Samstag, 20. Dezember 2014

Weihnachtsbotschaft 2014 von Bischof Erwin Kräutler

„Das wahre Licht,
das jeden Menschen erleuchtet,
kam in die Welt
(Joh 1,9)

Leuchte, du wahres Licht
wenn wir nach dem Sinn des Lebens suchen,
wenn Sorgen uns plagen,
wenn Leid uns bedrückt.

Brenne, du göttliches Licht
wenn wir die Geduld verlieren,
wenn Misstrauen uns lähmt,
wenn unser Einsatz notwendig ist.

Glühe, du himmlisches Licht
wenn wir für Recht und Gerechtigkeit eintreten,
wenn uns Schwestern und Brüder um Hilfe bitten,
wenn wir die Schöpfung und die Würde der Menschen verteidigen.


Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

An Weihnachten feiern wir das wahre Licht, das in die Welt kam,
das Feuer, das in der Nacht von Betlehem entflammte,
die Liebe Gottes, die uns im Kind in der Krippe erstrahlt.
Möge dieses Licht die Liebe entzünden,
die Herz und Hände öffnet und Brücken zu anderen schlägt.

Mit den Menschen am Xingu
entbiete ich die besten Wünsche für Weihnachten und das Neue Jahr,

Erwin Kräutler
Bischof vom Xingu



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Montag, 15. Dezember 2014

Ecuador: 13 Tote nach Erdrutsch beim Staudamm "Coca Code Sinclair"

ORF, 14.12.2014
Unfall auf Kraftwerksbaustelle in Ecuador - 13 Tote
Bei einem Unfall auf der Baustelle eines riesigen Wasserkraftwerks im Osten von Ecuador sind 13 Menschen ums Leben gekommen. Wie Staatspräsident Rafael Correa über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, starben bei dem „schweren Unfall am Samstagabend“ zehn Ecuadorianer und drei Chinesen.

Laut einem Bericht des staatlichen Rundfunks wurden zwölf weitere Menschen verletzt. Demnach wurde das Unglück durch den Einsturz eines Tunnels im Maschinenraum ausgelöst.

Projekt von China finanziert
Das Wasserkraftwerk Coca Codo Sinclair im Amazonasgebiet wird vom chinesischen Unternehmen Sinohydro gebaut. 7.000 Menschen arbeiten auf der Baustelle, ein Fünftel davon Chinesen. Die Kosten für das von Peking finanzierte Großprojekt betragen Schätzungen zufolge mehr als zwei Mrd. Dollar (1,6 Mrd. Euro). Das Kraftwerk soll 2016 in Betrieb genommen werden. Es soll 1.500 Megawatt Strom produzieren, was mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs in dem lateinamerikanischen Land ist.

Im April waren im Süden von Ecuador auf einer anderen von China betriebenen Baustelle für ein Wasserkraftwerk vier chinesische Techniker bei einer Explosion verunglückt. Insgesamt werden in dem Land derzeit acht Wasserkraftwerke gebaut. Ecuador, das auch Erdöl fördert, will unabhängig von ausländischem Strom werden und saubere Energie exportieren.


amerika21.de, 24.01.2011
Mit Wasserkraft zur energetischen Unabhängigkeit
Regierung Ecuadors beschließt Großprojekt zur Stromerzeugung. Wasserkraftwerk "Coca Codo Sinclair" soll Energiekrise lösen


Straßenkinder.de, 3. Mai 2014
San Rafael gegen chinesischen Staudamm
Die chinesische Firma Coca-Codo Sinclair will mit ihrem Wasserkraftwerk-Projekt die Wassermassen des río Coca umleiten, um Energie aus ökologischen Quellen zu beziehen. Seit 2010 ist das Projektbereits in Planung und die höchste „cascada“ Ecuadors (146m) bereits aus den meisten Reiseführern gestrichen. Das Bild des San Rafaels ziert in der Region Napo und Sucumbíos Busse, Schilder, Werbebanner und zählt zu einer der representativsten, aber vor allem schönsten Naturwunder der Region Amazónica, zwischen Andenkordischere und Amazonas. Darüber hinaus befindet sie sich in der Reserva Biológica Sumaco, was heißt, dass sie eigentlich geschütz sein sollte, aber was tut man nicht alles für „saubere“ Energie.

Univision, 14.12.2014
Accidente en central eléctrica Coca Codo Sinclair de Ecuador deja 13 muertos


Fotos vom Besuch des Präsidenten Rafael Correa beim Projekt Coca Code Sinclair am 23. Juli 2012 


El projecto Coca Codo Sinclair (Ministerio de Electricidad)


COCA CODO SINCLAIR HYDROELECTRIC PROJECT (ASTEC)

El Telégrafo, 20.11.2014
Coca Codo Sinclair avanza en un 74,75% (Galería)
La obra beneficia a 16 mil habitantes de la zona por prácticas de compensación.


El Telégrafo, 14.12.2014
Comité investiga accidente en Coca Codo Sinclair que dejó 13 fallecidos

Sonntag, 14. Dezember 2014

Minimale Ergebnisse beim Klimagipfel in Lima


FAZ, 15.12.2014
Sorgen und Appelle
Was Lima dem Klima bringt
Die Sorgen sind groß: die bisherigen Bemühungen, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren, reichen nicht aus. Die Beschlüsse von Lima im Überblick.

Domradio, 14.12.2014
Weltklimagipfel einigt sich auf Eckpunkte für Vertrag
Eisiger Wind aus Lima
Nach zähem Ringen hat sich die UN-Klimakonferenz in Lima auf Eckpunkte für einen Weltklimavertrag geeinigt. Umweltverbände und Entwicklungsorganisationen haben mit großer Enttäuschung auf die Ergebnisse des Gipfels reagiert.


Spiegel-Online, 14.12.2014
Uno-Klimatagung in Lima: Verzockt
Die Uno-Konferenz in Lima ist an ihrem wichtigsten Ziel gescheitert: Statt die entscheidenden Voraussetzungen für ein Happy End der Klima-Verhandlungen zu schaffen, verheddern sich die Teilnehmer im Klein-Klein. Beim nächsten Gipfel in Paris droht ein Desaster.

Was waren sie alle optimistisch. Als die USA und China Mitte November ihre gemeinsame Klimaschutz-Initiative verkündeten, reagierten Umweltschützer und -politiker geradezu euphorisch. Das größte Hindernis auf dem Weg zu einem neuen, umfassenden internationalen Klimavertrag sei beseitigt: Die beiden Anführer von Industrie- und Schwellenländern hätten sich zusammengetan, die Blockade der internationalen Klimaverhandlungen sei gelöst.

Bei genauerem Hinsehen gab es freilich schon damals Gründe, an dieser These zu zweifeln. Die Skeptiker wurden nun bestätigt. Die Klimakonferenz im peruanischen Lima hat eindrucksvoll bewiesen, dass gar nichts gelöst ist. Die tiefen Gräben zwischen Industrie- und Schwellenländern bestehen nach wie vor. Bei den zentralen Fragen - der genauen Gestaltung der Klimaschutz-Bemühungen und der Finanzhilfen für Entwicklungsländer - gab es kaum Fortschritte.

Dabei sollte das Weltklima eigentlich längst gerettet sein.


ARD-Tagesschau, 14.12.2014
Weltklimakonferenz in Lima
Doch noch ein Minimalkonsens für das Klima
Der Rohentwurf für das Abkommen umfasst 37 Seiten und ist dem Lima-Beschluss als Anhang beigefügt. Der Entwurf ist eine Liste von Wünschen, die unverbindlich sind und noch zahlreiche Optionen enthalten. Verhandelt und entschieden wird erst in einem Jahr in Paris. Eher schwach fielen die Vorgaben für die nationalen CO2-Minderungsziele aus. Angestrebt waren vergleichbare Kriterien. Das ist weitgehend misslungen, denn die Angaben sind de facto freiwillig. Bis März müssen die meisten nationalen Minderungszusagen gemacht werden.


Süddeutsche, 14. Dezember 2014
UN-Gipfel in Lima
Klimaschutz, so einfach wie nutzlos
Der Gipfel in Lima war eine Enttäuschung. Klimaschutz wird immer mehr zu einem Projekt der Freiwilligkeit: ohne Kontrolle, ohne Ehrgeiz, ohne Gewähr. Auch dem Gipfel 2015 in Paris droht das Scheitern. Europa muss jetzt für eine neue zwischenstaatliche Ordnung Mitstreiter suchen.


FOCUS, Montag, 15.12.2014
Nicht viel Neues nach Lima
Warum die schwachen Ergebnisse der Klimakonferenz kein wirkliches Problem sind
Ein Klimagipfel folgt auf den nächsten, statt konkreter Maßnahmen einigt man sich auf die nächste Verhandlungsrunde. Warum schwache Ergebnisse im Abschlussbericht dennoch kein Problem darstellen, erklärt FOCUS-Online-Experte Helge Jörgens.


Süddeutsche, 14. Dezember 2014
Klimagipfel in Lima
Harmloser Hammerschlag
Durchbruch und völliges Scheitern liegen bei der Klimakonferenz in Lima verdammt nah beieinander. Am Ende steht ein Kompromiss. Kritikern geht der längst nicht weit genug - sie befürchten, dass der Klimawandel schneller voranschreitet als die Politik.

Als der Hammer gefallen ist, setzt Manuel Pulgar-Vidal sein breitestes Lächeln auf und blickt einmal durch den riesenhaften Saal. Die Erleichterung ist ihm anzusehen. "Ich habe in den letzten zwei Tagen viel gelernt", sagt er dann. "Mehr als in der Zeit vor den zwei Tagen." Für einen 52-Jährigen ist das ein starker Satz. Er könnte aber stimmen.


Die Zeit, 13. Dezember 2014
Verhandlungen in Lima
Ein Grundsatzstreit spaltet den Klimagipfel

Auf der Konferenz in Lima debattieren die Delegierten über ein neues Kompromisspapier. Der Widerstand ist groß, eine Einigung nicht in Sicht.
Die größte Frage dieses Klimagipfels wird in Lima vermutlich nicht mehr gelöst: Welchen Regeln muss sich die Klimapolitik der wirtschaftlich starken Schwellenländer künftig unterwerfen? Für die Industriestaaten ist die Sache klar: Sie wollen die strenge Trennung zwischen ihnen und Ländern wie China, Indien oder Saudi-Arabien abschwächen. Die sogenannte Brandmauer war bisher ein zentrales Element des Verhandlungsprozesses.

Die EU, die USA und mit ihnen einige Entwicklungsländer fordern aber: Auch die wohlhabenden Schwellenländer sollen klimapolitische Verantwortung übernehmen, durch konkrete Emissionsziele und Finanzhilfen für arme Länder, und sie sollen sich mit gleichem Maß messen lassen wie die Industriestaaten. Die Welt habe sich fundamental verändert, seit im Jahr 1997 das Kyoto-Protokoll unterzeichnet wurde, argumentieren sie. Doch die Gegenseite wehrt sich auch an diesem Samstag, einen Tag nach dem offiziellen Ende des Gipfels, mit aller Kraft.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Bischof Erwin Kräutler erhält Ehrenpreis des Buchhandels

Kathpress, 10.12.2014
Bischof Kräutler erhält Ehrenpreis des Buchhandels
10.000-Euro-Auszeichnung an "Sprachrohr all jener Menschen, die von der Politik vernachlässigt und deren Rechte beschnitten werden"
Wien, 10.12.2014 (KAP) Bischof Erwin Kräutler erhält den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Das gab der Hauptverband des österreichischen Buchhandels (HVB) am Donnerstag bekannt. Überreicht wird die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die üblicherweise während der "Buch Wien" verliehen wird, Anfang Mai 2015, wenn der aus Vorarlberg stammenden Bischof der Prälatur Xingu im brasilianischen Amazonasgebiet seinen nächsten Besuch in Österreich macht.

"Bischof Erwin Kräutler kämpft kompromisslos und beharrlich für die Menschen am Amazonas, deren Lebensraum durch die Abholzung von Regenwäldern und die Regierungspläne zur Errichtung des Staudammes Belo Monte massiv bedroht ist", heißt es in der Jurybegründung. "Der Vorarlberger versteht sich als Sprachrohr all jener Menschen, die von der Politik vernachlässigt und deren Rechte beschnitten werden." Trotz ständiger persönlicher Gefährdung setze Bischof Kräutler sich unermüdlich für Menschenrechte ein. "Seine zahlreichen Bücher geben einen umfassenden Einblick in sein von Mitmenschlichkeit geprägtes Lebenswerk", so die Jury über die Wahl des diesjährigen Ehrenpreisträgers.

Erwin Kräutler wurde 1939 in Vorarlberg geboren und trat in den Orden der Missionare vom Kostbaren Blut ein. Er studierte Theologie und Philosophie in Salzburg und ist seit seiner Priesterweihe 1965 als Missionar in Brasilien tätig, seit 1981 ist er Bischof von Xingu. Für seinen Einsatz für die Umwelt und die indigenen Völker wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Romero-Preis, mehreren Ehrendoktoraten sowie 2010 mit dem Alternativen Nobelpreis. Zuletzt veröffentlichte Kräutler das Buch "Mein Leben für Amazonien. An der Seite der unterdrückten Völker" (Tyrolia Verlag) und "Kämpfen, glauben, hoffen: Mein Leben als Bischof am Amazonas" (Vier Türme).

Der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird vom HVB und dem Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gemeinsam verliehen. Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger waren u.a. Kardinal Franz König, Simon Wiesenthal und Hugo Portisch. 2013 wurde Barbara Coudenhove-Kalergi mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Hauptverband des österreichischen Buchhandels, 10.12.2014
Bischof Erwin Kräutler erhält den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels
Der diesjährige Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln geht an Bischof Erwin Kräutler.
„Bischof Erwin Kräutler kämpft kompromisslos und beharrlich für die Menschen am Amazonas, deren Lebensraum durch die Abholzung von Regenwäldern und die Regierungspläne zur Errichtung des Staudammes Belo Monte massiv bedroht ist. Der Vorarlberger versteht sich als Sprachrohr all jener Menschen, die von der Politik vernachlässigt und deren Rechte beschnitten werden. Trotz ständiger persönlicher Gefährdung setzt Bischof Kräutler sich unermüdlich für Menschenrechte ein. Seine zahlreichen Bücher geben einen umfassenden Einblick in sein von Mitmenschlichkeit geprägtes Lebenswerk“, begründete die Jury die Wahl des diesjährigen Ehrenpreisträgers.