Donnerstag, 24. Oktober 2019

Spannung vor Schlussabstimmung über Synoden-Dokument


Kathpress, 24.10.2019
Katholisch.at, 25.10.2019
Amazonien-Synode ringt lange um strittige Punkte
Seit drei Wochen debattieren in Rom rund 200 Bischöfe und Ordensleute sowie Ureinwohner und Umwelt-Aktivisten über neue Wege der Kirche am Amazonas. Bis zuletzt ist vieles umstritten - Korrespondentenbericht von Ludwig Ring-Eifel

Bischof Erwin Kräutler ist in diesen Tagen eine Schlüsselfigur der Amazonien-Synode in Rom. Er predigt seit Jahrzehnten, dass die Kirche die Indigenen und ihren Lebensraum nicht nur gegen Goldsucher und internationale Konzerne verteidigen müsse, sondern dass sie auch von ihnen lernen könne. Das viel diskutierte Gemisch von "amazonischem" und katholischem Denken und Beten hat der aus Österreich stammende Träger des Alternativen Nobelpreises schon lange gefordert und gefördert. Bei ihm fließen ökologische Politik und Theologie, Respekt für die anderen Geschöpfe und naturreligiöses Denken auf neue Weise ineinander. Katholische Traditionalisten sehen das als Gefahr für den reinen Glauben, andere halten es für die Zukunftsoption der Kirche im Zeitalter der globalen ökologischen Krise.

Kräutler (80) hat mehr als drei Jahrzehnte die riesige Urwald-Prälatur Xingu geleitet. Als Vizepräsident des internationalen Amazonas-Netzwerkes "Repam" hatte er seit 2015 entscheidenden Einfluss auf die Vorbereitung der Synode, die an diesem Wochenende zu Ende geht. Als Kräutler sich wenige Tage vor Abschluss der Versammlung kritisch über die vorläufigen Inhalte des geplanten Schluss-Dokuments äußerte, war das ein Alarmsignal. Denn Kräutlers Stimme hat auch deshalb Gewicht, weil er zu den von Papst Franziskus geschätzten Ko-Autoren der Umwelt-Enzyklika "Laudato si" zählt.

Mit seiner Kritik bezog sich Kräutler auf einen 36 Seiten umfassenden Text, den der brasilianische Kardinal Claudio Hummes der Generalversammlung zu Beginn der letzten Synodenwoche vorstellte. Dieses Papier enthielt, so mutmaßten die Kritiker, zu viele von der vatikanischen Kurie vorgefertigte Passagen. "Der Text spiegelte bei weitem nicht das wider, was wir diskutiert haben", merkten Teilnehmer empört an.

Für kurze Zeit stand die Drohung im Raum, die Synodenversammlung könnte die Abstimmung über das Papier aus Protest verweigern, doch dann setzte sich der Vorschlag durch, es mit Korrekturen und Ergänzungen zu versuchen. Mehrere hundert Änderungsvorschläge gingen ein. Aus dem Potpourri der Themen ragen drei besonders heraus.

Auf dem Gebiet der Ökologie gab es zwar Konsens bei der Forderung nach einer aktiveren Rolle der Kirche, doch war umstritten, wie politisch sie sein solle - etwa bei Aktionen gegen demokratisch gewählte Regierungen. Ein weiteres Thema war die Rolle der Frau in der Kirche - und insbesondere die Frage, wie neue weibliche "Dienstämter" aussehen könnten. Von einem stärkeren Mitspracherecht in der Gemeindeleitung über ein Diakoninnenamt bis hin zu ordinierten weiblichen Gemeindeleiterinnen reicht der Bogen dessen, was diskutiert wurde.

Daneben kam die Idee eines "amazonisch-katholischen Ritus" zur Sprache. Unklar war, ob dieser Vorschlag über die Anerkennung besonderer ritueller Ausdrucksformen hinaus auch kirchenrechtliche Konsequenzen haben sollte: Etwa indem ein eigener "Ritus" anlog zu dem der Ukrainer, Maroniten und anderer Regionalkirchen geschaffen würde. Deren Bischöfe pflegen nicht nur eigene liturgische Traditionen, sie dürfen auch eine gewisse kirchenrechtliche Eigenständigkeit beanspruchen.

Würde dieser Vorschlag sich für Amazonien durchsetzen, könnte er ein Startsignal für eine weitere Dezentralisierung der katholischen Weltkirche werden. Das jetzt noch lockere Amazonas-Netz "Repam" könnte der Ausgangspunkt für eine solche neue Regionalkirche mit besonderem Ritus und eigener Kirchendisziplin werden. Angesichts der vielen unterschiedlichen Ethnien und Sprachen im Amazonas-Gebiet würde die praktische Durchführung allerdings rasch an Grenzen stoßen.

Weniger spektakulär und fast schon konsensfähig war der Vorschlag, die Möglichkeit der Priesterweihe verheirateter Männer ("viri probati") zur Abstimmung zu stellen. Dem Vernehmen nach sprach sich eine deutliche Mehrheit von Rednern für dieses Modell aus.

Im Vatikan und bei den vor allem aus Lateinamerika, USA und Europa angereisten Journalisten, die das Ereignis verfolgen und doch nur wenig Konkretes aus der Synodenaula erfahren, stieg vor der Schlussabstimmung am Samstagnachmittag die Spannung. In einem mehrtägigen Redaktionsmarathon arbeitete am Schluss ein Redaktionsteam unter Führung von Kardinal Hummes fieberhaft an einem Text, dessen einzelne Abschnitte am Samstag zur Abstimmung kommen sollen. Absätze, die eine Zweidrittelmehrheit finden, gelten als angenommen. Nur sie gehen als Votum der Synode an den Papst, und der kann sie sich später in einem päpstlichen Lehrschreiben zu eigen machen.


Erzdiözese Wien, 28.10.2019
Insiderin: Synode erlebte zwischenzeitlich eine Krise
In den letzten Synodentagen sei "viel passiert", besonders nach der Präsentation des Entwurfs für das Schlussdokument, berichtete die Redakteurin. Dieser Erstentwurf sei von manchen Bischöfen als so schlecht empfunden worden, dass manche ernsthaft in den Raum stellten, es wäre besser, gar kein Dokument vorzulegen. Nach den Eingaben und Überarbeitungen - insgesamt gab es 832 Änderungsvorschläge, die noch berücksichtigt werden mussten - seien viele erleichtert über das Endergebnis gewesen.


CNA, 23.20.2019
Wer schreibt das Schlussdokument der Amazonas-Synode?
Die Beauftragten für die Verfassung des Schlussdokumentes in der Synode sind nicht die Mitglieder der Redaktionskommission, welche die Beiträge der Kleingruppen sammelt. Aber was passiert dann - wenn die Mitglieder der Redaktionskommission dieses Dokument nicht vorbereiten? Fragen diesbezüglich bleiben offen.
Kardinal Christoph Schönborn, der von Papst Franziskus persönlich ausgewählt wurde, als Mitglied der Redaktionskommission für das Schlussdokument zu fungieren, wies in der Synoden-Pressekonferenz darauf hin, dass diese Gruppe nicht mit der Erarbeitung des Textes beauftragt ist. Dafür seien der brasilianische Kardinal Claudio Hummes "und sein Team" zuständig.
ACI Prensa sprach einige Bischöfe, die aus der Synodenaula kamen, auf die Zweifel an, die Kardinal Schönborn aufgeworfen hatte. In einem informellen Gespräch im Atrium der Aula sagte der emeritierte Bischof von Xingu, Monsignore Erwin Kräutler, der öffentlich seine Befürwortung für die Weihe von verheirateten Männern und weiblichen Diakonen zum Ausdruck gebracht hatte, dass Kardinal Hummes den Entwurf des Dokuments nicht einmal gelesen habe.


Kurier, 25.10.2019
Vatikan: Amazonien-Synode mit brisanten Themen endet am Sonntag
Bischof Kräutler drängte auf Frauen-Priestertum und Ende des Zölibats / Auch Indigenen-Rechte und Regenwald-Schutz auf Agenda.



Domradio.de, 25.10.2019
Amazonas-Synode stimmt am Samstagnachmittag über Vorschläge ab
Mehrere hundert Änderungsanträge
Die Amazonas-Synode wird am Samstag über ein Abschlussdokument abstimmen. Wie der vatikanische Kommunikationsdirektor Paolo Ruffini mitteilte, werden die einzelnen Absätze des Abschlussdokuments den Synodenvätern Punkt für Punkt vorgelegt.


Deutsche Welle, 26.10.2019
Amazonassynode: Abkehr vom Zölibat, ein bisschen?
Die Amazonassynode geht in die Schlussphase. Dabei wird noch um Ausnahmen vom bisherigen kirchlichen Kurs gerungen. Konservative Kritiker poltern längst.


Süddeutsche, 25.10.2019
Bischofssynode in Rom: Das zölibatäre Priestertum wankt

  • Am Samstagabend soll das Abschlussdokument der sogenannten Amazonassynode veröffentlicht werden.
  • Noch ist unklar, welche Passagen die nötige Zweidrittelmehrheit bekommen werden.
  • Der Text wird erklären, dass der Schutz des Regenwaldes und der Menschen im Amazonasgebiet eine kirchliche Aufgabe ist.
  • Er könnte zudem vorschlagen, dass dort erstmals verheiratete und in der Gemeindearbeit bewährte Männer zum Priester geweiht werden. Selbst über eine Weihe für Frauen zur Diakonin soll diskutiert werden.

VaticanNews, 26.10.2019
„Vorsicht vor denen, die nichts ändern wollen“
Ohne den finalen Text der Amazonas-Bischofssynode von diesem Samstag abzuwarten, hat das kirchliche Amazonien-Netzwerk REPAM eine eigene Schlussbotschaft veröffentlicht.


REPAM, 26.10.2019
Presidência da REPAM lança mensagem final sobre o Sínodo
A presidência da Rede Eclesial Pan-Amazônica/REPAM lançou na manhã deste sábado, 26, uma mensagem final sobre o Sínodo Amazônico. Assinado pelo presidente, cardeal Cláudio Hummes, pelo vice-presidente, o cardeal Pedro Barreto, e pelo secretário executivo, Maurício López, o texto destaca alguns dos pontos importantes que foram discutidos na assembleia de Roma, retomando o processo realizado ao longo de quase dois anos, e aponta alguns caminhos a partir da Assembleia Sinodal.
Confira o texto na íntegra:

VaticanNews, 21.10.2019
O "pós-Sínodo" e os projetos na Amazônia brasileira
Ouça as entrevistas com Dorismeire Almeida de Vasconcelos e com Dom Vital Chitolina,bispo de Diamantino, no Mato Grosso.


LifeSiteNews, 22.10.2019
Key Amazon Synod organizer: Final document ‘already written’ but ‘no one knows’ who authored it
In comments to LifeSite outside the Synod Hall on Tuesday evening, Austrian-born Bishop Emeritus Erwin Kräutler of Xingu, Brazil, who is regarded as the principal author of the synod’s controversial working document, or Instrumentum laboris, said the ‘modi,’ or proposals, from the synod’s small working groups are now being “inserted” into the final document for review.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Holzmafia“ wütet in Rumäniens Wäldern


ORF, 22.10.2019
Holzmafia“ wütet in Rumäniens Wäldern
Binnen weniger Wochen sind in Rumänien zwei Förster der staatlichen Forstverwaltung getötet worden. Liviu Pop wurde vergangene Woche erschossen, als er Holzdiebe stellen wollte. Im September war der Förster Raducu Gorcioaia getötet worden. Rumänien gilt mit seinen Wäldern als grüne Lunge Europas – und als Schlaraffenland für die Holzindustrie. Mit illegalen Schlägerungen und Diebstählen versuchen auch Kriminelle, gute Geschäfte zu machen.

Die Praktiken der „Holzmafia“ erinnern an den Raubbau im Amazonas oder Wilderer in den Steppen der Naturparks in Afrika: Holzdiebe in den Wäldern Rumäniens gehen mittlerweile über Leichen. Laut Silviu Geana von der Forstarbeitergewerkschaft Silva wurden in den vergangenen Jahren sechs Förster getötet. Die staatliche Forstverwaltung Romsilva zählte allein heuer 16 tätliche Angriffe.

Der 30-jährige Pop wurde laut Ermittlern in der Region Maramures im Norden des Landes mit seinem eigenen Gewehr erschossen und in eine Schlucht geworfen. Nach einem Hinweis wollte er im Wald Holzdiebe stellen, nicht ausgeschlossen wird, dass er gezielt in eine Falle gelockt wurde.

Stuttgarter Nachrichten, 21.10.2019
Die Förster leben gefährlich
Die Holzmafia geht in Rumänien bei illegalen Abholzungen auch über Leichen: Nach Angaben der Polizei ist dort ein Familienvater mit dem eigenen Jagdgewehr erschossen worden.


Servus-TV, 27.6.2019
Rumänien: Der schmutzige Handel mit dem Holz


Das Erste, 15.09.19
Video: Rumänien:
Der letzte Urwald Europas in Gefahr – Umweltschützer fordern mehr Schutz durch die EU
Hunderte Jahre alte Bäume werden in Rumänien abgeholzt. Zum Teil entgegen bestehender Gesetze. Die Holzmafia findet immer wieder Gesetzeslücken, staatliche Kontrollen gibt es kaum. Jetzt klagen Umweltschützer bei der EU.


SRF, 3.7.2019
Zerstörter CO2-Speicher
Die letzten Urwälder Europas fallen der Holzmafia zum Opfer
Rumäniens Urwälder werden nicht genügend geschützt. Deshalb reichen Umweltschützer eine Klage gegen den Staat ein.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Belo Monte: 17. Francis-Turbine geht in Betrieb

Das größte Kraftwerk Brasiliens, das zu 100 % national ist, hat vom Nationalen Energieinstitut Aneel die Genehmigung für die 17. Turbine am 21. Oktober erhalten. Somit können insgesamt 10.621 MW an Strom produziert werden, wenn die Wassermengen dafür vorhanden sind.

Agência Canal Energia, 21/10/2019
Hidrelétrica de Belo Monte obtém liberação comercial para 17ª turbina
Maior UHE 100% brasileira funciona agora com 10.621 MW de capacidade instalada. Aneel também libera PCH Bandeirante e testes em térmicas no Amazonas

A hidrelétrica de Belo Monte, localizada em Vitória do Xingu, no Pará, obteve autorização junto a Aneel para operação comercial de sua 17ª turbina, com 611,1 MW de potência. Com a decisão, publicada nesta segunda-feira, 21 de outubro, no Diário Oficial da União, a maior UHE 100% brasileira passa agora a funcionar com um total de aproximadamente 10.621 MW de potência.

A Agência também aprovou a operação comercial de um hidrogerador de 9,3 MW de capacidade instalada da pequena central hidrelétrica Bandeirante, situada entre os municípios de Água Clara e Chapadão do Sul, no Mato Grosso do Sul. O empreendimento pertence a empresa Rio Água Clara Energia S.A.

Já com relação a liberação para testes, o órgão regulador concedeu parecer positivo a 12,3 MW térmicos no Amazonas, divididos em três usinas sob responsabilidade da geradora Oliveira Energia. A decisão envolve 17 unidades geradoras da UTE Careiro da Várzea – COE, totalizando 8,8 MW de potência; cinco da Caborí – COE, perfazendo 2,1 MW e três unidades na usina Campinas – COE, num total de 1,4 MW. As usinas ficam localizadas nas respectivas cidades de Careiro da Várzea, Parintins e Manacapuru.

Outro provimento da agência reguladora foi com relação a três aerogeradores de 2,7 MW da central de geração eólica Delta 8 I, totalizando 8,1 MW deliberados para testes em Paulino Neves, município maranhense.

Montag, 21. Oktober 2019

Traditionalisten stehlen indigene Statuen aus Kirche


Radikal-Konservative, die Papst Franziskus immer wieder Häresie vorwerfen und der Amazonien-Synode Götzentum unterstellen, filmten, wie sie in den Morgenstunden die Kirche Santa Maria in Transpontina betraten und von der Ausstellung der Casa Comun indigene Statuen stahlen. Anschließend gingen sie zum Tiber und warfen sie triumphierend in den Fluss.
Vor allem in englischsprachigen Blogs und Netzwerken werden die Täter als "true heroes" und "warriors" gefeiert.
Zu denken gibt, dass vor allem jene Radikal-Konservativen in den Statuen die Fruchtbarkeitsgötter Pachamama erkennen. Jene Männer und Frauen aus Lateinamerika, die an den Veranstaltunge der Casa Comun beteiligt sind, haben sich zum Vorwurf der Götzenverehrung nicht geäußert, sondern bloß "religiöse Intoleranz" bedauert.
Andererseits verwundert es, dass die Radikal-Konservativen vorgeben, die Kirche von heidnischen Götzenbildern reinigen zu müssen, und zugleich keine Probleme damit haben, wenn in einer anderen Kirche die angeblichen Bretter der Krippe, in der das Jesuskind gelegen sein soll, heute noch verehren.
Blindheit und Fanatismus führen leider immer sehr schnell zu Praktiken wie die eines Judas.


Stuttgarter Zeitung, 21.10.2019
Amazonas-Synode im Vatikan
Indigene Statuen in den Tiber geworfen
Diebe haben aus einer Kirche in der Nähe des Vatikans indigene Fruchtbarkeitsstatuen gestohlen und in den Tiber geworfen. Ein Video des Diebstahls wurde in konservativen sozialen Medien geteilt und bejubelt.


Kathpress, 22.10.2019
Indigenen-Statuen im Tiber:
Aktivisten beklagen "Akt der Gewalt"
Entwendung hölzerner Fruchtbarkeits-Statuen aus einer römischen Kirche am Rand der Amazonien-Synode sei "religiöse Intoleranz" gewesen

Das Vorgehen radikal-konservativer Katholiken gegen indigene Fruchtbarkeitsfiguren haben Mitglieder der Initiative "Amazonia casa comun" (Gemeinsames Haus Amazonien) als "Akte der Gewalt" verurteilt. In diesen Handlungen zeigten sich "religiöse Intoleranz und Rassismus" gegen indigene Völker, erklärte die Initiative am Dienstag. Zugleich komme darin die Ablehnung "neuer Wege zur Erneuerung unserer Kirche" zum Ausdruck.

Die Initiative warnte davor, dass diese Akte sich wiederholen oder sogar weiter verschärfen könnten. Sie selbst sei aber jederzeit friedlich und verzichte auf Reaktionen. Ihre Mitglieder "respektierten die Unterschiedlichkeit anderer Ausdrucksformen der Begegnung mit Christus".

In der Nacht zum Montag hatten mindestens zwei Männer mehrere hölzerne Fruchtbarkeitsfiguren, die eine nackte, schwangere Frau zeigen, aus einer Kirche in Vatikan-Nähe entwendet und in den Tiber geworfen. Die Initiative "Amazonia casa comun", zu der rund 30 kirchliche Gruppierungen aus Lateinamerika, Nordamerika und Europa gehören, hatte diese und andere Figuren und Symbole am Rande der im Vatikan tagenden Amazonas-Synode bei Zeremonien eingesetzt.


Kathpress, 23.10.2019
Synode: Geraubte Holzfiguren und ein Dialog "auf Zehenspitzen"
Rund um den Vatikan begegnen sich derzeit zwei Welten: Amazonien und römischer Katholizismus - Das führt zu Missverständnissen, Hetze, Diebstahl sowie behutsamen Versuchen, einander zu verstehen und Lösungen zu finden - Von Kathpress-Korrespondent Roland Juchem


VaticanNews, 21.10.2019
Roubadas estátuas indígenas de Igreja perto do Vaticano
Prefeito Paolo Ruffini fala sobre o roubo de estátuas indígenas da Igreja de Santa Maria em Traspontina

VaticanNews, 22.10.2019
São João Newman e as estátuas jogadas no rio Tibre
O triste episódio do roubo e da destruição das estátuas indígenas da Amazônia

Übersetzung PlattformBeloMonte:

Der Hl. John Newman und die Statuen, die in den Tiber geworfen wurden
Der Diebstahl der drei Holzstatuen, die schwangere indigene Frauen darstellen, sowie ihre Entsorgung im Tiber ist ein sehr trauriges Ereignis. Reaktionen auf diese gewalttätige und intolerante Tat im Netz geben zu bedenken: "Gerechtigkeit ist geschehen" lautet eine begeisterte Überschrift einer italienischen Website. Im Namen von Tradition wird eine Abbildung der Mutterschaft und der Heiligkeit des Lebens verspottet und bekämpft. Für indigene Völker ist das ein traditionelles Symbol für die Verbindung mit unserer "Mutter Erde", wie es auch der heilige Franz von Assisi in seinem Lied von der Schöpfung zum Ausdruck bringt.

Für die neuen Bilderstürmer könne es hilfreich sein, den Aufsatz des jüngst heiliggesprochenen Kardinal John Newman zu lesen. In "Die Entwicklung der christlichen Lehre und der Begriff der Entwicklung" aus dem Jahr 1878 schreibt er in Bezug auf die Übernahme heidnischer Elemente durch die Kirche:
"Im Laufe des vierten Jahrhunderts verbreiteten sich mit einer für die Kirche charakteristischen Rapidität zwei Bewegungen in der Christenheit, die eine asketischer, die andere ritueller oder zeremonieller Natur.
Es wird uns verschiedentlich von Eusebius erzählt, daß Konstantin, um die neue Religion den Heiden anzuempfehlen, auf sie den äußeren Schmuck übertrug, an den sie bei ihren eigenen gewohnt gewesen waren. Es ist nicht notwendig, auf ein Thema einzugehen, das der emsige Eifer protestantischer Schriftsteller den meisten von uns vertraut gemacht hat. Der Gebrauch von Tempeln, und diese einzelnen Heiligen geweiht und bei Gelegenheit mit Baumzweigen geschmückt; Weihrauch, Lampen und Kerzen; Votivgaben bei Genesung aus Krankheit; geweihtes Wasser; Asyle; Feiertage und -zeiten; Gebrauch von Heiligenkalendern; Prozessionen, Feldersegen; Priestergewänder, die Tonsur, der Ehering, das Sich-Wenden nach Osten, zu einer späteren Zeit Bilder, vielleicht der Kirchengesang und das Kyrie eleison — sind alle heidnischen Ursprungs und geheiligt durch ihre Aufnahme in die Kirche."
Newman, John Henry. Die Entwicklung der christliche Lehre und der Begriff der Entwicklung. Ins Deutsche übertragen von Theodor Haecker. Verlag Hermann A. Wiechmann. München 1922. S. 379-380.

AKTUALISIERUNG:

VaticanNews, 4.11.2019
Österreicher bekennt sich zu Diebstahl von Indigenen-Statue
Ein österreichischer Lebensschutzaktivist hat sich zum Diebstahl indigener Holzfiguren aus einer Kirche in Rom während der jüngsten Amazonien-Synode bekannt.

Die Tagespost, 4.11.2019
Entwendete "Pachamamas": Lebensrechtler Tschugguel bekennt sich
Seit Tagen sorgt ein Video für Aufmerksamkeit, in dem die umstrittenen Holzfiguren nackter Schwangerer aus einer römischen Kirche entwendet und in den Tiber gestoßen werden. Nun bekennt sich der österreichische Lebensrechts-Aktivist Alexander Tschugguel zu der Aktion.

Gloria.tv, 4.11.2019
Das ist der Held, der die Pachamamas in den Tiber warf

Augsburger Allgemeine, 6.11.2019
Ein Mann stiehlt Figuren aus einer Kirche - und wird dafür gefeiert
Der Österreicher Alexander Tschugguel ist weltbekannt, weil er Holzfiguren aus einer römischen Kirche stahl und in den Tiber warf. Erzkonservative verehren ihn deshalb.

FAZ, 6.11.2019
Päpstlicher als der Papst
Verstoß gegen erstes Gebot: Der Dieb, der während der Amazonas-Synode in Rom die indigenen Holzfiguren raubte und anschließend in den Tiber warf, hat sich nun als religiöser Aktivist bekannt.

Tschugguel gründet St. Boniface Institut
Das St. Bonifatius Institut wurde gegründet, um die Interessen katholischer Laien zu vertreten. Nein zum neuen Heidentum in der Kirche! Nein zur globalistischen Agenda in der Kirche! Nein zur anhaltenden Zerstörung von innen!
Aus dem Herzen Europas wollen wir für die Wiederherstellung unserer wunderbaren katholischen Kultur und Traditionen kämpfen, für eine Kirche, die unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus folgt!

Katakombenpakt für unser gemeinsames Haus - deutsche Fassung

Katakombenpakt für unser gemeinsames Haus

für eine arme, dienende, prophetische und samaritanische Kirche 
mit amazonischem Antlitz

Deutsche Fassung von © AMK 2019, basierend auf „Pacto das Catacumbas pela Casa Comum. Por uma Igreja com rosto amazônico, pobre e servidora, profética e samaritana“ auf cnbb.org.br.


Wir, Teilnehmer der Synode für Amazonien, leben gerne bei den zahlreichen indigenen Völkern, Quilombolas, Siedlern entlang der Flüsse, Migranten, in den Gemeinden an den urbanen Peripherien dieses riesigen Gebietes unseres Planeten. Mit ihnen erfahren wir, wie die Kraft des Evangeliums unter den Geringsten wirkt. Die Begegnung mit diesen Völkern ist gleichsam eine Herausforderung und Einladung, zu einem bescheidenen Lebensstil, zum Teilen und zur Dankbarkeit. Wir vernehmen ihren Schrei und ihre Tränen. Die Worte von Papst Franziskus finden in unseren Herzen Gehör:

„Viele Schwestern und Brüder in Amazonien tragen ein schweres Kreuz und ersehnen den befreienden Trost und die zärtliche Umarmung der Kirche. (…) Lasst uns gemeinsam mit ihnen gehen“[1].

Dankbar denken wir an jene Bischöfe, die in den Katakomben der Heiligen Domitilla, vor Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils ein Bekenntnis für eine arme und dienende Kirche ablegten.[2] Unsere Verehrung gilt allen Märtyrern aus den kirchlichen Basisgemeinden, den Pastoralbereichen und Volksbewegungen; indigenen Vertretern, Missionarinnen und Missionaren, Laien, Priestern und Bischöfen, die aus Liebe zu den Armen getötet wurden, weil sie Leben verteidigten und sich für den Schutz unseres gemeinsamen Hauses einsetzten.[3]

Wir bewundern ihren Mut und verpflichten uns, ihren selbstlosen Dienst entschlossen fortzusetzen. Amazonien leidet unter Zerstörung und Gewalt infolge eines plündernden, konsumorientierten Wirtschaftssystems. Dringendes Handeln ist gefordert. 

Vor der Heiligen Dreifaltigkeit, gegenüber unseren Ortskirchen, den Kirchen in Lateinamerika und der Karibik und den solidarischen Kirchen in Afrika, Asien, Ozeanien, Europa und Nordamerika, an den Stätten der Apostel Petrus und Paulus sowie der vielen Märtyrer in Rom, in Lateinamerika und besonders in unserem Amazonien, in tiefer Verbundenheit mit dem Nachfolger Petri, rufen wir zum Heiligen Geist und geloben persönlich und als Gemeinschaft:

1. Angesichts der drohenden Erderwärmung und der Erschöpfung der natürlichen Rohstoffe wollen wir in unseren Territorien Sorge tragen für den noch vorhandenen tropischen Wald. Aus ihm entspringt der Wasserreichtum Südamerikas, er ist für den Kohlenstoffkreislauf und das globale Klima wichtig, er beherbergt eine unermessliche Biodiversität und soziale Vielfalt für die Menschheit und unsere Erde.

2. Wir sind nicht die Besitzer der Mutter Erde, sondern ihre Kinder, geschaffen aus dem Staub der Erde (vgl. Gen 2,7)[4], Gäste und Pilgernde (vgl. 1 Petr 1,17b; 1 Petr 2,11a)[5], berufen als verantwortungsvolle Heger und Pfleger (vgl. Gen 1,26).[6]Darum bekennen wir uns zu einer ganzheitlichen Ökologie, die Menschheit und Schöpfung verbindet, denn über allen Wesen und den Kindern Gottes schwebt Gottes Geist (vgl. Gen 1,2)[7]

3. Unentwegt streben wir die Erneuerung des Bundes an, den Gott mit der ganzen Schöpfung gestiftet hat: „Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind.“ (Gen 9,9-10)[8]

4. In unseren Kirchen wollen wir die vorrangige Option für die Armen, besonders für die Ureinwohner erneuern, und garantierten, dass sie die Protagonisten in Gesellschaft und Kirche sind. Wir unterstützen sie bei der Pflege und Bewahrung ihrer Gebiete, Kulturen, Sprachen, ihrer Geschichte, Identität und Spiritualität. Sie verdienen lokal wie global unseren Respekt. Daher fördern wir sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, damit sie gleichermaßen in das globale Konzert mit anderen Völkern und Kulturen einstimmen können.

5. Folglich lehnen wir in unseren Pfarren, Diözesen und allen Gruppen jede kolonialistische Mentalität und Haltung ab. Wir schätzen die kulturelle, ethnische und sprachliche Vielfalt und sind bereit für einen respektvollen Dialog mit allen spirituellen Traditionen. 

6. Wir verurteilen jegliche Gewalt und Aggression gegen die Autonomie und das Recht der indigenen Völker auf ihre Identität, ihre Territorien und ihre Lebensweise.

7. Wir verkünden die befreiende Neuigkeit des Evangeliums Jesu Christi und wenden uns dem Nächsten, dem Anderen zu, wie es bei Petrus im Haus des Kornelius geschah: „Da sagte er zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem Juden nicht erlaubt ist, mit einem Nichtjuden zu verkehren oder sein Haus zu betreten; mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf.“ (Apg 10,28)[9]

8. Mit anderen christlichen Gemeinschaften gehen wir den ökumenischen Weg bei der inkulturierten und befreienden Verkündigung der Guten Nachricht. Mit ihnen und anderen Religionen und Menschen guten Willens sind wir solidarisch mit den Ureinwohnern, mit den Armen und Geringsten bei der Verteidigung ihrer Rechte und Bewahrung der Schöpfung.

9. Ein synodaler Stil prägt das Leben in unseren Ortskirchen. Indigene Vertreter, Missionare, Laien aufgrund ihrer Taufe und in Gemeinschaft mit ihren Hirten, werden bei Diözesanversammlungen, in Pastoral- und Pfarrgemeinderäten, bei allen Angelegenheiten der Gemeindeleitung gehört und haben Stimmrecht.

10. Wir fordern dringend die Anerkennung der kirchlichen Ämter, die in den Gemeinden bereits wahrgenommen werden: pastorale Mitarbeiter, indigene Katechisten, 
Wortgottesdienstleiter. In besonderer Weise wenden sie sich den Bedürftigen und Ausgeschlossenen zu. Dafür gebührt ihnen Wertschätzung.

11. In den uns anvertrauten Gemeinden streben wir eine Präsenzpastoral statt einer Besuchspastoral an, um den Anspruch auf den Wortgottesdienst und die Eucharistiefeier in allen Gemeinden zu erfüllen.

12. Die Dienste und die Diakonie der zahlreichen Frauen in den Gemeinden Amazoniens sind von unschätzbarem Wert. Ein entsprechendes Amt soll sie als Gemeindeleiterinnen festigen.

13. Für die Pastoral in den Städten suchen wir neue Wege, mit Laien und Jugendlichen als Protagonisten, mit besonderem Augenmerk auf die Peripherien, auf Migranten, Arbeiter, Arbeitslose, Studenten, Lehrende, Wissenschaftler, die Welt der Kultur und Kommunikation.[10]

14. Der über alles hereinbrechenden Konsumlawine begegnen wir mit einem bescheidenen, einfachen Lebensstil, solidarisch mit denen, die wenig oder gar nichts haben; 
die Vermeidung von Müll, weniger Plastik, ökologische Produktion von landwirtschaftlichen Gütern und die möglichst oftmalige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind uns Verpflichtung.

15. Wir stellen uns auf die Seite der Verfolgten, die prophetisch reden und handeln, um Ungerechtigkeit zu beseitigen, um Rechte und Land der Geringsten zu verteidigen, um Migranten und Flüchtlinge im Gemeinsamen Haus aufzunehmen. Wir pflegen Freundschaft mit den Armen, besuchen einfache Leute und Kranke, wir hören, trösten, helfen und sprechen Mut und Hoffnung zu.

Angesichts der großen und schwierigen Herausforderungen fühlen wir uns schwach, arm und klein. Wir vertrauen uns dem Gebet der Kirche an. Wir bitten unsere kirchlichen Basisgemeinden um Fürsprache beim Herrn und wenn nötig, um geschwisterliche Zurechtweisung.

Aus tiefster Überzeugung folgen wir der Einladung Kardinal Hummes. Mit ihm vertrauen wir auf den Heiligen Geist, in diesen Tagen der Synode und später, daheim in unseren Kirchen:

„Mutter Gottes, Königin von Amazonien, breite deinen Mantel über uns aus. 
Lass unsere Selbstsucht mit Barmherzigkeit für den Schrei der Armen und der Erde überwinden. Wir brauchen Gebet, Meditation, Urteilskraft und eine glaubwürdige Praxis der kirchlichen Communio und des synodalen Geistes. Diese Synode ist wie ein Tisch, den Gott für seine Armen bereitet hat, und der uns auffordert, an diesem Tisch zu dienen.[11]

Diese Eucharistie des Paktes feiern wir als „einen Akt der kosmischen Liebe“[12]. „Ja, kosmisch! Denn auch dann, wenn man die Eucharistie auf dem kleinen Altar einer Dorfkirche feiert, feiert man sie immer in einem gewissen Sinn auf dem Altar der Welt.“[13]„Die Eucharistie vereint Himmel und Erde, umfasst und durchdringt die gesamte Schöpfung. Die Welt, die aus den Händen Gottes hervorging, kehrt zu ihm zurück in seliger und vollkommener Anbetung: Im eucharistischen Brot“[14]„ist die Schöpfung auf die Vergöttlichung, auf die heilige Hochzeit, auf die Vereinigung mit dem Schöpfer selbst ausgerichtet“[15]. „Darum ist die Eucharistie auch eine Quelle des Lichts und der Motivation für unsere Sorgen um die Umwelt und richtet uns darauf aus, Hüter der gesamten Schöpfung zu sein.“[16]

Katakomben der Heiligen Domitilla
Rom, 20. Oktober 2019


Deutsche Fassung von © AMK 2019, basierend auf „Pacto das Catacumbas pela Casa Comum. Por uma Igreja com rosto amazônico, pobre e servidora, profética e samaritana“[17].


[1]Predigt von Papst Franziskus zur Eröffnung der Bischofssynode. Vatikanische Basilika: 06.10.2019.
[2]Pacto de las Catacumbas de la Iglesia sierva y pobre. Catacumba de Domitila: 16 noviembre 1965. Pacto por uma Igreja servidora e pobre. Catacumbas de Santa Domitila. Roma: 16 de novembro de 1965. Der Pakt wurde von 42 Konzelebranten unterzeichnet und in der Folge von rund 500 Konzilsteilnehmern unterstützt.
[3]Vgl. DAp 98, 140, 275, 383, 396.
[4]„7Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. 8Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte“ (Gen 2,7-8).
[5]„ (…) dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht.“ (1 Petr 1,17b); „Liebe Brüder, [ich ermahne euch] da ihr Fremde und Gäste seid in dieser Welt“ (1 Petr 2,11a);
[6]„26Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. 27Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn.“ (Gen 1,26-27a)
[7]„ (…) die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gen 1,2)
[8]12Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: 13Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. 14Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, 15dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet. 16Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde.17Und Gott sprach zu Noach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen habe.“ (Gen 9,12-17)
[9]„34Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, 35sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“ (Apg 10,28) Cfr DSD 302.1.3
[10]Vgl. Dokument von Santo Domingo (DSD 302.1.3)
[11]Hummes, Cardinal Cláudio. 1. Generalkongregation der Synode Amazon. Einführung des Generalberichterstatters. Rom: 07.10.2019. (B0782).
[12]Franziskus. Enzyklika Laudato Si’. Über die Sorge für das Gemeinsame Haus. Libreria Editrice Vaticana. Rom: 24.05.2015. [236].
[13]Benedikt XVI. Homilie. Eucharistiefeier am Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Libreria Editrice Vaticana. Rom: 15.06.2006. S. 2.
[14]Franziskus. [LS 236].
[15]Johannes Paul II. Enzyklika Ecclesia de Eucharistia. Libreria Editrice Vaticana. Rom: 17.04.2003. [8].
[16]Franziskus. [LS 236].

Sonntag, 20. Oktober 2019

Amazonien-Bischöfe schließen neuen Katakombenkpakt


Deutsche Fassung von ©AMK-PlattformBeloMonte
Katakombenpakt für unser gemeinsames Haus - für eine arme, dienende, prophetische und samaritanische Kirche mit amazonischem Antlitz

Deutsche Übersetzung von VaticanNews, 21.10.2019
Katakombenpakt für das Gemeinsame Haus
Für eine Kirche mit einem amazonischem Gesicht, arm und dienend, prophetisch und samaritanisch

Deutsche Fassung von Misereor und Adveniat als PDF


VaticanNews, 20.10.2019
Amazonien-Bischöfe schließen neuen Katakombenkpakt
Mehr als 40 Bischöfe aus Amazonien haben an diesem Sonntagmorgen in Rom einen neuen Katakombenpakt für Ökologie sowie eine arme und inklusive Kirche geschlossen. In den Domitilla-Katakomben feierten sie frühmorgens eine Eucharistiefeier und unterzeichneten eine gemeinsame Verpflichtung in 15 Punkten.

Angesichts der extremen Bedrohung der Erderwärmung und der Erschöpfung natürlicher Ressourcen gelobten die Bischöfe, auf eine ganzheitliche Ökologie zu drängen, einen nüchternen Lebensstil zu pflegen und den Bund Gottes mit seiner gesamten Schöpfung zu erneuern. Teil des Paktes ist darüber hinaus eine erneuerte Option für die Armen, vor allem für die Urbevölkerung Amazoniens, sowie das Verurteilen jeder Form von Gewalt gegen sie. Die Bischöfe verpflichteten sich auch, in der Kirche „einen synodalen Lebensstil“ einzuführen, sodass Vertreter der Indigenen, Missionarinnen und Missionare, Laien beiderlei Geschlechts Simme und Wahlrecht in allen Ebenen der Gemeindeleitung haben. Die zahlreichen in der Kirche engagierten Frauen sollten in den Diensten, die sie bereits ausüben, anerkannt werden, und ein „geeignetes Amt weiblicher Gemeindeführung“ gefunden werden.

Heuptzelebrant beim Gottesdienst in der Katakombenkirche war der brasilianische Kardinal Claudio Hummes, Generalrelator der seit zwei Wochen tagenden Amazonien-Synode. In der Apsis saßen dichtgedrängt 35 konzelebrierende Bischöfe, darunter Erwin Kräutler und Johannes Bahlmann, in den Bänken rund zehn weitere Bischöfe sowie Synodenteilnehmer und andere Gäste. Insgesamt feierten rund 200 Gläubige den Gottesdienst mit, der in freudiger Atmosphäre stattfand.

Die Aktion schließt sich an den sogenannten Katakombenpakt von 1965 an. Dabei verpflichteten sich zum Ende des II. Vatikanischen Konzils rund 40 daran teilnehmende Bischöfe bei einem Gottesdienst in den Domitilla-Katakomben auf eine Kirche der Armen. Eine zentrale Figur unter ihnen war Dom Helder Camara, Erzbischof von Recife. Eine Stola des 1999 verstorbenen brasilianischen Bischofs spielte auch beim Gottesdienst von diesem Sonntag eine Rolle. Kardinal Hummes legte das liturgische Gewandstück zum Ende des Gottesdienstes symbolisch dem asutro-brasilianischen Bischof Kräutler an. Die Amazonien-Synode, in deren Rahmen der neue Katakombenpakt steht, sei ein Produkt des Konzils, sagte Hummes in seiner Predigt. Jede Reform der Kirche inspiriere sich an der Urkirche. Der Boden der Katakombe sei „heilige Erde“, weil die Angehörigen der frühchristlichen Gemeinde Roms hier bestattet seien.

Unter den Konzelebranten waren unter anderem die brasilianischen Bischöfe Roque Paloschi und Wilmar Santin, ihr peruanischer Mitbruder Gilberto Alfredo Vizcarra Mori SJ sowie der kolumbianische Indigenenbischof Medardo de Jesús Henao Del Río. Die beiden deutschen Priester Pirmin Spiegel von Misereor sowie Michael Heinz von Adveniat sowie die deutsche Ordensfrau Birgit Weiler, alle drei Gäste der Synode, nahmen ebenfalls an dem Gottesdienst zum neuen Katakombenpakt teil. Aus der Kurie war der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung, Erzbischof Rino Fisichella, vertreten, der allerdings nicht konzelebrierte.

Kathpress, 20.10.2019
Bischöfe unterzeichnen von Kräutler initiierten Katakomben-Pakt
Mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet verpflichten sich in Rom zum Schutz der Menschen in Amazonien, zu einer synodalen Kirche mit mehr Anerkennung und Verantwortung für Nicht-Kleriker sowie einem persönlich einfachen und nachhaltigen Lebensstil - Kardinal Hummes überreicht Bischof Kräutler Stola von Erzbischof Helder Camara

Domradio.de, 20.10.2019
Über 40 Bischöfe Amazoniens unterzeichnen Katakomben-Pakt
Selbstverpflichtung zum Schutz des Amazonasgebietes
Im Sinne der Verpflichtung gegenüber dem Bund Gottes und seiner ganzen Schöpfung verschreiben sich die Bischöfe einer "integralen Ökologie" im Amazonasgebiet und einem "einfache Lebensstil".

VaticanNews, 20.10.2019
Synodenblog, Tag 15: Der Katakomben-Pakt
Der deutsch-brasilianische Bischof Johannes Bahlmann führt während der Amazonien-Synode Tagebuch für uns. Bahlmann ist Franziskaner, stammt aus Visbek im Bistum Münster und ist seit 2009 Bischof von Óbidos mitten im Amazonas.

Kardinal Hummes überreicht Bischof Kräutler die Stola von Dom Helder Camara. (Quelle: Erbacher)
ZDF-Papstgeflüster, 20.10.2019
Ein neuer Katakombenpakt
Um den Altar versammelten sich dicht gedrängt etwa 40 Bischöfe, die an der Synode teilnehmen, darunter die Kardinäle Cláudio Hummes und Pedro Barreto sowie Bischof Erwin Kräutler. Dom Cláudio als Hauptzelebrant hatte über sein grünes Messgewand eine schlichte weisse Stola gelegt, die damals im Jahr 1965 Dom Hélder Câmara aus Recife trug. Am Ende der Hl. Messe legte Dom Cláudio just diese Stola in sehr brüderlicher und emotionaler Weise auf die Schultern von Dom Erwin – als Anerkennung seiner langjährigen Verdienste für Amazonien und die indigenen Völker.



VaticanNews, 20.10.2019
Un grupo de padres sinodales renueva el "Pacto de las catacumbas
Siguiendo los pasos de algunos padres del Conciliares en 1965, un grupo de participantes en el Sínodo fue a las Catacumbas de Domitila para reafirmar la opción preferencial por los pobres.

VaticanNews, 20.10.2019
Grupo de padres sinodais renova o "Pacto das Catacumbas"
Seguindo os passos de alguns dos Padres conciliares, em 1965, um grupo de participantes no Sínodo sobre a Amazônia foi às Catacumbas de Domitilla para reafirmar a opção preferencial pelos pobres.

VaticanNews, 20.10.2019
A group of Synod Fathers renews the “Pact of the Catacombs”
Following in the footsteps of some of the Council Fathers in 1965, a group of participants in the Synod on the Amazon goes to the Catacombs of Domitilla to reaffirm the preferential option for the poor.

CNBB, 20.10.2019
Grupo de padres sinodais renova o “Pacto das Catacumbas” com foco na Ecologia Integral

PACTO DAS CATACUMBAS PELA CASA COMUM (Português)
Por uma Igreja com rosto amazônico, pobre e servidora, profética e samaritana

Pacto de las Catacumbas por la Casa Común (Español)
Por una Iglesia con rostro amazónico, pobre y servidora, profética y samaritana