriam facilitado a saída de presos do bloco carcerário, segundo as investigações. O caso é o segundo maior massacre em presídios registrado no Brasil.

Invasoren sollen indigenen Anführer ermordet haben


Survival, 29 Juli 2019
Indigener Anführer im nördlichen Amazonasgebiet ermordet
Die Leiche von Emyra Wajãpi wurde am 23. Juli von Angehörigen des Volkes gefunden. APINA, der Verband der Wajãpi-Dörfer, hat eine Erklärung veröffentlicht. In der heißt es, dass, obwohl kein Wajãpi Zeuge der Ermordung war, sie glauben, dass Emyra am Vortag von Außenstehenden getötet wurde.
Am 26. Juli berichteten die Wajãpi der Gemeinde Yvytotõ – in der Region, in der der Mord geschah –, dass schwer bewaffnete Goldgräber in ihr Dorf eingedrungen seien. Die Bergleute bedrohten sie und besetzten gewaltsam ein Wajãpi-Haus.
Die gesamte Gemeinde floh in ein Nachbardorf, das ein SOS über Funk aussendete, um die Hilfe der Bundespolizei zu erhalten. Ein Polizeiteam kam am 28. Juli auf dem Gebiet der Wajãpi an.

ORF, 29.7.2019
Überfall in Reservat
Spannungen in Amazonas-Gebiet steigen
Seit im Norden Brasiliens Dutzende bewaffnete Goldsucher in ein abgelegenes Reservat Indigener eingedrungen sind, steigt die Sorge vor möglichen gewaltsamen Zusammenstößen. Ein Mann wurde getötet, die Polizei nahm Mordermittlungen auf. Brasiliens Regierung will manche der streng geschützten Gebiete für eine kommerzielle Nutzung freigeben. Seither fühlen sich auch indigene Gruppen unter Druck.

Deutschlandfunk, 29.7.2019
Goldsucher sollen indigenen Anführer getötet haben
Polizisten seien in die entlegene Region unterwegs, berichten Medien. Die Bewohner des Reservats Waiapi im Teilstaat Amapa hatten am Wochenende auf Social Media um Hilfe gebeten, nachdem etwa 50 bewaffnete Goldsucher ihr Dorf angegriffen hatten. Mitglieder ihrer Gemeinschaft seien vor den Goldsuchern geflohen, eventuell gebe es mehr als nur den einen Toten, so ihre Botschaft.
Ihr Gebiet war von der brasilianischen Regierung in den 1980er-Jahren zu einem indigenen Reservat erklärt worden. Es gibt im Amazonas-Gebiet aber viele Bodenschätze, was immer wieder Goldsucher anlockt. Der aktuelle brasilianische Präsident Jair Bolsonsaro hat wiederholt versucht, die bisher illegale Goldförderung zu legalisieren und auch indigene Gebiete dafür freizugeben. Erst am Freitag kündigte er eine entsprechende Gesetzesinitiative an. Seinen Sohn Eduardo Bolsonaro habe er beauftragt, dazu mit US-amerikanischen Unternehmen Verhandlungen aufzunehmen. Menschenrechtler und Umweltschützer kritisieren das.

BR24, 29.7.2019
Brasilien: Goldsucher sollen indigenen Anführer ermordet haben
Im Norden von Brasilien sollen Goldsucher, die illegal in ein Reservat eingedrungen waren einen indigenen Anführer getötet haben. Am selben Tag hatte Brasiliens Präsident Bolsonaro die Legalisierung der Goldförderung auf indigenem Land gefordert.

Kooperation Brasilien, 30.7.2019
Hilferuf aus Amazonien: Goldsucher töten und bedrohen Wajãpi
In der Region gibt es Bodenschätze wie Mangan, Eisen und Kupfer. Weder die Funai noch die Bundespolizei oder das Militär waren schnell vor Ort präsent, um die Indigenen zu schützen, wie es ihre gesetzliche Aufgabe wäre. Senator Randolkfe Rodriguies (Rede-AP) wurde per Funk informiert. Er beklagt die Abwesenheit des Staates und wendet sich mit einem Video an die internationale Öffentlichkeit. Inzwischen untersucht die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft den Mord.

Deutsche Welle, 31.7.2019
Mord verbreitet Angst unter Indigenen in Brasilien
Ein indigener Anführer wird ermordet, ein Goldschürfer ist tatverdächtig. Die UN verurteilen die Tat, doch Präsident Jair Bolsonaro bezweifelt sie - und schürt so die Spannungen in Amazonas.


Guardian, 28.7.2019
Amazon gold miners invade indigenous village in Brazil after its leader is killed
Brazil’s police have been urged to investigate a ‘very tense situation’ in Amapá state


CNBB, 29.7.2019
CNBB emite nota sobre situação dos povos indígenas Wajâpi, no Amapá
A Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB) acompanha atentamente os desdobramentos da crise socioambiental que vem se agravando e atinge de modo fatal os povos da Amazônia, particularmente os indígenas.
A presidência da CNBB manifesta preocupação com a elucidação da morte do líder da etnia Wajãpi, ocorrida no dia 24 de julho, no Estado do Amapá.

REPAM, 29.7.2019
Nota de Solidariedade ao povo Wajãpi

CIMI, 28.7.2019
Em nota, Wajãpi relatam fuga de aldeia após invasão por homens armados
Após assassinato de liderança dentro do território, Conselho das Aldeias Wajãpi – Apina relata ocupação de aldeia por homens armados

Emyra Wajãpi foi achado morto no dia 23 de julho

G1 - O Globo, 29.1.2019
Invasão a terra indígena Waiãpi, no Amapá: veja perguntas e respostas sobre a situação
Um indígena foi morto no dia 23 de julho. Caso é tratado com cautela pelas autoridades.

G1 - O Globo, 31.7.2019
Corpo de índio Waiãpi morto no AP vai ser exumado, diz MPF
Procurador afirmou que helicóptero será enviado para a aldeia. Indígenas dizem que Emyra Waiãpi foi morto durante invasão de garimpeiros em terra indígena. PF investiga.