Mittwoch, 1. Juli 2015

Bischof Erwin Kräutler feiert goldenes Priesterjubiläum in Salzburg


Salzburger Fenster, 1. Juli 2015
Erwin Kräutler feiert goldenes Priesterjubiläum in Salzburg
Vor 50 Jahren wurde Erwin Kräutler im Dom zu Salzburg zum Priester geweiht. Gleich danach ging er als Missionar in das brasilianische Amazonasgebiet an den Xingu

„Dom Erwin“ ist dort seit 1981 Bischof einer der größten Diözesen der Welt einen mutigen, aber auch schwierigen Kampf zum Schutz der Umwelt (hier wird bereits eifrig am Monsterkraftwerk Belo Monte gebaut) und der vertriebenen indigenen Bevölkerung Amazoniens austrägt. Sein goldenes Priesterjubiläum feiert Kräutler in Salzburg – mit einem Gottesdienst im Dom und einem Vortrag am Montag, wo er Bilanz zieht über fünf Jahrzehnte in Amazonien.

So, 5. 7., 10 Uhr, Festgottesdienst im Dom zu Salzburg.
Mo., 6.7., 19 Uhr, Vortrag in St. Virgil, Ernst-Grein-Str. 14, Salzburg,
Beitrag: 10 Euro, Anmeldung erforderlich: 0662-65901-514 bzw. online auf www.virgil.at.


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Kathpress, 4.7.2015
Bischof Erwin Kräutler feiert Goldenes Priesterjubiläum
Ehrung für Amazonas-Bischof mit Festgottesdienst und Vortrag in Salzburg

vorarlberg.orf.at, 25.5.2015
Bischof Kräutler in den „Ansichten“
In den „Ansichten“ am Pfingstmontag spricht Johannes Schmidle mit Bischof Erwin Kräutler zum Thema „1965-2015: 50 Jahre am Xingu“. Kräutler lebt und wirkt seit 1965 in Brasilien.


Bereits am Sonntag, 28.6.2015 feierte Bischof Erwin Kräutler in der Pfarrkirche St. Kilian in Koblach den Dankgottesdienst zum 50-jährigen Priesterjubiläum, gestaltet von Vokale Neuburg und der Gruppe Koblach am Xingu


Statement der Gruppe Koblach am Xingu zum Jubiläum (als PDF) :

Sonntag, 28. Juni 2015

Öl-Plattformen in der Bucht von Rio

orf.at, 27.6.2015
Wirtschaftshoffnung vs. natürliche Idylle
Es ist das Postkartenmotiv Nummer eins von Rio de Janeiro - die Christusstatue mit Blick über die Stadt, den Zuckerhut und in die darunterliegende Bucht Guanabara. Seit vor der Küste gigantische Mengen an Öl entdeckt wurden, ist der brasilianische Touristenhotspot aber nicht mehr ganz so idyllisch. In mehreren tausend Metern Tiefe verstecken sich immense Energieressourcen, durch deren Förderung sich Brasilien einen wahren Wirtschaftsschub erhofft. Ob dieser auch tatsächlich realisiert werden kann, ist immer unsicherer. Die Risiken sind nämlich enorm.


Mehr zum Thema:

Spiegel-Online, 21.10.2013
Brasilien: Fünf Konzerne ersteigern Riesen-Ölfeld vor Rio
Es geht um bis zu zwölf Milliarden Barrel Öl in großer Meerestiefe: Ein Konsortium aus Europa, China und Brasilien hat sich die Förderrechte für ein riesiges Ölfeld vor der Küste Rio de Janeiros gesichert. Kritiker sprechen vom Ausverkauf des Landes.

Der Tagesspiegel, 22.10.2013
Rohstoff-Auktion
Brasilien vergibt Riesen-Ölfeld und wird zur neuen Energiesupermacht
Eine der größten Ölquellen der Welt kam in Brasilien unter den Hammer. Käufer ist ein kurioses internationales Konsortium aus fünf Konzernen. Die strategische Bedeutung des Deals ist riesig für das südamerikanische Land.

Zeit-Online, 4.11.2013
Einfach abgeschreckt
Vor Rio de Janeiro liegt ein riesiges Ölfeld. Die meisten internationalen Ölkonzerne interessiert das nicht.

Blog-Archiv vom 22.10.2013
Ölfeldauktion in Brasilien: Proteste und nur ein einziger Bieter

Samstag, 27. Juni 2015

CIMI-Bericht: Morde an Indigenen sind 2014 um 32,1 % gestiegen


Blickpunkt Lateinamerika, 25.6.2015
Cimi-Bericht: Gewaltausmaß gegen Indigene alarmierend

Eine Indígena vom Volk der Kokama bei der traditionellen Gesichtsbemalung ihrer Tochter in der Stadtrand-Siedlung Brasilerinho bei Manaus. Foto: Adveniat/Pohl

Cimi, der Indigenenmissionsrat der Brasilianischen Bischofskonferenz, spricht in seinem Bericht für das Jahr 2014 von einem deutlichen Anstieg der Gewalt gegen Indigene in Brasilien.

Das 180 Seiten starke Dokument stellt Berichte von Betroffenen, von indigenen Anführern und indigenen Organisationen, zusammen. Ergänzt werden diese durch Informationen von Cimi-Missionaren, die sich vor Ort ein Bild gemacht haben.

Seit mehr als 20 Jahren rüttelt der Cimi-Bericht Brasilien und die Welt wach. Der Indigenenmissionsrat nennt das Dokument einen kollektiven Aufschrei der mehr als 300 indigenen Völker und der etwa 100 isoliert im Amazonasgebiet lebenden Indigenengruppen.

2014 wurden in Brasilien 138 Indigene umgebracht. Die Zahl der Gewaltdelikte sei insgesamt angestiegen. In 84 Fällen wurde in indigenes Land eingefallen, um illegal Rohstoffe auszubeuten. 135 Indigene begingen Selbstmord. 785 Kinder im Alter bis zu fünf Jahren starben. In 118 Fällen seien Demarkierungen und andere Regelungen, die indigenes Land betreffen, verzögert oder gar nicht umgesetzt worden - mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2013. Hier lag der Bundesstaat Pará an der Spitze, in dem das umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte gebaut wird. Der Bericht erkennt generell einen Zusammenhang zwischen staatlicher Verzögerungstaktik bei der Demarkierung indigenen Landes und dem Bau von Wasserkraftwerken.

Brasilien erkennt seine historische Schuld nicht an
Die Anthropologin Lucía Helena Rangel, die Cimi berät und für die Koordination des jährlich erscheinenden Berichtes verantwortlich zeichnet, spricht von einem alarmierenden Ausmaß an Gewalt gegenüber den Indigenen. Es handele sich um ein Muster, das sich stets wiederhole. Unterschiede zum Bericht für 2013 ließen sich kaum erkennen. Rangel sieht die Ursache für den Hass auf die Indigenen in der fehlenden Anerkennung der historischen Schuld, die Brasilien den indigenen Völkern gegenüber auf sich geladen habe. Die Geschichte des Landes sei von Gewalt geprägt. Die Sklavenhaltermentalität wirke im heutigen Brasilien nach. Werde über Menschenrechte gesprochen, so erschaudere die Elite.

Wer Widerstand leistet, riskiert sein Leben
In der Selbstmordstatistik hält der Bundesstaat Mato Grosso do Sul einen erschreckenden Rekord. Hier nahmen sich im vergangenen Jahr 48, zumeist junge Indigene das Leben. Im Zeitraum 2000 bis 2014 betrug die Zahl der Selbstmorde in Mato Grosso do Sul 707. Die Anthropologin Rangel weist auf einen starken Zusammenhang von Selbstmord, Rassismus und Landkonflikten hin. Letztere bildeten auch ganz überwiegend den Hintergrund für die 138 verübten Morde an Indigenen. Die Botschaft: Wer Widerstand leistet, muss damit rechnen, dafür mit seinem Leben zu zahlen. Neben erneut Mato Grosso do Sul entfielen die meisten Fälle auf den Bundesstaat Amazonas und auf Bahia. In einigen Fällen war es zu gewaltsamen Konflikten unter Indigenen gekommen, bei denen Alkohol im Spiel war. Jahr für Jahr steigt dem Cimi-Bericht zufolge die Kindersterblichkeit bei Indigenen. Besonders betroffen waren die Xavante und die Yanomami, die 116 bzw. 46 tote Kinder betrauerten.

Cimi verlangt indigene Wahrheitskommission
Cimi fordert in dem Bericht die Einrichtung einer indigenen Wahrheitskommission, um die schweren Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern in Brasilien ans Licht zu bringen. Denn vieles bleibt bislang im Verborgenen. Außerdem plädiert der Indigenenmissionsrat für Informationskampagnen in ganz Brasilien, um der Bevölkerung die Respektierung der Rechte der indigenen Völker nahezubringen, welche die Verfassung garantiert. Lucía Helena Rangel hofft, der Bericht trage zu einer humaneren Indigenenpolitik in Brasilien bei.

Bericht Pflichtlektüre für die Verantwortlichen
Cimi möchte mit dem Bericht Jahr für Jahr die Menschen stärker für die indigenen Belange sensibilisieren und den brasilianischen Staat dazu antreiben, sich, wie es seine Pflicht ist, entschlossen für diese einzusetzen. Wer sich an Indigenen vergehe, müsse bestraft werden. Bedauerlicherweise nehme die Gewalt gegen Indigene jedoch Jahr für Jahr zu. Wer dem zuschaue, mache sich zum Komplizen, letztlich vielleicht sogar eines Ethnozids. Der Cimi-Bericht sei für die Verantwortlichen in Brasilien Pflichtlektüre.


amerika21.de, 30.06.2015
Morde an Indigenen in Brasilien haben zugenommen
Missionsrat sieht den Grund in der Verzögerung der Demarkation indigenen Landes. 2014 gab es die höchste Selbstmordrate von Indigenen seit 30 Jahren


CIMI, 19/06/2015
Aumentam os índices de assassinato, suicídio e mortalidade infantil de indígenas, aponta relatório do Cimi
Houve um severo aumento da violência e das violações praticadas contra os povos indígenas no Brasil em 2014, especialmente em relação aos casos de assassinatos, suicídios, mortes por desassistência à saúde, mortalidade na infância, invasões possessórias e exploração ilegal de recursos naturais e de omissão e morosidade na regularização das terras indígenas. Esta é a constatação do Relatório Violência Contra os Povos Indígenas no Brasil – dados de 2014, que o Conselho Indigenista Missionário (Cimi) lançou na tarde desta sexta-feira, 19, na sede da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB), em Brasília.
Baixe o arquivo: Relatório de Violências Contra os Povos Indígenas – Dados 2014


O Globo, 19/06/2015
Número de índios assassinados cresceu 32,1% em 2014, diz Conselho Indigenista Missionário
Entidade culpa omissão do governo federal por violações dos direitos dos povos indígenas
BRASÍLIA - O número de índios assassinados no Brasil cresceu 32,1% no ano passado. Foram 70 casos em 2014, contra 53 em 2013. Mato Grosso do Sul, onde há vários conflitos entre indígenas e produtores rurais, foi o estado com mais assassinatos: 25. Em seguida vêm Bahia, com 15, e Amazonas, com dez. Os dados são do relatório "Violência contra os povos indígenas no Brasil", divulgado nesta sexta-feira pelo Conselho Indigenista Missionário (Cimi), ligado à Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB). O Cimi culpa principalmente o governo federal pela violação dos direitos dos índios em 2014.


Agencia Brasil, 19.6.2015
Cimi atribui aumento da violência contra índios à demora na demarcação de terras
De acordo com o conselho indigenista, vinculado à Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB), nenhuma terra indígena foi homologada pela presidenta Dilma Rousseff em 2014. No total, 600 áreas são reivindicadas pelos índios como território tradicional. Apenas duas foram identificadas (Xeta Herarekã, no Paraná, e Xakriabá, em Minas Gerais) e uma foi declarada como terra indígena (Paquiçamba, no Pará) pelo Ministério da Justiça.

Freitag, 26. Juni 2015

Landkonflikte in Anapu: Fazendeiros machen sich zu Opfern

Schwester Dorothy Stang setzte sich jahrzehntelang in Anapu für eine Landreform und die Ansiedlung von Kleinbauern ein. Um die Jahrtausendwende gelang ihr die Gründungen der Siedlungsprojekte (PDS) Virola Jatobá und Esperança für ca. 600 Familien. Damit wurde Dorothy zur Zielscheibe für die Fazendeiros, die sie am 12.2.2005 durch Pistoleiros erschießen ließen.
Es kam zu Verhaftungen und zu Verurteilungen. Aber inzwischen sind die Mörder und Hintermänner der Tat sind auf freiem Fuß und halten sich wieder im Landesinneren von Anapu auf. Bida und Taradão organisierten vor kurzem auf ihrer Fazenda einen Hahnenkampf. Eine neue Etappe der Landkonflikte ist ausgebrochen. Dabei machen sich die Täter zu Opfern, denn derzeit beklagen die Großgrundbesitzer, dass sie von Kleinbauern und Landlosen bedroht oder überfallen werden. Und Padre Amaro sowie die Landpastoral (CPT) würden dieses Vorgehen unterstützen.


Zu Fronleichnam (4.6.205) wurde Padre Amaro in Anapu von TV Record zu den Vorwürfen interviewt, Geld von Großgrundbesitzern zu kassieren, um Landlose von der Invasion von Ländereien abzuhalten. Das Video dazu wurde am 9. Juni auf Facebook von Rede Altamira veröffentlicht. Demnach würden alle Fazendeiros von Anapu dem Padre Geld geben, um in Ruhe gelassen zu werden.
Padre Amaro bestreitet, Geld bekommen zu haben.  Es gibt keine Beweise. Die Vorwürfe sind absurd.

Am 18. Juni wurde die Erstürmung der Fazenda von Antônio Borges Peixoto sowie dessen Befreiung durch die Bundespolizei gebracht. Dabei beklagt Peixoto, dass er bei all dem gewaltsamen Vorgehen der Invasoren auch seinen Sohn verloren hätte. Er hätte wieder Angst, weil es so sei wir früher, als die Straße abgesperrt und sein Sohn bedroht wurde - "in dieser Kammer da hinten wurde er vor zwei Jahren ermordet", sagt Peixoto.
Augusto starb jedoch vor 3 Jahren aufgrund einer Überdosis an Drogen.

Außerdem ist zu erwähnen, dass die ansässigen und ortskundigen Bauern die meisten der auf dem Video zu sehenden Invasoren nicht kennen, auch nicht den namentlich genannten João Campos. Sie sollen dafür bezahlt worden sein, wie auch einige aus der Gegend, die sich schon immer für Interessen der Großgrundbesitzer verkauft haben, wie Mauro Paulistinha oder Carlos Fleck (Gaucho).
Man geht davon aus, dass "alles gestellt" ist, um die Kleinbauern vor Ort einzuschüchtern und zu kriminalisieren.


TV Record Altamira, 9 de junho de 2015
ANAPÚ: TERRA DO MEDO!
Fazendeiros pagam propina ao Padre para não serem ameaçados

TV Record Altamira, 18. Juni 2015
OPERAÇÃO EM ANAPÚ: POLÍCIA DESOCUPA FAZENDA E LIBERA FAZENDEIRO PEIXOTO QUE ESTAVA EM CÁRCERE PRIVADO.

TV Record Altamira, 24. Juni 2015
CLIMA TENSO EM ANAPÚ, E A RECORD ACOMPANHA COM EXCLUSIVIDADE!
Posseiros invadem fazenda e destroem a sede.

Mehr zum Thema:

Folha do Bico, 14 de fevereiro de 2014
Agricultor de Anapu-PA que recebia proteção da Força Nacional é preso por extorsão
Em Altamira, no sudoeste do Pará, a Polícia Federal prendeu dois agricultores suspeitos de praticar crime de extorsão contra um fazendeiro. Um dos suspeitos era testemunha protegida por policiais da Força Nacional de Segurança há dois anos e meio.

Reporter Brasil, 18/02/2005
Padre Amaro, ameaçado no Pará: “violência só acaba com reforma agrária”
Em entrevista exclusiva, o padre que trabalhava em Anapu (PA) com a irmã Dorothy Stang, assassinada há uma semana, faz um relato sobre a violência que atinge o dia-a-dia dos trabalhadores na região e discute como o Estado pode mudar a realidade amazônica