Freitag, 22. März 2019

Bischof Erwin Kräutler unterstützt Protest gegen Pensionsreform


Aus Protest gegen die geplante Pensionsreform der Regierung Bolsonaro gingen in Altamira rund 2000 Menschen auf die Straßen. Am meisten Kritik gibt es am Plan der Kapitalisierung sowie an den Änderungen bei Sozialleistungen, den sog. BPC. Auch Erwin Kräutler, emeritierter N´Bischof von Altamira, nahm daran teil und zeigte sich solidarisch.

Bereits die Regierung Temer hatte die Pensionsreform in Angriff genommen, aber Bolsonaro hat die Schwerpunkte verändert. Der Plan sieht für jene, die neu in die Arbeitswelt eintreten, einen Pensionsantritt mit 65 Jahren für Männer und 62 Jahren für Frauen vor, wenn mindestens 30 (Frauen) bzw. 35 Jahre (Männer) in den Pensionsfond (INNS) einbezahlt wurde.

Jene, die arbeiten und Beiträge zahlen, können unter mehreren Möglichkeiten wählen:
1) durch ein Punktesystem; 2) Mindestalter mit Beitragszeit; 3) nach Alter;
Für jene, die 2 Jahre vor der Pensionierung stehen, gibt es eine weitere Option: die Zahlung einer "Maut", d.h. sie müssen 50 % mehr Zeit für den wirklichen Pensionsantritt einbringen. Wenn also der Arbeitnehmer nach geltendem Recht in einem Jahr in den Ruhestand treten könnte, muss er nun noch eineinhalb Jahre arbeiten. Bei zwei fehlenden Jahren wären es noch drei bis zur Pensionierung.

O Globo, 20/02/2019
Reforma da Previdência: o futuro da aposentadoria
Um guia para entender as mudanças e fazer a simulação do tempo que falta para se aposentar




Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer in Haft


Der Standard, 22.3.2019
Korruptionsvorwürfe
Nach Lula nun Temer:
Bolsonaros Vorgänger in Brasilien in Haft

São Paulo / Rio de Janeiro – Im Zuge der Ermittlungen über einen riesigen Korruptionsskandal in Brasilien ist nun auch Ex-Staatschef Michel Temer festgenommen worden. Der 78-Jährige sei am Donnerstag in São Paulo in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rio de Janeiro.

Anlass sind Vorwürfe im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre "Lava Jato" (Autowäsche) um den Staatskonzern Petrobras, die bereits Temers Amtsvorgänger Luiz Inácio Lula da Silva ins Gefängnis brachte. Hauptermittler in der Affäre ist der ehemalige Oberstaatsanwalt Sérgio Moro. Ihn hat der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro mittlerweile zu seinem Justizminister gemacht.

Temer werde nun nach Rio de Janeiro geflogen, wo der Haftbefehl gegen den 78-Jährigen ausgestellt wurde. Auf Fotos war zu sehen, wie der Politiker von schwer bewaffneten Polizisten zum Flughafen gebracht wurde.

Anwälte sehen Übertreibung
"Das ist eine Unverschämtheit", sagte Temer am Telefon zu einem Journalisten des Radiosenders CBN auf dem Weg zum Flughafen. Temers Anwälte hielten die Verhaftung für übertrieben und kündigten Rechtsmittel gegen die Untersuchungshaft an. Neben Temer wurden am Donnerstag auch der frühere Energieminister Moreira Franco und sechs weitere Verdächtige festgesetzt.

Der Eigentümer des Energieunternehmens Engevix sagte laut einem Bericht des Nachrichtenportals "G1" bei einer Vernehmung durch die Bundespolizei, er habe auf Bitten eines Vertrauten Temers eine Million Reais (rund 230.000 Euro) Schmiergeld gezahlt. Später erhielt das Unternehmen einen Auftrag beim Bau des Atomkraftwerks Angra 3.

Unbeliebter Präsident
Temer blickt auf eine lange politische Karriere zurück: Er war zweimal Vizepräsident unter Dilma Rousseff, 2016 rückte er nach deren Amtsenthebung selbst an die Staatsspitze. Temer, der das Präsidentenamt Ende 2018 nach zweieinhalb Jahren abgegeben hatte, war der unbeliebteste brasilianische Präsident überhaupt. Schon während seiner Amtszeit waren Korruptionsvorwürfe laut geworden. Zum Jahreswechsel gab er das Amt an den rechtsradikalen Bolsonaro ab. Zuvor war er Präsident der Abgeordnetenkammer, Minister für öffentliche Sicherheit und Generalstaatsanwalt in São Paulo gewesen.

Im Zuge der "Lava Jato"-Ermittlungen um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras wird gegen dutzende Politiker, Funktionäre und Unternehmer ermittelt. Lula wurde wegen Bestechlichkeit bereits zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Petrobras soll zu überteuerten Bedingungen Aufträge an Baukonzerne und andere Firmen vergeben haben; diese wiederum zahlten Bestechungsgelder an Politiker und Parteien.

Tagesanzeiger.ch, 21.3.2019
Justiz lässt Brasiliens Ex-Präsidenten festnehmen
Die Ermittler bezeichnen den 78-jährigen Michel Temer als Chef einer «kriminellen Organisation».

Deutsche Welle, 21.3.2019
Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer verhaftet
Seit Jahren wird in Brasilien im Zusammenhang mit dem riesigen Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras ermittelt. Nun ist mit Michel Temer ein weiterer Ex-Präsident festgenommen worden.

Blickpunkt Lateinamerika, 22.3.2019
Temer-Verhaftung: Muskelspiele oder Bumerang?
Die spektakuläre Verhaftung von Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer könnte zum Pyrrhussieg für die Ermittler der "Operation Waschstraße“ werden - und im Kongress die Agenda von Präsident Jair Bolsonaro behindern.


O Globo, 21/03/2019
Após prisão, Temer é transferido de São Paulo para o Rio de Janeiro
Ex-presidente foi preso na manhã desta quinta quando saía de casa na Zona Oeste de SP. O mandado contra Temer e os demais 9 alvos foram expedidos pelo juiz Marcelo Bretas, da 7ª Vara Federal Criminal do Rio.

O Globo, 21/03/2018
Michel Temer e Moreira Franco são presos pela Lava Jato do RJ
Mandados foram expedidos pelo juiz Marcelo Bretas, da Justiça Federal do Rio de Janeiro. Temer é suspeito de liderar uma organização criminosa para desvios de dinheiro público. Defesa pediu habeas corpus no TRF-2.

Agência Brasil, 21/03/2018
Na primeira noite preso, Temer ficará em sala da PF no Rio
Ex-presidente é acusado de receber propina de obras de Angra 3

G1 Jornal Nacional, 21/03/2019
Ex-ministro Moreira Franco é o quinto ex-governador do Rio a ser preso
PF esperava Moreira no desembarque de aeroporto no Rio, mas ele conseguiu sair sem ser visto. Taxista levou policiais federais até o carro onde estava o ex-ministro.




Mittwoch, 20. März 2019

Konferenz in Washington zur Vorbereitung der Amazonas-Synode


Domradio, 19.3.2019
Spitzentreffen in Washington zu Amazonas-Synode
Hohe Erwartungen

An diesem Dienstag startet eine Konferenz in Washington zur Vorbereitung der Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet. Das Schlusswort des Vorbereitungstreffens wird Kardinal Marx halten.

An der katholischen Georgetown-Universität in Washington hat am Dienstag eine hochrangig besetzte Konferenz zur Vorbereitung der Amazonas-Synode begonnen. Das von Papst Franziskus einberufene Bischofstreffen findet vom 6. bis 27. Oktober im Vatikan statt. Die Sondersynode soll über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und die ökologische Situation der arten- und rohstoffreichen Urwaldregion in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Adveniat für Formulierung klarer Ziele

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat sprach sich für klare Ziele aus. "Der umfassende Schutz der ausgegrenzten Armen und der geschundenen Schöpfung haben absolute Priorität", erklärte Hauptgeschäftsführer Michael Heinz. "Die Rechte der indigenen Völker werden regelmäßig mit Füßen getreten, wenn am Amazonas für unsere Autos Erdöl gefördert, für unsere Kraftwerke Kohle abgebaut, oder für unseren Fleischhunger Rinder gemästet werden", ergänzte Thomas Wieland, der für Adveniat an der Konferenz in Washington teilnimmt.

Das Treffen in der US-amerikanischen Hauptstadt endet am Donnerstag mit einem Schlusswort von Kardinal Reinhard Marx. Der Erzbischof von München und Freising ist Mitglied im vom Papst eingesetzten Kardinalsrat und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Außer Marx sind unter anderen in Washington zugegen der im Vatikan für die Synoden zuständige Kardinal Lorenzo Baldisseri, der Leiter der vatikanischen Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Peter Turkson, und der brasilianischen Kardinal Claudio Hummes als Präsident des Amazonas-Netzwerks Repam.


Adveniat, 19.3.2019
Vorbereitung Amazonas-Synode:
Adveniat will Option für die Schöpfung
Zum Auftakt eines hochkarätig besetzten Vorbereitungstreffens zur Amazonas-Synode in Washington, fordert Adveniat gemäß einer vorrangigen Option für die Schöpfung endlich zu handeln: In der Kirche aber auch in der Politik.


weltkirche.katholisch.de, 19.3.2019
Vorbereitungstreffen zu Amazonas-Synode in Washington
Bei der Konferenz unter dem Titel „Umfassende Ökologie: Eine synodale Antwort aus dem Amazonasgebiet und anderen für den Schutz ‚unseres gemeinsamen Hauses‘ bedeutenden Weltregionen“ beraten neben Indigenenvertretern und Hilfsorganisationen auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx, der Leiter der vatikanischen Behörde für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, Kardinal Peter Turkson, und der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes als Präsident des Amazonas-Netzwerks Repam (Red Eclesial PanAmazónica).


Domradio, 21.3.2019
Misereor-Chef Pirmin Spiegel zur Amazonas-Synode
"Wir laufen auf eine Grenze zu"
In den Vatikan lädt Papst Franziskus im Herbst diesen Jahres zur Amazonas-Synode. In Washington findet dazu bis diesen Donnerstag ein hochrangig besetztes Vorbereitungstreffen statt. Mit dabei ist auch Misereor-Chef Pirmin Spiegel.

Domradio, 22.3.2019
Amazonas-Synode ruft Geheimdienst auf den Plan
"Ein Weltereignis"
Die für Oktober geplante Amazonas-Synode im Vatikan stößt von unerwarteter Seite auf Interesse: Der brasilianische Geheimdienst hat sich eingeschaltet. Auch ohne diesen steht für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat fest: Es wird ein "Weltereignis".

REPAM, 18/03/2019
REPAM promove seminário em Washington sobre ecologia integral
A Rede Eclesial Pan-Amazônica/REPAM promove, de 19 a 21 de março, um encontro internacional com o tema “Ecologia integral: uma resposta sinodal a partir da Amazônia e outros biomas/territórios essenciais para o cuidado da nossa casa comum”. O seminário será realizado na Universidade de Georgetown, em Washington, nos Estados Unidos, com a presença do presidente da REPAM, cardeal Cláudio Hummes, membros da equipe executiva e assessores da rede.
Na oportunidade, serão refletidos diversos aspectos da urgência de implementação no mundo de práticas e políticas públicas voltadas para a ecologia integral. Os participantes, do meio acadêmico, devem elaborar propostas no contexto do Sínodo para a Amazônia, marcado para outubro, em Roma.

REPAM, 19/03/2019
Estamos exigiendo el derecho a la vida:
Queremos la acción de millones de católicos.
Conferencia Internacional de Ecología Integral

Dienstag, 19. März 2019

Trump und Bolsonaro auf einer Linie


ORF, 19.3.2019
Trump offen für NATO-Mitgliedschaft Brasiliens
US-Präsident Donald Trump zeigt sich offen für eine NATO-Mitgliedschaft Brasiliens. Er prüfe intensiv eine Aufnahme des lateinamerikanischen Staats in das Militärbündnis oder in eine andere Allianz, sagte Trump heute bei der Begrüßung seines brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro im Weißen Haus.

Für Mauerbau an Grenze zu Mexiko
Auch unterstütze er Brasiliens Antrag auf eine Mitgliedschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), so Trump. Bolsonaro hatte kurz vor seinem ersten Treffen mit Trump dessen Einwanderungspolitik gelobt.
Ausdrücklich sprach er sich für den von Trump versprochenen Bau einer Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko aus. „Die überwiegende Mehrheit potenzieller Einwanderer hat keine guten Absichten“, sagte er laut der englischen Übersetzung eines Interviews des Senders Fox News. Er kündigte zudem an, mit Trump über die Krise in Venezuela zu sprechen. Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro sei eine „Drogen schmuggelnde Diktatur“.

Trump zum Vorbild genommen
Bolsonaro ist seit Jänner Präsident Brasiliens. Für seinen Wahlkampf und seine rechtsgerichtete Politik nahm er sich bewusst Trump zum Vorbild. Zu Fox sagte er, er hoffe auf eine blühende Freundschaft mit Trump. „Ich bin willens, ihm mein Herz zu öffnen und alles zu tun, was gut ist zum Vorteil des brasilianischen und des amerikanischen Volks.“


Zeit.de, 19.3.2019
Donald Trump stellt Brasilien Nato-Beitritt in Aussicht
Der US-Präsident will Brasilien als wichtigen Nicht-Nato-Verbündeten einstufen. Auch einen möglichen Beitritt des südamerikanischen Landes zum Bündnis deutete Trump an.


Deutsche Welle, 19.3.2019
Trump und Bolsonaro auf Annäherungskurs?
Der erste Staatsbesuch des brasilianische Präsidenten Bolsonaro führte nach Washington. Der selbsterklärte Trump-Bewunderer suchte den Schulterschluss mit dem US-Präsidenten - und erhielt von ihm viele vage Versprechen.


ntv, 19.3.2019
Bolsonaro im Weißen Haus Die zwei Trumps mögen sich
Der umstrittene brasilianische Präsident besucht den nicht minder umstrittenen US-Präsidenten im Weißen Haus. Und Trump und Bolsonaro harmonieren prächtig. Bolsonaros Sohn steht irgendwann auf und wird wie ein Schuljunge gelobt.


O Globo, 19/03/2019
Na Casa Branca, Trump diz que apoia entrada do Brasil na OCDE
Presidente norte-americano falou à imprensa ao lado do presidente brasileiro Jair Bolsonaro durante encontro em Washington. Brasil espera obter apoio dos EUA para entrar na organização.


Folha de S.Paulo, 17/03/2019
Protesto contra Bolsonaro reúne 50 pessoas em frente à Casa Branca
Horas antes da chegada do presidente, americanos e brasileiros pedem que ele volte para casa