Donnerstag, 30. Juni 2011

Altamira: Häftlinge fliehen über 20 m langen Tunnel


Die Aufsichtsbehörde für den Strafvollzug in Pará berichtete, dass in der Nacht auf Montag, den 27.6., 21 Häftlingen die Flucht aus dem Regionalgefängnis von Altamira gelang.
Bisher konnte nur ein Flüchtling gefasst werden. Die Häftlinge entkamen über einen 20 Meter langen Tunnel, den sie selber gegraben hatten.
Eine gerichtliche Untersuchung wurde bereits eingeleitet und die Gefängnisbediensteten werden einvernommen. Das Gefängnis ist derzeit für 156 Insassen ausgestattet, es waren aber 294 untergebracht.
Bereits am 1. April soll das Graben eines Tunnels entdeckt worden sein.

Die Zustände im Strafvollzugswesen beweisen einmal mehr, wie wenig Altamira auf den bevorstehenden Bau des Kraftwerks Belo Monte und den zu erwartenden Massenansturm vorbereitet ist.

Agencia do Estado, 28.6.2011
Presos cavam túnel de 20 m e fogem de cadeia em Altamira (PA)
Superintendência do Sistema Penitenciário informou a fuga de 21 detentos

Freitag, 24. Juni 2011

Belo Monte: Polizei löst Obdachlosen-Siedlung in Altamira gewaltsam auf

Am Rand des offiziellen Siedlungsprojektes für Belo Monte, im Bairro São Domingos, kam es zu Wochenbeginn zu weiteren illegalen Ansiedlungen. Eigentümer des Areals ist Eletronorte, ein an Belo Monte beteiligtes Unternehmen. Am Dienstag (21.6.) und Mittwoch schritt die Polizei ein und nötigte die Siedler zum Abzug. Nach Auskunft der Betroffenen benutzte die Polizei dabei auch Pfefferspray, Tränengas und Gummigeschoße, um die Obdachlose aus ihren begonnenen Holzhütten und Zeltlagern zu vertreiben.

Am Dienstag wurden 120 Familien weggeschickt, es kam zu 3 Festnahmen. Am Mittwoch mussten ca. 150 Familien die Siedlung verlassen und 40 Personen wurden festgenommen, darunter 3 Minderjährige. Für sie beginnt ein neuer Exodus.



YouTube-Video - Parte 2
Sem-teto ocupam terrenos da Eletronorte e são retirado a Bala da policia (Par.2)

Xingu Vivo, 23.6.2011
Sem-teto ocupam terreno da Eletronorte e sofrem dois despejos em uma semana

Jornal do Brasil, 23.6.2011
Sem-teto ocupam terreno da Eletronorte e são retirados à bala pela polícia

Bischof Kräutler feiert Fronleichnam in Brasil Novo

Bischof Erwin Kräutler verbrachte den Fronleichnam (23.6.) an der Transamazônica in Brasil Novo, wo zugleich der 34. Jahrestag der Gründung der Stadt auf dem Programm stand. Im Anschluss an die Prozession durch die Stadt, die unter dem Thema "Eucharistie und das Leben auf unserem Planeten" stand, wurde in der Kirche die Eucharistie gefeiert und der Tag mit einem Gemeinschaftsessen zum Ausklingen gebracht.

Weitere Fotos siehe Prälatur am Xingu.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Belo Monte: Obdachlose beginnen illegale Siedlungen in Altamira

Seit Erteilung der Baugenehmigung durch IBAMA vor mehr als drei Wochen haben 178 Familien, die in Altamira in den Überflutungsgebieten wohnten und von dort wegziehen wollten, mit einer kollektiven illegalen Ansiedlung am Stadtrand von Altamira Richtung Vitória do Xingu begonnen. Aufgrund der explodierenden Preise für Wohnungsmieten sahen sie keinen anderen Ausweg.

Eine der Bedingungen für die Baugenehmigung von Belo Monte war die Errichtung von Siedlungsprojekten für die Betroffenen. Im Nordosten von Altamira lässt Norte Energia das Bairro São Domingos mit 970 kleine Häuschen entstehen. Man wird an die computeranimiert Werbung erinnert - das Projekt dürfte am Reisbrett entstanden sein und übersah notwendige Einrichtungen wie Hauptplatz, Schulen, Kaufhäuser oder Freizeitstätten. Somit sind weitere Konflikte vorprogrammiert. Für die betroffene Bevölkerung sind die konkreten Maßnahmen beim drittgrößten Kraftwerk der Welt dürftig. Dabei müssen allein in Altamira wegen des aufgestauten Xingu-Flusses ca. 30.000 Menschen umgesiedelt werden.

„Es wird scheinbar Ernst mit dem Bau des Staudamms und wir müssen die Überflutungsgebiete verlassen. Aber wohin sollen wir gehen? Für die Miete reicht das Geld nicht. Wir hätten nicht diese ungewisse Zukunft, würde Belo Monte nicht gebaut werden“, klagte Dona Raimunda.

Die Bewegung Xingu Vivo und die Landpastoral CPT nehmen sich der Obdachlosen an und ersuchen die Staatsanwaltschaft um Hilfe. Denn es ist zu befürchten, dass die „wilden Siedlungen“ von der Polizei aufgelöst werden. Aber wohin sollten sie gehen?


Correio do Brasil, 22.6.2011
Famílias expulsas por pressão imobiliária ocupam área em Altamira
Moradores de bairros mais pobres já sofrem impactos da construção da usina hidrelétrica de Belo Monte

Montag, 20. Juni 2011

Proteste und Klagen gegen Belo Monte gehen weiter

Am 1. Juni erteilte IBAMA die definitive Umweltlizenz für den Bau des Kraftwerks Belo Monte, und damit gehen auch die Proteste in eine neue Phase. Bereits am 6. Juni reichte die Staatsanwaltschaft von Pará die 11. Klage gegen Belo Monte ein, weil die meisten der Bedingungen für den Baubeginn nicht erfüllt und deshalb die Lizenzvergabe unrechtmäßig ist.

Xingu Vivo und andere Umweltbewegungen beklagten bei der Menschenrechtskommission der UNO die steigende Gewalt in Altamira, die aufgrund des starken Zuzuges, der steigenden Mieten für Wohnungen und der Untätigkeit der Behörden zu spüren ist. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass die OAS-Forderungen von der brasilianischen Regierung nicht erfüllt wurden.

In Altamira wurden die Bundestagsabgeordneten Zé Geraldo (PT) und Paulo Rocha (PT) von einer Versammlung der Kraftwerksgegner "als ungebetene Gäste vertrieben".

Am 3. Juni gab es eine große Kundgebung in Salvador de Bahia, am 19. Juni bekundeten in São Paulo 2.000 Demonstranten ihre Ablehnung von Belo Monte. In Rio demonstrierten 2.500 gegen das neue Waldgesetz und für Umweltschutz. Auch in Belém gab es Straßenumzüge mit großer Beteiligung der Bevölkerung - hier Fotos davon.

Indigene Gruppen die entlang der Großen Schleife des Xingu leben, wollen das Gebiet des Staudammes Belo Monte invadieren. Eine genaue Anzahl steht nicht fest, aber ca. 150 Indios vom Volk der Xikrin und Kayapó dürften sich daran beteiligen.
Kazique Luis Xipaya, Präsident des Indigenenrats von Altamira, bezeichnete die Besetzung des Ufers nahe am geplanten Staudamm als Protest gegen das Projekt. Es sagte, dass die indigenen Völker als Betroffene nicht entsprechend angehört wurden.


R7, 19.6.2011
Mais de cem índios organizam invasãoem região de usina no Xingu
Ocupação deve começar na quarta-feira (21) após a realização do leilão de amanhã

Folha, 16.6.2011
ONGs entram com pedido na OEA contra usina de Belo Monte


EFE, 6.6.2011
Ministério Público do Pará apresenta 11ª denúncia contra Belo Monte

Jornal Globo, 3.6.2011
A presença do deputados federais do PT, José Geraldo e Paulo Rocha, irritou a comunidade indígena e movimentos sociais

Samstag, 18. Juni 2011

Solarkraftwerk mit Leistung eines Atomkraftwerks

orf.at, 18.6.2011
USA bauen weltweit größtes Solarkraftwerk
Spatenstich bei 45 Grad Celsius
In Kalifornien entsteht das größte Solarkraftwerk der Welt mit der geplanten Maximalleistung eines Atomkraftwerks. In der Wüstenregion nahe Blythe, rund 350 Kilometer östlich von Los Angeles, erfolgte am Freitag der offizielle Spatenstich für das Milliardenprojekt.

EuroSolar, 15. Juni 2011
Lügen und Märchen der Anti-Energiewende-Lobby
Der Atom"ausstieg" ist noch lange keine Energiewende. Und wer jetzt glaubt, man könne die Hände in den Schoß legen, weil angeblich jetzt selbst Angela Merkel begriffen habe, was zu tun sei, der wird ein böses Erwachen erleben.

SolarMedia,12. Juni 2011
Die wahren Stromkosten
Atomstrom müsste unter Einbezug aller Risikokosten wesentlich teurer sein – Solarstrom wird demgegenüber laufend billiger. Eine detaillierte Rechnung von Solarmedia zeigt: schon in wenigen Jahren könnte Solarstrom absolut konkurrenzfähig sein, sicher aber dem Atomstrom den Rang ablaufen.