Dienstag, 11. Februar 2020
Veranstaltung mit "Pachamama"-Aktivisten Tschugguel abgesagt
Katholisch.de, 10.2.2020
Deutliche Kritik von mehreren Seiten
Pfarrei sagt Veranstaltung mit "Pachamama"-Aktivisten Tschugguel ab
Im Oktober warf Alexander Tschugguel mehrere "Pachamama"-Figuren in den Tiber. Bei einer Diskussionsveranstaltung in einer Pfarrei im Bistum Aachen sollte er darüber sprechen. Jetzt wurde das Podium aber abgesagt – nach Kritik von mehreren Seiten.
Stellungnahme von Misereor vom 3.2.2020
Presseerklärung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt vom 8.2.2020
Freitag, 7. Februar 2020
Papstschreiben zur Amazonas-Synode für Mittwoch angekündigt
Papstschreiben zur Amazonas-Synode für Mittwoch angekündigt
Vatikanstadt, 07.02.2020 (KAP) Das Papstschreiben zur Amazonas-Synode wird am Mittwoch vorgestellt. Wie das vatikanische Presseamt am Freitag bekanntgab, trägt das Dokument den Titel "Querida Amazonia" ("Geliebtes Amazonien"). Die Präsentation erfolgt unter anderem durch den Leiter der Abteilung für Flüchtlinge und Migranten im Vatikan, Synoden-Sondersekretär Kardinal Michael Czerny, durch den brasilianischen Jesuiten-Theologen Adelson Araujo Dos Santos, die Ordensleiterin Augusta de Oliveira und den brasilianischen Klima-Experten Carlos Nobre.
Mit dem Schreiben in Form einer sogenannten "Apostolischen Exhortation" legt Franziskus seine Folgerungen zu der Synode vor, die vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan über aktuelle Herausforderungen im Amazonasgebiet diskutierte. Unter dem Motto "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie" ging es unter anderem um ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region Südamerikas, die Stärkung der indigenen Bevölkerung sowie um neue Wege in der Seelsorge.
In ihrem Schlussdokument sprachen sich die 280 Synodalen für Ausnahmen vom Zölibat angesichts des Priestermangels in entlegenen Regionen aus. Auch plädierten sie für ein weiteres Nachdenken über die Zulassung von Frauen zum Diakonat und eine stärkere Würdigung indigener Traditionen in der Kirche.
Iglesia e Mineria, 10.2.2020
Moema Miranda: La exhortación “Querida Amazonía” del Papa Francisco trae esperanza y reafirma la urgencia de un mundo con justicia
Desde su rol en la coordinación de la Red Iglesias y Minería, Moema Miranda, indica que el propio título de la exhortación papal “Querida Amazonía” revela cómo el Papa retoma lo que ha sido un elemento esencial de todos los principales documentos publicados por él: “ese énfasis en la afectividad y en la relación. Una relación amorosa entre todos y todo. Esa posibilidad de recreación de vínculos profundos, recreación de vínculos amorosos que el tiempo tan duro de la modernidad, principalmente este tiempo destructivo del capitalismo que transforma todo en mercancía. Ese es el gran diferencial de lo que ha sido el pontificado del Papa Francisco. Esa posibilidad amorosa”.
“Es bueno que escuchemos lo que él está clamando sobre la urgencia de promover otro tipo de economía. Lo que algunos llamamos “Economía de Francisco”. Ese reordenar la economía, esa necesidad de retomar lo afectivo y lo amoroso, de un vínculo de amor no romantizado o infantilizado, ni transformado en un mero gesto dentro de la sacristía, sino de una relación que nos compromete, que nos vuelve responsables con los otros, con nosotros mismos y con el conjunto de la Creación, de la cual somos parte. Eso es, lo que podemos anticipar de la próxima exhortación del Papa”.
Vatikanstadt, 07.02.2020 (KAP) Das Papstschreiben zur Amazonas-Synode wird am Mittwoch vorgestellt. Wie das vatikanische Presseamt am Freitag bekanntgab, trägt das Dokument den Titel "Querida Amazonia" ("Geliebtes Amazonien"). Die Präsentation erfolgt unter anderem durch den Leiter der Abteilung für Flüchtlinge und Migranten im Vatikan, Synoden-Sondersekretär Kardinal Michael Czerny, durch den brasilianischen Jesuiten-Theologen Adelson Araujo Dos Santos, die Ordensleiterin Augusta de Oliveira und den brasilianischen Klima-Experten Carlos Nobre.
Mit dem Schreiben in Form einer sogenannten "Apostolischen Exhortation" legt Franziskus seine Folgerungen zu der Synode vor, die vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan über aktuelle Herausforderungen im Amazonasgebiet diskutierte. Unter dem Motto "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie" ging es unter anderem um ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region Südamerikas, die Stärkung der indigenen Bevölkerung sowie um neue Wege in der Seelsorge.
In ihrem Schlussdokument sprachen sich die 280 Synodalen für Ausnahmen vom Zölibat angesichts des Priestermangels in entlegenen Regionen aus. Auch plädierten sie für ein weiteres Nachdenken über die Zulassung von Frauen zum Diakonat und eine stärkere Würdigung indigener Traditionen in der Kirche.
Iglesia e Mineria, 10.2.2020
Moema Miranda: La exhortación “Querida Amazonía” del Papa Francisco trae esperanza y reafirma la urgencia de un mundo con justicia
Desde su rol en la coordinación de la Red Iglesias y Minería, Moema Miranda, indica que el propio título de la exhortación papal “Querida Amazonía” revela cómo el Papa retoma lo que ha sido un elemento esencial de todos los principales documentos publicados por él: “ese énfasis en la afectividad y en la relación. Una relación amorosa entre todos y todo. Esa posibilidad de recreación de vínculos profundos, recreación de vínculos amorosos que el tiempo tan duro de la modernidad, principalmente este tiempo destructivo del capitalismo que transforma todo en mercancía. Ese es el gran diferencial de lo que ha sido el pontificado del Papa Francisco. Esa posibilidad amorosa”.
“Es bueno que escuchemos lo que él está clamando sobre la urgencia de promover otro tipo de economía. Lo que algunos llamamos “Economía de Francisco”. Ese reordenar la economía, esa necesidad de retomar lo afectivo y lo amoroso, de un vínculo de amor no romantizado o infantilizado, ni transformado en un mero gesto dentro de la sacristía, sino de una relación que nos compromete, que nos vuelve responsables con los otros, con nosotros mismos y con el conjunto de la Creación, de la cual somos parte. Eso es, lo que podemos anticipar de la próxima exhortación del Papa”.
Donnerstag, 6. Februar 2020
Bolsonaro erlaubt Ausbeutung indigener Gebiete
ORF, 6.2.2020
Gesetz zur Ausbeutung indigener Gebiete in Brasilien
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat einen Gesetzesentwurf unterzeichnet, der den Bergbau, die Energiegewinnung und andere wirtschaftliche Aktivitäten in indigenen Gebieten erlauben soll. Wie die brasilianische Ausgabe der Zeitung „El Pais“ berichtete, wollte Bolsonaro das Projekt heute dem Parlament zur Bewilligung vorlegen. Bei einer Zeremonie in Brasilia hatte Bolsonaro von einem großen Schritt gesprochen.
Die Freigabe indigener Reservate zur wirtschaftlichen Ausbeutung sei „ein Traum“,sagte der ultrarechte Präsident. Bolsonaro fiel auch wieder mit abfälligen und rassistischen Äußerungen auf. „Der Indio ist ein menschliches Wesen genau wie wir“, sagte er und stellte damit erneut die Existenz der Indigenen als menschliche Wesen infrage. Im Jänner hatte er mit einem ähnlichen Zitat einen Eklat ausgelöst. Die Indigenen sollen künftig bei geplanten Wirtschaftsprojekten zwar angehört werden. Die Entscheidung liegt in den meisten Fällen aber beim Parlament.
VaticanNews, 6.2.2020
Brasilien: Bolsonaro startet Angriff auf indigene Gebiete
Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Messias Bolsonaro hat eine Gesetzesinitiative zur wirtschaftlichen Ausbeutung indigener Gebiete gestartet. Damit soll Artikel 231 der Verfassung von 1988 genauer definiert werden.
Das heißt konkret: die wissenschaftliche Erforschung, den Abbau von Rohstoffen sowie die Erzeugung von Energie in den Reservaten zuzulassen. Dies könnte der seit langem erwartete Schritt hin zur Auflösung der indigenen Gebiete sein, befürchten Bolsonaros Kritiker.
Der Anfang vom Ende?
Die von Indigenen bewohnten Gebiete in Brasilien, zusammen rund 13 Prozent des Staatsgebietes, sind bisher geschützt. Nur den dort lebenden Völkern ist es gestattet, das Gebiet wirtschaftlich zu nutzen. Jedoch kommt es immer wieder zu Gebietsverletzungen durch Farmer, die dort ihr Vieh grasen lassen, sowie durch illegale Goldsucher und Jäger. Nach Bolsonaros Willen sollen dort demnächst die Goldförderung, der Bergbau, die Förderung von Öl und Gas sowie die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft ganz legal möglich sein. Es geht um Milliardengewinne und aus Sicht der Befürworter um Brasiliens Sprung in die Oberliga der globalen Wirtschaftsmächte.
Es geht um Milliardengewinne
Bereits im Wahlkampf 2018 hatte Bolsonaro, der sowohl von Farmern als auch von den Goldgräber-Vereinigungen unterstützt wurde, die Öffnung der Gebiete angekündigt. Keinen Zentimeter Boden werde er den Indigenen mehr geben, kündigte der Ex-Militär damals an. Am Mittwoch bezeichnete er die Indigenen anlässlich der Verkündung der Gesetzesinitiative in Brasilia als „Menschen wie wir, Brasilianer wie wir“. Sie würden an den Gewinnen aus der Ausbeutung beteiligt werden, versprach Bolsonaro.
Rundumschlag gegen Umweltschützer
Der Präsident holte dabei auch zum Rundumschlag gegen Umweltschützer aus. Am liebsten würde er diese in Amazonien „einsperren“, erklärte Bolsonaro mit einem Lächeln: Dann würden sie endlich nicht mehr stören. Bereits in der Vergangenheit war Bolsonaro durch Beschimpfungen von Umweltaktivisten aufgefallen. So hatte er die Organisation WWF sowie den für sein Umwelt-Engagement bekannten Hollywood-Star Leonardo DiCaprio vor einigen Wochen beschuldigt, für die Brände im Amazonaswald verantwortlich zu sein.
Bolsonaros Kabinettschef Onyx Lorenzoni bezeichnete die Gesetzesinitiative zur Öffnung der Reservate derweil als „zweites goldenes Gesetz“ - also eine zweite Befreiung aus der Sklaverei, in Anspielung auf das „Goldene Gesetz“ von 1888, das dieses Unrecht in Brasilien zumindest theoretisch beendete. „Ab jetzt haben die indigenen Völker die Freiheit, zu entscheiden“, so Lorenzoni. „Nun kann man Bergbau betreiben, Energie erzeugen, Öl und Gas fördern und die indigenen Felder bestellen.“
Widerstand von Seiten der Kirche
Derweil kündigte der Direktor des katholischen Indigenen-Missionsrates Cimi, Antonio Eduardo Oliveira, Widerstand gegen Bolsonaros Pläne an. Man werde in der Gesellschaft Druck ausüben, um die Gesetzesinitiative zu stoppen und „in diesem dunklen Moment der Geschichte unseres Landes siegen“. Noch ist unklar, wie der Kongress Bolsonaros Pläne aufnehmen wird. Eine 2019 durchgeführte Umfrage hatte jedenfalls ergeben, dass 86 Prozent der Bevölkerung gegen die wirtschaftliche Ausbeutung der Indigenen-Gebiete sind, die vor allem privaten Unternehmen zugutekommen dürfte.
Evangelikaler neuer Indigenen-Beauftragter
Bereits am Montag hatte Bolsonaro eine weitere umstrittene Entscheidung getroffen. So ernannte er den Anthropologen Ricardo Lopes Dias zum Leiter der Abteilung für unkontaktierte Völker in der Indigenen-Behörde Funai. Dias war zuvor über zehn Jahre lang aktives Mitglied der New Tribes Mission (NTM) gewesen, einer evangelikalen Missionsbewegung, die ihren Fokus auf isoliert lebende Völker richtet.
Der NTM wird vorgeworfen, ihre Evangelisierungsarbeit auch gegen den Willen der Betroffenen voranzutreiben. Zudem sollen durch die Missionare in der Vergangenheit Krankheiten bei den Völkern eingeschleppt worden sein. Indigene Vereinigungen hatten vergeblich gegen die Ernennung von Dias protestiert.
G1 - O Globo, 6.2.2020
Índios podem vetar mineração em suas terras, mas não hidrelétricas, diz projeto do governo
Proposta para exploração de terras indígenas chegou ao Congresso nesta quinta (6). Produção de óleo e gás e de energia hidrelétrica poderá ser liberada mesmo que índios sejam contra.
CIMI, 06/02/2020
Apib repudia projeto do governo Bolsonaro que libera mineração, hidrelétricas e agronegócio nas terras indígenas
Projeto de Lei 191/2020 foi protocolado na Câmara dos Deputados pelo Executivo nesta quinta-feira (6)
Evangelikaler Missionar wird Leiter für isoliert lebende Völker Brasiliens
Blickpunkt Lateinamerika, 3.2.2020
Brasilien: Evangelikaler Missionar soll über isoliert lebende Indigene wachen
Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro will isoliert lebende indigene Völker einem evangelikalen Missionar anvertrauen. Doch die Indigenen wehren sich.
Brasiliens indigene Völker laufen Sturm gegen die geplante Ernennung eines ehemaligen Pastors und Missionars zum obersten Wächter über die isoliert lebenden Völker. Der Anthropologe Ricardo Lopes Dias soll laut Medienberichten in den nächsten Tagen zum Leiter der Abteilung für unkontaktierte Völker in der Indigenen-Behörde Funai ernannt werden. Damit würden ihm die geschätzt 114 unkontaktiert lebenden Völker Brasiliens unterstehen. Über zehn Jahre lang war Lopes Dias aktives Mitglied der New Tribes Mission (NTM), einer evangelikalen Missionsbewegung, die ihren Fokus auf isoliert lebende Völker hat.
"Einen NTM-Missionar mit der Leitung der Funai-Abteilung für unkontaktierte Völker zu betrauen, ist, wie einen Fuchs mit dem Schutz des Hühnerstalls zu beauftragen", kritisiert Sarah Shenker von der Menschenrechtsvereinigung Survival International (SI). Dies sei ein "offener Akt der Aggression; eine Ankündigung, dass diese Völker auch gegen ihren Willen kontaktiert werden sollen". Shenker sieht in der Personalie einen Zusammenhang mit Bolsonaros Plan, die indigenen Schutzgebiete für die Ausbeutung durch die Privatwirtschaft zu öffnen.
Vorwurf: NTM zwangsevangelisiert unkontaktierte Indigene
Mehrere Indigenen-Organisationen sprachen sich gegen die Ernennung aus. Die Missionierung isolierter Völker bedeute deren Vernichtung, so die UNIVAJA, die indigene Völker im Javari-Tal vertritt, wo mehrere isolierte Völker leben. Paulo Tupiniquim von der Indigenen-Organisation Apib befürchtet, dass Lopes Dias Änderungen innerhalb der Funai durchsetzen könnte: "Die Indigenen haben schon genug unter Missionaren gelitten, die die indigenen Religionen verurteilten und uns bekehren wollten."
Rund zehn Jahre lang arbeitete Dias Lopes für die NTM, die in Deutschland unter dem Namen "Ethnos360" aktiv ist. Insgesamt sollen mehr als 3.000 Missionare in zwei Dutzend Ländern für die 1942 in Florida gegründete Organisation tätig sein. Ihren Auftrag sieht die NTM darin, das Christentum Völkern nahezubringen, für die es bislang keine Bibelübersetzung gibt. Der Fokus richtet sich dadurch besonders auf isoliert lebende Indigenenvölker. In der Vergangenheit geriet NTM mehrfach in die Schlagzeilen, weil durch ihre Arbeit Krankheiten unter Indigenen verbreitet worden seien. In den 70er und 80er Jahren sollen ihre Missionare den Tod von Mitgliedern des paraguayischen Nomadenvolkes Ayoreo verursacht haben. In den 90er Jahren wurde NTM aus dem Amazonas-Teilstaat Para ausgewiesen, nachdem Indigene vom Volk der Zo'e starben.
Katholische Kirche für Bewahrung der indigenen Religion und Kultur
Am Freitag, 31. Januar 2020, erhob der Indigenenverband COIAB, der Amazonas-Völker vertritt, schwere Vorwürfe gegen die NTM. Deren Missionare hätten in der Vergangenheit mit Lügen und gar unter Androhung von Gewalt Zwangsevangelisierung betrieben. Durch Krankheiten sei es zum Tod mehrerer Indigener gekommen. Ebenfalls am Freitag sprach der katholische Indigenen-Missionsrat Cimi, Projektpartner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, den Völkern Solidarität aus. Die Bolsonaro-Regierung trage die Verantwortung für die drohende Vernichtung der indigenen Völker. Cimi spricht sich dafür aus, den ursprünglichen Glauben der Indigenen zu bewahren.
Lopes Dias äußerte sich am Wochenende in der Zeitung "O Globo" zu den Vorwürfen. Seine Arbeit werde "professionell" sein; er werde nicht eine Evangelisierung der Indigenen vorantreiben. Lopes Dias sieht sich als Opfer: "Da läuft eine Diskriminierung ab, weil ich evangelikal bin. Dabei bin ich Anthropologe, habe meinen Magister und zudem gerade meinen Doktor gemacht." Er besitze "das nötige Wissen über die Lage der Indigenen in Brasilien".
Lopes Dias weist Vorwürfe zurück
Als Leiter der Abteilung für unkontaktierte Völker wäre Lopes Dias für 11 Schutzzonen mit 19 Funai-Stützpunkte verantwortlich. In den vergangenen Monaten gab es an mehreren Stützpunkten Angriffe durch illegale Goldsucher, Jäger und vermutlich gar Drogenbanden; das Justizministerium entsandte daraufhin Polizisten und Soldaten.
Indigenen-Vertreter glauben, dass die Funai geschwächt wird, um die Schutzzonen zu reduzieren und für Landwirtschaft und Bergbau zu öffnen. Bolsonaro hat angekündigt, den Indigenen kein neues Land mehr zuzuteilen und bereits bestehende Reservate zu reduzieren.
ORF, 5.2.2020
Missionar soll sich um Indigene in Brasilien kümmern
Die Ernennung eines ehemaligen evangelikalen Missionars zum Koordinator für isoliert lebende indigene Völker in der Indigenenbehörde (FUNAI) hat in Brasilien Empörung hervorgerufen.
Der Anthropologe Ricardo Lopes Dias war über die Organisation Missao Novas Tribus do Brasil (MNTB) zehn Jahre in der Missionierung von Indigenen tief im brasilianischen Amazonas-Gebiet tätig gewesen. Nachdem sein Name in brasilianischen Medien bereits gehandelt worden war, wurde seine Ernennung gestern im Amtsblatt des Bundes veröffentlicht.
„Polemische Wahl“
Die Zeitung „Estado de S. Paulo“ hatte Lopes Dias als „polemische Wahl“ bezeichnet, die den Umgang der FUNAI mit isolierten indigenen Völkern komplett verändern könne. Nachdem die Militärs während der Diktatur in Brasilien den Kontakt zu indigenen Völkern, die bis dahin keinen Kontakt zur Welt der Weißen gehabt hatten, bewusst gesucht hatten, betrieb die FUNAI in den vergangenen 30 Jahren eine Politik des Nichtkontakts.
Der Kontakt mit den Weißen hatte verschiedene indigene Völker dezimiert, weil sie keine Abwehrkräfte gegen Krankheiten wie Masern, die Grippe oder einfach nur Schnupfen hatten. Heute hat die FUNAI mehr als 100 isolierte Völker registriert.
Bolsonaro sucht Kontakt
Die Regierung des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro distanziert sich von der Politik des Nichtkontakts. Erst kürzlich hatte Bolsonaro gesagt, dass der Indio sich weiterentwickle und „immer mehr zu einem normalen menschlichen Wesen“ werde.
Indigene und Organisationen wie der Indigene Missionsrat, mit dem die Hilfswerke Adveniat und Misereor zusammenarbeiten, hatten die Ernennung von Lopes Dias zurückgewiesen. Die Vereinigung Indigener Völker Brasiliens äußerte die Vermutung, dass die Regierung Bolsonaros den Interessen der Evangelikalen, einer ihrer großen Unterstützergruppen, folge.
VaticanNews, 6.2.2020
Brasilien: Bolsonaro startet Angriff auf indigene Gebiete
Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Messias Bolsonaro hat eine Gesetzesinitiative zur wirtschaftlichen Ausbeutung indigener Gebiete gestartet. Damit soll Artikel 231 der Verfassung von 1988 genauer definiert werden.
pro - Christliches Medienmagazin, 5.2.2020
Bolsonaro will Missionar zum Indigenen-Beauftragten ernennen
Brasiliens Präsident Präsident Jair Bolsonaro will einen ehemaligen Missionar zum Behördenleiter für isoliert lebende Völker im Land einsetzen. Die geplante Personalie stößt auf Kritik.
BBC-Brasil, 31.1.2020
Quem é o ex-missionário evangélico nomeado para a chefia do órgão de proteção a índios isolados da Funai
Um teólogo e antropólogo que trabalhou como missionário evangélico na Amazônia por uma década foi nomeado chefe do órgão da Funai (Fundação Nacional do Índio) responsável pela proteção a indígenas isolados.
G1 - O Globo, 31/01/2020
Entidade que reúne indígenas da Amazônia critica nome cotado para coordenação da Funai
A Coordenação das Organizações Indígenas da Amazônia Brasileira (COIAB) afirmou nesta sexta-feira (31), em nota de repúdio, que a possível nomeação do antropólogo e bacharel em Teologia Ricardo Lopes Dias para coordenar a área de Índios Isolados da Fundação Nacional do Índio (Funai) significa "mais um ataque" do governo contra os povos indígenas.
DW-Brasil, 5.2.2020
Governo nomeia missionário para chefiar setor de índios isolados
Pastor e ex-missionário evangélico, Ricardo Lopes Dias trabalhou em missão americana de evangelização de indígenas na Amazônia. Entidades haviam repudiado indicação, que envolve um dos setores mais sensíveis da Funai.
Comunhão, 3.2.2020
Mais um evangélico no alto escalão do governo
Pastor Ricardo Lopes Dias já foi ligado à Missão Novas Tribos do Brasil e atuava como missionário deve comandar órgão de proteção a índios isolados, da Funai
Youtube-Video, 4.4.2014
MNTB Missões Novas Tribos do Brasil
Sonntag, 2. Februar 2020
Theologe Tück: Pachamama-Versenker missachtet Zweites Vatikanum
Kathpress, 2.2.2020
Tück: Causa Pachamama zeugt von verengtem Blick auf Katholisches
Wiener Theologe: Der selbst ernannte Verteidiger des Katholischen und seine applaudierenden Sympathisanten würden hinter Tradition des Konzils fallen - Durch Intoleranz und Verachtung des anderen beschädigten sie Wahrheit, die sie bezeugen wollen
Wien, 02.02.2020 (KAP) Mit einer scharfen Kritik an einem "verengten Blick auf das Katholische" hat sich der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück zu Wort gemeldet. Anlass der Wortmeldung Tücks war die Teilnahme des umstrittenen Erzbischofs Carlo Maria Vigano sowie des Wiener Aktivisten Alexander Tschugguel Ende Jänner bei einer Demonstration in München mit Kritikern des Synodalen Wegs. Tschugguell hatte zuletzt internationales Aufsehen erregt in der "Causa Pachamama". Am 21. Oktober 2019 hatte der Konvertit und Lebensschützer während der Amazonien-Synode in Rom indigene Holzfiguren aus der Kirche Santa Maria in Traspontina entfernt und in den Tiber geworfen.
"Die Weite des Katholischen wird verengt, ja sie nimmt Schaden, wenn sie nach Art der Makkabäer verteidigt wird und Aussagen der Schrift biblizistisch als Handlungsanweisungen missverstanden werden", so Tück am Sonntag gegenüber "Kathpress". Der selbst ernannte Verteidiger des Katholischen und seine applaudierenden Sympathisanten würden hinter die Tradition des Konzils zurückfallen. Durch Intoleranz und Verachtung des anderen beschädigten sie die Wahrheit, die sie bezeugen wollen.
Wertschätzung aber "kein Freibrief"
Bereits das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) habe "einen Exklusivismus überwunden, der in der katholischen Kirche die allein wahre Religion sieht und alle anderen religiösen Überzeugungen als falsch verwirft", erläuterte Tück. Gegenüber anderen Kulturen und Traditionen beharre das Konzil auf einer wertschätzende Haltung und anerkennt, dass "Momente des Wahren, Guten und Heiligen auch in nichtchristlichen Religionen und Kulturen zu finden" seien. Dies dürfe jedoch nicht als "Freibrief" missverstanden werden, alle Religionen und Weltanschauungen für gleich wahr und gleich gut zu halten, betonte Tück: "Es gibt Unterschiede. Eine Theologie der Inkulturation, die vor lauter Wertschätzung des Anderen das Eigene bis zur Selbstverleugnung hintanstellt, ist daher problematisch und kann sich nicht auf das Konzil berufen."
Der Katholizismus habe seit jeher ein gelassenes Verhältnis zu Bildern und Statuen unterhalten. Wichtig ist allerdings das Ergebnis im Bibelstreit aus dem 8. Jahrhundert, seitdem man zwischen "Anbetung" und Verehrung" unterscheidet. Demnach könne nur Gott alleine angebetet werden, Bilder des Erlösers, der Gottesmutter und der Heiligen dürften aber nur verehrt werden.
Der Eifer für den einen wahren Gott, der sich in der Versenkung der Figuren im Tiber entladen hat, sei historisch blind. Er sehe nicht, "dass er genau die Tradition fortschreibt, die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet. Verachtung 'heidnischer' Kulturen im Namen der christlichen Wahrheit hat immer wieder ikonoklastische Praktiken freigesetzt", so der Theologe. Das semantische Dynamit, das im Eifer für den wahren Gott gegen die falschen Götzen liegt, könne nur durch eine reflexive Haltung zum eigenen Erbe entschärft werden.
Statuen Dorn im Auge gewesen
Aktivist Alexander Tschugguel hat sich nun zwei Wochen nach der Aktion in einem Video auf YouTube geoutet und seinen bilderstürmerischen Akt in englischer Sprache erläutert. Er erklärte, die Holzfiguren in den Seitenkapellen der Kirche seien ihm ein Dorn im Auge gewesen. Die Statuen, die man unter dem Titel "Pachamama" als Fruchtbarkeitssymbol verehre, stamme nicht aus der Amazonas Region sondern seien viel mehr eigens für die Synode fabriziert und aufgestellt worden. Außerdem handle es sich nicht um altehrwürdige Kulturobjekte.
In der Platzierung dieser "Götzenstatue" im Sakralraum der Kirche sieht Tschugguel einen sichtbaren Verstoße gegen das erste Gebot: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Papst Franziskus wandte sich entschieden gegen die Aktion, wie auch Kardinal Christoph Schönborn. Unterstützung fand Tschugguell hingegen von den Kardinälen Brandmüller und Burke, aber auch von dem ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Müller.
Im Umfeld der Amazonien-Synode sei wiederholt vom Schrei der verwundeten "Mutter Erde" die Rede gewesen. Eine ganzheitliche Öko-Spiritualität, welche die Natur als "Mutter Erde" sakralisiere, sei allerdings nicht unproblematisch. "Sie unterläuft die theologische Differenz zwischen Gott, dem Schöpfer und der Welt als seiner Schöpfung", erläuterte der Theologe.
Katholisch.de, 2.2.2020
Vorfall hatte während Amazonas-Synode für Aufsehen gesorgt
Tück: "Pachamama"-Versenker hinter Zweites Vatikanum zurückgefallen
Ein Aktivist warf während der Amazonas-Synode indigene Holzfiguren in den Tiber. Damit habe er eine Tradition fortgeschrieben, "die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet", betont der Dogmatiker Jan-Heiner Tück.
Tück: Causa Pachamama zeugt von verengtem Blick auf Katholisches
Wiener Theologe: Der selbst ernannte Verteidiger des Katholischen und seine applaudierenden Sympathisanten würden hinter Tradition des Konzils fallen - Durch Intoleranz und Verachtung des anderen beschädigten sie Wahrheit, die sie bezeugen wollen
Wien, 02.02.2020 (KAP) Mit einer scharfen Kritik an einem "verengten Blick auf das Katholische" hat sich der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück zu Wort gemeldet. Anlass der Wortmeldung Tücks war die Teilnahme des umstrittenen Erzbischofs Carlo Maria Vigano sowie des Wiener Aktivisten Alexander Tschugguel Ende Jänner bei einer Demonstration in München mit Kritikern des Synodalen Wegs. Tschugguell hatte zuletzt internationales Aufsehen erregt in der "Causa Pachamama". Am 21. Oktober 2019 hatte der Konvertit und Lebensschützer während der Amazonien-Synode in Rom indigene Holzfiguren aus der Kirche Santa Maria in Traspontina entfernt und in den Tiber geworfen.
"Die Weite des Katholischen wird verengt, ja sie nimmt Schaden, wenn sie nach Art der Makkabäer verteidigt wird und Aussagen der Schrift biblizistisch als Handlungsanweisungen missverstanden werden", so Tück am Sonntag gegenüber "Kathpress". Der selbst ernannte Verteidiger des Katholischen und seine applaudierenden Sympathisanten würden hinter die Tradition des Konzils zurückfallen. Durch Intoleranz und Verachtung des anderen beschädigten sie die Wahrheit, die sie bezeugen wollen.
Wertschätzung aber "kein Freibrief"
Bereits das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) habe "einen Exklusivismus überwunden, der in der katholischen Kirche die allein wahre Religion sieht und alle anderen religiösen Überzeugungen als falsch verwirft", erläuterte Tück. Gegenüber anderen Kulturen und Traditionen beharre das Konzil auf einer wertschätzende Haltung und anerkennt, dass "Momente des Wahren, Guten und Heiligen auch in nichtchristlichen Religionen und Kulturen zu finden" seien. Dies dürfe jedoch nicht als "Freibrief" missverstanden werden, alle Religionen und Weltanschauungen für gleich wahr und gleich gut zu halten, betonte Tück: "Es gibt Unterschiede. Eine Theologie der Inkulturation, die vor lauter Wertschätzung des Anderen das Eigene bis zur Selbstverleugnung hintanstellt, ist daher problematisch und kann sich nicht auf das Konzil berufen."
Der Katholizismus habe seit jeher ein gelassenes Verhältnis zu Bildern und Statuen unterhalten. Wichtig ist allerdings das Ergebnis im Bibelstreit aus dem 8. Jahrhundert, seitdem man zwischen "Anbetung" und Verehrung" unterscheidet. Demnach könne nur Gott alleine angebetet werden, Bilder des Erlösers, der Gottesmutter und der Heiligen dürften aber nur verehrt werden.
Der Eifer für den einen wahren Gott, der sich in der Versenkung der Figuren im Tiber entladen hat, sei historisch blind. Er sehe nicht, "dass er genau die Tradition fortschreibt, die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet. Verachtung 'heidnischer' Kulturen im Namen der christlichen Wahrheit hat immer wieder ikonoklastische Praktiken freigesetzt", so der Theologe. Das semantische Dynamit, das im Eifer für den wahren Gott gegen die falschen Götzen liegt, könne nur durch eine reflexive Haltung zum eigenen Erbe entschärft werden.
Statuen Dorn im Auge gewesen
Aktivist Alexander Tschugguel hat sich nun zwei Wochen nach der Aktion in einem Video auf YouTube geoutet und seinen bilderstürmerischen Akt in englischer Sprache erläutert. Er erklärte, die Holzfiguren in den Seitenkapellen der Kirche seien ihm ein Dorn im Auge gewesen. Die Statuen, die man unter dem Titel "Pachamama" als Fruchtbarkeitssymbol verehre, stamme nicht aus der Amazonas Region sondern seien viel mehr eigens für die Synode fabriziert und aufgestellt worden. Außerdem handle es sich nicht um altehrwürdige Kulturobjekte.
In der Platzierung dieser "Götzenstatue" im Sakralraum der Kirche sieht Tschugguel einen sichtbaren Verstoße gegen das erste Gebot: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Papst Franziskus wandte sich entschieden gegen die Aktion, wie auch Kardinal Christoph Schönborn. Unterstützung fand Tschugguell hingegen von den Kardinälen Brandmüller und Burke, aber auch von dem ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig Müller.
Im Umfeld der Amazonien-Synode sei wiederholt vom Schrei der verwundeten "Mutter Erde" die Rede gewesen. Eine ganzheitliche Öko-Spiritualität, welche die Natur als "Mutter Erde" sakralisiere, sei allerdings nicht unproblematisch. "Sie unterläuft die theologische Differenz zwischen Gott, dem Schöpfer und der Welt als seiner Schöpfung", erläuterte der Theologe.
Katholisch.de, 2.2.2020
Vorfall hatte während Amazonas-Synode für Aufsehen gesorgt
Tück: "Pachamama"-Versenker hinter Zweites Vatikanum zurückgefallen
Ein Aktivist warf während der Amazonas-Synode indigene Holzfiguren in den Tiber. Damit habe er eine Tradition fortgeschrieben, "die die Missionsgeschichte der Kirche bis heute belastet", betont der Dogmatiker Jan-Heiner Tück.
Samstag, 1. Februar 2020
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