Freitag, 28. Oktober 2016

Festnahmen bei Protesten gegen Pipeline-Projekt in North Dakota Sturm

ORF, 28.10.2016
„Unverhältnismäßig“ und „sehr aggressiv“
Seit Wochen laufen Angehörige des Sioux-Stammes zusammen mit Umweltschützern gegen ein umstrittenes Pipeline-Projekt im US-Bundesstaat North Dakota Sturm. Mit der Räumung der entlang der Trasse errichteten Protestcamps ist die Lage zuletzt aber deutlich eskaliert. Eine Ende des Protests ist dennoch nicht in Sicht: Ein Stammesführer rief am Freitag vielmehr dazu auf, den Kampf fortzusetzen.


RT-Deutsch, 28.10.2016
North Dakota: Eskalation bei Protesten gegen Pipeline
Polizisten bewegen sich auf das Camp der Demonstranten zu.
Im Fracking-Eldorado North Dakota protestiert die indigene Bevölkerung seit Monaten gegen den Weiterbau der Dakota Access Pipeline (DAPL). Gestern fielen während einer gewaltsamen Konfrontation zwischen Polizei und Demonstranten Schüsse. Die Proteste gehen weiter.


FAZ, 23.10.2016
Umweltproteste in Amerika
Wieder Festnahmen wegen Ölpipeline im kargen Nordwesten
Lange Zeit fast unbemerkt von der Öffentlichkeit formiert sich in North Dakota eine beharrliche Bewegung gegen die Ölindustrie. Ureinwohner spielen eine wichtige Rolle. Nun gab es mehr als 80 Festnahmen.


N24, 21.10.2016
Shailene Woodley kämpft nach Pipeline-Protest weiter
Die junge US-Schauspielerin stellt sich auf die Seite der amerikanischen Ureinwohner. Sie wollen den Bau einer Pipeline verhindern.


The Guardian, 28.10.2016
North Dakota pipeline: 141 arrests as protesters pushed back from site
Deploying pepper spray and armored vehicles marked beginning of new phase to thwart demonstrations to prevent construction of the controversial oil pipeline

BBC, 28.10.2016
Riot police move in on North Dakota pipeline protesters
Armed police in the US state of North Dakota have arrested 141 Native American protesters and environmental activists during a tense confrontation.

Blog-Archiv:

SAMSTAG, 10. JANUAR 2015


Obama will beim Bau der Pipeline Keystone XL sein Veto einlegen


Samstag, 22. Oktober 2016

Vortrag von Bischof Erwin Kräutler in Hall am 1.12.


Der Vorarlberger Erwin Kräutler lebt und wirkt seit über 50 Jahren in Brasilien, zunächst als Priester, dann 35 Jahre als Bischof der Prälatur Xingu. Sein Einsatz gilt der Umwelt und den indigenen Völkern. Für sein Engagement für die Indios und die Armen in Amazonien wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Alternativen Nobelpreis (2010).

Dom Erwin, wie die Brasilianer ihren Bischof nennen, wird am Donnerstag, 1. Dezember 2016, im Kolpingsaal von Hall in Tirol zum Thema „Achte die Schöpfung!“ sprechen. Klimawandel, Umweltverschmutzung und die Zerstörung des tropischen Regenwaldes treffen vor allem die Armen, in Brasilien genauso wie in Europa. Schöpfungsverantwortung wird zur Überlebensfrage der Menschheit und zum Auftrag jedes Christenmenschen.

Der freiwillige Eintritt wird Bischof Kräutler für nachhaltige Sozialprojekte in Brasilien mitgegeben.

Pfarre Hall in Tirol - St. Nikolaus

Montag, 17. Oktober 2016

P. Fritz Tschol heimgegangen

Dom Erwin Kräutler teilt uns den Tod seines Mitbruders P. Fritz Tschol mit:

Liebe Freunde der Prälatur am Xingu!

Padre Frederico ist in der vergangenen Nacht von uns gegangen. Er erlitt am 12. Oktober einen Infarkt und war seitdem auf der Intensivstation in Altamira. Dann kam noch ein Herzstillstand dazu und er erholte sich nicht mehr und verschied. Ich war noch in Belém, bin aber jetzt in Altamira und werde am Montag um 19:00 h den Auferstehungsgottesdienst in der Kirche Perpétuo Socorro halte. Während der ganzen Nacht wird Wache gehalten und gebetet.
Am Dienstag wird sein Leichnam um 7:00 h in die Kathedrale von Altamira gebracht, wo um 8:00 h eine Eucharistiefeier sein wird. Um 16:00 h erfolgt die Beisetzung auf dem Stadtfriedhof von Altamira.

Heuer feierte er sein 60-jähriges Priesterjubiläum, 59 Jahre verbrachte er am Xingu. Er war ein vorbildlicher Priester, mit tiefer Spiritualität und einer tatkräftigen Option für die Ärmsten im Volk Gottes. Er hatte ein besonders großes Herz für die Armen und Schwachen. Seit 1965 arbeiteten wir gemeinsam in Altamira. Niemals begehrte er auf, keine Aufgabe lehnte er ab, und alles tat er zur vollen Zufriedenheit aller. Er war bereits Generalvikar bei Dom Clemente (Bischof Clemens Geiger CPPS; 1948-1971) und Dom Eurico (Bischof Erich Kräutler CPPS; 1971-1981), und bis 2008 war er auch mein Generalvikar.

Padre Frederico war in letzter Zeit sehr gebrechlich, hat aber ausgeharrt bis zum Letzten. Er ist am 12. Oktober in der Sakristei zusammengebrochen.

Mit ihm tragen wir einen beispielhaften Priester zu Grabe. Ich selbst darf auf einundfünfzig Jahre gemeinsamen Weges mit ihm zurückblicken. Der Herr hat ihn gerufen und er wollte heimgehen, deshalb haben wir ihn auch losgelassen.
R.I.P.

Dom Erwin Kräutler, Bischof emeritus am Xingu


Fritz Tschol, geboren 1929 als Sohn einer Tiroler Bauernfamilie, legte 1949 seine Matura am Bischöflichen Gymnasium Paulinum in Schwaz ab und trat der Ordensgemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut bei. Er empfing 1956 die Priesterweihe und feierte am 8. Juli 1956 in St. Anton seine Primiz.
Seit 1957 war er als Missionar und Priester in der Territorialprälatur Xingu im brasilianischen Altamira tätig, einer Diözese mit etwa 432.000 km² und damit viermal so groß wie Österreich. Tschol realisierte zahlreiche Infrastrukturprojekte wie Straßen, Schulen, Krankenhäusern sowie Wohn- und Siedlungsbauten am Rio Xingu. Unter Kräutlers Nachfolger, Bischof João Muniz Alves, war Pater Fritz Tschol noch bis zuletzt als Ökonom tätig.


Kathpress, 18.10.2016
Tiroler Missionar und Xingu-Generalvikar Pater Tschol gestorben

Diözese Innsbruck, 18.10.2016
Diözese Innsbruck trauert um Tiroler Missionar Pater Fritz Tschol
Engster Mitarbeiter von Bischof Kräutler und Xingu-Generalvikar ist am Montag verstorben




Ältere Nachrichten:

Rundschau, 11.10.2016
Ein Leben für die Armen in Amazonien
Priesterjubiläum des gebürtigen St. Antoners Paters Fritz Tschol
Pater Fritz Tschol, der einzige lebende männliche St. Antoner Geistliche, widmet sein Leben der Nächstenliebe. Seit 1980 ist der Sohn einer Bauernfamilie Generalvikar in der größten Diözese Brasiliens. Der Missionar vom Kostbaren Blut feierte kürzlich sein 60. Priesterjubiläum.


Kontinente 3-2007
"Ich würde heute wieder gehen"
Der gebürtige Tiroler ist heute Generalvikar der Xingu-Prälatur. Er war Pfarrer, Kirchenbauer und Ordensoberer.
Und er hat nichts von seiner Begeisterung verloren. Kontinente im Gespräch mit dem Missionar.

Brasilien:


ORM-Noticias, 17.10.2016
Padre morre após parada cardíaca em Altamira, no Xingu
Frederico Tschol sofreu acidente no dia 12 e estava internado em coma induzido no Hospital Regional da Transamazônica

Vale do Xingu, 17.10.2016
Morre aos 87 anos o Padre Frederico Tschol


Vídeo dos 50 anos de Sacerdócio de Padre Frederico em 2005

Samstag, 15. Oktober 2016

Umweltsekretär von Altamira vor seinem Haus erschossen

Kathpress, 15.10.2016
Umweltsekretär der Amazonasregion Altamira getötet
Luis Alberto Araujo, der sich gegen illegale Abholzung engagierte, wurde von Unbekannten vor seinem Haus erschossen


Rio de Janeiro, 15.10.2016 (KAP/KNA) Der Umweltsekretär der brasilianischen Amazonasregion Altamira, Luis Alberto Araujo, ist getötet worden. Vermutlich seien Auftragskiller die Täter, berichteten brasilianische Medien am Freitag. Zwei Unbekannte hatten demnach Araujo am Donnerstagabend (Ortszeit) vor seinem Haus aufgelauert und ihn mit mindestens sieben Schüssen getötet. Araujo setzte sich gegen illegale Abholzungen ein und erhielt deswegen Morddrohungen.

Die Region Altamira im Amazonasstaat Para war in den vergangenen Jahren durch den Bau des umstrittenen Megastaudamms Belo Monte ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Indigene und Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter der langjährige Amazonasbischof Erwin Kräutler, hatten gegen den Staudammbau protestiert. Die Region leidet derzeit unter illegaler Abholzung und Aktivitäten von Goldsuchern.

Die Spannungen zwischen Araujo und der lokalen Holzmafia hätten Ende 2010 begonnen, nachdem die Europäische Union ein rund fünf Millionen Euro umfassendes Programm gegen Abholzungen in der Region gestartet habe, erläuterten Mitarbeiter des Getöteten laut Medienberichten. Als Verantwortlicher für die Umsetzung des Programms soll sich Araujo viele Feinde gemacht haben.

Neben dem Kampf gegen Abholzung hatte sich Araujo zudem für eine Regulierung von Besitzverhältnissen zahlreicher Landgüter in der Region eingesetzt. Auch in der Lokalpolitik war er aktiv. Bisher fehlt der Polizei jegliche Spur der Täter.


G1 - O Globo, 14/10/2016
Secretário de Meio Ambiente de Altamira foi executado, diz perito
Vítima foi atingida por mais de 10 disparos, a maioria deles, na cabeça.
Polícia deve ouvir depoimentos de funcionários da Secretaria nesta sexta, 14.

Freitag, 14. Oktober 2016

Sechste „Wallfahrt der Märtyrer“ in Brasilien

Redaktion Feinschwarz 13. Oktober 2016
Ermordet auf der Suche nach Leben
Die sechste „Wallfahrt der Märtyrer“ in Brasilien fand am 16. und 17. Juli 2016 statt. Stefan Silber berichtet von der Wallfahrt, ihren Ursprüngen und der Lebensfreude angesichts der Zeugnisse von Menschen, die ihre Solidarität mit den Schwachen mit dem Tod bezahlten.

Der fast 90-jährige Bischof Pedro Casaldáliga, der die Wallfahrt vor 30 Jahren ins Leben gerufen hatte, nachdem der Jesuit João Bosco Penido irrtümlich an seiner Stelle ermordet worden war, nahm als Ehrengast im Rollstuhl teil.

Observatório da Evangelização, 2 de agosto de 2016
Romaria dos mártires da caminhada 2016
O testemunho de uma catequista

Mártires da Caminhada

Romaria dos Mártires - Facebook

Prelazia de São Felix do Araguaia

Freitag, 30. September 2016

Schönborn empfängt Vertreter indigener Völker aus Brasilien

 Angela Kemper (DKA), Falvio Vicente Machado (CIMI), Kardinal Christoph Schönborn, Elizeu Lopes (Guarani-Kaioma) und Heinz Hödl (KOO-Geschäftsführer)

Katholisch.at, 29.9.2016
Schönborn empfängt Vertreter indigener Völker aus Brasilien
Wiener Erzbischof "besorgt und erschüttert" über die Situation indigener Völker in Brasilien -
Delegation mit indigenen Führungspersonen verschiedener Völker tourt durch Europa

Wiens Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, hat am Donnerstag, 29.9.2016, Vertreter der Guarani-Kaiowa aus Brasilien im Wiener Erzbischöflichen Palais empfangen. Schönborn zeigte sich "besorgt und erschüttert" über die Situation des indigenen Volkes aus Brasilien. Seit dem 19. Jahrhundert sind sie immer wieder Opfer von Gewalt und Vertreibung. Hintergrund sind Landnutzungskonflike mit dem expandierenden Agrobusiness, eine fehlende staatliche Anerkennung der indigenen Gebiete, die expandierende Landwirtschaft, die Zunahme gewaltsamer Übergriffe seit der Jahrtausendwende sowie Hunger und Unterernährung. Organisiert wurde das Gespräch von der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO).

Die 1988 in der Verfassung Brasiliens festgehaltenen Rechte der indigenen Bevölkerung dürften nicht ausgehöhlt, sondern müssten strikt verfolgt werden, so Schönborn. Er stehe solidarisch hinter jenen Organisationen, die sich für deren Rechte einsetzen. Namentlich nannte Schönborn den Rat der brasilianischen Bischofskonferenz für indigene Völker (CIMI), dem bis 2015 der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler vorstand.

Schönborn kündigte ein entsprechendes Papier zum Thema bei der für November geplanten Vollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz an. Er werde das Thema im November auch mit dem Papst besprechen.

Das Engagement für die Guarani-Kaiwoa sei ein ganz konkreter Fall, "wo wir gefordert sind, den Prinzipien des Evangeliums zu folgen", betonte auch KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl am Rande des Treffens gegenüber "Kathpress". Eine Organisation auf sich gestellt, könne allerdings wenig bewirken. Es brauche die Zusammenarbeit zwischen kirchlichen Organisationen, NGOs, Parlamenten bis hin zur UNO, so Hödl. Nur so könnten Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen und politische Verantwortungsträger vor Ort mit Nachdruck zur Umsetzung des geltenden Rechtes gedrängt werden.

Indigenen-Vertreter in Europa unterwegs

Eine Delegation von indigenen Führungspersonen verschiedener Völker tourt in nächster Zeit durch Europa, um auf die katastrophale Lage der indigenen Völker in Brasilien aufmerksam zu machen. Geplant sind Stationen in Genf, Brüssel, London und Wien. Seit Donnerstag sind zwei Vertreter - Elizeu Lopes, selber Guarani-Kaiowa und Falvio Vicente Machado, Vertreter des Rates der brasilianischen Bischofskonferenz für indigene Völker (CIMI) - in Wien. Den Besuch in Wien organisiert die Dreikönigsaktion (DKA) der Katholischen Jungschar.

Die Lage der indigenen Völker in Brasilien verschlechtere sich zusehends, heißt es in einer Aussendung der DKA am Donnerstag. Die Guarnai-Kaiowa seien ein tragisches Beispiel dafür. Im Bundesstaat Mato Gorsso do Sul sind sie immer öfter offener Gewalt ausgesetzt: Allein im Jahr 2014 wurden 138 Angehörige indigener Völker ermordet. Einer aktuellen Studie von FIAN Brasilien/International zufolge leiden 100 Prozent der Guarani-Kaiowa in Mato Grosso do Sul an Hunger. 785 Kinder unter fünf Jahren starben aufgrund der katastrophalen Lebensbedingungen und mangelhafter medizinischer Versorgung.


Lateinamerika-Institut
Brasilien: Gewalt gegen indigene Völker
Die indigenen Völker stehen einem „modernen Brasilien“ im Wege. Dies ist zumindest die Sicht der brasilianische Energie- und Agrarlobby. Die Gewalt nimmt zu. Eine Delegation von indigenen Führungspersonen verschiedener Völker tourt durch Europa, trägt das Unrecht, das Indigenen Völkern widerfährt, dem UN-Menschenrechtsrat und dem EU-Parlament vor. Auch in Wien machen sie Station, um auf die dramatische Lage ihres Volkes aufmerksam zu machen.
Sie haben die Möglichkeit mit Elizeu Lopes und Flávio Vicente Machado am 30. September 2016 ein Interview zu führen.