Donnerstag, 8. August 2019

Kardinal Hummes wird 85


Katholisch.de, 8.8.2019
Früherer Kurienkardinal Claudio Hummes wird 85 Jahre alt
Der Namensgeber des Papstes
Ohne Claudio Hummes gäbe es vielleicht gar keinen Papst Franziskus. Der brasilianische Kurienkardinal, der am Donnerstag sein 85. Lebensjahr vollendet hat, war es, der den argentinischen Erzbischof Jorge Mario Bergoglio in der Sixtinischen Kapelle auf die Idee brachte, sich als erster Papst in der Geschichte nach dem heiligen Franz von Assisi zu benennen. So berichtete es zumindest Franziskus selbst drei Tage nach seiner Wahl vor Journalisten. "Vergiss die Armen nicht", habe Hummes ihm gesagt. Franziskus beherzigt die Bitte seines Freundes ganz offensichtlich.
Der aus einer deutschen Einwandererfamilie stammende Hummes, der selbst dem Franziskanerorden angehört, bekleidete von 2006 bis 2010 einen der einflussreichsten Posten im Vatikan: Er war Präfekt der Kleruskongregation und damit für einen großen Teil der damals rund 275.000 Diözesanpriester in der Weltkirche zuständig. Zuvor leitete er mit der sechs Millionen Katholiken zählenden Diözese Sao Paulo in Brasilien acht Jahre lang eine der größten Diözesen der Welt.


Bischof Erwin Kräutler gratuliert(Übersetzung PlattformBeloMonte)

Mein lieber Dom Claudio!

Im Psalm 90, den wir immer wieder in unserem Brevier beten, heißt es:
"Die Zeit unseres Lebens währt siebzig Jahre; wenn es hochkommt, achtzig." (Ps 90,10) Du hast diese Verheißungen bereits übertroffen, und wir danken Gott für das Geschenk Deines Lebens, ein wahres göttliches Geschenk an unser Brasilien, insbesondere an Amazonien.
Der berühmte Wiener Psychiater Viktor Frankl sagte: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie". Dein 'Warum' ist bedingungslose Liebe zu Gott und zum Volk Gottes. Als Emeritus hast du nicht idyllische Ruhe in einem angenehmen Kloster gesucht. Das fortgesetzte Engagement für eine große Sache hat Deine Vitalität nicht verringert, sondern Deinen Enthusiasmus gesteigert. Ich denke, Du kannst die Worte des Paulus wiederholen: "Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir." (1 Kor 15,10)

AD MULTOS ANNOS! Paz e Bem!

Dom Erwin Kräutler – Emeritierter Bischof der Prälatur am Xingu 


VaticanNews, 8.8.2019
Dom Cláudio Hummes celebra aniversário e recebe homenagens
O relator geral do Sínodo dos Bispos para a Amazônia e presidente da Rede Eclesial Pan-amazônica (REPAM), card. Cláudio Hummes, completa hoje 85 anos. O cardeal recebeu várias homenagens e lembranças através da Repam-Brasil e da Rádio Vaticano-Vatican News


REPAM, 8.8.2019
Presidente da REPAM celebra aniversário e recebe homenagens
A voz da Amazônia e um apaixonado por aquele território. Assim é reconhecido o Cardeal Cláudio Hummes em algumas das homenagens que recebe, hoje, por ocasião da celebração dos seus 85 anos de vida. Muito querido em toda a Igreja da região por sua atuação profética e defesa do território e dos povos, ele é o presidente da Rede Eclesial Pan-Amazônica/REPAM e o presidente da Comissão Episcopal Especial para a Amazônia/CEA da CNBB.

Weltklimarat-Bericht beklagt zu hohen Fleischkonsum und zu viel Rodung


Tageschau.de, 8.8.2019
Weltklimarat zur Landnutzung
Kein Weitermachen wie bisher
Dürren, Hitzewellen, Wasser- und Nahrungsmangel: In seinem neuen Sonderbericht zum Klimawandel zeichnet der Weltklimarat ein düsteres Zukunftsbild und fordert eine dringende Kehrtwende bei der Landnutzung.


ORF, 8.8.2019
UNO-Klimarat
Welt muss Ernährung umstellen
Der Herausforderung, die wachsende Erdbevölkerung dauerhaft zu ernähren und gleichzeitig das Klima zu schützen, ist die Weltwirtschaft derzeit nicht gewachsen. Aus diesem Grund forderte der UNO-Weltklimarat am Donnerstag in Genf ein radikales Umsteuern bei der Landnutzung. In einem Sonderbericht rufen die Forscherinnen und Forscher die Politik zum sofortigen Handeln auf, bevor es zu spät ist.


solarify, 8.8.2019
Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlage
IPCC-Sonderbericht belegt dramatische Risiken der Erderwärmung für Landressourcen und Lebensmittelversorgung


ipcc - Deutsche Koordinierungsstelle
IPCC veröffentlicht Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL)
Der offizielle deutsche Titel des Berichts lautet:
"Klimawandel und Landsysteme: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen."




Basler Zeitung, 1.2.2018
«Diese Forscher haben eine politische Agenda»
Der Ozeanograph Nils-Axel Mörner stellt sich gegen den Weltklimarat und die Warnungen vor versinkenden Inseln.

Mittwoch, 7. August 2019

Amazonas-Abholzung nimmt rasant zu

ORF, 7.8.2019
Brasilien:
Abholzung des Regenwaldes rasant beschleunigt
Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien hat sich rasant beschleunigt. Im Juli war die Fläche des zerstörten Waldes fast viermal höher als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) gestern mitteilte. Das Institut liefert Satellitenbilder zum Zustand des brasilianischen Amazonas-Waldes, der als „Lunge der Erde“ gilt und im globalen Klimaschutz eine unverzichtbare Rolle spielt.

Laut INPE wurden im Juli in dem südamerikanischen Staat insgesamt 2.254 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Im Juli 2018 waren es noch 596,6 Quadratkilometer. Das entspricht einer Zunahme von 278 Prozent. Im vergangenen Juni lag das Ausmaß der Abholzung den Angaben zufolge noch um 88 Prozent über dem Volumen des entsprechenden Vorjahresmonats.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro zweifelt den menschengemachten Klimawandel an und ist ein Freund der Agrarindustrie. Mit seiner Politik begünstigt er den Raubbau am Amazonas-Wald. Monokolturen wie der Anbau von Soja und Rinderzucht werden zulasten umweltfreundlicherer Familienbetriebe gefördert. Bolsonaro hatte kürzlich den Direktor des INPE gefeuert. Er wirft dem Institut vor, „lügnerische“ Zahlen über den Zustand des Regenwaldes zu liefern.

Welt, 7.8.2019
Allein im Juli Regenwald fast von der Größe des Saarlands abgeholzt
Ein enormes Ausmaß: Im Juli sind dem brasilianischen Weltrauminstitut nach 2254 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden. Das entspricht einer Zunahme von 278 Prozent im Vergleich zum Juli 2018.


ZDF, 7.8.2019
Regenwald in Brasilien
Amazonas-Abholzung hat sich fast vervierfacht
Die "Lunge der Erde" wird kleiner und kleiner: Im brasilianischen Amazonas werden immer noch riesige Mengen Holz gefällt - ohne Rücksicht auf den Klimaschutz.


Spiegel-Online, 3.7.2019
Höchster Wert seit drei Jahren
Rekord-Abholzung im Regenwald
Brasiliens Präsident Bolsonaro legt wenig Wert auf Umweltschutz - darunter leidet auch der Regenwald: Zuletzt wurden 60 Prozent mehr Fläche abgeholzt als vor einem Jahr.


Blickpunkt Lateinamerika, 7.8.2019
Abholzung am Amazonas hat sich nahezu vervierfacht
Im Juli wurden 2.255 Quadratkilometer Wald gerodet, ein Anstieg von 278 Prozent gegenüber dem Juli 2018, berichten lokale Medien. Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte die alarmierenden Zahlen zuletzt als Lügen bezeichnet und die Führung der staatlichen Behörde ausgewechselt, die die Abholzung misst.


CNN, 2.8.2019
Amazon destruction accelerates 60% to one and a half soccer fields every minute
The rate of rainforest destruction had been stable during the first few months of Bolsonaro's presidency but began to soar in May and June, according to Brazil's National Institute of Space Research (INPE), a government agency whose satellites also monitor the Amazon.


BBC, 2.8.2019
Desmatamento dispara no Xingu, um dos principais 'escudos' da Amazônia
O desmatamento em unidades de conservação na bacia do rio Xingu, nos Estados do Pará e Mato Grosso, cresceu 44,7% em maio e junho de 2019 em comparação com o mesmo período do ano anterior, reforçando a tendência de alta no desflorestamento da Amazônia e ampliando as pressões sobre um dos principais corredores ecológicos do bioma.

Exame, 4.8.2019
Aumento acentuado do desmatamento é inegável, diz ex-diretor do Inpe
Estatísticas preliminares da agência de pesquisa espacial Inpe mostraram um salto de 88% no desmatamento na Floresta Amazônica

Jornal Nacional, 5.7.2019
Inpe registra aumento de 88% de desmatamento na Amazônia em junho
Comparação é com o mesmo mês de 2018. Ministro do Meio Ambiente diz que preservação precisa encontrar um caminho que não sacrifique o desenvolvimento econômico.

G1 - O Globo, 5.8.2019
Em MT, 95% do desmatamento é ilegal, segundo ICV
Em 2018, foram registrados quase mil quilômetros quadrados de desmatamento no estado.

G1 - O Globo, 5.8.2019
Promotoria abre investigação após Naturatins publicar mais de 500 autorizações para desmatamento em um dia
Autorizações foram publicadas na semana passada, horas depois do governador assinar compromisso para preservar o meio ambiente. MPE afirma que Naturatins não tem pessoal para analisar os dados ambientais.

Samstag, 3. August 2019

Bolsonaro entlässt Chef der Weltraumagentur wegen Abholzungszahlen

VaticanNews, 3.8.2019
Brasilien: Behördenchef wegen Abholzungszahlen entlassen
Nach einem tagelangen Schlagabtausch über Abholzungszahlen in Brasilien musste der Chef der Forschungsbehörde INPE seinen Hut nehmen. Nach einem Gespräch mit dem Minister für Wissenschaft und Technologie kündigte Ricardo Galvao am Freitag vor brasilianischen Journalisten an, er habe seiner Entlassung zugestimmt.

Präsident Jair Bolsonaro hatte die INPE-Daten öffentlich angezweifelt. Das renommierte Institut hatte für Juni eine Zunahme der Abholzung am Amazonas von 88 Prozent im Vergleich zu Juni 2018 ermittelt. Daraufhin unterstellte Bolsonaro, INPE arbeite im Auftrag ausländischer Umweltorganisationen. Galvao verteidigte sich zunächst und schloss einen Rücktritt aus. Die Daten seien korrekt. Am Donnerstag wiederholte Bolsonaro die Vorwürfe. Die Veröffentlichung der Daten schade dem Bild Brasiliens und seinem Image in der Welt, so der Präsident. Es gebe Mitarbeiter bei INPE, die Brasilien bewusst schaden wollten. Diese würden entlassen. Kurz zuvor hatte die Behörde für Juli noch alarmierendere Zahlen zur Abholzung veröffentlicht.
Fehlende Vertrauensbasis

Galvao betonte nun, dass sein Vorgesetzter, der Minister für Wissenschaft und Technologie, Ex-Astronaut Marcos Pontes, ihm und INPE das Vertrauen ausgesprochen habe. Der Minister wisse, dass die Zahlen zuverlässig seien, so Galvao. Trotzdem werde er entlassen, da die Vertrauensbasis zwischen ihm und Bolsonaro zerstört sei, so der Behördenleiter.

Die Diskussion über die Abholzungszahlen hatte sich zuletzt verschärft, nachdem das Magazin „Economist“ eine international beachtete Reportage zu dem Thema veröffentlicht hatte. Darin wird scharfe Kritik an Bolsonaros Politik für das Amazonasgebiet geübt. Zudem könnte die geplante Öffnung der Region für die wirtschaftliche Ausbeutung das jüngste Handelsabkommen mit der EU gefährden.


Welt, 3.8.2019
Top-Forscher nach Streit über Abholzung des Regenwalds gefeuert
Der Chef des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung ist seinen Posten los. Er hatte Daten über die stark ansteigende Regenwald-Abholzung veröffentlicht. Das machte den rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro besonders wütend.


Tagesschau, 2.8.2019
Brasiliens Weltraumagentur
Behördenchef nach Abholzungsstreit gefeuert
Er hatte die Zahlen über die jüngsten Regenwaldrodungen in Brasilien veröffentlicht, die Präsident Bolsonaro so in Rage brachten: Ricardo Galvão, Direktor der nationalen Weltraumagentur. Nun wurde er entlassen.


Zeit-Online, 3.8.2019
Brasiliens Präsident feuert Wächter des Regenwalds
Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat einen weiteren Kritiker entlassen: den Chef des Instituts für Weltraumforschung. Er hatte über massive Abholzung berichtet


BBC-Brasil, 2.8.2019
As críticas de Bolsonaro que levaram à queda do diretor do Inpe, órgão que monitora desmatamento na Amazônia
O físico Ricardo Galvão, diretor do Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (Inpe) - principal órgão federal responsável por monitorar o desmatamento na Amazônia -, foi demitido do cargo nesta sexta-feira (02).

O Globo, 2.8.2019
Diretor do Inpe será exonerado após questionamento de dados sobre desmatamento
Ricardo Galvão sairá do cargo mesmo com mandato até 2020

G1 - O Globo, 2.8.2019
Diretor do Inpe diz que discurso sobre Bolsonaro 'causou constrangimento' e será exonerado
Galvão foi criticado pelo presidente por dados que apontam alta do desmatamento. Em julho, ele declarou que não pediria demissão, mas, nesta sexta (2), concordou em deixar o cargo por causa da 'situação de perda de confiança'.

O Globo, 3.8.2019
Diretor demitido do Inpe diz que não conseguia falar com Ibama para alertar sobre desmatamento
Instituto criticado por Bolsonaro emite alertas em tempo real para que fiscais possam agir

Freitag, 2. August 2019

Auftraggeber am Mord von Dorothy Stang beantragt Hausarrest


Regivaldo Pereira Galvão, der als Auftraggeber der Ermordung von Dorothy Stang zu 30 Jahren Haft verurteilt und seit April im Gefängnis von Altamira untergebracht ist, hat über seinen Anwalt Hausarrest oder Änderung in halb-offene Haft beantragt. Regivaldo gibt als Grund an, im Gefängnis einem Todesrisiko ausgesetzt zu sein. Am vergangenen Montag (29.7.) wurden nämlich bei einer Auseinandersetzung rivalisierender Drogenbanden 58 Häftlinge getötet.
Der Antrag wurde an Minister Alexandre de Moraes vom Bundesgerichtshof weitergeleitet. Laut seinem Anwalt überlebte Regivaldo das Massaker im Gefängnis, weil er es geschafft hatte, sich zu verstecken.
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde des Gefängnisses (Susipe) ist Regivaldo jedoch nicht in jener Barracke B untergebracht, in der das Feuer gelegt und die Häftlinge erstochen wurden. Da er in der Kantine arbeitet, bekommt er eine spezielle Zelle für arbeitende Insassen, die sich neben Block A (wo die Angreifer inhaftiert waren) und dem Nebengebäude B (wo das Massaker stattfand) befindet.

G1 - O Globo, 2.8.2019
Defesa do fazendeiro mandante da morte de Dorothy Stang pede progressão de pena após massacre em Altamira
Regivaldo Pereira Galvão cumpria pena no Centro de Recuperação Regional de Altamira desde abril. A defesa de Regivaldo diz que ele corre risco de morte dentro da penitenciária

Donnerstag, 1. August 2019

Bischof Erwin Kräutler zeigt sich solidarisch mit Opfern des Massakers von Altamira


Der emeritierte Xingu-Bischof Erwin Kräutler ist vom beispiellose Massaker im Gefängnis von Altamira betroffen. Und er ist über die Reaktion von Präsident Jair Bolsonaro über den Tod von 62 Häftlingen im Interview in der Folha de S. Paulo sehr empört.

"Ich habe in der Zeitung gelesen, dass unser Präsident sagte, die Journalisten sollten die Opfer der Verstorbenen fragen. Das ist keine Antwort für diese Familien, um Gottes willen! Und das sagt der Präsident! Jeder Gefangene hat eine Mutter, einen Vater. Die Mütter weinten vor dem Gefängnis. Einer Mutter wird es im Herzen schmerzen, wenn ihr Sohn auf die schiefe Bahn gerät und sie dagegen machtlos ist. Wie muss sie erst ein grausamer Tod des Sohnes im Herzen treffen!?", sagte er.

Bolsonaro wolle mit seiner ausweichenden Antowrt eigentlich sagen, dass "ein guter Verbrecher ein toter Verbrecher" ist. Es gebe diese fehlende Sensibilität, sie sei leider verbreitet. Menschen würden sich zu Richtern machen und nur aufgrund des Geredes urteilen, ohne den Fall genau zu kennen.

"Ein Häftling kann nur dann als Krimineller bezeichnet werden, wenn ihm der Prozess gemacht wurde und der Richter das Urteil gesprochen hat. Dann ist er wirklich ein Verbrecher. Die Hälfte der Opfer von Altamira waren aber Angeklagte, die auf den Prozess warteten und noch nicht verurteilt waren", sagte Bischof Kräutler entsetzt.

Die Situation im Gefängnis sei katastrophal. Jung und Alt, Verurteilte und solche, die auf den Prozess warten, seien in überfüllten Zellen zusammengepfercht. Diese Missstände trugen zu einem Massaker bei, das an Perversion und Grausamkeit kaum zu überbieten sei.

Laut einem Bericht des Nationalen Justizrates (CNJ) ist das Gefängnis von Altamira stark überfüllt und in einem schlechten Zustand. Am Tag des Massakers waren 311 Personen inhaftiert, bei einer maximalen Kapazität von 200.

Bolsonaro wurde diesbezüglich von Journalisten gefragt, was er zum Massaker von Altamira sagt und ob es verstärkte Sicherheitsmaßnahmen geben werde. Seine Antwort: "Fragen Sie die Opfer der dort Verstorbenen, was sie denken. Wenn sie geantwortet haben, werde ich auch antworten."  


Bischof Kräutler bei der "Totengedenkmesse am 7. Tag" in der Kathedrale von Altamira:



Folha de S.Paulo, 31.7.2019
Não é resposta que um presidente dê a essas famílias, diz bispo de Altamira sobre Bolsonaro
Dom Erwin Kräutler defende respeito a parentes de mortos e lamenta naturalização de massacre


Estadão, 30.7.2019
'Pergunta para as vítimas dos que morreram o que acham', diz Bolsonaro sobre massacre em Altamira
Presidente não deu nenhuma informação sobre o que o governo federal pretende fazer em relação ao episódio; matança é a maior do País desde os 111 mortos no Carandiru, em São Paulo, em 1992


G1 - O Globo, 30.7.2019
'Pergunta para as vítimas dos que morreram lá', diz Bolsonaro sobre massacre em Altamira
Presidente comentou confronto entre facções que deixou 57 mortos no presídio de Altamira, Pará, nesta segunda-feira (29). Massacre já é um dos maiores da história do país.


Religión Digital, 5.8.2019
Monseñor Erwin Kräutler pide construir una sociedad que “no aniquile la vida de quienes erraron”
El obispo se pronuncia ante la muerte de 62 presos en una carcel de la Amazonía brasileña

Dienstag, 30. Juli 2019

Gefängnisrevolte in Altamira mit 62 Toten


FAZ, 31.7.2019
Gefängnisrevolte in Brasilien:
Zahl der Toten steigt auf 58
Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen im brasilianischen Gefängnis in Altamira wurden Dutzende Beteiligte in andere Gefängnisse verlegt. Von der Gerichtsmedizin wurden inzwischen 15 Opfer identifiziert.

FAZ, 1.8.2019
Vier Häftlinge bei Verlegung in andere Anstalt erstickt
Nach Bandenkämpfen mit mehreren Toten sollten 26 Männer in ein 500 Kilometer entferntes Gefängnis verlegt werden. Bei der Ankunft wurden vier erstickt in ihren Zellen aufgefunden.

ORF, 29.7.2019
Über 50 Tote bei Gefängnisrevolte
In Brasilien sind am Montag bei Kämpfen zwischen verfeindeten Banden in einem Gefängnis Dutzende Häftlinge ums Leben gekommen. Die Haftanstalt Altamira im Bundesstaat Para sprach von insgesamt 52 Toten.



G1 - O Globo, 1.8.2019
ML libera 28º corpo de vítima do massacre em presídio de Altamira; 30 passarão por DNA
Necropsia foi encerrada na quarta-feira (31). Legistas trabalham para identificar corpos carbonizados.

Bom Dia Pará, 1.8.2019
Detentos mortos em massacre de Altamira começam a ser enterrados
Missa em memória dos mortos com Dom Juão Muniz

G1 - O Globo, 1.8.2019
Presídio de Altamira onde ocorreu massacre no Pará deveria ser fechado, diz OAB-PA
Comitiva realizou uma vistoria no CRRALT e um parecer deve ser encaminhado para o Conselho Nacional de Justiça.

Exame, 1.8.2019
Devido ao mau cheiro, famílias desistem de velórios em Altamira
Nem todos os corpos foram liberados pelo IML, o que tem aumentado o estado de decomposição

G1 - O Globo, 3.8.2019
26 dos 62 detentos mortos em massacre de Altamira eram presos provisórios
Outros 27 eram condenados; 9 tinham condenação e também tinham processos nos quais ainda não haviam sido julgados.
Os quatro presos foram estrangulados com cinta plástica durante a transferência em um caminhão-cela

Jornal O Globo, 1.8.2019
Podcast: os motivos que levaram ao massacre no presídio em Altamira


Invasoren sollen indigenen Anführer ermordet haben


Survival, 29 Juli 2019
Indigener Anführer im nördlichen Amazonasgebiet ermordet
Die Leiche von Emyra Wajãpi wurde am 23. Juli von Angehörigen des Volkes gefunden. APINA, der Verband der Wajãpi-Dörfer, hat eine Erklärung veröffentlicht. In der heißt es, dass, obwohl kein Wajãpi Zeuge der Ermordung war, sie glauben, dass Emyra am Vortag von Außenstehenden getötet wurde.
Am 26. Juli berichteten die Wajãpi der Gemeinde Yvytotõ – in der Region, in der der Mord geschah –, dass schwer bewaffnete Goldgräber in ihr Dorf eingedrungen seien. Die Bergleute bedrohten sie und besetzten gewaltsam ein Wajãpi-Haus.
Die gesamte Gemeinde floh in ein Nachbardorf, das ein SOS über Funk aussendete, um die Hilfe der Bundespolizei zu erhalten. Ein Polizeiteam kam am 28. Juli auf dem Gebiet der Wajãpi an.

ORF, 29.7.2019
Überfall in Reservat
Spannungen in Amazonas-Gebiet steigen
Seit im Norden Brasiliens Dutzende bewaffnete Goldsucher in ein abgelegenes Reservat Indigener eingedrungen sind, steigt die Sorge vor möglichen gewaltsamen Zusammenstößen. Ein Mann wurde getötet, die Polizei nahm Mordermittlungen auf. Brasiliens Regierung will manche der streng geschützten Gebiete für eine kommerzielle Nutzung freigeben. Seither fühlen sich auch indigene Gruppen unter Druck.

Deutschlandfunk, 29.7.2019
Goldsucher sollen indigenen Anführer getötet haben
Polizisten seien in die entlegene Region unterwegs, berichten Medien. Die Bewohner des Reservats Waiapi im Teilstaat Amapa hatten am Wochenende auf Social Media um Hilfe gebeten, nachdem etwa 50 bewaffnete Goldsucher ihr Dorf angegriffen hatten. Mitglieder ihrer Gemeinschaft seien vor den Goldsuchern geflohen, eventuell gebe es mehr als nur den einen Toten, so ihre Botschaft.
Ihr Gebiet war von der brasilianischen Regierung in den 1980er-Jahren zu einem indigenen Reservat erklärt worden. Es gibt im Amazonas-Gebiet aber viele Bodenschätze, was immer wieder Goldsucher anlockt. Der aktuelle brasilianische Präsident Jair Bolsonsaro hat wiederholt versucht, die bisher illegale Goldförderung zu legalisieren und auch indigene Gebiete dafür freizugeben. Erst am Freitag kündigte er eine entsprechende Gesetzesinitiative an. Seinen Sohn Eduardo Bolsonaro habe er beauftragt, dazu mit US-amerikanischen Unternehmen Verhandlungen aufzunehmen. Menschenrechtler und Umweltschützer kritisieren das.

BR24, 29.7.2019
Brasilien: Goldsucher sollen indigenen Anführer ermordet haben
Im Norden von Brasilien sollen Goldsucher, die illegal in ein Reservat eingedrungen waren einen indigenen Anführer getötet haben. Am selben Tag hatte Brasiliens Präsident Bolsonaro die Legalisierung der Goldförderung auf indigenem Land gefordert.

Kooperation Brasilien, 30.7.2019
Hilferuf aus Amazonien: Goldsucher töten und bedrohen Wajãpi
In der Region gibt es Bodenschätze wie Mangan, Eisen und Kupfer. Weder die Funai noch die Bundespolizei oder das Militär waren schnell vor Ort präsent, um die Indigenen zu schützen, wie es ihre gesetzliche Aufgabe wäre. Senator Randolkfe Rodriguies (Rede-AP) wurde per Funk informiert. Er beklagt die Abwesenheit des Staates und wendet sich mit einem Video an die internationale Öffentlichkeit. Inzwischen untersucht die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft den Mord.

Deutsche Welle, 31.7.2019
Mord verbreitet Angst unter Indigenen in Brasilien
Ein indigener Anführer wird ermordet, ein Goldschürfer ist tatverdächtig. Die UN verurteilen die Tat, doch Präsident Jair Bolsonaro bezweifelt sie - und schürt so die Spannungen in Amazonas.


Guardian, 28.7.2019
Amazon gold miners invade indigenous village in Brazil after its leader is killed
Brazil’s police have been urged to investigate a ‘very tense situation’ in Amapá state


CNBB, 29.7.2019
CNBB emite nota sobre situação dos povos indígenas Wajâpi, no Amapá
A Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB) acompanha atentamente os desdobramentos da crise socioambiental que vem se agravando e atinge de modo fatal os povos da Amazônia, particularmente os indígenas.
A presidência da CNBB manifesta preocupação com a elucidação da morte do líder da etnia Wajãpi, ocorrida no dia 24 de julho, no Estado do Amapá.

REPAM, 29.7.2019
Nota de Solidariedade ao povo Wajãpi

CIMI, 28.7.2019
Em nota, Wajãpi relatam fuga de aldeia após invasão por homens armados
Após assassinato de liderança dentro do território, Conselho das Aldeias Wajãpi – Apina relata ocupação de aldeia por homens armados

Emyra Wajãpi foi achado morto no dia 23 de julho

G1 - O Globo, 29.1.2019
Invasão a terra indígena Waiãpi, no Amapá: veja perguntas e respostas sobre a situação
Um indígena foi morto no dia 23 de julho. Caso é tratado com cautela pelas autoridades.

G1 - O Globo, 31.7.2019
Corpo de índio Waiãpi morto no AP vai ser exumado, diz MPF
Procurador afirmou que helicóptero será enviado para a aldeia. Indígenas dizem que Emyra Waiãpi foi morto durante invasão de garimpeiros em terra indígena. PF investiga.

Montag, 22. Juli 2019

14. Romaria da Floresta em Anapu








Samstag, 20. Juli 2019

weltkirche.tagung über Amazonassynode


Von 19. bis 20. Juli 2019 fand im Bildungshaus Schloss Puchberg die weltkirche.tagung 2019 zum Thema "AMAZONIEN - spirituell Wandel gestalten" statt. Die Tagung befasste sich mit der Amazoniensynode.

"Das Universum entfaltet sich in Gott, der es ganz und gar erfüllt. So liegt also Mystik in einem Blütenblatt, im morgendlichen Tau, im Gesicht des Armen." (Papst Franzsikus, Laudato Si' 33)

Kathpress, 19.7.2019
Ordensfrau: Amazonien-Synode soll "ökologische Bekehrung" bringen
Eine "ökologische Bekehrung" und Impulse für eine Stärkung der indigenen Bevölkerung Lateinamerikas erhofft sich die brasilianische Ordensfrau Sr. Aline Silva dos Santos von der kommenden Amazonien-Synode im Herbst im Vatikan. Die Kirche müsse eine "ökologische Spiritualität" vorleben und sich zugleich klar auf die Seite der von Vertreibung und Verelendung bedrohten indigenen Bevölkerung Südamerikas stellen, mahnte Silva dos Santos bei einem Vortrag am Freitag im Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels.

Der Vortrag stellte das erste Hauptreferat der heurigen "weltkirche.tagung" dar, die vom 19. bis 21. Juli u.a. von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften Österreichs veranstaltet wird. Im Fokus der Tagung, die diesmal den Titel "Amazonien - Spirituell Wandel gestalten" trägt, steht die für Oktober im Vatikan geplante Amazonien-Synode.

Die Ordensfrau, die in der bolivianischen Prälatur San Ignacio de Velasco einen Vorbereitungsprozess auf die Synode begleitet hat, berichtete dabei weiters von grassierender Armut, wirtschaftlicher und ökologischer Ausbeutung und einer zunehmend prekären Existenz der Bevölkerung. Mit dem Verlust des natürlichen Lebensraumes, der in Bolivien oft von Bergbaufirmen mitverursacht werde, gehe auch ein kultureller Verlust, die Zerstörung sozialer und familiärer Strukturen und ein hoher Gewaltpegel einher.

Angesichts dieser Entwicklungen würden sich die Menschen in der Region ein starkes Bekenntnis der Kirche wünschen, auf ihrer Seite zu stehen, so die Ordensfrau. Auch würden die Menschen von der Kirche erwarten, dass sie helfe, wirtschaftliche Alternativen zu entwickeln und für eine "ganzheitliche Ökologie" einzustehen. Dieses Anliegen der Synode sei weitaus nicht auf Lateinamerika beschränkt, verdeutlichte Sr. Aline Dos Santos im Gespräch mit "Kathpress": Nicht nur, weil in der Kirche das Leiden des einen immer alle betreffe, sondern auch da der Amazonas die "Lunge des Planeten Erde" sei, dessen Vernichtung das Weltklima bedrohe und globale Konzerne wie auch westliche Konsummuster dahinterstünden.

Weiters erhofft sich die Ordensfrau von der Synode klare pastorale Weichenstellungen, wenngleich diese Wünsche "nicht vorderste Priorität" hätten: Sehr wohl gebe es einen Priestermangel, der dazu führe, dass viele Gemeinden nurmehr sporadisch Eucharistie feiern könnten. "In entlegenen Dörfern ist dies nur einmal jährlich möglich, etwa bei den Patronatsfesten." Hier brauche es gerade für die abgelegeneren Gebiete neue Möglichkeiten, um eine Sakramentenspendung sicherzustellen, etwa die Entwicklung eines "indigenen Priestertums" oder die Befähigung Verheirateter zur eucharistischen Wandlung. Auch würden sich die Menschen eine stärkere liturgische Beachtung kultureller Prägungen und Traditionen vor Ort wünschen.

Insgesamt zeigte sich Silva dos Santos zuversichtlich, dass diese Aufgaben einer Kehrtwende zu einer "ökologischen Spiritualität" gelingen könne: "Es ist schwierig, aber wir schaffen das", so ihr abschließender Appell.

Die heurige, von der KOO gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften und anderen kirchlichen Organisationen ausgerichtete Weltkirche-Tagung dauert noch bis Samstag. Sie steht heuer unter dem Titel "Amazonien: Spirituell Wandel gestalten". Bei der Tagung wird u.a. die in Peru tätige deutsche Ordensfrau Birgit Weiler über "Neue Wege für eine Spiritualität ganzheitlicher Ökologie - Die Weisheit indigener Völker" sprechen. Der emeritierte Innsbrucker Pastoraltheologe Franz Weber wiederum, der auch in Brasilien tätig war, wird sich mit "Neuen pastoralen Ämtern und Diensten für Männer und Frauen" auseinandersetzen.


Theologe: Amazonassynode kann Türspalt für neue Weiheämter öffnen
Die im Oktober anstehende Amazonien-Synode ist schon im Vorfeld ein "Signal für die Zukunft und auch ein Anstoß für die Kirche in Österreich und in Mitteleuropa": Das hat der Theologe Franz Weber am Freitag bei der "weltkirche.tagung" in Puchberg bei Wels hervorgehoben. Zwar seien der Synoden-Vorbereitungstext und das "Instrumentum Laboris" mit ihren Vorschlägen weit vorsichtiger als die Reformerwartungen vieler in der Kirche ausgefallen und "alles eher als kühn". Eine Entwicklung hin zu neuen Ämtern und Diensten in der Kirche, ausgehend von der Amazonas-Region, halte er aber durchaus für einen Schritt in die richtige Richtung.

"Die Träger der Pastoral - die vielen kleinen Gemeinden in der Amazonasregion sowie viele ihrer Bischöfe und theologischen Begleiter - versuchen die Tür, die über lange Zeit verschlossen war, einen Spalt breit zu öffnen. Viele von ihnen scheinen entschlossen zu sein, ihren Fuß nicht mehr aus diesem Spalt zurückzuziehen", so die Wahrnehmung des emeritierten Innsbrucker Pastoraltheologen. Von Papst Franziskus werde hier Unterstützung erhofft, durch eine "Öffnung des Weges für eine regionalkirchliche Veränderung der Zulassungsbedingungen für Männer und Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern". Hier seien aber auch eindeutige Schritte europäischer Bischofskonferenzen erforderlich, weil prekäre pastorale Situationen in Europa keinen Aufschub mehr erlaubten.

Theologisch festzuhalten sei, "dass das Sakrament der Ehe und das Sakrament der Weihe sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern tragen und dass diese doppelte Sakramentalität zur Quelle pastoraler Fruchtbarkeit werden kann", sprach sich der Theologe für Lockerungen beim Zölibat aus. Dazu kämen Veränderungen beim Rollenverständnis der Frau: In Amazonien und Lateinamerika würden mindestens zwei Drittel der Gemeinden von Frauen geleitet, weshalb sich das Synodenpapier für die Anerkennung neuer Ämter für Frauen ausspreche, so der Referent. "Frauen von der Weihe auszuschließen, führt nach meiner Wahrnehmung zu einer tiefen Verletzung der Frauen. Ich halte diesen Ausschluss für eine tiefe Wunde am Leib der Kirche."

Die aus Webers Sicht ebenfalls nötige Weihe von Frauen zum Diakonat sei getrennt davon zu sehen: Es handle sich dabei weder um eine "schlampige Lösung", noch um eine Übergangslösung, noch um eine "vorübergehende Vertröstung der Frauen", solange ihnen die Priesterweihe verwehrt bleibe. Vielmehr wäre dies ein "eigenständiges Amt", das in der Kirchengeschichte bereits existiert habe und wiedereingeführt werden sollte.

Zentrale Bedeutung der Eucharistiefeier

Theologisch gut begründbar sah der Theologe solche Reformen vor allem durch die zentrale Bedeutung der Eucharistiefeier, welche "seit urchristlichen Zeiten für jede Gemeinde grundlegend wichtig, wesentlich und konstitutiv" sei. Weber: "Daran wird niemand rütteln können." Dass die Eucharistie vielen kleinen Gemeinden speziell in der Amazonien-Region durch den eklatanten Priestermangel "verweigert" werde, hätten die Synoden-Vorbereitungspapiere nun erstmals klar zur Sprache gebracht. Weber: "Die prekäre Präsenz der Kirche im Amazonas hat nicht nur, aber wesentlich auch, mit der nur selten möglichen Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente und mit der mangelnden Präsenz von geweihten Amtsträgern und -trägerinnen zu tun, die den Gemeinden eine stabile Leitungsstruktur garantieren."

Den weit verstreuten Gemeinden dürfe laut dem Pastoraltheologen die sonntägliche Eucharistie nicht deshalb vorenthalten werden, "weil das Kirchengesetz des Zölibats und der Ausschluss der Frauen um jeden Preis aufrecht erhalten werden muss". Anstatt sich mit "Notsituationen" von "Hungerleider-Gemeinden" abzufinden, sollten sich regionale und nationale Bischofskonferenzen drauf verständigen, "dem Papst regionale Lösungen vorzuschlagen". Würden die in der Gemeindeleitung tätigen Frauen und Männer dazu geweiht, könnte die sonntägliche Feier von Tod und Auferstehung Jesu in allen Gemeinden möglich werden, hoffte der Experte.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Dt. Hilfswerke formulieren Erwartungen an Amazonas-Synode

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Domradio.de, 17.7.2019
"Auf Herausforderungen der Zeit reagieren"
Das für Oktober im Vatikan angesetzte Treffen schürt bereits im Vorfeld Erwartungen: Von der durch Papst Franziskus einberufenen Amazonas-Synode erhoffen sich die beiden Hilfswerke Misereor und Adveniat ein "Signal des Aufbruchs".

Die Zusammenkunft solle zeigen, "dass Wandel in Politik, Wirtschaft, Technik und nicht zuletzt auch in Kirche möglich ist", schreiben die Hauptgeschäftsführer der beiden Werke, Pirmin Spiegel und Michael Heinz, in einem gemeinsamen Vorwort zur deutschen Übersetzung der Konferenz-Agenda. Adveniat und Misereor veröffentlichten diese Fassung des "Instrumentum Laboris" am Mittwoch; es steht auch als Download im Internet zur Verfügung.

Die Synode, an der Bischöfe und andere Kirchenvertreter teilnehmen, will über neue Formen von Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern beraten, die Rechte von Indigenen stärken und die ökologische Situation der arten- und rohstoffreichen Urwaldregion in Lateinamerika in den Blick nehmen.

Auf Herausforderungen der Zeit reagieren

Es gehe darum, "auf die Herausforderungen der Zeit zu reagieren im Hören auf den Geist, der die Verteidigung des Lebens der Menschen, der Völker und der Schöpfung insgesamt fordert", schreiben Spiegel und Heinz. Mit der Synode bekräftige die Kirche ihren entschiedenen Willen, sich für eine Welt der Klima- und Umweltgerechtigkeit sowie für soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

Legaler und illegaler Bergbau, Wasserkraftwerke, Straßen und industrielle Landwirtschaft zerstörten lokale Gemeinschaften und die Natur im Amazonasgebiet, heißt es weiter. Adveniat und Misereor seien aus ihrer Zusammenarbeit mit Menschen und Organisationen vor Ort viele Ungerechtigkeiten und die Ursachen dafür bekannt. Mit diesen Partnern wolle man "das Ruder herumreißen und alle Hebel auf Klimafreundlichkeit umlegen".

Zugleich stehe das Treffen im Vatikan auch für einen Wandel in der Kirche, betonen Adveniat-Hauptgeschäftsführer Heinz und Misereor-Chef Spiegel. Es gelte, die "Komfortzonen" zu verlassen und an die Ränder zu gehen; "dahin, wo Menschen nichts zählen und keine Rechte haben".

Dezentralisierung angesagt

Statt römischer Zentralisierung sei "Dezentralisierung angesagt", damit die Ortskirchen "selbst entscheiden können, was sie direkt betrifft". Die Zukunft gehöre einer "vielfältigen und hörenden Kirche", die "wertschätzt, was Indigene, Afroamerikaner, Flussbewohnerinnen, Bauern und Städterinnen über Jahrhunderte an Glauben gelebt haben".

Dazu passe, dass die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des "Instrumentum Laboris" auf den Gedenktag des Dominikaners Bartolome de las Casas (1484/85-1566) falle. Er war einer der ersten und entschiedensten Verteidiger der indigenen Völker.

Das arten- und rohstoffreiche Amazonasbecken erstreckt sich über rund 7,5 Millionen Quadratkilometer und teilt sich auf Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Guyana, Peru, Surinam, Venezuela sowie Französisch-Guayana als Übersee-Department Frankreichs auf. In diesen neun Ländern lebt eine indigene Bevölkerung von rund drei Millionen Menschen, zusammengesetzt aus etwa 390 Völkern und Nationalitäten.




Erzdiözese Feiburg, 17.7.2019
Amazonien-Synode:
Ein unüberhörbares Signal zum Aufbruch
„Wir hoffen, dass die Amazonien-Synode ein unüberhörbares Signal zum Aufbruch gibt, dass Wandel in Politik, Wirtschaft, Technik und nicht zuletzt auch in Kirche möglich ist.“ Das schreiben die Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und des Werkes für Entwicklungszusammenarbeit Misereor, Pater Michael Heinz und Pirmin Spiegel, in ihrem gemeinsamen Vorwort zur deutschen Übersetzung des sogenannten Instrumentum Laboris. Mit diesem Arbeitsdokument bereiten sich die Teilnehmenden auf die Synode vor, die vom 6. bis zum 27. Oktober im Vatikan stattfindet. Den beiden Werken zufolge fordert das Dokument einen tiefgreifenden Wandel in der Kirche. „Es geht darum, auf die Herausforderungen der Zeit zu reagieren im Hören auf den Geist, der die Verteidigung des Lebens der Menschen, der Völker und der Schöpfung insgesamt fordert.“ Was in Rom diskutiert wird, habe Bedeutung für die Kirche weltweit, sind sich Adveniat-Chef Pater Heinz und Misereor-Chef Spiegel sicher.



Thema Amazonien-Synode auf misereor.de


Arbeitsdokument in Deutsch als PDF

Montag, 15. Juli 2019

Bischof Kräutler hat große Erwartungen an Amazonas-Synode

ORF-Orientierung, 7.7.2019 (auch als Video)
Erwin Kräutler: „Frauen sollen Diakoninnen werden können“

Erwin Kräutler, ehemaliger Bischof der brasilianischen Prälatur Xingu, hat hohe Erwartungen an die Amazonien-Synode. Bei der Bischofsversammlung soll es ja nicht nur um den Schutz der Regenwälder und die Rechte der indigenen Volksgruppen, sondern auch - ein innerkatholisch viel diskutiertes Thema – den Priestermangel gehen.

Kräutler hofft, dass Bischöfe oder Bischofskonferenzen schon in absehbarer Zeit das Recht erhalten, verheiratete Männer („viri probati“) zu Priestern zu weihen – zunächst auf das Gebiet Amazonien begrenzt. Frauen sollten wenigstens Diakoninnen werden können, meint Kräutler.

Im Gespräch mit der „Orientierung“ schildert Kräutler die Situation in der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens, der Prälatur Xingu. Tatsache ist, dass die kleinen Gemeinden – es seien rund 800 – von Laien geleitet würden, „zwei Drittel von Frauen“. Der Priester komme nur zwei oder drei Mal im Jahr vorbei. Es sei „beinahe ein Skandal“, dass diese Gemeinden kaum Eucharistie feiern könnten.

Kräutler erzählt auch von seinen persönlichen Begegnungen mit Papst Franziskus. Dieser sei ein „unendlich lieber Mensch“. Der gebürtige Vorarlberger Erwin Kräutler feiert am 12. Juli seinen 80. Geburtstag. 34 Jahre lang – von 1981 bis 2015 – war er Bischof der Prälatur Xingu, bis Papst Franziskus seinen altersbedingten Rücktritt annahm. Das Wort „Ruhestand“ mag er allerdings „nicht einmal in den Mund nehmen“, denn „solange der liebe Gott mir den Atem schenkt, mache ich weiter.“


Katholisch.de, 14.7.2019
Kräutler für verheiratete Priester und "wenigstens" Diakoninnen
Im Oktober findet die Amazonas-Synode im Vatikan statt. Dort wird auch über die Option verheirateter Priester für abgelegene Gemeinden diskutiert. Doch für Bischof Erwin Kräutler ist das nicht genug: Er fordert "wenigstens" Diakoninnen.

kath.ch, 14.7.19
Kräutler erhofft «Viri probati» und «wenigstens» Diakoninnen
Der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler hält es für realistisch, dass nach der Amazonien-Sondersynode in der Kirche Amazoniens bewährte verheiratete Männer als Priester und Frauen «wenigstens» als Diakoninnen wirken können.

Kath.ch, 16.7.2019
Kirchenhistoriker sieht in verheirateten Priestern keinen Traditionsbruch
Petrus war verheiratet, und viele Bischöfe der Urkirche auch. Eine Aufhebung des Pflichtzölibats wäre nach Darstellung des deutschen Kirchenhistorikers Hubert Wolf deshalb kein Traditionsbruch.

Basler Zeitung, 9.8.2019
Papst öffnet Kampfzone Zölibat
Franziskus will auf der Amazonas-Synode auch über verheiratete Priester debattieren lassen.

Stimmen der Zeit, 8/2019
Unterwegs zur Synode über Amazonien: Interview mit Kardinal Cláudio Hummes OFM
Zur Vorbereitung der Amazonassynode im Oktober 2019 gab Kardinal Hummes der römischen Kulturzeitschrift „La Civiltà Cattolica“ ein Interview. Antonio Spadaro SJ, Chefredakteur der „Civiltà“, führte das Gespräch. Mit freundlicher Genehmigung übernehmen wir es, leicht gekürzt und übersetzt aus dem Italienischen von Johannes Beutler SJ.


ORF-Orientierungen zur Amazonas-Synode:

ORF-Orientierung,7.7.2019
Mit starker Stimme: Indigener Priester bei Amazonien-Synode

ORF-Orientierung, 16.6.2019
Grüne Lunge in Gefahr: Brasiliens Indigene und die Amazonas-Synode

ORF-Orientierung, 16.6.2019
Priestermangel, Frauenrolle, Ökologie: Stimmen vor der Synode


ihu on-line, 26. Julho 2019
Sínodo Especial para a Amazônia:
"Com a ameaça à Amazônia, a esperança do mundo está ameaçada".
Entrevista especial com Paulo Suess

ihu on-line, 26 Julho 2019
Dom Erwin Kräutler, bispo emérito da diocese mais extensa da Amazônia, se levanta em defesa do Sínodo
Erwin Kräutler, 80 anos, diz que as mulheres, assim como os homens casados, devem ser elegíveis para o sacerdócio.
A reportagem é de Christa Pongratz-Lippitt e Robert Mickens, publicada por La Croix International, 24-07-2019. A tradução é de Moisés Sbardelotto.

Freitag, 12. Juli 2019

Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wird 80


Erzdiözese Wien, 10.7.2019
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wird 80
Amazonien ist geografisch gesehen weit weg von Europa, die Regenwald-Zerstörung bedroht aber auch das Klima der nördlichen Halbkugel. Daran erinnert Erwin Kräutler, emeritierter Bischof der brasilianischen Amazonas-Diözese Altamira-Xingu, im "Kathpress"-Interview. Die Folgen der skrupellosen Entwaldung und das Überleben der indigenen Bevölkerung gingen die ganze Welt an und würden durch die vom Papst für Oktober in Rom einberufene Amazonien-Synode in den Fokus gerückt. Nicht nur eine regionale, sondern eine "weltkirchliche Herausforderung" seien auch der eklatante Priestermangel und die Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche. "Dom Erwin", wie der aus Vorarlberg stammende Ordensmann der Missionare vom Kostbaren Blut genannt wird, feiert am Freitag, 12. Juli 2019, seinen 80. Geburtstag.

feinschwarz.net, 9.12.2019
Dem Leben in Fülle für alle verpflichtet:
Zum 80. Geburtstag von Bischof Erwin Kräutler

Am 12. Juli 2019 wird Bischof Erwin Kräutler 80 Jahre alt. Franz Helm, selbst viele Jahre als Steyler Missionar in Brasilien, würdigt sein Engagement für die Menschen und die Mitwelt im Amazonasgebiet. Unter Einsatz seines Lebens kämpft „Dom Erwin“ gegen die Ausbeutung und die Zerstörung des Lebensraums. Befreiungstheologisch geprägt versteht er Mission als Lernen und Hören.

Katholisch.de, 12.7.2019
Kämpfer für die Unterdrückten und Öko-Flüsterer des Papstes
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler wird 80
Sein Engagement für die Menschen am Amazonas machte ihn zu einem der bekanntesten Oberhirten Lateinamerikas: Bischof Erwin Kräutler, der heute 80 Jahre alt wird. Im Herbst rückt die Amazonas-Synode im Vatikan sein Lebenswerk in den Fokus.

Domradio.de, 12.7.2019
Video-Reportage: Amazonas Bischof Kräutler wird 80
Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler in der brasilianischen Amazonasregion, wird an diesem Freitag 80 Jahre alt. Kräutler gehört zu den bekanntesten Bischöfen Lateinamerikas. Von 1981 bis 2015 leitete er die riesige Amazonas-Diözese Xingu. Als Bischof setzt er sich für die Rechte von Ureinwohnern, Kleinbauern und Landlosen sowie für den Schutz des Regenwaldes ein. Öffentlich prangert er politische und soziale Missstände an. 2010 erhielt er dafür den Alternativen Nobelpreis. Zudem wirkte er als Mitautor an der Umweltenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus mit.

Domradio.de, 12.7.2019
Adveniat über das Leben und Wirken von Bischof Kräutler
"Ein bewundernswerter Mann"
In Europa ist er der "Amazonas-Bischof". In Brasilien nennen sie ihn nur "Dom Erwin": Erwin Kräutler lebt dort seit über 50 Jahren und setzt sich für die Rechte der Indigenen ein. Nun wird er 80 Jahre alt. Adveniat wüscht ihm weiter viel Kraft und Klarheit.

Zeitgemäß glauben, 12.7.2019
Alles Gute Dom Erwin zum 80er!
Erwin Kräutler, der austro-lateinamerikanische und seit vier Jahren emeritierte Bischof vom Xingu feiert heute seinen 80. Geburtstag. Das Netzwerk: zeitgemäß glauben gratuliert ihm und dankt ihm für sein vorbildliches Wirken als Mensch, als Priester und als Bischof. Er ist lebendiges Vorbild, wie heute Christentum gelebt und den Menschen, besonders den Ärmeren geholfen werden kann.
Mit seinem Einsatz für die Rechtlosen, Gedemütigten, Benachteiligten, für die indogene Bevölkerung sowie für demokratische und gleichberechtigte Verhältnisse in Staat und Kirche war er immer Vorbild und ein guter Fürsprecher für Christinnen und Christen, die auch in der Kirche um Änderungen ringen, damit die Kirche endlich wieder auf die Höhe der Zeit kommt.
Für all seinen von der Liebe zu den Menschen getragenen engagierten und rastlosen Einsatz, bei dem er auch Gefahren in Kauf nahm ist ihm zu danken. Sein Leben ist durchsichtig hin auf Jesus und zeigt auch uns hier in Europa was es heißt im Vertrauen auf Gott zu leben und zu wirken.

Wir sind Kirche, 9.7.2019
„Erwin Kräutler: Ein wahres Vorbild eines Hirten
Pressemitteilung von "Wir sind Kirche Österreich und Deutschland" zum 80. Geburtstag des emeritierten Bischofs der Amazonas-Diözese Xingu

Badische Zeitung, 12.7.2019
Kämpfer für die Natur und die Ureinwohner Brasiliens
Der unerschrockene Bischof Erwin Kräutler, Träger des alternativen Nobelpreises, ist ein Kandidat für ein Kardinalsamt.


Vatican News, 12.7.2019
Dom Erwin Krautler: os 80 anos de um dos maiores bispos brasileiros
Desde criança ligado a Santa Terezinha de Lisieux, padroeira dos missionários, o bispo nascido austríaco vive na Amazônia há 54 anos e se naturalizou em 1981. É membro do Conselho Sinodal para a Amazônia e coordena a REPAM-Brasil.





Mittwoch, 3. Juli 2019

Abholzung am Amazonas um 60 Prozent gestiegen

Kathpress, 2.7.2019
Brasilien: Abholzung am Amazonas um 60 Prozent gestiegen
Die Abholzungen im brasilianischen Amazonas-Wald ist im Juni um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das berichtet die Zeitung "O Globo" (Dienstag) unter Berufung auf das staatliche Weltraumforschungsinstitut Inpe, das den Amazonas-Wald per Satelliten überwacht. Ob es sich um einen langfristigen Anstieg handelt, sei noch unklar.

Insgesamt gingen demnach im Juni 762 Quadratkilometer Urwald verloren. Für das gesamte erste Halbjahr werden Verluste von 2.300 Quadratkilometern kalkuliert; das ist der höchste Wert seit 2016. Allerdings steigen die Abholzungszahlen in der nun beginnenden Trockenzeit immer stark an. Ein genaueres Bild über die Situation in den Amazonas-Wäldern dürfte zum Jahresende mit der Veröffentlichung der offiziellen Abholzungszahlen für Mitte 2018 bis Mitte 2019 erkennbar werden.

Schon die Regierung von Brasiliens Ex-Präsident Michel Temer (2016-2018) hatte sich für eine Lockerung der Umweltauflagen stark gemacht. Damit sollte die Landwirtschaft gestärkt werden, die neue Weide- und Anbauflächen sucht. Der im Jänner vereidigte neue Präsident Jair Messias Bolsonaro hat zudem angekündigt, Umweltschutzgebiete sowie indigene Reservate für die wirtschaftliche Nutzung öffnen zu wollen.

Auch Bischöfe in Brasilien kritisieren Politik

Brasilianische und internationale Umweltschützer befürchten daher eine weitere Zunahme der Abholzung. Auch katholische Bischöfe in Brasilien kritisieren immer wieder, dass die Politik der Wirtschaft den Regenwald opfere und damit Natur und Lebensräume der indigenen Völker in Gefahr bringt. Von 6. bis 27. Oktober wird im Vatikan eine dreiwöchige Bischofssynode unter dem Titel "Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine integrale Ökologie" tagen. Neben den indigenen Völker sowie neuen Wege christlicher Seelsorge und Verkündigung in der Region wird dabei auch Ökologie ein Hauptthema sein.

Insgesamt wurde in den vergangenen Jahrzehnten schon rund ein Fünftel des Amazonas-Waldes vernichtet. Umstritten ist unter Experten, ob das am vergangenen Freitag unterzeichnete Handelsabkommen zwischen der EU und der südamerikanischen Ländergruppe Mercosur die Abholzungen verstärken oder eindämmen wird.

Um Frankreichs Zustimmung für das Abkommen zu erhalten, hatte Bolsonaro zugesagt, entgegen früherer Ankündigungen doch im Pariser Klimaabkommen zu bleiben. Darin hatte sich Brasilien verpflichtet, illegale Abholzungen bis 2030 auf null zu reduzieren. Bolsonaro hat aber seit seinem Amtsantritt die Kontrollbehörden weiter geschwächt.


Deutschlandfunk, 2.7.2019
Abholzung des Regenwalds dramatisch gestiegen
In Brasilien sind im Juni 762 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden.

Focus-Online, 3.7.2019
So sehr leidet der Amazonas-Urwald leidet unter Abholzung
Die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien nimmt unvorstellbare Ausmaße an. Allein im letzten Monat wurden 762 Quadratkilometer Urwald vernichtet. Grund dafür ist die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche.

Donnerstag, 27. Juni 2019

Theologisches Vorbereitungstreffen zur Amazonien-Synode in Rom


U.a. nahmen Bischof Kräutler, Synoden-Relator Hummes und Synoden-Generalsekretär Baldisseri an dreitägigem Seminar teil - Emeritierter Kurienkardinal Kasper weist Kritik an Treffen zurück

Rom, 26.06.2019 (KAP) Bei einem vorbereitenden Symposium zur Amazonien-Synode haben mehrere Kardinäle und Bischöfe in Rom über theologische Fragen des Synoden-Arbeitspapiers beraten. Das sogenannte "Instrumentum laboris" war Anfang vergangener Woche veröffentlicht worden. Nach Aussage von Teilnehmern nahmen an dem dreitägigen Seminar unter anderen der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, der Relator (Moderator) des Treffens, Kardinal Claudio Hummes, sowie der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler und der Vorsitzende des deutschen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bischof Franz-Josef Overbeck, teil.

Einschlägige traditionalistische Internet-Blogs hatten die Begegnung als eine Art Geheimtreffen bezeichnet. Dabei sollten angeblich unter maßgeblicher deutschsprachiger Beteiligung umstrittene progressive Entscheidungen der Synode wie eine Priesterweihe für verheiratete Männer oder indigene Messfeiern vorbereitet werden.

Als einer der Teilnehmer wies der emeritierte deutsche Kurienkardinal Walter Kasper im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "Kathpress" in Rom derartige "Verleumdungen" zurück. Es gehe "um die Zukunft einer bedrohten Ortskirche und deren Inkulturation", so Kasper. Auch unter Papst Johannes Paul II. (1978-2005) "wurden viele solcher Partikular- oder Regionalsynoden abgehalten, die ganz selbstverständlich jeweils von Fachleuten vorbereitet wurden".

So habe man dieser Tage "angesichts der pastoralen Notsituation" in Amazonien auch "über eine Dispens für die Weihe von verheirateten Männern als Möglichkeit" gesprochen. Das sei aber nur eine von vielen Fragen, die bei dem Bischofstreffen im Oktober in Rom behandelt würden, so Kasper. Niemand habe, wie teils behauptet, "die sakramentale Struktur der Kirche und der hierarchische Leitung in Frage gestellt. Dass man dies ausdrücklich sagen muss, macht mich betroffen", so der Kardinal.


Katholisch.de, 26.6.2019
Kardinal widerspricht traditionalistischen Internet-Blogs
Kasper: Es gab kein "Geheimtreffen" zur Amazonas-Synode
Traditionalistische Internet-Blogs hatten von einer Art Geheimtreffen zur Amazonas-Synode berichtet. Dabei seien progressive Reformen vorbereitet worden, hieß es. Kardinal Walter Kasper spricht von "Verleumdungen" und erklärt, worum es ging.

Die Tagespost, 26.06.2019
Treffen zur Amazonas-Synode: Kasper kritisiert Berichterstattung
Von „völlig absurden Berichten über ein seriöses theologisches Symposium“ spricht Kurienkardinal Walter Kasper. Bei dem Vorbereitungstreffen zur Amazonas-Synode sei es um die Zukunft einer bedrängten Ortskirche gegangen.

CNA-Deutch, 27.6.2019
Amazonas-Synode:
Scharfe Kritik am Arbeitspapier - und erste Vorbereitungstreffen
Kardinal Walter Brandmüller hat das vor zehn Tagen veröffentlichte Arbeitsdokument der Amazonas-Synode scharf kritisiert und vor der Gefahr eines Abfalls vom Glauben gewarnt. Unterdessen laufen - zum Teil hinter verschlossenen Türen - die Vorbereitungen für das Bischofstreffen im Oktober auf Hochtouren. Eine Schlüsselrolle spielen dabei offenbar deutsche Prälaten und Theologen.

Domradio.de, 27.6.2019
Theologisches Vorbereitungstreffen zur Amazonas-Synode
"Pastorale Notsituation"
Bei einem Symposium zur Amazonas-Synode haben mehrere Kardinäle und Bischöfe in Rom über theologische Fragen des Synoden-Arbeitspapiers beraten. Das sogenannte "Instrumentum laboris" war Anfang vergangener Woche veröffentlicht worden.

Freitag, 21. Juni 2019

Brasilien: Landwirtschaftsministerium vergibt fortan Land an indigene Völker

VaticanNews, 21.6.2019
Brasilien: Nächster Regierungsschlag gegen Indigene
Per Dekret hat Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Messias Bolsonaro die Vergabe von Land an indigene Völker wieder dem Landwirtschaftsministerium unterstellt. Das berichteten brasilianische Medien am Freitag. Erst im Mai hatte der Kongress ein ähnliches Dekret Bolsonaros vom Januar abgelehnt.

Indigene Vertreter werfen Bolsonaro vor, die Ureinwohner der Agrarlobby auszuliefern, die das Landwirtschaftsministerium dominiere und die Schutzgebiete verkleinern wolle.

Bolsonaro steht seit jeher den indigenen Schutzzonen kritisch gegenüber. Im Januar hatte er als eine seiner ersten Amtshandlungen die Kompetenz zur Landzuteilung an Indigene dem Justizministerium entzogen und dem Landwirtschaftsministerium zugesprochen.

Der Kongress hatte daraufhin im Mai die umstrittene Umstrukturierung rückgängig gemacht. Zudem ordnete er an, die staatliche Indigenenbehörde Funai wieder dem Justizministerium zu unterstellen. Bolsonaro hatte die Funai im Januar dem Ministerium für Frauen, Familie und Menschenrechte zugeordnet. Erst vor wenigen Tagen hatte er den Leiter der Indigenenbehörde entlassen.

Derzeit sind 112 Landvergabeprozesse gestoppt, da Gutachten der Funai fehlen. Zudem fehlt in 42 weiteren Prozessen nur noch die Unterschrift des Präsidenten, um das Land an die Indigenen zu übertragen. Laut der Verfassung von 1988 hätte die Landvergabe bereits 1993 abgeschlossen werden müssen. Allerdings trifft sie auf Widerstand der Agrarlobby und von Politikern wie Bolsonaro.

Dienstag, 18. Juni 2019

Arbeitspapier für Amazonas-Synode veröffentlicht

VaticanNews, 17.6.2019
Bischofssynode: Die Stimme des Amazonas
Die dramatische Situation im Amazonasbecken verlangt von der Kirche ein aufmerksames Zuhören und neue Wege des Umgangs mit den Herausforderungen: Das legt das so genannte „Instrumentum Laboris“, das Arbeitsdokument, der im Oktober beginnenden Bischofssynode auf den Schreibtisch. Der Vatikan stellte das Dokument an diesem Montag vor.


Domradio.de, 18.06.2019
Programm der Amazonas-Synode liegt vor
Für die Bischöfe wird es kein leichter Weg durch den Dschungel
Kampf für Indigenen-Rechte und gegen eine ausbeuterische Wirtschaft, neue Wege in der innerkirchlichen Organisation, womöglich verheiratete Priester: Die Amazonas-Synode im Herbst verspricht kontroverse Debatten.


Religion.orf.at, 17.6.2019
Amazonien-Synode: Papst stellt Zölibat nicht in Frage
Bei der Präsentation des Arbeitspapiers für die Amazonien-Synode am Montag im Vatikan betonte der Untersekretär der Bischofssynode, Fabio Fabene, Papst Franziskus habe eine allgemeine Aufhebung der Zölibatspflicht ausgeschlossen.


Domradio.de, 19.6.2019
Amazonas-Synode könnte für Universalkirche Fragen aufwerfen
"Schneeballeffekte" aus dem Regenwald?
Der Vatikan hat das Arbeitspapier zur Amazonas-Synode veröffentlicht. Darin geht es auch um Fragen der Priesterweihe für verheiratete Männer und neue Ämter für Frauen. Könnten daraus "Schneeballeffekte" für die gesamte Kirche entstehen?


Die Tagespost, 20.6.2019
Die „viri probati“ kommen
Der Vatikan bestätigt, dass es bei der Amazonas-Synode um die Weihe bewährter Familienväter gehen wird.
Mit dem „Instrumentum laboris“ hat der Vatikan am Montag das Arbeitspapier der kommenden Amazonas-Synode veröffentlicht. Mehr noch als die Jugendsynode im vergangenen Oktober ist die Sonderversammlung der römischen Bischofssynode zum Amazonas-Becken, an der alle Ortskirchen beteiligt sind, deren Territorium in dieser Region liegt oder in sie hineinreicht, von hohen Erwartungen geprägt. Vor allem in Europa – und hier vor allem in Deutschland – sowie aufgrund der Äußerungen einiger Kirchenvertreter aus Brasilien wie etwa des Ruhestands-Kardinals Cláudio Hummes OFM oder des emeritierten österreichstämmigen Missionsbischofs von Xingu, Erwin Kräutler CPPS, ist der Eindruck entstanden, die Sondersynode werde aufgrund des Priestermangels in einigen abgelegenen Regionen Amazoniens den Weg frei machen für die Priesterweihe ältererer, verheirateter Männer.
Das „Instrumentum laboris“ enthält von 147 Abschnitten einen, Abschnitt 126, der zwei Sätze enthält, die in diese Richtung gelesen werden können. Sie lauten: „b) Die Sakramente müssen eine Quelle des Lebens und der Stärkung für alle sein. Man muss die Strenge einer Disziplin überwinden, die ausschließt und entfremdet, und zwar durch eine pastorale Sensibilität, die begleitet und integriert. c) Die Gemeinschaften haben Schwierigkeiten, die Eucharistie wegen des Mangels an Priestern zu feiern. ,Die Kirche lebt aus der Eucharistie‘. Anstatt die Gemeinden ohne Eucharistie zu lassen, sollen stattdessen die Kriterien der Auswahl und Vorbereitung beauftragter Diener geändert werden, um diese zu feiern.“
Konkreter wird dann Abschnitt 129, wo es unter der Überschrift „Empfehlungen“ unter anderem heißt: „Bekräftigend, dass der Zölibat ein Geschenk für die Kirche ist, soll die Möglichkeit der Priesterweihe von vorzugsweise einheimischen, angesehenen und von ihrer Gemeinschaft akzeptierten älteren Männern geprüft werden, auch wenn diese schon eine bestehende und dauerhafte Familie haben, damit sie sicherstellen können, dass die Sakramente das christliche Leben begleiten und unterstützen.“ Ob das die Sätze sein werden, um die sich die Aufmerksamkeit der Medien bei der kommenden Amazonas-Synode drehen wird?


VaticanNews, 17.6.2019
Sínodo Amazonía. Instrumentum laboris: escuchar con la Iglesia el grito del pueblo
El mundo amazónico pide a la Iglesia que sea su aliada, para que la vida plena que Jesús vino a traer al mundo llegue a todos, especialmente a los pobres

Arbeitsdokument in Deutsch als PDF

Arbeitsdokument (in spanischer Sprache)

Arbeitsdokument (in portugiesischer Sprache) als PDF


Rede Eclesial Pan-Amazônica, 17/06/2019
Documento de Trabalho do Sínodo é lançado em Roma
A Pan-Amazônia pede à Igreja que seja sua aliada: esta é a alma do Documento de Trabalho (Instrumentum Laboris) publicado na manhã desta segunda-feira (17 de junho) pela Secretaria Geral do Sínodo dos Bispos e apresentado à imprensa, no Vaticano.

O Documento é fruto de um processo de escuta que teve início com a visita do Papa Francisco a Porto Maldonado, no Peru, em janeiro de 2018. A escuta ao Povo de Deus em toda a Região Amazônica prosseguiu por todo o ano e foi concluído com a II Reunião do Conselho Pré-Sinodal, em maio passado.

Sonntag, 16. Juni 2019

War Lulas Verurteilung manipuliert?


Blickpunkt Lateinamerika, 12.06.2019
Mitschnitte legen Manipulation bei Lula-Urteil nahe
Bei der Verurteilung des ehemaligen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva (2003-2010) Mitte 2017 könnte es zu illegalen Manipulationen der Justiz gekommen sein. Dies legen am Montag, 10. Juni 2019 (Ortszeit), veröffentlichte Mitschnitte von Gesprächen zwischen Lulas Richter und den Ermittlern der Anti-Korruptionseinheit "Operation Waschstraße" nahe.

Hinter den Enthüllungen steckt der US-amerikanische Journalist Glenn Greenwald, der bereits 2013 die Spionageaffäre um Edward Snowden ins Rollen brachte. Die Mitschnitte waren offensichtlich bei Hackerangriffen auf die Handys der Ermittler und den ehemaligen Bundesrichter Sergio Moro entwendet worden. Die Gespräche sollen über den Messenger-Dienst Telegram stattgefunden haben. Moro und die Ermittler verurteilten die Attacken als Angriff auf die Justiz und ihre Privatsphäre.

Einflussnahme auf die Wahlen?

Lula war 2017 von Moro wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt worden. Seit April 2018 sitzt er in Haft, nachdem die Berufungsinstanz das Urteil im Januar 2018 bestätigte. Die nun veröffentlichten Mitschnitte zeigen, dass Moro im Fall Lula illegale Anweisungen an die Ermittler erteilte. Zudem sprach man sich über die Vorgehensweise bei den Ermittlungen ab. Ermittler äußerten gegenüber Moro Zweifel an den Beweisen gegen Lula. Besonders heikel sind Mitschnitte, die eine Einflussnahme auf die Wahlen im Oktober 2018 suggerieren. Aufgrund seiner Verurteilung durfte Lula, der in sämtlichen Umfragen führte, nicht antreten. Zudem blockierte die Justiz Interviews mit Lula aus der Haft heraus. Moro selbst veröffentlichte wenige Tage vor dem ersten Wahlgang Ausschnitte aus einer eigentlich geheimen Kronzeugenaussage, die Lula und seine Partei PT belasteten.

Bundesrichter Moro war nach den Wahlen vom neugewählten Präsidenten Jair Messias Bolsonaro zum Justizminister ernannt worden. Umstritten ist bisher, ob es bereits vor den Wahlen eine Absprache mit dem rechtskonservativen Ex-Militär gab. Der Journalist Greenwald kündigte derweil weitere Veröffentlichungen an. Bolsonaro sprach Moro sein vollstes Vertrauen aus.

Oberstes Gericht könnte erneut über Freilassung Lulas entscheiden

Ex-Präsident Lula und seine Partei PT fühlen sich durch die Mitschnitte bestätigt. Sie hatten Moro und den Ermittlern stets Parteilichkeit vorgeworfen. Lula selbst sprach immer wieder von einem Komplott der Justiz. Das Oberste Gericht Brasiliens dürfte in den nächsten Tagen über eine mögliche Freilassung Lulas entscheiden. Lulas Verteidigung hatte den Antrag bereits Ende 2018 gestellt. Sie argumentiert, dass Moros Ernennung zum Justizminister durch Wahlsieger Bolsonaro seine Parteilichkeit beweise.


ORF.at, 15.6.2019
Brisante Enthüllungen
Bolsonaro igelt sich ein
In Brasilien ist die Regierung des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsanoro schwer unter Druck geraten. Die Investigativplattform The Intercept veröffentlicht seit Sonntag Dokumente, die bei Ermittlungen gegen den früheren Staatschef Luis Inacio Lula da Silva eine Verschwörung der Staatsanwälte und des Richters Sergio Moro nahelegen. Bolsonaro stärkte Moro, mittlerweile Justizminister, demonstrativ den Rücken, entließ aber eine der moderaten Personen aus seinem Kabinett.


ORF.at, 19.6.2019
Brasilien: Absprachen für Justizminister „nicht ungewöhnlich“
Nach der Veröffentlichung mutmaßlich kompromittierender Textnachrichten hat sich der brasilianische Justizminister Sergio Moro verteidigt. Er soll sich während seiner Zeit als Richter laut Medienberichten im Verfahren gegen den brasilianischen Ex-Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva eng mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt haben.
„In der brasilianischen Rechtstradition ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Richter mit einem Anwalt oder einem Staatsanwalt spricht. Das kommt ständig vor“, sagte Moro laut einem Bericht des Nachrichtenportals G1 heute in einer Anhörung im Senat. Zudem seien die Nachrichten illegal beschafft worden.
Die Onlineplattform The Intercept hatte zuletzt Textnachrichten zwischen dem Richter Moro und dem Staatsanwalt Deltan Dallagnol veröffentlicht. Daraus soll hervorgehen, dass Moro die Ermittler im Verfahren gegen Lula regelwidrig angeleitet hatte.

Anwälte fordern Freilassung Lulas
Wegen Korruption verurteilte der Richter den früheren Staatschef (2003–2010) später zu einer langjährigen Freiheitsstrafe. Aufgrund seiner Verurteilung konnte Lula nicht an der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr teilnehmen. Moro hingegen wurde vom Wahlsieger Jair Bolsonaro zum Justizminister gemacht.
Lulas Anwälte forderten nach der Veröffentlichung der Nachrichten die Freilassung des Ex-Präsidenten aus der Haft. Die Gespräche zwischen Moro und den Ermittlern beweisen ihrer Meinung nach, dass der Richter während des Verfahrens nicht unabhängig war. In der kommenden Woche soll sich der Oberste Gerichtshof mit dem Antrag befassen.

Sonntag, 9. Juni 2019

Bischof Erwin Kräutler über Umweltproteste und Zukunft der Regenwälder


Vorarlberg.orf.at, 15.6.2019 (Audio)
Erwin Kräutler: „Wir alle tragen Verantwortung"
In der aktuellen „Focus“-Sendung von ORF Radio Vorarlberg spricht Bischof Erwin Kräutler über Amazonien. Es geht um das Gebiet als Lunge der Erde, dessen Krise und neue Wege für die Welt.


Tiroler Tageszeitung, 9.6.2019
Bischof Erwin Kräutler:
„Es war wie ein Stich ins Herz“

Vor mehr als drei Jahren ist Erwin Kräutler als Bischof von Xingu, einer riesigen Diözese im Norden Brasiliens im Amazonas-Gebiet, altersbedingt zurückgetreten. Viele Jahrzehnte setzte sich der gebürtige Vorarlberger für den Erhalt des Regenwaldes und die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Der 79-Jährige wurde dafür vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem „Right Livelihood Award“, der auch als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet wird. Am Rande eines Vortrags in Innsbruck sprach er mit der TT über Umweltproteste, die Angst um die Zukunft und den Raubbau an Brasiliens Regenwäldern.


VaticanNews, 9.6.2019
Bischof Kräutler:
„Froh, dass Jugend nun aufsteht“
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler ist froh über die große Resonanz auf die Klimaproteste der von der schwedischen Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg initiierten „Fridays for Future“-Bewegung.

Erwin Kräutler beim Treffen der Selbstbesteuerungsgruppe am 5.6.2019
Katholische Kirche Vorarlberg, 7.6.2019
Schweigen dürfen wir nicht mehr!
Heuer im Oktober treffen sich Bischöfe aus aller Welt zur großen Amazonas-Synode in Rom. Einer, der daran nicht ganz unbeteiligt war und ist, ist Bischof Erwin Kräutler aus Koblach. Seit 1965 lebt er in Brasilien und kämpft dort für das Überleben der Menschen und der Natur und für das Beschreiten neue Wege in der Kirche. Kurz, bevor es für ihn wieder nach Rom zu den Vorbereitungsarbeiten zur Synode ging, war er auf Besuch in Vorarlberg.

CNBB, 07/06/2019
Dom Erwin Kräutler:
“São ‘inimigos da Cruz de Cristo’ os que querem separar a fé da vida”
Em entrevista à revista Bote Fé, da Edições CNBB, o bispo emérito do Xingu (PA), dom Erwin Kräutler, que é coordenador da Rede Eclesial Pan-Amazônica no Brasil (REPAM-Brasil), apresenta as principais reflexões que estão na pauta do Sínodo desde a convocação feita pelo Papa Francisco em 2017. Ele também comenta o trabalho desenvolvido no âmbito da REPAM-Brasil, organismo vinculado à Comissão Episcopal Especial para a Amazônia da CNBB, da qual também é um dos membros.
Dom Erwin também fala da preocupação por parte do governo brasileiro com o Sínodo. Para ele, quem deu maior publicidade ao Sínodo para a Amazônia foi o ministro-chefe do Gabinete de Segurança Institucional (GSI), general Augusto Heleno, “com seu pavor de toda essa movimentação nas comunidades amazônicas afetar a ‘soberania’ nacional. Se nós bispos e peritos falamos na Aula Sinodal no Vaticano em exigências de necessidade básica dos povos na Amazônia, será que isso pode ser taxado de intromissão indébita na política do governo ou, pior, agressão à soberania nacional?”, questiona.