Mittwoch, 26. März 2025

Anklage gegen Bolsonaro zugelassen

Putsch-Prozess gegen Brasiliens Ex-Präsident
Jair Bolsonaro muss vor Gericht



Dem ehemaligen Staatschef von Brasilien wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, einen Putsch geplant zu haben – und sogar die Ermordung politischer Gegner. Der Oberste Gerichtshof hat die Anklage nun zugelassen.
SZ, 26. März 2025


Anklage gegen Brasiliens Ex-Präsidenten Bolsonaro zugelassen
Nach seiner Abwahl soll Jair Bolsonaro gemeinsam mit Ministern und Militärs einen Staatsstreich in Brasilien geplant haben. Nun wird der Ex-Präsident wegen Putschversuchs vor Gericht gestellt. Im Falle einer Verurteilung drohen Bolsonaro mehr als 40 Jahre Haft.
ntv, 26.03.2025


Putschvorwurf
Anklage gegen Bolsonaro zugelassen
Der frühere brasilianische Präsident Jair Bolsonaro wird wegen Putschvorwürfen vor Gericht gestellt. Das entschied der Oberste Gerichtshof des Landes am Mittwoch. Der ultrarechte Politiker soll versucht haben, den Amtsantritt seines linksgerichteten Nachfolgers Luiz Inacio Lula da Silva nach dessen Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Oktober 2022 zu verhindern.
ORF, 26.3.2025


Por unanimidade, Bolsonaro vira réu por tentativa de golpe de Estado na Primeira Turma do STF

Também se tornaram réus 7 aliados e assessores do ex-presidente.
G1, 26.3.2025

Bischof Kräutler hält Vortrag bei Vorbereitung zur COP 30

Die Region Nord 2 der Nationalen Bischofskonferenz Brasiliens (CNBB N2) veranstaltet am 25. und 26. November in Belém (PA) Studientage "PreCOP NORT" unter dem Motto „Kirche auf dem Weg zur COP 30“. Sie sind ein Vorbereitung auf die UNO-Klimakonferenz COP 30, die im November 2025 in Belém stattfinden wird.

Um die Rolle der Kirche in der Klima- und sozio-ökologischen Krise zu stärken, beginnt das Treffen am 25. November mit einem Eröffnungsgottesdienst, dem Bischof Paulo Andreolli, Weihbischof der Erzdiözese Belém, vorstehen wird.

Das erste Panel wird sich mit dem Thema „Die Kirche und ihre historische Rolle als Prophetin angesichts der sozio-ökologischen Krise“ befassen, das von Bischof Erwin Kräutler, dem emeritierten Bischof der Diözese am Xingu (PA), vorgetragen wird. Zum Abschluss des Vormittags wird Professor Mário Tito das zweite Panel zum Thema „Klimakonferenzen in Krisenzeiten: allgemeiner Kontext und zentrale Themen“ leiten.

Ab dem Nachmittag wird das nationale CNBB-Team gemeinsam mit den Anwesenden an den „Thematischen Leitlinien der Klimakonferenz“ arbeiten, die dann diskutiert werden.

Professor Ima Vieira wird für das dritte Panel „Klimakrise und Extremereignisse im Amazonas-Biom und im Küstengebiet der nördlichen Makroregion“ verantwortlich sein.

Der zweite Tag beginnt mit einer Feier der Schöpfung, gefolgt von einem Runden Tisch über die Erfahrungen von Klimaveränderungen uz Land und zu Wasser, an dem Indigene, Fischer, Quilombolas und Bauern teilnehmen.

Der Vertreter des Pan-Amazonian Ecclesial Network - REPAM, Eduardo Soares, wird über die REPAM People's Mobilisation for Land and Climate + People's Summit berichten. Gruppen aus den verschiedenen Regionen des CNBB werden jeweils sieben Minuten Zeit haben, um eine Präsentation, die Agenda der Verpflichtungen jeder Region und die Vereinbarungen der Makroregion vorzustellen.

Am Ende des Treffens findet eine Eucharistiefeier statt, bei der ein „Leitfaden für die Multiplikation“ ausgehändigt wird und die Multiplikatoren unter dem Vorsitz von Bischof Joaquim Hudson de Souza Ribeiro, Weihbischof der Erzdiözese Manaus, die zur Region Nord 1 gehört, ausgesendet werden.

Die Pre-COP North ist das erste von fünf regionalen Vorbereitungstreffen für die COP30. Bei den Pre-COPs handelt es sich um formative Treffen, die sich an Kirchenführer richten und ein tieferes Verständnis des Klimawandels und seiner Folgen fördern. Mit Hilfe einer partizipatorischen Methodik bereiten diese Veranstaltungen Multiplikatoren darauf vor, das erworbene Wissen in ihren Gemeinden weiterzugeben, den Einfluss der Kirche zur Verteidigung unseres gemeinsamen Hauses auszuweiten und konkrete Aktionen für Klimagerechtigkeit und integrale Ökologie zu fördern.

Quelle: CNBB N2, 24.3.2025

Igreja no Brasil lança identidade visual rumo à COP 30 e reforça compromisso com ecologia integral e justiça climática
REPAM, 24.3.2025



‘PRÉ-COP NORTE’ ENCERRA COM ALERTAS E PROPOSTAS AOS CHEFES DE ESTADO DA COP30

O Regional Norte 2, em Belém (PA), recebeu nos últimos dois dias (25 e 26), o primeiro dos cinco encontros regionais preparatório para a COP30, o ‘PRE-COP NORTE’ do Projeto ‘Igreja Rumo à COP 30’, realizado pela Conferência Nacional dos Bispos do Brasil – CNBB, que através de formações voltadas para lideranças da Igreja, promoveu um entendimento mais profundo sobre as mudanças climáticas e suas consequências.
CNBB N2, 26.3.2025

Pré-COP da Região Norte: Ajuda coletiva para descobrir os desafios e crescer em incidência
REPAM, 26.3.2025

Mittwoch, 19. März 2025

Bischof Kräutler warnt vor ökologischer Krise in Amazonien

Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler warnt eindringlich vor einer sich zuspitzenden ökologischen Krise im brasilianischen Amazonasgebiet. „Nur eine konsequente und entschlossene Verteidigung Amazoniens vor rücksichtsloser Ausbeutung kann das Überleben sowohl der indigenen Völker als auch zukünftiger Generationen sichern“, mahnt der Ordensmann der Missionare vom Kostbaren Blut.



Seine Sorge äußerte der emeritierte Bischof von Altamira-Xingu in einer aktuellen Stellungnahme mit dem Titel „SOS Amazonien!“, die der Nachrichtenagentur Kathpress vorliegt. Die fortschreitende Entwaldung, unkontrollierte Brandrodungen und großflächige Infrastrukturprojekte gefährdeten nicht nur die Biodiversität und die Lebensräume der indigenen Bevölkerung, sondern hätten längst auch gravierende Auswirkungen auf das globale Klima, meint Kräutler.

Besonders besorgt zeigt sich der 85-Jährige über die anhaltenden Waldbrände im Amazonasgebiet und im Pantanal. Trotz des von Präsident Lula da Silva formulierten Ziels „Null Abholzung bis 2030“ nehme die Zerstörung unvermindert zu. „‚Null Abholzung bis 2030‘? Das sind noch fünf weitere Jahre! Diese Zeitspanne ist so lang, dass bis dahin noch Millionen und Abermillionen Hektar tropischen Regenwaldes der Brandrodung zum Opfer fallen werden“, kritisiert der aus Vorarlberg stammende Ordensmann.

Ruf nach politischem Kurswechsel

Kräutler fordert eine grundlegende Neubewertung des wirtschaftlichen und politischen Umgangs mit Amazonien und seinen „immensen Bodenschätzen und Naturreichtümern“. Der rücksichtslosen Ausbeutung seien seit Beginn der Erschließung in den 1970er-Jahren wiederholt Menschen zum Opfer gefallen.

„Die Konflikte mit den indigenen Völkern, Kleinbauernfamilien und Flussanrainern dauern bis heute an und kosten immer noch Menschenleben“, sagt Kräutler und erinnert u.a. an den Bau der Transamazonas-Straße. Der Begriff „Kahlschlag“ sei damals zum Synonym für wirtschaftlichen Fortschritt geworden, während langfristige ökologische und soziale Schäden weitgehend ignoriert worden seien.

Kritik an Lula und Bolsonaro

Besonders scharf fällt Kräutlers Kritik an der Politik der Amtsvorgängerregierung unter Jair Bolsonaro aus. Bolsonaro habe die Expansion der Viehzüchter und des Holzraubbaus in Amazonien gefördert – „ja er genehmigte sogar das Unwesen tausender illegaler Goldgräber in indigenen Gebieten“, schreibt Kräutler. Zwar habe Lula da Silva nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt ambitionierte Umweltziele ausgegeben, doch würden die Erfolge bislang ausbleiben.

Als Negativbeispiel nennt Kräutler auch die Unterstützung der Regierung für geplante Ölbohrungen im Amazonasbecken. Trotz warnender Berichte der Umweltbehörde IBAMA über irreversible Schäden, die durch solche Projekte entstehen könnten, halte die Administration an diesen Plänen fest. Lula werfe der Behörde vor, „sie arbeite mit ihren technischen Gutachten gegen seine Regierung“, beschreibt Kräutler.

Belo Monte und seine Folgen

Ein weiteres Beispiel für den ökologischen Raubbau sei das umstrittene Wasserkraftwerk Belo Monte am Xingu-Fluss, dessen Bau Kräutler seit Jahrzehnten kritisiert. Das Megaprojekt habe die Balance des Flusses zerstört und zu massiven Umsiedlungen indigener Gemeinschaften geführt.

„Brasilien braucht Energie, das steht außer Frage. Aber wäre es nicht vernünftiger gewesen, kleinere Kraftwerke an den vielen Nebenflüssen des Xingu zu bauen? Diese würden in Summe wahrscheinlich mehr Energie liefern als ein Mammutkraftwerk, das monatelang nur prekär funktioniert“, gibt der Bischof zu bedenken.

Goldmine bedroht Umwelt

Besorgniserregend sei auch das geplante Goldabbauprojekt der kanadischen „Belo Sun Mining Corporation“ am Rio Xingu. Die Nutzung giftigen Zyanids bedrohe Mensch und Natur, warnt Kräutler. Kritische Umweltgutachten würden unterdrückt, während Investitionsvorhaben rigoros vorangetrieben würden. „Profitgierige Wirtschaftsbosse träumen bereits von astronomischen Gewinnen, vergessen dabei aber, dass die Goldschätze am Ende nach Kanada abwandern“, erklärt Kräutler.

Indigene Gemeinden unter Druck

Gleichzeitig verschärfe sich die Lage der indigenen Bevölkerung Amazoniens. Illegale Landnahmen und wirtschaftlich motivierte Gewaltakte würden systematisch ihre verfassungsmäßig garantierten Landrechte untergraben. Erst kürzlich sei ein Kazike der Parakana-Indigenen an ihn herangetreten, berichtet Kräutler. Bewaffnete Milizen hätten das Dorf gezwungen, das angestammte Gebiet zu verlassen.

Ein Leben für den Schutz Amazoniens

Erwin Kräutler gehört dem Orden der Missionare vom Kostbaren Blut an. Von 1981 bis 2015 war er Bischof von Altamira-Xingu – mit 350.000 Quadratkilometern die damals flächenmäßig größte Diözese Brasiliens. Seit seinem Amtsantritt als Bischof setzt sich Kräutler unermüdlich für die Rechte der indigenen Bevölkerung sowie den Schutz des Amazonas ein. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Mittwoch, 12. März 2025

Indigene müssen am Gewinn von Belo Monte beteiligt werden

© Gustavo Moreno/STF

Die indigenen Gemeinden, die vom Bau des Kraftwerks Belo Monte in Pará betroffen sind, haben Anspruch auf einen Teil der Gewinne des Unternehmens. Die Entscheidung stammt von Minister Flávio Dino vom Obersten Bundesgericht (STF). Er reagierte damit auf eine Klage, die von den Verbänden der Völker des Mittleren Xingu eingereicht worden war. Sie sind der Ansicht, dass es keine Regelungen für den Abschnitt der Bundesverfassung gibt, der besagt, dass die Gemeinden angehört werden müssen und ein Mitspracherecht bei Projekten zur Nutzung von Wasser und Bodenschätzen auf indigenem Land haben. Gemäß der Verfügung sollten die Gemeinden 100 Prozent des Betrags erhalten, den der Konzessionär an die Bundesregierung weiterleitet.

Laut Minister Dino hat es die Legislative versäumt, sich mit dem Thema zu befassen und dem Kongress 24 Monate Zeit gegeben, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Er legte auch fest, dass der gesamte von Belo Monte an die Bundesregierung gezahlte Betrag als finanzieller Ausgleich für die Nutzung der Wasserressourcen an die indigene Bevölkerung weitergegeben werden muss. Dies gilt so lange, bis die Gesetzeslücke geschlossen ist. Andere ähnliche Fälle im Land sollten von nun an der gleichen Logik folgen.

Nach Angaben auf der Website der Anlage belief sich diese Entschädigung im vergangenen Jahr auf insgesamt 140 Millionen R$. In den acht Jahren seit der Inbetriebnahme wurden mehr als 1 Milliarde R$ ausgezahlt.

Diese Entschädigung wird von allen Wasserkraftwerken für die Nutzung von Wasser zur Stromerzeugung gezahlt.



Dino determina participação de indígenas nos ganhos de Belo Monte
Ministro deu 24 meses para o Congresso aprovar uma lei sobre o tema
Agência Brasil, 11/03/2025

Dom Erwin Kräutler: "SOS-Amazonien!"



Nur die Verteidigung Amazoniens gegen jede Form skrupelloser Aggression und ungehemmter Ausbeutung wird unser Überleben und das der zukünftigen Generationen ermöglichen.

Beitrag von Dom Erwin Kräutler als PDF >>

Samstag, 8. März 2025

Starship explodiert auch beim achten Test



"Starship"-Testflug misslingt erneut
Mit dem größten je gebauten Raketensystem der Raumfahrtgeschichte will Elon Musk den Mars erschließen. Nun lief jedoch erneut ein Test nicht wie gewünscht - kurz nach dem Start verlor SpaceX den Kontakt zu der Rakete.
Tagesschau.de, 07.03.2025


Erneuter Rückschlag für SpaceX – Starship explodiert über den Bahamas
Es sah aus wie ein erfolgreicher Start: Zunächst hob die Riesenrakete von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX planmäßig ab. Doch dann verlor das Unternehmen den Kontakt zu der Rakete. Sie explodierte über den Bahamas.
Welt, 07.03.2025


Starship: Achter Test des Raumschiffs endet in Trümmern
"Wir haben den Kontakt zum Schiff verloren." Mit diesen Worten im Livestram war klar, dass der achte Test des Starships mit einem Rückschlag endete. Die letzten Bilder zeigten eine taumelnde Rakete, bei der offenbar mehrere Triebwerke ausgefallen waren und die Höhenkontrolle nicht mehr funktionierte. Was folgte war, wie es bei SpaceX heißt, eine "rasante, nicht geplante Demontage".
mrd.de, 07. März 2025


SpaceX’s Starship spacecraft explodes midflight for a second time, disrupting Florida air traffic
CNN, 07/03/2025

SpaceX Starship breaks apart after launch in second failure in a row
CBS News, 06/03/2025

Donnerstag, 6. März 2025

Abholzung begünstigt Dürre und Überschwemmungen



Abholzung führt zu Dürre und Hochwasser
Die Abholzung des Amazonas-Regenwalds begünstigt sowohl verstärkte Dürren als auch Überschwemmungen. Je nach Jahreszeit wirkt sich die oft illegale Rodung großer Gebiete unterschiedlich aus, zeigt eine neue Studie.
ORF, 6.3.2025


Abholzung des Amazonas begünstigt Trockenheit und Überschwemmungen
Die Rodung des Amazonas führt zu weniger Regen in der Trockenzeit und mehr in der Regenzeit. Die Folgen der Abholzung sind somit größer als bisher bekannt.
Zeit-Online, 5. März 2025


Samstag, 22. Februar 2025

Dom Erwin Kräutler fordert Schutz für Volk der Parakanã

Kazique Mama Parakanã appellierte an die Behörden, nachdem das Dorf Tekatawa am 20.2.2025 erneut von Bewaffneten angegriffen wurde: Das indigene Land Apyterewa am Xingu (PA) ist ungeschützt und seine Bewohner vom Volk der Parakanã sind in Lebensgefahr.

Laut dem Kazique wird der einzige Ausweg darin bestehen, Frauen, Kinder und ältere Menschen aus dem Dorf zu entfernen. „Die Bewaffneten schicken eine Nachricht und schon überfallen sie es. Die Regierung sagt, wir seien sicher, aber wir sind nicht sicher. Die Nationale Einsatztruppe ist weit weg auf der Basis stationiert. Bis sie eintrifft, ist die Schießerei vorbei und die Bewaffneten sind verschwunden“, betont er.

Der Kazique befürchtet, dass etwas Schlimmes passieren wird. In weniger als drei Monaten ist dies bereits der dritte Angriff, den die Parakanã ertragen mussten. „Das ist ein Schrei nach Hilfe. Es wird neue Angriffe geben. Wir haben Drohungen und Warnungen von denjenigen erhalten, die hier waren. Wenn nichts unternommen wird, wird noch Schlimmeres passieren“, sagt er.

Bischof Erwin Kräutler, emeritierter Bischof am Xingu und ehemaliger Präsident von CIMI, hat einen Brief veröffentlicht, in dem er zum Frieden für das Volk der Parakanã aufruft und fragt: „Ist es notwendig, zuerst die Todesopfer zu beklagen, um dann gegen die Bewaffneten und ihre Auftraggeber vorgehen zu können?“.

Hier der Brief von Bischof Kräutler:

Frieden für das Volk der Parakanã!
Ein Schrei nach Hilfe.

Bereits zum dritten Mal wurde das indigene Volk der Parakanã im Apyterewa-Land des Xingu, PA, von schwer bewaffneten Männern gewaltsam angegriffen. Kazique Mama Parakanã richtete heute einen eindringlichen Appell an die Behörden, die für die Sicherheit und das Leben der indigenen Völker verantwortlich sind. Die Bewaffneten kamen um zwei Uhr morgens in das Dorf, schossen wahllos und verbreiteten Angst und Schrecken, vor allem unter Frauen, Kindern und älteren Menschen. Die Menschen sind sehr erschüttert und haben große Angst, dass die Angriffe weitergehen werden.

Ist es notwendig, zuerst die Todesopfer zu beklagen, um dann gegen die Bewaffneten und ihre Auftraggeber vorgehen zu können?“

Altamira, 20. Februar 2025

Erwin Kräutler C.PP.S.
Emeritierter Bischof von Xingu
Referenzbischof der Indigenenpastoral - CIMI


Cacique Mama Parakanã faz apelo às autoridades após ataque de pistoleiros; bispo emérito do Xingu divulga carta
Após um ano da desintrusão concluída, TI Apyterewa está há três meses sofrendo represálias e vendo aumentar risco de retorno dos invasores, que usam Lei do Marco Temporal como argumento
CIMI, 21/02/2025

Dois tiroteios em dois meses elevam tensão na terra indígena Apyterewa, no Pará
Polícia Federal investiga ocorrências; um dos casos tem relação com cacau plantado na época em que o território estava ocupado por invasores
Repórter Brasil, 3.2.2025


Terra Indígena Apyterewa
Área habitada por Parakanã.
Terra indígenas no Brasil >>

Mittwoch, 19. Februar 2025

Bolsonaro wegen Vorwurf eines Putschversuchs angeklagt



Bolsonaro wegen Putschversuchs angeklagt
Fast zwei Jahre lang hat die Polizei gegen Jair Bolsonaro ermittelt. Der rechte Ex-Präsident plante nach Überzeugung der Staatsanwälte mit Verbündeten einen Putsch. Jetzt ist gegen ihn Anklage erhoben worden.
Die brasilianische Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro erhoben. Dem von 2019 bis 2022 regierenden Politiker werde ein versuchter Staatsstreich nach seiner Abwahl vorgeworfen, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit.
Damit folgt die Staatsanwaltschaft der Empfehlung der brasilianischen Bundespolizei, die jahrelang gegen den rechten Ex-Staatschef ermittelt hatte. Bolsonaro wies die Vorwürfe gegen sich bislang stets zurück.
Tagesschau.de, 19.02.2025


Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Jair Bolsonaro
Der brasilianische Ex-Präsident soll laut der Behörde einen Putsch vorbereitet haben. Akzeptieren die obersten Richter die Anklage, muss Bolsonaro vor Gericht erscheinen.
Zeit-online, 19. Februar 2025


Brasilien: Anklage gegen Bolsonaro erhoben
Nach Überzeugung der Ermittler plante der Ex-Militär Bolsonaro in einer kriminellen Vereinigung mit Verbündeten einen Putsch, um sich nach seiner Wahlniederlage im Oktober 2022 gegen den später vereidigten – und bis heute amtierenden – Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva an der Macht zu halten.
ORF, 19.2.2025


Blog-Archiv vom 29. Oktober 2018:
Bolsonaro wird 38. Präsident Brasiliens


Bolsonaro denunciado por tentar golpe: o que vem pela frente
Se denúncia for aceita, seria o primeiro julgamento de um ex-presidente por tentativa de golpe. Bolsonaro tenta reverter situação, buscando anistia e mudança na Lei da Ficha Limpa.
DW-Brasil, 19/02/2025


O Assunto #1410: Bolsonaro denunciado por tentativa de golpe
O ex-presidente Jair Bolsonaro foi acusado formalmente pela PGR por cometer 5 crimes. Além dele, outras 33 pessoas foram denunciadas por tentativa de golpe de Estado – entre essas pessoas estão militares e integrantes do chamado “núcleo duro” do governo Bolsonaro.
g1.globo, 19/02/2025


PGR denuncia ex-presidente Jair Bolsonaro por tentativa de golpe de Estado; Mauro Cid e Braga Netto também foram denunciados
Também foram denunciados o ex-ministro e ex-vice na chapa de Bolsonaro, o general Braga Netto; e o ex-ajudante de ordens Mauro Cid. PGR afirmou que Bolsonaro era o líder da organização que tentou derrubar a democracia.
g1.globo, 18/02/2025




Mittwoch, 12. Februar 2025

Dom Erwin leitet die Gedenkfeier zum 20. Todestag von Dorothy Stang



Brasilien: Gedenkmesse für Dorothy Stang
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat zum 20. Jahrestag der Ermordung von Schwester Dorothy Stang an die visionäre Weitsicht der US-Ordensfrau und ihr unermüdliches Engagement für den Schutz des Amazonasgebietes erinnert.
VaticanNews, 14.2.2025


Predigt von Dom Erwin Kräutler:
Zum 20. Jahrestag der Ermordung von Schwester Dorothy Stang SND

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, an den Schmerz, der mein Herz überfiel, als ich per Telefon die Nachricht von der Ermordung von Schwester Dorothy im Landesinneren von Anapu erhielt.

Ich erinnere mich an die heilige Messe mit dem anwesenden Leichnam, die ich in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis in Altamira feierte. Niemals werde ich die Gesichter der Menschen vergessen, die daran teilnahmen. Männer und Frauen, bestürzt, erstaunt, entsetzt, unfähig zu glauben, was geschehen war, unfähig, all diese Grausamkeit zu verstehen.

Ich erinnere mich an das Requiem in Anapu, an der viele Politiker teilnahmen, darunter der Gouverneur von Acre, Jorge Viana, ein Sondergesandter in Vertretung des Präsidenten der Republik. Ich erinnere mich an Senator Eduardo Suplicy, der vor dem mit der brasilianischen Flagge bedeckten Sarg stand und sang „Die Antwort, mein Freund, weht im Wind“. Ich schluchzte und weinte bis zum heutigen Tag, weil es keine überzeugende Antwort gibt und auch nie geben wird!

Noch mehr erinnere ich mich an den Trauerzug zu dem Ort, an dem wir Dorothy begraben haben. Die Politiker waren bereits gegangen. Zurück blieben die einfachen, bescheidenen Menschen, die „anawim“ (die Armen Gottes) von Anapu, die schweigend gingen oder den Rosenkranz beteten.

Diese ganze tragische Geschichte ist heute, am 12. Februar 2025, zwanzig Jahre alt. Ich möchte nicht nur an die Vergangenheit erinnern. Ich möchte ein Porträt dieser Märtyrerschwester zeichnen, die viele von uns kannten oder mit ihr zusammenlebten.

Sie sagte mir ohne Umschweife: „Ich möchte unter den Ärmsten der Armen arbeiten“. Ich antwortete ihr, dass ihr Wunsch zwar sehr edel, aber nicht so leicht zu verwirklichen sei. Ich kannte die Zustände an der Transamazônica-Straße. Anapu war noch keine Gemeinde (sie wurde erst am 1. Januar 1997 gegründet). In den 1980er Jahren war die Armut, die dort herrschte, ein echtes „Elend“: Malaria, Hunger, Gewalt, mangelnde Unterstützung und fehlende Transportmöglichkeiten waren nur einige der Lebensumstände derjenigen, die dort ankamen und glaubten, ein neues Eldorado zu finden. Dorothy bat mich einfach: „Bitte lass es mich ausprobieren!“. Und sie „ durchlebte “ dieses Leben mit den Armen bis zu dem schicksalhaften Tag des 12. Februar 2005, als sie um halb acht Uhr morgens brutal ermordet wurde.

Ein zweites Merkmal von Schwester Dorothy ist ihre hingebungsvolle Liebe „zu unserem Volk“. Sie wurde in den Vereinigten Staaten geboren und kam als Missionarin nach Brasilien. Wenn sie von den Menschen an der Transamazônica-Straße sprach, benutzte sie immer den Ausdruck „unser Volk“. Ich hatte das Privileg, an ihrem letzten Interview mit Carlos Mendes von O Liberal am 2. Februar 2005 in der Casa dos Padres in Altamira teilzunehmen. Der Journalist riet ihr: „Ich glaube, Sie sollten vorsichtiger sein!“ Und was antwortete die Schwester? „Ich vertraue ganz auf Gott und weiß, dass er mit mir ist. Aber ich spreche lieber über das Leben und nicht über den Tod. Unser Volk hat mit den PDS (Projekte der nachhaltigen Entwicklung) Programme für ein besseres Leben. Ich habe keine Zeit, über schlechte Dinge nachzudenken. Aber wenn sie mich töten, würde ich gerne hier in Anapu begraben werden, bei diesen bescheidenen Leuten. Pará ist mein Land."

Eine dritte Beobachtung betrifft ihren prophetischen Charakter und ihre Spiritualität, die alle begeisterten, die sie kannten. Schwester Dorothy liebte die Armen, aber sie liebte auch die Erde, die Gott geschaffen hat, unser „gemeinsames Haus“, das stöhnt und um Mitgefühl bittet, weil es immer wieder angegriffen und verletzt wird, wie die bedrohte die Flora und Fauna des Amazoniens. Bereits in den 1980er und 1990er Jahren sah Schwester Dorothy die katastrophalen Folgen für das Ökosystem voraus, die uns heute im Amazonasgebiet erschrecken: anhaltende Dürren, Flüsse ohne Wasser, übermäßige Hitze, Städte und Dörfer, die von Brandrauch verseucht sind, der vor allem bei Kindern und älteren Menschen zu Atemwegsbeschwerden führt.

Hinter all dem Engagement von Schwester Dorothy stand eine tiefe Mystik und Spiritualität, die sie aus ihrer Ordensgemeinschaft bezog, die von der heiligen Julia Billiart, einer Tochter armer Bauern in Frankreich, gegründet wurde. Auf ihrem 18. Kapitel im Jahr 2021 umrissen die Schwestern von Notre Dame de Namur ihre Spiritualität mit folgenden Worten: „Unsere Leidenschaft für die Mission entspringt unserem Glauben an die Güte Gottes, der Vater-Mutter, der in unserer Mitte lebendig und aktiv ist. Wir glauben, dass die Macht Gottes durch unsere Schwäche wirkt. Wir sind berufen, neue Samen der Hoffnung und der Einheit, der Integration und der Zugehörigkeit, der Einladung, des Willkommens und des Dialogs in der ganzen Welt zu säen.“ Gott sei gepriesen! Amen.

Anapu am 12. Februar 2025

Dom Erwin Kräutler
emeritierter Bischof am Xingu




Brasilien: Gedenken an vor 20 Jahren ermordete Ordensfrau Stang

Bischof Kräutler leitet Gedenkzeremonie am Grab der US-Missionarin, die als Vorkämpferin in Brasilien für Rechte der landlosen Kleinbauern und für den Umweltschutz galt - Landraub und Straflosigkeit weiter großes Problem in der Region

Brasilia, 12.02.2025 (KAP) Genau 20 Jahre nach der Ermordung der Ordensfrau Dorothy Stang wird an ihrem Einsatzort im brasilianischen Amazonas sowie auch weltweit an die Vorkämpferin der Landlosen-Bewegung erinnert. Für Mittwoch (Ortszeit) war an ihrem Grab in der im Bundesstaat Para gelegenen Stadt Anapu eine Gedenkfeier mit Bischof Erwin Kräutler geplant, geht aus einem Bericht der Plattform "reporterbrasil.org.br" hervor, in ihrer Heimat USA wird wie jedes Jahr der "Dorothy-Stang-Tag" gefeiert, im Rom gab es bereits vor einem Monat eine Mahnwache zu ihrem Gedenken.

Stang war die engste Mitarbeiterin Kräutlers, der nach ihrer Ermordung am 12. Februar 2005 auch das Begräbnis leitete. "Niemand hat größere Liebe, als der sein Leben für seine Freunde hingibt. Dorothy hat ihr Leben gegeben. Sie hat das kraftvollste Zeugnis ihrer Liebe abgelegt: Sie hat ihr Blut vergossen", sagte Kräutler damals. Der aus Vorarlberg stammende Langzeit-Bischof der Amazonas-Diözese Xingu war wegen seines Einsatzes auch selbst ständigen Bedrohungen ausgesetzt und lebt in seiner brasilianischen Wahlheimat seit Jahren unter ständigem Polizeischutz.

Dorothy Stang, 1931 in Ohio geboren, hatte sich ab 1966 für die Rechte von Brasiliens Kleinbauern und für den Umweltschutz eingesetzt, insbesondere gegen die illegale Abholzung des Regenwaldes. Sie lebte und arbeitete in der Kleinstadt Anapú, einer abgelegenen Siedlung, in der sie sich mit anderen Ordensschwestern für die landlosen Bauern starkmachte. Ihr Engagement, Landrechte für die Armen einzufordern und ökologische Landwirtschaft zu fördern, brachte sie immer wieder in Konflikt mit Großgrundbesitzern und Holzfällern, die das Land für sich beanspruchten. Diese Kräfte sahen in Stang, deren "Projekte für nachhaltige Entwicklungen" (PDS) Waldschutz mit nachhaltiger Landwirtschaft verbanden, eine Bedrohung und versuchten sie einzuschüchtern.

Am Tag ihrer Ermordung war die damals 73-Jährige auf dem Weg zu einer neuen Siedlung und wurde von Auftragsmördern erschossen. Zeugen berichteten, dass sie ihren Mördern noch aus der Bergpredigt den Satz "Selig sind, die arm im Geiste sind, denn ihnen gehört das Himmelreich" (Matthäus 5,3) vorgelesen habe, bevor sie von sechs Schüssen getroffen zu Boden sank. Die Mörder und deren Auftraggeber wurden zwar verurteilt, jedoch nach kurzer Zeit wieder freigelassen.

Landraub hält an

Der Kampf um Landrechte und den Schutz des Amazonasgebiets in der Region dauert weiter an, denn der Landraub und die Abholzung setzen sich fort. Die Fläche der PDS-Gebiete, die von der Agrarindustrie besetzt wurden, stieg laut Angaben der Agentur Publica zwischen 2005 und 2023 von 4,38 auf 22,27 Prozent. Der Kommission für Landpastoral (CPT) zufolge wurden in dieser Zeit mindestens 21 weitere Menschen in Anapu in Landkonflikten getötet, deren Namen auf einem roten Kreuz auf Dorothy Stangs Grab eingraviert sind. Nur drei Fälle kamen vor Gericht, wobei es auch bei diesen zu zwei Freisprüchen kam.

Wie Agencia Publica berichtet, hat sich die Gewalt in den letzten Jahren verlagert: Anstatt Morde zu begehen, greifen die Täter zunehmend auf Drohungen, Zerstörungen und gerichtliche Verfolgung von Landaktivisten zurück. Selbst Geistliche wie Padre Amaro Lopes de Souza, der als Nachfolger von Dorothy Stang gilt, wurden kriminalisiert und mussten Anapu verlassen. Lokale Aktivisten und Missionarinnen setzen sich weiterhin für den Schutz von Landrechten und eine nachhaltige Agrarreform ein - trotz anhaltender Bedrohung. Von dieser ist auch das Weitertragen des Erbes von Sr. Dorothy betroffen, wurde doch eine Gedenktafel für sie und die anderen Opfer mehrfach zerstört, aber von der Gemeinschaft immer wieder erneuert.

Streit um Wandgemälde

Der Kampf um Stangs Erbe reicht bis in den kirchlichen Bereich: Ein Gemälde in der Santa-Lucia-Kirche von Anapu zeigt Jesus als Landarbeiter, der in schlichte Kleidung mit Strohhut auf einem Baum gekreuzigt wurde, ihm zur Seite Dorothy Stang und Pater Josimo Tavares, der 1986 ebenfalls für seine Tätigkeit in der Landlosen-Bewegung nach Drohungen durch Großlandbesitzer ermordet wurde. Gegen das Wandbild gab es laut "reporterbrasil.org.br" einzelne Einsprüche, worauf es verhängt worden sei. Bischof Kräutlers Nachfolger in Xingu, Dom Frei João Muniz Alves, verfügte nach Protesten, das Gemälde müsse wieder dauerhaft sichtbar gemacht werden. Stang sei ein "Symbol dieser Region" und eine "mystische Kraft", so der Bischof am vergangenen Sonntag (9. Februar) bei seiner Predigt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres der 2019 als Teil der vormaligen Prälatur Xingu hervorgegangenen Diözese Altamira.

In ihrer US-Heimat Ohio wurde an Stang am Mittwoch mit einer Gedenkausstellung und einem Gottesdienst erinnert, in Europa unter anderem an der Universität Cambridge, wo das Emmanuel College in der Vorwoche die jährliche Dorothy-Stang-Vorlesung veranstaltete. Studierende waren zuvor nach Rom gereist und hatten Stang dort in der Basilika und Gedenkstätte San Bartolomeo all'Isola auf der Tiberinsel als "Moderne Märtyrerin des amerikanischen Kontinents" gewürdigt. Besonders die Hartnäckigkeit des Einsatzes der Ordensfrau in der Umweltbewegung wurde dabei hervorgehoben.

(veröffentlicht auch auf evangelische-zeitung.de, 12.2.2025)



Kräutler: Sr. Dorothy Stang sah Folgen der Amazonas-Zerstörung voraus
Amazonas-Bischof würdigt bei Gedenkmesse in Brasilien vor 20 Jahren ermordete US-Ordensfrau als "moderne Prophetin"

Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat zum 20. Jahrestag der Ermordung von Sr. Dorothy Stang an die visionäre Weitsicht der US-Ordensfrau und ihr unermüdliches Engagement für den Schutz des Amazonasgebietes erinnert. Die Missionarin der Schwestern von Notre Dame de Namur habe bereits in den 1980er und 1990er Jahren als "moderne Prophetin" die dramatischen ökologischen und sozialen Folgen der Abholzung und Umweltzerstörung in der Region vorausgesehen, sagte der 85-jährige emeritierte Bischof der inzwischen zur Diözese erhobenen Prälatur Xingu am Mittwoch bei der Gedenkmesse im brasilianischen Anapu.

Kräutler erinnerte in seiner Predigt, dass Stang 1982 in die Bezirkshauptstadt Altamira im Bundesstaat Para gekommen sei, um "mit den Ärmsten der Armen" zu leben. Damals seien die Probleme an der Transamazonica-Ost vor allem Malaria, Hunger und Gewalt gewesen. Schon früh habe die US-Missionsschwester ihren hingebungsvollen Kampf für die Rechte der Landbevölkerung und gegen den Raubbau an der Natur durch illegale Holzfäller und Großgrundbesitzer aufgenommen.

"Schwester Dorothy liebte die Armen, aber sie liebte auch unsere Mit-Welt, die Gott geschaffen hat, unser 'gemeinsames Haus', das stöhnt und um Erbarmen fleht, weil es angegriffen und misshandelt wird", sagte der aus Vorarlberg stammende Bischof, dessen engste Mitarbeiterin Stang war und deren Begräbnis er im Februar 2005 geleitet hatte. Stang habe den Zusammenhang zwischen sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz bereits klar erkannt und bleibe durch ihren Einsatz eine Inspiration bis heute.

Bereits Jahre vor ihrem Tod habe Stang vor den Veränderungen gewarnt, die sich heute im Amazonasgebiet zeigen: extreme Dürreperioden, Wasserknappheit in den Flüssen, zunehmende Hitze und die gesundheitlichen Folgen von Bränden und Rodungen. Die Ordensfrau habe vorhergesehen, dass die rücksichtslose Ausbeutung der Natur nicht nur das Ökosystem, sondern auch die Lebensgrundlage der ärmsten Menschen zerstören würde, so Kräutler.

Der Bischof erinnerte in seiner Predigt auch an Stangs letztes Interview, das die Ordensfrau zehn Tage vor ihrer brutalen Ermordung in Altamira gegeben habe; auch er selbst sei dabei anwesend gewesen. Als der Journalist ihr zu Vorsicht riet, erwiderte sie: "Ich vertraue ganz auf Gott und weiß, dass er mit mir ist. Aber ich spreche lieber über das Leben als über den Tod."

Leben für den Amazonas

Dorothy Stang, 1931 in Ohio geboren, hatte sich ab 1966 für die Rechte von Brasiliens Kleinbauern und für den Umweltschutz eingesetzt, insbesondere gegen die illegale Abholzung des Regenwaldes. Ab 1982 lebte und arbeitete sie in der Kleinstadt Anapu, wo sie sich mit anderen Ordensschwestern für die landlosen Bauern starkmachte. In ihren "Projekten für nachhaltige Entwicklungen" (PDS) verband sie Waldschutz mit nachhaltiger Landwirtschaft. Den Großgrundbesitzern war sie damit ein Dorn im Auge, weshalb es mehrfache Drohungen und Einschüchterungsversuche gab.

Am Tag ihrer Ermordung war die damals 73-Jährige auf dem Weg zu einer neuen Siedlung und wurde von Auftragsmördern erschossen. Die Mörder und deren Auftraggeber wurden zwar verurteilt, jedoch nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Der Kampf um Landrechte und den Schutz des Amazonasgebiets in der Region dauert weiter an, denn der Landraub und die Abholzung setzen sich fort, weiterhin verbunden mit Gewalt und Drohungen.
Kathpress, 14.02.2025

Fünf Jahre "Querida Amazonia"



Welche Auswirkungen hatten die Synode und das nachsynodale Schreiben?

Fünf Jahre "Querida Amazonia": Mehr als die Debatte um "viri probati"
Keine "viri probati", kein Wort zum Frauendiakonat – für viele die zentrale Botschaft von "Querida Amazonia". Doch dabei gerät aus dem Blick, dass es in der Amazonas-Region um viel Grundsätzlicheres geht. Ein Blick auf die Entwicklung fünf Jahre nach dem nachsynodalen Schreiben.
Katholisch.de, 12.2.2025

Dienstag, 11. Februar 2025

Dom João: Hommage für Dorothy Stang bleibt sichtbar

Die drei Notre-Dame Schwestern von Anapu wurden von Bischof João Muniz Alves und Pfarrer Josemar Lourenço vor dem Altargemälde zu Ehren Dorothys begrüßt

Dom Frei João Muniz Alves, Bischof der Diözese Xingu, intervenierte gegen die Abdeckung des Gemäldes von Schwester Dorothy Stang und ordnete an, dass das Bild wieder enthüllt wird und sichtbar bleiben muss.

„Dorothy ist eine Ikone für diese Region. Sie ist eine mystische Kraft“, sagte Bischof João, der am Sonntag (9.2.) in der Pfarrei Santa Luzia in Anapu die Eröffnungsmesse für das Heilige Jahr feierte, das Papst Franziskus ausgerufen hat.

„Die Art und Weise, wie sie ermordet wurde, empört viele Menschen auf der ganzen Welt und weckt ihre Solidarität, nicht nur wegen ihrer Geschichte, sondern wegen der Menschen, denen sie diente“, fügte der Bischof hinzu. 

Er beschrieb die Missionarin als eine mutige Frau und betonte nach der Aufzählung ihrer Initiativen in den Bereichen Bildung und Sozialhilfe, dass ihr Tod in direktem Zusammenhang mit der Agrarproblematik stehe.

Auch Josemar Lourenço, Pfarrer von Anapu, versicherte, dass das Gemälde nicht mehr abgedeckt wird. Zuvor hatte er die Verhüllung mit einer Bitte der Gemeinde begründet. „Die meisten Gläubigen sagten, dass sie beim Beten die Darstellungen nicht sehen wollten“, erklärte Josemar, der Ermittler der Polizei von Paraíba war, bis er vor vier Jahren zum Priester geweiht wurde.

„Eine Minderheit unter den Gläubigen will das Bild nicht, aber die große Mehrheit der Armen verteidigt es“, sagt Schwester Jane Dwyer vom Orden Notre Dame de Namur. Im Alter von 84 Jahren setzt Jane Dwyer die Missionsarbeit fort, die ihre Mitstreiterin Dorothy geleistet hat.

Während des Gottesdienstes brachten die Gläubigen zur Gabenbereitung Plakate, die auf Dorothys Verdienste hinwiesen. Die Missionarin kämpfte nicht nur für eine Agrarreform und die Erhaltung des Waldes, sondern war auch maßgeblich an der Gründung von Schulen und der Entwicklung von Anapu beteiligt.



Homenagem a Dorothy Stang volta ao altar de igreja, após matéria da Repórter Brasil
DEZ DIAS APÓS a Repórter Brasil revelar que um pano cobria o fundo do altar da Igreja Santa Luzia, em Anapu, no Pará, ocultando a pintura em homenagem à memória de Dorothy Stang, o bispo da Diocese do Xingu, Dom Frei João Muniz Alves, interveio e determinou que a imagem da religiosa fosse definitivamente descoberta.


20. Todestag von Schwester Dorothy Stang


Vor 20 Jahren: Mord an Schwester Dorothy in Brasilien
Am 12. Februar vor genau zwanzig Jahren wurde Schwester Dorothy Stang ermordet. Unser Brasilien-Korrespondent erinnert.
VaticanNews, 10.2.2025


Mord an Schwester Dorothy Stang
Der Tod der Nonne Dorothy Stang traf Brasilien wie ein Schock. Seit 1988 der Gummizapfer Chico Mendes ermordet wurde, hat sich in Amazonien wenig geändert – weil die Regierung die unklaren Eigentumsverhältnisse nicht regelt
RegenwaldReport 02/2005

Martírio na floresta: 20 anos do assassinato da Irmã Dorothy Stang
Assassinada no dia 12 de fevereiro de 2005 na comunidade de Anapu, Estado do Pará, região da TransAmazônica, a missionária norte-americana acreditava na reconexão da natureza para garantir um futuro comum
ihu, 17.1.2025



Programação semanal marca memória da luta e dos 20 anos di martírio da irmã Dorothy Stang
A programação é organizada pelo Comitê Dorothy em parceria com diversos movimentos e entidades, e tem o objetivo de celebrar a memória de Dorothy e ecoar sua luta em defesa da Amazônia e seus povos.
CNBB Norte 2, fev 7 de 2025




Morte de Dorothy Stang: 20 anos depois, violência no campo persiste e casos de subnotificações preocupam autoridades
Dados da Defensoria Pública do Estado do Pará (DPE-PA) mostram que entre os anos de 2015 a 2024, 23 casos de violência por motivação agrária foram registrados no estado.
O Globo, 12/02/2025 (com vídeo do enterro)


Morte de Dorothy Stang completa 20 anos: conheça a história da freira e ativista assassinada a tiros na Amazônia
Freira norte-americana foi morta a tiros em 2005 a mando de fazendeiros. Dos cinco condenados pelo crime, apenas um segue preso em regime fechado.
g1 Pará, 12/02/2025


20 anos de uma crueldade: o assassinato de Dorothy Stang
Há 20 anos, Dorothy Stang, defensora incansável da floresta, era brutalmente assassinada no Pará. Seu legado, no entanto, segue vivo e inspirando milhares de ativistas na luta pela terra e pela Amazônia.
Greenpeace Brasil, 12 de fevereiro de 2025


Vinte anos após morte de Dorothy Stang, conflitos em Anapu continuam
Missionária foi assassinada em fevereiro de 2005 em Anapu (PA)
AGÊNCIA BRASIL, 12/02/2025


Memória de Irmã Dorothy continua a inspirar defensores da floresta e dos direitos humanos 20 anos após assassinato
Eventos são realizados anualmente para manter vivo legado da ativista e religiosa
Brasil de Fato, 12de fevereiro de 2025


20 anos após morte de Dorothy Stang, PDSs da Amazônia perderam mais de 20% de floresta
Defendidos pela freira assassinada no Pará, assentamentos sustentáveis sofrem com invasores e enfraquecimento do Incra
Brasil de Fato, 10 de fevereiro de 2025


Há 20 anos era assassinada Ir. Dorothy StangNa noite de sexta-feira, 10, foi realizada uma vigília na Basílica de São Bartolomeu na Ilha Tiberina, em Roma, em homenagem à religiosa estadunidense assassinada por sua luta pelos direitos dos povos indígenas e contra o desmatamento no país sul-americano. Teóloga Laurie Johnston: “nela, a missão cristã ia além da espiritualidade pessoal, incluindo o compromisso com os esquecidos, com as vítimas da degradação ambiental e das desigualdades sociais”VaticanNews, 11/01/2025

“Não vou fugir nem abandonar a luta”: 20 anos do assassinato da irmã Dorothy Stang no ParáMissionária católica dedicou sua vida à proteção dos Sem-Terra em uma região perigosaComitê Chico Mendes, 12/02/2025

20 anos após morte de Dorothy Stang, PDSs da Amazônia perderam mais de 20% de floresta
Defendidos pela freira assassinada no Pará, assentamentos sustentáveis sofrem com invasores e enfraquecimento do Incra
Pública, 10(02/2025


Dorothy Stang: “Quem derramou o seu sangue pela causa mais nobre, o Reino de Deus, nunca pode ser esquecido”Nesta página especial, o Instituto Humanitas Unisinos – IHU lembra os 20 anos do martírio da religiosa e missionária da Congregação das Irmãs de Notre Dame de Namu. “A memória dos mártires faz parte da história e liturgia de nossa Igreja”, lembra Dom Erwin Kräutler, bispo emérito do Xingu
ihu, 2.12.2025



Irmã Dorothy: Uma voz profética na Amazônia – 20 anos de resistência e legado
Na vastidão verde da Amazônia, a voz persistente da irmã Dorothy ecoa como um chamado urgente contra a destruição. Dom Erwin Kräutler, bispo emérito do Xingu e ex-presidente da Rede Eclesial Pan-Amazônica (REPAM-Brasil), relembra com reverência os vinte anos do martírio da irmã Dorothy. Para ele, ela não foi apenas uma defensora incansável da floresta e dos direitos humanos dos povos ribeirinhos; foi uma voz que ecoou no deserto da Amazônia, um lugar outrora intocado por mãos gananciosas que desertificaram um paraíso de selvas e águas. Em suas palavras, irmã Dorothy continua a ser um símbolo vivo de resistência e esperança na luta pela preservação ecológica e pelos direitos dos habitantes originais da floresta.
REPAM, 10.2.2025


Dienstag, 4. Februar 2025

Dom Erwin Kräutler zum 20. Todestag von Schwester Dorothy



Als Bischof am Xingu haben Sie viel Zeit an der Seite von Schwester Dorothy verbracht. Was ist Ihnen an ihr besonders aufgefallen?

Schwester Dorothy kam 1982 - ich weiß nicht mehr, in welchem Monat - in das Haus der Patres in Altamira, wo ich heute noch lebe. Sie kam, um mit mir zu sprechen, einem Bischof, der erst vor einem Jahr geweiht worden war. Ihr Akzent ließ mir keinen Zweifel, dass sie Amerikanerin war. Sie schenkte mir eine Reliquie des Heiligen Gaspar, die ich bis heute aufbewahre. Ihr Bruder, ein Mitglied meiner Kongregation, schenkte sie ihr. Dorothy wollte in der Prälatur Xingu arbeiten. Sie gab sich als Schwester von Notre Dame de Namur zu erkennen. Ich war überrascht, dass eine einzelne Schwester eine Missionsfront eröffnen wollte. Ich fragte sie, ob sie allein an den Xingu kommen würde und ob ihre Kongregation damit einverstanden sei. „Ja, es kommen noch mehr Schwestern“, antwortete sie. Und sie kamen.
Was mich überraschte, war ihre Bitte, „mit den Ärmsten der Armen“ zu arbeiten. Einen Moment lang dachte ich, sie sei nur eine weitere dieser Abenteurerinnen, die sich unter die Armen mischen und dann ein Buch über ihre Erfahrungen schreiben. Ich sagte der Schwester, dass ihr Wunsch zwar sehr edel, aber nicht so leicht zu verwirklichen sei. Ich dachte an die Region östlich von Altamira. Dort war die Armut zu dieser Zeit besonders groß, die Menschen lebten "miserabel". Aber sie antwortete einfach: „Bitte lass es mich versuchen!“. Und dieses Leben mit den Armen „durchlebte“ sie bis zu dem schicksalhaften Tag des 12. Februar 2005, als sie morgens um halb acht brutal ermordet wurde.

Warum verließ sie die USA, um sich für die Völker Amazoniens einzusetzen? Was hat sie motiviert und wogegen hat sie gekämpft?

Dorothy gehörte der Kongregation der Schwestern von Notre Dame de Namur an, die 1804 von der heiligen Julia Billiard, einer Tochter armer Bauern in Frankreich, gegründet wurde. Die Spiritualität der Schwestern der heiligen Julie wird in den Worten des 18. Kapitels der Kongregation aus dem Jahr 2021 zusammengefasst: „Unsere Leidenschaft für die Mission entspringt unserem Glauben an die Güte Gottes, der Vater-Mutter, der in unserer Mitte lebt und wirkt. Wir glauben, dass die Macht Gottes durch unsere Schwäche wirkt. Wir sind aufgerufen, neue Samen der Hoffnung und der Einheit, der Integration und der Zugehörigkeit, der Einladung, des Willkommens und des Dialogs in der ganzen Welt zu säen.“ Das Leben von Schwester Dorothy kann nur aus dieser tiefen Mystik einer Missionarin, die sich den „Anawim“ im Amazonasgebiet widmet, verstanden werden, die sie bis zu ihrem grausamen Tod begleitete. Was bedeutete der Tod von Schwester Dorothy für den Kampf der indigenen Völker und für die Zukunft des Amazonasgebiets?
Schwester Dorothy war eine „Stimme, die in der Wüste schreit“ (Mk 1,3). Die Wüste ist nicht eine riesige Sandfläche, die sich am Horizont verliert, sondern der Dschungel des Amazonas, der bewusst zerstört wurde. Das Desaster im Amazonasgebiet ist, dass die Menschen weiterhin den Wald abholzen und verbrennen. Diese Perversität begann mit dem Bau der Transamazonas-Schnellstraße in den frühen 1970er Jahren und nahm seither nur zu.
Schwester Dorothy erlebte den Wahnsinn der groß angelegten Abholzungen aus nächster Nähe. Von dem Moment an, als sie ankam, meldete sie sich zu Wort und scheute keine Mühen, um diejenigen zu überzeugen, die auf ihre sanfte Stimme hörten - sanft war nur ihre Stimme! - davon zu überzeugen, dass in naher Zukunft häufige Katastrophen von immer größerem Ausmaß die Folge gewaltsamer Eingriffe in die Natur sein würden. Heute gilt sie als „Prophetin“, weil sie bereits in den 80er und 90er Jahren die Folgen der Zerstörung des Amazonasgebiets für das Ökosystem vorhersagte: anhaltende Dürren, Flüsse ohne Wasser, übermäßige Hitze, die weit über dem zuvor für den Amazonas errechneten Durchschnitt lag, Städte und Ortschaften, die von Brandrauch verseucht waren, der vor allem bei Kindern und älteren Menschen zu Atemwegsbeschwerden führte.

Was ist 20 Jahre nach ihrem Tod das größte Vermächtnis, das Schwester Dorothy hinterlassen hat? Wie wird sie von den Gemeinschaften im Amazonasgebiet in Erinnerung behalten?

Auch wenn sie tot ist, mahnt Schwester Dorothy weiterhin eine größere Sensibilität gegenüber dem Amazonas ein und fordert mehr Achtung und Respekt für das Leben der Menschen, die diese Region bewohnen, und für die Natur, das „gemeinsame Haus“, das stöhnt und um Mitgefühl bittet, weil es immer wieder angegriffen und verletzt wird. Und genau in diesem Sinne rufen die Menschen bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Ermordung der Schwester: „Dorothy lebt, lebt, lebt!“

Sind die Probleme im Amazonasgebiet heute noch dieselben? Welche sind die wichtigsten? (Haben die Bischofssynode zum Amazonasgebiet und die Dokumente des Papstes etwas bewirkt?)

Das Amazonasgebiet wird immer noch als „Provinz“ betrachtet: als Rohstoffdepot, als Holzlager, als Energiereservoir, als letzte landwirtschaftliche Entwicklungsregion. Der Wald wird niedergebrannt und das Land abgeholzt, um Platz für die Viehzucht oder den Anbau von Soja und anderen Nutzpflanzen zu schaffen. Konflikte mit den indigenen Völkern, den Bauernfamilien und den Bewohnern der Flussufer sind an der Tagesordnung.
In seiner Antrittsrede versprach Präsident Lula „Null Entwaldung bis 2030“. Er verkündete: „Unser Ziel ist es, die Abholzung im Amazonasgebiet und die Treibhausgasemissionen in der Energiewirtschaft auf Null zu reduzieren sowie die Wiederherstellung von degradiertem Weideland zu fördern“ und fügte in Bezug auf die indigenen Völker hinzu: „Niemand kennt unsere Wälder besser und kann sie effektiver verteidigen als diejenigen, die seit Urzeiten hier leben. Jedes demarkierte Land ist ein neues Umweltschutzgebiet“. Lula erhielt zu Recht Beifall, auch von der internationalen Gemeinschaft, weil er der Umweltzerstörung seines Vorgängers, des kriminellen Präsidenten Bolsonaro, Einhalt geboten hat Aber null Entwaldung bis 2030? Die Frist ist zu lang, und wenn in den Jahren bis 2030 die Abholzung und Brandrodung im gleichen Tempo wie in den Jahren 2023 und 2024 weitergeht, werden Millionen und Abermillionen weiterer Hektar Wald von der Erdoberfläche verschwinden.
Im Jahr 2024 verzeichnete der Regenwald im Amazonasgebiet die meisten Brandherde der letzten 17 Jahre. Das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) zählte bis Anfang Dezember 137.538 Waldbrände und Brände. Die Zahlen des INPE deuten darauf hin, dass im Jahr 2024 insgesamt 4,6 Millionen Hektar des Urwalds im Amazonasgebiet von Bränden betroffen waren, und zwar vom 1. Januar bis zum 31. Oktober.
Papst Franziskus hat sich nur wenige Monate nach seiner Wahl auf den Stuhl Petri bereits zum Thema Amazonien geäußert. Er kam anlässlich des Weltjugendtags in Rio de Janeiro nach Brasilien. Am 27. Juli 2013 sagte er vor den brasilianischen Bischöfen, Amazonien sei ein „Lackmustest, ein Prüfstand für die brasilianische Kirche und Gesellschaft“. Am 4. April 2014 empfing er mich in einer Privataudienz, da ich Sekretär der bischöflichen Kommission für Amazonien war. Er teilte mir mit, dass er bald eine Enzyklika über Ökologie herausgeben werde und erklärte, dass es darin um eine „menschliche Ökologie“ gehen werde. Ich bat ihn daraufhin, auf Amazonien und seiner Völker, insbesondere die indigenen Völker, nicht zu vergessen, und übergab ihm einige Unterlagen, um meine Anliegen zu verdeutlichen. Zu Pfingsten, am 24. Mai 2015, verkündete er die Enzyklika Laudato Sì. Der Papst hat Amazonien und die indigenen Völker nicht vergessen (Nr. 37-38 und 145-146).
Am 15. Oktober 2017 kündigte Papst Franziskus eine Sonderversammlung der Bischofssynode für die Pan-Amazonas-Region an, die dann vom 6. bis 27. Oktober 2019 stattfand. Ziel der Amazonien-Synode war es, neue Wege der Evangelisierung zu suchen, mit besonderem Augenmerk auf die indigenen Völker, die „oft vergessen sind und keine Aussicht auf eine friedliche Zukunft haben“, und die Krise des Amazonas-Regenwaldes anzugehen, „die für unseren Planeten von größter Bedeutung ist“.
Der Papst wählte Rom als Veranstaltungsort und nicht irgendeine Hauptstadt Amazoniens, um zu betonen, dass das Thema "Schutz des Regenwaldes" nicht nur Lateinamerika, sondern die ganze Erde betrifft. Die Amazonien-Synode hatte das wichtige Ergebnis, dass die Verteidigung des Lebens im Amazonasgebiet in all seinen Formen und Ausprägungen auf die Tagesordnung der Evangelisierung und der pastoralen Aktion aller Ortskirchen gesetzt wurde. Das Abschlussdokument der Synode prangert alle Formen der Bedrohung des Lebens der Menschen und der Welt um uns herum an und ruft zu einer ökologischen und kulturellen „Metanoia“ auf, einer Veränderung des Lebens, der Einstellungen, des Verhaltens und der Handlungsweisen. Sie lehnt die skrupellose Ausbeutung ab, verurteilt die Zerstörung des Regenwaldes und die Verschmutzung von Wasser und Luft.
Ein Bild von Dorothy war auf der Tafel in der Synodenhalle zu sehen und erinnerte die Teilnehmerinnen an den furchtlosen Kampf dieser Schwester „bis zum Ende“ (Joh 13,1), bis hin zum Vergießen ihres Blutes für die Bewahrung des Amazonas.

Welche Botschaft würde Sr. Dorothy den Italienern heute vermitteln? Und was würden Sie den BZ-Lesern über den Amazonas sagen?

Ich gebe nicht gerne Tipps. Ich möchte Sie jedoch daran erinnern, dass der Amazonas-Urwald eine sehr wichtige Rolle für das Weltklima spielt und die Folgen der Abholzung nicht nur in Südamerika zu spüren sind. Sie ist mitverantwortlich für die extremen Wetterereignisse und den Klimawandel, der bereits im Gange ist. Der Schutz Amazoniens ist eine unabdingbare Voraussetzung, um unser Überleben auf diesem Planeten zu gewährleisten.

Altamira, 2. Februar 2025
Erwin Kräutler C.PP.S.
emeritierter Bischof vom Xingu



Donnerstag, 30. Januar 2025

Pfarrer von Anapu ließ Hommage für Dorothy Stang verhängen

Ein Wandgemälde zu Ehren der amerikanischen Missionarin wurde in der Pfarrkirche von Anapu (PA), wo Dorothy Stang SND vor 20 Jahren erschossen wurde, weil sie sich mit Landbesitzern und Abholzern angelegt hatte, von Pfarrer Josemar Lourenço mit einem Tuch verhängt.

Beigefarbene Stoffbahnen bedecken die Altarwand in der Kirche Santa Luzia in Anapu, Pará, und verdeckt das Gemälde zum Gedenken an Dorothy Stang SND. Die amerikanische katholische Missionarin wurde vor 20 Jahren, am 12. Februar 2005, mit sechs Schüssen hingerichtet, ein Verbrechen, das die Welt schockierte. 

Der für die Pfarrei zuständige Pfarrer behauptet, dass das Verhängen des Gemäldes nicht politisch motiviert sei. Dorothy gilt als Ikone der Verteidigung landloser Arbeiter und als prophetische Stimme, die Landbesitzer und Abholzungsbetriebe im Amazonasgebiet anprangerte.

Freunde und Aktivisten aus den sozialen Bewegungen sehen im Verhängen jedoch einen Versuch, den Kampf für eine Agrarreform in einer Region, die seit Jahrzehnten von blutigen Landkonflikten geprägt ist, „unsichtbar“ zu machen.

„Es ist ein Versuch, den Kampf für eine ökologisch differenzierte Agrarreform im Amazonasgebiet auszulöschen“, beklagt Tarcísio Feitosa, ein Umweltschützer, der mit Dorothy zusammenlebte und heute für die internationale Organisation Forests & Finance arbeitet.  

Anapu ist eine der gewalttätigsten Städte der Region und Schauplatz Hunderter von Landkonflikten. Nach Angaben des brasilianischen Forums für öffentliche Sicherheit belegt sie Platz 13 in der Rangliste der vorsätzlichen gewaltsamen Todesfälle in den Städten des Amazonasgebiets. Die 35.000 Einwohner verteilen sich auf ein riesiges Gebiet, das der Größe von Ländern wie Jamaika oder Katar entspricht. 

Seit der Ermordung von Dorothy wurden nach Angaben der CPT (Kommisson der Landpastoral), einer Einrichtung der katholischen Kirche, die sich für die Landarbeiter einsetzt, 21 weitere Menschen im Zusammenhang mit Landkonflikten hingerichtet.

Pfarrer sagt, dass Gläubige durch Gemälde „beunruhigt“ sind

Vier Jahre nach dem Verbrechen, das internationales Aufsehen erregte und die Gewalt der Landkonflikte im Amazonasgebiet ans Licht brachte, zeigt die Wandtafel den an einem Baum gekreuzigten Jesus Christus, bekleidet mit einfacher Kleidung, Strohhut und sonnenverbrannter Haut, als wäre er ein Landbesetzer oder landloser Landarbeiter. 

Neben Jesus, auf den Stämmen gefällter Bäume, sind Schwester Dorothy und Pater Josimo Tavares dargestellt, der 1986 in Maranhão ebenfalls ermordet wurde, nachdem er von Landbesitzern bedroht worden war. Wie die Nonne war auch der Priester Mitglied der CPT.

„Die meisten Gläubigen sagten, dass sie die Gemälde und Zeichnungen nicht gerne sehen, wenn sie zum Beten kommen“, erklärt Padre Josemar Lourenço zu dem beigen Tuch, das den Altar bedeckt. Der ehemalige Ermittler der Paraíba-Zivilpolizei wurde vor vier Jahren zum Priester geweiht und übernahm sofort die Leitung der Pfarrei in Anapu. 

Lourenço sagt, er habe auf eine Forderung der Gemeinde reagiert und das Thema sei auf einer Sitzung des Pastoralrats besprochen worden, auf der sich die Mehrheit dafür entschieden habe, die Hommage an Schwester Dorothy zu verbergen: „Das hat nichts mit Politik zu tun“, versichert er. Er verweist auch auf eine Anweisung der CNBB (Nationale Brasilianische Bischofskonferenz), das Bild zu entfernen.

Der Anthropologe und Professor Edmilson Rodrigues ist da anderer Meinung. „Teile der Kirche, die von Großgrundbesitzern finanziert werden, versuchen, Symbolfiguren wie Schwester Dorothy unglaubwürdig zu machen“, sagt Rodrigues, der an der Unicamp (Staatliche Universität von Campinas) eine Doktorarbeit über die Sakralisierung von Bauernführern verfasst hat.

Als er erfuhr, dass die Ehrung Dorothys auf dem Altar mit einem Tuch bedeckt war, sagte Felício Pontes, der regionale Staatsanwalt der Republik, er sei am Boden zerstört. „Im Nachhinein wurde mir klar, dass diejenigen, die gegen alles sind, was Schwester Dorothy getan hat, immer noch da sind, und dass ihr Einfluss sogar bis in die katholische Kirche reicht“, sagte der Staatsanwalt, der an den Ermittlungen und der strafrechtlichen Verfolgung der Mörder der Missionarin beteiligt war. 

Fünf Männer wurden für die Planung und Ausführung des Mordes an der Ordensfrau verurteilt. Nur einer von ihnen befindet sich laut Seap (Sekretariat der Strafvollzugsverwaltung von Pará) noch hinter Gittern: Rayfran das Neves Sales, bekannt als Fogoió, der die sechs Schüsse abfeuerte. 

Clodoaldo Carlos Batista, sein Partner zum Zeitpunkt der Hinrichtung, steht unter Hausarrest, ebenso wie Regivaldo Pereira Galvão, bekannt als Taradão, und Vitalmiro Bastos de Moura, bekannt als Bida, die beide als Drahtzieher des Verbrechens verurteilt wurden. Amair Feijoli Cunha, genannt Tato, der die Vermittlung zwischen den Drahtziehern und den Henkern übernahm, verbüßt eine Haftstrafe im offenen Vollzug. 

Dorothy Stang hatte keine Angst vor dem Tod“, erinnert sich ein Umweltschützer

Dorothy Stang wurde 1931 in Ohio, USA, geboren. Drei Jahrzehnte später kam sie nach Brasilien und lebte im Landesinneren von Maranhão, Ceará und Paraíba. Im Jahr 1982 ließ sie sich in Anapu, in der mittleren Xingu-Region von Pará, nieder, wo sie im Alter von 73 Jahren ermordet wurde. 

Anfang der 2000er Jahre arbeitete Tarcísio Feitosa beim CPT in Altamira, und zu Beginn jeder Woche erhielt er im Büro der Organisation Besuch von Dorothy. Sie kam mit einem Stapel handgeschriebener Papiere, die detaillierte Beschwerden über Viehzüchter und Landräuber enthielten, die die illegale Abholzung in der Region vorantrieben. 

Feitosa erinnert sich, dass sie die Beschwerden an Ibama faxte. „Die Inspektoren besuchten die Örtlichkeiten, bestätigten die Zerstörung und verhängten Geldstrafen gegen die Viehzüchter“, sagt er.

Der Umweltschützer Marcelo Marquesini, der zwischen 2003 und 2004 als Koordinator der Generalinspektion des brasilianischen Umweltinstituts Ibama tätig war, erinnert sich, dass Dorothy sowohl zum Hauptsitz der Umweltbehörde als auch zum Hauptsitz des Nationalen Instituts für Kolonisierung und Agrarreform (Incra) in Brasilia ging und sagte, sie wolle den Präsidenten sprechen.

„Ich konnte keinen Termin vereinbaren und sie wartete tagelang auf eine Antwort“, erinnert er sich. Marcelo lernte Dorothy kennen, freundete sich mit ihr an und sagt, dass die von der Ordensfrau gelieferten Informationen für die Arbeit der Organisation in der mittleren Xingu-Region von grundlegender Bedeutung waren.

Es waren die ersten Jahre der Regierung Lula, mit Ministerin Marina Silva an der Spitze des Umweltministeriums. Das Ibama stellte neue Beamte ein, die Mittel für Inspektionstätigkeiten wurden aufgestockt und die Landreform kam in der Region mit der Schaffung neuer Siedlungen voran. „Der Staat begann zu funktionieren, was die örtliche Bande sehr verärgerte, die ein Konsortium bildete, um Dorothy zu töten“, sagt Marquezine. 

Der Umweltschützer erinnert sich, dass viele sie für stur und dickköpfig hielten, aber er war anderer Meinung: „Sie war zäh und eine Kämpferin und hatte keine Angst vor dem Tod.“ Feitosa wird emotional, wenn er an die Schwester denkt. Er erinnert sich an ihre ruhige Art, ihre Akribie und ihre Geduld, wenn es darum ging, die Details der Landverluste in der Region zu erklären und zu verstehen, die größtenteils von den Regierungen der Militärdiktatur (1964-1985) verursacht wurden.

Die Ursprünge des Problems reichen bis in die 1970er Jahre zurück, als das Militär begann, Land am Verlauf der BR-230, der im Bau befindlichen Transamazonischen Landstraße, zu kolonisieren. Sie boten provisorische Landtitel an, die erst dann wirksam wurden, wenn die Grundstücke produktiv wurden.

Dies geschah jedoch nicht. Genauso wenig wurden die provisorischen Titel annulliert. Die Siedler begannen daraufhin, das Land zu verkaufen, und die Käufer begannen, den Wald abzuholzen, um Holz zu gewinnen.

Vor diesem Hintergrund kam Dorothy nach Anapu und begann dafür zu kämpfen, dass das Land, das als unbewirtschaftet galt, für eine Agrarreform bereitgestellt werden sollte. Unter der Regierung des damaligen Präsidenten Lula wurden im Jahr 2003 die ersten Siedlungen in der Region offiziell anerkannt. Dorothy wurde zwei Jahre später ermordet.

Feitosa sagt, dass er den Begriff Ökologie“ zum ersten Mal durch Dorothy hörte: Sie verstand, dass der Amazonas nicht besiedelt werden kann, wenn der Wald nicht geschätzt wird. Sie sagte, es sei notwendig, mit dem Wald zu leben, der noch erhalten und lebendig ist“, erinnert er sich.

Der Kampf der Schwester war von grundlegender Bedeutung, um die brasilianische Regierung dazu zu bringen, Siedlungsmodelle im Rahmen der Agrarreform zu schaffen, die auf den Erhalt des Waldes abzielen, wie etwa die Projekte für nachhaltige Entwicklung, die als PDS bekannt sind. Gerade in einem PDS namens „Esperança“ wurde Dorothy hingerichtet. Mit Geduld und Mut versuchte sie sogar, die Attentäter, die sie umbringen sollten, davon abzubringen.

Nach den Aussagen der Mörder vor Gericht hätte Dorothy gesagt: „Schau, mein Sohn, ich weiß, wie es ist, ihr werdet wie Soldaten geschickt. Wenn du Land willst, komm mit uns“. Dann schlug sie ihre Bibel auf und las eine Passage aus der Bergpredigt im Matthäus-Evangelium vor: „Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich“. Nachdem sie den ersten Schuss in den Magen erhalten hatte, fiel sie hin und erhielt die anderen fünf Schüsse.

Dorothy konnte auch aufzeigen, wie Landbesitzer öffentliche Gelder von Sudam, der Oberaufsichtsbehörde für die Entwicklung des Amazonasgebiets, zur Finanzierung illegaler Aktivitäten wie der Abholzung von Wäldern und der Anwerbung bewaffneter Milizen zur Bekämpfung landloser Landarbeiter verwendeten.

Staatsanwalt Felício Pontes glaubt, dass seine Rolle heute darin besteht, das Gegenteil von denen zu tun, die versuchen, die Erinnerung an die Missionarin auszulöschen. „Man muss zeigen, dass die Gedanken und die Haltung von Schwester Dorothy in der heutigen Zeit immer noch relevant und notwendig sind“, sagt er. 



Pfarrer sagt, es sei wichtig, Dorothys Erbe zu bewahren, aber „den meisten ist es egal“.

Die Namen aller 21 Menschen, die seit 2005 bei Landkonflikten in Anapu getötet wurden, stehen auf einem roten Kreuz neben dem Grab der Missionarin. Das Grab befindet sich auf einem CPT-Gelände, wo mit einheimischen Wald- und Obstbäumen aufgeforstet wurde. 

Dorthin brachten Dorothys Unterstützer, zumeist Siedler der Landreform, die Dachziegel und das Holz des Hauses der Missionarin, das neben der Kirche stand. Das Material wurde für den Bau einer Baumschule verwendet. 

Pater Lourenço sagt, das Haus sei „eine Ruine“ gewesen und die Kirche habe den Platz gebraucht, um Bauvorhaben durchführen zu können. „Sie wollten es selbst abbauen und brachten es in ihre Umgebung, zusammen mit ihren (Dorothys) Leuten“, sagt er. 

Nach Ansicht des Pfarrers steht die Mehrheit der Bevölkerung von Anapu dem Andenken an Dorothy gleichgültig gegenüber: „Es gibt eine Minderheit, die ihre Geschichte schätzt, aber die Mehrheit interessiert sich nicht dafür. Es gibt auch eine Minderheit, die Kritik übt“, erklärt er. 

Die „kritische Minderheit“ hatte damals den Tod der Missionarin gefeiert, wie Marina Silva betont, die Umweltministerin von 2005. „Es war eine unvorstellbare Situation. Im Inneren des Lastwagens befand sich die Leiche dieser zierlichen Frau, und in dem Moment, als das Auto in Anapu einfuhr, gab es ein Feuerwerk“, sagte sie in einem Interview mit Repórter Brasil im Jahr 2021.  Die Ministerin war in einer anderen Region von Pará und reiste nach Anapu, als sie von der Ermordung erfuhr. 

Dorothys Nachfolger in Anapu wurde ebenfalls verfolgt

Zur Zeit des Gemäldes leitete Pater Amaro Lopes de Souza die Gemeinde in Anapu. 13 Jahre lang, zwischen der Ermordung der Nonne und 2018, setzte er sich als ihr Nachfolger für die landlosen Landarbeiter der Region ein. Im Jahr 2018 wurde er jedoch der „Führung einer kriminellen Organisation“ beschuldigt und für 92 Tage inhaftiert. 

Der Hauptvorwurf lautete, Souza habe die Invasion von Privateigentum unterstützt. „Wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann war es der Beitrag, das Land in die Hände der Arbeiter zu geben“, sagte der Priester in einem Interview mit Repórter Brasil kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis. Pater Amaro arbeitet jetzt als Gemeindepfarrer in einer anderen Stadt in Pará. 



Ende letzten Jahres feierte der Nachfolger von Pater Amaro, Josemar Lourenço, die Messe auf der Farm von Laudelino Délio Fernandes. Zum Zeitpunkt der Ermordung von Dorothy Stang wurde gegen Fernandes als einer der Drahtzieher der Hinrichtung der Missionarin ermittelt, weil er einen der Drahtzieher, der später verhaftet und verurteilt wurde, auf einer seiner Farmen versteckt hatte.

Fernandes wurde wegen seiner Rolle beim Tod der Nonne weder angeklagt noch vor Gericht gestellt. Er wurde jedoch bereits wegen Umweltvergehen verurteilt und zur Zahlung von 5 Mio. R$ für seine Beteiligung am Sudam-Betrug verurteilt. 

Die Hetze gegen Pater Amaro wurde von dem Lokalpolitiker und Holzfäller Silvério Fernandes angeführt. Wie sein Bruder Laudelino kam auch Silvério ungeschoren davon, selbst nach Berichten über Drohungen gegen Dorothy im Jahr 2002. Nach einem Bericht der Schwester selbst an die Bundespolizei hatte er der Missionarin angeboten, sie nach Hause zu fahren, und sie gewarnt, nicht in sein Land einzudringen, da sie sonst „bis zu den Schienbeinen in Blut stehen würde“.



Das Gemälde in der Pfarrkirche von Anapu wurde 2009 von Schwerster Janet Mullen SND gemalt. Sie stellte es am Karfreitag fertig. Deshalb hatte der Arbeiter, der den gekreuzigten Christus darstellt, zunächst geschlossene Augen. In der Osternacht kehrte Mullen in die Kirche zurück und malte die Augen neu und offen - im Sinn der Auferstehung Jesu.  

Das Wandbild ist sehr christozentrisch und stellt Jesus Christus in der Mitte. Er ist einfach gekleidet wie ein Landarbeiter. Die Kreuzigung wird einzigartig dargestellt, nicht auf dem traditionellen Holzkreuz, sondern an den Ästen eines Baumes, der aus einem Baumstumpf herausgewachsen ist. So wird an den Kampf Dorothys gegen die Abholzung der Wälder und die Ausbeutung des Bodens und an die messianische Verheißung von Jesaja 11,1-10 erinnert: „Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht… Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein..."

Auf der einen Seite des Kreuzes steht Schwester Dorothy Stang auf einem Baumstumpf, als treue Jüngerin und verbunden mit dem Martyrium Christi, auf der steht Pater Josimo Tavares, der 1986 ebenfalls von Landbesitzern ermordet wurde. Die Komposition erinnert an die Worte des Apostels Paulus: „Ich erfülle an meinem Fleisch, was an den Leiden Christi fehlt“ (Kolosser 1,24). Paulus betont, dass sein Martyrium eine Verlängerung des Martyriums Christi ist, das ihn auffordert, sein Kreuz auf sich zu nehmen, um ihm zu folgen.

Weiters zeigt das Bild Menschen und Gruppen, für die Dorothy gekämpft hat: Landarbeiter, indigene Völker und weitere Schwestern von Notre Dame de Namur. So stellt das Bildensemble nicht nur eine Hommage an die ermordete Missionarin dar, sondern es ist ein Zeugnis für den Glauben an soziale Gerechtigkeit und und des damit verbundenen Engagements.


Quelle: 
Igreja no Pará esconde homenagem a Dorothy Stang, 20 anos após execução
Pintura em tributo à missionária norte-americana está ocultada por um pano em paróquia de Anapu (PA), município onde Dorothy foi executada por bater de frente com latifundiários e desmatadores. Duas décadas após o crime que chocou o mundo, só um dos cinco condenados permanece preso
Repórter Brasil, 30/01/2025


'Não vão nos intimidar', diz Angela Mendes sobre apagamento da memória de seu pai e de irmã Dorothy
Ao Brasil de Fato, filha de Chico Mendes comenta caso de obra da missionária escondida por panos em igreja de Anapu(PA)
Brasil de Fato, 6.2.2025




Conselho Pastoral Urbano de Anapu-PA, fb 03/06/2023

Laut Facebook-Fotos war das Dorothy-Gemälde von Mai bis September 2023 mit diesen Vorhängen verdeckt.


Missa em Anapu, fb 12/12/2023

Seit Dezember 2023 ist das Gemälde hinter den beigen Stoffbahnen versteckt.




Convite Especial para a abertura do ano jubilar em Anapu, fb 07/02/2025

Zwei Tage vor dem Erscheinen des Bischofs vor Ort zur Festmesse für die Eröffnung des Heiligen Jahres war das Gemälde noch verhängt.