Samstag, 20. Juli 2019

weltkirche.tagung über Amazonassynode


Von 19. bis 20. Juli 2019 fand im Bildungshaus Schloss Puchberg die weltkirche.tagung 2019 zum Thema "AMAZONIEN - spirituell Wandel gestalten" statt. Die Tagung befasste sich mit der Amazoniensynode.

"Das Universum entfaltet sich in Gott, der es ganz und gar erfüllt. So liegt also Mystik in einem Blütenblatt, im morgendlichen Tau, im Gesicht des Armen." (Papst Franzsikus, Laudato Si' 33)

Kathpress, 19.7.2019
Ordensfrau: Amazonien-Synode soll "ökologische Bekehrung" bringen
Eine "ökologische Bekehrung" und Impulse für eine Stärkung der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas erhofft sich die brasilianische Ordensfrau Sr. Aline Silva dos Santos von der kommenden Amazonien-Synode im Herbst im Vatikan. Die Kirche müsse eine "ökologische Spiritualität" vorleben und sich zugleich klar auf die Seite der von Vertreibung und Verelendung bedrohten indigenen Bevölkerung Südamerikas stellen, mahnte Silva dos Santos bei einem Vortrag am Freitag im Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels.

Der Vortrag stellte das erste Hauptreferat der heurigen "weltkirche.tagung" dar, die vom 19. bis 21. Juli u.a. von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften Österreichs veranstaltet wird. Im Fokus der Tagung, die diesmal den Titel "Amazonien - Spirituell Wandel gestalten" trägt, steht die für Oktober im Vatikan geplante Amazonien-Synode.

Die Ordensfrau, die in der bolivianischen Prälatur San Ignacio de Velasco einen Vorbereitungsprozess auf die Synode begleitet hat, berichtete dabei weiters von grassierender Armut, wirtschaftlicher und ökologischer Ausbeutung und einer zunehmend prekären Existenz der Bevölkerung. Mit dem Verlust des natürlichen Lebensraumes, der in Bolivien oft von Bergbaufirmen mitverursacht werde, gehe auch ein kultureller Verlust, die Zerstörung sozialer und familiärer Strukturen und ein hoher Gewaltpegel einher.

Angesichts dieser Entwicklungen würden sich die Menschen in der Region ein starkes Bekenntnis der Kirche wünschen, auf ihrer Seite zu stehen, so die Ordensfrau. Auch würden die Menschen von der Kirche erwarten, dass sie helfe, wirtschaftliche Alternativen zu entwickeln und für eine "ganzheitliche Ökologie" einzustehen. Dieses Anliegen der Synode sei weitaus nicht auf Lateinamerika beschränkt, verdeutlichte Sr. Aline Dos Santos im Gespräch mit "Kathpress": Nicht nur, weil in der Kirche das Leiden des einen immer alle betreffe, sondern auch da der Amazonas die "Lunge des Planeten Erde" sei, dessen Vernichtung das Weltklima bedrohe und globale Konzerne wie auch westliche Konsummuster dahinterstünden.

Weiters erhofft sich die Ordensfrau von der Synode klare pastorale Weichenstellungen, wenngleich diese Wünsche "nicht vorderste Priorität" hätten: Sehr wohl gebe es einen Priestermangel, der dazu führe, dass viele Gemeinden nurmehr sporadisch Eucharistie feiern könnten. "In entlegenen Dörfern ist dies nur einmal jährlich möglich, etwa bei den Patronatsfesten." Hier brauche es gerade für die abgelegeneren Gebiete neue Möglichkeiten, um eine Sakramentenspendung sicherzustellen, etwa die Entwicklung eines "indigenen Priestertums" oder die Befähigung Verheirateter zur eucharistischen Wandlung. Auch würden sich die Menschen eine stärkere liturgische Beachtung kultureller Prägungen und Traditionen vor Ort wünschen.

Insgesamt zeigte sich Silva dos Santos zuversichtlich, dass diese Aufgaben einer Kehrtwende zu einer "ökologischen Spiritualität" gelingen könne: "Es ist schwierig, aber wir schaffen das", so ihr abschließender Appell.

Die heurige, von der KOO gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften und anderen kirchlichen Organisationen ausgerichtete Weltkirche-Tagung dauert noch bis Samstag. Sie steht heuer unter dem Titel "Amazonien: Spirituell Wandel gestalten". Bei der Tagung wird u.a. die in Peru tätige deutsche Ordensfrau Birgit Weiler über "Neue Wege für eine Spiritualität ganzheitlicher Ökologie - Die Weisheit indigener Völker" sprechen. Der emeritierte Innsbrucker Pastoraltheologe Franz Weber wiederum, der auch in Brasilien tätig war, wird sich mit "Neuen pastoralen Ämtern und Diensten für Männer und Frauen" auseinandersetzen.


Theologe: Amazonassynode kann Türspalt für neue Weiheämter öffnen
Die im Oktober anstehende Amazonien-Synode ist schon im Vorfeld ein "Signal für die Zukunft und auch ein Anstoß für die Kirche in Österreich und in Mitteleuropa": Das hat der Theologe Franz Weber am Freitag bei der "weltkirche.tagung" in Puchberg bei Wels hervorgehoben. Zwar seien der Synoden-Vorbereitungstext und das "Instrumentum Laboris" mit ihren Vorschlägen weit vorsichtiger als die Reformerwartungen vieler in der Kirche ausgefallen und "alles eher als kühn". Eine Entwicklung hin zu neuen Ämtern und Diensten in der Kirche, ausgehend von der Amazonas-Region, halte er aber durchaus für einen Schritt in die richtige Richtung.

"Die Träger der Pastoral - die vielen kleinen Gemeinden in der Amazonasregion sowie viele ihrer Bischöfe und theologischen Begleiter - versuchen die Tür, die über lange Zeit verschlossen war, einen Spalt breit zu öffnen. Viele von ihnen scheinen entschlossen zu sein, ihren Fuß nicht mehr aus diesem Spalt zurückzuziehen", so die Wahrnehmung des emeritierten Innsbrucker Pastoraltheologen. Von Papst Franziskus werde hier Unterstützung erhofft, durch eine "Öffnung des Weges für eine regionalkirchliche Veränderung der Zulassungsbedingungen für Männer und Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern". Hier seien aber auch eindeutige Schritte europäischer Bischofskonferenzen erforderlich, weil prekäre pastorale Situationen in Europa keinen Aufschub mehr erlaubten.

Theologisch festzuhalten sei, "dass das Sakrament der Ehe und das Sakrament der Weihe sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern tragen und dass diese doppelte Sakramentalität zur Quelle pastoraler Fruchtbarkeit werden kann", sprach sich der Theologe für Lockerungen beim Zölibat aus. Dazu kämen Veränderungen beim Rollenverständnis der Frau: In Amazonien und Lateinamerika würden mindestens zwei Drittel der Gemeinden von Frauen geleitet, weshalb sich das Synodenpapier für die Anerkennung neuer Ämter für Frauen ausspreche, so der Referent. "Frauen von der Weihe auszuschließen, führt nach meiner Wahrnehmung zu einer tiefen Verletzung der Frauen. Ich halte diesen Ausschluss für eine tiefe Wunde am Leib der Kirche."

Die aus Webers Sicht ebenfalls nötige Weihe von Frauen zum Diakonat sei getrennt davon zu sehen: Es handle sich dabei weder um eine "schlampige Lösung", noch um eine Übergangslösung, noch um eine "vorübergehende Vertröstung der Frauen", solange ihnen die Priesterweihe verwehrt bleibe. Vielmehr wäre dies ein "eigenständiges Amt", das in der Kirchengeschichte bereits existiert habe und wiedereingeführt werden sollte.

Zentrale Bedeutung der Eucharistiefeier

Theologisch gut begründbar sah der Theologe solche Reformen vor allem durch die zentrale Bedeutung der Eucharistiefeier, welche "seit urchristlichen Zeiten für jede Gemeinde grundlegend wichtig, wesentlich und konstitutiv" sei. Weber: "Daran wird niemand rütteln können." Dass die Eucharistie vielen kleinen Gemeinden speziell in der Amazonien-Region durch den eklatanten Priestermangel "verweigert" werde, hätten die Synoden-Vorbereitungspapiere nun erstmals klar zur Sprache gebracht. Weber: "Die prekäre Präsenz der Kirche im Amazonas hat nicht nur, aber wesentlich auch, mit der nur selten möglichen Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente und mit der mangelnden Präsenz von geweihten Amtsträgern und -trägerinnen zu tun, die den Gemeinden eine stabile Leitungsstruktur garantieren."

Den weit verstreuten Gemeinden dürfe laut dem Pastoraltheologen die sonntägliche Eucharistie nicht deshalb vorenthalten werden, "weil das Kirchengesetz des Zölibats und der Ausschluss der Frauen um jeden Preis aufrecht erhalten werden muss". Anstatt sich mit "Notsituationen" von "Hungerleider-Gemeinden" abzufinden, sollten sich regionale und nationale Bischofskonferenzen drauf verständigen, "dem Papst regionale Lösungen vorzuschlagen". Würden die in der Gemeindeleitung tätigen Frauen und Männer dazu geweiht, könnte die sonntägliche Feier von Tod und Auferstehung Jesu in allen Gemeinden möglich werden, hoffte der Experte.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Dt. Hilfswerke formulieren Erwartungen an Amazonas-Synode

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Domradio.de, 17.7.2019
"Auf Herausforderungen der Zeit reagieren"
Das für Oktober im Vatikan angesetzte Treffen schürt bereits im Vorfeld Erwartungen: Von der durch Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode erhoffen sich die beiden Hilfswerke Misereor und Adveniat ein "Signal des Aufbruchs".

Die Zusammenkunft solle zeigen, "dass Wandel in Politik, Wirtschaft, Technik und nicht zuletzt auch in Kirche möglich ist", schreiben die Hauptgeschäftsführer der beiden Werke, Pirmin Spiegel und Michael Heinz, in einem gemeinsamen Vorwort zur deutschen Übersetzung der Konferenz-Agenda. Adveniat und Misereor veröffentlichten diese Fassung des "Instrumentum Laboris" am Mittwoch; es steht auch als Download im Internet zur Verfügung.

Die Synode, an der Bischöfe und andere Kirchenvertreter teilnehmen, will über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und die ökologische Situation der arten- und rohstoffreichen Urwaldregion in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Auf Herausforderungen der Zeit reagieren

Es gehe darum, "auf die Herausforderungen der Zeit zu reagieren im Hören auf den Geist, der die Verteidigung des Lebens der Menschen, der Völker und der Schöpfung insgesamt fordert", schreiben Spiegel und Heinz. Mit der Synode bekräftige die Kirche ihren entschiedenen Willen, sich für eine Welt der Klima- und Umweltgerechtigkeit sowie für soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

Legaler und illegaler Bergbau, Wasserkraftwerke, Straßen und industrielle Landwirtschaft zerstörten lokale Gemeinschaften und die Natur im Amazonasgebiet, heißt es weiter. Adveniat und Misereor seien aus ihrer Zusammenarbeit mit Menschen und Organisationen vor Ort viele Ungerechtigkeiten und die Ursachen dafür bekannt. Mit diesen Partnern wolle man "das Ruder herumreißen und alle Hebel auf Klimafreundlichkeit umlegen".

Zugleich stehe das Treffen im Vatikan auch für einen Wandel in der Kirche, betonen Adveniat-Hauptgeschäftsführer Heinz und Misereor-Chef Spiegel. Es gelte, die "Komfortzonen" zu verlassen und an die Ränder zu gehen; "dahin, wo Menschen nichts zählen und keine Rechte haben".

Dezentralisierung angesagt

Statt römischer Zentralisierung sei "Dezentralisierung angesagt", damit die Ortskirchen "selbst entscheiden können, was sie direkt betrifft". Die Zukunft gehöre einer "vielfältigen und hörenden Kirche", die "wertschätzt, was Indigene, Afroamerikaner, Flussbewohnerinnen, Bauern und Städterinnen über Jahrhunderte an Glauben gelebt haben".

Dazu passe, dass die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des "Instrumentum Laboris" auf den Gedenktag des Dominikaners Bartolome de las Casas (1484/85-1566) falle. Er war einer der ersten und entschiedensten Verteidiger der indigenen Völker.

Das arten- und rohstoffreiche Amazonasbecken erstreckt sich über rund 7,5 Millionen Quadratkilometer und teilt sich auf Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru, Surinam, Venezuela sowie Französisch-Guayana als Übersee-Department Frankreichs auf. In diesen neun Ländern lebt eine indigene Bevölkerung von rund drei Millionen Menschen, zusammengesetzt aus etwa 390 Völkern und Nationalitäten.




Erzdiözese Feiburg, 17.7.2019
Amazonien-Synode:
Ein unüberhörbares Signal zum Aufbruch
„Wir hoffen, dass die Amazonien-Synode ein unüberhörbares Signal zum Aufbruch gibt, dass Wandel in Politik, Wirtschaft, Technik und nicht zuletzt auch in Kirche möglich ist.“ Das schreiben die Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und des Werkes für Entwicklungszusammenarbeit Misereor, Pater Michael Heinz und Pirmin Spiegel, in ihrem gemeinsamen Vorwort zur deutschen Übersetzung des sogenannten Instrumentum Laboris. Mit diesem Arbeitsdokument bereiten sich die Teilnehmenden auf die Synode vor, die vom 6. bis zum 27. Oktober im Vatikan stattfindet. Den beiden Werken zufolge fordert das Dokument einen tiefgreifenden Wandel in der Kirche. „Es geht darum, auf die Herausforderungen der Zeit zu reagieren im Hören auf den Geist, der die Verteidigung des Lebens der Menschen, der Völker und der Schöpfung insgesamt fordert.“ Was in Rom diskutiert wird, habe Bedeutung für die Kirche weltweit, sind sich Adveniat-Chef Pater Heinz und Misereor-Chef Spiegel sicher.



Thema Amazonien-Synode auf misereor.de


Arbeitsdokument in Deutsch als PDF

Montag, 15. Juli 2019

Bischof Kräutler hat große Erwartungen an Amazonas-Synode

ORF-Orientierung, 7.7.2019 (auch als Video)
Erwin Kräutler: „Frauen sollen Diakoninnen werden können“

Erwin Kräutler, ehemaliger Bischof der brasilianischen Prälatur Xingu, hat hohe Erwartungen an die Amazonien-Synode. Bei der Bischofsversammlung soll es ja nicht nur um den Schutz der Regenwälder und die Rechte der indigenen Volksgruppen, sondern auch - ein innerkatholisch viel diskutiertes Thema – den Priestermangel gehen.

Kräutler hofft, dass Bischöfe oder Bischofskonferenzen schon in absehbarer Zeit das Recht erhalten, verheiratete Männer („viri probati“) zu Priestern zu weihen – zunächst auf das Gebiet Amazonien begrenzt. Frauen sollten wenigstens Diakoninnen werden können, meint Kräutler.

Im Gespräch mit der „Orientierung“ schildert Kräutler die Situation in der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens, der Prälatur Xingu. Tatsache ist, dass die kleinen Gemeinden – es seien rund 800 – von Laien geleitet würden, „zwei Drittel von Frauen“. Der Priester komme nur zwei oder drei Mal im Jahr vorbei. Es sei „beinahe ein Skandal“, dass diese Gemeinden kaum Eucharistie feiern könnten.

Kräutler erzählt auch von seinen persönlichen Begegnungen mit Papst Franziskus. Dieser sei ein „unendlich lieber Mensch“. Der gebürtige Vorarlberger Erwin Kräutler feiert am 12. Juli seinen 80. Geburtstag. 34 Jahre lang – von 1981 bis 2015 – war er Bischof der Prälatur Xingu, bis Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt annahm. Das Wort „Ruhestand“ mag er allerdings „nicht einmal in den Mund nehmen“, denn „solange der liebe Gott mir den Atem schenkt, mache ich weiter.“


Katholisch.de, 14.7.2019
Kräutler für verheiratete Priester und "wenigstens" Diakoninnen
Im Oktober findet die Amazonas-Synode im Vatikan statt. Dort wird auch über die Option verheirateter Priester für abgelegene Gemeinden diskutiert. Doch für Bischof Erwin Kräutler ist das nicht genug: Er fordert "wenigstens" Diakoninnen.

kath.ch, 14.7.19
Kräutler erhofft «Viri probati» und «wenigstens» Diakoninnen
Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler hält es für realistisch, dass nach der Amazonien-Sondersynode in der Kirche Amazoniens bewährte verheiratete Männer als Priester und Frauen «wenigstens» als Diakoninnen wirken können.

Kath.ch, 16.7.2019
Kirchenhistoriker sieht in verheirateten Priestern keinen Traditionsbruch
Petrus war verheiratet, und viele Bischöfe der Urkirche auch. Eine Aufhebung des Pflichtzölibats wäre nach Darstellung des deutschen Kirchenhistorikers Hubert Wolf deshalb kein Traditionsbruch.



ORF-Orientierungen zur Amazonas-Synode:

ORF-Orientierung,7.7.2019
Mit starker Stimme: Indigener Priester bei Amazonien-Synode

ORF-Orientierung, 16.6.2019
Grüne Lunge in Gefahr: Brasiliens Indigene und die Amazonas-Synode

ORF-Orientierung, 16.6.2019
Priestermangel, Frauenrolle, Ökologie: Stimmen vor der Synode

Freitag, 12. Juli 2019

Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wird 80


Erzdiözese Wien, 10.7.2019
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wird 80
Amazonien ist geografisch gesehen weit weg von Europa, die Regenwald-Zerstörung bedroht aber auch das Klima der nördlichen Halbkugel. Daran erinnert Erwin Kräutler, emeritierter Bischof der brasilianischen Amazonas-Diözese Altamira-Xingu, im "Kathpress"-Interview. Die Folgen der skrupellosen Entwaldung und das Überleben der indigenen Bevölkerung gingen die ganze Welt an und würden durch die vom Papst für Oktober in Rom einberufene Amazonien-Synode in den Fokus gerückt. Nicht nur eine regionale, sondern eine "weltkirchliche Herausforderung" seien auch der eklatante Priestermangel und die Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche. "Dom Erwin", wie der aus Vorarlberg stammende Ordensmann der Missionare vom Kostbaren Blut genannt wird, feiert am Freitag, 12. Juli 2019, seinen 80. Geburtstag.

feinschwarz.net, 9.12.2019
Dem Leben in Fülle für alle verpflichtet:
Zum 80. Geburtstag von Bischof Erwin Kräutler

Am 12. Juli 2019 wird Bischof Erwin Kräutler 80 Jahre alt. Franz Helm, selbst viele Jahre als Steyler Missionar in Brasilien, würdigt sein Engagement für die Menschen und die Mitwelt im Amazonasgebiet. Unter Einsatz seines Lebens kämpft „Dom Erwin“ gegen die Ausbeutung und die Zerstörung des Lebensraums. Befreiungstheologisch geprägt versteht er Mission als Lernen und Hören.

Katholisch.de, 12.7.2019
Kämpfer für die Unterdrückten und Öko-Flüsterer des Papstes
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wird 80
Sein Engagement für die Menschen am Amazonas machte ihn zu einem der bekanntesten Oberhirten Lateinamerikas: Bischof Erwin Kräutler, der heute 80 Jahre alt wird. Im Herbst rückt die Amazonas-Synode im Vatikan sein Lebenswerk in den Fokus.

Domradio.de, 12.7.2019
Video-Reportage: Amazonas Bischof Kräutler wird 80
Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler in der brasilianischen Amazonasregion, wird an diesem Freitag 80 Jahre alt. Kräutler gehört zu den bekanntesten Bischöfen Lateinamerikas. Von 1981 bis 2015 leitete er die riesige Amazonas-Diözese Xingu. Als Bischof setzt er sich für die Rechte von Ureinwohnern, Kleinbauern und Landlosen sowie für den Schutz des Regenwaldes ein. Öffentlich prangert er politische und soziale Missstände an. 2010 erhielt er dafür den Alternativen Nobelpreis. Zudem wirkte er als Mitautor an der Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus mit.


Domradio.de, 12.7.2019
Adveniat über das Leben und Wirken von Bischof Kräutler
"Ein bewundernswerter Mann"
In Europa ist er der "Amazonas-Bischof". In Brasilien nennen sie ihn nur "Dom Erwin": Erwin Kräutler lebt dort seit über 50 Jahren und setzt sich für die Rechte der Indigenen ein. Nun wird er 80 Jahre alt. Adveniat wüscht ihm weiter viel Kraft und Klarheit.


Badische Zeitung, 12.7.2019
Kämpfer für die Natur und die Ureinwohner Brasiliens
Der unerschrockene Bischof Erwin Kräutler, Träger des alternativen Nobelpreises, ist ein Kandidat für ein Kardinalsamt.


Vatican News, 12.7.2019
Dom Erwin Krautler: os 80 anos de um dos maiores bispos brasileiros
Desde criança ligado a Santa Terezinha de Lisieux, padroeira dos missionários, o bispo nascido austríaco vive na Amazônia há 54 anos e se naturalizou em 1981. É membro do Conselho Sinodal para a Amazônia e coordena a REPAM-Brasil.






Mittwoch, 3. Juli 2019

Abholzung am Amazonas um 60 Prozent gestiegen

Kathpress, 2.7.2019
Brasilien: Abholzung am Amazonas um 60 Prozent gestiegen
Die Abholzungen im brasilianischen Amazonas-Wald ist im Juni um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das berichtet die Zeitung "O Globo" (Dienstag) unter Berufung auf das staatliche Weltraumforschungsinstitut Inpe, das den Amazonas-Wald per Satelliten überwacht. Ob es sich um einen langfristigen Anstieg handelt, sei noch unklar.

Insgesamt gingen demnach im Juni 762 Quadratkilometer Urwald verloren. Für das gesamte erste Halbjahr werden Verluste von 2.300 Quadratkilometern kalkuliert; das ist der höchste Wert seit 2016. Allerdings steigen die Abholzungszahlen in der nun beginnenden Trockenzeit immer stark an. Ein genaueres Bild über die Situation in den Amazonas-Wäldern dürfte zum Jahresende mit der Veröffentlichung der offiziellen Abholzungszahlen für Mitte 2018 bis Mitte 2019 erkennbar werden.

Schon die Regierung von Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer (2016-2018) hatte sich für eine Lockerung der Umweltauflagen stark gemacht. Damit sollte die Landwirtschaft gestärkt werden, die neue Weide- und Anbauflächen sucht. Der im Jänner vereidigte neue Präsident Jair Messias Bolsonaro hat zudem angekündigt, Umweltschutzgebiete sowie indigene Reservate für die wirtschaftliche Nutzung öffnen zu wollen.

Auch Bischöfe in Brasilien kritisieren Politik

Brasilianische und internationale Umweltschützer befürchten daher eine weitere Zunahme der Abholzung. Auch katholische Bischöfe in Brasilien kritisieren immer wieder, dass die Politik der Wirtschaft den Regenwald opfere und damit Natur und Lebensräume der indigenen Völker in Gefahr bringt. Von 6. bis 27. Oktober wird im Vatikan eine dreiwöchige Bischofssynode unter dem Titel "Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine integrale Ökologie" tagen. Neben den indigenen Völker sowie neuen Wege christlicher Seelsorge und Verkündigung in der Region wird dabei auch Ökologie ein Hauptthema sein.

Insgesamt wurde in den vergangenen Jahrzehnten schon rund ein Fünftel des Amazonas-Waldes vernichtet. Umstritten ist unter Experten, ob das am vergangenen Freitag unterzeichnete Handelsabkommen zwischen der EU und der südamerikanischen Ländergruppe Mercosur die Abholzungen verstärken oder eindämmen wird.

Um Frankreichs Zustimmung für das Abkommen zu erhalten, hatte Bolsonaro zugesagt, entgegen früherer Ankündigungen doch im Pariser Klimaabkommen zu bleiben. Darin hatte sich Brasilien verpflichtet, illegale Abholzungen bis 2030 auf null zu reduzieren. Bolsonaro hat aber seit seinem Amtsantritt die Kontrollbehörden weiter geschwächt.


Deutschlandfunk, 2.7.2019
Abholzung des Regenwalds dramatisch gestiegen
In Brasilien sind im Juni 762 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden.

Focus-Online, 3.7.2019
So sehr leidet der Amazonas-Urwald leidet unter Abholzung
Die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien nimmt unvorstellbare Ausmaße an. Allein im letzten Monat wurden 762 Quadratkilometer Urwald vernichtet. Grund dafür ist die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Theologisches Vorbereitungstreffen zur Amazonien-Synode in Rom


U.a. nahmen Bischof Kräutler, Synoden-Relator Hummes und Synoden-Generalsekretär Baldisseri an dreitägigem Seminar teil - Emeritierter Kurienkardinal Kasper weist Kritik an Treffen zurück

Rom, 26.06.2019 (KAP) Bei einem vorbereitenden Symposium zur Amazonien-Synode haben mehrere Kardinäle und Bischöfe in Rom über theologische Fragen des Synoden-Arbeitspapiers beraten. Das sogenannte "Instrumentum laboris" war Anfang vergangener Woche veröffentlicht worden. Nach Aussage von Teilnehmern nahmen an dem dreitägigen Seminar unter anderen der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, der Relator (Moderator) des Treffens, Kardinal Claudio Hummes, sowie der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler und der Vorsitzende des deutschen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bischof Franz-Josef Overbeck, teil.

Einschlägige traditionalistische Internet-Blogs hatten die Begegnung als eine Art Geheimtreffen bezeichnet. Dabei sollten angeblich unter maßgeblicher deutschsprachiger Beteiligung umstrittene progressive Entscheidungen der Synode wie eine Priesterweihe für verheiratete Männer oder indigene Messfeiern vorbereitet werden.

Als einer der Teilnehmer wies der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Kasper im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "Kathpress" in Rom derartige "Verleumdungen" zurück. Es gehe "um die Zukunft einer bedrohten Ortskirche und deren Inkulturation", so Kasper. Auch unter Papst Johannes Paul II. (1978-2005) "wurden viele solcher Partikular- oder Regionalsynoden abgehalten, die ganz selbstverständlich jeweils von Fachleuten vorbereitet wurden".

So habe man dieser Tage "angesichts der pastoralen Notsituation" in Amazonien auch "über eine Dispens für die Weihe von verheirateten Männern als Möglichkeit" gesprochen. Das sei aber nur eine von vielen Fragen, die bei dem Bischofstreffen im Oktober in Rom behandelt würden, so Kasper. Niemand habe, wie teils behauptet, "die sakramentale Struktur der Kirche und der hierarchische Leitung in Frage gestellt. Dass man dies ausdrücklich sagen muss, macht mich betroffen", so der Kardinal.


Katholisch.de, 26.6.2019
Kardinal widerspricht traditionalistischen Internet-Blogs
Kasper: Es gab kein "Geheimtreffen" zur Amazonas-Synode
Traditionalistische Internet-Blogs hatten von einer Art Geheimtreffen zur Amazonas-Synode berichtet. Dabei seien progressive Reformen vorbereitet worden, hieß es. Kardinal Walter Kasper spricht von "Verleumdungen" und erklärt, worum es ging.

Die Tagespost, 26.06.2019
Treffen zur Amazonas-Synode: Kasper kritisiert Berichterstattung
Von „völlig absurden Berichten über ein seriöses theologisches Symposium“ spricht Kurienkardinal Walter Kasper. Bei dem Vorbereitungstreffen zur Amazonas-Synode sei es um die Zukunft einer bedrängten Ortskirche gegangen.

CNA-Deutch, 27.6.2019
Amazonas-Synode:
Scharfe Kritik am Arbeitspapier - und erste Vorbereitungstreffen
Kardinal Walter Brandmüller hat das vor zehn Tagen veröffentlichte Arbeitsdokument der Amazonas-Synode scharf kritisiert und vor der Gefahr eines Abfalls vom Glauben gewarnt. Unterdessen laufen - zum Teil hinter verschlossenen Türen - die Vorbereitungen für das Bischofstreffen im Oktober auf Hochtouren. Eine Schlüsselrolle spielen dabei offenbar deutsche Prälaten und Theologen.

Domradio.de, 27.6.2019
Theologisches Vorbereitungstreffen zur Amazonas-Synode
"Pastorale Notsituation"
Bei einem Symposium zur Amazonas-Synode haben mehrere Kardinäle und Bischöfe in Rom über theologische Fragen des Synoden-Arbeitspapiers beraten. Das sogenannte "Instrumentum laboris" war Anfang vergangener Woche veröffentlicht worden.

Freitag, 21. Juni 2019

Brasilien: Landwirtschaftsministerium vergibt fortan Land an indigene Völker

VaticanNews, 21.6.2019
Brasilien: Nächster Regierungsschlag gegen Indigene
Per Dekret hat Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Messias Bolsonaro die Vergabe von Land an indigene Völker wieder dem Landwirtschaftsministerium unterstellt. Das berichteten brasilianische Medien am Freitag. Erst im Mai hatte der Kongress ein ähnliches Dekret Bolsonaros vom Januar abgelehnt.

Indigene Vertreter werfen Bolsonaro vor, die Ureinwohner der Agrarlobby auszuliefern, die das Landwirtschaftsministerium dominiere und die Schutzgebiete verkleinern wolle.

Bolsonaro steht seit jeher den indigenen Schutzzonen kritisch gegenüber. Im Januar hatte er als eine seiner ersten Amtshandlungen die Kompetenz zur Landzuteilung an Indigene dem Justizministerium entzogen und dem Landwirtschaftsministerium zugesprochen.

Der Kongress hatte daraufhin im Mai die umstrittene Umstrukturierung rückgängig gemacht. Zudem ordnete er an, die staatliche Indigenenbehörde Funai wieder dem Justizministerium zu unterstellen. Bolsonaro hatte die Funai im Januar dem Ministerium für Frauen, Familie und Menschenrechte zugeordnet. Erst vor wenigen Tagen hatte er den Leiter der Indigenenbehörde entlassen.

Derzeit sind 112 Landvergabeprozesse gestoppt, da Gutachten der Funai fehlen. Zudem fehlt in 42 weiteren Prozessen nur noch die Unterschrift des Präsidenten, um das Land an die Indigenen zu übertragen. Laut der Verfassung von 1988 hätte die Landvergabe bereits 1993 abgeschlossen werden müssen. Allerdings trifft sie auf Widerstand der Agrarlobby und von Politikern wie Bolsonaro.

Dienstag, 18. Juni 2019

Arbeitspapier für Amazonas-Synode veröffentlicht

VaticanNews, 17.6.2019
Bischofssynode: Die Stimme des Amazonas
Die dramatische Situation im Amazonasbecken verlangt von der Kirche ein aufmerksames Zuhören und neue Wege des Umgangs mit den Herausforderungen: Das legt das so genannte „Instrumentum Laboris“, das Arbeitsdokument, der im Oktober beginnenden Bischofssynode auf den Schreibtisch. Der Vatikan stellte das Dokument an diesem Montag vor.


Domradio.de, 18.06.2019
Programm der Amazonas-Synode liegt vor
Für die Bischöfe wird es kein leichter Weg durch den Dschungel
Kampf für Indigenen-Rechte und gegen eine ausbeuterische Wirtschaft, neue Wege in der innerkirchlichen Organisation, womöglich verheiratete Priester: Die Amazonas-Synode im Herbst verspricht kontroverse Debatten.


Religion.orf.at, 17.6.2019
Amazonien-Synode: Papst stellt Zölibat nicht in Frage
Bei der Präsentation des Arbeitspapiers für die Amazonien-Synode am Montag im Vatikan betonte der Untersekretär der Bischofssynode, Fabio Fabene, Papst Franziskus habe eine allgemeine Aufhebung der Zölibatspflicht ausgeschlossen.


Domradio.de, 19.6.2019
Amazonas-Synode könnte für Universalkirche Fragen aufwerfen
"Schneeballeffekte" aus dem Regenwald?
Der Vatikan hat das Arbeitspapier zur Amazonas-Synode veröffentlicht. Darin geht es auch um Fragen der Priesterweihe für verheiratete Männer und neue Ämter für Frauen. Könnten daraus "Schneeballeffekte" für die gesamte Kirche entstehen?


Die Tagespost, 20.6.2019
Die „viri probati“ kommen
Der Vatikan bestätigt, dass es bei der Amazonas-Synode um die Weihe bewährter Familienväter gehen wird.
Mit dem „Instrumentum laboris“ hat der Vatikan am Montag das Arbeitspapier der kommenden Amazonas-Synode veröffentlicht. Mehr noch als die Jugendsynode im vergangenen Oktober ist die Sonderversammlung der römischen Bischofssynode zum Amazonas-Becken, an der alle Ortskirchen beteiligt sind, deren Territorium in dieser Region liegt oder in sie hineinreicht, von hohen Erwartungen geprägt. Vor allem in Europa – und hier vor allem in Deutschland – sowie aufgrund der Äußerungen einiger Kirchenvertreter aus Brasilien wie etwa des Ruhestands-Kardinals Cláudio Hummes OFM oder des emeritierten österreichstämmigen Missionsbischofs von Xingu, Erwin Kräutler CPPS, ist der Eindruck entstanden, die Sondersynode werde aufgrund des Priestermangels in einigen abgelegenen Regionen Amazoniens den Weg frei machen für die Priesterweihe ältererer, verheirateter Männer.
Das „Instrumentum laboris“ enthält von 147 Abschnitten einen, Abschnitt 126, der zwei Sätze enthält, die in diese Richtung gelesen werden können. Sie lauten: „b) Die Sakramente müssen eine Quelle des Lebens und der Stärkung für alle sein. Man muss die Strenge einer Disziplin überwinden, die ausschließt und entfremdet, und zwar durch eine pastorale Sensibilität, die begleitet und integriert. c) Die Gemeinschaften haben Schwierigkeiten, die Eucharistie wegen des Mangels an Priestern zu feiern. ,Die Kirche lebt aus der Eucharistie‘. Anstatt die Gemeinden ohne Eucharistie zu lassen, sollen stattdessen die Kriterien der Auswahl und Vorbereitung beauftragter Diener geändert werden, um diese zu feiern.“
Konkreter wird dann Abschnitt 129, wo es unter der Überschrift „Empfehlungen“ unter anderem heißt: „Bekräftigend, dass der Zölibat ein Geschenk für die Kirche ist, soll die Möglichkeit der Priesterweihe von vorzugsweise einheimischen, angesehenen und von ihrer Gemeinschaft akzeptierten älteren Männern geprüft werden, auch wenn diese schon eine bestehende und dauerhafte Familie haben, damit sie sicherstellen können, dass die Sakramente das christliche Leben begleiten und unterstützen.“ Ob das die Sätze sein werden, um die sich die Aufmerksamkeit der Medien bei der kommenden Amazonas-Synode drehen wird?


VaticanNews, 17.6.2019
Sínodo Amazonía. Instrumentum laboris: escuchar con la Iglesia el grito del pueblo
El mundo amazónico pide a la Iglesia que sea su aliada, para que la vida plena que Jesús vino a traer al mundo llegue a todos, especialmente a los pobres

Arbeitsdokument in Deutsch als PDF

Arbeitsdokument (in spanischer Sprache)

Arbeitsdokument (in portugiesischer Sprache) als PDF


Rede Eclesial Pan-Amazônica, 17/06/2019
Documento de Trabalho do Sínodo é lançado em Roma
A Pan-Amazônia pede à Igreja que seja sua aliada: esta é a alma do Documento de Trabalho (Instrumentum Laboris) publicado na manhã desta segunda-feira (17 de junho) pela Secretaria Geral do Sínodo dos Bispos e apresentado à imprensa, no Vaticano.

O Documento é fruto de um processo de escuta que teve início com a visita do Papa Francisco a Porto Maldonado, no Peru, em janeiro de 2018. A escuta ao Povo de Deus em toda a Região Amazônica prosseguiu por todo o ano e foi concluído com a II Reunião do Conselho Pré-Sinodal, em maio passado.

Sonntag, 16. Juni 2019

War Lulas Verurteilung manipuliert?


Blickpunkt Lateinamerika, 12.06.2019
Mitschnitte legen Manipulation bei Lula-Urteil nahe
Bei der Verurteilung des ehemaligen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva (2003-2010) Mitte 2017 könnte es zu illegalen Manipulationen der Justiz gekommen sein. Dies legen am Montag, 10. Juni 2019 (Ortszeit), veröffentlichte Mitschnitte von Gesprächen zwischen Lulas Richter und den Ermittlern der Anti-Korruptionseinheit "Operation Waschstraße" nahe.

Hinter den Enthüllungen steckt der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald, der bereits 2013 die Spionageaffäre um Edward Snowden ins Rollen brachte. Die Mitschnitte waren offensichtlich bei Hackerangriffen auf die Handys der Ermittler und den ehemaligen Bundesrichter Sergio Moro entwendet worden. Die Gespräche sollen über den Messenger-Dienst Telegram stattgefunden haben. Moro und die Ermittler verurteilten die Attacken als Angriff auf die Justiz und ihre Privatsphäre.

Einflussnahme auf die Wahlen?

Lula war 2017 von Moro wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt worden. Seit April 2018 sitzt er in Haft, nachdem die Berufungsinstanz das Urteil im Januar 2018 bestätigte. Die nun veröffentlichten Mitschnitte zeigen, dass Moro im Fall Lula illegale Anweisungen an die Ermittler erteilte. Zudem sprach man sich über die Vorgehensweise bei den Ermittlungen ab. Ermittler äußerten gegenüber Moro Zweifel an den Beweisen gegen Lula. Besonders heikel sind Mitschnitte, die eine Einflussnahme auf die Wahlen im Oktober 2018 suggerieren. Aufgrund seiner Verurteilung durfte Lula, der in sämtlichen Umfragen führte, nicht antreten. Zudem blockierte die Justiz Interviews mit Lula aus der Haft heraus. Moro selbst veröffentlichte wenige Tage vor dem ersten Wahlgang Ausschnitte aus einer eigentlich geheimen Kronzeugenaussage, die Lula und seine Partei PT belasteten.

Bundesrichter Moro war nach den Wahlen vom neugewählten Präsidenten Jair Messias Bolsonaro zum Justizminister ernannt worden. Umstritten ist bisher, ob es bereits vor den Wahlen eine Absprache mit dem rechtskonservativen Ex-Militär gab. Der Journalist Greenwald kündigte derweil weitere Veröffentlichungen an. Bolsonaro sprach Moro sein vollstes Vertrauen aus.

Oberstes Gericht könnte erneut über Freilassung Lulas entscheiden

Ex-Präsident Lula und seine Partei PT fühlen sich durch die Mitschnitte bestätigt. Sie hatten Moro und den Ermittlern stets Parteilichkeit vorgeworfen. Lula selbst sprach immer wieder von einem Komplott der Justiz. Das Oberste Gericht Brasiliens dürfte in den nächsten Tagen über eine mögliche Freilassung Lulas entscheiden. Lulas Verteidigung hatte den Antrag bereits Ende 2018 gestellt. Sie argumentiert, dass Moros Ernennung zum Justizminister durch Wahlsieger Bolsonaro seine Parteilichkeit beweise.


ORF.at, 15.6.2019
Brisante Enthüllungen
Bolsonaro igelt sich ein
In Brasilien ist die Regierung des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsanoro schwer unter Druck geraten. Die Investigativplattform The Intercept veröffentlicht seit Sonntag Dokumente, die bei Ermittlungen gegen den früheren Staatschef Luis Inacio Lula da Silva eine Verschwörung der Staatsanwälte und des Richters Sergio Moro nahelegen. Bolsonaro stärkte Moro, mittlerweile Justizminister, demonstrativ den Rücken, entließ aber eine der moderaten Personen aus seinem Kabinett.


ORF.at, 19.6.2019
Brasilien: Absprachen für Justizminister „nicht ungewöhnlich“
Nach der Veröffentlichung mutmaßlich kompromittierender Textnachrichten hat sich der brasilianische Justizminister Sergio Moro verteidigt. Er soll sich während seiner Zeit als Richter laut Medienberichten im Verfahren gegen den brasilianischen Ex-Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva eng mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt haben.
„In der brasilianischen Rechtstradition ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Richter mit einem Anwalt oder einem Staatsanwalt spricht. Das kommt ständig vor“, sagte Moro laut einem Bericht des Nachrichtenportals G1 heute in einer Anhörung im Senat. Zudem seien die Nachrichten illegal beschafft worden.
Die Onlineplattform The Intercept hatte zuletzt Textnachrichten zwischen dem Richter Moro und dem Staatsanwalt Deltan Dallagnol veröffentlicht. Daraus soll hervorgehen, dass Moro die Ermittler im Verfahren gegen Lula regelwidrig angeleitet hatte.

Anwälte fordern Freilassung Lulas
Wegen Korruption verurteilte der Richter den früheren Staatschef (2003–2010) später zu einer langjährigen Freiheitsstrafe. Aufgrund seiner Verurteilung konnte Lula nicht an der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr teilnehmen. Moro hingegen wurde vom Wahlsieger Jair Bolsonaro zum Justizminister gemacht.
Lulas Anwälte forderten nach der Veröffentlichung der Nachrichten die Freilassung des Ex-Präsidenten aus der Haft. Die Gespräche zwischen Moro und den Ermittlern beweisen ihrer Meinung nach, dass der Richter während des Verfahrens nicht unabhängig war. In der kommenden Woche soll sich der Oberste Gerichtshof mit dem Antrag befassen.

Sonntag, 9. Juni 2019

Bischof Erwin Kräutler über Umweltproteste und Zukunft der Regenwälder


Vorarlberg.orf.at, 15.6.2019 (Audio)
Erwin Kräutler: „Wir alle tragen Verantwortung"
In der aktuellen „Focus“-Sendung von ORF Radio Vorarlberg spricht Bischof Erwin Kräutler über Amazonien. Es geht um das Gebiet als Lunge der Erde, dessen Krise und neue Wege für die Welt.


Tiroler Tageszeitung, 9.6.2019
Bischof Erwin Kräutler:
„Es war wie ein Stich ins Herz“

Vor mehr als drei Jahren ist Erwin Kräutler als Bischof von Xingu, einer riesigen Diözese im Norden Brasiliens im Amazonas-Gebiet, altersbedingt zurückgetreten. Viele Jahrzehnte setzte sich der gebürtige Vorarlberger für den Erhalt des Regenwaldes und die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Der 79-Jährige wurde dafür vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem „Right Livelihood Award“, der auch als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet wird. Am Rande eines Vortrags in Innsbruck sprach er mit der TT über Umweltproteste, die Angst um die Zukunft und den Raubbau an Brasiliens Regenwäldern.


VaticanNews, 9.6.2019
Bischof Kräutler:
„Froh, dass Jugend nun aufsteht“
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler ist froh über die große Resonanz auf die Klimaproteste der von der schwedischen Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg initiierten „Fridays for Future“-Bewegung.

Erwin Kräutler beim Treffen der Selbstbesteuerungsgruppe am 5.6.2019
Katholische Kirche Vorarlberg, 7.6.2019
Schweigen dürfen wir nicht mehr!
Heuer im Oktober treffen sich Bischöfe aus aller Welt zur großen Amazonas-Synode in Rom. Einer, der daran nicht ganz unbeteiligt war und ist, ist Bischof Erwin Kräutler aus Koblach. Seit 1965 lebt er in Brasilien und kämpft dort für das Überleben der Menschen und der Natur und für das Beschreiten neue Wege in der Kirche. Kurz, bevor es für ihn wieder nach Rom zu den Vorbereitungsarbeiten zur Synode ging, war er auf Besuch in Vorarlberg.

CNBB, 07/06/2019
Dom Erwin Kräutler:
“São ‘inimigos da Cruz de Cristo’ os que querem separar a fé da vida”
Em entrevista à revista Bote Fé, da Edições CNBB, o bispo emérito do Xingu (PA), dom Erwin Kräutler, que é coordenador da Rede Eclesial Pan-Amazônica no Brasil (REPAM-Brasil), apresenta as principais reflexões que estão na pauta do Sínodo desde a convocação feita pelo Papa Francisco em 2017. Ele também comenta o trabalho desenvolvido no âmbito da REPAM-Brasil, organismo vinculado à Comissão Episcopal Especial para a Amazônia da CNBB, da qual também é um dos membros.
Dom Erwin também fala da preocupação por parte do governo brasileiro com o Sínodo. Para ele, quem deu maior publicidade ao Sínodo para a Amazônia foi o ministro-chefe do Gabinete de Segurança Institucional (GSI), general Augusto Heleno, “com seu pavor de toda essa movimentação nas comunidades amazônicas afetar a ‘soberania’ nacional. Se nós bispos e peritos falamos na Aula Sinodal no Vaticano em exigências de necessidade básica dos povos na Amazônia, será que isso pode ser taxado de intromissão indébita na política do governo ou, pior, agressão à soberania nacional?”, questiona.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Bischof Erwin Kräutler auf dem Innsbrucker Diözesantag



Tiroler Tageszeitung, 22.5.2019
Wo Kirche heute noch Platz hat
Beim Diözesantag wurde über die Rolle von Religionen in der Gesellschaft diskutiert.

Innsbruck – Alles überholt, verstaubt und obendrauf kein Wille zu Reformen. Solches und Ähnliches hat sich die Kirche, allen voran die katholische, in der jüngeren Vergangenheit immer wieder anhören müssen. Hat Religion, wenn sie organisiert und institutionalisiert ist, keinen Platz mehr in der Gesellschaft? Wo können und dürfen sich Priester und Laien einbringen? Über diese Fragen wurde gestern beim Diözesantag und Dies facultatis der Theologie der Uni Innsbruck diskutiert.

Prominentester Redner war Bischof Erwin Kräutler, der für sein Engagement für die Indios im Amazonasgebiet in Brasilien mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden ist. Dem gebürtigen Vorarlberger war es wichtig zu betonen, dass nicht die geweihten Würdenträger, sondern allen voran alle anderen Mitglieder der Gemeinschaft eine Kirche ausmachen. „Dort, in den Basisgemeinden, lebt sie“, sagt Kräutler. Ebenso wichtig sei es zu verstehen, „dass wir als Kirche wissen, dass wir zusammengehören“. Und schließlich könnten nur Reformen die Menschen wieder an die Institution heranführen. So müsse etwa „die Stellung der Frau in der Kirche überdacht werden. Warum soll es keine Diakoninnen geben dürfen?“, fragte sich der Bischof.

Während sich der deutsche Theologe Ansgar Kreutzer in seinen Ausführungen damit beschäftigte, ob Religionen und die Kirche auch politisch sein und sich einbringen dürfen, erläuterte Christine Baur, Juristin und ehemalige Soziallandesrätin für die Grünen, ihre Gedanken zur Verbindung zwischen Glaube und politischer Arbeit.

Innsbrucks Bischof Hermann Glettler befand, dass „die Kirche sympathische und unaufdringliche Präsenz“ zeigen und bei den wichtigen Themen „kritisch intervenieren“ solle. Er plädierte für eine Rückkehr der Religionen in den öffentlichen Raum, da es das Denken der Menschen wieder mehr auf das „worauf hin und wovon her“ des Lebens bringe. Nicht außer Acht zu lassen, befand Glettler, seien in der Diskussion die wichtigen Funktionen, welche die Kirche in der Gesellschaft bereits erfülle. „Sie ist die größte Kulturerhalterin des Landes Tirol mit den vielen Kirchen und Kunstschätzen. Das soziale Engagement, der Einsatz für die Schwächsten, gehört seit jeher zum Herzschlag der Kirche.“ Die Institution müsse wieder mehr „vom Reden ins Tun“ kommen, die „Begegnung mit Gott ermöglichen, aber keine Propaganda betreiben“. (bfk)


Kathpress, 22.5.2019
Glettler: Kirche muss bei wichtigen Themen "intervenieren"
Die Kirche hat die Aufgabe, "sympathische und unaufdringliche" Präsenz zu zeigen und bei den wichtigen Themen "kritisch zu intervenieren". Das betonte Bischof Hermann Glettler beim diesjährigen Innsbrucker Diözesantag, gleichzeitig "Dies facultatis" an der Theologischen Fakultät Innsbruck. Er plädierte am Dienstag für eine Rückkehr der Religionen in den öffentlichen Raum, "weil Religion etwas Wesentliches unseres Menschseins meint, eine Grundausrichtung unseres Lebens auf ein Woher und Woraufhin, weshalb sie nichts in der folkloristischen Dekorkiste zu suchen hat". Religion biete dem Individuum eine Gewissheit von Zugehörigkeit, die sich positiv auf das gesellschaftliche Gefüge auswirke, so der Bischof.

Weniger erfreulich sei die Rückkehr von Religion allerdings unter dem Gesichtspunkt, dass "institutionalisierte Religionen auch in missbräuchlicher Weise Macht ausüben können". Besonders verquickt mit staatlicher Macht hält der Bischof Religion für gefährdet, ihre eigentliche Sendung zu verlieren. "In jedem Fall sind religiöse Erscheinungsformen individueller und wesentlich pluraler geworden, vielfach losgelöst von institutionellen Strukturen."

Nicht außer Acht zu lassen sind laut Glettler die wichtigen Funktionen, die die Kirche in der Gesellschaft bereits erfülle. "Sie ist die größte Kulturerhalterin des Landes Tirol mit den vielen Kirchen und Kunstschätzen. Das soziale Engagement, der Einsatz für die Schwächsten, gehört seit jeher zum Herzschlag der Kirche", so Glettler. Die Institution müsse wieder mehr "vom Reden ins Tun" kommen, die "Begegnung mit Gott ermöglichen, aber keine Propaganda betreiben".

Kräutler: "Wir tun so, als wären wir die letzten"

Neben Bischof Glettler nahm auch der brasilianisch-österreichische Altbischof von Altamira-Xingu, Erwin Kräutler, an der Veranstaltung unter dem Titel "Religion im öffentlichen Raum" teil. "Wir tun so, als wären wir die letzten", machte er dabei auf die dramatischen Folgen der Abholzung des Regenwaldes aufmerksam. In seinem Vortrag erinnerte er sich an den Beginn seiner Tätigkeit in Amazonien und das damals noch vollkommen intakte Ökosystem. Heute sei das Gebiet weitgehend nicht wiederzuerkennen. Die unmittelbaren Auswirkungen der Klimaerwärmung seien in Brasilien deutlich spürbar. "Die Temperaturen sind so angestiegen, dass es bereits jetzt im Freien oft nicht mehr auszuhalten ist", berichtete Kräutler.

In leidenschaftlichen Worten verurteilte er ökologische Ignoranz. "Jene, die heute politisch verantwortlich sind, werden die Folgen ihrer Untätigkeit nicht mehr erleben." Deutliche Kritik übte der Bischof an der aktuellen politischen Führung in Brasilien unter Präsident Jair Bolsonaro. Unverhohlen agiere dieser gegen die in der Verfassung verankerten Rechte der indigenen Bevölkerung, indem er versuche, deren angestammtes Land wegzunehmen. "Aber wir kämpfen", so der Bischof.

Ausführlich legte Kräutler auch Vorschläge zur Erneuerung der Kirche vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen in Brasilien dar, wo er 54 Jahre lang als Priester und 38 Jahre lang als Bischof tätig war. Er ging dabei auf die kirchlichen Basisgemeinden ein, die "völlig zu Unrecht als marxistisch verpönt" gewesen, aber durch ihr stark mystisches Glaubenszeugnis zu Keimzellen der Erneuerung der Kirche geworden seien.

Zu wenige Priester für Eucharistie

"Was uns aber fehlt und worauf wir pochen, ist die Eucharistie, das Zentrum unseres Glaubens." Aufgrund der geringen Zahl an Priestern könnten diese aber nur bis zu drei Mal im Jahr Eucharistie feiern. "Die Priester kommen für ein paar Stunden, dann sind sie wieder weg, das ist schrecklich", so der Bischof. Bei den evangelikalen Gemeinden sei das anders. "Die Pastoren sind da, unsere Priester kommen und gehen." Für ihn mit ein Grund für den Zulauf, den evangelikale Gemeinden haben.

Veränderungen wünscht sich Bischof Kräutler auch im Blick auf die Zugangsmöglichkeiten von Frauen zum Amt in der Kirche: "Warum kann eine Frau nicht Diakonin werden? Warum können sie nicht die Krankensalbung spenden?" Mit Blick auf die kommende Amazonas-Synode im Herbst in Rom appellierte Bischof Kräutler an die Teilnehmer: "Beten wir, dass die Synode Wunder wirkt. Es ist an der Zeit!"

Mehr als 150 in Wissenschaft und Seelsorge Tätige fanden sich am Dienstag beim "Dies facultatis" der Theologie der Universität Innsbruck und beim Diözesantag zusammen und gingen u.a. den Fragen "Hat Religion, wenn sie organisiert und institutionalisiert ist, keinen Platz mehr in der Gesellschaft?" oder "Wo könne und dürfen sich Priester und Laien einbringen?" nach.

Samstag, 18. Mai 2019

Proteste in Brasilien gegen Bolsonaros Bildungspolitik


amerika21, 16.5.2019
Bildungsproteste in Brasilien gegen Bolsonaros Sparpolitik
In 170 Städten in ganz Brasilien haben sich am gestrigen Mittwoch mehrere Millionen Menschen dem ersten Generalstreik des Bildungssektors angeschlossen. Sie protestierten gegen die geplanten Kürzungen von 30 Prozent der Verwaltungskosten im Bildungsbereich. Diese treffen Institutionen der frühkindlichen Erziehung bis hin zu Universitäten. Landesweit folgten Professoren, Studenten, Lehrer des Primar- und Sekundarbereichs, Angestellte von Bildungseinrichtungen und Schüler dem Aufruf der Gewerkschaften.

Deutsche Welle, 16.5.2019
Brasilianer fordern Recht auf Bildung
Präsident Bolsonaro will im Bildungsbereich massiv kürzen. Aus Unmut darüber gingen viele Brasilianer auf die Straße. Universitäten und Schulen schlossen, damit Studenten und Schüler an den Protesten teilnehmen konnten.

taz, 16.5.2019
Großdemos für Bildung in Brasilien
Eine Masse „nützlicher Idioten“
Tausende protestieren in Brasilien gegen Kürzungen im Bildungsbereich. Der rechte Präsident Bolsonaro betreibt offenbar einen Kulturkampf.

NZZ, 17.5.2019
Proteste gegen Bolsonaros Bildungspolitik
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro macht die Vorgängerregierungen für die Sparmassnahmen verantwortlich. Die Demonstranten bezeichnete er als «nützliche Idioten».

Blickpunkt Latienamerika, 05.06.2019
Zahlreiche Ex-Minister stellen sich gegen Jair Bolsonaro
Nachdem sich im vergangenen Monat bereits acht ehemalige Umweltminister gegen den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gestellt haben, bekommt der Politiker nun noch mehr Gegenwind. Am Dienstag, 4. Juni 2019, äußerten sich sowohl elf Ex-Justizminister als auch sechs Ex-Bildungsminister gegen den eingeschlagenen politischen Kurs Bolsonaros. Dabei stellen sich die Justizminister in ihrem öffentlichen Brief vor allem gegen ein Dekret, mit dem Bolsonaro den Kauf von Waffen erleichtert. Sie beschreiben dies in ihrem öffentlichen Brief als einen Rückschritt im Kampf gegen die Gewalt in Brasilien. Diese spielt seit Jahren vor allem in den Favelas eine bedeutende Rolle. Sie bezeichnen das Dekret als unverantwortlich und befürchten noch mehr Gewalt in dem südamerikanischen Land.

Freitag, 17. Mai 2019

Raoni wirbt in Europa für Schutz des Regenwaldes



Amazonas Portal, 14.5.2019
Raoni ruft in Europa zum Schutz des Regenwaldes und der Indios Amazoniens auf

Einmal mehr ist der wohl berühmteste Ureinwohner Brasiliens, Raoni Metuktire, unterwegs auf einer Europa-Reise. Aufmerksam machen will er dabei auf die zunehmenden Bedrohungen, denen der Amazonas-Regenwald derzeit ausgesetzt ist. Ziel der Reise ist es ebenso, Finanzhilfen für den Schutz des Indio-Territoriums Xingu zu sammeln.

Bereits am Sonntag (12.5.) ist Raoni in Paris angekommen, um sich mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu treffen. Auf seiner Liste der Gesprächspartner soll ebenso der Pabst stehen. Geplant sind darüber hinaus Treffen mit Ministern und anderen Autoritäten in Belgien, Luxemburg, Italien, Monaco und der Schweiz.

Die Europa-Reise des 89-Jährigen findet zu einem Zeitpunkt statt, der in Brasilien von steigenden Spannungen und Druck auf den Amazonas-Regenwald seitens der Agro-Industrie, des Bergbaus und der Holzausbbeute geprägt ist. Ihre Vertreter haben in Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro einen Unterstützer gefunden.

Bolsonaro befürwortet die wirtschaftliche Ausbeutung Amazoniens. Dazu gehört auch der Abbau von Mineralien und Edelsteinen in Schutzgebieten und Indio-Territorien. Gleichzeitig spricht er sich gegen die Ausweisung weiterer Indio-Territorien aus. Geschwächt wurden von seiner Regierung ebenso die Umweltbehörden und die Indio-Behörde Funai.

Eine Millionen Euro will Raoni sammeln, wie es von der Organisation Foret Vierge heißt, dessen Ehrenpräsident Raoni ist. Finanziert werden sollen damit unter anderem neue Begrenzungshinweise des riesigen Reservats Xingu, Drohnen und andere Hilfsmittel zur Kontrolle der Region und zur Vorbeugung von Waldbränden in der Invasion der Holzmafia.

Einige der Indio-Gemeinschaften des Xingu sollen darüber hinaus Hilfen im Gesundheitsbereich und Schuleinrichtungen erhalten. Ein weiteres Projekt ist die Vermittlung von technischem Wissen, um die Extraktion und Vermarktung von erneuerbaren Produkten des Waldes zu verbessern.

Auf diese Weise werden die indigenen Völker würdig im Reservat leben können, den Regenwald beschützen und die Kulturen ihrer Vorfahren erhalten, anstatt in ländliche Regionen oder Städte zu ziehen, konstatiert Foret Vierge.


Euronews, 14.5.2019
Hilferuf für den Regenwald:
Kayapó-Häuptling reist durch Europa
Der Häuptling des brasilianischen Kayapó-Volkes, Raoni, hat eine dreiwöchige Europareise begonnen. Erste Station: Paris, wo er mit Umweltminister François de Rugy zusammenkam. Raonis Besuch ist ein Hilferuf: Er will die Europäer darauf hinweisen, wie schlecht es um Brasiliens Regenwald steht, Lebensraum für Hunderttausende Ureinwohner. Zudem sammelt er Spenden für den Schutz der Amazonas-Gebiete. Dem Umweltminister überreichte er einen traditionellen hölzernen Stab, "um seine Feinde auszuschalten", so der Häuptling scherzhaft.


VaticanNews, 27.5.2019
Papst an Finanzminister:
Klimaabkommen COP21 überlebensnotwendig
Von den Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens COP21 hängt das Überleben der Menschheit ab. Davon ist Papst Franziskus überzeugt und darauf ging er an diesem Montag bei einer Audienz für Finanzminister verschiedener Nationen ein. Das Treffen fand im Rahmen einer Konferenz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften statt.


Deutsche Welle - Brasil, 17.5.2019
França promete apoiar Raoni na proteção do Xingu
Em viagem pela Europa, líder kayapó busca financiamento para proteger terras indígenas de madeireiros e do agronegócio, em meio a temores causados pelo governo de Jair Bolsonaro.

Deutsche Welle - Brasil, 13.5.2019
Cacique Raoni viaja à Europa para denunciar ameaças à Amazônia
Conhecido internacionalmente, líder kayapó alertará europeus para exploração de terras indígenas por madeireiros e pelo agronegócio. Agenda da viagem de três semanas inclui encontros com Macron e o papa Francisco.
VaticanNews, 27.5.2019
O abraço de Francisco a Raoni
O encontro entre o Santo Padre e o líder indígena da etnia caiapó, Raoni Metuktire, foi nesta segunda-feira na Casa Santa Marta.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Bischof Kräutler: "Amazonas-Synode wird Wertschätzung der Frau besonders realisieren"


VaticanNews, 16.5.2019
Amazonas-Synode:
„Ganz neuer Zugang zu indigenen Völkern erwünscht“
Die Amazonas-Synode im Oktober soll nach Ansicht von Amazonas-Bischof Erwin Kräutler „einen ganz neuen Zugang speziell zu den indigenen Völkern“ eröffnen. Die besonderen Ausdrucksformen des Glaubens von Indigenen seien viel höher zu schätzen als bisher. Der aus Österreich stammende emeritierte Bischof von Xingu nahm in diesen Tagen an einem vorbereitenden Treffen in Rom teil.


Kathpress, 17.5.2019
Bischof Kräutler: Für Bolsonaro "existieren Indios nicht"
Rom, 17.05.2019 (KAP) Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler kritisiert, dass Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro die Amazonasregion vor allem als Wirtschaftsressource betrachtet, sie für multinationale Konzerne öffnet und die Rechte der dort lebenden Indigenen einschränkt. "Er denkt nur vom Export, von der wirtschaftlichen Dimension her. Die Indios existieren für ihn eigentlich nicht", sagte der emeritierte Bischof von Altamira-Xingu im Interview des vatikanischen Onlineportals "Vatican News" (Freitag). "Ich sage auch ganz klar, er kennt Amazonien gar nicht", fügte Kräutler mit Blick auf den seit Jänner amtierenden Staatschef hinzu.


Katholisch.at, 17.5.2019
Für Bolsonaro "existieren Indios nicht"
Aus Österreich stammender Amazonas-Bischof kritisiert, dass brasilianischer Staatschef Amazonien vor allem als Wirtschaftsressource betrachtet


Domradio.de, 17.5.2019
Arbeitsdokument zur Amazonas-Synode verabschiedet "Instrumentum laboris"
Der Vatikan hat das Arbeitspapier für das weltweite Bischofstreffen zu Amazonien im Herbst verabschiedet. Das gab das vatikanische Presseamt an diesem Freitag bekannt. Der Text soll unter anderem an Bischofskonferenzen weltweit gehen.

Montag, 13. Mai 2019

Kard. Hummes: Amazonas-Synode muss Neues bringen

Kardinal Cláudio Hummes
Amazonas-Synode: „Nicht das bereits Gesagte wiederholen“
Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes glaubt an eine Weiterentwicklung der Seelsorge und der katholischen Soziallehre durch die kommende Amazonas-Synode. „Wir werden nicht zur Synode gehen, um bereits Gesagtes zu wiederholen, so wichtig, schön und theologisch bedeutsam es auch sein mag", sagte Hummes in einem langen Interview mit der Jesuitenzeitschrift „La Civilta Cattolica“, das an diesem Montag erschien.

Hummes ist emeritierter Erzbischof von Sao Paolo und wird bei der im Oktober anberaumten Synode als Generalrelator dienen. „Wir müssen es vermeiden, das Alte mitzubringen, als sei es wichtiger als das Neue", sagte der Kardinal im Gespräch mit dem Chefredakteur der Zeitschrift, dem Jesuiten Antonio Spadaro. Bei der Synode brauche es „Vertrauen in den Geist, der uns voranbringt“.

Gott und die indigenen Völker
Jede Art der Inkulturation des Glaubens und des religiösen Dialogs müsse von der Tatsache ausgehen, dass „Gott auch in den ursprünglichen indigenen Völkern immer gegenwärtig war", so Hummes. Zugleich glaubten Christen, dass Jesus Christus „die wahre Erlösung und endgültige Offenbarung ist, die alle Menschen erleuchten muss". Die indigenen Völker müssten infolgedessen, wenn sie die Botschaft Jesu Christi annähmen, ihren Glauben durch ihre „Kultur, Identität, Geschichte und Spiritualität" ausdrücken können, unterstrich der brasilianische Kardinal.

Widerstand auf dem Weg der Synode
Hummes räumte ein, dass in der Kirche Widerstände gegen eine neue Sicht auf indigene Formen des Glaubensvollzugs aufgetaucht seien. Einige fühlten sich „auf gewisse Weise bedroht, weil sie glauben, dass ihre Vorhaben und Ideologien nicht respektiert werden“, vor allem Projekte der Ausbeutung von Rohstoffen; Hummes sprach von einem „Geist der Herrschaft und des Raubes“, der auch heute im Amazonasbecken anzutreffen sei. Den Gedanken, dass „jeder zum Dialog bereit ist“, wies der Kardinal als Illusion zurück. Eine entgegenkommende Haltung sei hier unangebracht, weil die Menschenrechtsverletzungen und die Umweltzerstörung dramatisch seien. Die Kirche müsse in diesem Punkt notwendigerweise prophetisch sein, „und prophetisch zu sein bedeutet, einen Geist der Verurteilung und des Dialogs mit etwas mehr Zärtlichkeit anzureichern“.

Welchen Dienst für eine indigene Kirche?
Spadaro bat Hummes auch um eine Einschätzung zum heiklen Thema des priesterlichen Dienstes in dieser Realität. Im Amazonasgebiet herrscht der drängendste Priestermangel der katholischen Weltkirche, darüber hinaus ist die Vorstellung des priesterlichen Zölibats in den Indigenenkulturen nicht verankert. Hummes zufolge braucht es einen priesterlichen Dienst, der sich an die Bedürfnisse der Gemeinschaft anpasst. Der Kardinal sprach sich für „ausdifferenzierte Dienste aus“, man könne nicht „eine Art historische Figur aufrechterhalten, an die der Priester sich anzupassen hat“.


Kathpress, 13.5.2019
Kardinal beklagt Menschenrechtsverletzungen im Amazonasgebiet
Synoden-Generalrelator Hummes in Jesuitenzeitschrift: Dramatische Lage und weit verbreitete Straflosigkeit - Plädoyer für "indigene Kirche", die mit der Weltkirche verbunden ist

Rom, 13.05.2019 (KAP) Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes hat ständige Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung im Amazonasgebiet beklagt. Er sprach von einer "dramatischen" Lage. "Noch schlimmer ist, dass die meisten dieser Verbrechen ungestraft bleiben", sagte Hummes der Jesuiten-Zeitschrift "Civilta Cattolica" (Montag). Der 84-Jährige äußerte sich mit Blick auf eine geplante Bischofssynode zu Amazonien diesen Herbst im Vatikan.

Hummes ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM und Generalrelator der Synode. Als solcher hat er eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit. Das Bischofstreffen tagt vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan. Neben Theologie und Seelsorge soll es auch um die Belange der Indigenen, um Menschenrechte und Umweltschutz gehen.

Die Synode müsse sich innerkirchlicher wie äußerer Widerstände bewusst sein, beispielsweise aus der Wirtschaft und von Regierungen, so der Kardinal. Manche könnten mit Gewalt und unter Verletzung grundlegender Menschenrechte Änderungen zu verhindern suchen. Auch die Einhaltung von Normen zu Nachhaltigkeit und Naturschutz in Amazonien seien in Gefahr. "Aber wir dürfen nicht aufgeben. Es wird Protest nötig sein. Nicht gewaltsam, aber sicherlich entschieden und prophetisch", sagte Hummes.

Der Kardinal sprach sich auch für eine "indigene Kirche" aus, die ihre eigene Kultur, Identität, Geschichte und Spiritualität haben und zugleich mit der katholischen Weltkirche geeint sein müsse.


La Civilta Cattolica, 13 May 2019
Preparing for the Synod on Amazonia:
An interview with Cardinal Claudio Hummes

Donnerstag, 9. Mai 2019

Brasilianische Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden

VaticanNews, 7.5.2019
Brasilien: Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden
Der Erzbischof von Belo Horizonte, Walmor Oliveira de Azevedo, ist zum neuen Präsidenten der Brasilianischen Bischofskonferenz gewählt worden. Er folgt auf Kardinal Sergio da Rocha, der dieses Amt seit 2015 innehatte.

Offen ist noch, wen die 301 stimmberechtigten Bischöfe zum Generalsekretär der weltweit größten Bischofskonferenz wählen. Dessen Wahl folgt am Dienstag.

Kirche steht unter Druck
Der 65-jährige Bischof Azevedo muss nun die katholischen Bischöfe gegenüber dem Rechtspopulisten Jair Messias Bolsonaro vertreten. Seit der Wahl des Präsidenten, den die evangelikalen Großkirchen unterstützen, steht die katholische Kirche politisch unter Druck. Ihre Option für die Armen wird von vielen Bürgern als kommunistisch und politisch „links" angesehen. Zuletzt hatten die Bischöfe Bolsonaros liberale Wirtschaftspolitik offen kritisiert.

Etwa 123 Millionen Katholiken zählt Brasilien, das entspricht zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung. Wie viele seiner Landsleute in den letzten Jahrzehnten hatte der katholisch getaufte Bolsonaro zu einer evangelikalen Freikirche gewechselt.





Der neue Vorsitzende Dom Walmor Oliveira de Azevedo mit Dom Erwin Kräutler
Auch Bischof Erwin Kräutler nahm an der 57. Generalversammlung der Bischofskonferenz in Aparecida teil, wo die Wahl des neuen Vorsitzenden stattfand.

CNBB, 6.5.2019
Dom Walmor Azevedo, arcebispo de Belo Horizonte (MG), é eleito novo presidente da CNBB
O arcebispo de Belo Horizonte (MG), dom Walmor Oliveira de Azevedo, foi eleito na tarde desta segunda-feira, 6 de maio, como presidente da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB). O novo presidente foi escolhido pelos episcopado brasileiro que participa, em Aparecida (SP), da 57ª Assembleia Geral da CNBB no terceiro escrutínio, após receber a maioria absoluta de votos do total de 301 bispos votantes.


Youtube, 6.5.2019
Dom Walmor Azevedo é eleito presidente da CNBB

Mittwoch, 8. Mai 2019

Bolsonaro lockert brasilianische Waffengesetze

ORF, 8.5.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro lockert Waffenrecht
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Waffenrecht in dem südamerikanischen Land weiter liberalisiert. Der Ex-Militär unterzeichnete gestern ein Dekret, laut dem Waffenbesitzer und Waffenbesitzerinnen künftig bis zu 5.000 Schuss Munition pro Waffe und Jahr erwerben dürfen. Bisher war die Menge auf 50 Schuss begrenzt. Zudem wird der Import und der Vertrieb von Waffen in Brasilien vereinfacht.

„Das Dekret ist kein Projekt der öffentlichen Sicherheit, es ist unseres Erachtens nach sogar noch wichtiger als das. Es gibt den Menschen ein individuelles Recht, Waffen zu tragen, wenn sie einige Anforderungen erfüllen“, sagte Bolsonaro.

Der frühere Fallschirmjäger hatte bereits im Wahlkampf lockerere Waffengesetze versprochen. Kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner erlaubte er den Brasilianern per Dekret, bis zu vier Schusswaffen zu kaufen und zu Hause oder am Arbeitsplatz aufzubewahren.
51.000 Tote in einem Jahr

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 51.000 Menschen getötet. Mit der Liberalisierung des Waffenrechts will Bolsonaro den Schutz der Bevölkerung verbessern. Kritiker gehen hingegen davon aus, dass mehr Waffen die Gewalt weiter verschärfen.


FAZ, 8.5.2019
Bolsonaro lockert brasilianische Waffengesetze
Sportschützen, Jägern und Sammlern soll es künftig in Brasilien möglich sein, mit ihren Waffen zu reisen, heißt es von der Regierung. Präsident Bolsonaro sagt, er sei damit an die Grenzen des Gesetzes gegangen.


SRF, 8.5.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro lockert Waffenrecht
Präsident Jair Bolsonaro hat das brasilianische Waffenrecht weiter liberalisiert.
Er unterzeichnete am Dienstag ein Dekret, das den Kauf von Munition erleichtert sowie den Import und Verkauf von Waffen vereinfacht.


O Tempo, 9.5.2019
Decreto de Bolsonaro dá acesso a armamento mais potente
Entre os itens liberados há pistolas .40, 45 e 9 mm, além de carabina .40 e espingarda de calibre 12

G1-O Globo, 8.5.2019
Decreto de Bolsonaro facilita porte de arma para mais categorias
Agentes de trânsito, conselheiros tutelares, caminhoneiros e políticos eleitos não vão precisar comprovar 'efetiva necessidade' para transportar armas fora de casa.

BBC-Brasil, 8.5.2019
Novo decreto de armas: quem são os 'CACs', beneficiados por medida de Bolsonaro
Em mais um decreto que muda as regras para o uso de armas no Brasil, o presidente Jair Bolsonaro beneficiou colecionadores, atiradores desportivos e caçadores, os chamados CACs.

G1-O Globo, 8.5.2019
Rede pede que STF anule decreto que facilitou porte de armas para mais categorias
Pelo decreto, agentes de trânsito, advogados, caminhoneiros e políticos eleitos não precisarão comprovar 'necessidade' para portar armas. Para partido, tema deve ser tratado pelo Congresso.

G1-O Globo, 9.5.2019
Deputados ameaçam derrubar decreto de armas, e Maia negocia com Onyx redução do texto
Deputados da bancada evangélica e da oposição procuraram o presidente da Câmara, Rodrigo Maia (DEM-RJ), para discutir os termos do decreto de armas anunciado pelo presidente Jair Bolsonaro nesta quarta-feira.
Diante da ameaça de derrubada do decreto, Maia negocia com o ministro da Casa Civil, Onyx Lorenzoni, uma redução do texto do decreto de armas nos trechos considerados inconstitucionais pelos técnicos da Câmara. A análise dos técnicos ainda está sendo finalizada.

G1-O Globo, 8.5.2019
Após decreto de Bolsonaro, CNBB critica flexibilização da posse e porte de armas
Cerca de 300 bispos de todo país estão reunidos na basílica, em Aparecida (SP), para discutir os rumos da Igreja Católica no país. Mensagem desta quarta-feira (8) foi a primeira divulgada pelo colegiado na Assembleia Geral dos Bispos neste ano

Dienstag, 7. Mai 2019

Tagung über Religion im öffentlichen Raum in Innsbruck am 21. Mai


Kathpress, 6.5.2019
Innsbruck: Tagung über Religion im öffentlichen Raum
Beim Dies facultatis & Diözesantag am 21. Mai referieren die Bischöfe Glettler und Kräutler sowie Theologen über Religion im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Irritation und Befruchtung

Innsbruck, 06.05.2019 (KAP) Verschiedene Aspekte des Themas "Religion im öffentlichen Raum" stehen im Mittelpunkt beim diesjährigen "Dies facultatis & Diözesantag", den die Diözese Innsbruck für 21. Mai angekündigt hat. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, der austrobrasilianische Altbischof Erwin Kräutler, der deutsche Professor für Systematische Theologie, Ansgar Kreutzer und die Innsbrucker Vizerektorin Ulrike Tanzer werden dazu Referate halten, als Ko-Referenten sind Roman Siebenrock und Michaela Neulinger von der Theologischen Fakultät, die ehemalige Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur sowie Barbara Hoiß von der KPH Edith Stein vorgesehen.

Die Tagung geht von der Diagnose aus, dass religiös motivierte Akteure Caritas oder Diakonie an den Rändern der Gesellschaft "nicht nur geduldet, sondern sogar erwünscht" seien. Diese Akzeptanz schwinde aber, wenn es um die Gestaltung des gemeinsamen öffentlichen Raums geht. In der Ankündigung ist die Rede von Riten, Handlungen und Stellungnahmen der Religionsgemeinschaften, die in der Öffentlichkeit Irritationen auslösen und Fragen aufwerfen würden wie: "Müssen Religionen durch den säkularen Staat nicht diszipliniert, eingehegt und letzten Endes vielleicht als irrational entsorgt werden? Oder sind Religionen für den Zusammenhalt und Bestand einer Zivilgesellschaft unverzichtbar? Was spricht für und gegen religiöse Symbole im öffentlichen Raum?"

Es soll auch der Frage nachgegangen werden, wie und warum Religionsgemeinschaften politisch werden und ob sie mit ihren Argumenten und Vorstellungen öffentliche Aufmerksamkeit beanspruchen können. Neben grundsätzlichen Fragestellungen sollen auch konkrete Beispiele und Optionen in den Blick genommen werden.

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 21. Mai, um 9 Uhr im Kaiser-Leopold-Saal der Universität Innsbruck (Karl-Rahner-Platz 3, 2. Stock) mit Begrüßungsworten von Theologie-Dekan Josef Quitterer und Uni-Rektor Peter Trojer, danach folgt der Eröffnungsvortrag des Trägers des Alternativen Nobelpreises, Bischof Kräutler, unter dem Titel "Habt Mut! Jetzt Welt und Kirche verändern". Das Thema des Referates von Bischof Glettler um 14.15 Uhr lautet "Mission oder De-Mission? Zum Auftrag der Kirche in pluraler Gesellschaft". Die Tagung endet mit einem abschließenden Gebet um 18.30 Uhr in der Innsbrucker Jesuitenkirche.


Veranstaltungskalender der Uni Innsbruck
Tagung/Konferenz
Dies facultatis / Diözesantag:
Nicht von dieser Welt? Religion im öffentlichen Raum

Di, 21. Mai 2019,  09:00 - 18:15 Uhr
Kaiser Leopold Saal, Karl Rahner Platz 3, Innsbruck

Anmeldung ist erforderlich; Anmeldung beim Veranstalter bis 07.05.19

Eintritt / Kosten: Keine

Vortragende/r:
- Dom Erwin Kräutler (em. Bischof von Xingu / Brasilien, Träger des alternativen Nobelpreises)
- Ansgar Kreutzer (Professor für Systematische Theologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen)
- Bischof Hermann Glettler
- Vizerektorin Ulrike Tanzer

Montag, 6. Mai 2019

Papst besetzt wichtige Posten für Amazonas-Synode

Kardinal Claudio Hummes

VaticanNews, 4.5.2019

Für die kommende Amazonas-Synode hat Papst Franziskus den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes zum Generalrelator ernannt. Das gab der Vatikan am Samstag bekannt. Der 84-jährige Kardinal, der bis 2013 die Kleruskongregation im Vatikan leitete, ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM.

Als Generalrelator hat er eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit und Erstellung des Abschlussdokuments. Weiter ernannte der Papst Bischof David Martinez de Aguirre Guinea und den Jesuiten Michael Czerny zu Sondersekretären der Synode. Martinez leitet als Apostolischer Vikar das Amazonas-Bistum Puerto Maldonado, wo Franziskus während einer Peru-Reise im Januar 2018 den Auftakt der Synode beging. Czerny ist innerhalb der vatikanischen Behörde für Entwicklungsfragen als Untersekretär für die Sektion Migranten und Flüchtlinge zuständig. Die Amazonas-Synode tagt vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan. Bei der internationalen Bischofsversammlung soll es neben der Ökologie um Theologie und Seelsorge, um die Belange der Indigenen sowie um Menschenrechte gehen.


Katholisches.info, 6.5.2019
„Amazonassynode könnte historisch werden“
(Brasilia) Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes ist „glücklich“, von Papst Franziskus zum Generalrelator der Amazonassynode ernannt worden zu sein und sagt, die Synode könnte „historisch“ werden.


VatikanNews, 11.5.2019
Vorbereitung auf Synode: Neue Wege suchen, um Amazonas zu retten
Für den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes wird die kommende Synode ein historisches Ereignis sein, um nicht nur die Rettung der Amazonas-Bevölkerung, sondern des gesamten Planeten anzupacken. Es gilt nun, neue Wege zu schaffen, damit in jener Region – und nicht nur dort – „die Mission der Kirche“ erfüllt werden kann, so der Kardinal im Gespräch mit VatikanNews.


Adveniat
Papst benennt Teilnehmer der Amazonas-Synode

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