Montag, 14. Oktober 2019

Aus der Synodenaula am 14.10.

VaticanNews, 14.10.2019
Aus der Synodenaula: „Über Weihe von Verheirateten nachdenken“
Die zweite der drei Synoden-Wochen hat begonnen: Auch an diesem Montag debattierten die Teilnehmer der Sonder-Bischofssynode wieder über ökologische, soziale und pastorale Herausforderungen in der Amazonas-Region.

179 Synodenväter waren bei der Plenarsitzung am Montagvormittag dabei; auch Papst Franziskus war anwesend. Gemeinsam beteten die Teilnehmer für Ecuador, das in den letzten zwei Wochen durch Streiks und Unruhe gelähmt worden ist. Mittlerweile scheint sich die Lage in Quito wieder zu entspannen.

„Die Kirche sollte ohne Angst über das Thema Priestertum nachdenken und auch die Möglichkeit untersuchen, verheiratete Personen zu weihen, ohne dabei allerdings den Wert des Zölibats zu verwässern.“ Das steht in einer Zusammenfassung aus dem Vatikan, die – ohne Namensnennungen – einige Wortbeiträge aus der Synodenaula referiert.

“ Das Drama der Menschen, die keine Eucharistie feiern können ”

„Man sollte sich das Drama der Menschen vor Augen halten, die wegen des Priestermangels keine Eucharistie feiern können oder die den Leib des Herrn nur ein- oder zweimal im Jahr empfangen können.“

Entscheidend sei, dass die Kirche vor Ort präsent sei – „und zwar nicht nur durch Priester und Bischöfe, sondern auch durch Laien“. Jeder Laie, der sich in der Pfarrei engagiere – ob Katechet oder „außerordentlicher Diener der Eucharistie“ –, partizipiere am allgemeinen Priestertum der Gläubigen; dabei gehe es um Dienst, „nicht um Macht oder Herrschaft“.

Für indigene Ständige Diakone (und -innen)

„Wertvolle Mitarbeiterinnen der Mission der Kirche in Amazonien sind die Frauen“, so die Zusammenfassung. Frauen seien „in der Pflege und im Schutz des Lebens unersetzlich“. Von kirchlichen Ämtern für Frauen ist an dieser Stelle nicht die Rede. Allerdings spricht das Statement später auch von der möglichen „Einführung indigener Ständiger Diakone und Diakoninnen“: Diese könnten der einheimischen Bevölkerung dabei helfen, „die Heiligen Schriften besser zu verstehen“.

In der Synodenaula war auch davon die Rede, dass die Präsenz von Ordensgemeinschaften in der Amazonas-Region „spürbar zurückgeht“. Im brasilianischen Bundesstaat Parà müsse die Kirche deshalb von einer „Präsenz- zu einer Besuchs-Seelsorge“ übergehen. Dem weiß die Synode nur Appelle zu einem erneuerten missionarischen Drive entgegenzusetzen.

“ Evangelisierung nicht auf Hilfsprogrammen aufbauen ”

„Nie darf man dabei der Versuchung nachgeben, eine Evangelisierung nur auf Hilfsprogrammen aufzubauen.“ Die Kirche sei auf der einen Seite von „religiösen Sekten“, auf der anderen von einer „relativistischen Kultur, die aus den Industrieländern herrührt“, bedroht.

Zu den konkreten Vorschlägen auf der Synode gehört der, eine internationale kirchliche Beobachtungsstelle für die Verletzung der Menschenrechte von Indigenen im Amazonasraum einzurichten.

Bischof Kräutler: Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung

Anklicken für Video

VaticanNews, 14.10.2019
Kräutler: „Skandal, dass es Gemeinden ohne Eucharistiefeier gibt“
Er ist zufrieden mit der Amazonien-Synode: der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat im Facebook-Live-Gespräch mit Radio Vatikan eine positive Zwischenbilanz zur Bischofsversammlung gezogen.

Montagvormittag in der Vorhalle zur Aula Paolo VI im Vatikan: die Synodenväter gehen zusammen mit Papst Franziskus und den Gästen der Amazonien-Synode in die wohlverdiente Kaffeepause. Unter ihnen ist auch Bischof Kräutler. Nachdem er mit Papst Franziskus und den Bischöfen aus Brasilien ein Gruppenfoto gemacht hat, kommt er zu uns und erläutert, wie die Gespräche am Vormittag verlaufen sind:

„Was mich besonders beeindruckt hat, war ein Indigener, der gleich zu Beginn der Versammlung gesprochen hatte. Er wurde leider am Samstag während seines Redebeitrages unterbrochen. Doch der gute Kardinal Pedro Barreto hat ihn sofort an diesem Montag als Ersten zu Worte kommen lassen. Auf diese Weise konnte der Redner seine Problematik einbringen. Er kommt aus Ecuador und hat im Namen der Indigenen aus Ecuador und anderen Ländern Amazoniens gesprochen. Das war für uns alle eine richtig gute und klare Stellungnahme, die er abgegeben hat.“

“ Die wichtigsten Themen wurden schon angesprochen ”

Ein Drittel der Synode ist mittlerweile schon vorbei. Und es wurden bereits die wichtigsten Themen angesprochen, so Bischof Kräutler.

„Für mich ist die Synode wirklich ein Ereignis für Amazonien, gerade weil der Papst diese Region gewählt hat. Wir haben es schon erwartet, aber es kam dann doch schneller als wir dachten. Wir haben uns natürlich vorbereitet und jede und jeder von uns möchte das einbringen, was sie oder er im Herzen spürt, wenn man über Amazonien spricht.“

Konzerne bedrohen natürlichen Lebensraum
Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung, fuhr der frühere Bischof von Xingu fort. Doch genauso wichtig sei das Augenmerk auf die ganzheitliche Ökologie.

„Ich lebe seit 54 Jahre am Xingu. Dieser Fluss ist ein Beispiel, wie man gegen Flora und Fauna sowie gegen die Menschen, die dort leben, vorgegangen ist. Ich denke an den Staudamm in Belo Monte. Und nun soll wahrscheinlich ein kanadisches Unternehmen kommen, das die Goldvorkommnisse in Amazonien schürfen will. Man spricht von tonnenweise Gold. Sie sollen das zwölf Jahre lang machen dürfen. Was für mich ein besonderes Anliegen ist bei dieser Synode: die priesterlosen Gemeinden in Amazonien brauchen Unterstützung. Es gibt 800 kleine Gemeinden, die weder an Ostern noch an Weihnachten oder anderen Hochfesten einen Priester haben. Sie haben nur Wortgottesdienste. Dass die Eucharistiefeier dort nicht gefeiert werden kann, ist ein Skandal.“

Das dürfe so nicht weitergehen, meint Bischof Kräutler, der fürchtet, damit den aggressiv missionierenden Pfingstkirchen Tür und Tor zu öffnen. In diesem Zusammenhang sieht Bischof Kräutler die Weihe von Diakonninen als Teil einer möglichen Lösung, wie er im Gespräch betont.

Bolsonaro: Amazonien wird kein „globaler Öko-Park“


VaticanNews, 14.10.2019
Bolsonaro: Amazonien wird kein „globaler Öko-Park“
Nach Aussage des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird sich die Amazonas-Region nicht in einen „Öko-Park für die Welt“ verwandeln, wie es die Länder der „ersten Welt“ planten. Diese hätten es lediglich auf die Reichtümer der Region abgesehen, zitieren örtliche Medien am Sonntag aus einer Rede Bolsonaros während eines Besuchs im katholischen Wallfahrtsort Aparecida am Wochenende.

Correio Braziliense, 12.10.2019
Bolsonaro: "Amazônia não será parque ecológico para o mundo"
De acordo com o presidente, países de primeiro mundo "estão de olho no índio, na floresta e nas riquezas mineiras da região"

Samstag, 12. Oktober 2019

Der Traum amazonischer Seminare und Diakoninnen


Teilnehmer am Briefing 12.10.2019
- S.E. Mons. Dom Adriano Ciocca Vasino, Vescovo Prelato di São Félix (Brasile);
- S.E. Mons. Rafael Cob García, Vicario Apostolico di Puyo (Ecuador), Vescovo titolare di Cerbali;
- Rev.do Diacono Francisco Andrade de Lima, Segretario Esecutivo Regionale Nord 1 CNBB (Brasile);
- Rev.da Suora Zully Rosa Rojas Quispe, M.D.R., delle Suore Missionarie Domenicane del Santo Rosario, Membro dell’Equipe itinerante Bajo Madre de Dios, impegnata nella pastorale indigena del Vicariato Apostolico di Puerto Maldonado (Perú) [U.I.S.G.];
- Dott. Paolo Ruffini, Prefetto del Dicastero per la Comunicazione;
- Padre Giacomo Costa, S.I., Segretario della Commissione per l’Informazione.
Il Briefing sarà moderato dalla Vice Direttrice della Sala Stampa della Santa Sede, Cristiane Murray.

CNA, 13.10.2019
Diakonat der Frau in Amazonas-Region angekündigt, "wenn es Papst Franziskus genehmigt"
Ein Bischof, der an der Amazonas-Synode des Vatikans teilnimmt, hat am gestrigen Samstag angekündigt, dass er Frauen in seinen Gemeinschaften zu weiblichen Diakonen weihen wird, wenn die Idee von der Synode empfohlen und von Papst Franziskus genehmigt wird.
Bischof Adriano Ciocca Vasino von der Prälatur São Félix, Brasilien, sagte am 12. Oktober, es gebe Frauen in seiner Gemeinde, die bereits in Theologie ausgebildet sind, und "sie wissen, dass, wenn diese Synode mit der [Erlaubnis] des Papstes die Möglichkeit des Diakons für Frauen eröffnet.... werde ich sie weihen".

VaticanNews, 12.10.2019
Sínodo: o sonho de "seminários amazônicos" e o diaconato feminino
No sexto encontro com os jornalistas na Sala de Imprensa do Vaticano sobre o Sínodo para a Amazônia, a participação dos bispos Adriano Ciocca Vasino, de São Félix (Brasil), Rafael Cob García, Vigário de Puyo (Equador), do diácono brasileiro Francisco Andrade de Lima e da Irmã Zully Rosa Rojas Quispe, missionária dominicana do Santo Rosário, comprometida na pastoral indígena em Puerto Maldonado (Peru).


VaticanNews, 12.10.2019
Aus der Synodenaula: Integrale Bildung für ökologiebewusste Bürger
Zu Beginn der Pressekonferenz an diesem Samstagvormittags ist der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, auf die Besonderheiten der Gespräche bei der Amazonien-Synode eingegangen. Er unterstrich, dass beim Thema „Frauen und Kirche“ eine eigene Synode stattfinden sollte. Dies könne und solle nicht bei der jetzigen Synode das Hauptaugenmerk sein, so Ruffini. Er bezog sich auf die 7. sogenannte Generalkongregation.

VaticanNews, 12.10.2019
#SinodoAmazonico. Educação integral por uma “cidadania ecológica"
O Sínodo Especial para a Região Pan-amazônica prossegue os seus trabalhos: na manhã de sábado (12/10), na presença do Papa Francisco, se realizou a 7° Congregação Geral. Os padres sinodais presentes na Sala eram 175.

VaticanNews, 13.10.2019
Aus der Synodenaula: Keine Angst vor Fehlern haben
Während der Sonntag ein Ruhetag für die Synodenväter war, ging es beim achten Treffen in der Synodenaula am Samstagnachmittag um die Bedeutung des Heiligen Geistes. Mit der achten Generalkongregation – der Vollversammlung bei der Synode – am Samstag, wurde die erste der drei Arbeitswochen der Sondersynode für die panamazzonische Region abgeschlossen. Der Papst war im Saal anwesend. 166 Synodenväter nahmen am Samstagnachmittag an der Versammlung teil.