Donnerstag, 9. Mai 2019

Brasilianische Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden

VaticanNews, 7.5.2019
Brasilien: Bischofskonferenz hat neuen Vorsitzenden
Der Erzbischof von Belo Horizonte, Walmor Oliveira de Azevedo, ist zum neuen Präsidenten der Brasilianischen Bischofskonferenz gewählt worden. Er folgt auf Kardinal Sergio da Rocha, der dieses Amt seit 2015 innehatte.

Offen ist noch, wen die 301 stimmberechtigten Bischöfe zum Generalsekretär der weltweit größten Bischofskonferenz wählen. Dessen Wahl folgt am Dienstag.

Kirche steht unter Druck
Der 65-jährige Bischof Azevedo muss nun die katholischen Bischöfe gegenüber dem Rechtspopulisten Jair Messias Bolsonaro vertreten. Seit der Wahl des Präsidenten, den die evangelikalen Großkirchen unterstützen, steht die katholische Kirche politisch unter Druck. Ihre Option für die Armen wird von vielen Bürgern als kommunistisch und politisch „links" angesehen. Zuletzt hatten die Bischöfe Bolsonaros liberale Wirtschaftspolitik offen kritisiert.

Etwa 123 Millionen Katholiken zählt Brasilien, das entspricht zwei Dritteln der Gesamtbevölkerung. Wie viele seiner Landsleute in den letzten Jahrzehnten hatte der katholisch getaufte Bolsonaro zu einer evangelikalen Freikirche gewechselt.





Der neue Vorsitzende Dom Walmor Oliveira de Azevedo mit Dom Erwin Kräutler
Auch Bischof Erwin Kräutler nahm an der 57. Generalversammlung der Bischofskonferenz in Aparecida teil, wo die Wahl des neuen Vorsitzenden stattfand.

CNBB, 6.5.2019
Dom Walmor Azevedo, arcebispo de Belo Horizonte (MG), é eleito novo presidente da CNBB
O arcebispo de Belo Horizonte (MG), dom Walmor Oliveira de Azevedo, foi eleito na tarde desta segunda-feira, 6 de maio, como presidente da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB). O novo presidente foi escolhido pelos episcopado brasileiro que participa, em Aparecida (SP), da 57ª Assembleia Geral da CNBB no terceiro escrutínio, após receber a maioria absoluta de votos do total de 301 bispos votantes.


Youtube, 6.5.2019
Dom Walmor Azevedo é eleito presidente da CNBB

Mittwoch, 8. Mai 2019

Bolsonaro lockert brasilianische Waffengesetze

ORF, 8.5.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro lockert Waffenrecht
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Waffenrecht in dem südamerikanischen Land weiter liberalisiert. Der Ex-Militär unterzeichnete gestern ein Dekret, laut dem Waffenbesitzer und Waffenbesitzerinnen künftig bis zu 5.000 Schuss Munition pro Waffe und Jahr erwerben dürfen. Bisher war die Menge auf 50 Schuss begrenzt. Zudem wird der Import und der Vertrieb von Waffen in Brasilien vereinfacht.

„Das Dekret ist kein Projekt der öffentlichen Sicherheit, es ist unseres Erachtens nach sogar noch wichtiger als das. Es gibt den Menschen ein individuelles Recht, Waffen zu tragen, wenn sie einige Anforderungen erfüllen“, sagte Bolsonaro.

Der frühere Fallschirmjäger hatte bereits im Wahlkampf lockerere Waffengesetze versprochen. Kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner erlaubte er den Brasilianern per Dekret, bis zu vier Schusswaffen zu kaufen und zu Hause oder am Arbeitsplatz aufzubewahren.
51.000 Tote in einem Jahr

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 51.000 Menschen getötet. Mit der Liberalisierung des Waffenrechts will Bolsonaro den Schutz der Bevölkerung verbessern. Kritiker gehen hingegen davon aus, dass mehr Waffen die Gewalt weiter verschärfen.


FAZ, 8.5.2019
Bolsonaro lockert brasilianische Waffengesetze
Sportschützen, Jägern und Sammlern soll es künftig in Brasilien möglich sein, mit ihren Waffen zu reisen, heißt es von der Regierung. Präsident Bolsonaro sagt, er sei damit an die Grenzen des Gesetzes gegangen.


SRF, 8.5.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro lockert Waffenrecht
Präsident Jair Bolsonaro hat das brasilianische Waffenrecht weiter liberalisiert.
Er unterzeichnete am Dienstag ein Dekret, das den Kauf von Munition erleichtert sowie den Import und Verkauf von Waffen vereinfacht.


O Tempo, 9.5.2019
Decreto de Bolsonaro dá acesso a armamento mais potente
Entre os itens liberados há pistolas .40, 45 e 9 mm, além de carabina .40 e espingarda de calibre 12

G1-O Globo, 8.5.2019
Decreto de Bolsonaro facilita porte de arma para mais categorias
Agentes de trânsito, conselheiros tutelares, caminhoneiros e políticos eleitos não vão precisar comprovar 'efetiva necessidade' para transportar armas fora de casa.

BBC-Brasil, 8.5.2019
Novo decreto de armas: quem são os 'CACs', beneficiados por medida de Bolsonaro
Em mais um decreto que muda as regras para o uso de armas no Brasil, o presidente Jair Bolsonaro beneficiou colecionadores, atiradores desportivos e caçadores, os chamados CACs.

G1-O Globo, 8.5.2019
Rede pede que STF anule decreto que facilitou porte de armas para mais categorias
Pelo decreto, agentes de trânsito, advogados, caminhoneiros e políticos eleitos não precisarão comprovar 'necessidade' para portar armas. Para partido, tema deve ser tratado pelo Congresso.

G1-O Globo, 9.5.2019
Deputados ameaçam derrubar decreto de armas, e Maia negocia com Onyx redução do texto
Deputados da bancada evangélica e da oposição procuraram o presidente da Câmara, Rodrigo Maia (DEM-RJ), para discutir os termos do decreto de armas anunciado pelo presidente Jair Bolsonaro nesta quarta-feira.
Diante da ameaça de derrubada do decreto, Maia negocia com o ministro da Casa Civil, Onyx Lorenzoni, uma redução do texto do decreto de armas nos trechos considerados inconstitucionais pelos técnicos da Câmara. A análise dos técnicos ainda está sendo finalizada.

G1-O Globo, 8.5.2019
Após decreto de Bolsonaro, CNBB critica flexibilização da posse e porte de armas
Cerca de 300 bispos de todo país estão reunidos na basílica, em Aparecida (SP), para discutir os rumos da Igreja Católica no país. Mensagem desta quarta-feira (8) foi a primeira divulgada pelo colegiado na Assembleia Geral dos Bispos neste ano

Dienstag, 7. Mai 2019

Tagung über Religion im öffentlichen Raum in Innsbruck am 21. Mai


Kathpress, 6.5.2019
Innsbruck: Tagung über Religion im öffentlichen Raum
Beim Dies facultatis & Diözesantag am 21. Mai referieren die Bischöfe Glettler und Kräutler sowie Theologen über Religion im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Irritation und Befruchtung

Innsbruck, 06.05.2019 (KAP) Verschiedene Aspekte des Themas "Religion im öffentlichen Raum" stehen im Mittelpunkt beim diesjährigen "Dies facultatis & Diözesantag", den die Diözese Innsbruck für 21. Mai angekündigt hat. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler, der austrobrasilianische Altbischof Erwin Kräutler, der deutsche Professor für Systematische Theologie, Ansgar Kreutzer und die Innsbrucker Vizerektorin Ulrike Tanzer werden dazu Referate halten, als Ko-Referenten sind Roman Siebenrock und Michaela Neulinger von der Theologischen Fakultät, die ehemalige Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur sowie Barbara Hoiß von der KPH Edith Stein vorgesehen.

Die Tagung geht von der Diagnose aus, dass religiös motivierte Akteure Caritas oder Diakonie an den Rändern der Gesellschaft "nicht nur geduldet, sondern sogar erwünscht" seien. Diese Akzeptanz schwinde aber, wenn es um die Gestaltung des gemeinsamen öffentlichen Raums geht. In der Ankündigung ist die Rede von Riten, Handlungen und Stellungnahmen der Religionsgemeinschaften, die in der Öffentlichkeit Irritationen auslösen und Fragen aufwerfen würden wie: "Müssen Religionen durch den säkularen Staat nicht diszipliniert, eingehegt und letzten Endes vielleicht als irrational entsorgt werden? Oder sind Religionen für den Zusammenhalt und Bestand einer Zivilgesellschaft unverzichtbar? Was spricht für und gegen religiöse Symbole im öffentlichen Raum?"

Es soll auch der Frage nachgegangen werden, wie und warum Religionsgemeinschaften politisch werden und ob sie mit ihren Argumenten und Vorstellungen öffentliche Aufmerksamkeit beanspruchen können. Neben grundsätzlichen Fragestellungen sollen auch konkrete Beispiele und Optionen in den Blick genommen werden.

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 21. Mai, um 9 Uhr im Kaiser-Leopold-Saal der Universität Innsbruck (Karl-Rahner-Platz 3, 2. Stock) mit Begrüßungsworten von Theologie-Dekan Josef Quitterer und Uni-Rektor Peter Trojer, danach folgt der Eröffnungsvortrag des Trägers des Alternativen Nobelpreises, Bischof Kräutler, unter dem Titel "Habt Mut! Jetzt Welt und Kirche verändern". Das Thema des Referates von Bischof Glettler um 14.15 Uhr lautet "Mission oder De-Mission? Zum Auftrag der Kirche in pluraler Gesellschaft". Die Tagung endet mit einem abschließenden Gebet um 18.30 Uhr in der Innsbrucker Jesuitenkirche.


Veranstaltungskalender der Uni Innsbruck
Tagung/Konferenz
Dies facultatis / Diözesantag:
Nicht von dieser Welt? Religion im öffentlichen Raum

Di, 21. Mai 2019,  09:00 - 18:15 Uhr
Kaiser Leopold Saal, Karl Rahner Platz 3, Innsbruck

Anmeldung ist erforderlich; Anmeldung beim Veranstalter bis 07.05.19

Eintritt / Kosten: Keine

Vortragende/r:
- Dom Erwin Kräutler (em. Bischof von Xingu / Brasilien, Träger des alternativen Nobelpreises)
- Ansgar Kreutzer (Professor für Systematische Theologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen)
- Bischof Hermann Glettler
- Vizerektorin Ulrike Tanzer

Montag, 6. Mai 2019

Papst besetzt wichtige Posten für Amazonas-Synode

Kardinal Claudio Hummes

VaticanNews, 4.5.2019

Für die kommende Amazonas-Synode hat Papst Franziskus den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes zum Generalrelator ernannt. Das gab der Vatikan am Samstag bekannt. Der 84-jährige Kardinal, der bis 2013 die Kleruskongregation im Vatikan leitete, ist Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM.

Als Generalrelator hat er eine Schlüsselfunktion für die inhaltliche Arbeit und Erstellung des Abschlussdokuments. Weiter ernannte der Papst Bischof David Martinez de Aguirre Guinea und den Jesuiten Michael Czerny zu Sondersekretären der Synode. Martinez leitet als Apostolischer Vikar das Amazonas-Bistum Puerto Maldonado, wo Franziskus während einer Peru-Reise im Januar 2018 den Auftakt der Synode beging. Czerny ist innerhalb der vatikanischen Behörde für Entwicklungsfragen als Untersekretär für die Sektion Migranten und Flüchtlinge zuständig. Die Amazonas-Synode tagt vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan. Bei der internationalen Bischofsversammlung soll es neben der Ökologie um Theologie und Seelsorge, um die Belange der Indigenen sowie um Menschenrechte gehen.


Katholisches.info, 6.5.2019
„Amazonassynode könnte historisch werden“
(Brasilia) Der brasilianische Kardinal Claudio Hummes ist „glücklich“, von Papst Franziskus zum Generalrelator der Amazonassynode ernannt worden zu sein und sagt, die Synode könnte „historisch“ werden.


VatikanNews, 11.5.2019
Vorbereitung auf Synode: Neue Wege suchen, um Amazonas zu retten
Für den brasilianischen Kardinal Claudio Hummes wird die kommende Synode ein historisches Ereignis sein, um nicht nur die Rettung der Amazonas-Bevölkerung, sondern des gesamten Planeten anzupacken. Es gilt nun, neue Wege zu schaffen, damit in jener Region – und nicht nur dort – „die Mission der Kirche“ erfüllt werden kann, so der Kardinal im Gespräch mit VatikanNews.


Adveniat
Papst benennt Teilnehmer der Amazonas-Synode

Thema Amazonas-Synode auf weltkirche.katholisch.de

Thema Amazonas-Synode auf VaticanNews

Samstag, 4. Mai 2019

Bolsonaro sagt Ehrung in New York nach Protesten ab


ORF, 4.5.2019
Brasiliens Präsident sagt US-Reise nach Protesten ab
Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat eine geplante US-Reise nach heftigen Protesten abgesagt. Er werde nicht zu der Veranstaltung der Brasilianisch-Amerikanischen Handelskammer nach New York kommen, bei der er als „Person des Jahres“ geehrt werden sollte, kündigte sein Sprecher Otavio Rego Barros gestern an.

Grund dafür seien der „Widerstand und die absichtlichen Angriffe des Bürgermeisters von New York sowie der Druck der Interessengruppen“ auf Organisatoren und Sponsoren.

Absage als Rückschlag für Bolsonaro
Bolsonaro steht wegen rassistischer, homophober und frauenfeindlicher Äußerungen in der Kritik, weshalb mehrere Veranstaltungsorte in New York nicht für das geplante Galadinner herhalten wollten – darunter das American Museum of Natural History. Großsponsoren wie Delta Air Lines, die Financial Times und die Beratungsfirma Bain hatten zuvor ihre Unterstützung für die Veranstaltung zurückgezogen.

Die Absage wird als Rückschlag für Bolsonaro angesehen, der aktiv für engere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten geworben und insbesondere Präsident Donald Trump gelobt hat. Auf ihrer Website erklärte die Brasilianisch-Amerikanische Handelskammer, dass sie Bolsonaro zu ihrer Person des Jahres gewählt habe, weil dieser eine engere wirtschaftliche und diplomatische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern fördern wollte.


Limmattaler Zeitung, 4.5.2019
Bolsonaro sagt Teilnahme an Gala nach Rückzug von Sponsoren ab
Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro hat seine Teilnahme einer Veranstaltung zu seinen Ehren in New York abgesagt. Grund dafür ist der Rückzug mehrerer Unternehmen als Sponsoren des Gala-Events.


UOL-Notícias, 3/5/2019
Bolsonaro desiste de receber homenagem em Nova York após protestos
O presidente Jair Bolsonaro desistiu de sua viagem programada para o próximo dia 12 de maio para Nova York, onde seria homenageado como "Personalidade do Ano" pela Câmara de Comércio Brasil-Estados Unidos, após uma intensa campanha de protestos, informou o porta-voz da Presidência nesta sexta-feira.


O Globo, 3.5.2019
Bolsonaro cancela viagem aos Estados Unidos, onde receberia homenagem
Presidente atribuiu desistência à 'ideologização da atividade'. Três empresas haviam desistido de patrocinar evento da Câmara de Comércio Brasil-EUA devido a protestos


O Globo, 1.5.2019
Empresas desistem de patrocinar homenagem a Bolsonaro em Nova York
Companhia aérea Delta, consultoria Bain & Company e o jornal Financial Times retiraram o apoio ao evento da Câmara de Comércio Brasil-Estados Unidos.


O Globo, 15/04/2019
Museu de História Natural de Nova York desiste de sediar premiação de Bolsonaro
Decisão foi tomada em conjunto com Câmara de Comércio Brasil-Estados Unidos, após protestos de pesquisadores da instituição, que consideram o brasileiro 'inimigo' do meio ambiente


Deutsche Welle, 13.4.2019
Festa para Bolsonaro gera críticas em Nova York
Pesquisadores e funcionários de museu nos EUA programam protesto e pedem cancelamento de evento com presidente. Prefeito da cidade se diz contra e chama brasileiro de "ser humano muito perigoso".

Freitag, 3. Mai 2019

Amazonas-Synode soll zu einer "Zäsur" in der katholischen Kirche führen


Domradio.de, 02.05.2019
Bischof Overbeck zur Amazonas-Synode
Steht katholischer Kirche eine "Zäsur" bevor?

Die für Oktober geplante Amazonas-Synode in Rom wird nach Worten von Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck zu einer "Zäsur" in der katholischen Kirche führen. "Nichts wird mehr sein wie zuvor", sagte der Ruhrbischof vor Journalisten.

So stehe die hierarchische Struktur der Kirche genauso auf dem Prüfstand wie ihre Sexualmoral und das Priesterbild. Auch die Rolle der Frau in der Kirche müsse überdacht werden.

Weitere Probleme sind laut Overbeck der Rückgang an Gläubigen - nicht allein in Europa, sondern besonders auch in Lateinamerika. Zudem müsse die Kirche auf die "immense Ausbeutung" der Natur und die Missachtung der Menschenrechte reagieren. "Über all das wird auf der Amazonas-Synode zu sprechen sein", sagte der für das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat zuständige bei der Vorstellung der Jahresbilanz von Adveniat am Donnerstag in Essen.

Synode im Oktober im Vatikan

Papst Franziskus hat zu der Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan eingeladen. Bei der Bischofsversammlung soll es neben der Ökologie um Theologie und Seelsorge, um die Belange der Indigenen sowie um Menschenrechte gehen. Franziskus habe mit seiner südamerikanischen Perspektive dafür gesorgt, dass ein Bewusstsein für diese Herausforderungen entstanden sei, so Overbeck.

Die "eurozentrische Struktur" der katholischen Kirche werde sich ändern, erläuterte der Bischof. Das zeige sich schon daran, dass in Lateinamerika die Ortskirchen und ihr Klerus immer selbstständiger würden. Dort habe es bisher viele Priester aus Europa gegeben, die jetzt nicht mehr zur Verfügung stünden.

Priestermangel auch in Lateinamerika

Zugleich stelle sich auch in Lateinamerika ein Priestermangel ein. Er kenne Diözesen, in denen einem Bischof noch gerade zehn Priester für ein riesiges Seelsorgegebiet zur Verfügung stünden. Schon jetzt seien die Kirchen vor Ort vor allem durch Ordensfrauen geprägt. "Das Gesicht der Kirche vor Ort ist ein Gesicht von Frauen", so der Adveniat-Bischof.

Overbeck verwies auf Zahlen, wonach sogar in Brasilien, dem größten Land Südamerikas, der Katholikenanteil von einst 90 auf jetzt noch knapp 70 Prozent zurückgegangen sei. In anderen Ländern liege sie noch bei knapp 50 Prozent. Die Entwicklung halte an. Ähnliches habe sich in Europa vollzogen, wo in vielen Ländern nur noch etwa die Hälfte der Menschen überhaupt einer christlichen Kirche angehörten.

Auf all das müsse die Kirche reagieren und Antworten finden, betonte der Bischof. Die Kirche werde das "Schritt für Schritt" über mehrere synodale Prozesse tun.