Montag, 6. Februar 2012

Dammbau am Xingu führt bereits zu Überflutungen

Die Absperrung eines Armes des Xingu bei der Insel Pimentel durch einen Erddamm sowie die einsetzenden Regenfälle führten zu einem für diese Jahreszeit noch nie dagewesenen Anstieg des Xingu um 7,20 Meter. In Altamira stehen die Flußniederungen bereits unter Wasser und die ersten Familien müssen evakuiert werden.


Ungewiss soll außerdem das Ausmaß der Überflutungen entlang des Xingu sein. Erst jetzt wurde die Firma CART beauftragt, den Wasserstand zu erheben, der durch den Staudamm in der Ansiedlung Assurini zu erwarten ist. Diese Ansiedlung wurde während der letzten 20 Jahre am rechten Xinguufer entlang der Großen Schleife vom nationalen Siedlungsinstitut INCRA errichtet, ca. 6.000 Familien wohnen hier. Sie produzierten 2010 an die 60 % der landwirtschaftlichen Güter für die Stadtbevölkerung von Altamira. Befürchtet wird nun, dass auch die Ansiedlung Assurini vom Ansteigen des Wasserstandes betroffen sein könnte.

Auch bei anderen Wasserkraftwerksbauten stellten sich im Nachhinein viel größere Auswirkungen auf die Umwelt und Siedler ein als zunächst angenommen. So sind z.B. die beim Kraftwerk Santo Antônio überfluteten Gebiete entlang des Rio Madiera teilweise um 9 km breiter geworden als ursprünglich von IBAMA genehmigt.

Aos Olhos do Povo, 4.2.2012
Licenciamento às avessas: empresa inicia desvio do Xingu sem saber até onde chega o lago da barragem.

Anapu em foco, 4.2.2012
CHEIA DO XINGU DEIXA MAIS DE CEM FORA DE CASA EM ALTAMIRA

Altamira Hoje, 3.2.2012
Rio Xingu sobe acima do normal

Xingu Vivo, 30.1.2012
Ensecadeira se estende de ponta a ponta em canal do rio Xingu, inundando trechos florestados de ilha e terra firme

Samstag, 4. Februar 2012

Inbetriebnahme des Kraftwerks Santo Antônio wieder verschoben

Die Inbetriebnahme der hydroelektrischen Turbinen des Kraftwerks Santo Antônio am Rio Madeira (RO), die diese Woche hätten stattfinden sollen, wurden auf Ende Februar verschoben. Dies bedeutet, dass frühestens im März mit der Stromproduktion begonnen werden kann. Laut Zeitplan hätten bereits im Dezember zwei Turbinen in Betrieb gehen und 144 MW Strom produzieren sollen.

Das Lieferanten-Konsortium Alstom, Voith und Andritz soll den Fehler bereits erkannt haben. Doch nur weitere Tests und eine Inbetriebnahme werden zeigen, dass das Problem behoben werden konnte.

Rondoniaovivo, 3.2.2012
Testes em turbinas da UHE Santo Antônio são novamente adiados, Consórcio Construtor se cala

Metso liefert Baumaschinen für Belo Monte


Der finnische Maschinenbaukonzern Metso wurde vom brasilianischen Consorcio Construtor Belo Monte mit der Lieferung von Equipment für den Bau eines Wasserkraftwerks im brasilianischen Bundesstaat Pará beauftragt.

Es geht um drei große automatisierte Gesteinszerkleinerungsanlagen sowie zwei portable und zwei mobile Lokotrack Vorbrech- und Siebeinheiten. Die Auslieferung ist für das erste Quartal 2013 geplant. Das Auftragsvolumen wurde mit insgesamt rund 30 Mio. Euro beziffert. Ersatzteile sowie Wartungs- und Servicedienstleistungen sind inkludiert.

Estadão, 3.2.2012
Metso fornecerá equipamentos para Belo Monte

Metso Corporation’s press release, 3.2.2012
Metso to supply fully automated crushing plant to Consórcio Construtor Belo Monte in Brazil 

Wallstreet-Online, 3.2.2012
Metso erhält Auftrag aus Brasilien

Montag, 30. Januar 2012

Belo Monte im Fokus des Weltsozialforums

Deutsche Welle, 29.1.2012
UN-Umweltgipfel im Fokus des Weltsozialforums

Auf dem Weltsozialforum in Brasilien stand der UN-Gipfel zur Nachhaltigen Entwicklung Rio+20 im Mittelpunkt. Viel diskutiert wurde auch das brasilianische Waldschutzgesetz sowie der Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte.

Die zwei kritischsten Fälle sind nach Bewertungen von Greenpeace Brasilien: die Änderung des brasilianischen Waldschutzgesetztes und der Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte. Die Konstruktion des Staudamms im Fluss Xingú im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará ist zwar eines der Lieblingsprojekte der brasilianischen Regierung, sorgt aber weiterhin für viel Streit. Einerseits betont die Regierung immer wieder, das Kraftwerk bringe Jobs und Entwicklung in die Region. Außerdem sei es weltweit das Wasserwerk mit der drittstärksten Kapazität. Andererseits kritisieren Umweltschützer, Gruppen zum Schutz der indigenen Rechte und die brasilianische Staatsanwaltschaft das Ausbleiben von vielen notwendigen Konsultationen auf verschiedenen Ebenen. Schließlich fehlen bisher Studien zu den sozio-ökologischen Auswirkungen des Kraftwerks.
Das brasilianische Bergbauunternehmen VALE ist für den Bau des Staudamms mitverantwortlich. Erst am Freitag (27.01.2012) erhielt der Konzern den Preis für das "übelste Unternehmen" der Welt 2012. Die sogenannten "Public Eye Awards" prämieren seit zwölf Jahren in einem öffentlichen Abstimmungsverfahren der Zivilgesellschaft Unternehmen, die sich besonders schlecht gegenüber Mensch und Umwelt verhalten. Der diesjährige Träger dieses Schmähpreises wurde während des Weltwirtschaftsforums in Davos verkündet. Auch auf dem Weltsozialforum fand die Preisvergabe diese Woche großen Widerhall.

Der Standard, 29.1.2012
Weltsozialforum sucht Weg jenseits von Markt und Staat
Porto Alegre - Ureinwohner aus Ecuador, Studenten aus Chile, Intellektuelle aus Palästina und Frankreich: Aktivisten aus aller Welt tummelten sich am Wochenende im alten Gaswerk von Porto Alegre. Die Abschlussveranstaltung des Weltsozialforums (WSF) zeigte die ganze Vielfalt der globalisierungskritischen Bewegung.

LatinaPress, 29.1.2012
Weltsozialforum in Brasilien fordert gerechtere Globalisierung
Grundlegenden Wandel im Umgang mit der Umwelt gefordert
Mit Forderungen nach einer gerechteren Globalisierung, dem Aufruf zu einem weltweiten “Tag der Mobilisierung” für den 5. Juni gegen den Kapitalismus und für mehr soziale und ökologische Gerechtigkeit, ist im brasilianischen Porto Alegre (Süden) ein fünftägiges Treffen des Weltsozialforums zu Ende gegangen

Financial Times, 25.1.2012
Dixi-Klo oder Bananenbaum beim Weltsozialforum
Die Besucher des Weltsozialforums wollen der Welt zeigen, dass ein besseres Leben möglich ist. Wie es aussehen soll, darüber gehen die Ansichten auseinander.