Montag, 14. Oktober 2019

Aus der Synodenaula am 14.10.

VaticanNews, 14.10.2019
Aus der Synodenaula: „Über Weihe von Verheirateten nachdenken“
Die zweite der drei Synoden-Wochen hat begonnen: Auch an diesem Montag debattierten die Teilnehmer der Sonder-Bischofssynode wieder über ökologische, soziale und pastorale Herausforderungen in der Amazonas-Region.

179 Synodenväter waren bei der Plenarsitzung am Montagvormittag dabei; auch Papst Franziskus war anwesend. Gemeinsam beteten die Teilnehmer für Ecuador, das in den letzten zwei Wochen durch Streiks und Unruhe gelähmt worden ist. Mittlerweile scheint sich die Lage in Quito wieder zu entspannen.

„Die Kirche sollte ohne Angst über das Thema Priestertum nachdenken und auch die Möglichkeit untersuchen, verheiratete Personen zu weihen, ohne dabei allerdings den Wert des Zölibats zu verwässern.“ Das steht in einer Zusammenfassung aus dem Vatikan, die – ohne Namensnennungen – einige Wortbeiträge aus der Synodenaula referiert.

“ Das Drama der Menschen, die keine Eucharistie feiern können ”

„Man sollte sich das Drama der Menschen vor Augen halten, die wegen des Priestermangels keine Eucharistie feiern können oder die den Leib des Herrn nur ein- oder zweimal im Jahr empfangen können.“

Entscheidend sei, dass die Kirche vor Ort präsent sei – „und zwar nicht nur durch Priester und Bischöfe, sondern auch durch Laien“. Jeder Laie, der sich in der Pfarrei engagiere – ob Katechet oder „außerordentlicher Diener der Eucharistie“ –, partizipiere am allgemeinen Priestertum der Gläubigen; dabei gehe es um Dienst, „nicht um Macht oder Herrschaft“.

Für indigene Ständige Diakone (und -innen)

„Wertvolle Mitarbeiterinnen der Mission der Kirche in Amazonien sind die Frauen“, so die Zusammenfassung. Frauen seien „in der Pflege und im Schutz des Lebens unersetzlich“. Von kirchlichen Ämtern für Frauen ist an dieser Stelle nicht die Rede. Allerdings spricht das Statement später auch von der möglichen „Einführung indigener Ständiger Diakone und Diakoninnen“: Diese könnten der einheimischen Bevölkerung dabei helfen, „die Heiligen Schriften besser zu verstehen“.

In der Synodenaula war auch davon die Rede, dass die Präsenz von Ordensgemeinschaften in der Amazonas-Region „spürbar zurückgeht“. Im brasilianischen Bundesstaat Parà müsse die Kirche deshalb von einer „Präsenz- zu einer Besuchs-Seelsorge“ übergehen. Dem weiß die Synode nur Appelle zu einem erneuerten missionarischen Drive entgegenzusetzen.

“ Evangelisierung nicht auf Hilfsprogrammen aufbauen ”

„Nie darf man dabei der Versuchung nachgeben, eine Evangelisierung nur auf Hilfsprogrammen aufzubauen.“ Die Kirche sei auf der einen Seite von „religiösen Sekten“, auf der anderen von einer „relativistischen Kultur, die aus den Industrieländern herrührt“, bedroht.

Zu den konkreten Vorschlägen auf der Synode gehört der, eine internationale kirchliche Beobachtungsstelle für die Verletzung der Menschenrechte von Indigenen im Amazonasraum einzurichten.

Bischof Kräutler: Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung

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VaticanNews, 14.10.2019
Kräutler: „Skandal, dass es Gemeinden ohne Eucharistiefeier gibt“
Er ist zufrieden mit der Amazonien-Synode: der aus Österreich stammende Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat im Facebook-Live-Gespräch mit Radio Vatikan eine positive Zwischenbilanz zur Bischofsversammlung gezogen.

Montagvormittag in der Vorhalle zur Aula Paolo VI im Vatikan: die Synodenväter gehen zusammen mit Papst Franziskus und den Gästen der Amazonien-Synode in die wohlverdiente Kaffeepause. Unter ihnen ist auch Bischof Kräutler. Nachdem er mit Papst Franziskus und den Bischöfen aus Brasilien ein Gruppenfoto gemacht hat, kommt er zu uns und erläutert, wie die Gespräche am Vormittag verlaufen sind:

„Was mich besonders beeindruckt hat, war ein Indigener, der gleich zu Beginn der Versammlung gesprochen hatte. Er wurde leider am Samstag während seines Redebeitrages unterbrochen. Doch der gute Kardinal Pedro Barreto hat ihn sofort an diesem Montag als Ersten zu Worte kommen lassen. Auf diese Weise konnte der Redner seine Problematik einbringen. Er kommt aus Ecuador und hat im Namen der Indigenen aus Ecuador und anderen Ländern Amazoniens gesprochen. Das war für uns alle eine richtig gute und klare Stellungnahme, die er abgegeben hat.“

“ Die wichtigsten Themen wurden schon angesprochen ”

Ein Drittel der Synode ist mittlerweile schon vorbei. Und es wurden bereits die wichtigsten Themen angesprochen, so Bischof Kräutler.

„Für mich ist die Synode wirklich ein Ereignis für Amazonien, gerade weil der Papst diese Region gewählt hat. Wir haben es schon erwartet, aber es kam dann doch schneller als wir dachten. Wir haben uns natürlich vorbereitet und jede und jeder von uns möchte das einbringen, was sie oder er im Herzen spürt, wenn man über Amazonien spricht.“

Konzerne bedrohen natürlichen Lebensraum
Amazonien brauche „neue Wege“ der Evangelisierung, fuhr der frühere Bischof von Xingu fort. Doch genauso wichtig sei das Augenmerk auf die ganzheitliche Ökologie.

„Ich lebe seit 54 Jahre am Xingu. Dieser Fluss ist ein Beispiel, wie man gegen Flora und Fauna sowie gegen die Menschen, die dort leben, vorgegangen ist. Ich denke an den Staudamm in Belo Monte. Und nun soll wahrscheinlich ein kanadisches Unternehmen kommen, das die Goldvorkommnisse in Amazonien schürfen will. Man spricht von tonnenweise Gold. Sie sollen das zwölf Jahre lang machen dürfen. Was für mich ein besonderes Anliegen ist bei dieser Synode: die priesterlosen Gemeinden in Amazonien brauchen Unterstützung. Es gibt 800 kleine Gemeinden, die weder an Ostern noch an Weihnachten oder anderen Hochfesten einen Priester haben. Sie haben nur Wortgottesdienste. Dass die Eucharistiefeier dort nicht gefeiert werden kann, ist ein Skandal.“

Das dürfe so nicht weitergehen, meint Bischof Kräutler, der fürchtet, damit den aggressiv missionierenden Pfingstkirchen Tür und Tor zu öffnen. In diesem Zusammenhang sieht Bischof Kräutler die Weihe von Diakonninen als Teil einer möglichen Lösung, wie er im Gespräch betont.

Bolsonaro: Amazonien wird kein „globaler Öko-Park“


VaticanNews, 14.10.2019
Bolsonaro: Amazonien wird kein „globaler Öko-Park“
Nach Aussage des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird sich die Amazonas-Region nicht in einen „Öko-Park für die Welt“ verwandeln, wie es die Länder der „ersten Welt“ planten. Diese hätten es lediglich auf die Reichtümer der Region abgesehen, zitieren örtliche Medien am Sonntag aus einer Rede Bolsonaros während eines Besuchs im katholischen Wallfahrtsort Aparecida am Wochenende.

Correio Braziliense, 12.10.2019
Bolsonaro: "Amazônia não será parque ecológico para o mundo"
De acordo com o presidente, países de primeiro mundo "estão de olho no índio, na floresta e nas riquezas mineiras da região"

Samstag, 12. Oktober 2019

Der Traum amazonischer Seminare und Diakoninnen


Teilnehmer am Briefing 12.10.2019
- S.E. Mons. Dom Adriano Ciocca Vasino, Vescovo Prelato di São Félix (Brasile);
- S.E. Mons. Rafael Cob García, Vicario Apostolico di Puyo (Ecuador), Vescovo titolare di Cerbali;
- Rev.do Diacono Francisco Andrade de Lima, Segretario Esecutivo Regionale Nord 1 CNBB (Brasile);
- Rev.da Suora Zully Rosa Rojas Quispe, M.D.R., delle Suore Missionarie Domenicane del Santo Rosario, Membro dell’Equipe itinerante Bajo Madre de Dios, impegnata nella pastorale indigena del Vicariato Apostolico di Puerto Maldonado (Perú) [U.I.S.G.];
- Dott. Paolo Ruffini, Prefetto del Dicastero per la Comunicazione;
- Padre Giacomo Costa, S.I., Segretario della Commissione per l’Informazione.
Il Briefing sarà moderato dalla Vice Direttrice della Sala Stampa della Santa Sede, Cristiane Murray.

CNA, 13.10.2019
Diakonat der Frau in Amazonas-Region angekündigt, "wenn es Papst Franziskus genehmigt"
Ein Bischof, der an der Amazonas-Synode des Vatikans teilnimmt, hat am gestrigen Samstag angekündigt, dass er Frauen in seinen Gemeinschaften zu weiblichen Diakonen weihen wird, wenn die Idee von der Synode empfohlen und von Papst Franziskus genehmigt wird.
Bischof Adriano Ciocca Vasino von der Prälatur São Félix, Brasilien, sagte am 12. Oktober, es gebe Frauen in seiner Gemeinde, die bereits in Theologie ausgebildet sind, und "sie wissen, dass, wenn diese Synode mit der [Erlaubnis] des Papstes die Möglichkeit des Diakons für Frauen eröffnet.... werde ich sie weihen".

VaticanNews, 12.10.2019
Sínodo: o sonho de "seminários amazônicos" e o diaconato feminino
No sexto encontro com os jornalistas na Sala de Imprensa do Vaticano sobre o Sínodo para a Amazônia, a participação dos bispos Adriano Ciocca Vasino, de São Félix (Brasil), Rafael Cob García, Vigário de Puyo (Equador), do diácono brasileiro Francisco Andrade de Lima e da Irmã Zully Rosa Rojas Quispe, missionária dominicana do Santo Rosário, comprometida na pastoral indígena em Puerto Maldonado (Peru).


VaticanNews, 12.10.2019
Aus der Synodenaula: Integrale Bildung für ökologiebewusste Bürger
Zu Beginn der Pressekonferenz an diesem Samstagvormittags ist der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, auf die Besonderheiten der Gespräche bei der Amazonien-Synode eingegangen. Er unterstrich, dass beim Thema „Frauen und Kirche“ eine eigene Synode stattfinden sollte. Dies könne und solle nicht bei der jetzigen Synode das Hauptaugenmerk sein, so Ruffini. Er bezog sich auf die 7. sogenannte Generalkongregation.

VaticanNews, 12.10.2019
#SinodoAmazonico. Educação integral por uma “cidadania ecológica"
O Sínodo Especial para a Região Pan-amazônica prossegue os seus trabalhos: na manhã de sábado (12/10), na presença do Papa Francisco, se realizou a 7° Congregação Geral. Os padres sinodais presentes na Sala eram 175.

VaticanNews, 13.10.2019
Aus der Synodenaula: Keine Angst vor Fehlern haben
Während der Sonntag ein Ruhetag für die Synodenväter war, ging es beim achten Treffen in der Synodenaula am Samstagnachmittag um die Bedeutung des Heiligen Geistes. Mit der achten Generalkongregation – der Vollversammlung bei der Synode – am Samstag, wurde die erste der drei Arbeitswochen der Sondersynode für die panamazzonische Region abgeschlossen. Der Papst war im Saal anwesend. 166 Synodenväter nahmen am Samstagnachmittag an der Versammlung teil.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Briefing vom 10.10.


VaticanNews, 10.10.2019
Aus der Synodenaula: Ein Priester für 5.000 Quadratkilometer
Die Amazonien-Synode ist durch eine große Themenvielfalt geprägt. Greift man gezielt das Thema „viri probati“ auf, so hat dies beispielsweise der brasilianische Bischof von Cruzeiro do Sul, Flavio Giovenale, am Mittwochmorgen eingebracht.

CNA, 10.10.2019
Die Kirche hat Kindstötung im Amazonas-Gebiet bekämpft, erklärt brasilianischer Bischof
Bischof Wilmar Santin von Itabituba in Brasilien hat erklärt, dass die Kirche im Amazonas-Gebiet daran gearbeitet hat, die Praxis des Infantizids – der Tötung von Kindern – unter indigenen Stämmen des Amazonasgebiets zu beenden.

KathPress, 10.10.2019
Drogenhandel, Volksfrömmigkeit und Ökumene Thema bei Synode
Bei der Amazonien-Synode im Vatikan haben Redner am Mittwochabend unter anderem den Drogenhandel in der Region thematisiert sowie die Themen Volksfrömmigkeit, ökumenischen und interreligiösen Dialog angesprochen. Wie bereits in den Vortagen ging es nach Angaben des vatikanischen Presseamts bei der sechsten und vorerst letzten Plenumssitzung der Synode weiter auch um Umweltfragen, die Rechte Indigener, Evangelisierung, die Rolle von Frauen in der Kirche und mögliche Maßnahmen gegen Priestermangel. Ab dem heutigen Donnerstag sollen nach Sprachen geordnete Kleingruppen ihre Arbeit aufnehmen. Plenarrunden finden dann erneut ab Samstag statt.

VaticanNews, 10.10.2019
Hinter den Kulissen der Amazonien-Synode
Die erste Synoden-Woche ist schon fast vorüber. Es wurden schon etliche Themen angesprochen. Für uns dabei ist Gudrun Sailer. Wir sprachen mit ihr.


Vatican News, 10.10.2019
Briefing Sínodo. A Igreja com rosto indígena parte dos ministros da Palavra
Na Sala de Imprensa da Santa Sé, os bispos dom Frei Wilmar Santin, da Prelazia de Itaituba - PA, e dom Medardo de Jesús Henao Del Río, vigário de Mitú, na Colômbia, Irmã Gloria Liniana Franco Echeverri, presidente da Clar, a Conferederação latino-americana dos religiosos, além de Paolo Ruffini e Pe. Giacomo Costa

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Bischof Erwin Kräutler beim Briefing am 9.10.


press.vatican, 9.10.2019
Teilnehmer am Briefing:
- Dott. Carlos Alfonso Nobre, scienziato, Premio Nobel per la Pace 2007, Membro della Comissão de Ciȇncias Ambientais do Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico [CNPq] (Brasile);
- Dott.ssa Ima Célia Guimarães Vieira, Membro della Commissione Nazionale per il Medio-ambiente CONAMA (Brasile);
- S.E. Mons. Erwin Kräutler, C.PP.S., Vescovo Prelato emerito di Xingu (Brasile);
- Dott. Paolo Ruffini, Prefetto del Dicastero per la Comunicazione;
- Padre Giacomo Costa, S.I., Segretario della Commissione per l’Informazione.

Youtube-Kanal von VaticanNews (Video)
Briefing 2019-10-09


Bischof Kräutler: „In Amazonien geht es um Leben und Tod“
Der emeritierte Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat sich dagegen verwehrt, die Lage in Amazonien herunterzuspielen. „Es geht um Tod und Leben. Man darf das nicht herunterspielen und sagen: Es ist eh nicht so arg.“

Das sagte der aus Vorarlberg stammende Bischof am Mittwoch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress in Rom. Kräutler war von 1981 bis 2015 Bischof der brasilianischen Diözese Xingu und ist Mitglied der Amazonien-Synode, die noch bis 27. Oktober im Vatikan tagt.

Er glaube zwar kaum, dass das Bischofstreffen im Vatikan die Sichtweise etwa des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ändern könne. Es gehe jedoch darum, den Standpunkt der Kirche deutlich zu machen. Kräutler sprach sich erneut für Umweltschutz und einen Schutz der Rechte der indigenen Bevölkerung in der Amazonasregion aus.

“ Amazonien ist zunächst für das Leben dieser Völker da ”

„Amazonien ist zunächst für das Leben dieser Völker da. Man darf ihnen ihre Mitwelt nicht einfach stehlen“, so Kräutler. Es könne nicht sein, dass die Menschen vor Ort unter den Folgen „krimineller Brandlegungen“ litten, „weil man Weideland für Rinder gewinnen will oder Sojafelder oder Zuckerrohrfelder anbauen“, so der Amazonas-Bischof.

Brasilien erlebe heute eine „anti-indigene“ Kampagne von Seiten der Politik, sagte Kräutler am Mittwochnachmittag auch vor Journalisten beim offiziellen Synoden-Medienbriefing im vatikanischen Pressesaal. Indigene würden als Hindernis gegen den wirtschaftlichen Fortschritt betrachtet. Insgesamt habe die Kirche die Pflicht, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt darauf zu lenken, was in Amazonien passiere. Genau deshalb habe der Papst die Synode einberufen.
Scharfe Kritik an Wasserkraftwerk

Einmal mehr übte der Bischof auch Kritik an Projekten wie dem Wasserkraftwerk Belo Monte, das „verheerende Auswirkungen“ auf die Menschen und die Umwelt vor Ort habe. Kräutler hatte sich mit vielen anderen über Jahre vergeblich gegen den Mega-Staudamm am Xingu nahe seiner Bischofsstadt Altamira ausgesprochen.

Belo Monte sei auch im Ausland mit dem Argument des Ausbaus von „Grüner Energie“ beworben worden, so Kräutler. „Aber wenn wir die Auswirkungen auf das Ökosystem sehen - wie können wir sagen, dass das grüne Energie ist?“ Brasilien brauche keine derartigen Wasserkraftwerke, plädierte der Bischof für den Ausbau der Nutzung von Sonnenenergie zur Deckung des Energiebedarfs.

Für „viri probati“ und Frauendiakonat

Auf mehrfache Nachfrage von Journalisten äußerte sich Bischof Kräutler auch zur viel diskutierten Frage nach einer möglichen Priesterweihe älterer verheirateter Männer („viri probati“). Viele Gemeinden im Amazonas-Regenwald könnten sich wegen des Priestermangels nur ein oder zwei im Jahr zur Eucharistiefeier versammeln, schilderte Kräutler einmal mehr. Die Eucharistie aber sei „Kern unseres Glaubens“, so der Bischof.

Die Kirche müsse daher dafür sorgen, dass die Menschen nicht nur Wortgottesdienste feiern könnten, sondern sich auch zur Eucharistiefeier um den Altar versammeln. Deshalb müsse über neue Wege auch zum Priestertum nachgedacht werden.

“ Es geht nicht um Zölibat - Ja oder Nein ”

„Es geht nicht um Zölibat - Ja oder Nein. Es geht um die Eucharistiefeier. Wenn Tausende und Abertausende von Gemeinden nur ein oder zwei Mal im Jahr Eucharistie feiern, muss sich die Kirche etwas einfallen lassen“, sagte Kräutler auch im Kathpress-Interview. Die Eucharistie sei der Höhepunkt des Glaubens. Der Zölibat könne daher nicht darüber gestellt werden, so der Bischof: „Es geht darum, dass die Menschen einen Zugang zur Eucharistie haben. Sie haben ein Recht darauf. Jesus hat nicht gesagt: ‚Wenn ihr wollt, dann könnt ihr‘. Sondern: ‚Tut dies zu meinem Gedächtnis.‘" Daher stelle sich die Frage, ob Eucharistie nur möglich sein könne, „wenn ein zölibatärer Mann da ist“.

Priestermangel sei nicht nur in der Amazonasregion ein Problem. Auch durch Gemeindezusammenlegungen würden „Priester verheizt“, und der direkte Kontakt zu den Leuten immer schwieriger. Auch in Österreich gebe es christliche Gemeinden, an denen zu Weihnachten, Ostern, in der Karwoche oder am Patronatsfest kein Priester da sei. Die Frage der „viri probati“ stelle sich daher „ganz sicher“ auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz, so Kräutler.

Frauen in der Kirche aufwerten

Um die Seelsorge zu verbessern und die Rolle von Frauen in der Kirche zu stärken, sprach er sich zudem für ein weibliches Diakonat aus: „So wie man heute vom permanenten Diakon spricht, kann man doch auch von einer permanenten Diakonissin sprechen. Das gab es auch in der Urkirche. Ich sehe da absolut keine Schwierigkeiten.“ Es reiche nicht, immer nur von einer Aufwertung der Frau in der Kirche zu reden oder ihr für Blumenschmuck und Sonntagslesungen zu danken. Die Frage sei drängend und dürfe nicht aufgeschoben werden. Das Thema werde auch bei der Synode eingebracht, die sich jedoch noch ganz am Anfang befinde.


KathPress, 10.10.2019
Brasilianischer Forscher mahnt bei Synode zu mehr Klimaschutz
Zu Amazonien-Synode im Vatikan geladener Experte Carlos Nobre: "Vielleicht bleiben uns noch 15 bis 20 Jahre, um die Treibhausemissionen zu reduzieren und die große Klimakrise zu vermeiden"
Der brasilianische Klimaforscher Carlos Afonso Nobre hat weltweit dringendes Handeln zum Klimaschutz gefordert. "Vielleicht bleiben uns noch 15 bis 20 Jahre, um die Treibhausemissionen zu reduzieren und die große Klimakrise zu vermeiden", sagte Nobre bei einem Pressetermin in Rom zur im Vatikan laufenden Amazonien-Synode. Nobre, der u.a. für den 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Weltklimarat IPCC tätig war, nimmt als geladener Experte an der Synode teil. Bei dem Bischofstreffen (6.-27. Oktober) geht es auch um Umweltfragen.

Die Amazonas-Region habe als "ökologisches Herz" des Planeten auch großen Einfluss auf den Klimawandel. Diesen zu leugnen, bezeichnete der Brasilianer als "eine der größten Bedrohungen" der Welt. Es sei nicht mehr weit bis zum Erreichen eines "point of no return". Nobre forderte auch die Wissenschaft auf, Lösungsvorschläge zu machen. Dabei berichtete er über ein zehnseitiges Dossier, das mehrere Forscher anlässlich der Amazonien-Synode erstellt haben.

Unter anderem warb der Brasilianer für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell, das auch den indigenen Völkern in der Amazonas-Region zu Gute komme. Die Bischofssynode zu Amazonien bezeichnete er als "sehr hilfreich", um die Menschen daran zu erinnern, dass sie ihr Leben ändern müssten, wie dies auch Papst Franziskus in seiner Sozial- und Umweltenzyklika "Laudato si" (2015) fordert.

Ima Celia Guimares Vieira, Mitglied des nationalen brasilianischen Umweltrates CONAMA und ebenfalls als Expertin der Synode geladen, rief bei dem Medientermin zum Erhalt der Artenvielfalt in Amazonien auf. Besonders erwähnte sie auch den Schutz jener Völker, die in freiwilliger Isolation leben. Ihre Gebiete müssten respektiert werden.


VaticanNews, 10.10.2019
Amazonas-Synode berät u.a. über „viri probati“ und Frauen
180 Synodenväter haben am Mittwochabend an der 6. Vollversammlung der Amazonas-Sondersynode im Vatikan teilgenommen; auch der Papst war dabei. Bei den Debattenbeiträgen ging es u.a. um den Drogenhandel am Amazonas und seine zerstörerischen Folgen.

Katholisch.de, 9.10.2019
Amazonas-Synode diskutiert über "viri probati" und Frauendiakonat
Wie stehen die Chancen für verheiratete Priester?
Schon in den ersten Sitzungen der gerade angelaufenen Amazonas-Synode waren sie Thema: "viri probati" – verheiratete Priester. Doch wie groß sind die Chancen, dass es sie tatsächlich geben wird – in Amazonien und anderswo? Aktuelle und frühere Wortmeldungen von Kirchenvertretern könnten Aufschluss geben.

Katholisches.info, 10.10.2019
Kräutler: „Es gibt keine Alternative zu verheirateten Priestern“
Am Montag, erster Synodentag, sprach sich Kardinal Claudio Hummes, der Generalrelator der Synode, für die Abschaffung des priesterlichen Zölibats aus. Applaus in der Synodenaula, wie die Presseabteilung der Synodenregie wissen läßt.
Am Dienstag, zweiter Synodentag, wurde die Forderung von „einigen Synodenvätern“ bekräftigt. Man solle es zumindest versuchen und könne dann ja „mit der Zeit, die Gültigkeit dieser Erfahrung prüfen“, so Vatican News.
Zu den Vorschlägen Synodenvätern gehört auch, „an die Möglichkeit einer Diakonatsweihe für die Frauen zu denken, um ihre kirchliche Berufung aufzuwerten“.

Kath.de, 11.10.2019
Was ist katholisch?
Zölibat und der andauernde Ausschluss von Frauen aus Entscheidungsfindungsprozessen (bei der Amazonien-Synode ist keine Frau stimmberechtigt!) drohen ebenso zum identitären Feigenblatt einer katholischen Kirche zu werden, in der diejenigen sich durchsetzen, die vergessen, wo das Herz der Kirche tatsächlich schlägt.

VaticanNews, 9.10.2019
Briefing Sínodo:
Floresta amazônica à beira do colapso e Eucaristia em primeiro lugar

Na Sala de Imprensa da Santa Sé, as intervenções do cientista brasileiro prêmio Nobel da Paz, Carlos Alfonso Nobre, do bispo emérito da Prelazia do Xingu - PA, dom Erwin Kräutler, e da ecologista brasileira, Irma Celia Guimarães Vieira. Ainda, Paolo Ruffini, Pe. Giacomo Costa e Cristiane Murray

VaticanNews, 9.10.2019
Bispos brasileiros falam sobre os trabalhos sinodais desta 4ª feira
Entre os entrevistados pela Rádio Vaticano - Vatican News, o bispo da Diocese de São Gabriel da Cachoeira - AM, Dom Edson Taschetto Damian, que nesta quarta-feira falou na Sala do Sínodo sobre a Teologia indígena, e o bispo da Diocese de Grajaú - MA, Dom Frei Rubival Cabral Britto, que nos falou sobre este terceiro dia de trabalhos sinodais. Ouvimos também o bispo emérito da Prelazia do Xingu – PA, Dom Erwin Krautler.

CIMI, 10/10/2019
“Sustentamos a opção pelos pobres. Se calarmos, as pedras falarão”, afirmou dom Erwin Kräutler
Em coletiva oficial do Sínodo na tarde de ontem (09), bispo do Xingu percorreu a dimensão social da fé e o compromisso de ser “denúncia” diante toda forma de violência.

Dienstag, 8. Oktober 2019

Bischof Kräutler ins Informations-Komitee gewählt


Erzdiözese Wien, 8.10.2019
Kräutler in Kommunikationsausschuss der Amazonien-Synode gewählt
Gremium spielt wesentliche Rolle bei medialer und öffentlicher Vermittlung der Inhalte der dreiwöchigen Beratungen im Vatikan. Zeitplan der Synode sieht zunächst abwechselnd Plenumstreffen und Kleingruppenberatungen vor. Am 21. Oktober wird den Synodalen ein erster Entwurf für ein Schlussdokument präsentiert.

CNA, 8.10.2019
Amazonassynode:
Mitglieder der Kommission zur Erarbeitung des Abschlussdokuments gewählt
Die 176 Synodenväter, die gestern bei der zweiten Vollversammlung in der Synodenaula anwesend waren, haben sowohl die Mitglieder der Kommission gewählt, die das Abschlussdokument erarbeiten werden und jene, die der Kommission für Information angehören sollen.

Die Mitglieder der Kommission für die Erarbeitung des Abschlussdokuments sind:
Monsignore Mario Antonio Da Silva, Bischof von Roraima (Brasilien); Monsignore Héctor Miguel Cabrejos Vidarte, Erzbischof von Trujillo und Präsident der peruanischen Bischofskonferenz; Monsignore Nelson Jair Cardona Ramírez, Bischof von San José del Guaviare (Kolumbien) und Monsignore Sergio Alfredo Gualberti Calandrina, Erzbischof von Santa Cruz de la Sierra (Bolivien).
Diese gewählten Bischöfe kommen zu den bereits festgelegten Mitgliedern der Kommission hinzu, die aus dem Präsidenten, Kardinal Claudio Hummes, dem Generalsekretär der Synode, Monsignore Mario Grech, und den beiden Sondersekretären Kardinal Michael Czerny und Bischof David Martínez de Aguirre Guinea besteht.
Drei vom Papst ernannte weitere Mitglieder werden in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben.

Als Mitglieder der Kommission für Information wurden gewählt:
Bischof Erwin Kräutler, emeritierter Bischof und Prälat von Xingu (Brasilien), Monsignore Rafael Cob García, Apostolischer Vikar von Puyo (Ecuador); Monsignore José Ángel Divassón Cilveti, Apostolischer Vikar von Puerto Ayacucho (Venezuela); und der italienische Jesuiten und Chefredakteur der Zeitschrift La Civiltà Cattolica, Pater Antonio Spadaro.
Diese Bischöfe schließen sich dem Journalisten Paolo Ruffini an, der Präfekten des Dikastierums für die Kommunikation ist. Ebenso gehörten bereits zur Informationskommission der Direktor des Presseamtes des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, der päpstliche Mediendirektor des Dikasteriums für die Kommunikation, Andrea Tornielli, die Ordensschwester Maria Ines Lopes dos Santos, Beraterin der brasilianischen Bischofskonferenz in deren Kommission für Amazonien, sowie Mauricio López Oropeza, Generalsekretär des kirchlichen Netzwerks für Amazonien (REPAM).


Vatican News, 8.10.2019
Erste Beratungen auf der Synode
176 Synodenväter waren bei der 2. Generalkongregation der Synode im Saal, dazu Papst Franziskus und eine ungenannte Zahl von Gästen und Experten. 

vorarlberg.orf.at, 7.10.2019

Kräutler sieht wichtige Rolle der Frauen
Im Vatikan hat am Sonntag die dreiwöchige Amazonas-Synode begonnen. Die katholischen Bischöfe beraten über neue Formen der Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern, über die Rechte der indigenen Völker und die Umweltsituation. Alt-Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit Jahren für diese Themen ein. 

VaticanNews, 6.10.2019
Kräutler: Amazonien-Synode hat Kraft zu Reformen
Die Amazonien-Synode hat die Kraft, Reformen anzustoßen und eine „Initialzündung für die Kirche“ zu werden. Das sagt der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler im Interview der „Tiroler Tageszeitung“ von diesem Sonntag. 

Montag, 7. Oktober 2019

Amazonien-Synode beginnt mit Appell zu Veränderungen

Vatican News, 7.10.2019
Amazonien-Synode will ökologisch nachhaltig sein
Der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, hat zur Eröffnung der Amazonien-Synode an deren Besonderheiten erinnert. Eine davon: das Bischofstreffen ist ökologisch nachhaltig organisiert.

Vatican News, 7.10.2019
Amazonien-Synode nimmt Fahrt auf
Die Amazonien-Bischofssynode hat am Montag im Vatikan ihre Arbeit aufgenommen. In einer kurzen, frei gehaltenen Ansprache mahnte Papst Franziskus zu mehr Sensibilität im Umgang mit indigenen Kulturen am Amazonas.

Religion.orf.at, 7.10.2019
Scharfe Papst-Kritik an Diskriminierung Indigener
Papst Franziskus hat zu Beginn der Beratungen der Amazonien-Synode zu mehr Sensibilität im Umgang mit indigenen Kulturen am Amazonas aufgerufen. Zugleich hat er scharf jede Diskriminierung von Indigenen kritisiert.

Domradio, 7.10.2019
Synode im Vatikan beginnt mit Appell zu Veränderungen
"Keine Angst vor dem Neuen haben"
Die Kirche darf keine Angst vor dem Neuen haben, mit diesen Worten hat der Generalrelator der Synode, Kardinal Claudio Hummes, mit dem ersten Vortrag die Beratungen der Amazonas-Synode eingeleitet. Er hat die Synode gleich mit umstrittenen Themen gestartet.

vorarlberg.orf.at, 7.10.2019
Kräutler sieht wichtige Rolle der Frauen
Im Vatikan hat am Sonntag die dreiwöchige Amazonas-Synode begonnen. Die katholischen Bischöfe beraten über neue Formen der Seelsorge in Gebieten mit wenigen Priestern, über die Rechte der indigenen Völker und die Umweltsituation. Alt-Bischof Erwin Kräutler setzt sich seit Jahren für diese Themen ein.

dbk, 7.10.2019
Statement von Kardinal Reinhard Marx


Vatican News, 7.10.2019
Papa: o Espírito Santo é o protagonista do Sínodo
O Papa Francisco fez a saudação inicial aos participantes do Sínodo dos Bispos para a Amazônia pedindo coragem e prudência.


Sínodo Amazónico
Relación del Relator General: Claudio Card. Hummes




Teilnehmer der Amazonas-Synode >>

Sonntag, 6. Oktober 2019

Eröffnungsgottesdienst zur Synode: Papst weckt Hoffnung auf Reformen

Papstgeflüster, 6. Oktober 2019
Appell für Reformen
Papst Franziskus hat zum Auftakt der Amazonassynode zu mutigen und klugen Reformen aufgerufen. In seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst warnte er am Morgen, Benedikt XVI. zitierend: „Die Kirche darf sich keinesfalls auf eine Pastoral der ‚Aufrechterhaltung‘ beschränken, die auf jene ausgerichtet ist, die das Evangelium Christi bereits kennen.“ Klugheit dürfe, so Franziskus weiter mit Verweis auf den Katechismus, weder mit Ängstlichkeit noch mit Schüchternheit verwechselt werden. Vielmehr gehe es um eine „wagemutige Klugheit“. Damit weckt Franziskus weitere Hoffnungen auf Veränderung und Reformen bei den bevorstehenden Beratungen.

VaticanNews, 6.10.2019
Amazonien-Synode startet mit Messe von Papst Franziskus
„Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ – unter diesem Motto tritt ab diesem Sonntag eine Sonder-Bischofssynode im Vatikan zusammen. Papst Franziskus eröffnete sie mit einer Messe in Sankt Peter.

Religion.orf.at, 6.10.2019
Papst sieht „zerstörerische Interessen“ an Amazonien
Papst Franziskus hat beim Eröffnungsgottesdienst zur Synode Ausbeutung und Umweltvernichtung im Amazonasgebiet angeprangert. „Das von zerstörerischen Interessen gelegte Feuer wie jenes, das kürzlich das Amazonasgebiet verwüstet hat, ist nicht das aus dem Evangelium“, sagte der Papst in seiner Predigt.

VaticanNews, 6.10.2019
Kräutler: Amazonien-Synode hat Kraft zu Reformen
Die Amazonien-Synode hat die Kraft, Reformen anzustoßen und eine „Initialzündung für die Kirche“ zu werden. Das sagt der brasilianisch-österreichische Bischof Erwin Kräutler im Interview der „Tiroler Tageszeitung“ von diesem Sonntag.

Der Standard, 6.10.2019
Amazonas-Bischof: "Brasiliens Regierung will uns mundtot machen"
Der Österreicher Erwin Kräutler hat die Amazonas-Synode im Vatikan mit vorbereitet. Der Regierung von Jair Bolsonaro sagt er den Kampf an

Spiegel-Online, 5.10.2019
Amazonas-Synode in Rom
Franziskus' dicke Brocken
Die Länder Süd- und Mittelamerikas sind Herzland der katholischen Kirche - doch die Probleme sind gewaltig. Bei einer Synode im Vatikan suchen der Papst und mehr als hundert Bischöfe nach Lösungen. Und überall lauern Fallen.




Liste der Synoden-Teilnehmer:
ELENCO DEI MEMBRI SECONDO IL TITOLO DI PARTECIPAZIONE

Montag, 30. September 2019

Vor der Amazonas-Synode: Liebe, Sex und Priestertum


BR24, 29.09.2019
Priester legen vor ihrer Weihe das Versprechen ab, zölibatär, also ehelos zu leben. Doch nicht wenige Geistliche halten sich im Berufsleben nicht daran: Sie führen heimliche Beziehungen oder werden Väter. Damit riskieren sie ihren Job - bis jetzt.

"Um des Himmelreiches Willen", heißt es im Gesetzbuch der katholischen Kirche, gelte für Priester der Zölibat. Schon bei der Weihe zum Diakon legen Priesteramtsanwärter ihr Versprechen ab, künftig ehelos zu bleiben. Ab diesem Zeitpunkt müssen sie enthaltsam leben, Heirat ausgeschlossen.
Priester in Beziehung: "Solange niemand etwas sagt, sag‘ ich auch nichts."

Es sei denn, sie lassen sich Kraft Kirchenrecht wieder in den Laienstand zurückversetzen – so wie es Karl Loemke schweren Herzens getan hat. Der ehemalige Priester war von seinem Bischof beurlaubt worden, als dieser von der Beziehung erfuhr. Liebe und Priesteramt: beides geht eben nicht. Zumindest nicht öffentlich, sagt Loemke. Das Perfide sei, so der Ex-Priester, dass ihm sein Bischof bei einem Treffen einmal gesagt habe: "Ich könnte Ihnen auf Anhieb zehn im Amt sagen, die unter der verdeckten Hand einfach eine Beziehung leben, aber solange niemand etwas sagt, sag‘ ich auch nichts."


Das Erste, 29.9.2019
Video: Außen homophob, innen schwul?
Das Buch "Sodom" über die katholische Kirche
Die Mehrheit der Männer im Vatikan ist schwul, behauptet Frédéric Martel. Und gerade die homosexuellen Vertreter würden eine Erneuerung der Kirche verhindern. Im Buch "Sodom" berichtet er von Intrigen und Liebesbeziehungen im Vatikan.


Katholisches.info, 24.9.2019
Verheiratete Priester? Was Bischöfe des deutschen Sprachraums dazu sagen
Eine (wahrscheinlich unvollständige) Aufstellung:

Bischof Georg Bätzing von Limburg („Zölibat besser freiwillig“),
Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück („Zölibat durch andere Lebensformen ergänzen“, „Priester mit Familie und Zivilberuf vorstellbar“),
Bischof Büchel von Sankt Gallen („Priester werden können, ohne sich dem Zölibat zu verpflichten“),
Erzbischof Stephan Burger von Freiburg („der Papst kann das ändern“),
Bischof Helmut Dieser von Aachen („in Zukunft verheiratete Priester möglich“),
Bischof Benno Elbs von Feldkirch („sehr sinnvoll, daß verheiratete Männer geweiht werden“),
Bischof Gerhard Feige von Magdeburg („durchaus denkbar“),
Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart („viri probati weihen“),
Bischof Hermann Glettler von Innsbruck („kann ich mir vorstellen“),
Bischof Felix Gmür von Basel („Bistum kann sich verheiratete Priester vorstellen“),
Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt („Abkehr vom Zölibat ist möglich, aber kein Zauberstab“)
Bischof Franz Jung von Würzburg („verheiratete Priester vorstellbar“),
Erzbischof Heiner Koch („das Zölibat kann natürlich aufgehoben werden, aber es wäre schon gravierend“)
Bischof Peter Kohlgraf von Mainz („Zölibat kein Dogma“, „für freiwilligen Zölibat“, „Bischofskonferenzen sollen entscheiden“),
Erzbischof Reinhard Kardinal Marx von München-Freising („wir müssen handeln und Ehelosigkeit von Priestern überprüfen“, „offen für verheiratete Priester“)
Bischof Ulrich Neymeyr von Erfurt („viri probati zu Priestern weihen“),
Bischof Stefan Oster von Passau („halte verheiratete Priester für möglich“),
Bischof Franz-Josef Overbeck von Essen („Zölibat muß zur Diskussion stehen“),
Bischof Manfred Scheuer von Linz („verheiratete Priester sind meine Hoffnung“),
Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg („Dispens vom Zölibat“),
Kardinal Christoph Schönborn („schließe Ehe für Priester künftig nicht aus“),
Bischof Alois Schwarz von Sankt Pölten („es braucht beide Lebensformen“, „Priester mit Ehering gut vorstellen“),
Bischof Heiner Wilmer von Hildesheim („müssen ernsthaft über die Wege der Zulassung zum Priestertum diskutieren“).
Bischof Ägidius Zsifkovics von Eisenstadt („ein Sowohl-als-Auch ist vorstellbar“).


CNA-Deutsch, 4.10.2019
Amazonassynode: Alles, was Sie wissen müssen
In den nächsten Tagen beginnt in Rom die Bischofssynode für Amazonien, die vom Papst einberugen wurde, um "neue Wege für die Evangelisierung dieses Teils des Volkes Gottes" zu finden. Das Instrumentum Laboris, das am 17. Juni veröffentlicht worden war, stieß jedoch auf Kritik.

Donnerstag, 26. September 2019

Bolsonaros UNO-Rede erzürnt Indigene


VaticanNews, 26.9.2019
Die Rede des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro am 24. September 2019 bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat bei Indigenen und deren Fürsprechern Wut ausgelöst. Unter ihnen Erzbischof Roque Paloshi von Porto Velho, Präsident des Indigenen-Missionsrates CIMI.

„Die Vision eines indigenen Anführer repräsentiert nicht die aller Indigenen in Brasilien“, sagte Bolsonaro. Zudem sprach er von einem „Informationskrieg“ von ausländischen Regierungen, die Indigenen-Führer manipuliere. Viele deuteten die Worte des Staatsoberhaupts als eine Spitze gegen Raoni Metuktire, Häuptling des Kayapo-Volkes. Der 89-Jährige ist für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen und gilt als internationale Symbolfigur für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes und indigene Kulturen.
Raoni äußerte sich einen Tag danach selbst zu den Vorwürfen: „Bolsonaro hat gesagt, ich sei kein Führer. Aber er ist es, der kein Anführer ist und gehen sollte.“
Mehrere Vertreter indigener Völker wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Erzbischof Paloshi sagte, die Menschenwürde von Raoni sei vom Präsidenten international verletzt worden. „Indem er Raoni und andere indigene Führer ‚manipulierbar‘ nennt, enthüllt der Präsident seine Gedanken und Gefühle voller Vorurteile und Rassismus, gekennzeichnet durch mangelndes Wissen oder bösartigen Glauben über dieses Thema“.
Für den Erzbischof, der an der Amazonas-Synode 6. bis 27. Oktober in Rom teilnehmen wird, „fördert die Aggressivität der Reden des Präsidenten und der Mitglieder seiner Regierung die Gewalt gegen die Gebiete und das Leben der Ureinwohner“.


Kathpress, 26.9.2019
Kirche solidarisch mit von Bolsonaro attackiertem Indio-Häuptling
Amazonas-Erzbischof Paloschi nach UN-Rede des brasilianischen Präsidenten: "Aggressive" Sprache Bolsonaros fördert Gewalt gegen Ureinwohner - Indigenen-Missionsrat CIMI registrierte im Vorjahr Anstieg bei Tötungsdelikten, auch Zahl der Gebietsverletzungen in Reservaten nahm zu


Der Standard, 25.9.2019
Klimagipfel
Laut Bolsonaro ist Amazonas weder zerstört noch ein Erbe der Menschheit
Nach der weltweiten Kritik an seiner Umweltpolitik ist Jair Bolsonaro international isoliert
"Ich bin hier, um die Wahrheit wiederherzustellen", sagte Bolsonaro gleich zu Beginn vor den versammelten Staats- und Regierungschefs. Er attackierte die Medien, die ein "Lügengerüst" über den Amazonas-Regenwald aufgebaut hätten und einen "Informationskrieg" führten. "Unser Amazonas-Regenwald ist nicht vom Feuer zerstört", wie die Medien berichtet hätten. Überdies sei es ein Trugschluss zu sagen, dass das Amazonasgebiet das Erbe der Menschheit ist, ebensowenig sei das Amazonasgebiet die Lunge der Welt, wie Wissenschafter fälschlich behaupteten.
Schnell machte Brasiliens rechter Präsident deutlich, dass er die Schutzgebiete für die Ureinwohner für zu groß hält und sie wirtschaftlich ausbeuten will. Bodenschätze wie Gold, Uran, Diamanten, Kupfer gebe es dort, zählte er auf. "Der Indianer will nicht arm auf einem reichen Land wohnen", schlussfolgerte Bolsonaro. Als "neue Stimme der Indianer" präsentierte er Ysane Kalapalo, die Bolsonaro schon im Wahlkampf begleitet hatte. Sie habe das Vertrauen und das Prestige der Kaziken, sagte er. Doch das stimmt nicht, das Gegenteil ist der Fall.
14 angesehene Anführer der Xingu distanzierten sich von Kalapalo und zeigten sich empört darüber, dass sie in New York als Vertreterin der brasilianischen Ureinwohner auftritt. Sie sei von niemandem nominiert worden, hieß es in einem Brief der Kaziken. Mit der Einladung zeige die brasilianische Regierung, dass sie das Volk der Xingu nicht respektiere.


Samstag, 21. September 2019

Schönborn und Kräutler nun offiziell Teilnehmer bei Amazonien-Synode


VaticanNews, 21.9.2019
Vatikan gibt Teilnehmerliste der Amazonas-Synode bekannt
Der Vatikan hat die endgültige Teilnehmerliste für die Amazonassynode herausgegeben. Wie bereits bei der ersten Vorstellung der Zusammensetzung angegeben, kommt ein großer Teil der Teilnehmer aus dem Amazonasgebiet. Doch auch Mitglieder aus dem deutschen Sprachraum sind vertreten.

Wie aus der am Samstag veröffentlichten Teilnehmerliste hervorgeht, hat Papst Franziskus die Kardinäle Marx, Schönborn und Hollerich (dieser wird am 5. Oktober in den Kardinalsstand erhoben) zu Mitgliedern der Sonderversammlung der Bischofssynode für Amazonien ernannt. Kardinal Schönborn gehört seit einigen Jahren dem zwölfköpfigen begleitenden Rat des Generalsekretariats der Bischofssynode an, das als zuständige Kurieneinrichtung die Bischofssynoden vorbereitet.

In der Gruppe der Bischöfe des Amazonasgebietes ist erwartungsgemäß auch der deutsche Bischof von Óbidos, Johannes Bahlmann, vertreten. Ebenso der emeritierte Amazonas-Bischof Erwin Kräutler konnte auf der Teilnehmerliste nicht fehlen. Er war als Mitglied des 18-köpfigen vorsynodalen Rates bereits federführend in die Vorarbeiten der Synode eingebunden. Unten den Experten findet sich die in Peru lebende deutsche missionsärztliche Schwester Birgit Weiler. Die CELAM-Beraterin war bereits für die Vorarbeiten der Synode im März im Vatikan dabei.

Auf besondere Einladung kommen hingegen unter anderem Adveniat-Hauptgeschäftsführer Michael Heinz, Misereor-Chef Pirmin Spiegel sowie Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber, seines Zeichens Mitglied der Päpstlichen Wissenschaften, in den Vatikan. Unter den eigens Eingeladenen ist auch der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon. Ebenso Indigenenvertreter sowie „brüderliche Delegierte“ anderer Konfessionen, die im Amazonasgebiet tätig sind, werden ankündigungsgemäß an den Arbeiten teilnehmen, genauso wie die Leiter der besonders involvierten Dikasterien.

Leitungsgremium ist bestätigt
Der brasilianische Kardinal und Panamazonien-Netzwerk-Präsident Claudio Hummes wird wie bereits bekannt als Generalrelator der Synode wirken. Ihm zur Seite stehen zwei Synoden-Sondersekretäre: David Martinez de Aguirre Guinea, der Apostolische Vikar von Puerto Maldonado in Peru, sowie Pater Michael Czerny, Untersekretär der Sektion Migranten und Flüchtlinge des vatikanischen Dikasteriums für die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen.

Synodenmitglieder von Amts wegen sind die Ortsbischöfe der betreffenden Region, also Amazonas-Bischöfe aus Bolivien, Brasilien, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela, Französisch-Guayana, Guayana und Suriname sowie die Spitzen von sieben Bischofskonferenzen, Vertreter der römischen Kurie und die Leitung des kirchlichen Panamazonien-Netzwerks REPAM sowie die Mitglieder des Vorbereitungsgremiums. Hinzu kommen 15 Ordensdelegierte und mehrere vom Papst direkt persönlich ernannte Teilnehmer.

Insgesamt 185 Synodenteilnehmer werden vom 6. bis zum 27. Oktober im Vatikan über die drängenden Fragen des Amazonasgebietes beraten. Für gewöhnlich wird der Papst als Präsident den Arbeiten vorstehen, faktisch geleitet werden diese jedoch durch die delegierten Präsidenten, die Franziskus vor Kurzem ernannt hatte. Es sind Kardinal Baltazar Enrique Porras aus Venezuela, Erzbischof Pedro Ricardo Barreto aus Peru und der brasilianische Kurienkardinal Joao Braz de Aviz.

Kathpress, 20.9.2019
Kräutler fordert vor Amazonassynode "Erneuerung der Kirche jetzt"
Bischof Erwin Kräutler ist überzeugt, dass das Anliegen einer Weihe sogenannter "viri probati" (bewährte Männer) von den Bischöfen der Amazonasregion bei der ins Haus stehenden Amazonien-Synode im Vatikan mehrheitlich vertreten werden wird. Es werde nicht zuletzt an der "Überzeugungskraft und gemeinsamen Entschlossenheit" der Amazonien-Bischöfe liegen, dem Papst bei der Synode aufzuzeigen, "warum unserer Erfahrung und Einsicht nach die Zeit reif sei, wenigstens für viri probati", schreibt Kräutler in seinem neuen Buch. Unter dem Titel "Erneuerung jetzt - Impulse zur Kirchenreform aus Amazonien" ist es dieser Tage im Tyrolia-Verlag erschienen.


Die Tagespost, 26.9.2019
Drehscheibe ist das Sekretariat
Wer an der Amazonas-Synode teilnimmt und wer sie wirklich leitet.

Kathpress-Dossier
Fragen und Antworten rund um die Amazonien-Synode


Teilnehmer der Amazonas-Synode >>

Freitag, 20. September 2019

Investoren besorgt über Brasiliens Amazonas-Politik

ORF, 19.9.2019
Investoren besorgt über Amazonas-Gebiet
Zahlreiche Investoren haben die brasilianische Regierung zu einem entschlossenen Kampf gegen die Abholzung und Brände im Amazonas-Gebiet aufgerufen. „Als Anleger sehen wir die Abholzung und deren Folgen für Artenvielfalt und Klima als ein systemisches Risiko für unsere Portfolios“, hieß es in einem gestern veröffentlichten Brief von 230 Pensionsfonds, Vermögensverwaltungsgesellschaften und Kreditinstituten. Eigenen Angaben zufolge verwalten die Unternehmen insgesamt 16,2 Billionen US-Dollar (14,7 Billionen Euro).
Zuletzt hatte die Zahl der Abholzungen und Brände im Amazonas-Gebiet kräftig zugelegt. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die bereits abgeholzten Flächen danach in Brand gesteckt, um neue Weideflächen zu schaffen. Die Regierung des ultrarechten und wirtschaftsliberalen Präsidenten Jair Bolsonaro will das für den internationalen Klimaschutz bedeutende Amazonas-Becken künftig noch stärker wirtschaftlich nutzen und war deshalb zuletzt weltweit in die Kritik geraten.
Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen des offenen Briefes riefen die Regierung dazu auf, durch bessere Kontrollen die illegale Abholzung zu unterbinden und den legalen Holzeinschlag deutlich zu reduzieren.


WAZ, 19.9.2019
Angst um Image und Geschäfte
Investoren fordern Schutz des Amazonas
Wegen der Empörung über den Raubbau an der Natur bangen immer mehr Firmen um Prestige und langfristige Geschäftsmodelle. Unternehmen kaufen nicht mehr in Brasilien ein, andere prüfen ihre Investments. Selbst vom mächtigen Agrarsektor bekommt Bolsonaro Kontra.


Der Standard, 19.9.2019
Investoren fordern Schutz des Amazonas-Regenwalds
230 Pensionsfonds, Banken und Vermögensverwalter fürchten um ihr Image und appellieren an Brasilien, Brandrodungen und Abholzung zu stoppen

Mittwoch, 18. September 2019

Nationalrat für Veto gegen EU-Mercosur-Abkommen


Katholisch.at, 17.9.2019
Kirche bestärkt internationales Bündnis gegen Mercosur-Abkommen
Welthaus der Diözese Graz-Seckau, Dreikönigsaktion und argentinische NGO appellieren in offenem Brief an Abgeordnete im EU-Unterausschuss des Nationalrats
Zahlreiche kirchliche Einrichtungen aus Österreich unterstützen das Anliegen eines internationalen Bündnisses, das in einem offenen Brief an die Abgeordneten im EU-Unterausschuss des österreichischen Nationalrats appelliert, das Mercosur-Abkommen nicht zu ratifizieren. Das umstrittene Abkommen zwischen EU und mehreren lateinamerikanischen Staaten drohe, mit einer Ausweitung der Soja- und Fleischproduktion die ohnehin kritische Situation auf dem Subkontinent weiter zu verschärfen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben.

Parlamentskorrespondenz Nr. 905 vom 18.09.2019
Pressedienst der Parlamentsdirektion, 18.9.2019 (APA)
SPÖ, FPÖ und JETZT setzen sich im EU-Unterausschuss mit Forderung nach Veto gegen Mercosur-Abkommen durch
ÖVP lehnt Handelsabkommen derzeit ab und will substanzielle Änderungen, NEOS wollen Sanktionsmöglichkeiten verankern

Die Presse, 18.9.2019
Nationalrat fixiert Veto gegen EU-Mercosur-Abkommen
Der Nationalrat verpflichtet die aktuelle und künftige Bundesregierung zu einem Nein gegen das neue EU-Handelsabkommen mit südamerikanischen Ländern.

Salzburger Nachrichten, 18.9.2019
Österreich kippt EU-Mercosur-Abkommen
Der EU-Unterausschuss im Nationalrat hat am Mittwoch gegen das EU-Mercosur-Abkommen votiert. Damit wird die Regierung zu einem Nein zum EU-Mercosur-Abkommen auf EU-Ebene verpflichtet und dem Pakt ein Riegel vorgeschoben, denn Entscheidungen im EU-Rat müssen einstimmig erfolgen.

Wiener Zeitung, 19.9.2019
Freihandelsabkommen
Symbolisches Mercosur-Veto
Nach der Nationalratswahl und der Bildung einer Regierung, welche die Mehrheit der Abgeordneten hinter sich hat, wackelt Österreichs Nein zum Freihandelsabkommen.

Samstag, 7. September 2019

Leticia-Pakt soll Amazonas-Regenwald schützen


ORF, 7.9.2019
Südamerikanischer Pakt als Signal an Kritiker
Die anhaltenden verheerenden Waldbrände im Amazonas-Gebiet haben für internationale Kritik gesorgt. In der Nacht auf Samstag reagierten sieben südamerikanische Länder nun auf die Vorwürfe, sie würden nicht genug für die Region tun. Mit einem Pakt verpflichteten sie sich, den Regenwald besser zu schützen. Neben konkreten Maßnahmen ist das Abkommen wohl auch ein Signal für die internationalen Kritiker.

Vertreter der sieben Staaten Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Ecuador, Peru, Suriname und Guyana trafen in der kolumbianischen Stadt Leticia zusammen, um über Maßnahmen im Amazonas-Gebiet zu beraten. Der daraus resultierende „Leticia-Pakt für den Amazonas“ wurde von allen sieben Teilnehmern unterzeichnet. In einer Aussendung des kolumbianischen Präsidialamts zeigte man sich erfreut über die Einigung.

Zum Auftakt des Treffens hatte Kolumbiens Präsident Ivan Duque gemahnt, dass der Schutz des Regenwaldes unbedingt verbessert werden müsse: „Das ist entscheidend für das Überleben unseres Planeten.“

Konkret sieht der Pakt vor, dass ein gemeinsames Naturkatastrophennetzwerk ins Leben gerufen wird, mit dem die Kooperation zwischen den Staaten im Falle verheerender Brände besser funktioniert, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem sollen die gemeinsame Überwachung der Region per Satellit ausgebaut, Projekte zur Wiederaufforstung geschaffen und die Rolle von indigenen Völkern verbessert werden.


Süddeutsche Zeittung, 7.9.2019
Amazonas-Gipfel:
Schöne Bilder, doch der Wald brennt weiter
* Nach der weltweiten Empörung über Brandrodungen im Amazonas-Regenwald einigen sich die Anrainerstaaten auf einen Pakt, um ihn besser zu schützen.
* Der Gipfel in einer Urwald-Gemeinde produziert viele schöne Bilder. Die Verpflichtungen sind jedoch alles andere als konkret.
* Brasiliens Präsident Bolsonaro wird per Videokonferenz zugeschaltet, da er sich einer Operation unterziehen muss.

Welt, 7.9.2019
Amazonas-Länder schließen Pakt zum Schutz der Regenwälder
Sieben Länder mit Regenwald haben den Leticia-Pakt geschlossen. Sie wollen den Regenwald besser vor Abholzung schützen. Dem Präsidenten Ecuadors kamen fast die Tränen. Und Brasiliens Präsident hat einen eigenen Wunsch.

Reuters, 6.9.2019
Líderes de países da região amazônica acertam medidas para proteger a floresta
LETÍCIA, Colômbia (Reuters) - Um grupo de líderes de países com territórios na Amazônia entrou em acordo nesta sexta-feira para monitorar por satélite a maior floresta tropical do mundo para responder mais rapidamente a emergência e evitar tragédias como os incêndios que consumiram centenas de milhares de hectares de selva.

O Tempo, 7.9.2019
Países da Amazônia definem plano para proteger a floresta
Sete das nove nações amazônicas assinaram pacto ontem com medidas para a proteção da região

Globo News, 7.9.2019
Cúpula na Colômbia: países buscam acordo para combater fogo na Amazônia

O Globo, 7.9.2019
São Félix do Xingu lidera queimadas no começo de setembro; veja lista das 10 cidades da Amazônia com mais focos
Cidade do Pará acumulou 128 focos na semana, seguida por Lábreas (AM) e Feijó (AC), conforme o Programa Queimadas, do Inpe. O Pará tem 3 cidades na lista das 10 com mais queimadas entre domingo (1º) e quinta-feira (5).

Freitag, 6. September 2019

Vier Wochen vor der Amazonas-Synode

Domradio.de, 06.09.2019
Grüne Lunge, Reformhoffnungen und Warnung vor Spaltung
Es war so nicht zu erwarten: Aber wenn Papst und Dutzende Bischöfe aus aller Welt im Oktober im Vatikan über den Amazonas-Regenwald und die dortigen Indigenen sprechen, gerät dies in vielerlei Hinsicht zu einem Politikum.

VaticanNews, 6.9.2019
Amazonassynode: Brasilianische Bischöfe positionieren sich
Vertreter kirchlicher Einrichtungen und traditioneller Amazonasvölker wurden jetzt im brasilianischen Parlament vorstellig, um den Abgeordneten ein Schreiben der Bischöfe des brasilianischen Amazonasgebiets zu überreichen, das während des jüngsten vorsynodalen Treffens in Belém verfasst wurde.

Domradio.de, 05.09.2019
Amazonas-Bischof kann sich verheiratete Priester vorstellen
In seiner Diözese herrscht großer Priestermangel. Auch deshalb kann sich der aus Deutschland stammende Bischof des brasilianischen Bistums Obidos, Johannes Bahlmann, nach eigenen Worten verheiratete Männer als Priester vorstellen.
In seiner rund 182.000 Quadratkilometer großen Diözese gebe es Gemeinden, die "nur zwei- oder dreimal im Jahr die Messe feiern können, wenn der Priester kommt", sagte er der Wochenzeitung "Kirche + Leben" (Sonntag) in Münster. Es sei aber wichtig, dass es Priester vor Ort gebe. Ihr Dienst beschränke sich nicht nur auf die Feier der Eucharistie, sondern umfasse auch Nächstenliebe und Glaubensstärkung.



Tagesschau.de, 8.9.2019
Marx hält Zölibat-Lockerung für denkbar
Noch vor wenigen Monaten hat Kardinal Marx den Zölibat verteidigt. In einem Interview sagte er nun, dass es unter bestimmten Voraussetzungen vorstellbar sei, verheiratete Priester zuzulassen.

Welt, 27.8.2019
Die Erde brennt, nicht nur in Brasilien
Die Bilder der Brände im Amazonas-Regenwald sind erschreckend. Eine Karte der Nasa zeigt, wie dicht die Feuer aneinanderliegen. Und noch etwas anderes ist zu erkennen: Das größte Feuer weltweit wütet ganz woanders.

Sonntag, 1. September 2019

Brasiliens Amazonasbischöfe bekräftigen Einsatz für die Schöpfung


Domradio.de, 29.8.2019
Brasiliens Amazonasbischöfe bereiten Synode vor
"Extrem schwierige Situation"
Das Thema Amazonien beschäftigt in den nächsten Tagen die Bischöfe der brasilianischen Region. Ihr bis einschließlich Freitag laufendes Treffen gilt als Vorbereitung für die im Oktober stattfindende Amazonas-Synode.


Domradio.de, 30.8.2019 oder Weltkirche.de
Amazonas-Bischof Kräutler zur Brandkrise und Vatikan-Synode
Brasiliens Präsident hat von Amazonien keine Ahnung"
Der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler bereitet die im Oktober im Vatikan anberaumte Amazonas-Synode mit vor. Im Interview spricht er über die Lage rund um die Waldbrände in Amazonien und gibt einen Ausblick auf die Synode.

Kirche und Leben, 30.8.2019
Bischof: Präsident Bolsonaro hat keine Ahnung von der Region
Kräutler: G7-Staaten mitschuldig an Amazonas-Zerstörung
Der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler (80) pocht auf die Mitverantwortung der Industrieländer für die Ausbeutung des Regenwalds. „Die G7-Nationen und andere Staaten müssen sich fragen, inwieweit sie selbst an der Zerstörung mitschuldig sind“, sagte Kräutler der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Wo gehen denn die illegal geschlagenen Hölzer Amazoniens hin? Und all die Milch- und Fleischprodukte, für die der tropische Regenwald abgebrannt wird?“

Domradio-Reportage, 28.08.2019
Kirchen rufen zum Schutz des Amazonas auf
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat dazu aufgerufen, mit dem eigenen Konsum der Umweltzerstörung in Amazonien entgegenzuwirken. "Fair gehandelte Produkte sind ein Beitrag zum Schutz der indigenen Bevölkerung", so Schick im Fränkischen Tag. Die Bundesregierung müsse konkrete Hilfsangebote zur Entschärfung der Lage im Amazonas geben.

Weltkirche.de, 29.1.2019
Zehn Thesen zum Klimaschutz.
Ein Diskussionsbeitrag


junge Welt, 31.8.2019
Wenn kein anderer Ausweg bleibt
Von der befreienden Gewalt der Volksmassen: Zur bevorstehenden »Amazonien-Synode« im Vatikan

REPAM, 30.8.2019         CNBB, 30.8.2019
Em Belém, Igreja da Amazônia reafirma o compromisso com o território
Com uma carta aberta para a toda sociedade em que convocam a todos para a sintonia com o Sínodo e o cuidado com a Amazônia, termina o encontro dos bispos e lideranças da Igreja da Amazônia. Realizado no Centro de Espiritualidade Monte Tabor, da Arquidiocese de Belém, o evento teve como objetivo o estudo e preparação dos padres sinodais para a grande assembleia em outubro, no Vaticano. Cerca de 120 pessoas, entre padres, bispos, leigas e leigos e religiosos estiveram no encontro que começou na última quarta-feira (28).

CNBB, 30.8.2019
CNBB lança campanha de sensibilização e informação sobre o Sínodo para a Amazônia
A partir deste domingo, 1º de setembro, “Dia Mundial de oração pelo Cuidado da Criação” até o dia 5, “Dia da Amazônia”, a Conferência Nacional dos Bispos do Brasil (CNBB) vai desenvolver, em parceria com a Rede Eclesial Pan-Amazônica (REPAM-Brasil), um conjunto de iniciativas de comunicação cujo objetivo é sensibilizar a Igreja e a sociedade sobre a importância do Sínodo para a Amazônia.



Jornal da CBN, 04/09/2019
'É interesse do mundo inteiro que Amazônia não seja destruída. Não se trata de soberania'
Entrevista com Dom Erwin Kräutler

Samstag, 31. August 2019

Viele illegale Rodungen und Goldgruben in der Region Altamira aufgedeckt

Bei einem Kontrolleinsatz von IBAMA und Bundespolizei im Naturschutzgebiet Triúnfo do Xingu im Südosten des Bundesstaates Pará wurden laut der Regierung von Pará illegale Holzlager und Goldgruben entdeckt und zerstört. Außerdem wurden an die 50 Personen identifiziert, die an Brandrodungen beteiligt waren.
In Bezug auf illegale Handlungen sagte Helder Barbalho, Gouverneur von Pará: "Das ist keine Amateurarbeit. Alles ist sehr gut geplant und organisiert. Dienstleistungen wurden auslagert und Leute im großen Stil angeheuert. Man hat mit Straflosigkeit gerechnet."
Vier Bulldozer, sechs Gewehre, 14 Kettensägen und 19 Motorräder wurden beschlagnahmt. Das Gebiet, das bereits illegal geschlägert wurde, ist ungefähr 2.000 Hektar groß.
Barbalho sagte auch, dass die illegalen Rodungen im Naturschutzgebiet der Viehzucht dienen sollten. "Wir haben bereits diejenigen identifiziert, die diese Schlägerungen finanzieren. Der Plan war sehr groß, fast zwanzigtausend Hektar sollten in Weideland umgewandelt werden."
Das Naturschutzgebiet Triunfo do Xingu wurde durch das staatliche Dekret Nr. 2.612 vom 4. Dezember 2006 geschaffen und hat eine Gesamtfläche von 1.679.280,52 ha, wobei 66% in der Gemeinde São Félix do Xingu und 34% in der Gemeinde Altamira liegen.


G1 - O Globo, 26/08/2019
Governo do PA diz que identificou cerca de 50 envolvidos com queimadas no estado
Operação destruiu acampamentos clandestinos de madeireiros em área de preservação no sudeste do estado.

Confirma Notícia, 29/08/2019
Polícia identifica fazendeiros suspeitos de provocar queimadas no Pará
A Polícia Civil identificou três suspeitos de provocar queimadas em uma área de floresta nativa no sudeste do Pará. Nesta quinta-feira (29), policiais cumpriram mandados de busca e apreensão na casa deles em Redenção. O trio é formado por dois irmãos donos da fazenda Ouro Verde, em São Félix do Xingu, e mais o gerente da propriedade. A fazenda fica localizada dentro da Área de Proteção Ambiental Triunfo do Xingu.

Jornal Liberal, 30/08/2019
Ações de fiscalização ao desmatamento na região de Altamira entram no terceiro dia
Ações de fiscalização ao desmatamento na região de Altamira entram no terceiro dia

Jornal Liberal, 31/08/2019
Polícia Federal flagra desmatamento e garimpo ilegal em terra indígena em Altamira, no PA
Uma pista clandestina também foi encontrada pelos policiais.

Jornal hoje, 31/08/2019
Agentes federais são atacados durante operação para combater queimadas no Pará
Eles realizavam uma fiscalização em área de garimpo perto da Terra Indígena Ituna/Itatá, em Altamira, quando foram surpreendidos por tiros vindos da mata. A Polícia Federal revidou. Ninguém ficou ferido.



Donnerstag, 29. August 2019

Trump will Alaskas Regenwald abholzen lassen

Welt, 28.8.2019
Trump soll über Abholzung von Alaskas Regenwald nachdenken
US-Präsident Donald Trump will offenbar den Regenwald in Alaska zur Abholzung freigeben. Das berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf ein Gespräch zwischen Trump und dem Gouverneur von Alaska, Mike Dunleavy, das auf einem Flug der Air Force One stattgefunden haben soll. Der Tongass National Forest wurde 1907 eröffnet und ist eines der größten intakten Stücke gemäßigten Regenwalds.

Zeit, 28.8.2019
US-Präsident will Rodung von Alaskas Regenwald erlauben
Der Tongass National Forest in Alaska ist einer der letzten intakten gemäßigten Regenwälder. Einem Bericht zufolge will Donald Trump die kommerzielle Rodung ermöglichen.

SAT1-Frühstücksfernsehen, 28.1.2019
Trump will Alaskas Regenwälder zur Abholzung freigeben
Donald Trump will große Teile des "Tongass National Forest" in Alaska zur Abholzung freigeben. Dabei soll der Regenwald in Alaska dem Bergbau, Energie-Projekten und dem Holzabbau dienen.

earth.com, 21.5.2019
Plans to cut parts of the largest US national forest met with opposition

Mittwoch, 28. August 2019

Vor 20 Jahren starb Dom Helder Camara

Domradio, 27.8.2019
Vor 20 Jahren starb Dom Helder Camara
Seligsprechung schreitet voran
"Roter Bischof" und "Bruder der Armen": Erzbischof Helder Camara polarisierte. Sein Name steht für eine Kirche an der Seite der Armen. Vor 20 Jahren starb er in Recife. Das Verfahren zur Seligsprechung schreitet unter Papst Franziskus voran.

Adveniat-Dossier
Dom Hélder Câmara: Ein Prophet und Wegbereiter
Klein von Gestalt, ist und bleibt Dom Hélder Câmara einer der ganz großen der Christenheit im 20. Jahrhundert. Er war ein Prophet und ein Wegbereiter der brasilianischen Kirche, ein Fürsprecher und Verteidiger der Armen, ein Lehrer des Betens und ein Optimist Gottes. Mit dem am 24. März 1980 ermordeten Erzbischof Oscar Arnulfo Romero aus El Salvador wurde Dom Hélder zum Inbegriff jenes Aufbruches der lateinamerikanischen Kirche nach dem II. vatikanischen Konzil, der mit den Basisgemeinden und der „Option für die Armen“ die Weltkirche veränderte.

Domradio-Reportage, 27.8.2019
20. Todestag Camaras
Anlässlich seines 20. Todestages gedenkt die Kirche in Brasilien an diesem Dienstag Dom Helder Camara. Der ehemalige Erzbischof von Olinda und Recife, gründete die brasilianische Bischofskonferenz und gilt bis heute als einer der führenden Vertreter der Befreiungstheologie.

SWR4-Morgengruß, 27.8.2019
Der Bruder der Armen: Dom Helder Camara
Der Saal der Kirchengemeinde war überfüllt. Wer nicht eine halbe Stunde früher kam, musste von draußen zuhören. Die Gemeindeveranstaltung hatte so großen Zulauf, weil ein besonderer Gast angekündigt war: Der brasilianische Bischof Helder Camara kam ins Ruhrgebiet.
Als Bischof Helder Camara in den 70er und 80er Jahren Deutschland besuchte, hatte er bereits einen weltweiten Ruf als "Bruder der Armen". Nach dem 2. Vatikanischen Konzil verkörperte er die Hinwendung der Katholischen Kirche zu den armen Menschen. Seine Theologie trug zu seiner Glaubwürdigkeit ebenso bei wie sein persönlicher bescheidener Lebensstil. Das Bischofspalais öffnete er für Obdachlose, er selbst wohnte im Hinterhof einer Kirche, ging stets zu Fuß. In einfacher, verständlicher Sprache verkündete er das Evangelium als befreiende Botschaft vor allem für die Armen. Dabei ging es ihm nicht um bloße Mildtätigkeit, sondern um die Veränderung von Strukturen. Den Kampf für die Armen verband er mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und Menschenrechte. Mit seinem Organisationstalent schuf er eine Fülle von Einrichtungen im Dienst der Armen bis hin zu einer eigenen Bank, die er die "Bank der göttlichen Vorsehung" nannte.
Seine Positionen zwangen zur Stellungnahme, etwa wenn er sagte: "Entwicklung ist Frieden, Unterentwicklung ist Krieg." Solches Engagement führte zwangsläufig in den Konflikt. Die brasilianische Militärdiktatur wollte Dom Helder Camara ebenso zum Schweigen bringen wie viele Reiche, denen er ins Gewissen redete. Mitarbeiter wurden verfolgt, ja ermordet, er selbst wurde zum Kommunisten gestempelt, in Brasilien totgeschwiegen und auch innerkirchlich ausgegrenzt.
Das alles schmälerte nicht seinen weltweiten Einfluss. So stießen etwa seine Besuche in Deutschland die Bewegung der Eine-Welt-Läden an, in denen Ehrenamtliche faire Produkte aus der sogenannten Dritten Welt verkaufen.
1985 ging Dom Helder Camara in den Ruhestand, und sein Nachfolger drehte viele Entwicklungen wieder zurück. Doch seit Papst Franziskus mit ähnlich klaren Worten die Kirche wieder an die Seite der Armen stellen will, wird auch die Erinnerung an Dom Helder Camara wieder lebendig. Sein Erbe lebt. Seine brasilianische Heimatkirche strebt jetzt die Heiligsprechung an. Heute vor 20 Jahren starb der Bischof und Bruder der Armen, Dom Helder Camara.


TV Jornal, 27.8.2019 (Video)
Após 20 anos sem Dom Helder, amigos relembram sua trajetória

Montag, 26. August 2019

Regenwaldbrände wurden über WhatsApp-Gruppe zum "Tag des Feuers" organisiert


ORF, 26.8.2019
Regenwaldbrände sollten Bolsonaro helfen
Angesichts der verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des „Tages des Feuers“. Möglicherweise wurden Brände gelegt, um Brasiliens rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu unterstützen.

„Kriminelle Brandstiftung im Amazonas-Gebiet wird hart bestraft“, twitterte Justizminister Sergio Moro am Sonntag. Zuvor hatte die Zeitschrift „Globo Rural“ berichtet, dass sich im Bundesstaat Para zuletzt über 70 Personen in einer WhatsApp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken. „Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären“, schrieb Moro weiter.

Ziel der koordinierten Aktion war laut „Globo Rural“, Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hieß es in dem Bericht. Nach Einschätzung von Naturschutzorganisationen werden die meisten Brände von Großgrundbesitzern oder Farmern gelegt, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen. Da es momentan in der Region ungewöhnlich trocken ist, greifen die Brände immer wieder auch auf intakte Waldflächen über.

Schwere Brände auch in Naturschutzgebieten
In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klargemacht, dass er in der Amazonas-Region vor allem ungenutztes wirtschaftliches Potenzial sieht.


ORF, 26.8.2019
Macron vs. Bolsonaro
Streit über Amazonas und Ehefrau
Nach der Hilfszusage der G-7-Staaten für das von verheerenden Waldbränden betroffene Amazonas-Gebiet verbat sich der ultrarechte Bolsonaro eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes. „Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonas-Gebiet fährt und seine Absichten hinter einer ‚Allianz‘ der G-7-Staaten zur ‚Rettung‘ des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären“, schrieb der Staatschef am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.


Die Presse, 26.8.2019
Verabredung zum Brandstiften?
Brasiliens Polizei ermittelt wegen "Tag des Feuers"
Brasiliens Justizminister warnt die Feuerleger im Amazonasgebiet: "Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft". Mit Militärfliegern wird nun versucht, das Feuer zu löschen.


n-tv, 26.8.2019
"Tag des Feuers" im Amazonas
Brasiliens Polizei ermittelt gegen Brandstifter
Die Wälder im Amazonasgebiet brennen jedes Jahr in der Trockenzeit. Doch diesmal ist es besonders schlimm. Offenbar glauben die Farmer, dass Brandstiftung unter Präsidenten Bolsonaro als Kavaliersdelikt gilt. Der reagiert nun.


Frankfurter Rundschau, 26.8.2019
„Tag des Feuers“ im Regenwald - Bundespolizei sucht nach Brandstiftern

NZZ, 26.8.2019
G-7-Gipfel sagt 20 Millionen Dollar für Waldbrände in Südamerika zu, Bolsonaro reagiert empört
Die neusten Entwicklungen im Amazonasgebiet

VaticanNews, 29.8.2019
Waldbrände am Amazonas: Lage ist „sehr kritisch“, sagt deutscher Bischof
Der aus Deutschland stammende Bischof von Obidos in Brasilien, Johannes Bahlmann, stuft die Lage in Amazonien infolge der Waldbrände als „wirklich sehr kritisch“ ein. Die Feuer seien nicht mehr unter Kontrolle, sagte der Franziskaner-Bischof auf Nachfrage der Pressestelle des Bistums Münster, aus dem Bahlmann ursprünglich stammt. Der Totalverlust der betroffenen Gebiete im Regenwald sei „sehr kritisch und beängstigend“.


O Globo, 25.8.2019
Governo foi alertado pelo Ministério Público três dias antes de “dia do fogo”
Documentos mostram que Ibama foi avisado sobre plano de incendiar a floresta no dia 7 de agosto

O Globo, 25.8.2019
Grupo usou whatsapp para convocar "dia do fogo" no Pará
Polícia investiga ação de incendiários, ao menos 70 pessoas participaram de grupo de mensagens; no dia 10 de agosto, número de focos de incêndios cresceu repentinamente na Amazônia

O Globo, 25.8.2019 - Fantástico-Reportagem
Fantástico flagra queimadas e transporte de madeira ilegal na Amazônia
Reportagem especial mostra como está a situação na região, alvo de polêmica e preocupação internacional após o aumento no número de queimadas e no desmatamento.

O Globo, 26.8.2019
Bolsonaro questiona interesse de Macron em ajudar no esforço contra queimadas na Amazônia
Presidente da França anunciou na cúpula do G7 que há interesse das economias mais desenvolvidas em auxiliar 'o mais rápido possível' países atingidos pelas queimadas na Amazônia.

O Globo, 26.8.2019
Após comentário de Bolsonaro sobre primeira-dama francesa, Macron diz esperar que brasileiros 'tenham presidente que se comporte à altura'
Presidente brasileiro comentou no sábado, em rede social, uma foto comparando as primeiras-damas de cada país. Nesta segunda, Macron classificou atitude de 'extraordinariamente desrespeitosa’.

O Globo, 26.8.2019
'Que país não tem problemas de meio ambiente?', diz ministra da Agricultura sobre queimadas na Amazônia
Tereza Cristina realizou uma palestra na Câmara de Comércio Árabe-Brasileira, onde falou sobre a dificuldade para controlar uma região tão grande como a Amazônia.

Globo-News, 26.8.2019
Tereza Cristina diz que críticas de Macron à Amazônia prejudicaram a imagem do Brasil

Diário de Notícias, 25.8.2019
Ministro brasileiro da Educação chama "calhorda", "oportunista" e "cretino" a Macron
O Presidente francês, Emmanuel Macron, que se tem notabilizado nas pressões sobre o seu homólogo brasileiro, Jair Bolsonaro, para que este combata os incêndios na Amazónia, foi este sábado insultado pelo ministro da Educação brasileiro através do Twitter.