Donnerstag, 16. Mai 2019

Bischof Kräutler: "Amazonas-Synode wird Wertschätzung der Frau besonders realisieren"


VaticanNews, 16.5.2019
Amazonas-Synode:
„Ganz neuer Zugang zu indigenen Völkern erwünscht“
Die Amazonas-Synode im Oktober soll nach Ansicht von Amazonas-Bischof Erwin Kräutler „einen ganz neuen Zugang speziell zu den indigenen Völkern“ eröffnen. Die besonderen Ausdrucksformen des Glaubens von Indigenen seien viel höher zu schätzen als bisher. Der aus Österreich stammende emeritierte Bischof von Xingu nahm in diesen Tagen an einem vorbereitenden Treffen in Rom teil.


Kathpress, 17.5.2019
Bischof Kräutler: Für Bolsonaro "existieren Indios nicht"
Rom, 17.05.2019 (KAP) Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler kritisiert, dass Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro die Amazonasregion vor allem als Wirtschaftsressource betrachtet, sie für multinationale Konzerne öffnet und die Rechte der dort lebenden Indigenen einschränkt. "Er denkt nur vom Export, von der wirtschaftlichen Dimension her. Die Indios existieren für ihn eigentlich nicht", sagte der emeritierte Bischof von Altamira-Xingu im Interview des vatikanischen Onlineportals "Vatican News" (Freitag). "Ich sage auch ganz klar, er kennt Amazonien gar nicht", fügte Kräutler mit Blick auf den seit Jänner amtierenden Staatschef hinzu.


Katholisch.at, 17.5.2019
Für Bolsonaro "existieren Indios nicht"
Aus Österreich stammender Amazonas-Bischof kritisiert, dass brasilianischer Staatschef Amazonien vor allem als Wirtschaftsressource betrachtet


Domradio.de, 17.5.2019
Arbeitsdokument zur Amazonas-Synode verabschiedet "Instrumentum laboris"
Der Vatikan hat das Arbeitspapier für das weltweite Bischofstreffen zu Amazonien im Herbst verabschiedet. Das gab das vatikanische Presseamt an diesem Freitag bekannt. Der Text soll unter anderem an Bischofskonferenzen weltweit gehen.

Montag, 13. Mai 2019

Kard. Hummes: Amazonas-Synode muss Neues bringen

Kardinal Cláudio Hummes
Amazonas-Synode: „Nicht das bereits Gesagte wiederholen“
Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes glaubt an eine Weiterentwicklung der Seelsorge und der katholischen Soziallehre durch die kommende Amazonas-Synode. „Wir werden nicht zur Synode gehen, um bereits Gesagtes zu wiederholen, so wichtig, schön und theologisch bedeutsam es auch sein mag", sagte Hummes in einem langen Interview mit der Jesuitenzeitschrift „La Civilta Cattolica“, das an diesem Montag erschien.

Hummes ist emeritierter Erzbischof von Sao Paolo und wird bei der im Oktober anberaumten Synode als Generalrelator dienen. „Wir müssen es vermeiden, das Alte mitzubringen, als sei es wichtiger als das Neue", sagte der Kardinal im Gespräch mit dem Chefredakteur der Zeitschrift, dem Jesuiten Antonio Spadaro. Bei der Synode brauche es „Vertrauen in den Geist, der uns voranbringt“.

Gott und die indigenen Völker
Jede Art der Inkulturation des Glaubens und des religiösen Dialogs müsse von der Tatsache ausgehen, dass „Gott auch in den ursprünglichen indigenen Völkern immer gegenwärtig war", so Hummes. Zugleich glaubten Christen, dass Jesus Christus „die wahre Erlösung und endgültige Offenbarung ist, die alle Menschen erleuchten muss". Die indigenen Völker müssten infolgedessen, wenn sie die Botschaft Jesu Christi annähmen, ihren Glauben durch ihre „Kultur, Identität, Geschichte und Spiritualität" ausdrücken können, unterstrich der brasilianische Kardinal.

Widerstand auf dem Weg der Synode
Hummes räumte ein, dass in der Kirche Widerstände gegen eine neue Sicht auf indigene Formen des Glaubensvollzugs aufgetaucht seien. Einige fühlten sich „auf gewisse Weise bedroht, weil sie glauben, dass ihre Vorhaben und Ideologien nicht respektiert werden“, vor allem Projekte der Ausbeutung von Rohstoffen; Hummes sprach von einem „Geist der Herrschaft und des Raubes“, der auch heute im Amazonasbecken anzutreffen sei. Den Gedanken, dass „jeder zum Dialog bereit ist“, wies der Kardinal als Illusion zurück. Eine entgegenkommende Haltung sei hier unangebracht, weil die Menschenrechtsverletzungen und die Umweltzerstörung dramatisch seien. Die Kirche müsse in diesem Punkt notwendigerweise prophetisch sein, „und prophetisch zu sein bedeutet, einen Geist der Verurteilung und des Dialogs mit etwas mehr Zärtlichkeit anzureichern“.

Welchen Dienst für eine indigene Kirche?
Spadaro bat Hummes auch um eine Einschätzung zum heiklen Thema des priesterlichen Dienstes in dieser Realität. Im Amazonasgebiet herrscht der drängendste Priestermangel der katholischen Weltkirche, darüber hinaus ist die Vorstellung des priesterlichen Zölibats in den Indigenenkulturen nicht verankert. Hummes zufolge braucht es einen priesterlichen Dienst, der sich an die Bedürfnisse der Gemeinschaft anpasst. Der Kardinal sprach sich für „ausdifferenzierte Dienste aus“, man könne nicht „eine Art historische Figur aufrechterhalten, an die der Priester sich anzupassen hat“.


Kathpress, 13.5.2019
Kardinal beklagt Menschenrechtsverletzungen im Amazonasgebiet
Synoden-Generalrelator Hummes in Jesuitenzeitschrift: Dramatische Lage und weit verbreitete Straflosigkeit - Plädoyer für "indigene Kirche", die mit der Weltkirche verbunden ist

Rom, 13.05.2019 (KAP) Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes hat ständige Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im Amazonasgebiet beklagt. Er sprach von einer "dramatischen" Lage. "Noch schlimmer ist, dass die meisten dieser Verbrechen ungestraft bleiben", sagte Hummes der Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica" (Montag). Der 84-Jährige äußerte sich mit Blick auf eine geplante Bischofssynode zu Amazonien diesen Herbst im Vatikan.

Hummes ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM und Generalrelator der Synode. Als solcher hat er eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit. Das Bischofstreffen tagt vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan. Neben Theologie und Seelsorge soll es auch um die Belange der Indigenen, um Menschenrechte und Umweltschutz gehen.

Die Synode müsse sich innerkirchlicher wie äußerer Widerstände bewusst sein, beispielsweise aus der Wirtschaft und von Regierungen, so der Kardinal. Manche könnten mit Gewalt und unter Verletzung grundlegender Menschenrechte Änderungen zu verhindern suchen. Auch die Einhaltung von Normen zu Nachhaltigkeit und Naturschutz in Amazonien seien in Gefahr. "Aber wir dürfen nicht aufgeben. Es wird Protest nötig sein. Nicht gewaltsam, aber sicherlich entschieden und prophetisch", sagte Hummes.

Der Kardinal sprach sich auch für eine "indigene Kirche" aus, die ihre eigene Kultur, Identität, Geschichte und Spiritualität haben und zugleich mit der katholischen Weltkirche geeint sein müsse.


La Civilta Cattolica, 13 May 2019
Preparing for the Synod on Amazonia:
An interview with Cardinal Claudio Hummes

Donnerstag, 9. Mai 2019

Brasilianische Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden

VaticanNews, 7.5.2019
Brasilien: Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden
Der Erzbischof von Belo Horizonte, Walmor Oliveira de Azevedo, ist zum neuen Präsidenten der Brasilianischen Bischofskonferenz gewählt worden. Er folgt auf Kardinal Sergio da Rocha, der dieses Amt seit 2015 innehatte.

Offen ist noch, wen die 301 stimmberechtigten Bischöfe zum Generalsekretär der weltweit größten Bischofskonferenz wählen. Dessen Wahl folgt am Dienstag.

Kirche steht unter Druck
Der 65-jährige Bischof Azevedo muss nun die katholischen Bischöfe gegenüber dem Rechtspopulisten Jair Messias Bolsonaro vertreten. Seit der Wahl des Präsidenten, den die evangelikalen Großkirchen unterstützen, steht die katholische Kirche politisch unter Druck. Ihre Option für die Armen wird von vielen Bürgern als kommunistisch und politisch „links" angesehen. Zuletzt hatten die Bischöfe Bolsonaros liberale Wirtschaftspolitik offen kritisiert.

Etwa 123 Millionen Katholiken zählt Brasilien, das entspricht zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung. Wie viele seiner Landsleute in den letzten Jahrzehnten hatte der katholisch getaufte Bolsonaro zu einer evangelikalen Freikirche gewechselt.





Der neue Vorsitzende Dom Walmor Oliveira de Azevedo mit Dom Erwin Kräutler
Auch Bischof Erwin Kräutler nahm an der 57. Generalversammlung der Bischofskonferenz in Aparecida teil, wo die Wahl des neuen Vorsitzenden stattfand.

CNBB, 6.5.2019
Dom Walmor Azevedo, arcebispo de Belo Horizonte (MG), é eleito novo presidente da CNBB
O arcebispo de Belo Horizonte (MG), dom Walmor Oliveira de Azevedo, foi eleito na tarde desta segunda-feira, 6 de maio, como presidente da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB). O novo presidente foi escolhido pelos episcopado brasileiro que participa, em Aparecida (SP), da 57ª Assembleia Geral da CNBB no terceiro escrutínio, após receber a maioria absoluta de votos do total de 301 bispos votantes.


Youtube, 6.5.2019
Dom Walmor Azevedo é eleito presidente da CNBB

Mittwoch, 8. Mai 2019

Bolsonaro lockert brasilianische Waffengesetze

ORF, 8.5.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro lockert Waffenrecht
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Waffenrecht in dem südamerikanischen Land weiter liberalisiert. Der Ex-Militär unterzeichnete gestern ein Dekret, laut dem Waffenbesitzer und Waffenbesitzerinnen künftig bis zu 5.000 Schuss Munition pro Waffe und Jahr erwerben dürfen. Bisher war die Menge auf 50 Schuss begrenzt. Zudem wird der Import und der Vertrieb von Waffen in Brasilien vereinfacht.

„Das Dekret ist kein Projekt der öffentlichen Sicherheit, es ist unseres Erachtens nach sogar noch wichtiger als das. Es gibt den Menschen ein individuelles Recht, Waffen zu tragen, wenn sie einige Anforderungen erfüllen“, sagte Bolsonaro.

Der frühere Fallschirmjäger hatte bereits im Wahlkampf lockerere Waffengesetze versprochen. Kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner erlaubte er den Brasilianern per Dekret, bis zu vier Schusswaffen zu kaufen und zu Hause oder am Arbeitsplatz aufzubewahren.
51.000 Tote in einem Jahr

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 51.000 Menschen getötet. Mit der Liberalisierung des Waffenrechts will Bolsonaro den Schutz der Bevölkerung verbessern. Kritiker gehen hingegen davon aus, dass mehr Waffen die Gewalt weiter verschärfen.


FAZ, 8.5.2019
Bolsonaro lockert brasilianische Waffengesetze
Sportschützen, Jägern und Sammlern soll es künftig in Brasilien möglich sein, mit ihren Waffen zu reisen, heißt es von der Regierung. Präsident Bolsonaro sagt, er sei damit an die Grenzen des Gesetzes gegangen.


SRF, 8.5.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro lockert Waffenrecht
Präsident Jair Bolsonaro hat das brasilianische Waffenrecht weiter liberalisiert.
Er unterzeichnete am Dienstag ein Dekret, das den Kauf von Munition erleichtert sowie den Import und Verkauf von Waffen vereinfacht.


O Tempo, 9.5.2019
Decreto de Bolsonaro dá acesso a armamento mais potente
Entre os itens liberados há pistolas .40, 45 e 9 mm, além de carabina .40 e espingarda de calibre 12

G1-O Globo, 8.5.2019
Decreto de Bolsonaro facilita porte de arma para mais categorias
Agentes de trânsito, conselheiros tutelares, caminhoneiros e políticos eleitos não vão precisar comprovar 'efetiva necessidade' para transportar armas fora de casa.

BBC-Brasil, 8.5.2019
Novo decreto de armas: quem são os 'CACs', beneficiados por medida de Bolsonaro
Em mais um decreto que muda as regras para o uso de armas no Brasil, o presidente Jair Bolsonaro beneficiou colecionadores, atiradores desportivos e caçadores, os chamados CACs.

G1-O Globo, 8.5.2019
Rede pede que STF anule decreto que facilitou porte de armas para mais categorias
Pelo decreto, agentes de trânsito, advogados, caminhoneiros e políticos eleitos não precisarão comprovar 'necessidade' para portar armas. Para partido, tema deve ser tratado pelo Congresso.

G1-O Globo, 9.5.2019
Deputados ameaçam derrubar decreto de armas, e Maia negocia com Onyx redução do texto
Deputados da bancada evangélica e da oposição procuraram o presidente da Câmara, Rodrigo Maia (DEM-RJ), para discutir os termos do decreto de armas anunciado pelo presidente Jair Bolsonaro nesta quarta-feira.
Diante da ameaça de derrubada do decreto, Maia negocia com o ministro da Casa Civil, Onyx Lorenzoni, uma redução do texto do decreto de armas nos trechos considerados inconstitucionais pelos técnicos da Câmara. A análise dos técnicos ainda está sendo finalizada.

G1-O Globo, 8.5.2019
Após decreto de Bolsonaro, CNBB critica flexibilização da posse e porte de armas
Cerca de 300 bispos de todo país estão reunidos na basílica, em Aparecida (SP), para discutir os rumos da Igreja Católica no país. Mensagem desta quarta-feira (8) foi a primeira divulgada pelo colegiado na Assembleia Geral dos Bispos neste ano

Dienstag, 7. Mai 2019

Tagung über Religion im öffentlichen Raum in Innsbruck am 21. Mai


Kathpress, 6.5.2019
Innsbruck: Tagung über Religion im öffentlichen Raum
Beim Dies facultatis & Diözesantag am 21. Mai referieren die Bischöfe Glettler und Kräutler sowie Theologen über Religion im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Irritation und Befruchtung

Innsbruck, 06.05.2019 (KAP) Verschiedene Aspekte des Themas "Religion im öffentlichen Raum" stehen im Mittelpunkt beim diesjährigen "Dies facultatis & Diözesantag", den die Diözese Innsbruck für 21. Mai angekündigt hat. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, der austrobrasilianische Altbischof Erwin Kräutler, der deutsche Professor für Systematische Theologie, Ansgar Kreutzer und die Innsbrucker Vizerektorin Ulrike Tanzer werden dazu Referate halten, als Ko-Referenten sind Roman Siebenrock und Michaela Neulinger von der Theologischen Fakultät, die ehemalige Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur sowie Barbara Hoiß von der KPH Edith Stein vorgesehen.

Die Tagung geht von der Diagnose aus, dass religiös motivierte Akteure Caritas oder Diakonie an den Rändern der Gesellschaft "nicht nur geduldet, sondern sogar erwünscht" seien. Diese Akzeptanz schwinde aber, wenn es um die Gestaltung des gemeinsamen öffentlichen Raums geht. In der Ankündigung ist die Rede von Riten, Handlungen und Stellungnahmen der Religionsgemeinschaften, die in der Öffentlichkeit Irritationen auslösen und Fragen aufwerfen würden wie: "Müssen Religionen durch den säkularen Staat nicht diszipliniert, eingehegt und letzten Endes vielleicht als irrational entsorgt werden? Oder sind Religionen für den Zusammenhalt und Bestand einer Zivilgesellschaft unverzichtbar? Was spricht für und gegen religiöse Symbole im öffentlichen Raum?"

Es soll auch der Frage nachgegangen werden, wie und warum Religionsgemeinschaften politisch werden und ob sie mit ihren Argumenten und Vorstellungen öffentliche Aufmerksamkeit beanspruchen können. Neben grundsätzlichen Fragestellungen sollen auch konkrete Beispiele und Optionen in den Blick genommen werden.

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 21. Mai, um 9 Uhr im Kaiser-Leopold-Saal der Universität Innsbruck (Karl-Rahner-Platz 3, 2. Stock) mit Begrüßungsworten von Theologie-Dekan Josef Quitterer und Uni-Rektor Peter Trojer, danach folgt der Eröffnungsvortrag des Trägers des Alternativen Nobelpreises, Bischof Kräutler, unter dem Titel "Habt Mut! Jetzt Welt und Kirche verändern". Das Thema des Referates von Bischof Glettler um 14.15 Uhr lautet "Mission oder De-Mission? Zum Auftrag der Kirche in pluraler Gesellschaft". Die Tagung endet mit einem abschließenden Gebet um 18.30 Uhr in der Innsbrucker Jesuitenkirche.


Veranstaltungskalender der Uni Innsbruck
Tagung/Konferenz
Dies facultatis / Diözesantag:
Nicht von dieser Welt? Religion im öffentlichen Raum

Di, 21. Mai 2019,  09:00 - 18:15 Uhr
Kaiser Leopold Saal, Karl Rahner Platz 3, Innsbruck

Anmeldung ist erforderlich; Anmeldung beim Veranstalter bis 07.05.19

Eintritt / Kosten: Keine

Vortragende/r:
- Dom Erwin Kräutler (em. Bischof von Xingu / Brasilien, Träger des alternativen Nobelpreises)
- Ansgar Kreutzer (Professor für Systematische Theologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen)
- Bischof Hermann Glettler
- Vizerektorin Ulrike Tanzer

Montag, 6. Mai 2019

Papst besetzt wichtige Posten für Amazonas-Synode

Kardinal Claudio Hummes

VaticanNews, 4.5.2019

Für die kommende Amazonas-Synode hat Papst Franziskus den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes zum Generalrelator ernannt. Das gab der Vatikan am Samstag bekannt. Der 84-jährige Kardinal, der bis 2013 die Kleruskongregation im Vatikan leitete, ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM.

Als Generalrelator hat er eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit und Erstellung des Abschlussdokuments. Weiter ernannte der Papst Bischof David Martinez de Aguirre Guinea und den Jesuiten Michael Czerny zu Sondersekretären der Synode. Martinez leitet als Apostolischer Vikar das Amazonas-Bistum Puerto Maldonado, wo Franziskus während einer Peru-Reise im Januar 2018 den Auftakt der Synode beging. Czerny ist innerhalb der vatikanischen Behörde für Entwicklungsfragen als Untersekretär für die Sektion Migranten und Flüchtlinge zuständig. Die Amazonas-Synode tagt vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan. Bei der internationalen Bischofsversammlung soll es neben der Ökologie um Theologie und Seelsorge, um die Belange der Indigenen sowie um Menschenrechte gehen.


Katholisches.info, 6.5.2019
„Amazonassynode könnte historisch werden“
(Brasilia) Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes ist „glücklich“, von Papst Franziskus zum Generalrelator der Amazonassynode ernannt worden zu sein und sagt, die Synode könnte „historisch“ werden.


VatikanNews, 11.5.2019
Vorbereitung auf Synode: Neue Wege suchen, um Amazonas zu retten
Für den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes wird die kommende Synode ein historisches Ereignis sein, um nicht nur die Rettung der Amazonas-Bevölkerung, sondern des gesamten Planeten anzupacken. Es gilt nun, neue Wege zu schaffen, damit in jener Region – und nicht nur dort – „die Mission der Kirche“ erfüllt werden kann, so der Kardinal im Gespräch mit VatikanNews.


Adveniat
Papst benennt Teilnehmer der Amazonas-Synode

Thema Amazonas-Synode auf weltkirche.katholisch.de

Thema Amazonas-Synode auf VaticanNews

Samstag, 4. Mai 2019

Bolsonaro sagt Ehrung in New York nach Protesten ab


ORF, 4.5.2019
Brasiliens Präsident sagt US-Reise nach Protesten ab
Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat eine geplante US-Reise nach heftigen Protesten abgesagt. Er werde nicht zu der Veranstaltung der Brasilianisch-Amerikanischen Handelskammer nach New York kommen, bei der er als „Person des Jahres“ geehrt werden sollte, kündigte sein Sprecher Otavio Rego Barros gestern an.

Grund dafür seien der „Widerstand und die absichtlichen Angriffe des Bürgermeisters von New York sowie der Druck der Interessengruppen“ auf Organisatoren und Sponsoren.

Absage als Rückschlag für Bolsonaro
Bolsonaro steht wegen rassistischer, homophober und frauenfeindlicher Äußerungen in der Kritik, weshalb mehrere Veranstaltungsorte in New York nicht für das geplante Galadinner herhalten wollten – darunter das American Museum of Natural History. Großsponsoren wie Delta Air Lines, die Financial Times und die Beratungsfirma Bain hatten zuvor ihre Unterstützung für die Veranstaltung zurückgezogen.

Die Absage wird als Rückschlag für Bolsonaro angesehen, der aktiv für engere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten geworben und insbesondere Präsident Donald Trump gelobt hat. Auf ihrer Website erklärte die Brasilianisch-Amerikanische Handelskammer, dass sie Bolsonaro zu ihrer Person des Jahres gewählt habe, weil dieser eine engere wirtschaftliche und diplomatische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern fördern wollte.


Limmattaler Zeitung, 4.5.2019
Bolsonaro sagt Teilnahme an Gala nach Rückzug von Sponsoren ab
Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat seine Teilnahme einer Veranstaltung zu seinen Ehren in New York abgesagt. Grund dafür ist der Rückzug mehrerer Unternehmen als Sponsoren des Gala-Events.


UOL-Notícias, 3/5/2019
Bolsonaro desiste de receber homenagem em Nova York após protestos
O presidente Jair Bolsonaro desistiu de sua viagem programada para o próximo dia 12 de maio para Nova York, onde seria homenageado como "Personalidade do Ano" pela Câmara de Comércio Brasil-Estados Unidos, após uma intensa campanha de protestos, informou o porta-voz da Presidência nesta sexta-feira.


O Globo, 3.5.2019
Bolsonaro cancela viagem aos Estados Unidos, onde receberia homenagem
Presidente atribuiu desistência à 'ideologização da atividade'. Três empresas haviam desistido de patrocinar evento da Câmara de Comércio Brasil-EUA devido a protestos


O Globo, 1.5.2019
Empresas desistem de patrocinar homenagem a Bolsonaro em Nova York
Companhia aérea Delta, consultoria Bain & Company e o jornal Financial Times retiraram o apoio ao evento da Câmara de Comércio Brasil-Estados Unidos.


O Globo, 15/04/2019
Museu de História Natural de Nova York desiste de sediar premiação de Bolsonaro
Decisão foi tomada em conjunto com Câmara de Comércio Brasil-Estados Unidos, após protestos de pesquisadores da instituição, que consideram o brasileiro 'inimigo' do meio ambiente


Deutsche Welle, 13.4.2019
Festa para Bolsonaro gera críticas em Nova York
Pesquisadores e funcionários de museu nos EUA programam protesto e pedem cancelamento de evento com presidente. Prefeito da cidade se diz contra e chama brasileiro de "ser humano muito perigoso".

Freitag, 3. Mai 2019

Amazonas-Synode soll zu einer "Zäsur" in der katholischen Kirche führen


Domradio.de, 02.05.2019
Bischof Overbeck zur Amazonas-Synode
Steht katholischer Kirche eine "Zäsur" bevor?

Die für Oktober geplante Amazonas-Synode in Rom wird nach Worten von Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck zu einer "Zäsur" in der katholischen Kirche führen. "Nichts wird mehr sein wie zuvor", sagte der Ruhrbischof vor Journalisten.

So stehe die hierarchische Struktur der Kirche genauso auf dem Prüfstand wie ihre Sexualmoral und das Priesterbild. Auch die Rolle der Frau in der Kirche müsse überdacht werden.

Weitere Probleme sind laut Overbeck der Rückgang an Gläubigen - nicht allein in Europa, sondern besonders auch in Lateinamerika. Zudem müsse die Kirche auf die "immense Ausbeutung" der Natur und die Missachtung der Menschenrechte reagieren. "Über all das wird auf der Amazonas-Synode zu sprechen sein", sagte der für das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat zuständige bei der Vorstellung der Jahresbilanz von Adveniat am Donnerstag in Essen.

Synode im Oktober im Vatikan

Papst Franziskus hat zu der Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan eingeladen. Bei der Bischofsversammlung soll es neben der Ökologie um Theologie und Seelsorge, um die Belange der Indigenen sowie um Menschenrechte gehen. Franziskus habe mit seiner südamerikanischen Perspektive dafür gesorgt, dass ein Bewusstsein für diese Herausforderungen entstanden sei, so Overbeck.

Die "eurozentrische Struktur" der katholischen Kirche werde sich ändern, erläuterte der Bischof. Das zeige sich schon daran, dass in Lateinamerika die Ortskirchen und ihr Klerus immer selbstständiger würden. Dort habe es bisher viele Priester aus Europa gegeben, die jetzt nicht mehr zur Verfügung stünden.

Priestermangel auch in Lateinamerika

Zugleich stelle sich auch in Lateinamerika ein Priestermangel ein. Er kenne Diözesen, in denen einem Bischof noch gerade zehn Priester für ein riesiges Seelsorgegebiet zur Verfügung stünden. Schon jetzt seien die Kirchen vor Ort vor allem durch Ordensfrauen geprägt. "Das Gesicht der Kirche vor Ort ist ein Gesicht von Frauen", so der Adveniat-Bischof.

Overbeck verwies auf Zahlen, wonach sogar in Brasilien, dem größten Land Südamerikas, der Katholikenanteil von einst 90 auf jetzt noch knapp 70 Prozent zurückgegangen sei. In anderen Ländern liege sie noch bei knapp 50 Prozent. Die Entwicklung halte an. Ähnliches habe sich in Europa vollzogen, wo in vielen Ländern nur noch etwa die Hälfte der Menschen überhaupt einer christlichen Kirche angehörten.

Auf all das müsse die Kirche reagieren und Antworten finden, betonte der Bischof. Die Kirche werde das "Schritt für Schritt" über mehrere synodale Prozesse tun.

Dienstag, 23. April 2019

Bischof Erwin Kräutler über Situation der Indios besorgt

Wiener Zeitung, 22.4.2019
"Das ist der Tragödie letzter Akt"
In seinen 35 Jahren als Bischof im Amazonasgebiet Brasiliens hat Erwin Kräutler mit großem Einsatz für die Rechte der Indios gekämpft. Nun fürchtet er, dass das bisher Erreichte zunichte gemacht werden könnte.


Wiener Zeitung, 22.4.2019
David gegen Goliath in Brasilien
Seit Jahrhunderten kämpfen Brasiliens Indigene um ihr Land und für den Schutz des Amazonas. Beim neuen Präsidenten Jair Bolsonaro stoßen sie damit auf taube Ohren - eine Reportage.

Mittwoch, 17. April 2019

Auftraggeber der Ermordung von Dorothy Stang in Altamira verhaftet


VaticanNews, 17.4.2019
Brasilien: Mord-Auftraggeber nach 14 Jahren verhaftet
Der Auftraggeber des Mordes an der US-Ordensfrau Dorothy Stang erhält nun die Freiheitsstrafe. Seit dem Verbrechen im Jahr 2005 blieb er auf freiem Fuß, einer seiner Mittäter ist noch immer auf der Flucht.

14 Jahre nach dem Mord an Dorothy Stang erhält der Verantwortliche seine Strafe. Die Polizei der Amazonasstadt Altamira hat den bereits in drei Instanzen verurteilten Auftraggeber des Mordes an der aus den USA stammenden Ordensfrau verhaftet. Ende Februar ordnete das Oberste Gericht an, den zu 25 Jahren Haft verurteilten Regivaldo Pereira Galvao zu inhaftieren. Damit wurde eine einstweilige Verfügung aufgehoben, die ihn auf freien Fuß gesetzt hatte.

Jahrelang auf freiem Fuß

Der 2005 verübte Mord sorgte für internationales Aufsehen; die Justizposse zeigt die Langsamkeit der brasilianischen Justiz. Galvao war 2010 erstinstanzlich zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll für den Mord an der damals 73-jährigen Ordensfrau, die sich für die Rechte von Kleinbauern im Amazonasgebiet engagierte und eng mit dem brasilianisch-österreichischen Amazonas-Bischof Erwin Kräutler zusammenarbeitete, mehrere tausend Euro gezahlt haben. Auch nachdem die zweite Instanz das Urteil bestätigte, blieb Galvão auf freiem Fuß. Im Jahr 2017 reduzierte die dritte Instanz die Strafe auf 25 Jahre; Galvão blieb jedoch Dank einer Einstweiligen Verfügung weiter auf freiem Fuß. Ende Februar wurde diese Verfügung aufgehoben.

Weitere Beteiligte

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Galvão den Mord gemeinsam mit dem Landbesitzer Vitalmiro Bastos in Auftrag gegeben hat. Zwei weitere Personen mussten wegen Beteiligung an dem Mord Haftstrafen absitzen, ein dritter Verurteilter ist weiterhin auf der Flucht. Der Mordfall hatte den Blick der internationalen Medien auf die Landkonflikte im Amazonasraum gelenkt. (Siehe Blog-Archiv)


Kathpress, 17.4.2019
Auftraggeber des Mordes an US-Ordensfrau Stang verhaftet
Damals 73-jährige Ordensfrau, die sich für die Rechte von Kleinbauern im Amazonasgebiet engagierte, war 2005 ermordet worden - Jahrelange Justizposse um bereits in drei Instanzen verurteilten Auftraggeber der Tat


Domradio.de, 17.4.2019
Mord an Ordensfrau: Auftraggeber hinter Gittern
Endlich verhaftet
Die amerikanische Ordensfrau Dorothy Stang wurde 2005 ermordet, weil sie sich für die Rechte von Kleinbauern eingesetzt hatte. Nun hat die brasilianische Polizei den Auftraggeber ihrer Ermordung verhaftet, der trotz Verurteilung auf freiem Fuß war.


O Globo, 16/04/2019
Fazendeiro condenado como mandante da morte da missionária Dorothy Stang é preso no PA
O crime ocorreu em Anapu, em 2005. Regivaldo Pereira Galvão foi preso nesta terça-feira (16), na cidade de Altamira.

tribuna, 17/04/2019
Polícia prende ‘Taradão’, mandante da morte da missionária Dorothy Stang
A Polícia Civil do Pará informou que prendeu nesta terça-feira, 16, em Altamira, o fazendeiro Regivaldo Pereira Galvão, o “Taradão”, que teve a prisão decretada pela Justiça após condenação como mandante do assassinato da missionária norte-americana Dorothy Stang. O crime ocorreu em Anapu, no Pará, em 2005.

Agência Brasil, 17/04/2019
Mandante do assassinato de Dorothy Stang volta a ser preso no Pará
Missionária americana foi morta em fevereiro de 2005

Youtube SBT Notícias, 17.4.2019
Mandante do assassinato de Dorothy Stang é preso 14 anos depois do crime

Montag, 15. April 2019

CPT-Jahresbericht: Gewalt bei Landkonflikten nimmt zu


VaticanNews, 15.4.2019
Brasilien: Gewalt um Landkonflikte spitzt sich zu
Der Jahresbericht der Bischöflichen Kommission für Landpastoral (CPT) spricht eine deutliche Sprache: nahezu alle Formen von Gewalt gegen die ländliche Bevölkerung zeigen eine steigende Tendenz. Besonders schwer betroffen ist das Amazonasgebiet.

Fast eine Million Menschen waren 2018 in Landkonflikte verwickelt. Das geht aus dem Jahresbericht der CPT hervor, der am Wochenende am Sitz der Nationalen Bischofskonferenz Brasiliens (CNBB) in der Hauptstadt Brasília vorgestellt wurde. Demnach wurden 960.630 Menschen Opfer von Gewalt im Rahmen von Landstreitigkeiten, was gegenüber 2017 einen Anstieg von 35,6 Prozent bedeutet. Auch bei den Familien ist die Tendenz steigend: 2018 waren 118.080 Familien in Landkonflikte verwickelt, 11 Prozent mehr als noch im Jahr 2017.

Im Jahr 2018 sei die Zahl der Morde in ländlichen Gebieten zwar deutlich zurückgegangen: von 71 im Jahr 2017 auf 28 im Jahr 2018. Doch schon für das Jahr 2019 sei die Tendenz wieder steigend. In den ersten vier Monaten des Jahres verzeichnete die CPT bereits 10 Morde im Zusammenhang mit Landkonflikten: „Die Gesamtzahl, die seit Januar 2019 bis heute erfasst wurde, entspricht bereits 36 Prozent der im Jahr 2018 registrierten Todesfälle“, halten die Autoren des Berichts fest.

Die Opfer der Landkonflikte: die Ärmsten der Armen

Besorgt äußern sich die Mitglieder der Landpastoralkommission auch über die Situation der Familien in ländlichen Gebieten. So seien allein im Jahr 2018, 2.307 Familien von Großgrundbesitzern, 11.235 von den öffentlichen Behörden vertrieben worden. Insgesamt habe sich die Zahl der Landkonflikte seit 2016 deutlich erhöht, heißt es im Bericht der CPT.

Der Zankapfel Wasser...

Auch an der Front der Kämpfe um Wasser ist die Statistik 2018 alles andere als ermutigend: 2018 war das Jahr mit den meisten Wasserkonflikten seit 2002. Die Zahl der Wasserkonflikte ist um 40 Prozent, die Zahl der betroffenen Familien um 108% gestiegen. Laut CPT-Bericht wurden 50,4% Prozent der Kämpfe um Wasser von Bergbauunternehmen ausgelöst; ein Großteil davon entstand im Zusammenhang mit Wasserkraftwerken. Die Autoren des Berichts weisen darauf hin, dass die Bergbauaktivitäten selbst nicht die einzige Ursache für die Konflikte sind: „Eine Mine erfordert eine ganze Infrastruktur von Büros, Lagern, Straßen, Eisenbahnen, Pipelines. Und die Nutzung dieser neuen Gebiete führt unweigerlich zu Konflikten mit den Bevölkerungsgruppen und Gemeinschaften, die in diesen Gebieten leben und arbeiten.“

Sklavenarbeit und Umweltdelikte

Das CPT-Dokument erinnert auch daran, dass 2017 in ländlichen Gebieten 66 Fälle von Sklavenarbeit registriert wurden. 386 der 530 betroffenen Personen konnten befreit werden. Im Jahr 2018 wurden 86 Fälle registriert, mit 1.465 betroffenen Personen, von denen 945 befreit werden konnten.

In ihrem Bericht weist die Landpastoralkommission auch auf die Problematik der Umweltdelikte hin. So auch auf Fälle von Arbeitnehmern, die Opfer von Pestizid-Vergiftungen geworden seien. Zwischen 2000 und 2018 werden 363 Opfer von Pestizid-Vergiftungen verzeichnet. Hier dürfe aber auch nicht vergessen werden, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist, warnen die Verfasser des Berichts. Die meisten dieser Fälle kämen nämlich nie zur Anzeige, da die Arbeiter fürchten würden, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.


CPT, 12.4.2019
Conflitos no Campo Brasil 2018

Jahresbericht der Bischöflichen Kommission für Landpastoral (CPT) auf Deutsch

Donnerstag, 11. April 2019

Brasiliens Präsident Bolsonaro ist 100 Tage im Amt

Bolsonaro mit seinem Witschaftsminister Paulo Guedes
ORF, 10.4.2019
100 Tage Bolsonaro
Große Worte, wenige Taten
Mit großen Ambitionen hat der ultrarechte Jair Bolsonaro am 1. Jänner sein Amt als Präsident Brasiliens angetreten. Doch danach verlor sich der Präsident in Skandalen und Skandälchen. In den ersten 100 Tagen konnte die Regierung nur zwei Dinge auf den Weg bringen: eine Liberalisierung des Waffenrechts und den Schutz des Amazonas-Regenwalds zu lockern. Seine Umfragewerte sind alarmierend.

Der Standard, 10.4.2019
Nach hundert Tagen Bolsonaro Ernüchterung und Angst in Brasilien
Der Rechtspopulist wollte Brasilien sicherer machen und Arbeitsplätze schaffen. Stattdessen preist er die Militärdiktatur und blamiert sich im Ausland


Blickpunkt Lateinamerika, 10.4.2019
Bolsonaro: Messias mit Selbstzweifeln
Seit 100 Tagen ist Jair Messias Bolsonaro Brasiliens Präsident. Doch seine Bilanz fällt ernüchternd aus. Für immer mehr Menschen scheint er der falsche Mann für das Amt zu sein - und auch er selbst hadert schon damit.

Domradio.de, 9.4.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro ist 100 Tage im Amt
Twittern statt Regieren
Jair Messias Bolsonaro ist angetreten, um Brasilien aus der ökonomischen und moralischen Misere herauszuführen. Doch in seinen ersten 100 Tage als Brasiliens Präsident gab es mehr Polemik statt Politik.

ZDF, 10.4.2019
Brasiliens Präsident 100 Tage im Amt
Bolsonaro - sprunghaft und führungsschwach
Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hat keinen guten Start hingelegt. Seine ersten 100 Tage waren geprägt von Richtungswechseln und Aussetzern.

Frankfurter Rundschau, 10.4.2019
100 Tage Bolsonaro: Rechte Propaganda und peinliche Auftritte
Die Nachricht vom Rausschmiss kam pünktlich zur ersten Bestandsaufnahme der neuen brasilianischen Regierung von Staatschef Jair Bolsonaro. Am Tag 98 seines Mandats entließ der Präsident am Montag seinen Bildungsminister Ricardo Vélez. Der Ressortchef war selbst seinem Chef zu radikal und zu chaotisch. So schrieb er Briefe an alle öffentlichen Schulen, sie mögen doch bitte die Schüler beim Singen der Nationalhymne filmen und sicherstellen, dass sie dabei den Wahlkampfslogan Bolsonaros wiederholten: „Brasil über allem, Gott über allen“.

NZZ, 11.4.2019
Brasilien: Was Präsident Bolsonaro in den ersten 100 Tagen im Amt geleistet hat
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist politisch umstritten. Für die Wirtschaft hätte er aber gute Reformpläne. Wird er fähig sein, diese und insbesondere die Rentenreform auch durchzusetzen?


O Globo, 10/04/2019
100 dias do governo Bolsonaro; FOTOS
Nesta quarta-feira (10), Jair Bolsonaro completa 100 dias de governo. Veja imagens que marcaram os primeiros dias da gestão do presidente.

O Globo, 11/04/2019
Balanço do G1 aponta: governo cumpriu integralmente 18 e parcialmente 17 das 35 metas para os primeiros 100 dias; entenda
Em janeiro, ministro Onyx Lorenzoni (Casa Civil) anunciou um conjunto de 35 metas para os 100 primeiros dias do governo Bolsonaro, que se completaram nesta quarta-feira (10).

Folha de S.Paulo, 10.4.2019
Após isolamento político, Bolsonaro revê estrutura de governo aos 100 dias
Presidente discute mudar estratégia de comunicação e trocar equipe de articulação parlamentar

BBC, 12.4.2019
O que os primeiros 100 dias de Bolsonaro indicam sobre os desafios de seu governo

Mittwoch, 10. April 2019

Brasiliens Indigene warnen vor Bolsonaros Politik


ORF, 10.4.2019
Ureinwohner Brasiliens warnen vor Bolsonaros Politik
Die Ureinwohner und Ureinwohnerinnen Brasiliens sehen ihren Lebensraum durch die Politik des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro bedroht. Seit Bolsonaros Wahl im Jänner „erleben wir die ersten Stufen einer Apokalypse“, deren erste Opfer die Ureinwohner und Ureinwohnerinnen seien, erklärte ein Zusammenschluss indigener Völker in einem Beitrag für die französische Zeitung „Le Monde“ heute.

Vertreter und Vertreterinnen der Ureinwohnerallianz warnten vor Bolsonaros Plänen, den Schutz von Amazonas-Gebieten zu lockern und mehr Landwirtschaft und Abholzung zu erlauben. Zudem wolle er der Bergbauindustrie mehr Lizenzen zum Abbau erteilen und mehr Staudämme bauen. „Wir lehnen Abholzung, Sojabohnen-Plantagen und Rinderhaltung auf indigenem Gebiet kategorisch ab“, heißt es in dem Beitrag.

Bündnis fordert Importstopp der EU
Das Bündnis forderte die EU auf, Bolsonaro durch einen Importstopp unter Druck zu setzen. Es dürften nur noch Produkte importiert werden, die nicht aus Gebieten von Ureinwohnern und Ureinwohnerinnen stammen.

Bolsonaro hatte angekündigt, die rund 800.000 Ureinwohner und Ureinwohnerinnen in Brasilien „integrieren“ zu wollen. Dazu solle das Gebiet am Amazonas durch neue Straßen und Schienen erschlossen und Fläche für die Landwirtschaft gerodet werden.

Seit den 80er Jahren wurden in Brasilien 426 Gebiete als angestammtes Land der Ureinwohner und Ureinwohnerinnen definiert. Bolsonaro hatte die heikle Aufgabe der Abgrenzung von Gebieten dem Landwirtschaftsministerium übertragen. Zuvor war die Behörde Funai zuständig. Kritiker und Kritikerinnen werten Bolsonaros Politik als Landraub und drastische Beschneidung der hart erkämpften Rechte der Ureinwohner und Ureinwohnerinnen.


Brasil247.com, 10.4.2019
'É o apocalipse Bolsonaro', dizem indígenas sobre ameaças à Amazônia
Em um artigo publicado no diário francês Le Monde, 13 signatários disseram que desde a eleição de Bolsonaro estão experimentando os primeiros estágios de um apocalipse, dos quais os povos indígenas são as primeiras vítimas"; lideranças indígenas ressaltaram as promessas de Bolsonaro de permitir mais agricultura e exploração madeireira na Amazônia, e facilitar as salvaguardas e conceder mais licenças para a indústria de mineração, além de construir mais barragens na região

De olho nos ruralistas, 11/03/2019
Líder histórico no Parque do Xingu rejeita “integração” ao agronegócio proposta por Bolsonaro

Brasil de Fato, 21/02/2019
Indígenas questionam "ferrovia da soja", que o governo Bolsonaro pretende retomar
Kayapós protocolaram documento no MPF e exigem ser consultados sobre grandes obras na região do Xingu

Folha de S.Paulo, 14/02/2019
Ministro do Ambiente visita terra indígena que arrenda área para plantar soja
Ministério da Agricultura afirma que há um acordo para o plantio, vetado pela legislação, mas MPF e Ibama negam

Montag, 8. April 2019

Kundgebungen zum Jahrestag der Inhaftierung von Ex-Präsident Lula

ORF, 7.4.2019
Tausende verlangen Freilassung von Brasiliens Ex-Präsidenten
Ein Jahr nach dem Antritt seiner Haftstrafe haben Tausende Anhänger des früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva dessen Freilassung gefordert. Sie zogen gestern in der Stadt Curitiba vor das Gefängnis, in dem Lula einsitzt. Viele riefen Parolen gegen den seit Jahresbeginn amtierenden rechtsradikalen Staatschef Jair Bolsonaro.
Die Chefin von Lulas Arbeiterpartei, Gleisi Hoffmann, verlas eine Botschaft des 73-Jährigen. Darin bezeichnete Lula seine Verurteilung wegen Korruptionsvorwürfen erneut als „ungerecht“. Die Vorwürfe seien konstruiert worden, um seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Oktober zu verhindern.
Zu zwölf Jahren Haft verurteilt
Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich 10.000 Menschen an dem Protest vor Lulas Gefängnis. Die Militärpolizei gab die Zahl der Teilnehmer mit 3.000 bis 5.000 an. Auch in anderen Städten hatten Demonstrierende des nach wie vor populären Linkspolitikers zu Kundgebungen für Lula aufgerufen.
Lula war von 2003 bis 2010 Staatschef des südamerikanischen Landes. Vor einem Jahr wurde er zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er verbüßt die Strafe in einer Zelle am Sitz der Bundespolizei in Curitiba im Süden Brasiliens. Dort halten einige seiner Anhängerinnen und Anhänger seither eine Mahnwache. Seit seiner Inhaftierung am 7. April 2018 verließ er das Gefängnis nur zweimal, unter anderem für die Beerdigung seines Enkels vor wenigen Wochen.


Zeit-Online-Video, 8.4.2019
Tausende Anhänger demonstrieren für Freilassung Lula da Silvas
Brasiliens Ex-Präsident sitzt seit 2018 wegen Korruption im Gefängnis. Seine Verurteilung zu zwölf Jahren Haft sei politisch motiviert, glauben die Demonstrierenden.


Internationales Komitee zur Verteidigung Lulas und der Demokratie Brasiliens
Internationaler Aktionszeitraum "Freiheit für Lula" 4.-10. April 2019


Youtube, 7.4.2019
Manifestação "Lula Livre", Berlim 7 de abril 2019

Estadão, 7 de abril de 2019
PT faz ato ‘Lula Livre’ na PF em Curitiba
Justiça, que decretou fevereiro interdito do bairro para protestos, liberou em caráter excepcional manifestação com restrições no entorno da polícia, onde ex-presidente está preso há um ano pela Lava Jato


Rede Brasil Atual, 07/04/2019
Ruas no entorno da PF são tomadas pelas caravanas que cobram Lula livre
Polícia parecia não esperar multidão que chegou a Curitiba para protestar contra a prisão política do ex-presidente, que neste 7 de abril completa um ano

PT, 7.4.2019
Milhares de Lulas: ato por Lula Livre pinta de vermelho ruas de Curitiba
Um ano da prisão política do ex-presidente marcou o encerramento da Caravana Lula Livre pelo Sul. Mais uma vez Haddad mostrou porque está cada vez mais nas graças do povo

O Globo, 7.4.2019
Curitiba tem atos contra a prisão de Lula e a favor da Lava Jato
Prisão do ex-presidente completa um ano neste domingo (7); manifestações ocorreram nos arredores da PF e no Centro da cidade.

Sonntag, 7. April 2019

Zitronensäurefabrik-Projekt in der Wachau sorgt für Aufregung

ORF, 7.4.2019
Bau einer Zitronensäurefabrik sorgt für Aufregung
In Bergern bei Pöchlarn (Bezirk Melk) ist der Bau einer millionenschweren Zitronensäurefabrik geplant, knapp hundert Arbeitsplätze sollen entstehen. Eine Bürgerinitiative will den Bau der Anlage an der Donau verhindern.


NÖN.at, 28.2.2019
Weiche für Zitronensäurefabrik gestellt
Zelking-Matzleinsdorf beschloss Flächenwidmung für Zitronensäurefabrik. Leiben stimmt diese Woche ab.

NÖN.at, 13.3.2018
Region Pöchlarn
"Ritter der Au“: Weltkulturerbe als Joker?
Da möglicher Firmenstandort nah an Wachau liegt, wittern „Ritter der Au“ Chance, Werkspläne zu kippen. Jungbunzlauer-Vertreter zeigt sich davon aber unbeeindruckt.

Jungbunzlauer
Projekt Bergern
Entstehung einer Produktionsanlage für Zitronensäure

Ritter der Au
Wir befürchten...

  • zusätzliche Lärmbelästigung durch Be- und Entladen von Schiffen, LKWs, Güterwaggons, etc.
  • Lärm - 24 Stunden pro Tag, 7-Tage die Woche, 365 Tage durchgehend
  • Geruchsbelästigung
  • Zerstörung des Lebensraumes für Mensch und Tier
  • Lichtverschmutzung

Samstag, 6. April 2019

Bischof Erwin Kräutler nennt 10 Herausforderungen der Kirche Amazoniens


"Der Amazonas gehört uns". Dieses Motto, mit dem die Regierung Brasiliens die sogenannte Integration des Amazonasgebiets und seine wirtschaftliche Nutzung rechtfertigt, war der Leitfaden für den Vortrag des emeritierten Bischofs PA und Koordinator des Pan-Amazonischen Kirchlichen Netzwerks (REPAM-Brasil) in der Aula der Jesuiten-Fakultät für Philosophie und Theologie in Belo Horizonte-MG im vergangenen März. Dem gegenüber sprach er von Amazonas als "Herausforderung für die Kirche und die Menschheit" und hob zehn große Punkte für die Kirche im Amazonasgebiet hervor, die auf der nächsten Versammlung der Bischofssynode vom 6. bis 27. Oktober diskutiert werden sollten:

  • Die Aufwertung von Laien im Dienst (Amt) ihrer Gemeinden, ohne sie zu klerikalisieren.
  • Die Rolle der Frau als Evangelisierende, nicht nur in der Familie, sondern auch in den Gemeinschaften und als energischer Verteidiger der Menschenrechte, mit Zugang zum Diakonat.
  • Das Charisma religiöser Orden und Gemeinden und ihre Einfügung in die Gemeinden Amazoniens.
  • Alternativen suchen für das Fehlen der Eucharistie in Tausenden und Abertausenden von Gemeinden, und vielleicht neben dem traditionellen Modell eines anderen Priestermodells (nicht nur für Männer) entdecken.
  • Die Wiederbelebung der kirchlichen Grundgemeinschaften als erster und grundlegender Kern der Diözesen und Prälaturen.
  • Inkulturation der Sakramente im Leben der Ureinwohner und Integration indigener kultureller Ausdrucksformen in die Liturgie.
  • Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der gesamten brasilianischen Gesellschaft für die Verteidigung des Amazonas angesichts der Unersättlichkeit von Unternehmen, die diese Makrobiosphäre ausbeuten und zerstören.
  • Die Umsetzung der Enzyklika "Laudato Sì" in den amazonischen Gemeinden.
  • Ein besonderer Anreiz für die städtische pastorale Arbeit angesichts der Zunahme der Städte und der Landflucht.
  • Das Fehlen moderner Kommunikationsmittel oder angemessener Ausrüstung in den Diözesen und Prälaturen.


REPAM, 5 de abril de 2019
Sínodo: dom Erwin apresenta 10 desafios para Igreja na Amazônia
“A Amazônia é nossa”. O mote governamental para justificar a chamada integração da região amazônica e a sua exploração a partir do discurso de desenvolvimento foi o fio condutor da exposição do bispo emérito da prelazia do Xingu/PA e coordenador da Rede Eclesial Pan-Amazônica/REPAM-Brasil, dom Erwin Kräutler, na aula inaugural da Faculdade Jesuíta de Filosofia e Teologia de Belo Horizonte/MG, no último mês de março. Na ocasião, falou da Amazônia como “um desafio para a Igreja e a humanidade” e elencou dez grandes desafios para a Igreja na Amazônia que ele espera que sejam debatidos na próxima Assembleia do Sínodo dos Bispos, entre os dias 6 e 27 de outubro.
Domo Erwin abordou a internacionalização da Amazônia, citando fatos históricos que estavam ou ainda estão justificados na fixação da região como elemento importante para a manutenção da soberania nacional, mas que vem, ao longo dos anos, gerando destruição e mortes à natureza e aos povos.
“Considero de certo modo até grotesco esse mote frente às empresas estrangeiras que se estabeleceram com o aval dos diversos governos brasileiros. Há muito tempo se sentem donas da Amazônia e exploram solo e subsolo e a mão-de-obra barata. A maior parte das atividades econômicas está voltada para interesses de países que têm legislação muitíssimo mais severa que a nossa em relação à preservação do meio ambiente”, disse dom Erwin.

Freitag, 5. April 2019

Filmpremiere für "Countdown am Xingu VI"


Frankfurter Rundschau, 5.4.2019
Hilfe für die Menschen im Amazonasgebiet
Premiere für den sechsten Teil von Martin Keßlers Doku-Filmreihe.

Die Meldung platzte mitten in die Vorbereitungen zur Premiere von Martin Keßlers neustem Film über die politische Lage in Brasilien: „Am 22. März wurde die Menschenrechtsaktivistin Dilma Ferreira da Silva, eine führende Persönlichkeit in den Reihen der MAB, in Tucuruí im Bundesstaat Pará gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem Freund der Familie ermordet“, teilte die katholische Nachrichtenagentur Fides mit. „Die Drei wurden geknebelt, brutal gefoltert und erstochen.“

Da Silva und die Umweltorganisation MAB hatten viele Jahre gegen umweltzerstörerische Staudammprojekte gekämpft. Die Frau war selbst, wie 30 000 weitere Familien, für den Bau eines gigantischen Wasserkraftwerks aus ihrer Heimat vertrieben worden. Der Frankfurter Filmemacher Martin Keßler hatte davon in seiner Dokumentation „Countdown am Xingu“ schon vor Jahren berichtet – und von den verbrecherischen Methoden, mit denen die Profiteure solcher Großprojekte am Amazonas sogar über Leichen gehen. Der Mord an Dilma Ferreira da Silva ist nur das vorerst letzte Ereignis in der Kette, und doch schockierte er Martin Keßler zutiefst.

Der Frankfurter Regisseur sorgte 2017 mit seinem Film „Reise in den Herbst“ zur Bundestagswahl für Aufsehen, sein Langzeitprojekt ist jedoch die Begleitung der indigenen Amazonasbewohner bei ihrem Kampf um die letzten Rückzugsgebiete in der Natur. Für den fünften Teil der „Xingu“-Reihe wurde er jüngst beim Neustrelitzer Naturfilmfestival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Den sechsten Teil führt er am Dienstag, 9. April, im Frankfurter Haus am Dom als Premiere vor.

Darin spielt der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro eine Hauptrolle. Die ersten fünf Filmminuten zeigen ihn als Triumphator im Rolls Royce, von Reitern umgeben. „Er ist ein Mythos, der Erlöser“, jubeln seine weißen Anhänger verklärt. Danach kommen die Gegner zu Wort. Sie befüchten, dass Bolsonaro noch skrupelloser als seine Vorgänger Amazonien und den Regenwald ausbeuten lässt.

Der Film führt Keßler zu den Völkern, die seit Jahrtausenden im Wald auf kleinen Lichtungen ihr Gemüse anbauen, rührend extensive Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Erdölkonzerne und Energieriesen bedrohen ihre Existenz und ihr Leben. „Bolsonaro will alles herausholen, aus der Erde, was es in der Erde und im Wald gibt“, sagt der Vize-Häuptling der Arara.

Auch die Leute, die in Handarbeit Gold aus dem Fluss waschen, sind alarmiert. „Der kanadische Minenkonzern Belo Sun will sich hier alles einverleiben“, sagt Antonia Melo vom Protestbündnis Xingu Vivo. Und Alessandra, Abgesandte der Munduruku, beeindruckt mit ihrem Mut. Ihnen stehe ein Monster gegenüber, sagt sie: „Aber wir werden kämpfen.“ Der emeritierte Bischof Erwin Kräutler ruft auf: „Wir brauchen die Unterstützung aller Völker und Nationen.“ Keßlers Film soll dazu beitragen.


Dienstag, 2. April 2019

Brasiliens Bischöfe kritisieren geplante Pensionsreform


VaticanNews, 1.4.2019
Brasilien: Bischöfe kritisieren geplante Pensionsreform
Die Brasilianische Bischofskonferenz lehnt die von Staatspräsident Jair Bolsonaro geplante Pensionsreform ab. Das Rentensystem müsse zwar weiterentwickelt und an die soziale Sicherheit angepasst werden, die vorgeschlagenen Änderungen gingen aber zu Lasten der Ärmsten. Das geht aus einer aktuellen Erklärung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz hervor, berichtet fides.

Weitere Gruppen, deren soziale Sicherheit gefährdet sei, seien Frauen, Landarbeiter, Menschen mit Behinderungen sowie Arbeitslose und jüngere Generationen, so die Bischöfe.
In ihrer Botschaft fordern die Kirchenführer den Kongress auf, eine öffentliche Debatte über den Vorschlag zur Reform auf den Weg zu bringen, da sie das Leben aller Brasilianer betreffe.

Die Pensionsreform gehört zu den zentralen Projekten der Bolsonaro-Regierung. Seit fünf Wochen liegt dem Parlament die entsprechende Gesetzesvorlage vor. Die brasilianischen Bischöfe hatten schon 2017 in einer Stellungnahme eine „ethische Matrix“ für die soziale Sicherheit gefordert.

O Globo, 28/03/2019
CNBB diz que proposta da reforma da previdência sacrifica os mais pobres, mulheres e trabalhadores rurais
Entidade ligada à Igreja Católica também pede que governo esclareça pontos do texto

CNBB, 28/03/2019
Conselho Permanente da CNBB divulga mensagem após reunião em Brasília
No texto, os bispos reafirmam que o sistema da Previdência Social possui uma intrínseca matriz ética. “Ele é criado para a proteção social de pessoas que, por vários motivos, ficam expostas à vulnerabilidade social (idade, enfermidades, acidentes, maternidade…), particularmente as mais pobres. Nenhuma solução para equilibrar um possível déficit pode prescindir de valores ético-sociais e solidários” (Nota da CNBB, março/2017).
Eles reconhecem que o sistema da Previdência precisa ser avaliado e, se necessário adequado à Seguridade Social. Alertam, no entanto, que as mudanças contidas na PEC 06/2019 sacrificam os mais pobres, penalizam as mulheres e os trabalhadores rurais, punem as pessoas com deficiência e geram desânimo quanto à seguridade social, sobretudo, nos desempregados e nas gerações mais jovens.

Rede TVT, 1.4.2019
"Reforma da Previdência sacrifica os mais pobres", diz CNBB

Montag, 1. April 2019

Bolsonaro rudert zurück: Keine Botschaft in Jerusalem


ORF, 29. März 2019
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro will entgegen früheren Ankündigungen womöglich doch nicht die Botschaft seines Landes von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Es könnte dort aber eine Handelsvertretung eröffnet werden, sagte er gestern nach einer Gedenkveranstaltung in Brasilia örtlichen Medien.

Bolsonaro hatte die Umzugspläne der Botschaft im November bekanntgegeben. Kurz vor seiner geplanten Israel-Reise an diesem Sonntag ruderte er nun zurück. „Trump hat neun Monate gebraucht, um den Umzug der Botschaft zu beschließen“, sagte Bolsonaro den Journalisten und Journalistinnen. „Vielleicht eröffnen wir jetzt eine Handelsvertretung in Jerusalem.“ Eine Verlegung der Botschaft könnte laut Medienberichten wichtige muslimische Handelspartner Brasiliens verärgern. Das Land ist weltweit einer der größten Exporteure von Halalfleisch.

Die Verlegungen von Botschaften nach Jerusalem sind umstritten. Der Status Jerusalems soll nach Auffassung des überwiegenden Teils der internationalen Gemeinschaft in zukünftigen Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern festgelegt werden. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt, die Palästinenser wollen Ostjerusalem als Hauptstadt für einen künftigen eigenen Staat Palästina.


Frankfurter Allgemeine, 31.3.2019
Bolsonaro bei Netanjahu:
„Wir werden zusammen Geschichte schreiben“
Drei Tage lang besucht der brasilianische Präsident Bolsonaro Israel. Ministerpräsident Netanjahu kündigt zum Auftakt des Staatsbesuchs eine „neue Ära“ für die Beziehungen beider Länder an – und einen umstrittenen Programmpunkt.


Der Standard, 1.4.2019
Bolsonaro besucht mit Netanjahu Klagemauer in Jerusalem
Der rechtsradikale Brasilianer ist der erste Ausländer, der als Staatsoberhaupt offiziell Seite an Seite mit Israels Regierungschef dort hingeht -

Reuters, 3.4.2019
Brazil's president calls Nazis leftists after Israel Holocaust museum visit
Brazil’s right-wing President Jair Bolsonaro said “there is no doubt” that Nazism was a leftist movement, just after visiting Israel’s Yad Vashem Holocaust memorial and museum.
Bolsonaro’s remarks directly contradicted information on the museum’s website saying Germany’s Nazi movement rose out of right-wing radical groups responding to the rise of communism.

Samstag, 30. März 2019

Brasilien: Putsch-Gedenkfeiern nun doch erlaubt

Deutsche Welle, 30.3.2019
Gericht in Brasilien erlaubt nun doch Putsch-Gedenkfeiern
Wenige Stunden nachdem ein Gericht der ultrarechten Regierung von Jair Bolsonaro Feiern zum 55. Jahrestag des Militärputsches untersagt hat, kommt die Kehrtwende. Ein Berufungsgericht hob das Verbot wieder auf.

Brasilien: Gericht verbietet Militärputsch-Feiern


Tagesschau, 30.03.2019
55. Jahrestag in Brasilien
Gericht verbietet Militärputsch-Feiern
Während der Militärdiktatur in Brasilien wurden Menschen getötet und gefoltert. Zum 55. Jahrestag des Militärputsches soll es nach dem Willen des rechtsextremen Präsidenten Feiern geben. Doch ein Gericht verbot sie.


NZZ, 30.3.2019
Brasiliens Präsident will Militärputsch zelebrieren
Die Zeit der Militärdiktatur ab 1964 ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte Brasiliens. Trotzdem ruft Präsident Bolsonaro dazu auf, den Jahrestag der Machtergreifung durch die Generäle zu feiern. Die Staatsanwaltschaft reagiert mit harscher Kritik und droht mit Strafen.


Deutsche Welle, 28.3.2019
Kommentar: Jair Bolsonaro - Getrieben von seinen Obsessionen
Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro will den Militärputsch von 1964 feiern - ganz unbekümmert davon, ob dieser Schritt das Land weiter spaltet. Das stört nun sogar die Militärs, meint Philipp Lichterbeck.


FAZ, 14.11.2013
Leiche des früheren Präsidenten Goulart exhumiert
João Goulart wurde 1964 durch einen Militärputsch entmachtet- mit Hilfe der Vereinigten Staaten. 1976 starb er im argentinischen Exil - angeblich an einem Herzinfarkt. Oder wurde er doch vergiftet? Die Exhumierung soll Klarheit bringen.

Deutsche Welle, 13.11.2013
Brasiliens Ex-Präsident Goulart wird exhumiert
Die Gerüchte über einen gewaltsamen Tod des 1964 gestürzten linken Präsidenten Brasiliens sind nie verstummt. Besonders seine Familie geht von Mord aus. Nun werden die sterblichen Überreste von Joao Goulart untersucht.


O Globo, 28/03/2019
Bolsonaro diz que não mandou comemorar golpe, mas 'rememorar' e 'rever' erros e acertos
Porta-voz da Presidência disse, na segunda-feira, que o presidente determinou que o Ministério da Defesa fizesse "as comemorações devidas" no aniversário da data

DW-Brasil, 26.3.2019
Bolsonaro determina comemoração do golpe de 1964
O presidente brasileiro nunca escondeu que, para ele, não houve ruptura antidemocrática por parte dos militares. Agora, 55 anos depois, ele ordena que a data seja comemorada pelas Forças Armadas.

O Globo, 25/03/2019
Bolsonaro determina que militares celebrem golpe de 64
A informação foi confirmada na tarde desta segunda-feira pelo porta-voz da Presidência, Otávio do Rêgo Barros

Donnerstag, 28. März 2019

Aktivistin Dilma Ferreira da Silva gefoltert und ermordet

agenzia fides, 28.3.2019
BRASILIEN - Dilma Ferreira Silva: Erste seit Anfang 2019 ermordete Aktivistin
Tucurui (Fides) – Eine "rasche Aufklärung der Tat" und "Sicherheitsmaßnahmen für durch den Bau von Dämmen in ganz Brasilien geschädigte Menschen" fordert das "Movimiento dos Atingidos por Barragens" (MAB), dem sich verschiedene Menschenrechtsorganisationen anschließen, darunter die Kommission für die Landpastoral (CPT) der brasilianischen Bischofskonferenz.

Am 22. März wurde die Menschenrechtsaktivistin Dilma Ferreira da Silva, eine führende Persönlichkeit in den Reihen der MAB, in Tucuruí im Bundesstaat Pará gemeinsam mit ihrem Ehemann und einem Freund der Familie ermordet. Die Drei wurden geknebelt, brutal gefoltert und erstochen. "Der Mord an Dilma am Internationalen Wassertag ist ein trauriger Moment in der Geschichte der Menschen, die vom Bau der Staudämme betroffen sind, ", heißt es in den Kommentaren der MAB in ihren sozialen Netzwerken.

An der Spitze des MAB arbeitete Dilma Ferreira Silva (45) für eine nationale Politik, die die Rechte der von Staudämmen geschädigten Menschen anerkennt. Ende der 70er Jahre, während des Baus des Wasserkraftwerks Tucuru (das größte in Brasilien), gehörte Dilma zu den rund 30.000 Familien, die aufgrund des Projekts gezwungen waren, ihr Zuhause zu verlassen. Im Jahr 2011 legte Dilma Ferreira der damaligen Präsidentin Dilma Rousseff einen Gesetzentwurf zum Schutz von Personen vor, die durch den Bau eines Staudamms Schäden erlitten hatten. Sie war eine besondere glaubwürdige Aktivistin, weil sie selbst in dieser Gegend aufwuchs, als der große Tucuruí-Damm vor 30 Jahren in der von ihrem Volk bewohnten Region gebaut wurde. Seitdem hatte Dilma nicht aufgehört, die Ausbeutung des Tocantins-Flusses zu bekämpfen, und sich aktiv für den Schutz der Anrainer eingesetzt.

Obwohl das Sekretariat für öffentliche Sicherheit in Pará bekräftigt, dass bereits ein Ermittlerteam zur Untersuchung des dreifachen Mordes eingesetzt wurde, "wurden bisher noch keine Linie für die Untersuchung von Straftaten bekannt gegeben", heißt es in der Verlautbarung des MAB. Die bischöfliche Kommission für Landpastoral (CPT) teilte mit, dass der Ort, an dem die Opfer gefunden wurden, für Konflikte bekannt ist und es dort immer wieder zu Zusammenstößen kommt. Die Morde könnten daher leicht mit Landrechtskonflikten in Verbindung gebracht werden. Laut CPT ist Dilma Ferreira die erste Aktivistin, die seit Anfang 2019 im Amazonasgebiet ermordet wurde. Erst vor wenigen Tagen wurde an die Tragödie des Brumadinho-Staudamms im vergangenen Januar erinnert, bei der 300 Menschen getötet wurden. Immer noch leiden 14 Millionen Menschen unter kontaminiertem Wasser. Mehrere Organisationen berichten, dass es in Brasilien 45 andere Staudämme gibt, die wegen ihres Alters kurz vor dem Zusammenbruch stehen, mit allen zu erwartenden Konsequenzen.


neues deutschland, 25.3.2019
Gefesselt, gefoltert, ermordet
In Brasilien wurde erneut eine linke Aktivistin ermordet. Unter Bolsonaro nimmt die Gewalt gegen Umweltschützer*innen zu


amerika21, 2.4.2019
Mord an Aktivistin Ferreira Silva: Großgrundbesitzer in Brasilien verhaftet
Brasília/Aachen. Die Polizei hat einen lokalen Großgrundbesitzer im nördlichen brasilianischen Bundesstaat Pará festgenommen. Er wird verdächtigt, den Mord an der brasilianischen Aktivistin Dilma Ferreira Silva von der Bewegung der von Staudammbauten Betroffenen (Movimiento dos Atingidos por Barragens, MAB) angeordnet zu haben. Die 47-jährige, ihr Ehemann und ein Freund der Familie wurden am 22. März getötet. Zuvor sollen sie gefoltert worden sein.


MAB, 23/03/2019
Últimas informações sobre o assassinato de Dilma Silva
Dilma Ferreira Silva, 47 anos, foi assassinada junto a seu marido, Claudionor Costa da Silva, 42 anos, e Hilton Lopes, 38 anos, amigo do casal. O crime ocorreu na própria casa de Dilma, no assentamento Salvador Allende, na zona rural de Baião, de quinta para sexta-feira (22/03/19). Dilma era atingida pela hidrelétrica de Tucuruí e integrava a coordenação do Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) na região.


CPT, 22/03/2019
Três assentados são mortos no Assentamento Salvador Allende, região de Tucuruí (PA)
Conforme informações preliminares, três pessoas, sendo Dilma Ferreira Silva, da coordenação do Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) em Tucuruí, no Pará, seu esposo e outro homem (esse ainda não identificado) foram mortos na residência do casal. Ainda não há informações sobre a motivação do crime.


Carta Campinas, 23/03/2019
Ativista dos Direitos Humanos, Dilma Ferreira da Silva, é assassinada em chacina no Pará
O Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB) informou nesta sexta-feira (22) o assassinato de Dilma Ferreira Silva, coordenadora regional do movimento em Tucuruí (PA). O crime aconteceu no assentamento Salvador Allende, zona rural de Baião.


MAB, 26/03/2019
Polícia Civil do Pará prende possível mandante da morte de Dilma Ferreira, militante do MAB
A Polícia civil do Pará prendeu na tarde desta terça-feira (26) Fernando Ferreira Rosa Filho, suspeito de ser o mandante dos assassinatos de Dilma Ferreira Silva, coordenadora do MAB em Tucuruí/ PA, seu companheiro Claudionor Costa da Silva e Hilton Lopes.

CPT, 27/03/2019
Grileiro foi o mandante de dois massacres na região de Tucuruí (PA) que vitimaram seis pessoas
Após prisão do mandante da morte da liderança do Movimento dos Atingidos por Barragens (MAB), Dilma Ferreira Silva, a força-tarefa da Polícia Civil confirmou que Dilma, seu esposo e um amigo do casal, mortos no dia 22 de março, foram assassinados a mando do grileiro Fernando Ferreira Rosa Filho, conhecido como “Fernandinho”. O mandante era vizinho do assentamento de Dilma e queria as famílias fora da área. Ele também seria o responsável pelo massacre ocorrido dois dias depois (24), do casal de caseiros e do tratorista de sua fazenda que, de acordo com a polícia, estariam insatisfeitos com o não-cumprimento de seus direitos trabalhistas. Com esses dois massacres, sobe para 49 o número massacres no campo com 230 vítimas, registrados pela CPT no período de 1985 a 2019.


Brasil de Fato, 26/03/2019
Polícia prende suspeito do assassinato de Dilma Silva, militante do MAB no Pará
Fazendeiro Fernando Ferreira Rosa Filho é acusado de encomendar o crime; motivações ainda são investigadas

Montag, 25. März 2019

Österreich: Umweltschützer kritisieren Ausbau der erneuerbaren Energien


ORF, 25.3.2019
Die Hürden bei der Energiewende
Ende vergangenen Jahres hat Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) im Ministerrat ein Gesetz zum Ausbau der erneuerbaren Energien angekündigt. Ein entsprechender Entwurf soll noch im Frühjahr vorliegen. Umweltschützer machen nun im Vorfeld mobil und fordern Naturverträglichkeit – auf dem Spiel stehen ihrer Ansicht nach vor allem Österreichs letzte noch intakte Gewässer.


WWF, 21.3.2019
WWF Österreich zum Weltwassertag:
Wichtigste Ressource der Menschheit muss besser geschützt werden
60 Prozent der heimischen Gewässer sind sanierungsbedürftig – WWF Österreich warnt vor den Folgen der Klimakrise und fordert ausreichende Finanzierung für Wasserschutz

WWF, 27.2.2019
Neuer EU-Bericht zeigt Österreichs Aufholbedarf beim Wasserschutz
EU-Staaten säumig bei Wasserrahmenrichtlinie: WWF Österreich fordert von Umweltministerin Köstinger eine effektive Finanzierung des ausgetrockneten ökologischen Gewässerschutzes - 330.000 Menschen engagieren sich für „Rette unser Wasser“

Industrie-Magazin, 6.12.2018
EAG: Lob aus der Wirtschaft, Kritik von Konsumentenschützern
Lob für die Pläne der Regierung beim Erneuerbaren Ausbau Gesetz kommen aus der Energiewirtschaft. Die Arbeiterkammer verweist darauf, dass Endverbraucher schon heute die Hälfte der Kosten bei diesem Ausbau zahlen. Umweltschützer rechnen mit neuen "Ausbaufantasien der Wasserkraft-Lobby".

APA-OTS, 16.11.2018
WWF fordert Naturschutz-Check für Ökostrom-Förderungen
Natur- und Umweltschutzorganisation für mutige Reform: Von der Gießkanne zum Bestbieter-Prinzip mit klaren ökologischen Kriterien – Bundesregierung muss auch Energiesparen forcieren

Lebendiger Kamp, 30.10.2018
Falter-Reportage: Fluss, Strom, Streit
Die EVN will im Kamptal ein Kraftwerk vergrößern – mitten im Naturschutzgebiet. Einmal mehr wird die Frage ausgefochten: Wann ist Wasserkraft wirklich grün?

Wiener Zeitung, 17.10.2018
Wasserkraft
"Im Zweifel gegen die Natur"
Der geplante Neubau des EVN-Wasserkraftwerks in Rosenburg treibt Umweltschützer auf die Barrikaden.

Der Standard, 13.5.2018
Kleine Wasser, starker Strom aus Kleinwasserkraftwerken
Kleinwasserkraftwerke könnten in Zukunft die wichtigste Infrastruktur des Landes vor dem europaweiten Blackout schützen. Umweltschützer lehnen sie trotzdem ab -

Samstag, 23. März 2019

Proteste gegen Lithium-Projekt im Lavanttal


Kleine Zeitung, 22.3.2019
European Lithium will im Lavanttal Chemiefabrik bauen
375 Millionen Euro Investition, davon 220 Millionen für eine Chemiefabrik. 400 bis 500 Jobs sollen geschaffen werden, davon 85 in der Mine.

Die Presse, 22.3.2019
Lithiumabbau auf der Koralpe ab Ende 2021
European Lithium will in den Wiener Prime Market.

APA-OTS, 20.3.2019
European Lithium Limited / Stellungnahme zur OTS-Meldung von Mag. Josef Wallner, Bürgermeister Stadtgemeinde Deutschlandsberg

APA-OTS, 6.3.2019
Keine Einigung zu einer möglichen Trinkwassergefährdung zwischen "European Lithium" und dem Wasserverband Koralm bzw. Deutschlandsberg

Kurier, 20.11.2018
Steirer torpedieren Lithium-Projekt
Gemeinden beziehen Trinkwasser von Koralpe und befürchten Umweltgefährdung 

Industrie-Magazin, 25.10.2018
Steirische Gemeinden wehren sich gegen Lithiummine auf der Koralm
Gemeinden in der Steiermark klagen gegen den geplanten Abbau von Lithium auf der Kärntner Seite der Koralm. Das Trinkwasser von 20.000 Bewohnern der Region könnte gefährdet sein, heißt es in der Anklageschrift.

Der Standard, 23.1.2017
Kärntner Lithium-Vorkommen größer als gedacht
Der Bürgermeister von Wolfsberg, Hans-Peter Schlagholz (SPÖ), schätzt, dass bis zu 150 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, wenn das Material nicht nur aus dem Boden gefördert, sondern auch vor Ort extrahiert, also aus dem Gestein gelöst wird. Dafür allerdings benötigt es viel Wasser, und im Lavanttal gibt es eher Trinkwassermangel, erläutert Albert Kreiner von der Wirtschaftsabteilung der Kärntner Landesregierung: "Es gibt dort keine bekannten Trinkwasserquellen." Auf Natur- und Wasserschutz werde besonderes Augenmerk gelegt werden müssen, sagt er.

ORF, 30.5.2012
Lavanttal setzt Hoffnung in Lithiumabbau
In den 1980iger Jahren hat die ÖIAG als Eigentümer mehr als 100 Millionen Schilling in die Erschließung der Lagerstätten investiert, das Projekt aber dann aus betriebswirtschaftlichen Gründen verworfen. 1991 wurden die Lagerstätten um einen Schilling an die Montanindustrie der Familie Henkel-Donnersmark verkauft. In einem Gutachten wurde damals schon angemerkt, dass ein Abbau in Zukunft interessant werden könnte.
Tatsächlich hat KMI-Chef Andreas Henckel-Donnersmarck das Lithiumvormkommen im Vorjahr um 10,25 Millionen Euro an einen australischen Bergbaukonzern weiterverkauft. Dieser will jetzt mit dem Lithium aus Kärnten das große Geschäft machen.

ORF, 12.2.2011
Bald "Lithium"-Abbau auf der Koralm?
Das vermutlich europaweit größte Vorkommen von Lithium gibt es auf der Koralm. Durch die gestiegenen Rohstoff-Preise könnte sich der Abbau bald lohnen - eine australische Firma hat bereits Interesse bekundet.

attac-workshop-Unterlagen 2018
Energiedemokratie im Spannungsfeld zwischen globaler Verantwortung und lokaler Betroffenheit
Lithiumabbau in Südamerika und auf der Koralm-Weinebene

Global 2000
Kennwort "Lithium"
Lithium wichtiger Bestandteil von modernen Batterien und Akkus. Doch der Abbau des Rohstoffes bring zahlreiche negative Folgen für die Umwelt und Bevölkerung vor Ort.