Donnerstag, 30. November 2017

Siedlungsprojekt von Dorothy Stang von Invasoren bedroht

Zwölf Jahre nach der Ermordung von Dorothy Stand stehen Landkonflikte die Region um Anapu an der Tagesordnung. Die amerikanische Schwester wurde 2005 erschossen, weil sie ein nachhaltiges Bewirtschaftungsprogramm (Projeto de Desenvolvimento Sustentável - PDS) für die Region erreichte, an dem sich anfangs ca. 120 Familien von Kleinbauern beteiligten. Der Bund stellt dafür Ländereien zur Verfügung, die invadiert und von Großgrundbesitzern illegal beansprucht, aber nicht richtig bewirtschaftet worden waren. Diese wollen aber weiterhin an den Gebieten festhalten und schicken von Zeit zu Zeit angeheuerte Gruppen hin, die die dort wohnenden Kleinbauern einschüchtern und bedrohen.
Seit 2014 begleitet Ing. Roberto Porro von der Brasilianischen Agrarforschungsgesellschaft (Embrapa) das nachhaltige Siedlungsprojekt (PDS) "Virola Jatobá". Er erstattete nun Anzeige, dass am 15. November 2017 etwa 200 Männer in das PDS eingedrungen seien und Grundstücke von 100 und 200 ha parzelliert hätten.

Er belegte es mit Fotos von abgebrannten Flächen, Stößen von Baumstämmen, Stapeln von Zaunsäulen sowie von Auspflockungen der Flächen von insgesamt ca. 35.000 ha Urwald. Die Männer würden sagen, dass sich jeder hier niederlassen könne, der es will. In Wirklichkeit muss man sich dem Projekt mittels Vertrag anschließen sowie nachhaltig wirtschaften und nicht nur Raubbau und Extraktivismus betreiben.
Porro kritisiert in diesem Zusammenhang die Säumigkeit des Nationalen Ansiedlungsinstitutes (INCRA), das das Projekt in keiner Weise unterstützt. Dadurch fühlen sich die Invasoren im Recht und die eigentlichen Siedler bekommen Angst zu spüren.



Amazônia Real, 22/11/2017
Grileiros e madeireiros invadem PDS Virola-Jatobá, criado por Dorothy Stang no Pará
Belém (Pará) – O município de Anapu, no oeste do estado do Pará, ficou marcado pelo brutal assassinato da missionária norte-americana Dorothy Mae Stang, em fevereiro de 2005. Mas apesar da repercussão internacional do crime, a grilagem de terras, o desmatamento ilegal e as ameaças de morte contra as famílias de trabalhadores rurais continuam recorrentes. No último dia 15 de novembro, o assentamento agrário do Projeto de Desenvolvimento Sustentável (PDS) Virola-Jatobá, legado da missionária, foi invadido por cerca de 200 homens, entre grileiros e madeireiros ilegais. Armados, eles demarcaram lotes de terra medindo de 100 a 200 hectares, e estão oferecendo a posseiros.
A informação da invasão ao assentamento é da Associação Virola-Jatobá do PDS Anapu e da Cooperativa de Produtores Agrícolas Orgânicos e Florestais do PDS Virola-Jatobá. Segundo as organizações, um pedido de segurança e solicitação de providências para retirada dos invasores da área foram enviados ao Instituto Nacional de Colonização e Reforma Agrária (Incra) e à Polícia Federal no Pará, mas não obtiveram respostas até o momento.

Congesso em foco, 28.11.2017
Assentados vivem conflito semelhante ao que matou Dorothy Stang na mesma região de Anapu
Doze anos depois da morte de Dorothy Stang, a região de Anapu, no Pará, continua imersa em conflitos por terra. A missionária norte-americana foi assassinada quando defendia o Projeto de Desenvolvimento Sustentável Esperança – e o modelo de assentamento de reforma agrária com aproveitamento econômico das riquezas oferecidas pela floresta – que permanece preservada. Hoje, diante da inércia do Incra, gestor dos assentamentos, outro PDS do município, conhecido como Virola-Jatobá, sofre com invasões e ameaças, como denuncia nessa entrevista o engenheiro agrônomo e antropólogo Roberto Porro, pesquisador Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária (Embrapa), que desde 2014 trabalha com os agricultores desse PDS.
No dia 15 de novembro, segundo Porro, cerca de duzentas pessoas entraram na reserva legal do PDS demarcando lotes para a retirada de madeira e posterior abertura de pastagens. “[Ele vieram] A partir da afirmação de que haveria ali terras a serem distribuídas a quem quisesse se estabelecer por lá”, explica. Ainda de acordo com ele, as famílias que vivem legalmente no local estão sob ameaça e enfrentando dificuldades para desenvolver as práticas de manejo florestal comunitário que mantêm desde 2006. “É uma situação de completo terror”, diz Porro.

Jornal Liberal, 12/12/2017 (Video-Bericht)
Pesquisadores denunciam que grileiros voltaram a invadir assentamento em Anapu
Assentamento fica onde atuava a missionário Dorothy Stang

BBC-Brasil, 19.12.2017
Invasão ameaça 39 mil hectares de reserva florestal criada pela freira Dorothy Stang na Amazônia

Dienstag, 28. November 2017

Bischof Erwin Kräutler hat hohe Erwartungen für Amazonien-Synode


vorarlberg.ORF.at, 26.11.2017
Kräutler: Amazonien-Synode ist „Meilenstein“

Der in Brasilien lebende Alt-Bischof Erwin Kräutler bezeichnet die von Papst Franziskus angekündigte Sonderbischofssynode zur Amazonas-Region als „Meilenstein“. Der aus Koblach stammende Kräutler hatte sich für eine solche Synode stark gemacht.

Der Amazonas-Regenwald ist durch großflächige Rodungen arg in Bedrängnis geraten. Er gilt als Lunge der Erde und ist bedrohter Wohnraum für die indigenen Völker. Kürzlich hat Papst Franziskus eine Sondersynode der Bischöfe über die Situation in Amazonien angekündigt, die im Oktober 2019 in Rom stattfinden soll. Der in Brasilien lebende Alt-Bischof Erwin Kräutler aus Koblach spricht im ORF-Interview von einem „Meilenstein“. Er sei von der päpstlichen Initiative überrascht, wie er sagt.

„Wichtig, dass Synode in Rom stattfindet“
„Wir haben das im Vorfeld erbeten, aber es ist trotzdem schneller gegangen, als wir uns das vorgestellt haben“, sagt Kräutler, der seit Jahren für die Rechte der Menschen in Amazonien kämpft. Wichtig sei auch, dass die Synode in Rom stattfinde - als Zeichen, dass Amazonien eine Angelegenheit der Weltkirche sei. „Der Papst hat, seit er in diesem Amt ist, immer viel Sympathie für Amazonien bekundet, weil Amazonien eine Funktion hat, die für den ganzen Planeten wichtig ist, sie hat eine klimaregulierende Funktion“, so Kräutler.

Bei der Synode gehe es aber nicht nur um die Umwelt, sondern auch um eine Evangelisierung. Letzteres bedeutet laut Kräutler das Leben der Kirche mit den indigenen Völkern im Sinne des Evangeliums zu gestalten - und natürlich mit allen anderen Menschen, die in Amazonien leben. Dabei gehe es nicht um eine Missionierung, betont Kräutler.

Überhaupt gehe es um die Zukunft der Amazonasregion als Lebensraum, hatte Kräutler zuvor bereits der Nachrichtenagentur „Kathpress“ gesagt. Amazonien erleide seit Jahrzehnten „einen Dolchstoß nach dem anderen“. Wirtschaftsunternehmen handelten vielfach ohne Rücksicht auf Natur und Bevölkerung. Weite Gebiete seien einer skrupellosen Brandrodung zum Opfer gefallen, Umweltverschmutzung wie die Verseuchung von Flüssen breite sich aus, so Kräutler. Auswirkungen habe dies vor allem auf die arme Bevölkerung.

Kräutler setzte sich für Synode ein
Kräutler war von 1981 bis 2015 Bischof der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens mitten im Amazonasgebiet. Der 78-Jährige ist weiterhin Sekretär der brasilianischen Bischöflichen Kommission für Amazonien und im länderübergreifenden kirchlichen panamazonischen Netzwerk REPAM (Rede Eclesial Panamazonica) tätig. Das Projekt einer Amazonas-Synode war in den vergangenen Jahren von den Ortsbischöfen in der betroffenen Region - und hier besonders von Bischof Kräutler - mehrfach ins Spiel gebracht worden.


Kirche+Leben Netz, 30.11.2017
Video-Interview mit Amazonien-Bischof über Reformen in der Kirche
Bischof Erwin Kräutler will über Weihe für Frauen nachdenken
Bischof Erwin Kräutler spricht im Interview mit Kirche-und-Leben.de über die Gemeindeleitung durch Laien und die Bedeutung der Amazonien-Synode 2019 für die deutsche Kirche.


domradio.de, 29.11.2017
Bischof Kräutler zu den Herausforderungen in Amazonien
Synode wirft lange Schatten voraus
Er will an die Ränder gehen. Auch deshalb hat Papst Franziskus für Oktober 2019 eine Amazonas-Synode einberufen. Riesige Gemeinden und wenige Priester sind dort ein Problem. Der frühere "Amazonas"-Bischof hätte eine Lösung parat.


religion.ORF.at, 19.10.2017
Kräutler setzt große Hoffnung in Amazonien-Synode
Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler setzt große Hoffnungen in die von Papst Franziskus angekündigte Sonderbischofssynode zur Amazonas-Region.


Vatican News, 20.10.2017
Drei Themen bei Amazonien-Synode: Indigene, Priester, Natur
Einer, der sich ganz besonders auf die Sonderbischofssynode zur Amazonas-Region freut, weil er selber lange in jenem Gebiet gewirkt hat, ist der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler.

Sonntag, 26. November 2017

10 Jahre nach dem Hungerstreik von Luiz Cappio ist die Flussumleitung des São Francisco ein Desaster


Vor 10 Jahren (28.11.-20.12.2007) begann Dom Luiz Cappio seinen 24-tägigen Hungerstreik zur Revitalisierung des São Francisco Flusses und gegen das Umleitungsprojekt.
Präsident Lula startete dieses gigantische Projekt der Wasserversorgung von 12 Mio Personen in 290 Gemeinden in den Bundesstaaten Pernambuco, Ceará, Paraíba und Rio Grande do Norte noch im Jahr 2007. Es war mit R$ 4,5 Mrd veranschlagt. Noch während der Regierung von Dilma Rousseff überschritten die Kosten bereits R$ 8,2 Mrd. Heute spricht man von R$ 9,6 Mrd.
Im März 2017 wurde der erste Abschnitt von Präsident Michel Temer eröffnet. Auf vielen Baustellen herrscht Stillstand, weil das Geld ausgegangen ist. Begonnene Kanalschächte und Brücken sind dem Verfall preisgegeben.


G1-O Globo, 12.7.2017
Transposição do São Francisco tem trechos parados no eixo norte, no Sertão de PE
No povoado de Santana, na Zona Rural de Salgueiro, os trabalhos ainda não começaram nos canteiros e as máquinas estão paradas.

Diario de Pernambuco, 12/06/2017
Obra da Transposição do São Francisco tem vazamento em trecho de Custódia
Prioridade do governo federal, a maior obra de infraestrutura hídrica do país, quando totalmente concluída, vai atender mais de 12 milhões de pessoas em 390 municípios nos estados de Pernambuco, Ceará, Paraíba e Rio Grande do Norte. O Eixo Leste já está completamente em testes, com água em todos os equipamentos. Já o Eixo Norte, ainda tem um trecho com licitação em andamento e tem previsão de entrar em testes de operação ainda neste ano. A obra foi inciada em 2007 no governo Lula e estava orçada em R$ 4,5 bilhões. No governo Dilma Rousseff, a obra passou para R$ 8,2 bilhões. O primeiro trecho foi inaugurado por Michel Temer, em março deste ano.


Outras Palavras, 24/07/2017
3 Reportagens sobre a transposição do Rio São Francisco:
1) O São Francisco em mudança de curso
2) Na Transposição, o duplo papel do exército
3) Transposição: o São Francisco para poucos

Blog-Archiv zum Umleitungsprojekt des São Francisco

Ausführliche Informationen über das "Fasten und Beten" hier >>

Donnerstag, 23. November 2017

Norte Energia zahlt Strafe für fehlende Stromlieferung

Der Vorstand der Nationalen Energieagentur (Aneel) entschied in einem Treffen am 21.11., dass Norte Energia, das für das Wasserkraftwerk Belo Monte verantwortliche Unternehmen, die Schulden von R$ 350 Millionen in Ratenzahlung ableisten kann.

Die Schulden des Unternehmens sind das Ergebnis einer ungünstigen Wassersituation in diesem Jahr. Wegen geringer Niederschläge konnten konnen die Reservoirs nicht gefüllt werden. Der niedrige Wasserstand führte zu einer verminderten Stromproduktion, was Betreiber dazu zwingt, teurere Energie auf dem Markt zu kaufen, um ihre Verträge zu erfüllen.

Nach Berechnungen von Norte Energia belaufen sich die Verluste aus dem Erzeugungsdefizit seit September zwischen R$ 700 und R$ 800 Millionen. Um die Verträge einhalten zu können, hätte das Unternehmen 2017 für den Kauf von Energie R$ 2,1 Milliarden ausgegeben, was einen nominalen Verlust von R $ 2,9 Milliarden bedeutet.


Folha, 21.11.2017
Aneel autoriza hidrelétrica de Belo Monte a parcelar dívida de R$ 350 mi
A diretoria da Aneel (Agência Nacional de Energia Elétrica) decidiu em reunião nesta terça-feira (21) que a Norte Energia, responsável pela hidrelétrica de Belo Monte, poderá negociar o parcelamento em até seis vezes de uma dívida de R$ 350 milhões no mercado de eletricidade.

Os débitos da empresa são resultado de uma hidrologia desfavorável neste ano, que tem prejudicado a recuperação do nível dos reservatórios e a geração das hidrelétricas, o que obriga os operadores das usinas a comprar energia mais cara no mercado para cumprir com seus contratos.


Abraceel, 21.11.2017
Aneel rejeita repactuação, mas sugere parcelamento do risco hidrológico de Belo Monte
Pedido foi feito pela Norte Energia, que calcula prejuízo de 2,9 bilhões em 2017 com a compra de energia para atendimento aos contratos regulados da usina

A Agência Nacional de Energia Elétrica rejeitou pedido da Norte Energia de repactuação imediata do risco hidrológico de 2017 para os contratos regulados da hidrelétrica de Belo Monte. A Aneel decidiu, porém, permitir o parcelamento em até seis meses dos valores não pagos nas liquidações financeiras até dezembro desse ano, com atualização monetária dos valores e juros de 1% ao mês desde o vencimento dos débitos até o pagamento.

Pelos cálculos da empresa, os valores correspondentes ao déficit de geração de Belo Monte a partir de setembro somam entre R$ 700 milhões e R$ 800 milhões. A Norte Energia teria gasto R$ 2,1 bilhões em 2017 com a compra de energia para atendimento aos contratos, o que daria um prejuízo nominal na casa dos R$ 2,9 bilhões.

Montag, 20. November 2017

Vortrag von Bischof Kräutler in Kleve: Zukunft der Kirche

Vortrag: Zukunft der Kirche

Montag, 27.11.2017, von 19:30 bis 21:30 Uhr
im Priesterhaus Kevelaer
Wasserstraße 1
47533 Kleve

Ausgehend von seiner langjährigen pastoralen Arbeit im brasilianischen Amazonasgebiet nimmt Bischof Kräutler zur Zukunft der Kirche Stellung.



Seit über 50 Jahren weiß er sich der "Optionen für die Armen" verpflichtet und kämpft gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur. Sein Anliegen ist es, politische, soziale und wirtschaftliche Missstände aufzudecken und die Ausbeuter anzuklagen - Morddrohungen und ein Leben unter Polizeischutz sind die Folge. Für seinen Kampf gegen die Armut und sein umweltpolitisches Engagement wurde Bischof Kräutler 2010 mit dem sog. alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet.
Der Eintritt ist frei; wir bitten am Ende des Abends um eine Spende für die Arbeit von Bischof Kräutler.


Bericht von der Veranstaltung:

PR-Online, 29.11.2017
"Jemand trägt die Schuld an Armut"
Kevelaer. Der Träger des alternativen Nobel-preises, Bischof Erwin Kräutler, sprach zur Zukunft der Kirche. Die Botschaft: "Habt den Mut, die Kirche zu verändern."

Mittwoch, 15. November 2017

Öffentliche Anhörung über Gewalt in Altamira

Bischof Erwin Kräutler unterstützt das Forum und nahm an der Anhörung teil.

Altamira ist seit dem Bau des Kraftwerks Belo Monte Schauplatz schrecklicher Gewalt und Aggression. Junge Menschen verlieren ihr Leben. Tötungsdelikte und bewaffnete Raubüberfälle sind an der Tagesordnung. Trauer um ermordete Verwandte gehören zum Alltag. Ein Gefühl der Unsicherheit, Hilflosigkeit und Angst beherrschen die Bevölkerung.

Das Forum zur Verteidigung von Altamira, das aus verschiedenen NGOs und Menschen, die vom Staudamm Belo Monte betroffen sind, besteht, hielt deshalb am 14.11. die erste öffentliche Anhörung "zur Verteidigung des Lebens, gegen Gewalt und für eine Politik zugunsten unserer Kinder, Jugendlichen und Frauen". Die politischen Amtsträger wurden aufgefordert, auf die Vorschläge der Betroffenen zu den Bereichen Kultur, Sozialhilfe, Bildung und öffentliche Sicherheit einzugehen. Die anwesenden Behörden unterzeichneten die Kompromissvereinbarung, um den Dialog mit dem Forum fortzusetzen und die genannten Probleme zu lösen.





Xingu 230 (dia 14. Novembre, 16:01)

Vídeo do Xingu 230 Edição da tarde (minutos 9':00'') 
Vídeo no Xingu 230 Edição da manhã (minutos 13':30'' Entrevista com Antônia Melo)