Samstag, 7. Dezember 2019

Hauptzeuge im Fall P. Amaro Lopes ermordet


Der Hauptzeuge der Verteidigung von Pater José Amaro Lopes de Sousa, der die pastorale Arbeit der Missionarin Dorothy Stang in Anapu fortgesetzt hatte, wurde am Mittwoch (4.12.) auf einer Straße im Landesinneren von Pacajá-PA ermordet. Die Nationale Kommission der Landpastoral (CPT) bestätigte den Fall und veröffentlichte eine Erklärung.

Demnach sei das Opfer, Márcio Rodrigues dos Reis (33 Jahre) bereits des öfteren mit dem Tod bedroht und überfallen worden. Márcio hat als Motorrad-Taxifahrer gearbeitet und einen Anruf erhalten, um einen Passagier von Anapu in einen Seitenweg der benachbarten Stadt Pacajá zu bringen. Bevor sie das Ziel erreicht hatten, zückte der Passagier ein Messer und tötete ihn. Die Leiche wurde von Passanten gefunden, die auch die Polizei verständigten.

Márcio gehörte zu jener Gruppe von Siedlern, die auf der vom Bund enteigneten Fazenda Santa Maria (Parzelle 44 vom Gleba Bacajá)2016 angesiedelt werden sollten. Der Fazendeiro Silvério Albano Fernandes widersetzte sich dem Urteil und es kam permanent zu Landkonflikten.

Márcio ist bereits das 15. Opfer in der Region von Anapu seit der Ermordung von Schwester Dorothy Stang im Februar 2005. In Brasilien sind 2019 insgesamt 25 Menschen bei Landkonflikten gestorben.


CPT, 06 de dezembro de 2019
Principal testemunha de defesa do processo contra Padre Amaro é assassinada em Anapu (PA)
Marcio Rodrigues dos Reis, 33 anos, casado, pai de 04 filhas, foi assassinado na noite da última quarta-feira (04), em uma estrada vicinal entre os municípios de Anapu e Pacajá, no Pará. Ele estava trabalhando como mototaxista e foi chamado para levar um passageiro na zona rural. Antes de chegarem ao suposto destino, o passageiro pistoleiro desferiu um golpe de faca em seu pescoço, Marcio não teve como reagir e teve morte instantânea. Seu corpo foi localizado por pessoas que trafegavam pela vicinal e avisaram a polícia civil de Pacajá.

O Globo, 06/12/2019
Testemunha de defesa do religioso braço direito de Dorothy Stang é assassinado em emboscada no PA
O mototaxista Marcio Rodrigues dos Reis foi morto a facadas em uma estrada vicinal no sul do estado. Ele havia negado envolvimento de Padre Amaro em suposta ocupação da fazenda Santa Maria.

O Liberal, 6.12.2019
Mototaxista morto em Pacajá era principal testemunha de defesa de padre Amaro
Comissão Pastoral da Terra cobra investigação do Estado para elucidar crime

Agência Brasil, 6.12.2019
Testemunha de defesa de padre Amaro é assassinada em Anapu, no Pará
Pastoral da Terra afirma que vítima foi ameaçada de morte

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Nachruf auf Johann Baptist Metz

Deutschlandfunk, 4.12.2019
Der Mitleidende
Ein Jahrhunderttheologe ist tot. Johann Baptist Metz beschäftigte sich mit Fragen wie: Kann man nach Auschwitz noch beten? Wie politisch ist das Christentum? Er inspirierte die Befreiungstheologie Lateinamerikas. Bis heute sind seine Texte aktuell für katholische Reformdiskussionen.


Domradio, 03.12.2019
Stimmen zum Tod von Johann Baptist Metz Theologe von Weltrang
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet würdigt den im Alter von 91 Jahren verstorbenen Johann Baptist Metz als einen "Theologen von Weltrang" und eine starke Stimme in der Debatte um eine Theologie nach Auschwitz".


Katholisch.de, 3.12.2019
Begründer der "Neuen Politischen Theologie" wurde 91
Theologe Johann Baptist Metz gestorben
Er war Schüler von Karl Rahner, Begründer der "Neuen Politischen Theologie" und galt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Theologen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Jetzt ist Johann Baptist Metz im Alter von 91 Jahren gestorben.


Redaktion Feinschwarz, 3. Dezember 2019
Gottespassion und Compassion.
Zum Tod von Johann Baptist Metz

Am 2. Dezember 2019 ist Johann Baptist Metz im Alter von 91 Jahren in Münster gestorben. Mit ihm verliert die deutschsprachige Theologie einen Giganten. Als Begründer der Neuen Politischen Theologie hat er das Nachdenken über Gott mit dem Engagement für Gerechtigkeit und Solidarität verbunden. Mit ihm hat sich das Jahr 1968 in den deutschen Katholizismus, die europäische Theologie sowie in die Weltkirche eingeschrieben. Ein Nachruf von Edmund Arens.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Bolsonaro wirft DiCaprio Unterstützung von Brandstiftung in Amazonien vor


ORF, 1.12.2019
Amazonas-Brände
DiCaprio bietet Bolsonaro die Stirn
Nur kurz vor Beginn der internationalen Klimakonferenz in Madrid (COP25) hat Hollywood-Schauspieler und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio am Samstag Vorwürfe von Brasiliens ultrarechtem Staatschef Jair Bolsonaro zurückgewiesen, wonach er die Verantwortung für einige der jüngsten Waldbrände im Amazonas-Gebiet tragen soll.

Bolsonaro hatte am Freitag gesagt, DiCaprio habe Umweltschutzgruppen finanziell unterstützt, die Feuer im Amazonas-Regenwald gelegt hätten. „Obwohl sie es verdient hätten, unterstützt zu werden, haben wir die attackierten Organisationen nicht gesponsert“, erklärte DiCaprio auf Instagram. Bolsonaro hatte dem Schauspieler vorgeworfen, „hinter den Bränden im Amazonas zu stecken“.

So habe DiCaprio eine halbe Million Dollar (450.000 Euro) an eine Umweltschutzorganisation gespendet, die selbst Brände im Amazonas-Regenwald verursacht hätte, um Spenden einzutreiben, sagte Bolsonaro am Freitag. Belege für die Behauptung lieferte der Staatschef nicht. DiCaprio wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Zukunft der „unersetzlichen Ökosysteme“ im Amazonas-Regenwald stehe auf dem Spiel. „Ich bin stolz darauf, an der Seite jener Gruppen zu stehen, die sie beschützen“, fügte er hinzu.

Freiwillige Feuerbrigade im Mittelpunkt des Streits

„Was haben die NGO-Leute getan? Was ist einfacher? Lege ein Feuer, mache Fotos, filme, starte eine Kampagne gegen Brasilien, kontaktiere Leute wie Leonardo DiCaprio. und Leonardo DiCaprio gibt dir 500.000 Dollar“, hatte Bolsonaro gesagt. „Ein Teil ging an die Leute, die Feuer gelegt haben, stimmt’s? Leonardo DiCaprio hat mit den Bränden im Amazonas-Gebiet etwas zu tun.“

In dem Streit ging es vor allem um die freiwillige Feuerbrigade Alter do Chao, welche die Feuerwehr im brasilianischen Bundesstaat Para seit dem vergangenen Jahr im Kampf gegen die häufigen Waldbrände unterstützt. Kürzlich warf die Regionalpolizei einigen Mitgliedern der Organisation vor, Waldflächen in Brand gesetzt zu haben, um so internationale Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu erzeugen. Am Dienstag waren vier Alter-do-Chao-Aktivisten in Zusammenhang mit den Vorwürfen festgenommen worden, zwei Tage später wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass es keinerlei Grundlage für diese Vorwürfe gebe.

Auch WWF attackiert

Bolsonaros Sohn Eduardo legte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter noch einmal gegen den DiCaprio nach. „Leonardo DiCaprio hat 300.000 Dollar an eine NGO gespendet, die im Amazonas-Gebiet Feuer gelegt hat“, schrieb der Abgeordnete. „WWF hat 70.000 Dollar für Fotos des brennenden Waldes gezahlt.“

Die Umweltschutzorganisation WWF wies die Vorwürfe zurück. „Korruption war und ist die Hauptursache für die Zerstörung des Amazonas-Gebiets, für Landraub, Gewalt gegen lokale Gemeinschaften und indigene Völker, illegale Aktivitäten und Holzdiebstahl“, hieß es in einer Stellungnahme. „Was wir von der Regierung erwarten, ist der Mut, das Problem der Brandstiftung und der Bodenspekulation anzugehen.“ Angesichts der verheerenden Brände hatte DiCaprio im August über seine Earth Alliance fünf Millionen US-Dollar für den Schutz des Regenwaldes in Brasilien und die Unterstützung der indigenen Gemeinschaften in der Region zugesagt.

Kritiker: Bolsonaro ermuntert zu Brandrodung

Bolsonaros Regierung war wegen ihrer Umweltpolitik international in die Kritik geraten. Die heftigen Waldbrände in der Trockenzeit hatten auf der ganzen Welt für Bestürzung besorgt. Bolsonaro sieht den Regenwald vor allem als wirtschaftliches Potenzial und will mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen.

Bolsonaro hatte bereits zuvor Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vorgeworfen, die Brände gelegt zu haben, um mit Hilfe der dramatischen Bilder dann mehr Spendengelder einsammeln zu können. Kritiker werfen ihm vor, Holzfäller und Farmer zur Abholzung und Brandrodung zu ermutigen.

BR24, 30.11.2019
Bolsonaro: DiCaprio schuld an Waldbränden in Brasilien
Mit einer gewagten These geht der brasilianische Präsident Bolsonaro gegen den Hollywood-Star DiCaprio vor. Sein Vorwurf: Der Oskar-Preisträger sei für die jüngsten Brände im Amazonasregenwald verantwortlich. Beweise liefert Bolsonaro indes nicht.

BBC-Brasil, 30 novembro 2019
Acusação sem provas contra DiCaprio gera críticas e piadas contra Bolsonaro
A acusação que o presidente Jair Bolsonaro fez ao ator americano e ambientalista Leonardo DiCaprio levou o presidente brasileiro a ocupar espaço na imprensa internacional. A declaração também virou motivo de críticas e piadas nas redes sociais.

Jornal da Globo, 30 Nov 2019
Presidente Bolsonaro acusa Leonardo DiCaprio de financiar queimadas criminosas na Amazônia
As declarações de Bolsonaro repercutiram dentro e fora do Brasil. Bolsonaro voltou a dizer que ONGs estariam por trás de incêndios criminosos e citou o ator norte-americano DiCaprio como um dos financiadores das ações.

Jornal da Globo, 1 Dez 2019
Leonardo DiCaprio reage às acusações de Jair Bolsonaro sobre incêndios na Amazônia
Em nota, o ator americano disse que embora merecessem, não financiou nenhum das ONGs investigadas pela polícia do Pará por envolvimento em incêndios florestais.

Donnerstag, 28. November 2019

Bolsonaro beim Festakt zur Fertigstellung des Kraftwerks Belo Monte

Präsident Jair Bolsonaro nahm an der Eröffnungsfeier des fertiggestellten Kraftwerks Belo Monte teil. Am 19.11. wurde der Betrieb der 18. und letzten  Turbine genehmigt.

Agência Brasil, 27/11/2019
Belo Monte liga última turbina e inicia operação completa
Presidente Jair Bolsonaro participou de cerimônia de inauguração

Folha, 27/11/2019
Bolsonaro inaugura última turbina de Belo Monte, e governador do PA faz cobranças
Marcada por controvérsias, usina teve obras interrompidas por determinação judicial

O Globo, 27/11/2019
Bolsonaro participa de inauguração da Usina Hidrelétrica Belo Monte no Pará
Aneel autorizou na última semana o início da operação comercial da 18ª e última turbina da usina. A unidade foi acionada para marcar a inauguração oficial da hidrelétrica.

O Globo, 27/11/2019
Bolsonaro inaugura última turbina da usina de Belo Monte
Na Zona Franca de Manaus, presidente voltou a defender mudanças na legislação ambiental para, segundo ele, facilitar a produção sustentável.

Jornal Liberal, 28/11/2019
Usina de Belo Monte é inaugurada pelo governador Helder Barbalho e o presidente Bolsonaro

Mittwoch, 27. November 2019

Dem Kraftwerk Belo Monte fehlt das Wasser

Worauf Wissenschaftler und Umweltaktivisten von Anfang an als Kritik gegen den Bau des Kraftwerks Belo Monte vorgebracht hatten wird jetzt spürbar: der Xingu-Fluss führt zu wenig Wasser, um die 18 Turbinen betreiben zu können.

Norte Energia veröffentlicht fast täglich den Pegelstand und die Fließ-Wassermenge des Xingu - selten werden während des letzten halben Jahres 97 m erreicht.  Bei der Quote 96 m kann nur eine Turbine während zwei Stunden am Tag funktionieren. Am Tag der Inbetriebnahme der 18. Turbinew am 19.11. betrug der Wasserstand 95,91 m

Kritisch wird es beim Pegelstand 95,2 m - da müssen die Turbinen abgeschaltet werden. Außerdem sind hier wegen der Austrocknung auch Erosionen am Damm zu befürchten.

Blog Telma Monteiro, 25 de novembro, 2019
Belo Monte: vazão do rio Xingu não dá para operar as turbinas
Todos sabiam que construir Belo Monte traria prejuízos inenarráveis, sociais, ambientais e financeiros. Os recursos para construir o monstro do Xingu saíram dos cofres públicos, a juros subsidiados e com carência de 10 anos. Para produzir quase nada de energia. Não dá para iluminar a Itália!


Istoé, 22/11/2019
Incerteza em Belo Monte
Documento aponta risco de erosão caso a vazão do rio Xingu seja afetada por secas rigorosas, como as cinco registradas desde 1971. A Norte Energia nega o problema
A Usina Hidrelétrica de Belo Monte, no rio Xingu, no Pará, foi idealizada para solucionar os problemas sazonais de oferta de energia no Brasil, compensando a época do ano em que os reservatórios das regiões Sul, Sudeste e Centro-Oeste estão prejudicados pela estação seca. Só que um aparente erro no projeto surgiu um mês antes de ser autorizado o início da operação comercial da última das 18 turbinas principais da usina.

Um documento assinado pelo diretor-presidente da concessionária Norte Energia, Paulo Roberto Ribeiro Pinto, em 11 de outubro, pediu à presidente da Agência Nacional de Águas (ANA), Christianne Dias Ferreira, autorização para uma “ação urgente para controle do nível do Reservatório Xingu” diante de severas estiagens, como a atual. O documento, divulgado pelo site El País, afirma que a usina hidrelétrica precisa manter uma vazão acima do mínimo de 700 metros cúbicos por segundo para abastecer a Volta Grande do Xingu, trecho onde o rio foi desviado. As populações ribeirinhas e indígenas daquela área sofrem com o encolhimento do rio, o que afetou a pesca, o meio ambiente e o abastecimento. Com a redução do fluxo, tudo ficaria pior.

Vazão reduzida

Para evitar o problema, a Norte Energia quer reduzir a vazão no reservatório artificial, que dá direto nas turbinas principais, para permitir que a Volta Grande receba água suficiente. A ideia é razoável, só que o documento também cita um risco à integridade da barragem do Pimental, caso o nível do reservatório caia abaixo de 95,2 metros. A partir daí, o talude da barragem deixa de contar com a proteção de rochas, ficando sujeito à erosão. O documento afirma: “pode resultar em danos estruturais à principal barragem do rio Xingu, que é Pimental”. Em nota, a Norte Energia negou os riscos, afirmando que mudanças na vazão estão previstas nas manobras de operação do reservatório. Até pode ser, mas ao custo de R$ 40 bilhões, os projetistas e operadores de Belo Monte deveriam ter sido mais cautelosos.


El País (Eliane Brum), 8.11.2019
Erro de projeto coloca estrutura de Belo Monte em risco
Em outubro, a Norte Energia SA afirmou em documento que precisava alterar a vazão do reservatório intermediário, devido à seca severa do Xingu, para evitar danos estruturais na barragem principal. Cenário lança incertezas sobre a segurança da hidrelétrica

Norte Energia
Vazões e Níveis do rio Xingu
Acompanhe, de segunda à sexta-feira, a previsão das condições hidrológicas do rio Xingu na área de influência da UHE Belo Monte.

Researchgate.net, December 2016
Modelo de previsão fluviométrica para o rio Xingu na cidade de Altamira – PA

Rodolfo Salm, 16/11/2019
Belo Monte: miséria e degradação na Volta Grande do rio Xingu
O novo drama para o povo e a ecologia da Volta Grande é que a administração da hidrelétrica de Belo Monte emitiu um alerta de que o nível do reservatório Xingu (que se situa sobre o leito natural do rio, logo acima do Trecho de Vazão Reduzida) não pode ficar abaixo de 95,2 m ou a estrutura da barragem principal de Belo Monte no rio Xingu poderia ser comprometida. Para tal, pediram permissão para eventualmente não deixar passar nem mesmo o mínimo de 700 m3/segundo que já sabemos estar causando a situação caótica que testemunhamos. Confirmando-se a inviabilidade dessa situação, é certo que os barrageiros irão propor a construção de novas usinas rio-acima no Xingu, conforme o projeto desenhado originalmente pelos governos militares, que armazenariam água na estação chuvosa e ajudariam a regular a vazão do rio na estação seca. Isso não pode acontecer.

Sonntag, 24. November 2019

Rat zur Umsetzung der Amazonien-Synode ist komplett

VaticanNews, 23.11.2019
Amazonien-Synode: Postsynodaler Rat erstmals mit Laien
Der Rat, der über die Umsetzung der Ergebnisse der Amazonien-Synode wachen soll, ist nun vollständig besetzt. Erstmals sind auch drei Laien in einem solchen postsynodalen Rat vertreten. Papst Franziskus hat den Mann und die beiden Frauen persönlich ernannt. Der Vatikan gab an diesem Samstag die Liste der 16 Namen bekannt.

Alle drei Laien des Rates gehören der indigenen Minderheit ihrer Länder an und hatten beratend an der Synode teilgenommen. Es handelt sich um die brasilianische Ordensfrau Laura Vicuña Pereira Manso, die Indigenenführerin Patricia Gualinga aus Ecuador sowie den Peruaner Delio Siticonatzi Camaiteri.

Die 13 übrigen Mitglieder des Rates sind Bischöfe. Sie wurden am Ende der Amazonien-Synode in der Aula gewählt. Unter ihnen finden sich der austro-brasilianische emeritierte Bischof von Xingu, Erwin Kräutler, sowie der brasilianische Kardinal Cláudio Hummes, Präsident des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM.

Die Amazonien-Synode fand von 6. bis 27. Oktober 2019 im Vatikan statt. Sie endete mit Empfehlungen zur seelsorgerlichen und ökologischen Neuausrichtung der Kirche in dem dünn besiedelten und ökologisch sensiblen Gebiet in Südamerika. Auf der Grundlage des Papiers wird Papst Franziskus ein eigenes postsynodales Schreiben verfassen, das er für Ende des Jahres in Aussicht stellte.


Kathpress.at, 23.11.2019
Vatikan: Rat zur Umsetzung der Amazonas-Synode nun komplett
Nach der Amazonas-Synode im Vatikan ist jetzt das Gremium für die Umsetzung der Ergebnisse der Bischofsversammlung bekanntgegeben worden. Wie das Synoden-Generalsekretariat am Samstag mitteilte, ernannte Papst Franziskus Laura Vicuna Pereira Manso aus Brasilien, Patricia Gualinga aus Ecuador und Delio Siticonatzi Camaiteri aus Peru zu Mitgliedern. Alle drei stammen aus indigenen Völkern und nahmen beratend an der Synode teil.

13 weitere Mitglieder des Rats waren bereits von der Synodenversammlung gewählt worden. Unter ihnen sind die Kardinäle Claudio Hummes und Pedro Barreto, Präsident beziehungsweise Vizepräsident des kirchlichen Amazonien-Netzwerks Repam, und der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler.

Laura Pereira Manso ist als Ordensfrau der Irmas Catequistas Franciscanas beim Volk der Karipuna im Westen Brasiliens tätig. Patricia Gualinga setzt sich für Menschenrechte und Umweltschutz in Ecuador ein; unter anderem sprach sie auf der UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn. Wie die beiden anderen vertrat auch Delio Siticonatzi Camaiteri vom Volk der Ashaninca in Peru die Interessen und Sichtweisen von Indigenen auf dem Bischofstreffen in Rom.

Die Amazoniensynode vom 6. bis 27. Oktober 2019 stand unter dem Thema "Amazonien - neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie". Nach den drei Beratungswochen einigten sich die 280 Teilnehmer der Versammlung auf eine Schlusserklärung, welche Vorschläge an den Papst für Reformen in der Seelsorge in der ökologisch sensiblen Region Südamerikas enthält. Unter den großteils fast einstimmig beschlossenen Anregungen befindet sich auch die Weihe von bewährten Ehemännern zu Priestern ebenso wie die Schaffung eines amazonisch-katholischen Ritus.


VaticanNews, 23/11/2019
Sínodo Amazônico. Divulgados os membros do Conselho pós-sinodal
São 16 membros que formam o Conselho pós-sinodal do Sínodo especial para a Região Pan-Amazônica com a tarefa de aplicar as indicações da Assembleia dos Bispos realizada de 6 a 27 de outubro passado

A Sala de Imprensa da Santa Sé publicou este sábado (23/11) os nomes dos 16 membros do Conselho pós-sinodal do Sínodo especial para a Região Pan-Amazônica, ao qual cabe a tarefa de aplicar as indicações da Assembleia dos Bispos. Treze deles foram eleitos por maioria absoluta durante a 15ª Congregação Geral do Sínodo amazônico, realizada em 25 de outubro passado.

Três membros com nomeação pontifícia
Os outros três são de nomeação pontifícia e representam especificadamente os povos indígenas. Trata-se de: Irmã Laura Vicuña Pereira Manso, C.F, agente pastoral junto ao povo Karipuna, no Brasil; a Sra. Patrícia Gualinga, líder indígena na defesa dos direitos humanos das comunidades Kichwa de Sarayaku, no Equador; e o Sr. Delio Siticonatzi Camaiteri, membro do povo Ashaninca, grupo étnico amazônico no Peru. Vale recordar que, até então, religiosos e leigos jamais fizeram parte de um Conselho pós-sinodal.

Treze membros eleitos
Quanto aos treze membros eleitos, eles representam os países principais que constituem a Região pan-amazônica:
4 provêm do Brasil (o arcebispo emérito de São Paulo, presidente da Comissão para a Amazônia da Conferência Nacional dos Bispos do Brasil – CNBB e presidente da Rede eclesial pan-amazônica – Repam, cardeal Cláudio Hummes; o arcebispo de Belém do Pará, dom Alberto Taveira Corrêa; o arcebispo de Porto Velho - RO, dom Roque Paloschi; e o bispo emérito da Prelazia do Xingu - PA, dom Erwin Kräutler);
2 da Bolívia (o bispo de Potosí e presidente da Conferência episcopal, dom Ricardo Ernesto Centellas Guzmán; e o vigário apostólico de Pando, dom Eugenio Coter);
2 da Colômbia (o vigário apostólico de Puerto Leguízamo-Solano, dom Joaquín Humberto Pinzón Güiza; e o vigário apostólico de Inírida, dom Joselito Carreño Quiñónez);
2 do Peru (o arcebispo de Huancayo e vice-presidente da Repam, cardeal Pedro Ricardo Barreto Jimeno; e o vigário apostólico de Puerto Maldonado, dom David Martínez De Aguirre Guinea);
1 da Guiana Francesa (o bispo de Cayenne, dom Emmanuel Lafont);
1 da Venezuela (o vigário apostólico de Puerto Ayacucho, dom Jonny Eduardo Reyes Sequera) e
1 do Equador (o vigário apostólico de Puyo, dom Rafael Cob García).

Freitag, 22. November 2019

Bolsonaro gründet neue Rechtspartei "38"

Deutsche Welle, 22.11.2019
Brasiliens extreme Rechte
Gott, Familie, Heimat: Brasiliens Präsident Bolsonaro gründet neue Partei
Besonders parteitreu war Jair Bolsonaro ja noch nie. So hat er auch die Partei verlassen, mit der er Brasilien erobern konnte, und eine neue gegründet. Die richtet sich gegen vieles - und hat nur ein Ziel.
Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro hat gemeinsam mit seinem Sohn Flavio eine neue politische Partei ins Leben gerufen. Die Aliança pelo Brasil (Allianz für Brasilien, APB) ist gegen Kommunismus, Sozialismus und Globalisierung. Sie ist gegen Homosexualität und Abtreibung. Sie ist gegen die Legalisierung von Marihuana. Und sie ist für Gott, Familie und Heimat. Und für Schusswaffen. Bei der Wahl wird er deshalb mit der Nummer "38" antreten - in Anlehnung an den in Brasilien sehr populären Revolver Kaliber 38.

Zeit-Online, 22.11.2019
Jair Bolsonaro gründet neue Rechtspartei
Der Präsident will sich mit der sogenannten Allianz für Brasilien gegen Kommunismus und Globalismus einsetzen. Er führt die Partei zusammen mit seinem Sohn Flávio.

FAZ, 22.11.2019
Für Gott und die Familie:
Brasiliens Präsident gründet neue Partei
Neunmal hat Bolsonaro bereits die Partei gewechselt. Mit der Gründung seiner „Allianz für Brasilien“ will er nun evangelikale Wählerstimmen zurückgewinnen. In den Mittelpunkt seiner Politik will er Religion, Familie und Heimat stellen.

Der Standard, 13.11.2019
Brasiliens Präsident Bolsonaro legt sich neue Partei zu
Staatschef will zerstrittene rechte Partei PSL verlassen und sich eine neue politische Heimat schaffen. Es wird seine zehnte Partei

Fans gestalten das Parteilogo aus Patronenhülsen. Das Zahlensymbol der Allianz ist die "38" in Anlehnung an den in Brasilien sehr populären Revolver.
Folha de S.Paulo, 21.11.2019
Bolsonaro lança partido com forte apelo a armas e religião e incertezas sobre viabilidade
Evento do Aliança pelo Brasil teve ainda defesa do porte de armas e repúdio ao socialismo e ao comunismo

O Globo, 21.11.2019
Bolsonaro faz ato de lançamento de novo partido em Brasília
Partido Aliança pelo Brasil ainda depende da coleta de assinaturas e de registro no Tribunal Superior Eleitoral (TSE). Número escolhido para a nova legenda é o 38, afirmou presidente.

acústica, 22.11.2019
Aliança pelo Brasil: 4 coisas sobre o partido de Bolsonaro
O presidente Jair Bolsonaro afirmou nesta quinta-feira (21) que o número nas urnas do Aliança pelo Brasil, será o 38, fazendo analogia ao calibre de um dos revólveres mais populares do Brasil.

Hintergrund: Unstimmigkeit mit PSL-Präsident Luciano Bivar:

O Globo, 08/10/2019
'Esquece o PSL, tá ok?', afirma Bolsonaro ao falar com apoiador no Palácio da Alvorada
Bolsonaro disse a apoiador que presidente do PSL, deputado Luciano Bivar, está 'queimado'. 'Esquece o partido', afirmou o presidente. Bivar disse que não sabe a que Bolsonaro se refere.

Patricia Gualinga und Grupe Sal DUO am 26.11. in Wien


APA-OTS, 22.11.2019
„Die Welt im Zenit“ mit Patricia Gualinga (Ecuador)
Dienstag, 26. November in Wien
ÖGB-Catamaran, Wilhelmine-Moik-Saal, Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)
Beginn: 19:00 Uhr

Musik-Text-Collage über den Kampf gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen am Amazonas

Eintritt frei!

„Während andere aufgeben mussten, wird Sarayaku niemals aufgeben“, verkündete Patricia Gualinga, historische Führungspersönlichkeit der indigenen Kichwa-Gemeinde Sarayaku in Ecuador. Am 26. November fügen sich Gualingas Erzählungen und Berichte mit der leidenschaftlichen Musik von Grupo Sal Duo zu einer Collage zusammen, die informiert, hinterfragt, berührt und bewegt. Eintritt frei!

Mehr Infos und Plakat:

weltumspannend arbeiten
Der entwicklungspolitische Verein im ÖGB

Mittwoch, 20. November 2019

Belo Monte: 18. und letzte Turbine geht in Betrieb

Die 18 Turbinen sind eingebaut. Sie scheinen jedoch still zu stehen, denn es sind keine Wasserwirbel oder Strömungen zu sehen.
Die Nationale Energieagentur (Aneel) hat am 19. November die Inbetriebnahme der 18. Turbine des Wasserkraftwerks Belo Monte genehmigt. Mit dem Betrieb der Turbine verfügt die am Xingu (PA) gelegene Anlage über eine installierte Leistung von 11.233,1 MW und - abhängig von der vorhandenen Wassermenge - eine durchschnittliche Stromerzeugung von 4.571 MW.

Am Festakt in Brasília nahmen Marisete Pereira, Exekutivsekretärin des Ministeriums für Bergbau und Energie; Wilson Ferreira Jr., Präsident von Eletrobras; Paulo Roberto Pinto, Präsidialdirektor von Norte Energia und André Pepitone, Generaldirektor von Aneel, teil. Vielfach wurde betont und gerühmt, dass Belo Monte nicht irgendein Projekt ist, sondern das größte, das jemals in Brasilien realisiert wurde. Eine Meisterleistung der Ingenieure! Dafür wurden auch an die R$ 50 Mrd. investiert!
"Belo Monte wird Strom für 60 Mio Menschen oder 18 Mio Haushalte in 17 Bundesstaaten Brasiliens produzieren - das entspricht der Bevölkerung von ganz Italien. Belo Monte allein könnte Italien versorgen..." sagte André Pepitone. "Wie gigantisch dieses Werk der Infrastruktur ist sieht man an der Größe der 18 Wehrklappen bei der 6 km breiten Staumauer von Pimental: jede kann pro Sekunde bis zu 62 Mio l Wasser durchfließen lassen (62.000 qm/s)."


O Globo, 19.11.2019
Aneel autoriza operação da última turbina da usina hidrelétrica de Belo Monte, no PA
A energia deve atender cerca de 60 milhões de pessoas no Brasil, segundo a Aneel.

Aneel, 19/11/2019
ANEEL assina liberação para operação da última turbina de Belo Monte
A ANEEL assinou nessa terça-feira (19/11) o termo de liberação para operação comercial da 18ª turbina da Casa de Força Principal da hidrelétrica de Belo Monte, no Pará. Com isso, a usina, a maior geradora de energia 100% brasileira, passará a operar com toda sua potência instalada, de 11,2 mil MW.

Brasil em Dia, 20/11/2019
Autorizada operação da última turbina da hidrelétrica de Belo Monte
A maior hidrelétrica 100% brasileira, a usina de Belo Monte, no Pará, está concluída. Nesta terça-feira (19) foi liberado o funcionamento da última turbina da hidrelétrica que, a partir de agora, vai funcionar com toda a capacidade.

Agência Brasil, 19/11/2019
Aneel autoriza entrada em operação de última turbina de Belo Monte
A Agência Nacional de Energia Elétrica (Aneel) autorizou hoje (19) a entrada em operação comercial da 18ª turbina da usina hidrelétrica de Belo Monte. Com o funcionamento da turbina, a usina, localizada no Rio Xingu (PA), passa a ter capacidade instalada de 11.233,1 MW e quantidade média de geração de energia de 4.571 MW.

Vale do Xingu, 21.11.2019
ANEEL autoriza operação da última turbina de Belo Monte

O Liberal, 23.11.2019
Polêmica, Usina de Belo Monte liga última turbina
O ato marca a conclusão de uma das obras mais caras da história do Brasil, com valor aproximado de R$ 40 bilhões

Installationslizenz für Goldprojekt am Xingu von Belo Sun ausgesetzt

Da die Umweltauflagen nicht erfüllt und die Erhebungen zur Umsiedlung der betroffenen Flussbewohner noch nicht begonnen haben, wurde dem Bergbauunternehmen Belo Sun die Installationslizenz für das Gold-Abbauprojekt entlang der Großen Schleife des Xingu (Volta Grande do Xingu) entzogen.


Defensoria Publica, 19/11/2019
Ação Cautelar da Defensoria Pública suspende licenciamento do Projeto de Mineração Volta Grande, na área de impacto de Belo Monte
Em decisão favorável à Ação Cautelar proposta pela Defensoria Pública do Estado, foi garantida a suspensão da licença de instalação do Projeto de Mineração Volta Grande, localizada na Volta do Grande do Xingu, na área de impacto de Belo Monte,, por não cumprimento da licença prévia. Esta ação foi proposta pelo órgão contra a empresa Belo Sun e o Estado do Pará, em fevereiro de 2017, como fundamento a falta de regularidade fundiária e ambiental do empreendimento.
O requerimento pedindo a suspensão do processo de licenciamento ambiental do Projeto de Mineração Volta Grande é acompanhado desde 2012. A ação cautelar nº 0001062-06.2017.814.0005 visa à suspensão por conta de a instalação gerar, como consequência, um impacto socioambiental aos povos indígenas Xipaia e Curuaia da Ilha da Fazenda, aos garimpeiros, e agroextrativistas que foram colocados em situação de vulnerabilidade social na área diretamente afetada pelo empreendimento.
De acordo com a decisão, publicada no dia 17 de novembro, os moradores das áreas que estão diretamente afetadas deverão ser previamente realocados, antes da concessão da licença de instalação, ou seja, antes do início das obras. Centenas de famílias continuarão a residir, à espera de resoluções de questões que se arrastam há anos sem apresentação, até o momento, de nenhuma providência efetivamente concreta para a realocação destas famílias. A decisão também aponta que não houve a desafetação do Projeto de Assentamento Ressaca.

mpf-pará, 9.10.2019
MPF recomenda ao governo do Pará que suspenda todos os licenciamentos na Volta Grande do Xingu
O Ministério Público Federal (MPF) enviou hoje uma recomendação ao governador do Pará, Helder Barbalho, e ao secretário estadual de meio ambiente, Mauro Ó de Almeida, para que sejam suspensos todos os processos de licenciamento ambiental de atividades com significativo potencial de degradação ambiental na Volta Grande do Xingu. A suspensão deve ser mantida até que esteja concluído o período de testes previsto para a região ou que se confirme a capacidade dos ecossistemas locais de suportarem o desvio de água realizado para a geração de energia da barragem de Belo Monte. O governo paraense tem prazo de 20 dias para responder ao documento.

Vale do Xingu, 21.11.2019
Belo Sun: Suspenção da licença de instalação

O Globo, 25/09/2019
Ministério Público pede suspensão de licença ambiental emitida pela Semas para funcionamento de mineradora no sudeste do PA
De acordo com o MP, o local é de natureza federal e deve ser licenciado pelo Ibama. Medida também diminuiria os impactos ambientais na região.

Mapa de Conflitos, 26/06/2018
Projeto de mineração Volta Grande-Belo Sun ameaça modos de vida e sobrevivência de povos indígenas, ribeirinhos e outras comunidades tradicionais

Dienstag, 19. November 2019

Belo Monte: 16. Francis-Turbine geht in Betrieb

Die Nationale Elektrizitätsagentur Aneel genehmigte die Inbetriebnahme der 16. Turbine am Kraftwerk Belo Monte mit einer Leistung von 611,11 MW. Somit können in Belo Monte 9.777,6 MW produziert werden. Dazu kommen noch die 6 Turbinen beim Nebenkraftwerk Pimentel mit insgesamt 232,8 MW, was eine Gesamtmenge von 10.010 MW ergibt.

Agência CanalEnergia, 25 de setembro de 2019
Belo Monte recebe liberação comercial para 16ª turbina
Decisão da Aneel envolve hidrogerador de 611,11 MW. Térmica também foi autorizada em São Paulo
A Agência Nacional de Energia Elétrica atendeu à solicitação da Norte Energia e deliberou a operação comercial da unidade geradora UG16 da Hidrelétrica de Belo Monte, de 611,11 MW de capacidade instalada em Vitória do Xingu, no Pará. Com a aprovação, a maior UHE 100% brasileira passa agora a funcionar com um total de aproximadamente 10.010 MW de potência.

Mittwoch, 13. November 2019

Bischof Voderholzer distanziert sich von Protestaktion gegen den Papst


Domradio.de, 13.11.2019
Bischof Voderholzer auf Distanz zu Protestaktion gegen den Papst
"Nicht mein Weg"
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich von einer Online-Protestaktion konservativer Christen gegen Papst Franziskus distanziert. Internetaktionen gingen "an der Sache vorbei" und seien deshalb auch nicht sein Weg.

Im Internet rufen derzeit rund 100 Unterzeichner, darunter Gloria von Thurn und Taxis, den Papst zu öffentlicher Buße wegen angeblichen Götzendienstes auf. Das Kirchenoberhaupt habe bei der Amazonas-Synode die "heidnische Göttin Pachamama" angebetet, so der Vorwurf. Als Gewährsleute führt die Gruppe neben den deutschen Kardinälen Walter Brandmüller und Gerhard Ludwig Müller auch den Regensburger Bischof an.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme wies Voderholzer "diesen Bezug und die mit ihm verknüpften Vorwürfe gegen Papst Franziskus entschieden zurück". Zugleich erläuterte Voderholzer Aussagen, die er am 31. Oktober bei einer Predigt getätigt hatte. Darin ging es auch um eine von der Amazonas-Synode aufgeworfene Frage, nämlich, wie Christen mit vor- oder nichtchristlichen Kulturen und Traditionen umgehen sollten.

Ringen um den richtigen Weg der Kirche
Das Fazit seiner Predigt beschrieb der Bischof so: Christus selbst sei das Neue, das Christen den Menschen brächten. Er komme den Fragen und der oft unausdrücklichen Sehnsucht aller Menschen sowie ihrer "natürlichen" Religiosität entgegen. In Christus seien alle Religionen in einem dreifachen Sinn "aufgehoben": außer Kraft gesetzt, erhöht und bewahrt. "Deswegen geschieht Inkulturation immer in Anknüpfung und Bruch zugleich."

Mit seiner Predigt habe er sich "an dem Ringen um den richtigen Weg der Kirche" beteiligt, betonte Voderholzer. "Vorwürfe, Anschuldigungen oder gar Verurteilungen des Heiligen Vaters mit Internetaktionen" gingen "an der Sache vorbei" und seien deshalb auch nicht sein Weg.

Mexikanischer Bischof verteidigt Papst gegen Vorwürfe
Der mexikanische Bischof Felipe Arizmendi hat die Zeremonien mit Fruchbarkeitsfiguren zu Beginn der Amazonas-Synode verteidigt. Hierbei habe es sich nicht um Götzendienst gehandelt, sondern um "Symbole amazonischer Lebenswirklichkeit".

Der wiederholte Vorwurf einiger sehr konservativer Katholiken, die bei Zeremonien in den Vatikanischen Gärten zur Amazonas-Synode verwendete Rituale und Figuren seien Götzendienst gewesen, stimme schlicht nicht, betont Bischof Arizmendi in einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Mittwoch).

"Unverschämtheit, den Papst als Götzendiener zu verurteilen"
Es habe sich um "Symbole amazonischer Lebenswirklichkeit und Erfahrungen" gehandelt. Diese seien zwar "nicht nur kulturell, sondern auch religiös zu verstehen, aber nicht im Sinne einer Anbetung", präzisiert der frühere Bischof von San Cristobal de Las Casas im Süden Mexikos.

Ein Aymara in Bolivien habe ihm einmal erklärt: Pachamama (Mutter Erde) und Inti (Vater Sonne) seien Götter "nur für jene Indigene, die nicht evangelisiert worden" seien. Wer evangelisiert sei, der betrachte sie als "beste Gaben Gottes".

Im Übrigen sei es eine "große Unverschämtheit, den Papst als Götzendiener zu verurteilen, denn das war er nicht, und er wird es auch nie sein", schreibt der Bischof weiter. Derzeit ruft eine Gruppe konservativer Katholiken den Papst zu öffentlicher Buße wegen angeblichen Götzendienstes auf. Das Kirchenoberhaupt habe die "heidnische Göttin Pachamama" angebetet, heißt es in einem am Dienstag auf mehreren Internetseiten veröffentlichten Brief mit rund 100 Unterzeichnern.

Mutter Erde wird nicht als Göttin verehrt
In dem Beitrag beschreibt der Bischof seinen eigenen Lernprozess im Umgang mit indigener Kultur und Denken, in denen säkulare und religiöse Dimensionen verbunden sind. Er habe sich anfangs immer etwas unbehaglich gefühlt, wenn Indigene von "Mutter Erde" sprachen.

Für ihn selbst seien nur seine leibliche "Mutter, die Jungfrau Maria und die Kirche" Mutter gewesen. Auch die Geste, niederzuknien und die Erde zu küssen, sei ihm fremd gewesen. "Aber je länger ich mit den Indigenen lebte, umso besser verstand ich, dass sie sie nicht als Göttin verehren, sondern dass sie sie schätzen", so Arizmemdi. Sei es doch "die Erde, die uns ernährt", alles gibt, was zum Leben nötig ist.

"Sie betrachten sie also nicht als Göttin; sie beten sie nicht an - sie drücken nur ihren Respekt ihr gegenüber aus, und das tun sie, indem sie Gott im Gebet für sie danken." In diesem Sinne habe auch der heilige Franz von Assisi die Erde als "Mutter" bezeichnet. Und der, so Arizmendi, war "bestimmt kein Götzendiener".


BR24, 13.11.2019
Bischof Voderholzer distanziert sich von Protest gegen den Papst
Der Regensburger Bischof Voderholzer hat sich von einer Protestaktion gegen Papst Franziskus distanziert. Im Internet werfen rund 100 Unterzeichner dem Papst vor, bei der Amazonas-Synode einer heidnischen Gottheit gehuldigt zu haben.

VaticanNews, 12.11.2019
Nachklang Amazonien-Synode:
Pachamama ist keine Götzenanbetung
Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.

Domradio.de, 15.11.2019
Gloria zieht Unterschrift unter papstkritischer Petition zurück
Heute hü, morgen hott?
​Gloria von Thurn und Taxis hat ihre Unterschrift unter einer papstkritischen Petition konservativer Christen zurückgezogen. Ein "schlüssiger Begründungszusammenhang" sei für sie in der Petition nicht mehr gegeben. Woher kommt der Sinneswandel?

BR24, 16.11.2019
Der Papst ein Götzendiener? Kritiker distanzieren sich von Brief
Der Papst soll öffentlich Buße tun – das fordert eine internationale Gruppe konservativer Katholiken. Bei der Amazonas-Synode in Rom habe er die Kultfigur Pachamama angebetet. Damit habe er die Kirche des Apostels Petrus entweiht, so der Vorwurf.

Kath.net, 16 November 2019
"Es war nie meine Absicht, Papst Franziskus persönlich anzugreifen"
Nach Fürstin Gloria Thurn und Taxis zieht auch P. Stefan Dreher von der Petrusbruderschaf seine Unterschrift vom Protestschreiben gegen Papst Franziskus zurück

Montag, 11. November 2019

Koblach gratuliert Dom Erwin nachträglich zum 80-iger


VOL.at, 11.11.2019
Ein Abend für Don Erwin
Eigentlich feierte der aus Koblach stammende, seit vielen Jahren aber in Brasilien tätige Bischof Erwin Kräutler seinen 80. Geburtstag bereits im vergangenen Juli. „Don Erwin“ wie er gleichzeitig liebe- wie respektvoll von seiner brasilianischen Gemeinde genannt wird, feierte diesen Tag aber dann genau ebendort mit seinen Schäfchen am Xingu. Seitens der Gemeinde Koblach wurde der runde Geburtstag nun aber entsprechend nachgefeiert, wobei die Gruppe „Koblach am Xingu“ die Organisation des Abends übernommen hatte. Zahlreiche Wegbegleiter, Freunde und Bekannte nutzten die Gelegenheit und versammelten sich in der DorfMitte, um ihr Glas auf Bischof Kräutler zu erheben, ohne aber nicht die ernste Lage in der Diözese des mittlerweile emeritierten Kräutlers zu vergessen.

So stand der Abend erneut im Zeichen großer Hilfsbereitschaft der Anwesenden, vor allem eine absolute Herzensangelegenheit stand dabei im Mittelpunkt des Interesses. Das Haus für Mutter und Kind in Altamira, welches Kräutler vor über 25 Jahren mitbegründet hatte, setzt sich dafür ein, die weiterhin hohe Säuglingssterblichkeit in Brasilien zu minimieren und kümmert sich um Mütter und ihre Kinder vor und nach der Entbindung.

Dazu stellten sich Schützenmusikverein Koblach, Männerchor Frohsinn, Kirchenchor St.Kilian sowie Vocale Neuburg, die den Abend musikalisch begleiteten, jeweils mit einer großzügigen Spende bei Kräutler ein. Seitens der Pfarrgemeinderats wurde der Ertrag des 20-Jahre-Kum-Festes ebenso übergeben, wie von Bürgermeister Gerd Hölzl eine Spende der Gemeinde in Form eines „Koblakischtles“ – neben einem Scheck auch einige Koblacher Köstlichkeiten.

Bischof Kräutler zeigte sich höchst erfreut über die Hilfsbereitschaft und Gratulationen und erzählte ungezwungen von seiner zweiten Heimat in Brasilien. Seitens der Gruppe „Koblach am Xingu“ bemüht man sich nun, Paten in Koblach bzw. Vorarlberg zu finden, um das Lebenswerk von Don Erwin zu erhalten. CEG

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Sonntag, 10. November 2019

Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß

Salzburger Nachrichten, 9.11.2019
Brasiliens Ex-Präsident Lula wieder auf freiem Fuß
Der zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Nach 580 Tagen hinter Gittern verließ der 74-Jährige am Freitag das Polizeipräsidium von Curitiba, wo er seit April 2018 eine Haftstrafe wegen Korruption verbüßt hatte. Kurz zuvor hatte ein Richter der Stadt seine vorläufige Freilassung angeordnet.


NZZ, 10.11.2019
Brasiliens ehemaliger Präsident Lula da Silva ist auf freiem Fuss. Für den Kampf gegen Korruption ist das ein schwerer Schlag
Das Oberste Gericht verbietet die vorgezogene Inhaftierung von in zweiter Instanz Verurteilten – und kehrt damit eine erst 2016 von denselben Richtern getroffene Entscheidung komplett um.


amerika21, 10.11.2019
Lula in Brasilien wieder in Freiheit und direkt kämpferisch gegenüber Bolsonaro
Nur wenige Stunden nach Gerichtsurteil verlässt Lula Gefängnis. Viele Anhänger feiern ihn bei öffentlicher Rede. Noch Unklarheit über Dauer der Freiheit


Blickpunkt Lateinamerika, 11.11.2019
Lula attackiert nach Freilassung Bolsonaro
Kaum war Brasiliens früherer Präsident Lula da Silva wieder auf freiem Fuß, da entflammte das verbale Scharmützel mit seinem Nach-Nachfolger Bolsonaro. Zündstoff für die politische Landschaft.


Deutsche Welle, 17.11.2019
Kommentar: Brasilien - Bye Bye Lula!
Kann Lula sein Land aus der Krise führen? Nach der Freilassung des Ex-Präsidenten hoffen viele auf ein Comeback. Doch die Hoffnung trügt. Brasilien braucht einen Neuanfang - ohne Lula, meint Astrid Prange de Oliveira.


Estadão, 8/11/2019
Em liberdade, Lula diz que vai viajar o País e 'propor alternativas'

Estadão, 9.11.2019
Lula solto: 'Estou de volta'

O Globo, 8/11/2019
Militantes do PT se reúnem no Centro de Vitória para comemorar liberdade de Lula
Com cartazes com os dizeres 'Lula Livre' e também máscaras do rosto do ex-presidente, eles acompanharam o discurso após a soltura, nesta sexta-feira (8).

O Globo, 8!10/2019
Em liberdade, Lula começa a buscar polarização; Bolsonaro deve resgatar discurso antipetista

O Globo, 9/11/2019
Bolsonaro chama Lula de 'canalha' e diz que não responderá a 'criminosos que por ora estão soltos'
Em rede social, presidente afirmou que Lula 'está cheio de culpa'. Depois, ao sair do Palácio da Alvorada, disse que ele está 'solto mas continua com todos os crimes dele nas costas'.

Youtube, 8.11.2019
Assista ao 1º discurso de Lula depois de deixar a prisão

DW-Brasil, 11/11/2019
Como fica o cenário político após a soltura de Lula?
Em seu primeiro discurso após deixar a prisão, ex-presidente ataca o atual governo e avisa: "Estou de volta!" Mas o que o retorno do petista aos palanques políticos significa para a política brasileira?

notícias.uol, 9/11/2019
Lula ataca Globo, Moro e Bolsonaro em discurso no ABC: "Eu estou de volta"

El País, 26/05/2019
Lula anuncia casamento com namorada e caravana pelo Brasil
O ex-presidente diz estar apaixonado e anuncia que vai se casar com Rosângela da Silva, socióloga que se uniu a ele durante a sua prisão

Samstag, 9. November 2019

kfb protestiert gegen verkürzte Rezeption der Amazoniensynode

kfbö, 8.11.2019
Protest gegen Engführung bei der Rezeption der Amazoniensynode
Seinen Protest „gegen die derzeitige Engführung bei der Rezeption der Amazoniensynode“ erhebt der Geistliche Assistent der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, P. Franz Helm SVD. P. Helm, der während der Amazoniensynode in Rom als Beobachter vor Ort war, beklagt in einem öffentlichen Statement die Fokussierung der gesellschaftlichen wie kirchlichen Debatte auf das Thema „viri probati“, das „den Schrei nach Leben und Überleben“ der Schöpfung überhöre und solidarische Antworten vermissen lasse. Gefragt sei ein Systemwandel, der insbesondere auch die „vermehrte Beteiligung von Frauen an Leitungsverantwortung und ein gleichberechtigtes Mitgestalten und Mitentscheiden in Gesellschaft und Kirche“ verlange.






















Donnerstag, 7. November 2019

Brasilianische Bischöfe weisen Kritik an Amazonas-Synode zurück


VaticanNews, 7.11.2019
Brasilien: Kritiker an Amazonien-Synode haben „keine Ahnung“
Der Bischof der brasilianischen Diözese Obidos, Johannes Bahlmann, hat Kritik von Kardinälen und Bischöfen an einigen Vorschlägen der Amazonien-Synode zurückgewiesen. „Mein Eindruck ist, dass sie keine Ahnung haben“, sagte der aus Deutschland stammende Amazonas-Bischof in Würzburg. Auch der aus Österreich stammende frühere Bischof von Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler, wandte sich gegen eine bestimmte Form von Kritik an der Synde.

Bischof Bahlmann äußerte sich am Mittwoch vor Journalisten in Würzburg am Rand einer Tagung zur Synode. Er sei „niemals von einem der Herren" angesprochen und gefragt worden, was denn beschlossen werde, erklärte der Franziskaner. Die von Bischöfen und Kardinälen geäußerte Kritik lasse keine faire Diskussion zu. „Was für eine Kollegialität ist das?“, so Bahlmann. Als „Lüge“ bezeichnete er den Vorwurf, die Synode sei von Bischöfen instrumentalisiert worden, um kirchenpolitische Fragen für Deutschland oder Europa zu verhandeln.

Dem Papst weitergehende Interessen mit der Synode zu unterstellen, nannte Bahlmann „eine Respektlosigkeit“. Es stehe ihm nicht zu, etwas zu den Problemen der Kirche in Deutschland zu sagen, so der Bischof. Er wünsche sich aber, dass die Kritiker ins Amazonas-Gebiet kämen und sich selbst ein Bild machten. „Sie unterstellen dem Heiligen Geist, dass er nicht ordentlich arbeitet."

Bischof Kräutler „Opfer von Hasstiraden“
Der aus Österreich stammende frühere Bischof von Xingu in Brasilien, Erwin Kräutler, sprach angesichts der Vorwürfe von Kritikern ebenfalls von einer „glatten Lüge“. Kräutler sagte, er sei ein „Opfer von Hasstiraden“ geworden, nachdem er darauf verwiesen habe, dass jene, die gegen die vom Papst einberufene Synode seien, sich fragen müssten, ob sie noch auf katholischem Boden stünden. Er sei „fertig gemacht“ worden, „teils unter der Gürtellinie“.

Hintergrund
Bahlmann und Kräutler nehmen an einer bis Freitag dauernden Fachtagung mit dem Titel „Amazonas-Synode 2019 - Was hat das mit uns zu tun?" teil. Sie wird von den katholischen Hilfswerken Adveniat und Misereor zusammen mit den Diözesen Würzburg und Hildesheim veranstaltet.


Katholisch.de, 7.11.2019
"Was für eine Kollegialität ist das?"
Kräutler und Bahlmann: Kritiker der Amazonas-Synode lügen
Die deutschsprachigen Bischöfe Johannes Bahlmann und Erwin Kräutler wenden sich mit scharfen Worten gegen Kritiker der Amazonas-Synode – auch gegen Bischöfe und Kardinäle. Die Rede ist von "glatten Lügen" und "Respektlosigkeit" gegenüber dem Papst.

Neues Ruhr-Wort, 6.11.2019
Brasilianische Bischöfe weisen Kritik an Amazonas-Synode zurück
Der Bischof der brasilianischen Diözese Obidos, Bernardo Johannes Bahlmann, hat die Kritik von Kardinälen und Bischöfen an den Beschlüssen der Amazonas-Synode mit scharfen Worten zurückgewiesen. „Mein Eindruck ist, dass sie keine Ahnung haben“, sagte Bahlmann am Mittwoch in Würzburg am Rande einer Tagung zu dem Bischofstreffen bei einem Pressegespräch. Er sei „niemals von einem der Herren“ angesprochen und gefragt worden, was denn beschlossen werde. Die von Bischöfen und Kardinälen geäußerte Kritik lasse keine faire Diskussion zu. „Was für eine Kollegialität ist das?“, so Bahlmann.


VaticanNews, 12.11.2019
Nachklang Amazonien-Synode:
Pachamama ist keine Götzenanbetung
Der emeritierte Bischof von San Cristobal de las Casas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, hat die Zeremonie in den Vatikanischen Gärten zur Eröffnung der Amazonien-Synode verteidigt. In einem Gastbeitrag für die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“ geht er auf die Bedeutung der Figuren und Rituale der Indigenen ein.

Mittwoch, 6. November 2019

Vatikan teilt Prälatur am Xingu


Kathpress, 6.11.2019
Amazonien: Vatikan teilt Gebiet von Kräutler-Prälatur Xingu
Kirchenstrukturen am Amazonas werden neu geordnet - Unter anderem wird eine neue Erzdiözese Santarem errichtet und das bisher flächenmäßig größte brasilianische Kirchengebiet, die bis 2015 von Bischof Kräutler geleitete Prälatur Xingu, in eine Diözese Xingu-Altamira und eine Prälatur Xingu-Tucumã aufgeteilt - Verkleinerte Diözese Altamira nun etwas größer als Großbritannien

Der Vatikan ordnet im brasilianischen Amazonasgebiet einige katholische Kirchenstrukturen neu und errichtet dazu neue Diözesen. Davon betroffen ist unter anderem die bisherige Territorialprälatur Xingu, die bis 2015 vom aus Vorarlberg stammenden Bischof Erwin Kräutler (80) geleitet wurde. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, wird die Prälatur Xingu - bisher die flächenmäßig größte brasilianische Kirchenstruktur - in zwei Gebiete aufgeteilt: eine neue Diözese Xingu-Altamira sowie eine neue, kleinere Gebietsprälatur Alto Xingu-Tucumã.

Gleichzeitig erhob der Papst die am Mittellauf des Amazonas gelegene Diözese Santarem zur Erzdiözese. Zu dessen Kirchenprovinz gehören nun die beiden neu errichteten Xingu-Diözesen sowie die Territorialprälatur Itaituba und die Diözese Obidos. Letztere wiederum wird von dem aus Deutschland stammenden Bischof Johannes Bahlmann geleitet. Diese Gebiete gehörten bisher zur Kirchenprovinz der Erzdiözese Belem do Para, die entsprechend verkleinert wird. Papst Franziskus hatte zum Abschluss der Amazonien-Synode Ende Oktober unter anderem strukturelle Reformen in Amazonien angekündigt.

Neuer Bischof der Erzdiözese Santarem wird der Ordensmann Irineu Roman (61), bisher Weihbischof in Belem. Als Bischof von Xingu-Altamira bestätigte der Papst den bisherigen Leiter der Prälatur, Bischof Joao Alves (58), der 2015 die Nachfolge von Bischof Kräutler angetreten hatte. Neuer Leiter der abgetrennten Territorialprälatur Alto Xingu-Tucumã soll aus Spanien stammende Augustiner Jesus Maria Lopez Mauleon (64) werden.

Die neu errichtete Diözese Xingu-Altamira ist mit gut 247.000 Quadratkilometern etwas größer als Großbritannien. Unter den gut 360.000 Bewohnern sind laut Vatikan-Angaben 250.000 (70 Prozent) katholisch. In den zehn Pfarren arbeiten unter anderem 15 Diözesan- und neun Ordenspriester sowie 37 Ordensfrauen.

Die Territorialprälatur Alto Xingu-Tucuma umfasst gut 128.000 Quadratkilometer und ist damit etwa eineinhalbmal so groß wie Österreich. Von den knapp 239.000 Einwohnern sind 130.000 (54 Prozent) katholisch. In den fünf Pfarren arbeiten ein Diözesan- und neun Ordenspriester sowie fünf Ordensschwestern.

Zu der verkleinerten Kirchenprovinz Belém do Pará gehören nach wie vor die Diözesen Macapá, Castanhal, Bragança do Pará, Ponta de Pedras, Marabá, Abaetetuba, Cametá und die Territorialprälatur Marajó.

Territiorial- oder Gebietsprälaturen sind eine Form der Ortskirche, die einer Diözese rechtlich gleichgestellt ist. Als historische Vorstufen zu einer Diözese gibt es sie vor allem in Südamerika, vereinzelt in Italien, aber auch Skandinavien. Anders als eine Personalprälatur, die anhand der ihr angehörenden Personen umschrieben wird, wird die Territorialprälatur allein durch ihr Gebiet definiert.





Sonntag, 3. November 2019

Sr. Birgit Weiler über Ergebnisse der Amazoniensynode

Kathpress, 3.11.2019
Ordensfrau: Synodentext zum Frauendiakonat bewusst "vorsichtig"
Synoden-Teilnehmerin Sr. Weiler berichtet auf feinschwarz.net von "nötigem Zugeständnis", aber auch von vielen Reformvorstößen zugunsten von Frauenmitverantwortung bei der Amazonien-Synode

Es sei ein "nötiges Zugeständnis" gewesen, dass der Textabschnitt zum Frauendiakonat im Schlussdokument der Amazonien-Synode "sehr vorsichtig formuliert" worden sei. Nach den Worten der in Peru lebenden deutschen Ordensschwester Birgit Weiler, die als Expertin für interkulturelle Theologie zur Synode geladen worden war, galt es "sicher zu stellen, dass dieser Abschnitt überhaupt im Schlussdokument erscheint". Der Artikel über das Frauendiakonat hatte nach jenem über die verheirateten Priester die meisten Gegenstimmen zu verzeichnen, erinnerte Weiler in einem "Exklusivbericht" auf der theologischen Feuilleton-Plattform feinschwarz.net über die Diskussionen und Ergebnisse der Bischofsversammlung.

In vielen Beiträgen in der Synodenaula wie auch in den kleinen Arbeitszirkeln sei ungeachtet dessen die Notwendigkeit unterstrichen worden, "effektiv an der Überwindung von Machismo und Klerikalismus in der Kirche im Allgemeinen und der Kirche Amazoniens im Besonderen zu arbeiten, Frauen mehr Leitungsverantwortung und Leitungsämter, die kein Weiheamt voraussetzen, - und das sind viele -, zu übertragen". Laut Weiler wurde dies "nicht nur von uns Frauen, sondern ebenso von vielen Bischöfen gefordert". In ihrer Arbeitsgruppe habe zum Beispiel ein Bischof gesagt, der eine Frau zur Generalvikarin seiner Diözese ernannte, dass "synodale Kirche sein" bedeute, miteinander zu beraten und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. "Wir Frauen wurden von vielen Bischöfen darin unterstützt, dass es unbedingt an der Zeit ist, formal anzuerkennen, was in der Kirche Amazoniens bereits Realität ist, nämlich, dass die katholische Kirche an vielen Orten nur dank der Frauen präsent ist", schrieb die in Südamerika tätige deutsche Ordensfrau.

Von vielen Frauen, aber auch von mehreren Bischöfen sei zudem deutlich der Wunsch vorgetragen worden, die Diakonninenweihe in der katholischen Kirche einzuführen. Das sei in den Konsultationen von vielen Menschen im Amazonasgebiet erbeten worden. Darauf wolle Weiler - wie sie betonte - mit Nachdruck hinweisen "angesichts von Kritiken aus sehr konservativen Kreisen, dass angeblich deutsche Priester und Bischöfe diese Gedanken in das Arbeitsdokument für die Synode eingetragen hätten. Dem ist nachweislich nicht so."

"Papst will in dieser Frage weiterkommen"

Die bei der Synode anwesenden Frauen hätten ein eigenes Gesuch an den Papst gestellt, die Frage des Frauendiakonats weiterzuführen, berichtete Weiler weiter. In seiner Ansprache nach der Abstimmung habe Franziskus anerkannt, dass die stärkere Rolle der Frau in der Kirche generell und in Amazonien im besonderen eine starkes Thema der Synode war. "Er versprach, die Kommission zum Frauendiakonat mit neuen Mitgliedern zu besetzen, um in der Frage weiterzukommen und die Rolle der Frau in der Kirche noch mehr zu stärken."

Ein "Zeichen der Hoffnung" in diese Richtung ist für die Ordensfrau, dass der Papst zwei Frauen und einen Laien in die Kommission zur Redaktion des päpstlichen Schreibens im Anschluss an die Synode beruft. "Das war bislang nicht üblich." Franziskus habe in mehreren Aussagen seinen Wunsch zu verstehen gegeben, "dass den Frauen noch viel mehr Raum in der Kirche gegeben wird und ihr Beitrag weit über die Funktionen hinausgeht, die sie ausüben", so Weiler.


Hintergrund:

SR2, 5.10.2019
Im Einsatz mit den Menschen des Regenwaldes
Ein Interview mit Dr. Birgit Weiler, Theologin und Ordensfrau am Amazonas

Blickpunkt Lateinamerika, 23.9.2019
Birgit Weiler - Kämpferin für die Amazonas-Indigenen
Birgit Weilers Berufung zur Weltkirche stand schon früh fest. Besonders engagiert ist die Missionsärztliche Schwester aus Duisburg für das Amazonasgebiet. Nun hat sie der Papst zur Sondersynode in den Vatikan eingeladen.

VaticanNews, 1.3.2019
Amazonas-Synode: „Indigene wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt"
Bei der im Oktober bevorstehenden Amazonas-Bischofssynode im Vatikan geht es um die geistliche Heimat der im Amazonas lebenden Völker, um Gerechtigkeit und Ökologie. Indigene im Amazonasgebiet wünschen sich eine Kirche, die Laudato Si lebt, sagte im Gespräch mit uns die deutsche Theologin Birgit Weiler, die in Peru lebt.

„Wächter des Waldes“ von Holzfällern ermordet

ORF, 3.11.2019
Brasilien: „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet
Im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist ein indigener Aktivist und „Wächter des Waldes“ von Holzfällern getötet worden. Paulo Paulino wurde im nordöstlichen Bundesstaat Maranhao von Holzfällern erschossen, wie örtliche Behörden und die Menschenrechtsorganisation Survival International gestern mitteilten. Ein weiterer Aktivist sei verletzt worden, habe aber fliehen können.

Die beiden Männer gehörten den „Wächtern des Waldes“ an – einer Gruppe, die Gebiete indigener Völker vor illegaler Rodung zu schützen versucht.

Die beiden Männer des Stammes Guajajara hatten nach Angaben des Menschenrechtssekretariats von Maranhao ihr Dorf verlassen, um im Wald Wasser zu holen, als sie von „mindestens fünf bewaffneten Männern“ umstellt wurden.

Ermittlungen aufgenommen
Laut Behörden galt ein Holzfäller nach dem Vorfall als vermisst. Informationen, wonach er ebenfalls bei der Attacke getötet worden sei, wurden nicht bestätigt. Der brasilianische Justizminister Sergio Moro teilte via Twitter mit, die Polizei habe Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner umstrittenen Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten. Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an.


Netzfrauen, 2.11.2019
Surival International, 2.11.2019
Brasilien: Amazonas-Wächter getötet, ein weiterer verletzt, bei Angriff von Holzfällern
Ein Mitglied der indigenen “Wächter Amazoniens” wurde bei einem Überfall von Holzfällern erschossen und ein weiterer verwundet.
Paulo Paulino Guajajara, auch bekannt als Kwahu Tenetehar, wurde in den Hals getroffen und starb im Wald. Seinem Begleiter, Tainaky Tenetehar, wurde in den Rücken und Arm geschossen. Er konnte aber entkommen.
Die Wächter Amazoniens patrouillieren seit einigen Jahren ihr Territorium im östlichen Amazonasgebiet, das von Holzfällern heimgesucht wird. Unkontaktierte Mitglieder des indigenen Awá-Volkes leben ebenfalls in diesem Gebiet.


Tagesschau, 3.11.2019
"Wächter des Waldes" ermordet
Er war einer der prominentesten Waldschützer im Amazonas. Jetzt ist Paulo Paulino, Mitglied der Gruppe "Wächter des Waldes", von Holzfällern erschossen worden. Kritiker meinen: Der brasilianische Staat trägt eine Mitschuld.


Veja, 2.11.2019
Líder indígena é assassinado em confronto com madeireiros no Maranhão
Conflito na sexta-feira, na Terra Indígena Arariboia, deixou um madeireiro morto e outro indígena ferido. Moro diz que PF vai investigar o caso


CIMI, 02/11/2019
Responsabilizamos o Estado e o governo federal pelo assassinato de Paulo Paulino Guajajara
Nota de Repúdio – Durante ataque de madeireiros, Laércio Souza Silva Guajajara foi atingido por tiros no braço e nas costas

G1- O Globo, 2.11.2019
Índio e madeireiro morrem em emboscada em terra indígena no MA
Emboscada aconteceu na sexta-feira (1º) na Terra Indígena Araribóia, na região de Bom Jesus das Selvas, entre as aldeias Lagoa Comprida e Jenipapo.

Jornal Nacional, 3 Nov 2019
Polícia Federal investiga a morte de líder indígena no Maranhão
Conhecido como guardião da floresta, Paulo Paulino Guajajara foi morto em uma emboscada.

Pública, 03/11/2019
Sobrevivente da emboscada, indígena Guajajara relata o que viu
Atingido por dois tiros, Laércio Guajajara contou a Fabiana Guajajara e ao cineasta Taciano Brito como foi o ataque, dentro da TI, que matou Paulo Paulino no Maranhão

Samstag, 2. November 2019

Perez Esquivel: "Konservative Gruppen betreiben Schlacht gegen Papst"

Katholisch.de, 30.10.2019
Konservative und reaktionäre Gruppen betrieben "eine Schlacht"
Friedensnobelpreisträger: Papst Franziskus gegen Attacken verteidigen
"Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben": Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel ruft zu breiter Unterstützung für Papst Franziskus auf.


Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel hat mehr Unterstützung für Papst Franziskus gefordert. "Erheben wir unsere Stimmen gegen die Attacken von konservativen und reaktionären Gruppen, die gegen ihn eine Schlacht betreiben", heißt es in einem Appell Esquivels, den die italienische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag veröffentlichte.

Es gehe darum, "Papst Franziskus zu unterstützen bei seinem Einsatz zum Schutz des Planeten, für eine gerechtere und solidarischere Welt sowie für Frieden", so der 87-jährige Bürgerrechtler. Der Argentinier erhielt 1980 den Friedensnobelpreis für seinen friedlichen Widerstand gegen Argentiniens Militärdiktatur (1976-1983).

"Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben..."

Die Kirche ist laut Esquivel politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Konflikten und Interessen ausgesetzt, sowohl innerhalb wie außerhalb des Vatikan. "Diese Gruppen sind nicht bereit, ihre Privilegien und Machtbereiche aufzugeben und führen deshalb eine gezielte Kampagne gegen Papst Franziskus." Esquivels Aufruf erschien auf der Titelseite und der Kommentarspalte der italienischen Zeitung.

Ebenfalls würdigte Esquivel einen während der Amazonas-Synode geschlossenen "Katakomben-Pakt für unser gemeinsames Haus". Darin hatten sich am 20. Oktober in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet sowie gut 100 weitere Ordensleute und andere Gläubige zum Schutz der südamerikanischen Region und ihrer Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet. Zudem erklärten sie Frauen, die in Amazonien bereits de facto eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde leiten, "mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken" zu wollen.

Die dreiwöchigen Beratungen der am Sonntag beendeten Synode wurden von scharfer Kritik und Polemik ultrakonservativer Katholiken gegen indigene Riten und Symbole begleitet. Kritik gab es auch am Vorschlag einer Zulassung bewährter verheirateter Männer, so genannter "viri probati", zum Priesteramt in der Amazonas-Region, den das Abschlussdokument aufnahm, sowie der stark sozial-ökologischen Thematik der Synode.

Freitag, 1. November 2019

Größtes Sumpfgebiet der Welt steht in Flammen

ORF, 31.10.2019
Brasilien: Brände wüten in weltgrößtem Sumpfgebiet
Brasilien kämpft mit der nächsten Umweltkatastrophe: Im brasilianischen Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, lodern die schlimmsten Brände seit Jahren. Die Lage in dem artenreichen Feuchtgebiet sei „kritisch“, warnte die Regierung des Bundesstaats Mato Grosso do Sul heute. Die Brände seien „gewaltig“, erklärte Paulo Barbosa de Souza vom Zentrum für Risikomanagement nach einem Überflug. Fast 50.000 Hektar seien betroffen.

ntv, 31.10.2019
Größtes Sumpfgebiet der Welt
Brasilianisches Pantanal steht in Flammen
Wieder wüten in Brasilien schwere Brände, diesmal breiten sie sich über ein Sumpfgebiet von fast 50.000 Hektar aus. Das artenreiche Ökosystem ist Lebensraum für Hunderte Fisch- und Vogelarten. Die Regierung des Bundesstaates bezeichnet die Lage als "kritisch".

O Globo, 30/10/2019
Fogo no Pantanal é 'em proporções nunca registradas', isola quem está lá e orientação é evitar rodovia à noite
Segundo o governo de MS, ao menos 50 mil hectares de vegetação nativa já foram queimados. 'Cenário é de devastação'

Estadão, 28.10.2019
Queimadas voltam ao Pantanal e número de focos em outubro já é 957% maior que em 2018

WWF-Brasil, 30.9.2019
Em 2019, área queimada na Amazônia, no Cerrado e no Pantanal soma 113.743 km2
Desta área, o bioma mais atingido é o Cerrado, com um acumulado de 63.698 km2 em 2019. Amazônia é o segundo mais atingido com 43.573 km2 e Pantanal fica em terceiro com 6.472 km2.

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Paulo Suess: Verheiratete Priester werden kommen


Erzdiözese Wien, 31.10.2019
Amazonien-Experte Suess:
Verheiratete Priester werden kommen
Deutsch-brasilianischer Theologe und Synoden-Experte im "Kathpress"-Interview über zentrale Ergebnisse der Amazonien-Synode und Vorhaben des Papstes

Der in Brasilien lebende deutsche Theologe Paulo Suess ist fest davon überzeugt, dass Papst Franziskus den Weg für verheiratete Priester in Amazonien freigeben wird. Das hat er im Interview mit der Nachrichtenagentur "Kathpress" betont. Der Papst wollte dies nicht von oben herab bestimmen, sondern habe auf die nun von der Amazonien-Synode gegebene breite Zustimmung zu diesem Schritt gewartet. Das sei auch das Neue und Besondere am synodalen Weg, "dass auf die Stimme des Volkes gehört wird". Mehr als 80.000 Menschen seien im Vorfeld der Synode in deren Vorbereitung involviert gewesen, so Suess.

Geduld bei Weiheämter für Frauen
Der 81-jährige Theologe und Priester hatte als Experte an der Synode teilgenommen. Er äußerte sich am Rande einer Tagung in Salzburg, wo am Mittwoch und Donnerstag über die Ergebnisse der Synode beraten wurde.

Suess zeigte sich überzeugt, dass sich auch hinsichtlich der Öffnung von Weiheämtern für Frauen etwas in der katholischen Kirche bewegen wird. Hier brauche es aber noch mehr Geduld, schließlich handle es sich um eine gravierende kulturelle Veränderung, "und das wird noch länger dauern". Jetzt müsse einmal das Diakonat für Frauen geöffnet werden, "und wenn sich dieses bewährt hat, wird man weitersehen". Die Dinge bräuchten einfach Zeit. Frauen würden etwa seit Jahrzehnten im Amazonasgebiet inoffiziell als Gemeindeleiterinnen fungieren, nun werde erstmals im Synodendokument offiziell die Möglichkeit der kirchlichen Beauftragung für Gemeindeleiterinnen erwähnt.

Hinsichtlich der Weihe verheirateter Männer zu Priestern wies Suess darauf hin, dass viele dieser Männer seit Jahrzehnten ihren Gemeinden vorstehen würden. Hier brauche es keine großen Ausbildungsprogramme oder Probezeiten mehr. "Hier geht es nur mehr darum, dass ihnen der Bischof die Hände auflegt und sie weiht."

Es hat auch "Bremser" gegeben
Der Theologe räumte ein, dass bei der Synode nicht alle Teilnehmer gleicher Meinung gewesen wären. Es habe auch "Bremser" gegeben, auf die man im Schlussdokument habe Rücksicht nehmen müssen. Trotzdem wolle er es so auf den Punkt bringen: "Papst Johannes XXIII. hat die Fenster aufgemacht. Papst Franziskus hat jetzt auch die Türen aufgemacht. Jetzt müssen wir halt rausgehen."

Die Kirche sei verantwortlich dafür, die Menschen in Amazonien durch das Wort Gottes und die Sakramente zu stärken. Nur beides zusammen sei wirklich katholisch. Die Synode sei ein erster wichtiger Schritt dafür gewesen.

Wenig Freude hat Suess - wie er weiter sagte - mit den zahlreichen Sekten im Amazonas-Gebiet, die regen Zulauf hätten. Diese würden sich nicht um den Umweltschutz kümmern und die Kultur der Indigenen zerstören. Die katholische Kirche müsse darauf mit einer Stärkung der indigenen Identität antworten.

Mehr Bewusstsein für Schöpfungsverantwortung und den Schutz der Umwelt brauche es im Westen wie auch in Brasilien selbst, so der Theologe. Zwar ließen sich die Ergebnisse der Amazonien-Synode nicht 1:1 auf Europa umlegen, aber in dieser Hinsicht sei die Kirche auf beiden Kontinenten gleichermaßen gefordert.

Haupthema war Zukunft der Schöpfung
Das grundlegende Thema der Synode sei das Leben und die Zukunft der Schöpfung gewesen, so Suess. Die innerkirchlichen Reformen seien diesem Grundanliegen nachgereiht - freilich für eine glaubwürdige und inhaltlich kohärente Kirche unbedingt vonnöten.

Der Theologe und Missionswissenschaftler Suess war einer der Hauptreferenten bei einer nachsynodalen Tagung im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil am Mittwoch und Donnerstag. Als zweiter Hauptreferent war der Amazonas-Bischof und Präsident des Indigenenmissionsrats der brasilianischen Bischöfe (CIMI), Erzbischof Roque Paloschi, angereist. Von Seiten der heimischen Bischöfe nahmen Erzbischof Franz Lackner, Bischof Werner Freistetter und Bischof Wilhelm Krautwaschl an der Veranstaltung teil. Rund 100 Vertreter von kirchlichen Umweltorganisationen bzw. entwicklungspolitischen Organisationen berieten über Konsequenzen aus der Synode für die Kirche in Österreich. Veranstalter war die Koordinierungsstelle für internationale Entwicklung und Mission (KOO) der Österreichischen Bischofskonferenz.


Adveniat, 16.10.2019
Ist die deutsche Kirche reich, weil so viele arm sind?
Interview zum Welttag der Armen mit dem in Brasilien lebenden Theologen Paulo Suess

Mit dem Welttag der Armen will Papst Franziskus „die Gläubigen anspornen, damit sie der Wegwerfkultur und der Kultur des Überflusses eine wahre Kultur der Begegnung entgegenstellen“. Die beiden Hilfswerke Adveniat und Misereor haben auf den verschiedenen Kontinenten Menschen interviewt, die sich mit ihrem Leben für die Armen einsetzen. Papst Franziskus holt uns aus der Komfortzone des Lebens auf den Boden des Alltags, ist der in Brasilien lebende Theologe Paulo Suess überzeugt.