Donnerstag, 14. April 2016
Memminger Freiheitspreis für Bischof Erwin Kräutler
Memminger Rathausinformation, 14.4.2016
Bischof Erwin Kräutler erhält Memminger Freiheitspreis
Katholischer Geistlicher setzt sich für einfache Bevölkerung in Lateinamerika ein - Verleihung am 25. September - Laudatio hält Landesbischof Prof. Dr. Bedford-Strohm
Der katholische Bischof Dr. Erwin Kräutler, der seit über 50 Jahren in Brasilien lebt, soll mit dem Memminger Freiheitspreis ausgezeichnet werden. Dies gab Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger bei einer Pressekonferenz im Memminger Rathaus bekannt. Kräutler nimmt die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung am 25. September 2016 in Memmingen entgegen. Die Laudatio wird der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, halten.
„Bischof Kräutler hat den Freiheitsgedanken verinnerlicht. Er setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte der einfachen Bevölkerung in Lateinamerika ein“, begründete Oberbürgermeister Holzinger die Entscheidung der Jury. Erwin Kräutler stammt aus Vorarlberg. Er ging 1965 als Seelsorger der Kongregation der Missionare vom Heiligen Blut ins Amazonasgebiet. 1980 wurde er zum Bischof der Diözese Xingu berufen, die flächenmäßig ungefähr so groß wie Deutschland ist, Anfang dieses Jahres ist der 76-Jährige emeritiert. Bischof Kräutler wurde zu einem der wichtigsten Fürsprecher im Ringen um die grundlegenden Rechte der indigenen Bevölkerung in Brasilien. In der Öffentlichkeit tritt er gegen politische, soziale und ökologische Missstände auf. Der Bischof drängt zum Bewusstseinswandel sowohl in Lateinamerika wie in den westlichen Industrienationen.
„Die 12 Bauernartikel basieren auf einem geistlichen Fundament. Die Bauern wollten ein freies, selbstbestimmtes, auf Gott gegründetes Leben führen“, erklärte Stadtrat Herbert Müller, Vorsitzender des Kuratoriums „Memminger Freiheitspreis 1525“. Genau dafür setze sich auch Bischof Kräutler in Lateinamerika ein.
„Ich freue mich, dass Bischof Kräutler den Preis bekommt“, betonte der frühere Dekan Kurt Kräß, der die Entscheidung über den Preisträger mitgetragen hat, die im Juli vergangenen Jahres getroffen wurde. „Bischof Kräutler ist ein Mann der einfachen Leute und ein prominenter Vertreter der Befreiungstheologie. Er verkörpert den Originalton der Bauernregeln“, führte Kräß aus.
Seit dem Jahr 2005 wird der „Memminger Freiheitspreis 1525“ für Verdienste um Freiheit, Recht und Gerechtigkeit zuerkannt. Den mit 15 000 Euro dotiertenPreis stiftet der Memminger Unternehmer Fritz Brey. Nach der ersten Preisvergabe an den ehemaligen ungarische Außenminister Dr. Gyula Horn folgte im Jahr 2009 der deutsche Schriftsteller und Autor Reiner Kunze und 2013 die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai. Mit der Erinnerung an das Bauernkriegsjahr 1525 soll das Erbe der in Memmingen von den aufständischen Bauern verfassten zwölf Bauernartikel wachgehalten werden. Dieser Forderungskatalog gilt heute als erste Formulierung von Grund- und Menschenrechten auf deutschem Boden.
Die Lokale, 14.4.2016
"Ein Mann der einfachen Leute": Memminger Freiheitspreis geht an Bischof Dr. Erwin Kräutler
Memmingen (as). Wo die diesjährige Vergabe des Memminger Freiheitspreises stattfindet, ist noch unklar, da die Martinskirche bis auf Weiteres renoviert wird. Aber wer ihn erhält, steht bereits fest: Der katholische Bischof em. Dr. Erwin Kräutler wird die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung am 25. September 2016 in Memmingen entgegennehmen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, besonders für den Bischof, der seit über 50 Jahren in Brasilien lebt.
„Memminger Freiheitspreis 1525"
Mittwoch, 13. April 2016
Schmiergelder im Ausschreibungsprozess von Belo Monte
| Präsidentin Dilma Rousseff 2014 beim offiziellen Besuch der Baustelle von "Belo Monte". Foto: Sala de Imprensa, CC BY-NC 2.0. |
Schmiergeld-Gau bei Mega-Staudamm Belo Monte
Der Staudamm Belo Monte geht ans Netz. Jahrelang hatten Umweltschützer gegen das Mega-Projekt protestiert. Jetzt könnten neue Enthüllungen über Mauscheleien bei der Finanzierung Präsidentin Rousseff das Amt kosten.
Es hätte eigentlich eine gute Nachricht für die von Korruptionsskandalen gebeutelte brasilianische Regierung sein sollen. Nach sechs Jahren Bauzeit geht Belo Monte, der drittgrößte Staudamm der Welt und Vorzeigeprojekt von Präsidentin Dilma Rousseff, in diesen Tagen stufenweise ans Netz. Neue Enthüllungen um millionenschwere Schmiergeldzahlungen bringen Rousseff nun jedoch in Erklärungsnot. Die Präsidentin steckt ohnehin gerade mitten in einem Amtsenthebungsverfahren.
Jahrelang hatten Umweltschützer, allen voran der österreichische Amazonas-Bischof Erwin Kräutler, gegen die Aufstauung des Xingu-Flusses in Ost-Amazonien gekämpft. Dank zahlreicher juristischer Schritte konnte die Inbetriebnahme so um rund ein Jahr verzögert werden. Doch im Februar starteten die ersten Turbinen schließlich ihren Testlauf, Anfang April begann der Betreiber damit, Strom in das nationale Leitungsnetz einzuspeisen. Nun sollen im Zwei-Monats-Rhythmus nach und nach alle Turbinen angeworfen werden, bis im Jahr 2019 die maximale Kapazität von 11.233 Megawatt erreicht wird.
Staudamm für den Umweltschutz
Das Projekt wird von der Regierung als Beitrag zum Umweltschutz gepriesen. Eine Position, die Bischof Kräutler stets heftig kritisierte. "Was ist daran saubere Energie, wenn dort ganze Völker draufgehen?" Rund 500 Quadratkilometer Urwald werden durch den Damm überflutet, auch Indigenen-Gebiete sind bedroht. Rund 40.000 Indigene verlieren ihre Heimat. Zahlreiche Sozialauflagen, die die ökologischen und sozialen Folgen des Projektes abfedern sollen, sind von den Betreibern immer noch nicht umgesetzt worden.
Dass Belo Monte trotzdem ans Netz gehen darf, ist für die Umweltaktivisten der Beweis, dass sich die Regierung Rousseff bei der Umsetzung ihres Entwicklungsplanes für die Amazonasregion nicht um die Belange der dort lebenden Menschen schert. Immer wieder hatten sie auf die in der Verfassung vorgesehenen öffentlichen Anhörungen der Bewohner bestanden. Doch Regierung und Betreiber ließen sich nicht dazu bewegen.
Schmiergelder für Regierungsparteien
Nun beschert Belo Monte zur Abwechslung auch der Regierung in Brasilia Unbehagen. Schmiergelder in Höhe von 150 Millionen Reais, rund 40 Millionen Euro, sollen die beiden Regierungsparteien PT und PMDB insgesamt im Ausschreibungsprozess von den Betreibern erhalten haben. Dies erklärten Manager der betroffenen Baufirmen in Kronzeugenaussagen. Gegen die Unternehmer wird im Rahmen des Korruptionsskandals um den halbstaatlichen Energieriesen Petrobras ermittelt.
Das Schmiergeld, das ein Prozent der ursprünglichen Projektsumme von 15 Milliarden Reais ausmacht, soll zu gleichen Teilen, also je 75 Millionen Reais, an die PMDB von Vize-Präsident Michel Temer und an Rousseffs Arbeiterpartei PT verteilt worden sein. Pikant: Teile der Summe wurden in Form von Wahlkampfspenden an die PT weitergereicht, etwa für Rousseffs ersten Präsidentschaftswahlkampf 2010 sowie ihre Wiederwahl Ende 2014.
Legal verbuchte Spenden
Die PT beeilte sich zu betonen, dass die Spenden legal verbucht worden seien; dass die Gelder eventuell aus illegalen Quellen stammten, sei nicht bekannt gewesen. Sollte jedoch bewiesen werden, dass Rousseff oder ihre Wahlkampfleitung Bescheid wusste, könnte dies sie und Vize Temer das Amt kosten. Brasiliens Oberstes Wahlgericht TSE hat bereits ein Verfahren gegen das damalige Kandidatenpaar Rousseff-Temer eröffnet. Zwar gab das Gericht zuletzt an, erst 2017 zu einer Entscheidung zu kommen. Die jüngsten Kronzeugenaussagen könnten dem Prozess aber neuen Schwung geben.
Fraglich ist indes, ob ein Prozess gegen Rousseff überhaupt noch nötig sein wird. Derzeit berät der Kongress über ihre Amtsenthebung. Sie soll 2015 gegen Haushaltsgesetze verstoßen haben. Vize Temer und seine PMDB-Partei haben bereits die Regierung verlassen. Ohne sie könnten Rousseff die nötigen Stimmen fehlen, um ihre Amtsenthebung zu verhindern. Bereits Anfang Mai könnte so ihr Vize Temer die Amtsgeschäfte übernehmen.
Freitag, 8. April 2016
Dom João Muniz nimmt an der Bischofskonferenz teil
Schon bald nach seiner Amtseinführung in Altamira reiste Dom João Muniz zur 54. Vollversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz nach Aparecida-SP., die von 6.-15 April dauern wird. Ein Schwerpunkt dabei wie das Thema "Barmherzigkeit und Gerechtigkeit" sein.
CNBB - 54ª Assembleia Geral
Donnerstag, 7. April 2016
Indios besetzen Sitz von Norte Energia
An die 100 Indigene mehrerer vom Staudamm Belo Monte betroffener Völker protestierten am Dienstag (5.4.) vor dem Sitz von Norte Energie, dem Betreiberkonsortium für das Kraftwerk Belo Monte, in Altamira, um gegen die säumige Umsetzung der Umweltauflagen. Infrastrukturelle Einrichtungen seien nicht gemacht worden, Schulen und Gesundheitszentren würden fehlen, und die Häuser, die in manchen Siedlungen gebaut wurden, seien nicht fertig oder schon wieder kaputt.
Da sie den Tag über vergeblich auf den Direktor des Unternehmens, José Anchieta, gewartet hatten, brachen sie den Zaun und die Eingangstür auf, um das Gebäude zu besetzen. Die privaten Sicherheitskräfte und die Militärpolizei, die vor Ort waren, schritten nicht ein.
Am Mittwoch wurden die Indios über richterliche Verfügung aufgefordert, das Gebäude binnen 24 Stunden freiwillig zu verlassen. Sie unterzeichneten jedoch das Papier nicht und weigerten sich zu gehen, ohne dass über die vorgebrachten Kritikpunkte verhandelt worden wäre.
O Globo, 06/04/2016
Justiça determina reintegração do prédio da Norte Energia, em Altamira
Determinação foi dada a partir de pedido da empresa à Justiça.
Índios disseram que não avançaram na negociar e permanecem no prédio.
O Globo, 06/04/2016
Índios decidem manter ocupação de prédio da Norte Energia no Pará
Lideranças alegam que construtora de Belo Monte descumpre medidas.
Caciques recusaram proposta feita por superintendente da empresa.
O Globo, 05/04/2016
Índios protestam e ocupam prédio da Norte Energia no Pará
Lideranças querem explicações para atraso em benefício para aldeias.
Indígenas foram proibidos de entrar em prédio e reagiram quebrando portas.
Globo-TV, 6.4.2016
Índios ocupam sede de empresa responsável por construção da Belo Monte, no PA
Da sie den Tag über vergeblich auf den Direktor des Unternehmens, José Anchieta, gewartet hatten, brachen sie den Zaun und die Eingangstür auf, um das Gebäude zu besetzen. Die privaten Sicherheitskräfte und die Militärpolizei, die vor Ort waren, schritten nicht ein.
Am Mittwoch wurden die Indios über richterliche Verfügung aufgefordert, das Gebäude binnen 24 Stunden freiwillig zu verlassen. Sie unterzeichneten jedoch das Papier nicht und weigerten sich zu gehen, ohne dass über die vorgebrachten Kritikpunkte verhandelt worden wäre.
O Globo, 06/04/2016
Justiça determina reintegração do prédio da Norte Energia, em Altamira
Determinação foi dada a partir de pedido da empresa à Justiça.
Índios disseram que não avançaram na negociar e permanecem no prédio.
O Globo, 06/04/2016
Índios decidem manter ocupação de prédio da Norte Energia no Pará
Lideranças alegam que construtora de Belo Monte descumpre medidas.
Caciques recusaram proposta feita por superintendente da empresa.
O Globo, 05/04/2016
Índios protestam e ocupam prédio da Norte Energia no Pará
Lideranças querem explicações para atraso em benefício para aldeias.
Indígenas foram proibidos de entrar em prédio e reagiram quebrando portas.
Globo-TV, 6.4.2016
Índios ocupam sede de empresa responsável por construção da Belo Monte, no PA
Sonntag, 3. April 2016
Dom João Muniz tritt sein Amt als Bischof am Xingu an
Am So, 3. April 2016 hat Dom João Muniz im Ginásio São Sebastião in Altamira sein Amt als neuer Bischof am Xingu angetreten. Vertreter aller Pfarren und Basisgemeinden der Prälatur sowie der Ordensgemeinschaften nahmen daran teil. Dom Alberto Taveira Corrêa, Erzbischof von Belém, überreichte ihm die Mitra und den Bischofsstab, bevor er zum Bischofssessel führte. Mit diesem Ritus wurde der bischöfliche Stuhl von Altamira in Besitz genommen und eine neue Ära für die Prälatur am Xingu kann beginnen.
Folgende Bischöfe und Erzbischöfe nahmen an der Zeremonie teil:
Dom Alberto Taveira Corrêa, Erzbischof von Belém
Dom José Belisário, Erzbischof von São Luiz MA
Dom Roque Paloschi, Erzbischof von Porto Velho
Dom Bernardo Johannes Bahlmann, Bischof von Óbidos
Dom Dominique Mare Jean Denis You, Bischof von Conceição do Araguaia
Dom Esmeraldo Barreto de Farias, Bischof von São Luis MA
Dom Flávio Giovenale, Bischof von Santarém
Dom Pedro Contti, Bischof von Macapá
Dom Teodoro Mendes Tavares, Bischof von Ponta de Pedras
Dom Wilmar Santin, Bischof von Itaituba
Dom Xavier Gilles de Maupeou d'Ableiges, Bischof em. von Viana MA
Weitere Fotos auf Facebook von
Wilson Soares de Oliveira
Prelazia do Xingu
Paróquia Santa Luzia
Santuário Nazaré
Comunidade São Miguel Arcanjo
Video vom Einzug von Dom João
Bericht von der Amtseinführung von Dom João auf ATM-TV-Jornal
Prelazia do Xingu, 5.4.2016
Missa de posse de Dom João Muniz Alves
A posse do novo Bispo do Xingu, Dom Frei João Muniz Alves, foi um acontecimento esperado com ansiedade pelo povo católico da Região, mesmo num dia chuvoso boa parte desse povo esteve presente, para dar boas vindas ao Dom João e também agradecer ao bispo Dom Erwin pela sua caminhada junto ao povo desta imensa prelazia.
Portal do Xingu, 3.4.2016
Missa marca posse de novo Bispo do Xingu
Freitag, 1. April 2016
Dom João Muniz kommt in Altamira an
Bei seiner Ankunft in Altamira am 1. April wurde Dom João Muniz von der Musikkapelle von Altamira, von Bischof Erwin Kräutler und vielen Gläubigen aus der Stadt herzlich empfangen.
Nachdem Bischof Kräutler altersbedingt seinen Rücktritt einreichen musste, wurde Dom João Muniz am 23.12.2015 von Papst Franziskus zum neuen Bischof am Xingu ernannt. Seine Weihe war am 5. März in São Luís. Mit seiner Ankunft in Altamira beginnt eine neue Ära der Kirche am Xingu.
Auch aus São Luís waren Angehörige der Pfarre São Miguel Arcanjo, in der Dom João tätig war, nach Altamira gekommen. Auf Facebook berichteten sie von der Reise und ihren Eindrücken in Altamira.
ATM-TV, 2.4.2016 - Video
TV-Cidade SBT, 1.4.2016
Bispo que vai assumir prelazia do Xingu já está em Altamira
Dom João Muniz desembarcou às 15h45 desta sexta-feira (01) em um voo comercial da Azul Linhas Aéreas, ele foi recepcionado por católicos. Dom João atendeu a imprensa e se disse mui grato, pelo carinho dos altamirenses. O Bispo Emérito do Xingu Dom Erwin Kräutler também esteve no aeroporto para receber Dom João Muniz, padres da cidade também participaram do ato receptivo.
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