Freitag, 8. Oktober 2021

Niedriger Wasserstand reicht in Belo Monte nur für eine Turbine



Kooperation Brasilien, 8.10.2021
Staudamm Belo Monte:
Wegen Dürre nur eine Turbine in Betrieb und Fische sterben wegen erhöhter Wassertemperatur
Die diesjährige Trockenzeit in Amazonien legt die Fehlkalkulationen beim Bau des 11-GW-Staudamms Belo Monte am Xingu-Fluss im amazonischen Bundesstaat Pará schonungslos bloß.


Bom Dia Pará, 24/09/2021
Seca do rio Xingu prejudica a produção de energia da usina de Belo Monte, em Altamira


CNN-Brasil, 21/09/2021
Sem água, Belo Monte opera com meia turbina desde o início de agosto
Situação deve se manter até o fim de novembro ou meados de dezembro, quando o rio deve voltar a encher

 
O Globo, 06/10/2021
Peixes morrem presos na lama durante seca em reservatório da usina de Belo Monte, no Pará
Com nível do rio Xingu mais baixo este ano, impactos do empreendimento ficam mais acentuados nos afluentes, dizem especialistas.

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Dom Luiz Cappio feiert 75. Geburtstag

 


Brasilianischer "Umweltbischof" Cappio erreicht Altersgrenze
Bischof von Barra wird 75

Seit Jahrzehnten engagiert sich Luiz Flavio Cappio sozial und politisch. Er kämpft für die Umwelt und die Menschenrechte der indigenen Bevölkerung in seiner Heimat Brasilien. An diesem Montag feiert der Bischof von Barra seinen 75. Geburtstag.

Der Franziskaner erreicht damit die Altersgrenze, mit der Bischöfe dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen; oft belässt dieser die Leiter wichtiger Diözesen noch einige Zeit darüber hinaus im Amt. Wie der auch "Amazonasbischof" genannte Österreicher Erwin Kräutler (82) steht Bischof Cappio in besonderer Weise für das soziale und politische Engagement der Kirche in Brasilien.

Am 4. Oktober 1946 in eine wohlhabende Familie im Bundesstaat Sao Paulo geboren, trat Cappio nach seinem Theologie- und Wirtschaftsstudium in den "Bettelorden" der Franziskaner ein. 1971 geweiht, wirkte er bis 1974 als Arbeiterpriester in der Millionenstadt Sao Paulo. Danach ging er als Seelsorger in eine arme Region des nordöstlichen Bundesstaates Bahia. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1997 zum Bischof von Barra, einer armen Gegend am Rio Sao Francisco.

Einsatz für den Rio Sao Francisco

International bekannt wurde Cappio, als er 1992 mit drei weiteren Aktivisten über ein ganzes Jahr eine Wallfahrt von der Quelle bis zur Mündung des 2.700 Kilometer langen Rio Sao Francisco machte, um auf die Probleme des Flusses und seiner Anwohner hinzuweisen. 2005 und 2007 trat der Bischof zweimal in den Hungerstreik, um gegen ein milliardenteures Umleitungsprojekt des Sao Francisco zu protestieren.

Das 2007 von Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva gestartete Riesenprojekt sollte bis zu zwölf Millionen Menschen mit Wasser versorgen, droht aber inzwischen zu einem Milliardengrab und zu einer ökologischen Katastrophe zu werden. Ein 400 Kilometer langer Nordkanal soll das Flusswasser aus dem Teilstaat Pernambuco hoch nach Ceara bringen; der Ostkanal soll bis nach Paraiba reichen. Die Baukosten stiegen seither auf das Dreifache.

Riesenprojekt bedroht ökologisches Gleichgewicht

Das Projekt leidet unter anderem an nicht fertiggestellten Etappen, fehlenden Pumpen sowie Problemen mit Dämmen und Kanälen. Die Sonneneinstrahlung zersetzt bereits an vielen Stellen den Beton. Wegen fehlender Klärwerke vermischen sich ungereinigte Abwässer mit dem Flusswasser. Der Bau sollte 2012 fertig werden; derzeit geht man von 2022 aus.

Bischof Cappio hatte bereits im Vorfeld erklärt, der Bau von Zisternen sei deutlich effektiver und günstiger als die Umleitung des Flusses. Zudem bedrohe die Wasserentnahme das ohnehin angeschlagene ökologische Gleichgewicht. Immer wieder kritisierte Cappio, die riesigen Wasserprojekte in Brasilien beruhten auf völlig veralteten Technologien.

Mittwoch, 22. September 2021

Befreiungstheologe Pablo Richard 81-jährig verstorben

 


Pablo Richard gestorben
Am 20.09. diesen Jahres verstarb der chilenische Befreiungstheologe Pablo Richard. Er war für das Institut für Theologie und Politik ein wichtiger theologischer Begleiter. Seine Forschungen zur Idolatrie, zum Götzendienst und zum fetischisierten Kapitalismus haben uns begleitet und zur diesjährigen Planung unserer Tagung „Kapitalismus als Religion“ geführt. Pablo Richard war 1971 Mitbegründer der chilenischen Bewegung der Christen für den Sozialismus und einer ihrer wichtigsten theologischen und politischen Mitglieder, 1998 nahm er an unserem Kongress „Neoliberalismus weltweit – 25 Jahre ‘Modell’ Chile (1973-1998)“ teil. Gemeinsam feierten wir damals voller Freude die Verhaftung des damaligen Diktators Pinochets in London. Am letzten Montag ist er gestorben.
Mit einem Nachruf von Juan José Tamayo:
Theologie, um die Welt zu verändern


Kirchliche Basisgemeinschaften
Eine Rückbesinnung und ein Entwurf für die Zukunft
Von Pablo Richard Guzmán


El País, 22/09/2021
Teología para transformar el mundo
Teoría y práctica de la liberación fueron inseparables en la vida y pensamiento de Pablo Richard, fallecido a los 81 años en San José de Costa Rica


Religión Digital, 21.09.2021
En el Mes de la Biblia, fallece uno de los más insignes biblistas chilenos, el teólogo Pablo Richard
Pablo fue fundador y activo dirigente del Movimiento de Cristianos por el Socialismo en los inicios de los años 70. Con el golpe cívico militar del 73 partió a Francia exiliado. Antes se había casado y había tenido hijos
En uno se sus últimos escritos, afirmó: "Cuando Dios se hace humano todos los dioses se derrumban. El dios dinero, el dios mercado, con su fuerza el neoliberalismo"


IHU, 21/09/2021
Faleceu um dos mais ilustres biblistas chilenos, o teólogo Pablo Richard
A morte de Pablo Richard Guzmán foi confirmada por seus familiares residentes no Chile. Pablo Richard exercia o ministério sacerdotal há quase 40 anos e foi um dos teólogos que mais contribuiu para que as comunidades cristãs do mundo pobre e crente da América Latina leram a Bíblia com uma dimensão libertadora e esperançosa do Reino.

 

NC-Reporter, 6.10.2021
Liberation theologian Pablo Richard was 'source of life and hope' for many Latin Americans
The liberation theologian Pablo Richard Guzman, 81, a Chilean exile who lived much of his life in Costa Rica and who died Sept. 20 in the capital of San Jose, was not as well known in the global north as some of his contemporaries — say, Leonardo Boff, Gustavo Gutiérrezor Jon Sobrino.
But Richard's voice — quiet and humane, always concerned with what the Bible was telling us today — made important contributions to theological debate and scholarship.

Samstag, 18. September 2021

Kirche schweigt zum Machtkampf in Bolivien

Wochenkommentar von kath.de, 17.09.2021
Machtkampf in Bolivien. Eine Bestandsaufnahme
In Bolivien herrscht „latenter Bürgerkrieg“. Nach Jahren der Spannung und Gewalt ruft die katholische Kirche das Land zur Versöhnung auf. Doch dieser Aufruf bleibt kraftlos, solange sich die gesellschaftlichen Gruppen unversöhnlich gegenüberstehen.

Dienstag, 7. September 2021

Unabhängigkeitstag in Brasilien: wird Bolsonaro Trump kopieren?

 

Unabhängigkeitstag in Brasilien
Bolsonaro und die „Strategie der Spannung“
Brasilien gedenkt am Dienstag der Erlangung der Unabhängigkeit am 7. September 1822 – Präsident Jair Bolsonaro machte zuletzt aber deutlich, dass er den Staatsfeiertag in diesem Jahr nicht zuletzt als Machtdemonstration in eigener Sache nutzen will. Seit Tagen ruft der ultrarechte Politiker seine Anhänger dazu auf, am Unabhängigkeitstag gegen die gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen auf die Straße zu gehen. Beobachter orten in Bolsonaros Drohgebärden eine Gefahr für die Demokratie – und warnen vor einem Aufstand im Stil des von Anhängern von Ex-US-Präsident Donald Trump durchgeführten Sturms auf das Kapitol.


amerika21.de, 3.9.2021
Präsident von Brasilien setzt auf Strategie der Spannung
Bolsonaro bezeichnet Richter als "Krebsgeschwür". Brasilianer:innen sollen "Gewehre statt Bohnen" kaufen. Gewerkschaftsverbände rufen zu Einheit und massiven Protesten auf


Der Tagesspiegel, 7.9.2021
„Tot, gefangen oder siegreich“
In Brasilien droht eine Attacke wie auf das US-Kapitol
Brasiliens Präsident Bolsonaro heizt den Machtkampf mit Parlament und Oberstem Gericht an. Zum Unabhängigkeitstag wird sogar ein Militärputsch befürchtet.

 
amerika21.de, 28.8.2021
Brasiliens Polizei ruft zu Pro-Bolsonaro Demonstrationen auf
25 der 27 brasilianischen Gouverneure haben am Montag vor einem bewaffneten Polizeiaufstand zugunsten von Präsident Jair Bolsonaro gewarnt. Pensionierte und aktive Polizeibeamte hatten dazu aufgerufen, an Demonstrationen der regierenden Ultrarechten teilzunehmen.


O Globo, 6.9.2021
Apoiadores de Bolsonaro furam bloqueio da PM e invadem Esplanada dos Ministérios
Esquema de segurança do governo do Distrito Federal não permitia a entrada de veículos no local. Caminhoneiros e demais manifestantes retiraram as grades de segurança.


CNBB, 6.9.2021
Dia da Pátria:
Presidente da CNBB pede a brasileiros que não se deixem convencer por quem agride os poderes Legislativo e Judiciário
De acordo com o arcebispo de Belo Horizonte, em nome de ideologias muitos dedicam-se à ofensas, chegando ao absurdo de defender o armamento da população.

Montag, 6. September 2021

Bolsonaro schränkt Löschung von Inhalten in sozialen Netzwerken ein


Präsident Jair Bolsonaro erließ eine vorläufige Verordnung, die Regeln für die Nutzung und Moderation von sozialen Netzwerken festlegt und die Entfernung von Inhalten einschränkt. Sie wurde am Montag (6.) im "Diário Oficial da União" (DOU) veröffentlicht und ändert das Gesetz, das die Nutzung des Netzes in Brasilien regelt (Marco Civil da Internet). 

Die Verordnung ist bis zu 120 Tage gültig und bedarf der Zustimmung des Kongresses, um voll rechtskräftig zu werden. Sie legt "Rechte und Garantien" für Nutzer sozialer Netzwerke fest und definiert Regeln für die Moderation von Inhalten in sozialen Netzwerken. Dem Text zufolge muss es einen "gerechten Grund" und eine "Begründung" für die "Löschung oder Aussetzung von Funktionen von Konten oder Profilen, die von Nutzern sozialer Netzwerke unterhalten werden" geben. 

Die Nutzer haben außerdem Recht auf "Einspruch, eine umfassende Verteidigung und einen Rechtsmittelweg" in Fällen von Inhaltsmoderation, und der Anbieter sozialer Medien muss einen elektronischen Kanal für die Durchsetzung dieser Rechte bereitstellen.

Auch das Recht auf "Rückgabe der vom Nutzer veröffentlichten Inhalte" - einschließlich Texten und Bildern, falls gewünscht - und die Wiederherstellung des Kontos, des Profils oder der ursprünglichen Inhalte im Falle einer "unzulässigen Moderation" sind vorgesehen.

Der von Bolsonaro herausgegebene Text verbietet "die Annahme von Moderationskriterien oder die Begrenzung des Umfangs der Verbreitung von Inhalten, die eine Zensur der politischen, ideologischen, wissenschaftlichen, künstlerischen oder religiösen Ordnung implizieren".

"Unter Beachtung der Freiheit der Meinungsäußerung, der Kommunikation und des Ausdrucks von Gedanken kann der vollständige oder teilweise Ausschluss, die Löschung oder die Aussetzung von Diensten und Funktionen des Kontos oder des Profils eines Nutzers sozialer Netzwerke nur bei Vorliegen eines berechtigten Grundes und einer Begründung erfolgen", heißt es in dem Text.

Teilweise übersetzt mit www.DeepL.com/Translator


O Globo, 6.9.2021
Bolsonaro edita MP que limita remoção de conteúdos nas redes sociais
Medida Provisória altera o Marco Civil da Internet, lei que regulamenta uso da rede no Brasil. MP vale por até 120 dias e precisa de aprovação do Congresso para se tornar lei em definitivo.


O Globo, 6.9.2021
Facebook, Google e Twitter criticam MP assinada por Bolsonaro que limita remoção de conteúdos em redes sociais
Medida Provisória editada pelo presidente estabelece regras para uso e moderação de redes sociais e limita a remoção de conteúdos. A MP foi publicada no 'Diário Oficial da União' desta segunda-feira (6) e altera o Marco Civil da Internet, lei que regulamenta o uso da rede no Brasil.


O Globo, 6.9.2021
MP que limita remoção de conteúdos nas redes sociais pode ser considerada inconstitucional, dizem especialistas
Medida Provisória altera o Marco Civil da Internet e estabelece regras para uso e moderação de plataformas on-line de mídias sociais.