Freitag, 30. Dezember 2011

Konsortium Belo Monte umgeht die regionalen Steuerzahlungen

Die Regierung von Pará will gegen die Umgehung der steuerlichen Abgaben des Konsortium Belo Monte hart vorgehen. Entgegen Vereinbarungen wurden erneut große Einkäufe in São Paulo und nicht bei den Firmenvertretungen in Belém getätigt. Konkret nannte die Regierung den Ankauf von 118 Lastwagen der Marke Mercedes Benz. Gouverneur Simão Jatene erließ am Freitag (23.12.) zwei Maßnahmen gegen das Unternehmen. So sollen die Rate der ICMS-Abgaben erhöht und die Zahlung der Steuern sofort fällig werden, wenn das betreffende Material in das Gebiet von Pará kommt.

Durch den Kauf der Mercedes-Lastwagen seien dem Bundesstaat Pará Einnahmen in der Höhe von R$ 6 Millionen entgangen.

Beschlagnahmte Computer
Nachdem sich das Konsortium nicht verhandlungsbereit zeigte, beschlagnahmten Steuerfahnder der Regierung von Pará (SEFA) während dieser Woche zwei Sattelschlepper mit Waren im Wert von R$ 1,9 Millionen, die für Belo Monte außerhalb des Bundesstaates gekauft worden waren, darunter 29 Fahrzeuge, 250 Computer, Werkzeuge, Stahlseilen, Industrieschläuche, Einweghandschuhe, Tragbahren für Kranke, Eisenstangen, Tinte für Drucker und sogar Müllsäcke.

Die Objekte wurden beschlagnahmt und Steuerzahlungen von R$ 261.869 sowie eine zusätzliche Geldbuße von R$ 524.475 müssen geleistet werden.

Globo-TV (Video!!):
Construtora descumpre contrato com governo em obra de Belo Monte

Archiv:
Plattform Belo Monte, 13.8.2011
Mercedes-Benz liefert 540 Lastwagen für Belo Monte


Agęncia Pará de Notícias, 24/12/2011
Governo do Pará reage ao descumprimento de acordo do CCBM
O governo do Estado năo aceita a postura do Consórcio Construtor Belo Monte de descumprimento de compromisso fiscal com o Pará, acordado publicamente, para a construçăo da Usina de Belo Monte. Após tomar conhecimento da decisăo do CCBM de comprar 118 caminhőes da marca Mercedes Benz em Săo Paulo, quando poderia ter efetuado a compra no Pará, o governador Simăo Jatene autorizou, na última sexta-feira, 23, duas medidas que irăo impactar no caixa da empresa. A primeira será elevar a alíquota do ICMS e tornar obrigatório o recolhimento de imposto no ato da entrada de material, no território paraense. Com a compra dos caminhőes em Săo Paulo, o Pará deixou de arrecadar R$ 6 milhőes em impostos.

Altamira Hoje, 30.12.2011
Sefa retém equipamentos e veículos do Consórcio Construtor de Belo Monte.

Folha, 30/12/2011
Pará apreende computadores e veículos do consórcio de Belo Monte
Após endurecer a fiscalização sobre a construção da hidrelétrica de Belo Monte, o governo do Pará apreendeu durante esta semana R$ 1,9 milhão em mercadorias compradas pelo empreendimento fora do Estado.

Samstag, 24. Dezember 2011

... auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade


"Ich bin, der mit euch ist" (Ex 3,14)

Gott offenbarte sich seinem Volk
als ein Gott, der mit ihm unterwegs ist,
der sieht, der hört, der mit-fühlt,
der aus der Knechtschaft befreit.
Aber er blieb unsichtbar,
unbegreiflich, unfassbar.

"Euch ist heute ein Heiland geboren" (Lk 2,11)

An Weihnachten wird Gott einer von uns.
Seine Botschaft ist Frieden und Gerechtigkeit.
Er wird verfolgt und zum Tod verurteilt,
leidet und stirbt am Kreuz.
Und dennoch, er überwindet den Tod,
heilt und befreit uns von Angst und Not,
umfängt uns mit grenzenloser Liebe.

"Ich bin bei euch alle Tage." (Mt 28,20)

Weihnachten ist, wenn wir Gottes Gegenwart erfahren und an seine Liebe glauben.

Die Gewissheit, dass er bei uns ist, verleiht uns Kraft,
trotz aller Rückschläge nicht mutlos zu werden, für Gerechtigkeit einzutreten,
unsere Mit-Welt zu schützen, die Würde und das Leben aller Menschen zu verteidigen.

Mit dem Volk Gottes am Xingu wünsche ich, dass wir furchtlos und voll Zuversicht
die Weihnachtsbotschaft leben und verkünden, Tag für Tag, im neuen Jahr und darüber hinaus.

Dom Erwin Kräutler
Bischof von Xingu 

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Plattform Belo Monte wünscht allen Leserinnen und Lesern ein friedvolles Weihnachtsfest!

Wenn der Starke dem Schwachen die Schwäche vergibt,
wenn der Schwache die Kräfte des Starken liebt,

wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt

und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise laut wird und das Laute still,

wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkeln ein winziges Licht
Geborgenheit helles Leben verspricht,

und du zögerst nicht sondern du gehst wie du bist drauf zu -
dann, ja dann fängt Weihnachten an!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Gota d'Água überbringt der Regierung 1,35 Mio Unterschriften gegen Belo Monte

Mitglieder der Bewegung Gota d'Água, die in den letzten Wochen mit Videos zu einer großen Medienkampage gegen Belo Monte beigetragen haben, hatten am Dienstag (20.12.) ein Treffen mit Ministern in Brasília, um das Kraftwerksprojekt am Xingu zu diskutieren.
Die Regierung war durch Staatssekretär Gilberto Carvalho, Energieminister Edison Lobão und Umweltministerin Izabella Teixeira vertreten. Die Schauspieler Sérgio Marone und Maria Paula Fernandes bedauerten, dass die Regierung am Kraftwerksprojekt Belo Monte beharrlich festhält.

Bei dieser Gelegneheit wurden den Ministern 1.350.000 Unterschriften überbracht, die die Bewegung im vergangenen Monat gegen Belo Monte gesammelt hat.

Die Minister wiederholten, dass keine Indigenen durch den Staudamm Belo Monte überfutet werden. Die Aktivisten widersprachen, dass sie durch den trockengelegten Fluss sehr wohl zu Schaden kommen werden.

Folha, 20.12.2011
Ministros recebem atores de movimento contrário a Belo Monte
Integrantes do Movimento Gota D'água, que produziu um vídeo com atores globais contrários à hidrelétrica de Belo Monte, se reuniram com ministros nesta terça-feira (20) para discutir o empreendimento.

O Globo, 20.12.2011
Ambientalistas vão ao Planalto para tratar de Belo Monte
Eles entregaram blocos simbolizando assinaturas contrárias à hidrelétrica

Xingu Vivo, 20.12.2011
Gota D’água pede e governo nega paralisação de Belo Monte
Em audiencia com ministros, Movimento entrega 1,35 milhão de assinaturas contra usina e documento à Dilma Rousseff, mas governo diz que investimentos ja são grandes demais para retroagir, apesar de problemas no processo

Norte Energia verletzte Baustopp und wird zu 9 Mio R$ verurteilt

Der Konzessionär Norte Energia, verantwortlich für den Bau des Staudamms Belo Monte, wurde zu 9 Millionen R$ Strafe wegen Verstöße gegen die einstweilige Verfügung des Baustopps im Flussbereich verurteilt. Der Bundesrichter der 9. Abteilung, Carlos Eduardo Castro Martins, hatte am 30. September der Klage des Verbandes der Züchter und Exporteure von Zierfischen (ACEPOAT) stattgegeben und alle Tätigkeiten für das Kraftwerk Belo Monte im Flussbett des Xingu untersagt.

Laut Auskunft des Anwalts von ACEPOAT, Gabriel Granado, wurde die Strafe wegen Sondierungsarbeiten für Borungen im Xingu verfügt. Die Untersuchungen sollten Auskünfte für den Bau von Brücken, Hafenanlagen und Kanalbauten liefern, die für den Staudamm Belo Monte erforderlich sind.

Dem Unternehmen wird angelastet, 45 Tage illegal im Flussbett tätig gewesen zu sein. Da der Richter ein Bußgeld von 200.000 R$ für jeden Tag des Verstoßes festgelegt hatte, kommt man auf die Summe von 9 Millionen Real.

Norte Energia stellte am 12. Dezember den Antrag auf Einstellung der einstweiligen Verfügung, was derselbe Bundesrichter Martins bereits am Freitag (16.12.) tat.

Anwalt Granado war über die Urteilbegründung des Richters Martins überrascht. So behauptete er, dass die Zierfische nicht im Xingu, sondern hauptsächlich im Rio Iriri gefangen werden, der aber von den Auswirkungen durch den Staudamm nicht betroffen wäre. "Die wertvollsten Spezies finden sich beim Zusammentreffen der Flüsse Xingu und Iriri", bemerkte Richter Martins.

Allerdings waren selbst die Umweltstudien (EIA) von Norte Energia zu andere Ergebnissen gekommen und nennen für den betroffenen Bereich der Großen Schleife des Xingu viele Zierfische.

Norte Energia konnte außerdem den Richter davon überzeugen, dass die Navigation entlang der Großen Schleife nicht unterbunden wird, da Schleusen und Anlegeplätze für lokale Schiffe entlang des Xingu geplant sind. Der Anwalt von ACEPOAT erinnerte an die Erfahrungen beim Kraftwerk Tucuruí. "Es dauerte mehr als dreißig Jahre, bis diese Projekte umgesetzt waren. Und wenn man mit den betroffenen Fischern vor Ort redet, ist keiner mit der Lösung zufrieden."
Die Anwalt behauptet, dass die Aufhebung der Verfügung dem Zierfischverband noch nicht mitgeteilt wurde. "Wir haben es nur aus der Presse erfahren. Aber wir werden sofort Einspruch erheben," sagte er entschlossen.

Xingu Vivo, 20.1.22011
Norte Energia pagará 9 mi em multas por descumprir liminar, agora derrubada
A Concessionária Norte Energia, responsável pela construção da Usina Hidrelétrica Belo Monte, foi multada em 9 milhões de reais por descumprir liminar que proibia atividades no leito do Rio Xingu. A ação, impetrada pela Associação dos Criadores e Exportadores de Peixes Ornamentals de Altamira (ACEPOAT) e que exigia a imediata suspensão das obras relativas à usina no leito do rio Xingu, havia sido deferida em 30 de setembro pelo juíz federal da 9ª Vara, Carlos Eduardo Castro Martins.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Verleihung der Ehrenbürgerschaft für Belo-Monte-Ingenieur sorgt für Empörung


Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft von Pará für José Antonio Muniz Lopes, Direktor von Eletronorte, sorgte für Empörung. Umweltaktivisten unterbrachen die Zeremonie der Gesetzgebenden Versammlung am 19.12. in Belém mit Zwischenrufen wie  "É ou não é piada de salão - assassino de indígena eleito cidadão?" (Ist das ein Witz oder nicht - Indianerkiller wird Ehrenbürger) oder "Nicht Lopes, sondern Tuíra verdient die Ehrenbürgerschaft!". Außerdem forderten sie einen Stopp von Belo Monte. Sie wurden von den Sicherheitskräften aus dem Saal befördert.

José Antonio Muniz war von Anfang an für den Bau von Wasserkraftwerken am Xingu - anfangs sogar mit Überflutungen von ca. 1.500 qkm und mehreren Dämmen weit hinein in die indigenen Schutzgebiete entlang des Xingu. Er wurde international bekannt, als ihm Tuíra vom Volk der Kajapó beim Großen Treffen der Völker des Xingu gegen Kararaô am 25. Februar 1989 in Altamira mit einer Machete symbolisch ins Gesicht schlug.
Das ursprüngliche Projekt wurde in Belo Monte umbenannt und abgeändert und sieht momentan nur einen Staudamm bei der Insel Pimentel und eine Überflutung von ca. 660 qkm vor.

Diário do Pará, 20.12.2011
Manifestantes invadem sessão da AL
A tradicional sessão especial de entrega de títulos honoríficos de honra ao mérito e cidadão do Pará que ocorre todos os anos na Assembleia Legislativa do Estado foi invadida por manifestantes dos movimentos contrários à implantação da Usina Hidrelétrica de Belo Monte na manhã de segunda-feira (19.12.).

Língua Ferina, 20.12.2011
"Cidadão do Pará": Manifestantes interrompem premiação de engenheiro de Belo Monte

Sonntag, 18. Dezember 2011

Weihnachtsbotschaft von Bischof Erwin Kräutler

Bethlehem in Belo Monte.

Maria und Josef finden keine Herberge. Sie werden aus der Stadt verwiesen. Das Kind kommt in einem Stall zur Welt. Armut und Ausgrenzung ist ihr Schicksal.

Wenige Tage vor dem Heiligen Abend feiern wir Eucharistie in Santa Teresinha, in der Nähe des geplanten Staudamms. Es ist eine Abschiedsmesse. Die Familien der kleinen Gemeinde erhielten Befehl, Haus und Hof zu verlassen und wissen nicht wohin.

Weihnachten ohne Heimat!

In Altamira fordert die Regierung unzählige Familien auf, ihre Häuser zu räumen. Niemand aber sagt, wohin sie sollen.

Weihnachten in Angst vor der Zukunft!

Indianerdörfern wird das Wasser abgeschnitten. Ohne Wasser aber gibt es kein Leben. Geschändete Wälder und Flüsse, entheiligte Mit-Welt der Ureinwohner! Ein letztes Stück Paradies fällt einem falsch verstandenen Fortschritt zum Opfer.

Weihnachten ohne Christbaum!

Und trotzdem stärkt Weihnachten unsere Hoffnung - weil die Menschwerdung nicht rückgängig zu machen ist!

Wünsche euch allen die Freude und den Frieden der Heiligen Nacht.
Von Herzen danke ich für eure Mithilfe und liebende Solidarität.

Euer Erwin, Bischof vom Xingu