Samstag, 18. Mai 2013
Vom Staudamm Belo Monte Betroffene hinterfragen Umsiedlungspolitik
Familien, die wegen des Baues des Wasserkraftwerks Belo Monte umgesiedelt werden müssen, kritisieren die von Norte Energia vorgesehenen Maßnahmen.
Dona Maria da Graça lebt seit 17 Jahren mit ihrer Familie in Altamira am Ufer des Xingu und betreibt dort einen Laden, wo sie unter anderem Fische verkauft. Wie viele andere Familien muss sie ihr Haus räumen, weil es durch den Staudamm überschwemmt werden wird, ohne jedoch zu wissen, was geschehen soll.
Eine der Umweltauflagen sieht 36 Veranstaltungen für das Betreiberkonsortium Norte Energia mit den vom Staudamm Betroffenen vor. Bei einer solchen Veranstaltung in Altamira beklagte Dona Maria ihr Schicksal, und dass sie noch immer nicht wisse, ob sie eine Ablöse oder eine neue Wohnung mit Verkauftsstand bekommt oder überhaupt nichts.
Dabei wurde das Versprechen von Norte Energia, den Betroffenen "Häusern aus Beton" zu machen, besonders belächelt und hinterfragt. "Diese Bauweise ist hier nicht üblich und wenn dann nur bei den ganz Reichen", sagte José da Silva vor den Vertretern von Norte Energia.
Die Überflutungen durch den Staudamm Belo Monte betreffen mindestens 40.000 Menschen in der Region von Altamira, die den Platz räumen müssen. Von Anfang an wird die Umsiedlungs- und Enteigungspolitik seitens des Betreiberkonsortiums heftig kritisiert.
O Globo, 17.5.2013
Famílias que serão remanejadas em Belo Monte questionam empresa
Forma com que a Norte Energia conduz a mudança é alvo de críticas.
Empresa diz que população vai conhecer moradia com antecedência.
As famílias que serão remanejadas em função das obras da Usina Hidrelétrica de Belo Monte, no município de Vitória do Xingu, na região oeste do Pará, estão questionando a forma com que a Norte Energia vem conduzindo a forma de mudança para novas áreas.
Donnerstag, 16. Mai 2013
Bischof Erwin Kräutler im RadioKulturhaus: "Gebe nicht auf"
RadioKulturhaus, 16. Mai 2013, 18:30 Uhr
Im Zeit-Raum: Im Kampf für Amazonien
Bischof Erwin Kräutler spricht mit Johannes Kaup über seinen Kampf für Gerechtigkeit und Menschenwürde, seine Motive, seinen Lebensweg und die aktuelle Situation seines Einsatzes gegen das Staudamm-Projekt Belo Monte.
HINWEIS:
Das Gespräch wird am 24. Juni 2013 um 16 Uhr auf Ö1 übertragen.
Der Standard, 17.5.2013
Belo-Monte-Staudamm: Kräutler wirft Brasilien Verfassungsbruch vor
Bevölkerung sei nicht entsprechend angehört worden - Menschen würden Folgen des Projekts "vielleicht physisch überleben, aber kulturell gehen sie zugrunde"Belem/Wien/Graz - Der aus Vorarlberg stammende Bischof der Amazonas-Diözese Xingu, Erwin Kräutler, wirft der brasilianischen Regierung im Zusammenhang mit dem Bau des Belo-Monte-Staudamms Verfassungsbruch und Rechtsverletzungen vor. Rund 40.000 Menschen, vorwiegend Angehörige indigener Minderheiten, würden Lebensraum und -grundlage verlieren, kritisierte Kräutler am Donnerstagabend im Wiener ORF-Radiokulturhaus. Internationale Konzerne wie die steirische Andritz, die am Kraftwerksbau mitarbeiten, hätten sich über die Zerstörungen und Probleme nicht ausreichend informiert.
Der indigenen Bevölkerung Brasiliens steht laut Verfassung das Recht zu, bei Projekten, die ihren Lebensraum betreffen, angehört zu werden, so Kräutler. Allerdings sei das nicht eingehalten worden, wodurch die Verfassungsgesetze verletzt worden seien.
Auch in Umweltfragen handle Brasiliens Regierung nicht gesetzeskonform, da viele Auflagen schlicht nicht erfüllt worden seien. Derzeit sind bei Gericht noch Dutzende Verfahren anhängig, doch sind die Staatsgewalt und die Justiz in Brasilien nach Meinung Kräutlers so eng verflochten, dass höherrangige Instanzen oft Gerichtsurteile im Sinne der Regierung aufheben würden. Daher könne man Brasilien in diesem Zusammenhang nicht als "Rechtsstaat" sehen, meinte der Geistliche, der bereits um einen Termin beim brasilianischen Höchstrichter angesucht hat.
Kräutler: "Gebe nicht auf"
"Ich habe Beweise dafür", sagte der Bischof, der nach Morddrohungen und einem missglücktem Anschlag in Brasilien nur mit einer Security-Eskorte unterwegs ist. "Solange die Verfahren laufen, gebe ich nicht auf." Zwar seien die Bauarbeiten schon so weit fortgeschritten, dass massive Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten. Es sei aber immer noch sein Ziel, das Projekt zu stoppen.
Das geplante Wasserkraftwerk habe mit sauberer Energie nichts zu tun, vielmehr wäre die indigene Bevölkerung bedroht, wenn sie aus ihrem Lebensraum etwa in Containersiedlungen umgesiedelt würden: "Das ist menschenunwürdig. Ihnen wird die Lebensgrundlage entzogen, sie haben keine Berufe erlernt, viele ergeben sich dem Suff."
"Menschen gehen zugrunde"
Oft werde argumentiert, dass die Dörfer der Indios ohnehin nicht geflutet würden, meinte Kräutler. In Wahrheit sei aber eben das Gegenteil das Problem. Da der Xingu-Fluss in einen Kanal umgeleitet werden soll, würde eine rund 100 Kilometer lange Flussschleife austrocknen. "Die Menschen haben dann kein Wasser mehr, aber sie leben ja vom Fischfang. Für sie wäre das der Todesstoß. Sie werden das vielleicht physisch überleben, aber kulturell gehen sie zugrunde."
Es sei im Zusammenhang mit den Indigenen auch ein Irrtum zu glauben, den Verlust ihres Lebensraums mit Geld- oder Sachentschädigungen wettmachen zu können. Die Menschen würden zwar mit Geld gefügig gemacht, letztlich aber doch untergehen. "Ich nenne das Auricid", meinte der gebürtige Vorarlberger in Anspielung auf das lateinische Wort Aurum (Gold).
Daher sei er auch vom früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva enttäuscht worden, der trotz anderslautender Versprechungen letztlich die Umwelt und die Rechte der Indios dem Fortschritt geopfert habe. "Für mich ist Fortschritt aber nur dann gegeben, wenn sich die Lebensverhältnisse der Menschen verbessern."
Kritik an Andritz
Die Firma Andritz soll für das Kraftwerk die Turbinen liefern. Diese berufe sich darauf, dass das Projekt nach brasilianischem Umweltrecht genehmigt sei und Arbeitsplätze biete, so Kräutler. Es habe sich aber niemand die Mühe gemacht, sich die Umstände an Ort und Stelle anzuschauen: "Die riesigen Firmen hätten Abordnungen schicken sollen. Wir hätten den Leuten schon gezeigt, was los ist. Sie hätten sogar das Glück gehabt, dass der Bischof Deutsch spricht und sie keinen Dolmetscher brauchen."
„Unsere Zukunft wird weggespült“
Bischof Erwin Kräutler setzt sich für den Lebensraum der Indios ein
SALZBURG / XINGU (eds/ib – 19. 5. 2013) / Der Stausee Belo Monte verdrängt 40.000 Menschen aus ihrem Lebensraum. Was ist das schon im Verhältnis zu 200 Millionen Brasilianern? „So argumentieren sie in der Hauptstadt. Für mich haben alle diese Menschen ein Gesicht“, betont Dom Erwin Kräutler. Direkt an seinem Bischofssitz in Altamira fließt der Xingu vorbei. „Den indigenen Völkern ist dieser Fluss heilig.“ Die so genannte zivilisierte Welt zerstört ihn.
Dom Erwin ist „empört über all die Ausbeutung und Plünderung der Menschen und ihrer Mit-Welt“. Er lebt und wirkt seit beinahe 50 Jahren in Brasilien. SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung in Salzburg und in Feldkirch, ist ein treuer Wegbegleiter. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die Unterstützung auf das Haus für Mutter und Kind und das Refúgio. Vor kurzem überzeugten sich die Referenten bei einer Projektreise davon, „wie Spenden aus Österreich Lebenschancen schenken“.
Mit dem Refúgio hat der Bischof dem „armen Volk Gottes am Xingu“ eine Zufluchtsstätte geschaffen. „Patienten, die in Altamira keine Verwandten haben, bei denen sie bleiben können, erhalten ein Dach über dem Kopf und Verpflegung. Mitarbeiterinnen begleiten sie zu Arzt und Behörden.“ Tag und Nacht klopfen Kranke an. Sr. Zélia, die Leiterin, und Sr. Jandira kümmern sich mit einem 15-köpfigen Team um die hier gestrandeten Frauen und Männer. Sie bleiben im Durchschnitt 20 Tage. Wer dazu in der Lage ist, zahlt einen geringen Beitrag. Die meisten können nicht einmal zehn Reais aufbringen, das sind umgerechnet vier Euro. Lucenildo ist einer von ihnen. Er greift sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an sein Bein. „Die Nerven sind verletzt, es wird einfach nicht besser.“ Ein Schlagloch wurde ihm und seinem Zweirad zum Verhängnis.
Auch der Leidensweg des sechsjährigen Pedro ist noch nicht zu Ende. Ob er je wieder einem Fußball hinterherjagen kann? Der Bub saß bei seinem Onkel am Moped und trug bei einem Unfall einen Ober- und Unterschenkelbruch davon. Pedro pendelt nun zwischen Krankenhaus und Refúgio. „Vor ihm liegt eine langwierige Physiotherapie“, blickt Sozialarbeiterin Sonia auf den kleinen Dauergast und erzählt von dem nicht abreißenden Strom an neuen Patienten. Das Haus mit 60 Betten sei ständig überbelegt.
Wie Belo Monte den Alltag prägt, davon berichtet P. Michael Rhode. Am Haus der Missionare vom Kostbaren Blut donnern schon frühmorgens die LKW- und Buskolonnen vorbei. In einem Gebäude seiner Pfarre Perpétuo Socorro ist eine Art Refúgio-Nebenstelle eingerichtet. „Rund 30 Leute können in unserem Haus der Hilfe leben“, erzählt der aus Paderborn gebürtige Ordensmann.
Multinationale Gewinner, einheimische Verlierer
Schon in den 70er Jahren wollte die brasilianische Regierung die als Volta Grande bekannte Schleife des Xingu für ein Wasserkraftwerk nutzen. Damals landeten die Pläne aufgrund der Proteste und des Geldmangels in der Schublade. Im Frühjahr 2013 graben die Bagger trotz fehlender Genehmigungen jeden Tag weiter tief in den Urwaldboden hinein, um den drittgrößten Staudamm der Welt fertigzustellen. Das 11.000-Megawatt-Kraftwerk ist längst zum Prestigeprojekt für Präsidentin Dilma Rousseff geworden. Ein 50 Kilometer langer Damm soll den Verlauf des Xingu umlenken. 2015 soll Belo Monte das erste Mal Strom erzeugen.
29 Milliarden Reais, rund 11 Milliarden Euro kostet die Anlage. Andritz ist mit einer Auftragshöhe von etwa 330 Millionen Euro dabei und liefert Turbinen und Generatoren. Auf der Homepage gibt das steirische Unternehmen ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit ab, das in der Praxis anscheinend doch nicht so viel zählt. „Die Profiteure sind brasilianische und internationale Großkonzerne. Für die zählt nur der Gewinn“, bringt es Bischof Erwin Kräutler auf den Punkt.
Auf der Seite der „Verlierer“ treffen sich Flussbewohner, Fischer und Kleinbauern. „Norte Energia verspricht alles Mögliche. Sie wollen die Leute nur ruhig stellen. Wenn sie bauen, scheren sie sich nicht mehr um uns“, macht sich ein Aktivist bei der Protestbewegung Xingu Vivo Para Sempre Luft. Sprecherin Antônia Melo mahnt die Mobilisierung der Betroffenen ein. Immer wieder werden Straßensperren oder Baustellen-Besetzungen organisiert. Ein Totalstopp von Belo Monte ist aber unwahrscheinlich. Doch der Protest geht weiter – auch um weitere Staudämme zu verhindern.
Mittwoch, 15. Mai 2013
Laut Studie wird die Stromerzeugung in Belo Monte durch Abholzung verringert
Der Schutz des Regenwaldes Amazoniens bedeutet nicht nur den Erhalt der Artenvielfalt in Flora und Faune. Ein intakter Regenwald hat auch klimatische Auswirkungen, er bringt viele Niederschläge und füllt die Flüsse. Das ist für die Energieerzeugung durch Waserkraftwerke sehr wichtig. Je mehr Wald also vorhanden ist, desto größer ist die Kapazität eines Wasserkraftwerkes.
Eine fortschreitende Abholzung des Regenwaldes hingegen führt zu einer Verringerung der Niederschläge und zu einem sinkenden Wasserpegel der Flüsse. Die Stromerzeugung durch Wasserkraft in Belo Monte könnte sich bis zu 40 % reduzieren, wenn die momentane Rodungsintensität anhält.
Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von brasilianischen Wissenschaftlern am Montag (13.5.) in der amerikanischen Zeitschrift PNAS veröffentlicht wurde.
Blickpunkt Lateinamerika, 5.6.2013
Holzeinschlag drosselt Wasserkraft von Belo Monte
Mit zunehmendem Holzeinschlag im brasilianischen Amazonas-Regenwald könnte das im Bau befindliche Wasserkraftwerk ´Belo Monte´ bis zu einem Drittel seines Energiepotenzials einbüßen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Umweltforschungsinstituts IPAM.
Veja, 14.5.2013
Pesquisa afirma que desmatamento da Amazônia pode diminuir geração de energia de Belo Monte
Cientistas brasileiros mostram que a perda de floresta pode afetar a quantidade de chuvas na região, levando a um fluxo menor de água nos rios e a um corte de até 40% na geração de energia prevista na hidrelétrica
Estadão, 14.5.2013
Quanto mais floresta, maior será a capacidade de Belo Monte, diz estudo
Caso a perda da vegetação atinja 40% do bioma, em 2050, a produção de energia pode cair a 25% da capacidade
PNAS, 13.5.2013
Dependence of hydropower energy generation on forests in the Amazon Basin at local and regional scales
Tropical rainforest regions have large hydropower generation potential that figures prominently in many nations’ energy growth strategies. Feasibility studies of hydropower plants typically ignore the effect of future deforestation or assume that deforestation will have a positive effect on river discharge and energy generation resulting from declines in evapotranspiration (ET) associated with forest conversion. Forest loss can also reduce river discharge, however, by inhibiting rainfall. We used land use, hydrological, and climate models to examine the local “direct” effects (through changes in ET within the watershed) and the potential regional “indirect” effects (through changes in rainfall) of deforestation on river discharge and energy generation potential for the Belo Monte energy complex, one of the world’s largest hydropower plants that is currently under construction on the Xingu River in the eastern Amazon. In the absence of indirect effects of deforestation, simulated deforestation of 20% and 40% within the Xingu River basin increased discharge by 4–8% and 10–12%, with similar increases in energy generation. When indirect effects were considered, deforestation of the Amazon region inhibited rainfall within the Xingu Basin, counterbalancing declines in ET and decreasing discharge by 6–36%. Under business-as-usual projections of forest loss for 2050 (40%), simulated power generation declined to only 25% of maximum plant output and 60% of the industry’s own projections. Like other energy sources, hydropower plants present large social and environmental costs. Their reliability as energy sources, however, must take into account their dependence on forests.
Montag, 13. Mai 2013
Kraftwerksprojekt Belo Monte klettert auf R$ 30 Milliarden
Das Kraftwerksprojekt Belo Monte wird wieder um mindestens R$ 1 Milliarde teurer und die 30 Milliarden-Grenze überschreiten. Am Anfang war das Kraftwerk mit R$ 13,8 Milliarden budgetiert, im vorigen Monat war bereits von 29 Mrd die Rede.
Das Baukonsortium Belo Monte (CCBM) und der Konzessionär Norte Energia fordern zusätzliches Geld zur Deckung der Mehrkosten, die durch neue Lohnabschlüsse mit den Arbeitnehmern oder durch Bauunterbrechungen wegen Streiks und Besetzungen der Baustellen entstanden sind. Die Verhandlungen dazu dauern schon sechs Monate, aber es ist noch kein Ergebnis in Sicht.
Das Projekt wird fast zur Gänze über die Nationale Entwicklungsbank (BNDES) finanziert.
Veja, 12.5.2013
Custo da usina de Belo Monte já supera os R$ 30 bilhões
Dois anos depois do início das obras, valor atual é muito maior do os R$ 16 bilhões em que a hidrelétrica foi orçada. E não para de aumentar
Jornal do Brasil,12.5.2013
Custo de Belo Monte pode ter aumento de R$1 bilhão
Os dois consórcios responsáveis pela obra ainda não entraram em acordo final sobre o preço
Plattform Belo Monte Archiv:
1. Oktober 2012: Kosten für Kraftwerk Belo Monte verdoppeln sich
27. November 2012: Entwicklungsbank genehmigt 22,5 Mrd Reais für Belo Monte
Das Baukonsortium Belo Monte (CCBM) und der Konzessionär Norte Energia fordern zusätzliches Geld zur Deckung der Mehrkosten, die durch neue Lohnabschlüsse mit den Arbeitnehmern oder durch Bauunterbrechungen wegen Streiks und Besetzungen der Baustellen entstanden sind. Die Verhandlungen dazu dauern schon sechs Monate, aber es ist noch kein Ergebnis in Sicht.
Das Projekt wird fast zur Gänze über die Nationale Entwicklungsbank (BNDES) finanziert.
Veja, 12.5.2013
Custo da usina de Belo Monte já supera os R$ 30 bilhões
Dois anos depois do início das obras, valor atual é muito maior do os R$ 16 bilhões em que a hidrelétrica foi orçada. E não para de aumentar
Jornal do Brasil,12.5.2013
Custo de Belo Monte pode ter aumento de R$1 bilhão
Os dois consórcios responsáveis pela obra ainda não entraram em acordo final sobre o preço
Plattform Belo Monte Archiv:
1. Oktober 2012: Kosten für Kraftwerk Belo Monte verdoppeln sich
27. November 2012: Entwicklungsbank genehmigt 22,5 Mrd Reais für Belo Monte
FR-Interview mit Bischof Erwin Kräutler
Frankfurter Rundschau, 11.5.2013
„Ich stehe unter Polizeischutz“
Der katholische Bischof Dom Erwin Kräutler setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt des Regenwaldes und die Indiovölker am Amazonas ein. Im Interview spricht er über das gigantische Staudammprojekt Belo Monte, das die Natur und den Lebensraum der Indios und anderer Flussbewohner bedroht.
Weiter auf FR-Online
Religion.orf.at, 13.5.2013
Belo Monte: Kräutler warnt vor „apokalyptischer Situation“
Vor einer „apokalyptischen Situation“ für die Menschen am Xingu-Fluss hat der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler gewarnt, sollte das Staudammprojekt Belo Monte fertiggestellt werden.
Vorarlberger Nachrichten, 11.5.2013
Die Gewalt greifbar nahe
Sie kamen mit Pfeil und Bogen. Im Lendenschurz überwanden sie die Absperrungen. Seit 2. Mai halten rund 180 Indios die gewaltig-große Baustelle für das Kraftwerk Belo Monte in Brasilien besetzt. Manche kamen vom Xingu, die Munduruku stießen vom Rio Tapajós dazu. „Sie alle beklagen“, sagt Rußpreisträger Bischof Erwin Kräutler, „dass die Regierung die Verfassung gebrochen hat.“ Artikel 231 garantiert den indigenen Völkern, dass sie konsultiert werden, ehe sich die Bagger auf ihrem Gebiet ins Erdreich fressen.
„Ich stehe unter Polizeischutz“
Der katholische Bischof Dom Erwin Kräutler setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt des Regenwaldes und die Indiovölker am Amazonas ein. Im Interview spricht er über das gigantische Staudammprojekt Belo Monte, das die Natur und den Lebensraum der Indios und anderer Flussbewohner bedroht.
Weiter auf FR-Online
Religion.orf.at, 13.5.2013
Belo Monte: Kräutler warnt vor „apokalyptischer Situation“
Vor einer „apokalyptischen Situation“ für die Menschen am Xingu-Fluss hat der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler gewarnt, sollte das Staudammprojekt Belo Monte fertiggestellt werden.
Vorarlberger Nachrichten, 11.5.2013
Die Gewalt greifbar nahe
Sie kamen mit Pfeil und Bogen. Im Lendenschurz überwanden sie die Absperrungen. Seit 2. Mai halten rund 180 Indios die gewaltig-große Baustelle für das Kraftwerk Belo Monte in Brasilien besetzt. Manche kamen vom Xingu, die Munduruku stießen vom Rio Tapajós dazu. „Sie alle beklagen“, sagt Rußpreisträger Bischof Erwin Kräutler, „dass die Regierung die Verfassung gebrochen hat.“ Artikel 231 garantiert den indigenen Völkern, dass sie konsultiert werden, ehe sich die Bagger auf ihrem Gebiet ins Erdreich fressen.
Samstag, 11. Mai 2013
"Unser Kampf geht weiter!"
5. Presseaussendung der Besetzer der Baustelle Belo Monte:
Die Zivilgesellschaft soll unseren Kampf verstehen: er geht weiter!
8 Tage lang hielten wir die wichtigste Baustelle für das Kraftwerk Belo Monte besetzt. Wir wollten die in der ILO-Konvention vorgesehene vorherige Befragung sowie die Aussetzung der Arbeiten und Studien an den Staudämmen am Rio Tapajós, Xingu und Teles Pires, zu denen wir nicht konsultiert worden sind, erreichen.
Gestern wurden wir durch eine gerichtliche Verfügung von der Baustelle abgezogen.
Während der Besetzung wurde Personen der Zutritt verwehrt, Journalisten zensiert, Rechtsanwälte behindert, Brennstoff zum Kochen des Essens wurde nicht herein gelassen. Rettungsfahrzeuge mussten beim Schranken anhalten und die Sanitäter zu Fuß weiter gehen. Wir durften unsere Radiostation nicht aufbauen und konnten mit unseren Verwandten nicht sprechen; unsere Familien waren besorgt.
Militärpolizei, ROTAM, Spezialeinheiten, Nationale Streitkräfte, Bundespolizei, Zivilpolizei, Armee und Autobahn-Polizei umgaben uns die ganze Zeit. Manager und Sprecher von Norte Energia und vom Baukonsortium Belo Monte bedrängten und beschuldigten uns und setzten uns unter Druck.
Die Regierung versuchte uns mit Lügen an die Presse unterzukriegen, unsere Partner und befreundete Journalisten wurden per Telefonat beschuldigt und eingeschüchtert. Wie immer wurden auch diesmal unsere Verwandten (d.h. andere Indios) bestochen und manipuliert, um uns gegeneinander auszuspielen.
Wir bekamen Angst vor dem, was passieren hätte können. Denn die delegierte Chefin der Bundespolizei (die verantwortlich für jenen Bericht ist, der als Grundlage für die schreckliche Entscheidung der Richterin Selene Almeida diente) ist die Ehefrau des Rechtsanwaltes von Norte Energia, der als Kläger auftrat und der uns von dort weg haben wollte.
Wir wurden von der Baustelle gewaltsam entfernt. Mit einer Gewalt, die schlimmer ist als jene von Waffen und Armee. Die Reintegration von Besitz wurde nicht eingestellt. Das Gericht ließ uns 24 Stunden Zeit zum Abzug. Das erfuhren wir erst, nachdem wir in Altamira angekommen waren, eskortiert von der Bundespolizei.
Unser Abzug war friedlich, weil wir beschlossen hatten, dass er friedlich verlaufen sollte. Es war klar, dass die Regierung mit uns alles machen würde, damit wir abziehen. Wir gingen, weil wir gezwungen worden waren. Wir warteten eine Woche auf die Regierung, aber nichts geschah. Wir verstanden, dass sie unter keinen Umständen kommen würde, dass sie nur immer mehr Polizei schicken würde. Wir sahen die Bullen mit den Füßen scharren und ihre Gewehre und Schutzschilder streicheln... Wir wissen, was das bedeutet.
Wir sind nicht zufrieden.
Man wollte uns dazu bewegen, nur über ein Wasserkraftwerk am Rio Tapajós zu verhandeln. Unser Kampf bezieht sich auf ein Dutzend Dämme an den drei Flüssen, und er ist nicht vorbei, weil wir von der Baustelle entfernt wurden.
Unser Kampf hat neue Kräfte bekommen, und das ist ein Sieg!
Altamira, 10. Mai 2013
Quelle: Blog da Ocupação de Belo Monte
Flickr-Fotoalben munduruku denuncia
Die Zivilgesellschaft soll unseren Kampf verstehen: er geht weiter!
8 Tage lang hielten wir die wichtigste Baustelle für das Kraftwerk Belo Monte besetzt. Wir wollten die in der ILO-Konvention vorgesehene vorherige Befragung sowie die Aussetzung der Arbeiten und Studien an den Staudämmen am Rio Tapajós, Xingu und Teles Pires, zu denen wir nicht konsultiert worden sind, erreichen.
Gestern wurden wir durch eine gerichtliche Verfügung von der Baustelle abgezogen.
Während der Besetzung wurde Personen der Zutritt verwehrt, Journalisten zensiert, Rechtsanwälte behindert, Brennstoff zum Kochen des Essens wurde nicht herein gelassen. Rettungsfahrzeuge mussten beim Schranken anhalten und die Sanitäter zu Fuß weiter gehen. Wir durften unsere Radiostation nicht aufbauen und konnten mit unseren Verwandten nicht sprechen; unsere Familien waren besorgt.
Militärpolizei, ROTAM, Spezialeinheiten, Nationale Streitkräfte, Bundespolizei, Zivilpolizei, Armee und Autobahn-Polizei umgaben uns die ganze Zeit. Manager und Sprecher von Norte Energia und vom Baukonsortium Belo Monte bedrängten und beschuldigten uns und setzten uns unter Druck.
Die Regierung versuchte uns mit Lügen an die Presse unterzukriegen, unsere Partner und befreundete Journalisten wurden per Telefonat beschuldigt und eingeschüchtert. Wie immer wurden auch diesmal unsere Verwandten (d.h. andere Indios) bestochen und manipuliert, um uns gegeneinander auszuspielen.
Wir bekamen Angst vor dem, was passieren hätte können. Denn die delegierte Chefin der Bundespolizei (die verantwortlich für jenen Bericht ist, der als Grundlage für die schreckliche Entscheidung der Richterin Selene Almeida diente) ist die Ehefrau des Rechtsanwaltes von Norte Energia, der als Kläger auftrat und der uns von dort weg haben wollte.
Wir wurden von der Baustelle gewaltsam entfernt. Mit einer Gewalt, die schlimmer ist als jene von Waffen und Armee. Die Reintegration von Besitz wurde nicht eingestellt. Das Gericht ließ uns 24 Stunden Zeit zum Abzug. Das erfuhren wir erst, nachdem wir in Altamira angekommen waren, eskortiert von der Bundespolizei.
Unser Abzug war friedlich, weil wir beschlossen hatten, dass er friedlich verlaufen sollte. Es war klar, dass die Regierung mit uns alles machen würde, damit wir abziehen. Wir gingen, weil wir gezwungen worden waren. Wir warteten eine Woche auf die Regierung, aber nichts geschah. Wir verstanden, dass sie unter keinen Umständen kommen würde, dass sie nur immer mehr Polizei schicken würde. Wir sahen die Bullen mit den Füßen scharren und ihre Gewehre und Schutzschilder streicheln... Wir wissen, was das bedeutet.
Wir sind nicht zufrieden.
Man wollte uns dazu bewegen, nur über ein Wasserkraftwerk am Rio Tapajós zu verhandeln. Unser Kampf bezieht sich auf ein Dutzend Dämme an den drei Flüssen, und er ist nicht vorbei, weil wir von der Baustelle entfernt wurden.
Unser Kampf hat neue Kräfte bekommen, und das ist ein Sieg!
Altamira, 10. Mai 2013
Quelle: Blog da Ocupação de Belo Monte
Flickr-Fotoalben munduruku denuncia
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