Freitag, 30. September 2016

Bischof Erwin Kräutler am 29.9. in Mondsee

Bischof Erwin Kräutler hielt am Donnerstag, dem 29. September um 20:00 Uhr im Pfarrsaal in Mondsee einen Vortrag entsprechend dem Titel seines Buches "Habt Mut".

Zuvor feierte er gemeinsam mit Pfarrer Dr. Ernst Wageneder um 18.30 Uhr in der Basilika St. Michael in Mondsee einen Gottesdienst, musikalisch gestaltet vom Vokalensemble der Kantorei St. Michael Mondsee unter Leitung von Gottfried Holzer-Graf.

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Weitere Infos zur Veranstaltung bei Tyrolia.at

Amnesty-Gruppe Mondseeland

Pfarre Mondsee


Dienstag, 27. September 2016

Leonardo Boff über Schöpfung und Zukunft der Kirche

Der Theologe und frühere Franziskaner Leonardo Boff 

KURIER, 26.9.2015"Belastbarkeit des Planeten erreicht"
Der bekannte Befreiungstheologe Leonardo Boff über die Schöpfung und die Zukunft der katholischen Kirche.

Er ist eine der Ikonen der sogenannten Befreiungstheologie. Jener Art des christlichen Diskurses und Handelns, mit der sich katholische Priester, Bischöfe und auch Kardinäle vor allem in Lateinamerika seit den 1960er-Jahren radikal auf die Seite der Armen und Ausgegrenzten gestellt haben. Einer der großen Denker dieser libertären Theologie ist der Brasilianer Leonardo Boff, 77. Mit seinen fundierten Texten goss er die gelebte Praxis der Basisgemeinden in ein theologisches Gedankengebäude.

Dafür wurde er vom damaligen Papst Johannes Paul II. und dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation in Rom, Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., 1985 zu einem einjährigen "Bußschweigen" verdammt und später zum Austritt aus dem Franziskanerorden gedrängt. Doch mundtot ließ sich der Theologe nicht machen. Das bewies der kritische Geist auch im Gespräch mit dem KURIER, der ihn im brasilianischen Petropolis, eine gute Autostunde von Rio de Janeiro entfernt, in seinem Haus besuchte.

Montag, 26. September 2016

Bischof Erwin Kräutler mit Memminger Freiheitspreis geehrt


Kathpress, 25.09.2016
Bischof Kräutler mit Memminger Freiheitspreis geehrt
Erwin Kräutler (77), langjähriger Bischof der brasilianischen Amazonasdiözese Xingu, hat den mit 15.000 Euro dotierten "Memminger Freiheitspreis 1525" erhalten. Der aus Vorarlberg stammende Ordensmann nahm die Auszeichnung am Sonntag in Memmingen aus den Händen von Oberbürgermeister Ivo Holzinger (SPD) entgegen. Kräutler gilt als einer der wichtigsten Kämpfer für die Rechte indigener Völker in Lateinamerika sowie für den Schutz des Regenwaldes.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nannte Kräutler in seiner Laudatio ein Vorbild für die Verwirklichung von Recht und Gerechtigkeit. Der Amazonas-Bischof habe sich mutig und wirksam für die Landlosen in Brasilien, die Indios sowie für den Urwald in Amazonien eingesetzt. Er sei auch für viele Protestanten eine "Quelle der Inspiration". Als Vertreter der Befreiungstheologie habe er ihm persönlich wesentliche Anstöße gegeben, so der EKD-Ratschef, der selbst in Memmingen geboren wurde und dort einen Teil seiner Kindheit verbracht hatte.

Das Verlangen nach Recht und Gerechtigkeit der Memminger Bauern, an die die Auszeichnung erinnert, gelte bis heute; es stehe allen zu, "ob Mann, ob Frau, ob weiß oder Indio, ob reich oder arm", betonte Bedford-Strohm. Die Christen seien in der tätigen Nächstenliebe weit über die Konfessionsgrenzen hinaus vereint. "Wenn wir uns als Kirchen in Deutschland in diesen Tagen für Geflüchtete, Notleidende oder Arme einsetzen, dann stoßen wir damit auch auf Widerspruch. Wir können aber gar nicht anders", so bayerische Landesbischof.

Das Engagement für die Schwachen sei eine Konsequenz der "untrennbaren Verbindung von Gottesliebe und Nächstenliebe", die den Kern des christlichen Glaubens ausmache, fügte Bedford-Strohm hinzu. Dies gelte jenseits der politischen Diskussionen um die konkrete Umsetzung der damit verbundenen Impulse.

Kräutler erinnerte in seinen Dankesworten, dass im frühen 16. Jahrhundert, zur Zeit der Abfassung der Memminger Artikel, für die Indios in Brasilien die "Zeit des Leidens und des Schmerzes" begonnen habe. Sie seien über Jahrhunderte hinweg ausgegrenzt, verfolgt und getötet worden. "Sieben Millionen Menschen wurden zu 300.000", beklagte der emeritierte Bischof. Er verwies auf Bestrebungen im brasilianischen Nationalkongress, die inzwischen in der Verfassung verankerten Rechte der indigenen Völker wieder zu beschneiden. "Unser Kampf geht weiter."

Preis erinnert an "Bauernartikel"

Der Memminger Freiheitspreis wird seit 2005 vergeben. Zu den Trägern der Auszeichnung gehörten der frühere ungarische Ministerpräsident Gyula Horn, der Schriftsteller Reiner Kunze und die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai. Der Preis erinnert an die im März 1525 von der Kramerzunft der damaligen Reichsstadt abgefassten "Zwölf Bauernartikel", die beider Preisverleihung an Kräutler verlesen wurden. Sie gelten als erste demokratische Verfassungsurkunde auf deutschem Boden. In den Artikeln werden Grund- und Menschenrechte gefordert und formuliert, wie sie in Deutschland erst 300 Jahre später in der Paulskirchenverfassung von 1848 wieder aufgenommen wurden.

Kräutler war bis zu seiner Emeritierung im Dezember 2015 Bischof von Xingu, der flächenmäßig größten Diözese in Brasilien. Er wurde 1939 in Vorarlberg geboren und ging 1965 als junger Ordenspriester nach Brasilien. 1981 übernahm er die Leitung der Diözese Xingu. Kräutler steht seit Jahren unter Polizeischutz, weil ihn die sogenannte Holzmafia mit dem Tod bedroht. Der Geistliche, Mitautor der päpstlichen Umwelt-Enzyklika "Laudato si", erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Alternativen Nobelpreis und den bayerischen Naturschutzpreis.


das Allgäu online, 25.09.2016
Memminger Freiheitspreis für Amazonas-Bischof Kräutler
Auszeichnung · Vor über 3000 Zuschauern hat Amazonas-Bischof Dr. Erwin Kräutler am Sonntagnachmittag den Memminger Freiheitspreis entgegengenommen. Die Verleihung fand auf dem Marktplatz statt. Redner würdigten den 77 Jahren alten Geistlichen als „vorbildhaften Streiter für Recht und Gerechtigkeit“.

Kräutler prangerte immer wieder politische, soziale sowie wirtschaftliche Ungerechtigkeiten in Brasilien an und setzte sich für die Rechte der indigenen Völker und gegen die Ausbeutung Amazoniens ein. Der Memminger Freiheitspreis soll die Erinnerung wach halten an die in Memmingen verfassten Zwölf Bauernartikel von 1525. Sie sind der erste Grundrechtskatalog der deutschen Geschichte. Mit dem Preis werden Personen gewürdigt, die sich für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit einsetzen. Er wird in der Regel alle vier Jahre vergeben und ist mit 15000 Euro dotiert.

Bilderstrecke: 18 Bilder
Memminger Freiheitspreis 1525 - Festakt auf dem Marktplatz an Bischof Dr. h.c. Erwin Kräutler C.PP.S - Auftritt Tanzgruppe des Bernhard-Striegel-Gymnasiums Memmingen


Information aus dem Rathaus Memmingen, 26.9.2016
Würde und Freiheit für alle Menschen
Bischof Erwin Kräutler erhält Memminger Freiheitspreis von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger – Laudator Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm


Die Lokale für Memmingen und Umgebung, 26.9.2016
„Habt Mut!“ - Memminger Freiheitspreis an Amazonas-Bischof Erwin Kräutler verliehen
Memmingen (as). Bei strahlendstem Festtagswetter überreichte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger dem kürzlich emeritierten Amazonas-Bischof Dr. h.c. Erwin Kräutler den Memminger Freiheitspreis vor etwa tausend Zuschauern auf dem Memminger Marktplatz. Die Laudatio auf den Geistlichen, der seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Freiheit in Lateinamerika kämpft, hielt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.


Adveniat, 26.9.2016
„Amazonasbischof“ Erwin Kräutler erhält Memminger Freiheitspreis


Memmingen sind wir, 23. September 2016
Memminger Freiheitspreis – Interview über und Fragen an Preisträger Bischof Erwin Kräutler
Bischof Erwin Kräutler ist gebürtiger Vorarlberger und auch in Memmingen kein Unbekannter. Er hat hier Gottesdienste gehalten, war Festprediger beim Patrozinium in Sankt Josef und hat die Firmung gespendet. Immer wieder konnte man sein Engagement für die indigenen Völker Lateinamerikas oder sein Eintreten für die Schöpfung auch in den Medien verfolgen.
Nun erhält Bischof Kräutler den „Memminger Freiheitspreis 1525“ – Grund genug nachzufragen, was er für ein Mensch ist, wie er denkt, wie er handelt, was ihm wichtig ist.
Alexandra Wehr, Pressesprecherin der Stadt Memmingen und Stadtarchivar Christoph Engelhard haben in Maria Baumgärtle mit Pater Alois Schlachter gesprochen, dem Rektor des Missionshauses der Missionare vom Kostbaren Blut (CPPS), einer Kongregation, der auch Bischof Kräutler angehört.

Mittwoch, 31. August 2016

Brasiliens Präsidentin endgültig abgesetzt


ORF, 31.8.2016
„Putsch“: Rousseff weist Vorwürfe zurück
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff ist des Amtes enthoben worden. Der Senat in Brasilia votierte am Mittwoch mit einer Zweidrittelmehrheit für die Absetzung der ersten Frau an der Spitze des fünftgrößten Landes der Welt. Rousseff wurden Trickserien zur Schönung des Defizits und nicht vom Kongress genehmigte Kreditvergaben vorgeworfen - sie wies die Vorwürfe zurück und spricht von einem „Putsch“. Das Land steht nun nach 13 Jahren Regierung unter Führung der linksgerichteten Arbeiterpartei vor einem Richtungswechsel.

ORF, 1.9.2016
Diplomatische Spannungen in Südamerika
Die Absetzung von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff führt zu einer diplomatischen Eiszeit mit mehreren südamerikanischen Staaten. Venezuela, Ecuador und Bolivien stuften die Absetzung als „Putsch“ ein und beorderten ihre Botschafter aus Brasilien zurück. Im Gegenzug zog Brasilien seine Botschafter aus diesen drei Ländern zurück.

Tagesschau, 31.08.2016
Rousseff verliert den Machtkampf
Sie hat erbittert um ihr Amt gekämpft - am Ende hat Brasiliens suspendierte Präsidentin Dilma Rousseff doch verloren. Der Senat in Brasilia stimmte für ihre Absetzung. Nachfolger wird ihr ehemaliger Verbündeter Michel Temer, der den Prozess gegen sie mit vorangetrieben hatte.

Der Standard, 31. August 2016
Brasilien: Senat enthebt Präsidentin Rousseff ihres Amtes
61 Senatoren stimmten für die Abberufung Dilma Rousseffs, 20 dagegen – Michel Temer wird Nachfolger

Zeit-Online, 31.8.2016
War es ein Putsch?
Brasiliens umstrittene Präsidentin ist von ihrem Amt enthoben worden. Die dafür vorgebrachten Gründe sind perfide – aber Dilma Rousseff trägt eine Mitschuld.

Tagesschau, 1.9.2016
Kommentar zur Absetzung
Rousseff hat politisch versagt
Mit Michel Temer übernimmt ein gerissener und eitler Hinterzimmer-Strippenzieher das Präsidentenamt in Brasilien. Doch wenn die abgesetzte Dilma Rousseff darüber lamentiert, macht sie es sich zu einfach. Sie habe politisch versagt.



O Globo, 31/08/2016
Dilma diz impeachment é segundo golpe de estado que enfrenta na vida
Senado aprovou nesta quarta, por 61 a 20, afastamento definitivo da petista.
Dilma fez pronunciamento a jornalista no Alvorada após decisão de senadores

Montag, 29. August 2016

Rousseff weist Amtsenthebungsverfahren als unberechtigt zurück

Tagesschau.de, 29.08.2016
Rousseff-Rede vor dem Senat
"Ich kämpfe für die Demokratie"
Das Amtsenthebungsverfahren gegen Brasiliens suspendierte Präsidentin Rousseff geht in die entscheidende Phase. Vor dem Senat wies sie noch einmal alle Vorwürfe zurück. Sie kämpfe nicht aus Eitelkeit um ihr Amt, sondern um die Demokratie zu verteidigen.


FAZ, 29.8.2016
Amtsenthebungsverfahren
Rousseff sieht Brasilien vor einem Staatsstreich
Brasiliens suspendierte Präsidentin wirft alle Vorwürfe gegen sich zurück. Vor dem Senat des Landes warnt sie vor einem Bruch der Demokratie.


Welt.de, 29-8-2016
Rousseff weist Amtsenthebungsverfahren als unberechtigt zurück
Brasiliens suspendierte Präsidentin wirft ihren Gegnern erneut "Putsch" vor


O Globo, 29.8.2016
Senado ouve a presidente abastada Dilma

Veja e leia a ÍNTEGRA do discurso de Dilma

Processo de Impeachment de Dilma em O Globo

Donnerstag, 18. August 2016

Bischof Erwin Kräutler erhält Memminger Freiheitspreis

Memminger Kurier, 17.08.16
Öffentliche Preisverleihung auf dem Marktplatz
Bischof Erwin Kräutler erhält Memminger Freiheitspreis
Memmingen - Der katholische Bischof Dr. Erwin Kräutler soll am 25. September mit dem „Memminger Freiheitspreis 1525“ ausgezeichnet werden. Der 77-jährige Geistliche war bis 2015 Bischof von Xingu, einer Diözese in Brasilien, die ungefähr so groß ist wie ganz Deutschland. Bischof Kräutler kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Freiheit in Lateinamerika.


Als Geistlicher stellt er sich an die Seite der indianischen Ureinwohner und setzt sich für den Erhalt des Amazonas-Urwalds ein. In Vorträgen und Predigten, auf Konferenzen und in vielen Gremien macht er auf den Überlebenskampf der indigenen Völker in Lateinamerika aufmerksam und prangert Ausbeutung und Zerstörung des Amazonas-Gebietes zu Zwecken der Energiegewinnung an. Bischof Kräutler gehört zur Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut, die auch in Maria Baumgärtle (Breitenbrunn) wirken.
Am Sonntag, 25. September, wird er um 15:30 Uhr auf dem Memminger Marktplatz den Freiheitspreis aus den Händen von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger entgegennehmen. Die Laudatio wird der evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, halten. Gestaltet wird der öffentliche Festakt mit einer szenischen Verlesung der Zwölf Bauernartikel von 1525, auf denen der Freiheitspreis gründet. Die Tanzgruppe des Bernhard-Strigel-Gymnasiums wird das Thema Freiheit mit dem Tanz „Gier-Macht-Ohnmacht“ interpretieren. Die musikalische Gestaltung liegt bei der Memminger Stadtkapelle, dem Allgäuer Bauernchor und dem Bläserchor von Sankt Martin. Alle Bürgerinnen und Bürger sind zur Preisverleihung eingeladen. Es gibt ausreichend Sitzplätze auf dem Marktplatz. Bei Regen findet die Preisverleihung in der Kirche Sankt Josef statt.
Gedanken zur Freiheit referiert auch Prof. Dr. Hans Maier, bayerischer Kultusminister a.D., in einem Vortrag über Romano Guardini am Freitag, 23. September, um 19 Uhr in der Kirche Sankt Johann (am Marktplatz). Der Titel des Vortrags lautet „Romano Guardini und das „Memminger Triduum. Eine Erinnerung an 1945“. Das Rahmenprogramm zur Vergabe des „Memminger Freiheitspreises 1525“ wird abgerundet durch den Film „Count-Down am Xingu V“, der am Samstag, 24. September, um 18 Uhr im Kaminwerk gezeigt wird. Der erst im Juli 2016 uraufgeführte Film des Frankfurter Dokumentarfilmers Martin Keßler zeigt den Kampf gegen Megastaudämme und Korruption in Brasilien und dokumentiert nicht zuletzt Bischof Kräutlers Einsatz gegen die Entrechtung der Menschen im Amazonasgebiet. (MK)


Memmingen - Stadt mit Perspektiven

„Memminger Freiheitspreis 1525“