Donnerstag, 7. November 2019
Brasilianische Bischöfe weisen Kritik an Amazonas-Synode zurück
VaticanNews, 7.11.2019
Brasilien: Kritiker an Amazonien-Synode haben „keine Ahnung“
Der Bischof der brasilianischen Diözese Obidos, Johannes Bahlmann, hat Kritik von Kardinälen und Bischöfen an einigen Vorschlägen der Amazonien-Synode zurückgewiesen. „Mein Eindruck ist, dass sie keine Ahnung haben“, sagte der aus Deutschland stammende Amazonas-Bischof in Würzburg. Auch der aus Österreich stammende frühere Bischof von Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler, wandte sich gegen eine bestimmte Form von Kritik an der Synde.
Bischof Bahlmann äußerte sich am Mittwoch vor Journalisten in Würzburg am Rand einer Tagung zur Synode. Er sei „niemals von einem der Herren" angesprochen und gefragt worden, was denn beschlossen werde, erklärte der Franziskaner. Die von Bischöfen und Kardinälen geäußerte Kritik lasse keine faire Diskussion zu. „Was für eine Kollegialität ist das?“, so Bahlmann. Als „Lüge“ bezeichnete er den Vorwurf, die Synode sei von Bischöfen instrumentalisiert worden, um kirchenpolitische Fragen für Deutschland oder Europa zu verhandeln.
Dem Papst weitergehende Interessen mit der Synode zu unterstellen, nannte Bahlmann „eine Respektlosigkeit“. Es stehe ihm nicht zu, etwas zu den Problemen der Kirche in Deutschland zu sagen, so der Bischof. Er wünsche sich aber, dass die Kritiker ins Amazonas-Gebiet kämen und sich selbst ein Bild machten. „Sie unterstellen dem Heiligen Geist, dass er nicht ordentlich arbeitet."
Bischof Kräutler „Opfer von Hasstiraden“
Der aus Österreich stammende frühere Bischof von Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler, sprach angesichts der Vorwürfe von Kritikern ebenfalls von einer „glatten Lüge“. Kräutler sagte, er sei ein „Opfer von Hasstiraden“ geworden, nachdem er darauf verwiesen habe, dass jene, die gegen die vom Papst einberufene Synode seien, sich fragen müssten, ob sie noch auf katholischem Boden stünden. Er sei „fertig gemacht“ worden, „teils unter der Gürtellinie“.
Hintergrund
Bahlmann und Kräutler nehmen an einer bis Freitag dauernden Fachtagung mit dem Titel „Amazonas-Synode 2019 - Was hat das mit uns zu tun?" teil. Sie wird von den katholischen Hilfswerken Adveniat und Misereor zusammen mit den Diözesen Würzburg und Hildesheim veranstaltet.
Katholisch.de, 7.11.2019
"Was für eine Kollegialität ist das?"
Kräutler und Bahlmann: Kritiker der Amazonas-Synode lügen
Die deutschsprachigen Bischöfe Johannes Bahlmann und Erwin Kräutler wenden sich mit scharfen Worten gegen Kritiker der Amazonas-Synode – auch gegen Bischöfe und Kardinäle. Die Rede ist von "glatten Lügen" und "Respektlosigkeit" gegenüber dem Papst.
Neues Ruhr-Wort, 6.11.2019
Brasilianische Bischöfe weisen Kritik an Amazonas-Synode zurück
Der Bischof der brasilianischen Diözese Obidos, Bernardo Johannes Bahlmann, hat die Kritik von Kardinälen und Bischöfen an den Beschlüssen der Amazonas-Synode mit scharfen Worten zurückgewiesen. „Mein Eindruck ist, dass sie keine Ahnung haben“, sagte Bahlmann am Mittwoch in Würzburg am Rande einer Tagung zu dem Bischofstreffen bei einem Pressegespräch. Er sei „niemals von einem der Herren“ angesprochen und gefragt worden, was denn beschlossen werde. Die von Bischöfen und Kardinälen geäußerte Kritik lasse keine faire Diskussion zu. „Was für eine Kollegialität ist das?“, so Bahlmann.
VaticanNews, 12.11.2019
Nachklang Amazonien-Synode:
Pachamama ist keine Götzenanbetung
Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.
Mittwoch, 6. November 2019
Vatikan teilt Prälatur am Xingu
Kathpress, 6.11.2019
Amazonien: Vatikan teilt Gebiet von Kräutler-Prälatur Xingu
Kirchenstrukturen am Amazonas werden neu geordnet - Unter anderem wird eine neue Erzdiözese Santarem errichtet und das bisher flächenmäßig größte brasilianische Kirchengebiet, die bis 2015 von Bischof Kräutler geleitete Prälatur Xingu, in eine Diözese Xingu-Altamira und eine Prälatur Xingu-Tucumã aufgeteilt - Verkleinerte Diözese Altamira nun etwas größer als Großbritannien
Der Vatikan ordnet im brasilianischen Amazonasgebiet einige katholische Kirchenstrukturen neu und errichtet dazu neue Diözesen. Davon betroffen ist unter anderem die bisherige Territorialprälatur Xingu, die bis 2015 vom aus Vorarlberg stammenden Bischof Erwin Kräutler (80) geleitet wurde. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, wird die Prälatur Xingu - bisher die flächenmäßig größte brasilianische Kirchenstruktur - in zwei Gebiete aufgeteilt: eine neue Diözese Xingu-Altamira sowie eine neue, kleinere Gebietsprälatur Alto Xingu-Tucumã.
Gleichzeitig erhob der Papst die am Mittellauf des Amazonas gelegene Diözese Santarem zur Erzdiözese. Zu dessen Kirchenprovinz gehören nun die beiden neu errichteten Xingu-Diözesen sowie die Territorialprälatur Itaituba und die Diözese Obidos. Letztere wiederum wird von dem aus Deutschland stammenden Bischof Johannes Bahlmann geleitet. Diese Gebiete gehörten bisher zur Kirchenprovinz der Erzdiözese Belem do Para, die entsprechend verkleinert wird. Papst Franziskus hatte zum Abschluss der Amazonien-Synode Ende Oktober unter anderem strukturelle Reformen in Amazonien angekündigt.
Neuer Bischof der Erzdiözese Santarem wird der Ordensmann Irineu Roman (61), bisher Weihbischof in Belem. Als Bischof von Xingu-Altamira bestätigte der Papst den bisherigen Leiter der Prälatur, Bischof Joao Alves (58), der 2015 die Nachfolge von Bischof Kräutler angetreten hatte. Neuer Leiter der abgetrennten Territorialprälatur Alto Xingu-Tucumã soll aus Spanien stammende Augustiner Jesus Maria Lopez Mauleon (64) werden.
Die neu errichtete Diözese Xingu-Altamira ist mit gut 247.000 Quadratkilometern etwas größer als Großbritannien. Unter den gut 360.000 Bewohnern sind laut Vatikan-Angaben 250.000 (70 Prozent) katholisch. In den zehn Pfarren arbeiten unter anderem 15 Diözesan- und neun Ordenspriester sowie 37 Ordensfrauen.
Die Territorialprälatur Alto Xingu-Tucuma umfasst gut 128.000 Quadratkilometer und ist damit etwa eineinhalbmal so groß wie Österreich. Von den knapp 239.000 Einwohnern sind 130.000 (54 Prozent) katholisch. In den fünf Pfarren arbeiten ein Diözesan- und neun Ordenspriester sowie fünf Ordensschwestern.
Zu der verkleinerten Kirchenprovinz Belém do Pará gehören nach wie vor die Diözesen Macapá, Castanhal, Bragança do Pará, Ponta de Pedras, Marabá, Abaetetuba, Cametá und die Territorialprälatur Marajó.
Territiorial- oder Gebietsprälaturen sind eine Form der Ortskirche, die einer Diözese rechtlich gleichgestellt ist. Als historische Vorstufen zu einer Diözese gibt es sie vor allem in Südamerika, vereinzelt in Italien, aber auch Skandinavien. Anders als eine Personalprälatur, die anhand der ihr angehörenden Personen umschrieben wird, wird die Territorialprälatur allein durch ihr Gebiet definiert.
Dienstag, 5. November 2019
Adeliger Pro-Life-Aktivist bekennt sich zum Figuren-Diebstahl
VaticanNews, 4.11.2019
Österreicher bekennt sich zu Diebstahl von Indigenen-Statue
Ein österreichischer Lebensschutzaktivist hat sich zum Diebstahl indigener Holzfiguren aus einer Kirche in Rom während der jüngsten Amazonien-Synode bekannt.
Die Tagespost, 4.11.2019
Entwendete "Pachamamas": Lebensrechtler Tschugguel bekennt sich
Seit Tagen sorgt ein Video für Aufmerksamkeit, in dem die umstrittenen Holzfiguren nackter Schwangerer aus einer römischen Kirche entwendet und in den Tiber gestoßen werden. Nun bekennt sich der österreichische Lebensrechts-Aktivist Alexander Tschugguel zu der Aktion.
Gloria.tv, 4.11.2019
Das ist der Held, der die Pachamamas in den Tiber warf
Augsburger Allgemeine, 6.11.2019
Ein Mann stiehlt Figuren aus einer Kirche - und wird dafür gefeiert
Der Österreicher Alexander Tschugguel ist weltbekannt, weil er Holzfiguren aus einer römischen Kirche stahl und in den Tiber warf. Erzkonservative verehren ihn deshalb.
FAZ, 6.11.2019
Päpstlicher als der Papst
Verstoß gegen erstes Gebot: Der Dieb, der während der Amazonas-Synode in Rom die indigenen Holzfiguren raubte und anschließend in den Tiber warf, hat sich nun als religiöser Aktivist bekannt.
Die Tagespost, 7.11.2019
Aktivist Tschugguel: "Bin auf alles gefasst"
Alexander Tschugguel warf die Pachamama-Statuen in den Tiber. Doch warum?
Tschugguel gründet St. Boniface Institut
Das St. Bonifatius Institut wurde gegründet, um die Interessen katholischer Laien zu vertreten. Nein zum neuen Heidentum in der Kirche! Nein zur globalistischen Agenda in der Kirche! Nein zur anhaltenden Zerstörung von innen!
Aus dem Herzen Europas wollen wir für die Wiederherstellung unserer wunderbaren katholischen Kultur und Traditionen kämpfen, für eine Kirche, die unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus folgt!
Aktualisierung:
Gloria.tv, 20.1.2020
Franziskus' Positionen sind nahe bei deutschen Bischöfen, Kanzlerin Merkel, NGO's
Statement von Alexander Tschugguel bei der Kundgebung Acies Ordinata am 18. Januar 2020 im Münchner Literaturhaus.
Sonntag, 3. November 2019
Sr. Birgit Weiler über Ergebnisse der Amazoniensynode
Kathpress, 3.11.2019
Ordensfrau: Synodentext zum Frauendiakonat bewusst "vorsichtig"
Synoden-Teilnehmerin Sr. Weiler berichtet auf feinschwarz.net von "nötigem Zugeständnis", aber auch von vielen Reformvorstößen zugunsten von Frauenmitverantwortung bei der Amazonien-Synode
Es sei ein "nötiges Zugeständnis" gewesen, dass der Textabschnitt zum Frauendiakonat im Schlussdokument der Amazonien-Synode "sehr vorsichtig formuliert" worden sei. Nach den Worten der in Peru lebenden deutschen Ordensschwester Birgit Weiler, die als Expertin für interkulturelle Theologie zur Synode geladen worden war, galt es "sicher zu stellen, dass dieser Abschnitt überhaupt im Schlussdokument erscheint". Der Artikel über das Frauendiakonat hatte nach jenem über die verheirateten Priester die meisten Gegenstimmen zu verzeichnen, erinnerte Weiler in einem "Exklusivbericht" auf der theologischen Feuilleton-Plattform feinschwarz.net über die Diskussionen und Ergebnisse der Bischofsversammlung.
In vielen Beiträgen in der Synodenaula wie auch in den kleinen Arbeitszirkeln sei ungeachtet dessen die Notwendigkeit unterstrichen worden, "effektiv an der Überwindung von Machismo und Klerikalismus in der Kirche im Allgemeinen und der Kirche Amazoniens im Besonderen zu arbeiten, Frauen mehr Leitungsverantwortung und Leitungsämter, die kein Weiheamt voraussetzen, - und das sind viele -, zu übertragen". Laut Weiler wurde dies "nicht nur von uns Frauen, sondern ebenso von vielen Bischöfen gefordert". In ihrer Arbeitsgruppe habe zum Beispiel ein Bischof gesagt, der eine Frau zur Generalvikarin seiner Diözese ernannte, dass "synodale Kirche sein" bedeute, miteinander zu beraten und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. "Wir Frauen wurden von vielen Bischöfen darin unterstützt, dass es unbedingt an der Zeit ist, formal anzuerkennen, was in der Kirche Amazoniens bereits Realität ist, nämlich, dass die katholische Kirche an vielen Orten nur dank der Frauen präsent ist", schrieb die in Südamerika tätige deutsche Ordensfrau.
Von vielen Frauen, aber auch von mehreren Bischöfen sei zudem deutlich der Wunsch vorgetragen worden, die Diakonninenweihe in der katholischen Kirche einzuführen. Das sei in den Konsultationen von vielen Menschen im Amazonasgebiet erbeten worden. Darauf wolle Weiler - wie sie betonte - mit Nachdruck hinweisen "angesichts von Kritiken aus sehr konservativen Kreisen, dass angeblich deutsche Priester und Bischöfe diese Gedanken in das Arbeitsdokument für die Synode eingetragen hätten. Dem ist nachweislich nicht so."
"Papst will in dieser Frage weiterkommen"
Die bei der Synode anwesenden Frauen hätten ein eigenes Gesuch an den Papst gestellt, die Frage des Frauendiakonats weiterzuführen, berichtete Weiler weiter. In seiner Ansprache nach der Abstimmung habe Franziskus anerkannt, dass die stärkere Rolle der Frau in der Kirche generell und in Amazonien im besonderen eine starkes Thema der Synode war. "Er versprach, die Kommission zum Frauendiakonat mit neuen Mitgliedern zu besetzen, um in der Frage weiterzukommen und die Rolle der Frau in der Kirche noch mehr zu stärken."
Ein "Zeichen der Hoffnung" in diese Richtung ist für die Ordensfrau, dass der Papst zwei Frauen und einen Laien in die Kommission zur Redaktion des päpstlichen Schreibens im Anschluss an die Synode beruft. "Das war bislang nicht üblich." Franziskus habe in mehreren Aussagen seinen Wunsch zu verstehen gegeben, "dass den Frauen noch viel mehr Raum in der Kirche gegeben wird und ihr Beitrag weit über die Funktionen hinausgeht, die sie ausüben", so Weiler.
Hintergrund:
SR2, 5.10.2019
Im Einsatz mit den Menschen des Regenwaldes
Ein Interview mit Dr. Birgit Weiler, Theologin und Ordensfrau am Amazonas
Blickpunkt Lateinamerika, 23.9.2019
Birgit Weiler - Kämpferin für die Amazonas-Indigenen
Birgit Weilers Berufung zur Weltkirche stand schon früh fest. Besonders engagiert ist die Missionsärztliche Schwester aus Duisburg für das Amazonasgebiet. Nun hat sie der Papst zur Sondersynode in den Vatikan eingeladen.
VaticanNews, 1.3.2019
Amazonas-Synode: „Indigene wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt"
Bei der im Oktober bevorstehenden Amazonas-Bischofssynode im Vatikan geht es um die geistliche Heimat der im Amazonas lebenden Völker, um Gerechtigkeit und Ökologie. Indigene im Amazonasgebiet wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt, sagte im Gespräch mit uns die deutsche Theologin Birgit Weiler, die in Peru lebt.
Ordensfrau: Synodentext zum Frauendiakonat bewusst "vorsichtig"
Synoden-Teilnehmerin Sr. Weiler berichtet auf feinschwarz.net von "nötigem Zugeständnis", aber auch von vielen Reformvorstößen zugunsten von Frauenmitverantwortung bei der Amazonien-Synode
Es sei ein "nötiges Zugeständnis" gewesen, dass der Textabschnitt zum Frauendiakonat im Schlussdokument der Amazonien-Synode "sehr vorsichtig formuliert" worden sei. Nach den Worten der in Peru lebenden deutschen Ordensschwester Birgit Weiler, die als Expertin für interkulturelle Theologie zur Synode geladen worden war, galt es "sicher zu stellen, dass dieser Abschnitt überhaupt im Schlussdokument erscheint". Der Artikel über das Frauendiakonat hatte nach jenem über die verheirateten Priester die meisten Gegenstimmen zu verzeichnen, erinnerte Weiler in einem "Exklusivbericht" auf der theologischen Feuilleton-Plattform feinschwarz.net über die Diskussionen und Ergebnisse der Bischofsversammlung.
In vielen Beiträgen in der Synodenaula wie auch in den kleinen Arbeitszirkeln sei ungeachtet dessen die Notwendigkeit unterstrichen worden, "effektiv an der Überwindung von Machismo und Klerikalismus in der Kirche im Allgemeinen und der Kirche Amazoniens im Besonderen zu arbeiten, Frauen mehr Leitungsverantwortung und Leitungsämter, die kein Weiheamt voraussetzen, - und das sind viele -, zu übertragen". Laut Weiler wurde dies "nicht nur von uns Frauen, sondern ebenso von vielen Bischöfen gefordert". In ihrer Arbeitsgruppe habe zum Beispiel ein Bischof gesagt, der eine Frau zur Generalvikarin seiner Diözese ernannte, dass "synodale Kirche sein" bedeute, miteinander zu beraten und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. "Wir Frauen wurden von vielen Bischöfen darin unterstützt, dass es unbedingt an der Zeit ist, formal anzuerkennen, was in der Kirche Amazoniens bereits Realität ist, nämlich, dass die katholische Kirche an vielen Orten nur dank der Frauen präsent ist", schrieb die in Südamerika tätige deutsche Ordensfrau.
Von vielen Frauen, aber auch von mehreren Bischöfen sei zudem deutlich der Wunsch vorgetragen worden, die Diakonninenweihe in der katholischen Kirche einzuführen. Das sei in den Konsultationen von vielen Menschen im Amazonasgebiet erbeten worden. Darauf wolle Weiler - wie sie betonte - mit Nachdruck hinweisen "angesichts von Kritiken aus sehr konservativen Kreisen, dass angeblich deutsche Priester und Bischöfe diese Gedanken in das Arbeitsdokument für die Synode eingetragen hätten. Dem ist nachweislich nicht so."
"Papst will in dieser Frage weiterkommen"
Die bei der Synode anwesenden Frauen hätten ein eigenes Gesuch an den Papst gestellt, die Frage des Frauendiakonats weiterzuführen, berichtete Weiler weiter. In seiner Ansprache nach der Abstimmung habe Franziskus anerkannt, dass die stärkere Rolle der Frau in der Kirche generell und in Amazonien im besonderen eine starkes Thema der Synode war. "Er versprach, die Kommission zum Frauendiakonat mit neuen Mitgliedern zu besetzen, um in der Frage weiterzukommen und die Rolle der Frau in der Kirche noch mehr zu stärken."
Ein "Zeichen der Hoffnung" in diese Richtung ist für die Ordensfrau, dass der Papst zwei Frauen und einen Laien in die Kommission zur Redaktion des päpstlichen Schreibens im Anschluss an die Synode beruft. "Das war bislang nicht üblich." Franziskus habe in mehreren Aussagen seinen Wunsch zu verstehen gegeben, "dass den Frauen noch viel mehr Raum in der Kirche gegeben wird und ihr Beitrag weit über die Funktionen hinausgeht, die sie ausüben", so Weiler.
Hintergrund:
SR2, 5.10.2019
Im Einsatz mit den Menschen des Regenwaldes
Ein Interview mit Dr. Birgit Weiler, Theologin und Ordensfrau am Amazonas
Blickpunkt Lateinamerika, 23.9.2019
Birgit Weiler - Kämpferin für die Amazonas-Indigenen
Birgit Weilers Berufung zur Weltkirche stand schon früh fest. Besonders engagiert ist die Missionsärztliche Schwester aus Duisburg für das Amazonasgebiet. Nun hat sie der Papst zur Sondersynode in den Vatikan eingeladen.
VaticanNews, 1.3.2019
Amazonas-Synode: „Indigene wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt"
Bei der im Oktober bevorstehenden Amazonas-Bischofssynode im Vatikan geht es um die geistliche Heimat der im Amazonas lebenden Völker, um Gerechtigkeit und Ökologie. Indigene im Amazonasgebiet wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt, sagte im Gespräch mit uns die deutsche Theologin Birgit Weiler, die in Peru lebt.
„Wächter des Waldes“ von Holzfällern ermordet
ORF, 3.11.2019
Brasilien: „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet
Im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist ein indigener Aktivist und „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet worden. Paulo Paulino wurde im nordöstlichen Bundesstaat Maranhao von Holzfällern erschossen, wie örtliche Behörden und die Menschenrechtsorganisation Survival International gestern mitteilten. Ein weiterer Aktivist sei verletzt worden, habe aber fliehen können.
Die beiden Männer gehörten den „Wächtern des Waldes“ an – einer Gruppe, die Gebiete indigener Völker vor illegaler Rodung zu schützen versucht.
Die beiden Männer des Stammes Guajajara hatten nach Angaben des Menschenrechtssekretariats von Maranhao ihr Dorf verlassen, um im Wald Wasser zu holen, als sie von „mindestens fünf bewaffneten Männern“ umstellt wurden.
Ermittlungen aufgenommen
Laut Behörden galt ein Holzfäller nach dem Vorfall als vermisst. Informationen, wonach er ebenfalls bei der Attacke getötet worden sei, wurden nicht bestätigt. Der brasilianische Justizminister Sergio Moro teilte via Twitter mit, die Polizei habe Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.
Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten. Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an.
Netzfrauen, 2.11.2019
Surival International, 2.11.2019
Brasilien: Amazonas-Wächter getötet, ein weiterer verletzt, bei Angriff von Holzfällern
Ein Mitglied der indigenen “Wächter Amazoniens” wurde bei einem Überfall von Holzfällern erschossen und ein weiterer verwundet.
Paulo Paulino Guajajara, auch bekannt als Kwahu Tenetehar, wurde in den Hals getroffen und starb im Wald. Seinem Begleiter, Tainaky Tenetehar, wurde in den Rücken und Arm geschossen. Er konnte aber entkommen.
Die Wächter Amazoniens patrouillieren seit einigen Jahren ihr Territorium im östlichen Amazonasgebiet, das von Holzfällern heimgesucht wird. Unkontaktierte Mitglieder des indigenen Awá-Volkes leben ebenfalls in diesem Gebiet.
Tagesschau, 3.11.2019
"Wächter des Waldes" ermordet
Er war einer der prominentesten Waldschützer im Amazonas. Jetzt ist Paulo Paulino, Mitglied der Gruppe "Wächter des Waldes", von Holzfällern erschossen worden. Kritiker meinen: Der brasilianische Staat trägt eine Mitschuld.
Veja, 2.11.2019
Líder indígena é assassinado em confronto com madeireiros no Maranhão
Conflito na sexta-feira, na Terra Indígena Arariboia, deixou um madeireiro morto e outro indígena ferido. Moro diz que PF vai investigar o caso
CIMI, 02/11/2019
Responsabilizamos o Estado e o governo federal pelo assassinato de Paulo Paulino Guajajara
Nota de Repúdio – Durante ataque de madeireiros, Laércio Souza Silva Guajajara foi atingido por tiros no braço e nas costas
G1- O Globo, 2.11.2019
Índio e madeireiro morrem em emboscada em terra indígena no MA
Emboscada aconteceu na sexta-feira (1º) na Terra Indígena Araribóia, na região de Bom Jesus das Selvas, entre as aldeias Lagoa Comprida e Jenipapo.
Jornal Nacional, 3 Nov 2019
Polícia Federal investiga a morte de líder indígena no Maranhão
Conhecido como guardião da floresta, Paulo Paulino Guajajara foi morto em uma emboscada.
Pública, 03/11/2019
Sobrevivente da emboscada, indígena Guajajara relata o que viu
Atingido por dois tiros, Laércio Guajajara contou a Fabiana Guajajara e ao cineasta Taciano Brito como foi o ataque, dentro da TI, que matou Paulo Paulino no Maranhão
Brasilien: „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet
Im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist ein indigener Aktivist und „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet worden. Paulo Paulino wurde im nordöstlichen Bundesstaat Maranhao von Holzfällern erschossen, wie örtliche Behörden und die Menschenrechtsorganisation Survival International gestern mitteilten. Ein weiterer Aktivist sei verletzt worden, habe aber fliehen können.
Die beiden Männer gehörten den „Wächtern des Waldes“ an – einer Gruppe, die Gebiete indigener Völker vor illegaler Rodung zu schützen versucht.
Die beiden Männer des Stammes Guajajara hatten nach Angaben des Menschenrechtssekretariats von Maranhao ihr Dorf verlassen, um im Wald Wasser zu holen, als sie von „mindestens fünf bewaffneten Männern“ umstellt wurden.
Ermittlungen aufgenommen
Laut Behörden galt ein Holzfäller nach dem Vorfall als vermisst. Informationen, wonach er ebenfalls bei der Attacke getötet worden sei, wurden nicht bestätigt. Der brasilianische Justizminister Sergio Moro teilte via Twitter mit, die Polizei habe Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.
Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten. Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an.
Netzfrauen, 2.11.2019
Surival International, 2.11.2019
Brasilien: Amazonas-Wächter getötet, ein weiterer verletzt, bei Angriff von Holzfällern
Ein Mitglied der indigenen “Wächter Amazoniens” wurde bei einem Überfall von Holzfällern erschossen und ein weiterer verwundet.
Paulo Paulino Guajajara, auch bekannt als Kwahu Tenetehar, wurde in den Hals getroffen und starb im Wald. Seinem Begleiter, Tainaky Tenetehar, wurde in den Rücken und Arm geschossen. Er konnte aber entkommen.
Die Wächter Amazoniens patrouillieren seit einigen Jahren ihr Territorium im östlichen Amazonasgebiet, das von Holzfällern heimgesucht wird. Unkontaktierte Mitglieder des indigenen Awá-Volkes leben ebenfalls in diesem Gebiet.
Tagesschau, 3.11.2019
"Wächter des Waldes" ermordet
Er war einer der prominentesten Waldschützer im Amazonas. Jetzt ist Paulo Paulino, Mitglied der Gruppe "Wächter des Waldes", von Holzfällern erschossen worden. Kritiker meinen: Der brasilianische Staat trägt eine Mitschuld.
Veja, 2.11.2019
Líder indígena é assassinado em confronto com madeireiros no Maranhão
Conflito na sexta-feira, na Terra Indígena Arariboia, deixou um madeireiro morto e outro indígena ferido. Moro diz que PF vai investigar o caso
CIMI, 02/11/2019
Responsabilizamos o Estado e o governo federal pelo assassinato de Paulo Paulino Guajajara
Nota de Repúdio – Durante ataque de madeireiros, Laércio Souza Silva Guajajara foi atingido por tiros no braço e nas costas
G1- O Globo, 2.11.2019
Índio e madeireiro morrem em emboscada em terra indígena no MA
Emboscada aconteceu na sexta-feira (1º) na Terra Indígena Araribóia, na região de Bom Jesus das Selvas, entre as aldeias Lagoa Comprida e Jenipapo.
Jornal Nacional, 3 Nov 2019
Polícia Federal investiga a morte de líder indígena no Maranhão
Conhecido como guardião da floresta, Paulo Paulino Guajajara foi morto em uma emboscada.
Pública, 03/11/2019
Sobrevivente da emboscada, indígena Guajajara relata o que viu
Atingido por dois tiros, Laércio Guajajara contou a Fabiana Guajajara e ao cineasta Taciano Brito como foi o ataque, dentro da TI, que matou Paulo Paulino no Maranhão
Samstag, 2. November 2019
Perez Esquivel: "Konservative Gruppen betreiben Schlacht gegen Papst"
Katholisch.de, 30.10.2019
Konservative und reaktionäre Gruppen betrieben "eine Schlacht"
Friedensnobelpreisträger: Papst Franziskus gegen Attacken verteidigen
"Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben": Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel ruft zu breiter Unterstützung für Papst Franziskus auf.
Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel hat mehr Unterstützung für Papst Franziskus gefordert. "Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben", heißt es in einem Appell Esquivels, den die italienische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag veröffentlichte.
Es gehe darum, "Papst Franziskus zu unterstützen bei seinem Einsatz zum Schutz des Planeten, für eine gerechtere und solidarischere Welt sowie für Frieden", so der 87-jährige Bürgerrechtler. Der Argentinier erhielt 1980 den Friedensnobelpreis für seinen friedlichen Widerstand gegen Argentiniens Militärdiktatur (1976-1983).
"Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben..."
Die Kirche ist laut Esquivel politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Konflikten und Interessen ausgesetzt, sowohl innerhalb wie außerhalb des Vatikan. "Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben und führen deshalb eine gezielte Kampagne gegen Papst Franziskus." Esquivels Aufruf erschien auf der Titelseite und der Kommentarspalte der italienischen Zeitung.
Ebenfalls würdigte Esquivel einen während der Amazonas-Synode geschlossenen "Katakomben-Pakt für unser gemeinsames Haus". Darin hatten sich am 20. Oktober in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet sowie gut 100 weitere Ordensleute und andere Gläubige zum Schutz der südamerikanischen Region und ihrer Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet. Zudem erklärten sie Frauen, die in Amazonien bereits de facto eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde leiten, "mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken" zu wollen.
Die dreiwöchigen Beratungen der am Sonntag beendeten Synode wurden von scharfer Kritik und Polemik ultrakonservativer Katholiken gegen indigene Riten und Symbole begleitet. Kritik gab es auch am Vorschlag einer Zulassung bewährter verheirateter Männer, so genannter "viri probati", zum Priesteramt in der Amazonas-Region, den das Abschlussdokument aufnahm, sowie der stark sozial-ökologischen Thematik der Synode.
Konservative und reaktionäre Gruppen betrieben "eine Schlacht"
Friedensnobelpreisträger: Papst Franziskus gegen Attacken verteidigen
"Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben": Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel ruft zu breiter Unterstützung für Papst Franziskus auf.
Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel hat mehr Unterstützung für Papst Franziskus gefordert. "Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben", heißt es in einem Appell Esquivels, den die italienische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag veröffentlichte.
Es gehe darum, "Papst Franziskus zu unterstützen bei seinem Einsatz zum Schutz des Planeten, für eine gerechtere und solidarischere Welt sowie für Frieden", so der 87-jährige Bürgerrechtler. Der Argentinier erhielt 1980 den Friedensnobelpreis für seinen friedlichen Widerstand gegen Argentiniens Militärdiktatur (1976-1983).
"Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben..."
Die Kirche ist laut Esquivel politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Konflikten und Interessen ausgesetzt, sowohl innerhalb wie außerhalb des Vatikan. "Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben und führen deshalb eine gezielte Kampagne gegen Papst Franziskus." Esquivels Aufruf erschien auf der Titelseite und der Kommentarspalte der italienischen Zeitung.
Ebenfalls würdigte Esquivel einen während der Amazonas-Synode geschlossenen "Katakomben-Pakt für unser gemeinsames Haus". Darin hatten sich am 20. Oktober in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet sowie gut 100 weitere Ordensleute und andere Gläubige zum Schutz der südamerikanischen Region und ihrer Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet. Zudem erklärten sie Frauen, die in Amazonien bereits de facto eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde leiten, "mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken" zu wollen.
Die dreiwöchigen Beratungen der am Sonntag beendeten Synode wurden von scharfer Kritik und Polemik ultrakonservativer Katholiken gegen indigene Riten und Symbole begleitet. Kritik gab es auch am Vorschlag einer Zulassung bewährter verheirateter Männer, so genannter "viri probati", zum Priesteramt in der Amazonas-Region, den das Abschlussdokument aufnahm, sowie der stark sozial-ökologischen Thematik der Synode.
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