Samstag, 7. Dezember 2019

Hauptzeuge im Fall P. Amaro Lopes ermordet


Der Hauptzeuge der Verteidigung von Pater José Amaro Lopes de Sousa, der die pastorale Arbeit der Missionarin Dorothy Stang in Anapu fortgesetzt hatte, wurde am Mittwoch (4.12.) auf einer Straße im Landesinneren von Pacajá-PA ermordet. Die Nationale Kommission der Landpastoral (CPT) bestätigte den Fall und veröffentlichte eine Erklärung.

Demnach sei das Opfer, Márcio Rodrigues dos Reis (33 Jahre) bereits des öfteren mit dem Tod bedroht und überfallen worden. Márcio hat als Motorrad-Taxifahrer gearbeitet und einen Anruf erhalten, um einen Passagier von Anapu in einen Seitenweg der benachbarten Stadt Pacajá zu bringen. Bevor sie das Ziel erreicht hatten, zückte der Passagier ein Messer und tötete ihn. Die Leiche wurde von Passanten gefunden, die auch die Polizei verständigten.

Márcio gehörte zu jener Gruppe von Siedlern, die auf der vom Bund enteigneten Fazenda Santa Maria (Parzelle 44 vom Gleba Bacajá)2016 angesiedelt werden sollten. Der Fazendeiro Silvério Albano Fernandes widersetzte sich dem Urteil und es kam permanent zu Landkonflikten.

Márcio ist bereits das 15. Opfer in der Region von Anapu seit der Ermordung von Schwester Dorothy Stang im Februar 2005. In Brasilien sind 2019 insgesamt 25 Menschen bei Landkonflikten gestorben.


CPT, 06 de dezembro de 2019
Principal testemunha de defesa do processo contra Padre Amaro é assassinada em Anapu (PA)
Marcio Rodrigues dos Reis, 33 anos, casado, pai de 04 filhas, foi assassinado na noite da última quarta-feira (04), em uma estrada vicinal entre os municípios de Anapu e Pacajá, no Pará. Ele estava trabalhando como mototaxista e foi chamado para levar um passageiro na zona rural. Antes de chegarem ao suposto destino, o passageiro pistoleiro desferiu um golpe de faca em seu pescoço, Marcio não teve como reagir e teve morte instantânea. Seu corpo foi localizado por pessoas que trafegavam pela vicinal e avisaram a polícia civil de Pacajá.

O Globo, 06/12/2019
Testemunha de defesa do religioso braço direito de Dorothy Stang é assassinado em emboscada no PA
O mototaxista Marcio Rodrigues dos Reis foi morto a facadas em uma estrada vicinal no sul do estado. Ele havia negado envolvimento de Padre Amaro em suposta ocupação da fazenda Santa Maria.

O Liberal, 6.12.2019
Mototaxista morto em Pacajá era principal testemunha de defesa de padre Amaro
Comissão Pastoral da Terra cobra investigação do Estado para elucidar crime

Agência Brasil, 6.12.2019
Testemunha de defesa de padre Amaro é assassinada em Anapu, no Pará
Pastoral da Terra afirma que vítima foi ameaçada de morte

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Nachruf auf Johann Baptist Metz

Deutschlandfunk, 4.12.2019
Der Mitleidende
Ein Jahrhunderttheologe ist tot. Johann Baptist Metz beschäftigte sich mit Fragen wie: Kann man nach Auschwitz noch beten? Wie politisch ist das Christentum? Er inspirierte die Befreiungstheologie Lateinamerikas. Bis heute sind seine Texte aktuell für katholische Reformdiskussionen.


Domradio, 03.12.2019
Stimmen zum Tod von Johann Baptist Metz Theologe von Weltrang
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet würdigt den im Alter von 91 Jahren verstorbenen Johann Baptist Metz als einen "Theologen von Weltrang" und eine starke Stimme in der Debatte um eine Theologie nach Auschwitz".


Katholisch.de, 3.12.2019
Begründer der "Neuen Politischen Theologie" wurde 91
Theologe Johann Baptist Metz gestorben
Er war Schüler von Karl Rahner, Begründer der "Neuen Politischen Theologie" und galt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Theologen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Jetzt ist Johann Baptist Metz im Alter von 91 Jahren gestorben.


Redaktion Feinschwarz, 3. Dezember 2019
Gottespassion und Compassion.
Zum Tod von Johann Baptist Metz

Am 2. Dezember 2019 ist Johann Baptist Metz im Alter von 91 Jahren in Münster gestorben. Mit ihm verliert die deutschsprachige Theologie einen Giganten. Als Begründer der Neuen Politischen Theologie hat er das Nachdenken über Gott mit dem Engagement für Gerechtigkeit und Solidarität verbunden. Mit ihm hat sich das Jahr 1968 in den deutschen Katholizismus, die europäische Theologie sowie in die Weltkirche eingeschrieben. Ein Nachruf von Edmund Arens.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Bolsonaro wirft DiCaprio Unterstützung von Brandstiftung in Amazonien vor


ORF, 1.12.2019
Amazonas-Brände
DiCaprio bietet Bolsonaro die Stirn
Nur kurz vor Beginn der internationalen Klimakonferenz in Madrid (COP25) hat Hollywood-Schauspieler und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio am Samstag Vorwürfe von Brasiliens ultrarechtem Staatschef Jair Bolsonaro zurückgewiesen, wonach er die Verantwortung für einige der jüngsten Waldbrände im Amazonas-Gebiet tragen soll.

Bolsonaro hatte am Freitag gesagt, DiCaprio habe Umweltschutzgruppen finanziell unterstützt, die Feuer im Amazonas-Regenwald gelegt hätten. „Obwohl sie es verdient hätten, unterstützt zu werden, haben wir die attackierten Organisationen nicht gesponsert“, erklärte DiCaprio auf Instagram. Bolsonaro hatte dem Schauspieler vorgeworfen, „hinter den Bränden im Amazonas zu stecken“.

So habe DiCaprio eine halbe Million Dollar (450.000 Euro) an eine Umweltschutzorganisation gespendet, die selbst Brände im Amazonas-Regenwald verursacht hätte, um Spenden einzutreiben, sagte Bolsonaro am Freitag. Belege für die Behauptung lieferte der Staatschef nicht. DiCaprio wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Zukunft der „unersetzlichen Ökosysteme“ im Amazonas-Regenwald stehe auf dem Spiel. „Ich bin stolz darauf, an der Seite jener Gruppen zu stehen, die sie beschützen“, fügte er hinzu.

Freiwillige Feuerbrigade im Mittelpunkt des Streits

„Was haben die NGO-Leute getan? Was ist einfacher? Lege ein Feuer, mache Fotos, filme, starte eine Kampagne gegen Brasilien, kontaktiere Leute wie Leonardo DiCaprio. und Leonardo DiCaprio gibt dir 500.000 Dollar“, hatte Bolsonaro gesagt. „Ein Teil ging an die Leute, die Feuer gelegt haben, stimmt’s? Leonardo DiCaprio hat mit den Bränden im Amazonas-Gebiet etwas zu tun.“

In dem Streit ging es vor allem um die freiwillige Feuerbrigade Alter do Chao, welche die Feuerwehr im brasilianischen Bundesstaat Para seit dem vergangenen Jahr im Kampf gegen die häufigen Waldbrände unterstützt. Kürzlich warf die Regionalpolizei einigen Mitgliedern der Organisation vor, Waldflächen in Brand gesetzt zu haben, um so internationale Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu erzeugen. Am Dienstag waren vier Alter-do-Chao-Aktivisten in Zusammenhang mit den Vorwürfen festgenommen worden, zwei Tage später wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass es keinerlei Grundlage für diese Vorwürfe gebe.

Auch WWF attackiert

Bolsonaros Sohn Eduardo legte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter noch einmal gegen den DiCaprio nach. „Leonardo DiCaprio hat 300.000 Dollar an eine NGO gespendet, die im Amazonas-Gebiet Feuer gelegt hat“, schrieb der Abgeordnete. „WWF hat 70.000 Dollar für Fotos des brennenden Waldes gezahlt.“

Die Umweltschutzorganisation WWF wies die Vorwürfe zurück. „Korruption war und ist die Hauptursache für die Zerstörung des Amazonas-Gebiets, für Landraub, Gewalt gegen lokale Gemeinschaften und indigene Völker, illegale Aktivitäten und Holzdiebstahl“, hieß es in einer Stellungnahme. „Was wir von der Regierung erwarten, ist der Mut, das Problem der Brandstiftung und der Bodenspekulation anzugehen.“ Angesichts der verheerenden Brände hatte DiCaprio im August über seine Earth Alliance fünf Millionen US-Dollar für den Schutz des Regenwaldes in Brasilien und die Unterstützung der indigenen Gemeinschaften in der Region zugesagt.

Kritiker: Bolsonaro ermuntert zu Brandrodung

Bolsonaros Regierung war wegen ihrer Umweltpolitik international in die Kritik geraten. Die heftigen Waldbrände in der Trockenzeit hatten auf der ganzen Welt für Bestürzung besorgt. Bolsonaro sieht den Regenwald vor allem als wirtschaftliches Potenzial und will mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen.

Bolsonaro hatte bereits zuvor Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vorgeworfen, die Brände gelegt zu haben, um mit Hilfe der dramatischen Bilder dann mehr Spendengelder einsammeln zu können. Kritiker werfen ihm vor, Holzfäller und Farmer zur Abholzung und Brandrodung zu ermutigen.

BR24, 30.11.2019
Bolsonaro: DiCaprio schuld an Waldbränden in Brasilien
Mit einer gewagten These geht der brasilianische Präsident Bolsonaro gegen den Hollywood-Star DiCaprio vor. Sein Vorwurf: Der Oskar-Preisträger sei für die jüngsten Brände im Amazonasregenwald verantwortlich. Beweise liefert Bolsonaro indes nicht.

BBC-Brasil, 30 novembro 2019
Acusação sem provas contra DiCaprio gera críticas e piadas contra Bolsonaro
A acusação que o presidente Jair Bolsonaro fez ao ator americano e ambientalista Leonardo DiCaprio levou o presidente brasileiro a ocupar espaço na imprensa internacional. A declaração também virou motivo de críticas e piadas nas redes sociais.

Jornal da Globo, 30 Nov 2019
Presidente Bolsonaro acusa Leonardo DiCaprio de financiar queimadas criminosas na Amazônia
As declarações de Bolsonaro repercutiram dentro e fora do Brasil. Bolsonaro voltou a dizer que ONGs estariam por trás de incêndios criminosos e citou o ator norte-americano DiCaprio como um dos financiadores das ações.

Jornal da Globo, 1 Dez 2019
Leonardo DiCaprio reage às acusações de Jair Bolsonaro sobre incêndios na Amazônia
Em nota, o ator americano disse que embora merecessem, não financiou nenhum das ONGs investigadas pela polícia do Pará por envolvimento em incêndios florestais.