Dienstag, 6. Dezember 2011

Studentin protestiert bei Preisverleihung gegen Belo Monte

Ana Gabriela sagte, dass Dilma 'kein Interesse' gezeigt hat
Präsidentin Dilma Rousseff wurde am Dienstag (6.12.) von einer Studentin überrascht, die während der Preisverleihung des 25. Young Scientist Award im Palácio do Planalto gegen das Kraftwerk Belo Monte protestierte.

Die 19-jährige Ana Gabriela Person Ramos aus São Paulo erhielt für ihre Arbeit "Ökologische Verpackungen für Baumsetzlinge" den ersten Preis. Als sie auf der Bühne erschien, um von der Präsidentin den Preis zu erhalten, sahen alle ihre Gesichtsbemalung sowie die Aufschrift "der Xingu lebt" auf ihrem Arm.

"Ich sprach mit der Präsidentin einige Worte über Belo Monte, aber sie zeigte kein Interesse", sagte Ana Gabriela. "Ich bat sie, das Kraftwerksprojekt Belo Monte einzustellen und den Xingu zu retten. Ich wollte diese Gelegenheit nicht ungenützt lassen, um meine Einstellung gegen Belo Monte vor so viele politischen Vertretern zu zeigen."'

Präsidentin Rousseff gab nur eine einsilbiges "Gut" als Antwort und wandte sich lächelnd den Kameras zu.

Estado de São Paulo, 6.12.2011
Jovem aproveita cerimônia no Planalto para protestar contra Belo Monte
Estudante do ensino médio ganhou Prêmio Jovem Cientista com pesquisa sobre embalagens ecológicas para mudas

TV-NBR auf YouTube:

Videos sobre Belo Monte

para assistir o filme, clique na foto
.

Trabalhadores fazem greve nos canteiros da usina de Belo Monte, no Pará (J10, 23.4.2012)


Trabalhadores de Belo Monte entram em greve (JN 23.4.2012)


Operários de Belo Monte demitidos denunciam 'retaliação' por participar na greve (20.4.2012)


Altamira recebe milhares de trabalhadores por conta de Belo Monte (JN 12.4.2012)


Ensecadeira no Rio Xingu (20 de janeiro de 2012)


Brazil megadam washes residents away (AlJazeeraEnglish, 19.01.2012)

Montag, 5. Dezember 2011

Brasilien: bereits siebenter Ministerrücktritt unter Dilma Rousseff

Zurückgetretener Minister Lupi: Im Ministerium soll Schmiergeld geflossen sein
Der Standard, 5.12.2011
Erneut Ministerrücktritt in Brasilien
Arbeitsminister weist Vorwürfe zurück
Brasilia - In Brasilien hat innerhalb von sechs Monaten der siebente Minister wegen Korruptionsvorwürfen seinen Hut genommen. Arbeitsminister Carlos Lupi reichte am Sonntagabend seinen Rücktritt ein und machte in einer Erklärung die "politische und persönliche Verfolgung" durch die Medien verantwortlich. In seinem Ministerium soll Schmiergeld für Verträge mit Nichtregierungsorganisationen geflossen sein. Eine Ethikkommission der Präsidentschaft empfahl vorige Woche die Entlassung des Ministers.

Blickpunkt Lateinamerika, 6.12.2011
Dilmas Großreinemachen geht weiter
Am Sonntag trat mit Arbeitsminister Carlos Lupi bereits der sechste Minister des erst im Januar vereidigten Kabinetts von Präsidentin Dilma Rousseff wegen Korruptionsvorwürfen zurück. Damit lichten sich die Reihen der von Dilmas Vorgänger Luiz Inacio Lula da Silva vererbten Minister.

EFE, 4.12.2011
Carlos Lupi renuncia ao cargo e Dilma perde seu 7º ministro
Brasília, 4 dez (EFE).- Após inúmeras acusações de corrupção, o ministro do Trabalho, Carlos Lupi, apresentou neste domingo sua renúncia e se transformou no sétimo ministro que a presidente Dilma Rousseff perdeu desde sua posse, informaram fontes oficiais.

O Estado de S. Paulo, 04/12/2011
Queda de ministros ilustra deficiências da política brasileira, dizem analistas
A queda do ministro do Trabalho e Emprego, Carlos Lupi, o sétimo de uma série de demissões que marcou o primeiro ano do governo Dilma Rousseff, reflete as deficiências do sistema político brasileiro, segundo analistas ouvidos pela BBC Brasil. Lupi entregou o cargo neste domingo, após denúncias de

Sonntag, 4. Dezember 2011

Umleitung des Rio São Francisco droht Fiasko zu werden

Im Wahlkampf für Dilma Rousseff gebrauchte der damalige Präsident Lula starke und populistische Sprüche für die Umleitung des Rio São Francisco: was Dom Pedro nicht schaffte, werde er in die Wege leiten; alle Kleinbaueuern des Nordosten Brasiliens sollen Getränke aus dem Kühlschrank nehmen können... Er machte sich auch über Dom Luiz Cappio lustig, der vehement gegen das Projekt protestierte und zweimal (2006 und 2007) in den Hungerstreik getreten ist, um einen Stopp zu erreichen.

2007 wurde trotz vieler Proteste und Bedenken mit der Umleitung des Flusses und der Errichtung von insgesamt fast 800 km Kanalsystemen für Bewässerungsanlagen begonnen. Nun geben immer mehr Bauherren die Arbeit auf und schwere Mängel werden sichtbar. Betonwände werfen sich und haben Risse, Stahlgebinde ragen unfertig aus dem Beton, und an manchen Stellen wurde der Beton einfach auf die trockene Erde des Nordostens geschüttet.

Das Projekt wird derzeit mit Kosten von R$ 6,8 Mrd beziffert, 36 % mehr als zunächst budgetiert. Laut Ministerium wurden bereits 3,8 Milliarden für den Bau und 2,7 Milliarden für die Bauunternehmen ausgegeben.

Bis zu 26.000 Liter Wasser pro Sekunde sollen vom Rio São Francisco über Kanäle und ausgetrocknete Flussbette in die Bundesstaaten Pernambuco, Ceará, Rio Grande do Norte und Paraíba geleitet werden. An 16 Großbaustellen wird gearbeitet, wobei an 14 private Bauunternehmen und an 2 die Armee tätig sind.

Es gibt bereits Kommentare, dass hier eine zweite "Transamazônica" entstehen könnte - jenes Autobahnprojekt wurde auch nie fertig. Durch diesen Rückschlag der Bundesregierung bekommen die Kritiker des Projekts wieder Aufwind. 2007 war Bischof Luiz Cappio in einen 24-tägigen Hungerstreik getreten, um das Projekt zu verhindern. Er erreichte jedoch nur einen vorübergehenden Baustopp.

Auch für Belo Monte wird von vielen ein ähnliches Szenario befürchtet: das Kraftwerksprojekt ist zu komplex und widersprüchlich und auf alle Fälle zu kostspielig.

Pressestelle Bistum Mainz, 8.12.2011
Giebelmann traf Bischof Dom Luiz Cappio
Bischof Cappio gilt in Brasilien seit Jahren als Symbolfigur für den Widerstand gegen das von der Regierung am São-Francisco-Fluss durchgeführte Megaprojekt der Umleitung riesiger Wassermengen in den trockenen Nordosten des Landes. Zwei Hungerstreiks haben den Franziskanermönch dabei über Brasiliens Grenzen hinaus bekannt gemacht. Anstelle teurer Milliardenprojekte kämpft er für die Agrarreform im trockenen Sertão, um den Kleinbauern ein würdiges Leben zu ermöglichen. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hatte sich im Jahr 2007 als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in einem Schreiben an Staatspräsident Lula da Silva mit Bischof Cappio, der sich damals im Hungerstreik befand, solidarisiert.

„Heute verfallen die Baustellen des Projektes, da die Regierung dafür keine Mittel bereitstellt, sondern für die anstehende Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2014 verwendet", sagte Cappio am Mittwochabend. Und weiter: „Das ist die traurige Wahrheit und Wirklichkeit. Wir sind traurig darüber, dass soviel Geld vergeudet wurde." Die Bauarbeiten seien nach den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2010 zum Erliegen gekommen. Cappio betonte, dass er nicht grundsätzlich gegen solche Wasserprojekte sei. „Was uns ärgert, ist, dass soviel Geld für Wasserprojekte ausgegeben wird, um agroindustrielle Unternehmen zu fördern, nicht aber den demokratischen Zugang zu Wasser für die ganze Bevölkerung."

FOTO-Galerie von Estadão:
Ein Spezial-Beitrag zum Projekt der Umleitung (auf Portugiesisch!) mit vielen Fotos:
Klick auf
"HISTÓRIA" und dort "FOTOS"


YouTube-Video
Lula faz última visita como presidente ao Nordeste, fala sobre transposição do Rio São Francisco

Globo-Video
Na Paraíba: evento discute transposição de águas do Rio São Francisco

Estadão, 4.12.2011
Governo abandona transposição do São Francisco após eleição de Dilma
Obras estão deterioradas, com concreto rachado e vergalhões abandonados

Veja filme na TV-Estadão


Veja, 4.12.2011
Projeto do São Francisco teve preços superfaturados
Superfaturamento de preços, fiscalização omissa e atraso injustificável nas obras foram os principais problemas encontrados na última fiscalização feita pelo Tribunal de Contas da União (TCU) no eixo leste do projeto de transposição do Rio São Francisco. A auditoria foi realizada de junho de 2010 até maio de 2011 e os problemas relatados ao Ministério da Integração Nacional, que até agora não adotou as providências para ressarcimento dos prejuízos, estimados em R$ 8,6 milhões à época.

Tribuna da Bahia, 24.11.2011
Transposição do Velho Chico quase parada
A transposição do rio São Francisco prevê o desvio de até 26 mil litros de água por segundo, do rio para canais e leitos secos nos Estados de Pernambuco, Ceará, Rio Grande do Norte e Paraíba. A obra, com 16 frentes de trabalho, 14 com grupos privados e 2 com o Exército, aliás, as únicas que seguem trabalhando.
Com o risco de se transformar numa “transamazônica”, a estrada que não chegou ao fim, o projeto do governo federal desperta a posição contrária da oposição.

Samstag, 3. Dezember 2011

Klimakonferenz in Durban: zum Vergessen


Spiegel-ONLINE, 3.12.2011
Merkel glaubt nicht mehr an Durchbruch
Das Kyoto-Protokoll läuft 2012 ab, ein neues Klimaschutzabkommen muss her. Doch eine Woche nach Beginn des Uno-Gipfels in Durban herrscht Pessimismus: Europa könne die Erderwärmung nicht allein aufhalten, sagt Angela Merkel - und ein weltweiter Konsens ist derzeit unwahrscheinlich.

Wirtschaftsblatt, 3.12.2011
Die Welt steigt aufs Gas
Besonders Besorgnis erregend ist der Umstand, dass der CO2-Ausstoß von 2009 auf 2010 deutlich schneller als das Wirtschaftswachstum angestiegen ist. „Und seit 1990 sind die Emissionen um 40 Prozent gestiegen. Mehr als in den extremsten Annahmen der Wissenschaftler."
Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Produktion der gleichen Menge an Produkten in den Schwellenländern mehr CO2-Ausstoß verursacht, als in den Industrieländern. Nach dem Motto „lieber billig und schmutzig als teuer und sauberer" haben allerdings auch zahlreiche Industrieländer Europas und der USA die Produktion an die „Werkbank" China ausgelagert.

Schweizer Fernsehen, 4.12.2011
Klimaschutz vor dem Aus?
Die Hoffnungen auf Fortschritte beim UNO-Klimagipfel in Durban schwinden. Politiker, Experten und Umweltorganisationen äussern sich skeptisch über die absehbaren Ergebnisse der Konferenz. Umweltorganisationen kritisieren eine «Führungsschwäche» der EU.

Zeit-Online, 1.12.2011
Vergesst Durban
Der Gipfel in Südafrika mag scheitern – die Welt kann die dramatische Klimakrise dennoch überwinden

Radio Vatikan, 3.12.2011
UNO-Klimakonferenz in Durban: Afrika zeigt sich kämpferisch
Dass die laufenden Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen im südafrikanischen Durban stattfinden, gibt dem Thema ein konkretes Gesicht: Während das Wetter in Durban in der vergangenen Woche so verrückt spielte wie sonst nie, tobt auch im Konferenzsaal dieses 17. UNO-Klimagipfels ein Sturm: vor allem die Afrikaner sind wütend. Sie fürchten, dass die Industrienationen eine Einigung blockieren. Eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls ist nämlich ebenso wenig in Sicht wie eine Sicherung des Grünen Klimafonds. Im Interview mit Radio Vatikan gewährt Thomas Hirsch, Klimaexperte des Hilfswerkes „Brot für die Welt“ und in Durban mit dabei, Einblicke in den aktuellen Verhandlungsstand. Die Konferenz geht am kommenden Donnerstag zu Ende.

Brasilien: neues Waldgesetzt wird Kahlschlag fördern



Der Standard, 2.11.2011
Brasilien zerstört mit seinem neuen Forstgesetz den Amazonas-Regenwald
WWF-Klimaexperte Carlos Rittl: "Insgesamt sind 790.000 Quadratkilometer betroffen"

Nachdem Kanada wegen seines Austritts aus dem Kyoto-Protokoll und Polen ("Poland = Coaland") das "Fossil oft the Day" (das "Fossil des Tages" - ein Preis für besonders schlechte Klimapolitik) bekommen hat, ist nun Brasilien an der Reihe. Denn der ganze Tag gestern stand wegen Brasilien unter einem unheilvollen Zeichen.

Blickpunkt Lateinamerika, 2.12.2011
Neues Waldgesetz würde in Wasser-Kreislauf eingreifen
Das umstrittene, noch nicht verabschiedete, neue Waldgesetz (Código Florestal) droht in Brasilien durch die Zulassung vermehrter Abholzungen auch den Wasser-Kreislauf zu beeinträchtigen. Der Biologe José Galizia Tundisi erklärt in einem Interview, was auf dem Spiel steht.

Blickpunkt Lateinamerika, 7.12.2011
Brasilien will Schutz des Regenwalds lockern
Ärger im Urwald
Umweltschützer in Brasilien laufen Sturm. Denn eine Mehrheit im Parlament will den Schutz des Regenwaldes lockern, die Großfarmer jubeln schon. Die letzte Hoffnung ist ein Veto von Präsidentin Rousseff.